Herrlich, sich auS der symmetrischen Regel- Mäßigkeit des Vordergrundes in das Gewirr der dahinterliegenden englischen Anlagen zu verlieren, deren gewundene Wege uns zu immer neuen Lleberraschungen führen, zum Haine eines Tempels der Minerva in edelstem griechischen Stil, von dessen Stufen Feuerbachs Iphigenie schreiten könnte, oder zu dem hochgekuppelten Tempel des Apollo, der — die Hand auf dem Saitcnspiel — in ein Ruhmlied zum Preise des Gartens einzustimmen scheint ...
Die Gegensätze berühren sich hier in dieser Märchenwelt: Einige Schritte weiter und wir stehen, in wenigen Sekunden bald zwei Jahrtausende durchmessend, mitten in der galanten Zeit, verkörpert durch ein Rokoko-Lusthaus, dem Badehaus Karl Theodors, Kurfürsten der Pfalz, dem all das Kunstreiche um uns seine Entstehung verdankt. Trippeln da nicht Stöckelschuhe über Marmorpflaster, hört man nicht sanften Fächerschlag und affektiertes „Parlieren"? —
Wir schreiten an einem Wasserarm entlang in eine andere Welt, wie sie Tischbeins Meistergemälde „Goethe auf den Ruinen der Campagna" verkörpert, die zu realem Leben erwacht, wenn der Vogen des römischen Aquäduktes durch grünes Laub schimmert. Die Träume deutscher Ro- mantik erwachen, wenn man um die üppig wuchernden Ufer des Sees wandelt, und ehe man sich's versieht, ist man mitten ins Land von Tausend und einer Rächt gelangt. 2m Hofe der Moschee, von deren Wänden auf kornblumeir- blauem Grund goldene Sprüche der Weisheit auch zum heutigen Geschlecht predigen, steht man mit beiden Füßen im Reiche Harun al Raschids ...
Reisewinke.
Neues Kurhaus in Bad Dennhausen.
Das Ende Mai eröffnete neue Kurmittelhaus von Bad Oeynhausen, der „Stadt ohne Stufen", liegt im Kurpark und ist mit dem Dadehaus IV durch zwei Verbindungsbauten verbunden. Der Hauptflügel des neuen Gebäudes ist über 60 m lang. Cs besitzt 52 Zellen für Fangobehandlung mit Thermalsole-Dadeeinrichtung. Der Südflügel des Obergeschosses ist zu einem modernen Inhalatorium ausgebaut. Im Obergeschoß befindet sich die Röntgen- und die elektro-medizinische Abteilung. In dem Reubau ist auch das balneo» logisch-diagnostische Institut untergebracht, das der diagnostischen Aerzteberatung und der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiete der Herz-, Rerven- und Rheumaerkrankungen dient.
Nordsecbad Wilhelmshaven.
Die Werbeschrift für die Saison 1930 enthält Bilder, die die Schönheit der „grünen Stadt am Meer" zur Darstellung bringen, sowie Aufklärungen über die Wirkung der Rordseekurmittel. Gichtkranke, Rheumatiker, unterleibsleidende Frauen werden namentlich das Kapitel über die Seeschlammbäder mit Interesse lesen. Die Aufklärung über den hohen gesundheitlichen Wert des Wattenlausens scheint beachtenswert. Wilhelmshaven ist ein Rordseebad, das gesteigerten und auch bescheidenen Ansprüchen gerecht wird: obwohl alle Vorteile eines gut eingerichteten Kurortes geboten werden, wird keine Kurtage erhoben. Als Standort für Rordseeausflüge hat Wilhelmshaven einen besonderen Ruf, am be- _ liebtesten ist der billige Tagesausflug nach Helgoland.
SchwedischerFerienkursus bei Hiilsingborg.
Die Deutsch-schwedische Studiengesellschaft zu Berlin veranstaltet vom 6. bis 26. Juli ihren fünften Ferienkursus in dem kleinen, idyllisch gelegenen Badeort Raa, am Sund bei Hälsing- borg. Den Unterricht, der täglich zwei Stunden umfaßt und chlebersehung, Konversation und Vorträge über Schweden, Land und Voll, Kultur und Literatur vorsieht, erteilt ein schwedischer Lektor in einem Kursus für Anfänger' und einem für Fortgeschrittene. Verbilligte Ausflüge in die Umgebung (Universität Lund, Seebad Mölle, Helsingör, Kopenhagen usw.) sind in Aussicht genommen. Die Kosten für Hin- uni) Rückreise zwischen Berlin und Raa, Wohnung (Privatquartier), Verpflegung (gemeinsam im Dade- hvtel) und Unterricht betragen nur 230 Mark: Hinreise von Saßnitz gemeinsam, Rückreise beliebig. Zur Einreise genügt deutscher Reisepaß ohne Visum.
Reiseliteratur.
— Marburg und seine Wälder. Kurzer Führer von G. Braun. Preis 50 Pf. R. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung G. Braun), Marburg 1930. — Der empfehlenswerte, gut zusammengestellte Führer bringt u. a. Daten aus Marburgs Geschichte, unterrichtet über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, beschreibt dle nächste Umgebung, gibt Aufschluß über Führer und Wanderkarten, Literatur über Marburg, speziell über die Elisabethkirche, und ist mit einer übersichtlichen Karte ausgestattet.
— Bad Pyrmont bringt in seinen diesjährigen Prospekten alles, was man zur ersten Orientierung braucht, hübsch und handlich nebeneinander: eine Eisenbahnkarte, in einem Sonderheftchen eine Panoramaübersicht, die die Lage des Bades mit seiner milden Temperatur zwischen Wesergebirge und Teutoburger Wald veranschaulicht, reiches Bildermaterial aus Pvrmonts Geschichte und Gegenwart, aus dem Bade selbst sowie aus der zu Ausflügen reizenden Umgebung. Ein Stadtplan und ein weiteres Heft geben Auskunft über Wohngelegenheit, die Äerzte usw.
— Reue Harz karte. Im Verlage von C. S. Meinhold & Söhne G. m. b. H. in Dresden ist eine neue Harzkarte erschienen, und zwar Blatt 2: „Brockengebiet". Auf diesem Blatt ist das gesamte Drockengebiet von Bad Harzburg bis Stolberg, von Blankenburg bis Bad Sachsa dargestellt. Die Karte, im Maßstab 1:60 000, ist vielfarbig, klar und übersichtlich. Die Hervorhebung aller Touristenwege, die Angabe von Kraftwagenlinien, hervorragender Ausflugs- und Aussichtspunkte, sowie die Höhenangaben sind besondere Vorzüge dieser Karte. Sie kostet 2,50 Mk.
— Wegweiser und Hotelführer „Badnerland-Schwarzwald" 1 93 0. Der beliebte Ratgeber für Erholungsuchende sowie für Rundreisen und Wanderungen im Badner- land ist in neuer Auflage erschienen. Ueber 200 Fremdenplätze, Bäder, Kurorte und Sommerfrischen in den verschiedenen Höhenlagen bis zu 1500 Meter ü. M. sind hinsichtlich der Sehenswürdigkeiten, der Heilanzeigen sowie der landschaftlichen und örtlichen Eigenarten usw. erschöpfend behandelt. Die Wahl eines Erholungsaufenthaltes wird durch die übersichtliche Darstellung der klimatisch und landschaftlich gleich
bevorzugten Gebiete im Schwarzwald und Odenwald, am Reckar, Oberrhein und Bodensee wesentlich erleichtert. Die Angabe der genauen Preise für Unterkunft und Verpflegung bei über 1300 Gaststätten erhöhen den Wert des praktischen, vielseitig illustrierten Ratgebers.
— Schlesien, se i neG e b i r ge, Städte und Bäder. In der Reihe der von der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr (RDD), Berlin, herausgegebenen „Deutschen Verkehrsbücher" ist das 24. und bis auf weiteres letzte Heft erschienen. Unter dem Titel „Schlesien, seine Gebirge, Städte und Bäder" behandelt es die für den internationalen Fremdenverkehr wichtigsten Gebiete des deutschen Südostens. Die neue Werbeschrift will nicht etwa einen Reiseführer durch das Gebiet ersetzen, sondern soll eine Werbeschrift fein, die in aller Knappheit den des Gebietes Unkundigen über die mannigfaltigen Reisemöglichkeiten unterrichtet. Bei den einzelnen Plätzen sind Angaben über Verkehr, Unterkunft, Sehenswürdigkeiten, Spaziergänge, Unterhaltungs- und Bildungseinrichtungen, Sport und Auskunft verzeichnet. Charak- teristische Photos am Kopfe jeder Seite zeigen
die Schönheiten der Landschaft, Städte und Kurorte Glesiens.
— Meyers Reisebücher: Adria (Dalmatien, kroatische Küste, Bosnien, italienische Adriaküste, Albanien, Korfu). Mit 19 Karten, 23 Plänen und 5 Grundrissen. Ganzleinenband 8,50 Mk. Vulag Bill ographisches Institut A.-G., Leipzig. (180.) — Meyers Reisebuch „Adria" behandelt die gesamte Küste von Venedig und Triest bis Korfu. Die Einleitung gibt alles Wissenswerte über Land und Leute, den neuesten Stand der Verkehrs- und Unterkunftsverhältnisse, die wichtigsten Zufahrtslinien für Cisenbahnreisende und Automobilisten. Es folgt dann eine eingehende Darstellung der einzelnen Gebiete: die italienische Ostküste bis Brindisi mit ihren sehenswerten alten Städten und den aufblühenden Strandbädern, Istrien, dann die adriatische Riviera: Dalmatien und die kroallsche Küste. Von den Binnenländern ist Bosnien, das interessanteste Gebiet der Balkanhalbinsel, ausführlich behandelt. Den Abschluß bilden die Schilderungen der albanischen Küste und der immergrünen Insel Korfu. Sämtliche Teile des Bandes sind mit ausgezeichneten Karten und Plänen versehen.
Münster am Stein.
Von Dr. Gerhard Venzmer.
Der Wanderer, der in Bingerbrück den Rheindampfer verläßt, um im Rahetal stromaufwärts zu wandern, wird sich darüber wundern, wie flach sich zuerst noch an beiden Ufern der Rahe die Landschaft dehnt. Endlose Wiesen und Felder Breiten sich, so weit der Blick reicht, und noch kündet nichts davon, daß die Rahebahn zu den interessantesten Schienenwegen ganz Deutschlands zählt. Aber kaum bleibt das heilkräftige Kreuznach zurück, so beginnen schon die Pfälzer Berge ihre ersten Ausläufer gegen das weite fruchtbare Tal vorzuschicken, und unvermittelt steigen die steile Felsenwand der „Gans" und der truhige Rheingrafenstein empor. Tropfende Gradierwerke tauchen auf, ein buntes Häusergemenge mit roten Ziegeln und blauen Schieferdächern, und bald hat ein trautes, freundliches Städtchen den Ankömmling in seine Arme genommen: Oltü nfter am Stein, die Perle des Rahetals.
Rings von Bergen umgeben, träumt in erquickender Ruhe und Beschaulichkeit der liebliche Ort. Keine Fabrikschornfteine schwängern mit ungesunden Ausdünstungen die Lust: ein würziger Salzhauch, von zahlreichen Salinen ausgeströmt, zieht durch die freundlichen Straßen, durch den wohlgepflegten Kurpark. Gradierwerke, von gebohlten Promenaden begleitet, bieten Möglichkeit, den Blick auf ein großartiges Landschafts- bild mit dem Aufenthalt in wohltätiger Salzluft zu verbinden. Leise ächzen und knarren in regelmäßigen Abständen die hölzernen Balken des Pumpwerks, das die Lauge aus der Tiefe des Bodens emporhebt, rieselnd ergießt sich die Salzflut über Geäst und Gebüsch, als feiner weißer Reif an den Spitzen der Sträucher ausMstalli- fierend. Glucksend und rauschend zieht die Rahe unmittelbar neben den Anlagen und Badehäusern vorüber, und in ihrem Spiegel malt sich das Bild des Rheingrafensteins, der schroff und unvermittelt am jenseitigen Ufer aus dem Flußbett selbst aufragt An der anderen Seite des Ortes, auf breitem Dergkegel, die Feste der Herren von Sickingen: die Ebernburg. Prachtvoll ist von hier der Blick über das lachende Rahetal. Ein silbern schillerndes Band, zwängt sich der Fluh zwischen steilen Felswänden hindurch, ver
mehrt um die Wasser der Alsenz, die sich bei Münster am Stein in die Rahe ergießt. Senkrecht steigt gerade der Ebernburg gegenüber die kahle Porphyrwand des Rotenfels empor, nur am Fuße grün von Weinpflanzungen, die sich zwischen Zacken und Zinnen in den Fels nisten, jeden Fußbreit Bodens' nutzend.
Ein lieblicher Spaziergang im Alsenztal führt durch frischgrünen Mischwald hindurch über Hügel und Hänge, an Wiesen, Obstgärten und Rebenpflanzungen vorüber zu den Trümmern der Altenbaumburg, des Stammsitzes der alten Raugrasen. Diese Feste mußte im 17. Iahrhundert gallische Zerstörungswut über sich ergehen lassen, und nur noch zerbröckelndes Gemäuer, grün überwachsene Burggräben und massige Unterbauten erzählen von vergangener Wehrhaftigkeit. Melancholisch starrt der geborstene Wachtturm über das weite Tal. Ein winziges Dorf aus weißgekalkten Fachwerkhäusern träumt gerade zu Füßen der Burg. Ein leuchtend weißer Streif, führt am altertümlichen Kirchlein vorüber die Landstraße durch den Ort, zieht von Dorf zu Dorf, von Flecken zu Flecken, verliert sich im Grün ferner Wälder und Wiesen.
Schwer fällt es, sich von dem wundersamen Blick zu trennen, den der Burghof der alten Feste weit ins Land hinein gewährt. Die Sonne ist schon im Sinken. Blaßbläulicher Dunst gießt sich über Triften und Hänge, kräuselnder Rauch steigt senkrecht aus den Kaminen urväterlicher Giebelhäuser. Das Glöcklein der Kirche im Tal läßt zaghaft seine Stimme erklingen, mit langgezogenem Brüllen begrüßen die Rinder den heimatlichen Stall. Muß nicht jetzt dort um die Ecke des Dorfkruges die Postkutsche biegen, muß nicht der Schwager ins Horn stoßen und die Ankunft der Reisenden künden? Der Hochzeitsreisenden vielleicht, die diesen gesegneten Erdenwinkel zum Zeugen ihres ersten Glückes erkoren?... Rein, dahin sind die Tage der Romantik, und auch durch das stille Tal weht schon, der erste Atem, der neuen Zeit, hallen schon Trillerpfeifen und Hupen der Automobile. Aber mit zögerndem Schritt erst naht sich hier das Heute...
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 1. 3uni.
7 bis 8.15: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. 20: Rundgang durch das Haus der Jugend, Frankfurt a. M., anläßlich der Einweihung. 10.30: Von Kassel: Anläßlich des Zweiten Mitteldeutschen Sängerbundesfestes: Konzert für Chor und Orchester. 13: Dlaskonzert. 14: Von Stuttgart: Im Schlaraffenland, Hörspiel für den Kinderfunk. 15: Stunde des Landes. 16 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Das Heimatmuseum des Gerauer Landes". 19: Von der Deutschen Welle, Berlin: „Carl von Clausewitz", anläßlich seines 150. Geburtstages. Vortrag von Generaloberst a. D. von Seeckt. 19.35: Aus dem Bad. Landestheater, Karlsruhe: Alcina, Oper von Georg Friedrich Händel. 20.20: Don Stuttgart: Bunter Abend, Deutschlands Dialekte. 22.45: Tanzmusik.
Montag. 2. 3uni.
8 bis 9: Von Bad Homburg: Konzert der Kur- kapelle Bad Homburg. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert : Symphonie-Konzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 16: Aus dem Kurhaus Bad Rauheim: Konzert der Kurkapelle Bad-Rauheim. 18.05: „Synagogenmusik". Vortrag von Artur Holde, Frankfurt a. M. 18.35: „Was ist Soziologie?" Gespräch zwischen einem Fachmann und einem Laien. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters: Erstaufführungen. 20.30: Deutsche Volkslieder. 21.30: Literarische Stunde: Novellen von Sylvia von Harden. 22: Konzert.
Dienstag, 3.3uni.
8 bis 9: Don Bad Reuenahr: Konzert der Kurkapelle Bad Reuenahr. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Schweizerisch — Tirolerisch. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 16: Haussrauen- Rachmittag. 17: Don Stuttgart: Rachmittags- kon^ert des Rundfunkorchesters zu Ioh. Strauß' Sohn Todestag. 18.05: Stunde des Frankfurter Bundes für Dolksbildung: „Philosophie und Le- bensgestaltung", Dortrag von Dr. L. Hamburger. 18.35: Don Stuttgart: Der Döhmerwalddichter Hans Watzlik liest eigene Gedichte. 19.05: Don Mannheim: „Die Staatsangehörigkeit der verheirateten Frau", Dortrag von Camilla Iellineck. 19.30: Heitere Lieder und Tänze für Lautenchor. 20: Von Kassel: Anläßlich des Zweiten Mitteldeutsches Sängerbundesfestes: Konzert von Schul- und Iugendchören. 21.30: Kompositionen von Armin Knab.
Mittwoch, 4. 3unL
8 bis 9: Don Bad Reuenahr: Konzert der Kurkapelle Bad Reuenahr. 9.30 bis 10; Schulfunk. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Musikalische Jugendstunde: Das Cembalo. 15: Stunde der Jugend. 15: Aus dem Buche der Sage und Geschichte: „Friedrich Ebert, unser
erster Reichspräsident", Dortrag von Rektor K. Wehrhan. 15.25: Wunschstunde. 16: Konzert: I. Harsen-Ensemble. II. Alte Tanzmusik. 18.05. „Derkehrsfragen". 18.35: Don Stuttgart: Esperantounterricht. 19.05: Don Stuttgart: „Die Jagd der Raturvölker", Dortrag von Dr. Pfaff, Gies- berg. 19.30: Don Stuttgart: Till Eulenspiegel, zwei Burlesken aus den Dersspielen von Alexander von Dernus. 20.15: Aus dem Kursaal Cannstatt: Musikalische Abendfeier. 21.30: Heber- tragung aus dem Zeitungswissenschaftlichen Institut in Heidelberg. 22: Konzert des Prager Streichquartetts (Zika-Quartetts).
Donnerstag, 5. 3uni.
8 bis 9: Von Bad Bertrich: Konzert der Kurkapelle Bad Bertrich. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Wander- und Abschiedslieder. 15: Von Stuttgart: Kinderstunde. 16: Von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.35: „Die sterbende Flamme", eine unmoderne Betrachtung. Vortrag von Prof. Dr. Fritz Wichert. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Die Landstreicher, Operette in einem Vorspiel und zwei Akten von L. Krenn und C. Lindau, Musik von C. M. Ziehrer. 22: Klavierkonzert.
Freitag, 6. 3unl
8 bis 9: Von Bad Bertrich: Konzert der Kur- kapelle Bad Bertrich. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Operetten. 16: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17.55: Eine Viertelstunde Deutsche Reichspost: „Die Zukunft des Landpostwesens", Dortrag von Postrat Piepenbrink. 18.10: Buch und Film. 18.35: Rach Stuttgart:. „Jüngling, warum fährst du nach Berlin?", Gespräch zwischen Dr. Herbert Jhering und Ernst Glaeser. 19.05: Von Mannheim: „Der moderne europäische Roman", Vortrag von Prof. Dr. Doucke, Heidelberg. 19.30: Don Stuttgart: John D. erobert die Welt, ein Hörspiel von Friedrich Wolf. 20.45: Don Stuttgart: Serenaden.
Samstag, 7. 3uni.
8 bis 9: Don Bad Homburg: Konzert der Kur- kapelle Bad Homburg. 12.20: SchallplattenlVn- zert: Die Meistersinger von Rümberg (R. Wagner). 14.30: Stunde der Jugend. 14.30: Bastel- stunde: „Die Theaterkiste und Maskenputz", Dortrag von Irma Dresdner. 15: Aus dem deutschen Liederkranze: Lieder- und Musikvorträge von Schulen. 16: Geistliches Konzert: Werke von I. S. Bach. 18.05: Stunde der Arbeit: „Die Psy- chologie langer Arbeitslosigkeit", Vortrag von Dr. de Man. 18.35: Von Stuttgart: „Geistige Inzucht", Vortrag von Dr. Herbert Jhering. 19.05: Rach Stuttgart: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Von Freiburg: Volkskunstabend. 20.30: Staatsprozeß gegen Gandhi, Rekonstruktion von Dr. Friedrich Carl Westphal. 21.10: Von Stuttgart: Blasmusik des 18. Reiter-R«gi- ments. 22.45: Tanzmusik.
Erweitertes Bezirksschöffengericht Gießen.
* Gießen, 28. Mai. Ein Autoreisender au3 Biebrich hat bei einer Geschäftsfahrt durch Oberhessen in Lollar einen Fußgänger angefahreni und derart verletzt, daß dieser starb. Das Unglück war darauf zurückzuführen, daß er, als er an einem anderen Auto vorbeifuhr, fein Augenmerk allein auf dieses richtete und daher den vor ihm. gehenden Mann nicht bemerkte. Wegen fahrlässiger Tötung erhielt er eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten.
Ein Arbeiter aus Lollar churde wegen Blut-« schände, begangen an feiner noch in jugendlichem Alter stehenden Tochter, zu anderthalb Jahren Zuchthaus und «fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt.
Ein beschäftigungsloser Arbeiter kam auf der Wanderschaft in der Gemarkung Rieder-Erlenbach an dem einem Landwirt gehörigen Strohschober mit 180 Zentner Stroh vorbei. Aus Aerger darüber, daß er sich von den Wohlfahrtsämtern ungenügend unterstützt glaubte, und um, wie er behauptet, festes Unternommen zu finden, steckte er den Strohschober an, der nieder- brannte. Glücklicherweise konnte das Hebergreifen des Brandes auf benachbarte Gebäude vermieden werden; es ist aber ein beträchtlicher Schaden, entstanden. Strafe: ein Jahr Gefängnis wegen Brandstiftung.
Strafkammer Gießen.
* Gießen, 30. Mai. Das Amtsgericht Gießen hatte einen Arbeiter von Alten-Duseck zu zwei Monaten Gefängnis verurtelit, weil er in der letzten Reujahrsnacht einen anderen Arbeiter durch Schläge mit einem Schraubenschlüssel schwer verletzt hatte. Die Strafkammer bestätigte das Urteil.
Im Juni 1929 wurde die Wagengasse asphaltiert. Die Kessel, in denen der Asphalt gekocht wurde,, standen an der Stadtkirche. Ein Arbeiter zog ein Wägelchen mit vollen Eimern durch die Schulstrahe, ein anderer kam ihm aus derWagen- gaffe mit leeren Eimern entgegen. Beide wechselten dann ihre Wagen gegeneinander aus und gingen zurück. Während dieses Wechsels wurde einer der Arbeiter von einem Auto angefahren und verletzt. Das Amtsgericht hatte gegen den Fahrer des Autos auf 20 Mark Geldstrafe wegen fahrlässiger Körperverletzung er-, kannt. Seine Berufung war ohne Erfolg.
Ein wegen Wilderns erheblich vorbestrafter „Invalide" aus Frankfurt a. M. hatte in der Gegend von Vilbel verschiedentlich unberechtigt gejagt. Zweimal wurde er hierbei ertappt und ihm Flobert, Jagdmesser und Rucksack abgenvm- men. Das Amtsgericht Vilbel hatte 3 Monate Gefängnis als Strafe ausgesprochen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft hin verurteilte ihn die Strafkammer wegen gewerbsmäßigen Wilderns zu 2 Jahren 6 Monaten Gefängnis und erließ zugleich H af t- befehl.
Kirche und Schule.
EvangeSischer Pfarrverein.
Der Hessische Evangelische Pfarrverein hielt dieser Tage feine 4 0. Hauptversammlung in Frankfurt a. M. ab. Dekan D. Jaudt zeigte in seinem Jahresbericht, wie eifrig und erfolgreich die Vereinsarbeit im 3k- richtsjahre gewesen ist. Bei den Wahlen wurden Dekan Jaudt und sein Stellvertreter Dekan Brill wiedergewählt. Der Schriftleiter des Kirchenblattes, D. Fritsch (Ruppertsburg) berichtete über die Arbeit des Kirchenblattes. D. Fritsch nahm das Schriftleiteramt noch einmal an, erklärte aber, daß er im nächsten Jahre die Schriftleitung niederlegen wolle. D. Waitz (Darmstadt) bat um eifrige Llnterstühung und Werbung für das Melanchthon-Heim. Zu diesem Zw-cke wurden Vertrauensmänner für die einzelnen Dekanate bestimmt, die sich der Werbung annehmen sollen. Pfarrer Sieb eck (Echzell) fcröerte zur Einrichtung eines Theologenheims in Gießen auf. Ein Antrag von Pfarrer Steiner (Hausen), daß die Wohltaten der Pfarrtöchterkasse auch auf kranke Pfarrersöhne angewandt werden können, wurde angenommen. Die von Dekan Roesch en (Win- hausen) geführte Rechnung des Pfarrvereins, die von Pfarrer Schultheis (Großen- Linden) vorgelegte Rechnung der Hilfskasse und die von Pfarrer Diehl (Freienseen) erstattete Rechnung der Sterbekasse wurden genehmigt. Einstimmig genehmigt wurde ferner ein Antrag, den Beitrag zum Reichsbund höherer Beamten um 25 Pfennig pro Monat zu erhöhen und die Mitgliedschaft in diesem Bunde vorläufig bei- zubehalten. Zurückgestellt wurde em Antrag von Pfarrer Wacker, ‘ einen Amtskalender für hessische Pfarrer erscheinen zu lassen. Im weiteren Verlaufe der Tagung hielt Direktor Pfr. Röhr ich (Darmstadt) einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema „Gefährdung der evangelischen Wohlfahrtspflege und unsere Aufgaben". Der Vortrag machte auf die Versammlung einen tiefen Eindruck.
Die wertvollen Bestandteile des Roggenkorns wirken auf die Verdauungsorgane wohltuend und kräftigend. Deshalb Ist gegen Magen, und Darmbeschwerden Roggenbrot so wertvoll!
Die gleich wohltuenden Wirkungen übt „Seelig's kandierter
Kornkaffee"
als Frühstücks- und Abendqetränk aus. Aus deutschem Roggen und - kandiert ist „Seeligs Kornkaffee" das Gesündeste was es gibt für Magen, Herz und Nerven.
Dr. Lahmanns Hausgetränk.
1 Pfundpaket 55 Pfennig.
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Sie giny mt durchs Z-MN u5ie können dem russischen grana traten r Äugen.
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