Ausgabe 
31.7.1930
 
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Volk, für Einheit und Freiheit geben. Jede Sammlungsbewegung, die sich auf eines dieser beiden Heerlager beschränkt, wird keinen Erfolg erzielen können. Die junge Deutsche Staalspartei muh der jungen Generation die volle Gleich­berechtigung in jeder Beziehung einräumen. Die junge Deutsche Staatspartei muh uns die Ge­währ bieten, dah die skrupellose Selbstsucht von Klassen-, Interessenten- und Finanzgruppen einem hohen skaatspolitischen verantwortrmgs- gefühl Platz macht, wir wollen Staatsvolk sein, aber nicht Jnteressentenhaufen. An uns wird es in erster Linie liegen, die Front nach rechts zu erweitern. Die einmütige Geschlossenheit der jungdeutschen und volkvnationalen Bewegung, die Behauptung ihrer Schlüsselstellung innerhalb der jungen Deutschen Staalsparlei, bieten weiten Volkskreisen die Gewähr für die Ausschaltung der internationalen pazifistischen Schwärmer, die dem Deutschen Reiche so unermehlichen Schaden zugefügt haben.

Die Stellung der Aeichsgemein- schast junger Volksparteiler.

Düsseldorf. 30. Juli. (TU.) Der Dor- sitzende der Reichsgemeinschaft deutscher Volks­parteiler, Frank G l a h e l, äußerte sich am Mitt­woch im Zusammenhang mit der Stellung der Reichsgemeinschaft zur Deutschen Staats­partei auch über die Vorgeschichte der Reugründung. Die Reichsgemeinschaft habe sofort nach Auflösung des Reichstags die Frage des Zusammenschlusses der nationalen Mitte er­neut aufgegriffen. Am Samstag voriger Woche habe in Verein eine Besprechung von Vertre­tern der jungen Gruppe stattgefunden, auf der der bekannte Vorschlag des Abgeordn e- t e n Scholz erörtert wurde und in der die Demokraten die Frage des Zusammen­schlusses der Dolksportei, der Demokraten, der Wirtschaftspartei und der Volksnationalen aufwarfen, falls die Aktion Scholz' scheitern sollte. Sn dieser Sitzung habe der Abgeordnete Koch- Weser, der seine Vereinbarungen mit der Staatspartei schon getroffen hatte, diese Tat­sache nicht erwähnt. Sn einer weiteren Sitzung am Samstagabend, an der u. a. Koch- Weser, Dornemann, Winschuh und der Vorsitzende der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler teilnahmen, deren Gegenstand an und für sich nicht die Frage der Staatspartei gewesen sei, habe dann Koch-Weser erklärt, dah die Grün­dung der Staatspartei erfolgt sei. An die Reichsgemeinschaft wurde die Aufforderung ge­richtet, sich der Staatspartei anzuschlichen. Wenn auch für die Reichsgemeinschaft dadurch, dah die V o l k s n a t i o n a l e n sich für die Staatspartei erklärt hatten, und der linke Flügel der Demokraten nicht einbegriffen war. diese Aktion nicht unsympathisch war, sei das An­gebot in dieser Form jedoch abgelehnt worden. Auch der Ausruf der Staatspartei sei insofern irreführend gewesen, als er den Ein­druck zu erwecken versucht habe, es seien Teile der Dolkspartei abgesplittert. Tatsächlich sei kein führendes Mitglied der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler bei den Verhandlungen über die Gründung der Staatspartei zugegen gewesen. Das Ziel der Reichsgemeinschaft zur Samm­lung der nationalen Mitte gehe jetzt dahin, etwas Drauchbares unter Ausschaltung von Parteiinteressen zu schaffen. Am kommenden Samstag und Sonntag findet in Kassel eine Reichsvertretertagung der Reichsgemeinschaft junger Volksparteiler statt, die sich mit der Beteiligung am Wahlkampf und der Stellungnahme zur Deutschen Staatspartei be- ». schäftigen wird.

Die Lage in -er Berliner Metallindustrie.

Berlin, 30. Juli. (CNB.) Bisher sind in der Berliner Metallindustrie bei den wenigsten Betrieben Kündigungen ausgespro­chen worden, nur die Firma Flohr hat bereits gestern von 310 Angestellten 25 gekündigt. Die Lage ist durchaus nicht einheitlich. Bei der AEG. beispielsweise sollen 10 Prozent der Gehälter ein­gespart werden; ob dies durch Entlassung einiger höher bezahlter Angestellten oder durch einen gene­rellen Abbau erfolgen wird, weiß man noch nicht. Bei Sie me n s, bei der A E G., bei B e r g m a n n und bei den Adler werk en sind bisher Ent­lassungen nur in Aussicht gestellt wor­den, falls sich die Angestellten nicht durch Unter­schrift mit der Einführung von Kurz­arbeit einverstanden erklären. Auch bei B o r s i g hat gestern eine große Betriebsversammlung statt­gefunden, bei der von der Personalleitung Kündi­gungen in Aussicht gestellt worden sind, und zwar würden hier ungefähr 100 Angestellte betroffen werden.

tallindustrieller erklärt auf Anfrage, daß die von den einzelnen Firmen angekündigten Entlassungen keineswegs einen Tarifbruch darstellten. Die Kündigungen seien nicht auf eine Anregung des Verbandes zurückzuführen, sondern entsprängen der eigenen Initiative der Betriebe selbst. Die Firmen hätten lange Zeit mit den Kündigungen zurückge­halten, da man gehofft habe, sie durch eine Ver­einbarung über die Einführung von Kurzarbeit ver­meiden zu können. Da diese Vereinbarung nicht zustande gekommen sei, müßten die Firmne fetzt die Entlassungen vornehmen, die durch den wirtschaft­lichen Zwang und den Auftragsrückgang geboten seien. Zur Beilegung des Konfliktes hat das Reich sarb eitsministerium die Angestell­tenverbände zu einer Besprechung geladen, die am späten Nachmittag begann.

Keine Einigung in derAordwestgnippe

Essen, 30. Juli. (TU.) Die am Dienstag in den Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband der Nordwestlichen Gruppe der Metallindustrie und den Gewerkschaften formulierte Vereinbarung, die das Ziel hatte, eine Kündigung des Lohn, und Arbeits- zeitab kommens zu vermeiden, wurde von der Vertretertagung des Christlichen Metall­arbeiterverbandes einstimmig a n g e n o m. m e n. Es wurde beschlossen, dar Lohn- und Arbeit«.

Bei Bergmann ist inzwischen Kurzarbeit ein geführt worden, was aber von den Ange­stelltenorganisationen als T a r i f b r u ch angesehen wird. Man beabsichtigt deshalb, gegen denVer- band Berliner Metallindustrieller als Vertragskontrahenten, der für die Innehaltung des Vertrages durch die Mitglieder verantwortlich sei, gerichtliche Schritte im Wege einer Feststellunas- klage zu unternehmen. Der Verband Berliner Mi

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Den preußischen Universitäten wird ihr historischer Harne genommen. Zu der Meldung Berliner Abendblätter,

Kommunistenterror in China.

Eine Halbmillionenstadt dem Erdboden gleichgemacht.

London, 30. SulL (TU.) Berichte aus China besagen, dah die von Kommunisten eroberte Stadt Tschangtscha in Flammen steht. Die Kommunisten, die zuerst eine Summe von 2,5 Millionen Mark für die Schonung der Stadt ver­langt hatten, hoben nun sämtliche Regierungs­gebäude und ausländisches Eigentum z e r st ö r t und in Brand gesteckt. Die Plünderungen bauern an. Verschiedene chinesische Geschäfts­und Duveauräume, u. a. auch das Gebäude der Standard Oil imZ) der TexaS-Oil-Companh, Mur­

in den neuen Statuten der Universität Kö­nigsberg der RameAlbertina" auf Grund eines Erlasses des preußischen Kultus­ministers fortgelassen worden ist, erfahren wir von unterrichteter preußischer Seite, daß in Zukunft alle Universitäten, die neue Statuten erhalten, nur noch mit dem 21 am en ihrer Stadt bezeichnet werden und der Rame des Gründers fortfallen wird. Man darf wohl erwarten, dah dieser Unfug, der an die Bilderstürmer vom Rovember 1918 erinnert, in den anderen deutschen Ländern nicht Schule machen wird.

Attentat auf eine Fabrik.

Ein mysteriöser Sprengstoffanschlag ereignete sich in Solingen: Als am Morgen des 30. Suli der Werkmeister der Firma Klopp die Fabrik betrat, die von einer zwei Meter hohen Mauer umgeben ist, fand er an der Fabrikmauer eine entsetzlich verstümmelte, noch warme Leiche vor. Reben der Leiche lag ein geladener Revolver. Die poli^ilichen Ermittlungen er­gaben. dah auf die Äzetylenanlage der

Es ist sonst nicht unsere Art, auch in der Ab­wehr die Grenze des unter gebildeten Leuten üblichen Verkehrstons zu überschreiten. Aber auf einen groben Klotz gehört nun einmal ein grober Keil. Und das, was sich Herr Poincare in diesem Wochenartikel leistet, ist kaum anders als eine Unverschämtheit zu bezeichnen. Er wagt es, schwereDorwürfe gegen den deut­schen Reichspräsidenten zu erheben und ihn einer bewußten Störung der

zeitabkommen nicht zu kündigen. Auch der Ge­werkverein Hirsch-Duncker hat der Ver- einbarung z u g e st i m m t. Dagegen haben die Funktionäre des Deutschen Metallarbei. terverbandes sich gegen die Annahme der Vereinbarung ausgesprochen und die Kündigung des Lohnabkommens nur diese war vom Deutschen Metallarbeiterverband angekündigt be- schlossen. Die offizielle Zustimmung des Arbeitgeber- verbandes zu der Vereinbarung, an der nicht zu zweifeln ist, steht noch aus.

poincare gegen Hindenburg.

Unerhörte Kritik an den Rheinlan-befreiungöreden des Reichspräsidenten.

Die Einführung der Sozial­versicherung in Frankreich. Streikbewegung und Preiserhöhungen.

Paris, 30. Juli. (WTB.) Während di« Lohn- abzüge für die neueingeführte Sozialver­sicherung auf der einen Seite in Nordfrankreich zu einer Streikbewegung geführt haben, sieht sich auf der anderen Seite der Handelsminister ge­zwungen, an die Vorsitzenden der großen Arbeit­geberverbände ein Rundschreiben zu richten, um gegen di e ungerechtfertigte Herauf­setzung der Preise unter Berufung auf die Sozialoersicherungsbeiträge Einspruch zu erheben. Der Handelsminister erklärt, daß gewisse Industrie­kreise den Sozialversicherungsbeitrag, der 5 v. H. der Umsatzziffer beträgt, Aum Anlaß zu einer Preis­steigerung bis z u 40 v. H. nähmen. Diese Preis­erhöhungen könnten nur zu einer künstlichen all­gemeinen Steigerung der Lebenshal- tungskosten führen. Die Regierung könne nicht zulassen, daß ein Gesetz, das den arbeitenden Klassen eine Sicherheitsgarantie geben solle, indirekt durch Manöver wieder vereitelt werde, die zu einer allgemeinen Erhöhung der Lebenshaltungskosten führen würde. Das Rundschreiben weist darauf hin, daß verabredete Manöver zur Preissteigerung strafrechtlich verfolgt werden können.

Wie aus Lille berichtet wird, hat sich die Streikbewegung weiter ausgedehnt. Die Zahl der Ausständigen beträgt bis jetzt 30 000; davon find 17 000 Textilarbeiter. Vertreter der so­zialistischen Gewerkschaften von Roubaix und von Toureoing, sowie Vertreter der Arbeitgeber werden heute vom Arbeitsminister empfangen werden. Ge- ftern hat eine Fühlungnahme der Gewerkschaften aller Richtungen untereinander in Lille ftattgefun- den, um über die Ausarbeitung einheitlicher For­derung zu verhandeln. Vertreter der kommunistischen Gewerkschaft haben die Ausstellung einer einheit­lichen Liste von Forderungen von vornherein ab- gelehnt, da sie sich ausdrücklich gegen die Sozial­versicherung als solche aussprechen.

Aus aller Wett.

Das Luftschiff R 100 Hal den Ozean überquert.

Montreal, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff R 100 hat Belle Jsle Küste von Labra­dor um 3 Uhr morgens MEZ. gesichtet. Es hatte 2760 Meilen zurückgelegt. Bis dahin hatte es nur den fünften Teil feines Brennstoffvorrates ver­braucht. Die Fahrt verlief bisher ohne Schwierig­keiten und Motorstörungen.

Die Berliner Schinkelwache als Gedächlnisställe.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst zur Um­gestaltung des Schinkelschen Wachgebäudes Unter den Linden z u einer Gedächtnis st ätte für die Gefallenen mitteilt, haben die Reichsregie­rung und preußische Staatsregierung beschlossen, den Entwurf von Professor Heinrich Tessenow, den das Preisgericht an erster Stelle vorgeschlagen hat, $ur Ausführung zu bringen. Mit den Bauarbeiten ist begonnen worden.

den niedergebrannt. Rach japanischen Meldungen soUen das japanische Konsulat und Krankenhaus, sowie zwölf Gebäude der Provinzialregierung und fast alle Missionshäufer und Kirchen demErdbodengleichgemacht sein. An den Plünderungen, die systematisch durchgesührt werden, nehmen 8000 Rote Soldaten teil. Die Beute wird unter die Menge als das unrechtmäßige Eigentum der Kapitalisten ver­teilt. 10 000 Einwohner haben bereits d i e Stadt verlassen. Die Anzahl der Toten ist noch nicht bekannt. Der Bruder des Gouver­neurs und andere Beamte wurden enthaup­tet. Die ausländische Kolonie, bestehend aus 91 Personen, ist von englischen und ameri­kanischen Kanonenbooten gerettet worden. Das amerikanische K<u?:.enbootPalus" wurde von den Kommunisten beschossen und mußte die euro­päischen Flüchtlinge auf ein englisches Kanonen­boot übertragen. Lieber das Schicksal des briti­schen Konsulatsgebäudes ist noch nichts bekannt. Die Stadt Tschangtscha ist die Hauptstadt der Provinz Hunan und zählt fast 500 000 Einwoh­ner. Die Missionare haben sich angesichts der drohenden Lage geweigert, die Stadt zu ver­lassen.

europäischen Friedenspolitik zu ver­dächtigen, darüber hinaus aber mischt er sich in der plumpsten Weise in die deutsche innere Politik ein, spielt sich auf den Ver­fassungstheoretiker hinaus und kanzelt die deut­sche Regierung ab, weil sie zu Unrecht unter Auflösung des Reichstags von dem Artikel 48 Gebrauch gemacht habe.

Wenn ein ^beliebiger Franzose zur Erbauung chauvinistischer Gemüter derartige Weisheiten er­zählte, dann würden wir uns darüber nicht weiter aufregen. Aber Herr Poincarö ist schließ­lich nicht der erste beste, er selbst jedenfalls hält seine politische Rolle wohl noch nicht für aus- gefpielt. Er war der Kriegspräsident, er war lange Sahre Ministerpräsident und hofft, noch einmal als Vertrauensmann des Bloc national die Geschicke Frankreichs leiten zu können. Darin wird er sich allerdings wahrscheinlich verrechnen. Er hat in Tardieu seinen Meister gefunden. Er selbst hat damals geglaubt, daß er das Ministerpräsidium nur vorübergehend wegen feiner Erkrankung abzugeben brauche und in wenigen Monaten von der Kammer als un­entbehrlich zurückgeholt werden würde. Setzt muß er sich davon überzeugen, daß er sehr gut ent­behrlich ist. Tardieu hat ihn überspielt und ziem­lich kaltgestellt.

Wenn er wieder zur Macht kommen will, muß also Poincarö schon auf die primitivsten Instinkte spekulieren und die taktische Einheit der Rechten mit der Mitte aus der Angst vor der deutschen Roche zu erzwingen suchen. Wäre das eine reine Angelegen­heit der französischen Innenpolitik, mir würden ihn in diesem Vergnügen nicht stören. Aber die Fern­wirkungen einer solchen Methode berühren doch die wichtigsten Probleme der europäischen Politik so stark, daß eigentlich Briand und Tardieu sich da- Elegen wehren müßten. Denn wenn auch Briand mit einen paneuropäischen Plänen letzten Endes nur de französische Hegemonie verewigen will, so braucht er doch, um dieses Ziel zu erreichen, eine gewisse Beruhigung der Gemüter auf beiden Seiten des Rheins. Sie läßt sich aber ganz gewiß nicht dadurch erreichen, daß der französischen öffent* lichen Meinung eingepaukt werden soll, der Reichs- Präsident von Hindenburg bereite den Revanche- krieg vor; sie läßt sich auch nicht durch die ge­radezu kindliche Folgerung erreichen, daß Frank­reich mit der Räumung der Nheinlande eine vor­nehme Geste begangen habe, die von Deutsch­land nun mit verkappter Undankbarkeit beantwortet werde. Wir werden Herrn Poincarö niemals be« «reiflich machen können, dah Deutschland, um die Rheinlandräumung zu erkaufen, dreimal b e - zahlt hat und über die Grenzen feiner Lei­stungsfähigkeit hinaus belastet ist. Das wird Frank­reich in absehbarer Zeit selbst merken. Aber wir müssen es uns ganz entschieden verbitten, daß ein auch heute noch maßgebender französischer Politiker nur um selbstsüchtiger Ziele willen die Ehrlichkeit der deutschen Politik in dieser Form verdächtigt.

Paris, 30. Suli. (TU.) DerExcelsior" ver­öffentlicht am Mittwoch einen Artikel Poin­care s, in dem er den Reichspräsiden­ten von Hindenburg angreift und sich mit der innerpolitischen Lage in Deutschland be­schäftigt. Poincarö schreibt, man brauche nur Hindenburgs Erinnerungen zu lesen, um sich dar­über klar zu werden, daß er die Hohenzollern vergöttere. Er sei nicht nur Monarchist, sondern auch Aristokrat. Wenn ein großer Patriot wie er im befreiten Rheinlande tiefe Rührung emp­funden habe, so sei das verständlich. Bedauerlich sei' es aber, daß er seiner Freude in einer Form Ausdruck gegeben habe, die den Snteressen eines dauernden Friedens zuwider­laufe. Hindenburgs Erklärungen machten den Eindruck, als ob sie den Zweck verfolgten, die Welt mit Deutschlands Hauptforde­rungen vertraut zu machen. Er, Poin­care, habe den deutschen Standpunkt in der Saarfrage deutlich ^urückgewiesen. Hinden­burg dagegen verlange die bedingungslose Rückgabe eines Gebietes, das nach seiner Auf­fassung deutsche Erde sei, seitdem die Hohenzollern es erobert hätten. Der Reichspräsident habe nicht nur auf das Saargebiet angespielt, sondern auch auf die Klauseln des Versailler Vertrages über die entmilitarisierteRheinlandzone. Er habe erklärt, die befreiten Gebiete seien noch Bindungen unterworfen, die die Sou­veränität des Reiches einschränkten. Hin­denburg sehe sich hiermit in direkten Wi­derspruch mit dem Versailler Ver­trag und dem Locarnopakt, der jede Mißachtung der entmilitarisierten Zone als einen Angriff betrachte. Heute fühle sich Frankreich noch nicht vollkommen sicher, weil es nicht wisse, wie dasDeutschland von morgen aussehe. Die Ereignisse der letzten Tage seien jedenfalls nicht dazu angetan, die Besorgnisse zu zerstreuen. Unter einem wirklichen Regime der Freiheit hätte Brü­ning in der Minderheit geblieben, zurück­treten und der Reichspräsident eine andere Persönlichkeit mit der Neubildung der Regierung beauftragen müssen. Außerdem bleibe die Frage offen, ob die Anwendung des Artikels 48 tatsächlich gerechtfertigt gewesen sei. Man müsse daran zweifeln, beim das Gleichge­wicht des Haushalts habe direkt nichts-mit der öffentlichen Sicherheit zu tun.

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Sprengstoffabrik ein Attentat verübt wer­den sollte. Der Täter, der bei dem Versuch selbst ums Leben kam, hatte mit einer Leiter das Fabrikgebäude erstiegen und das eine Ende eines elektrischen Drahtes an eine über das Dach gespannte Hochspannungsleitung befestigt. Das Drahtende hatte er über das Dach bis zum Fuß der Fabrikmauer gelegt. Wahrscheinlich ist, als er mit einem Messer, dessen Griff isoliert war, von diesem Drahtende die Ssolicrung ent­fernen wollte, die vor ihm liegende Sprengladung zur Entzündung ge­langt und hat ihn getötet. Bei der Leiche wurde außer dem Revolver und dem Ssolier- messer noch eine Ssolierzange gefunden. Der Täter muß das Verbrechen sorgfältig vorbereitet haben. Sein Rame ist noch nicht bekannt. Der Materialschaden ist gering.

Amerikanischer Boykott gegen Marlene Dietrich.

Aus Hollywood wird gemeldet, daß die Film- schauspielerin Marlene Dietrich, die nach ihrem großen Erfolg in dem FilmD e r b l a u e E n g e l" von der Paramount nach Hollywood engagiert worden war, vorzeitig Hollywood verlassen muß. Dies soll auf das Eingreifen der in Amerika sehr mächtigen Frauenorganisationen im Zusammenhang mit Ehestreitigkeiten des R e gisseurs desBlauen Engels^- zuriickzu- fiihren fein. Wegen der Befürchtung, ' daß ihre Filme von den amerikanischen Frauenorganisationen boykottiert würden, habe die Paramount darauf verzichtet, Marlene Dietrich in dem FilmDie Paramount-Parade" zu beschäftigen, obwohl be­reits mit Frau Dietrich Aufnahmen zu dem Film gemacht gewesen seien und ihr Name in-ben Vor­anzeigen als Mitwirkende groß angekündigt ge­wesen fei.

Politik und Sport.

Zu wilden Szenen kam es vor der uru« guahischen Gesandtschaft i n Buenos Aires, als bekannt wurde, daß Uruguay bei einem Fußballspiel Argentinien mit 4:2 geschlagen hatte. Eine nach Hunderten zäh­lende Menschenmenge eröffnete einen Steinhagel auf das Gesandtschaftsgebäude, dessen Scheiben fast alle in Trümmer gingen. Die Polizei ging gegen die Demonstranten mit der blanken Waffe vor. Da die Menge trotzdem nicht weichen wollte, machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. Mehrere Personen, darunter zwei Frauen, wur­den schwer verletzt.

Siebzig Kinder in einer Sandgrube verschüttet.

In St. Helens in der englischen Grafschaf ßanca» ffjire wurde eine Schar Kinller in einer Sandgrube verschüttet, wobei drei getötet wurden. Acht weitere Kinder wurden verletzt. Insgesamt waren 60 bis 70 Kinder in der Grube mit Spielen beschäf­tigt, als plötzlich die ganze Sandbank einstürzte und die Kinder unter hunderten Tonnen von Sand begrub. Einige Jungen konnten sich selbst befreien und andere verschüttete Kinder ausgraben, ehe Hilfe kam.

Die Kinderlähmungen im Elsaß.

Neun neue Fälle von spinaler Kinderlähmung sind " feftgefteUt worden, davon vier in Straßburg s e l b st. Vereinzelt ist auch ein Uebergreifen auf Er- wachsene zu verzeichnen. So ist in Straßburg ein Soldat an dieser Krankheit gestorben. Von den 561 Gemeinden des Departements Unterelsaß sind 70 von der Krankheit betroffen. Im ganzen zählt man 237 Fälle. Im Departement Oberelsaß sind nur 50 Fälle festgestellt worden, von denen einer tödlich verlaufen ist.

Wieder ein Todesopfer in Lübeck.

Die Ealmette-Fütterung hat abermals ein Opfer gefordert, nachdem in den letzten Tagen in der Sterblichkeits- und Krankheitsziffer bei den mit dem Antituberkulofepräparat gefütterten Säuglingen ein Stillstand eingetreten war. In der letzten Nacht ist abermals ein Säugling gestorben, wodurch sich die Zqhl der Todesfälle auf 63 erhöht. Erkrankt sind noch 37 Säuglinge, gebessert 73, gesund bzw. in ärztlicher Beobachtung befindlich 58.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Luftdruckoerteilung hat sich feit gestern nur wenig verändert. Langsam zieht die Nordseestörung unter gleichzeitiger Abflachung nordostwärts nach dem Baltikum weiter. Jedoch gleichen sich die Druck- gegensätze allmählich mehr und mehr aus, so daß die Luftbewegung abflaut und die Wetterlage ruhiger wird. Dabei tritt aber immer noch zeitweise Bewöl­kung auf, wenn auch Schauer kaum mehr zu er­warten sind.

Aussichten für Freitag: Bewölkt mit Aufheiterung, meist trocken, mäßig warm.

Lufttemperaturen am 30. Juli: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 12,8 Grad; am 31. Juli: morgens 14 Grad. Maximum 20,5 Grad, Minimum 9,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Julir abends 20,6 Grad; am 31. Juli: morgens 16 Grad. Niederschläge 1,8 nun. Sonnenscheindauer 6% Stunden.

Wien I 22V A