Konstanze.
Roman von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlast Oskar Meister. Werdau 22. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
.Latz ein gute- Mahl Herrichten, 3u(ia“. rief er in den Apparat. »Spare nicht an Weinen. Ich zahle dir für dieses Essen tausend Mark. Ich habe eine besondere Ucberraschung für dich. Erwarte mich um sieben Llhr."
Sie war den ganzen Tag über erwartungsvoll. Er kam pünktlich zur festgesetzten Stunde. Iulia gewahrte sein mihvergnügtes Gesicht. ..Er hat geschäftlichen Aerger gehabt", dachte sie. In letzter Zeit schien Lothar immer geschäftlichen Aerger zu haben.
Gr küßte ihr die Hand, die nach allen Parfüms des Orients roch und musterte dann dte künstlerisch gedeckte Tafel.
»Ich yoffe. du hast meine Wünsche befolgt unfc die besten Leckerbissen, die es in Berlin gibt, aufsahren lassen. — Hier sind tausend Mark."
Sie nahm da- Geld und schob es nachlässig in die weite Tasche ihres schwarzen, seidenen, leichten Hauskleides. Diesen Pyjama liebte er über alles an ihr. Lichts, so schien ihm, kleidete sie besser, als dieses leichte Gewand.
Eie ging mit ihrem ein wenig wiegenden Gang durchs Zimmer und läutete der Zofe.
„Sie können servieren, Katja", sagte sie zu dem russischen Mädchen mit den verlangenden, granatroten Lippen und den wilden schwarzen Augen.
.Seit wann hast du diese Zofe?"
»Seit vorgestern."
»Du hast Natalie entlassen?"
Iulia nickte. »Ich hatte bemerkt, daß sie meinen Freunden schöne Augen machte. Da habe ich sie fortgejagt."
.Sie war ein sanftes Mädchen", sagte Emmerstorff nachdenklich und entfaltete seine Serviette.
.Ihr Männer fallt immer auf diese faden blonden Frauen herein. — Blondes Haar und blaue Augen, das ist nun einmal der Typ der deutschen Männer. Ich finde da« so langweilig und primitiv."
Er lächelte abwechselnd und begann die Schildkrötensuppe zu löffeln.
.Ich habe mir für dieses Abendessen sogar den berühmten Koch deS Excelsior-HotelS engagiert. Ich hoffe du bist zufrieden."
SS folgten die Vorgerichte, kleine Pastetchen und pikante Salatkompositionen. In der Tat, der Koch voin Excelfior-Hotel legte Ehre mit seiner Kunst ein.
Iulia fiel es auf, daß Lothar wortkarg war. Er redete nie viel, aber heute weniger denn je.
Nun, Ne würde ihn nicht quälen. Mochte er nach dem Essen aufbrechen und sie allein lassen wie immer. Sie klagte nie. er sollte sich aber dann nicht wundern, wenn sie sich ihre Freuden selbst suchte.
»Der Wein ist gut", sagte er und prüfte die Blume kennerhast auf der Zunge.
Iulia zerbrach eine Salzstange, schob mit der Semmel ein Stück Forelle auf die Gabel und fragte vorsichtig: .Warum kommst du nicht mehr zu meinem NachmittagStee?"
Gr träufelte Zitrone auf den Fisch und aut- wvrtete: .Ich liebe nicht diese Massenhuldigungen emer schönen Frau".
Die Flämmchen der Kerzen aus dem Tisch Haderten und warsen hüpfende Lichter auf 3u- liaS schwarzseidenen Pyjama. Eie erhob sich, verlöschte das indiskrete elektrische Licht und nun tasteten die brennenden Kerzen nur noch die nächste Umgebung der Tafel mit unsicherem Scheine ab. DaS Uebtige des großen Zimmers lag im Dunkel. Nun wirkte Iulias ganze Gestalt erst recht als Fackel. Es war ein lüsternes Locken in diesem halbdunklen Naume.
Es war Lothar Emmerstorsf, als gewahre er erst jetzt, erst in dieser Stunde, welch köstliche Rundung und welch edle Form dieser Frau weih- glänzender Nacken und diese Schultern auftoiefen. Plötzlich aber blieb sein Blick an Iulias Hals hängen. Sie gewahrte den verwunderten, halb ahnenden Ausdruck in seinem Gesicht. Mit jäher Bewegung griff sie nach ihrem Hals und erbleichte.
»Woher ist diese Kette?" rief er mit tiefer, grollender Stimme.
»Bon Ludwig Warburg", entgegnete sie, und ihre Worte hatten einen dünnen und farblosen Ton.
DaS Geschmeide blitzte in dem Kerzenlicht und schien zu prahlen und zu buhlen mit seiner eigenen Koketterie.
Nun sah er, dah sie den Schmuck unter der schwarzen Seide getragen hatte. Der Ausschnitt hatte sich verschoben. DaS Schwarz erhöhte die Wirkung der Steine.
»Sie sind sehr kostbar", sagte Emmerstorsf mit gespielter Gleichgültigkeit und wandte den Blick noch immer nicht ab von ihr. Schließlich riß er seine Augen los von dem Schmuck, wendete sich seinem Kapaun zu und zerschnitt umständlich und ohne Aufmerksamkeit das Fleisch. — Es entstand eine Pause. — Verlegenheit triumphierte. Endlich fragte er sachte: .Dieser Warburg scheint tofeber emporgekommen zu sein?!" und auf das Vorherige zurückkommend, ergänzte er: „Ich wußte nicht, daß du so — so" — er muhte die Worte erst wählen, „so intim zu ihm stehst, dah er dir solche Geschenke macht."
Sie spielte die Gekränkte und sagte leichtsinnig: »Du weißt, daß er mein Jugendfreund war: Wa
rum soll er mir nicht ein Geschenk machen. Er verehrt mich. Seine Liebe zu mir ist ohne Hoffnung. Er hat wohl Geld — sicherlich hal er Geld. Er bat sich ein sehr schönes Automobil gekauft. Es fährt tadellos. — Ganz sanft."
,AH!" machte Emmerstorfs, .du bist wohl schon mit ihm gefahren?"
.Nein', antwortete sie unsicher. .Er hat eS mir erzählt."
Nun schlug Lothar mit der flachen Hand auf den Tisch, daß die Bestecks sprangen und die Gläser klirrten. Der Wein schwankte im Glase und Iulia. die gerade ihr PücüereiS löffelte, sah ihn betroffen an.
»SS ist keine Kunst, reich zu werden", sagte er viel zu laut. .Er nimmt anderen Leuten das Geld aus der Tasche. Weiht du. mit wessen Geld er das da —" er zeigte aut Iulias Schmuck — .sein Auto und all seinen Lurus gekauft?" Er beugte sich heftig herüber zu ihr, dah die Kerzen leicht flackerten und zischelte ihr entgegen: .Mit meinem Geld«!"
Sie verzerrte den Mund.
.Es macht den Eindruck, Liebster, als gönntest du ihm nicht sein Emporkommen", sagte sie mit verächtlichem Blick.
«.Ich sage dir. er hat mich um ein gut Teil meines DermögenS gebracht. Damals, als ..." die Worte schienenZhin im Halse steckenzubleiben und ihn zu würgen, »damals, als ... als sie sich von mir trennte, war ich ja ganz wie von Sinnen. In dieser Zeit muhte mir dieser Mensch in die
Hände laufen mit seinen blödsinnigen Angeboten. die ich — kritiklos und blind, völlig blind — wie ich damals war. annahm. Die Glasfabrik von Fischer & Co. muhte ich mit schweren Verlusten verkaufen. Nun weih ich auch, dah er ebenso hinter den anderen Geschäften steckte, die ich in jener Zeit einging. Er ist bestochen und ist ein großer. Lump.
Sie erhob sich mit steinernem Gesicht und schritt hinüber in den Salon. Er folgte ihr und hatte Bitterkeit auf der Zunge. Drüben sagte sie mit hochmütigem Tone: »Deine geschäftlichen Angelegenheiten lasse doch bitte daheim. Lieber. Eie sind mir völlig uninteressant. Zudem verstehe ich
auch gar nichts davon."
Sie tänzelte, ein Lied trällernd zu dem zierlichen, mit Perlmutter aufgelegten Nauchtckch und zündete sich eine Zigarette an. Ihre kühle Stimme brachte ihn wieder zur Besinnung. Er schnitt die Spitze einer schwarzen Zigarre ab und warf sich in den Klubsessel.
»Du mußt eben entschuldigen, Iulia". versuchte er einzulenken. „Ich habe wirklich viel Aerger gehabt. Die Verluste der letzten Zeit waren zu
groß."
Im nächsten Moment war sie wieder versöhnt und schon kam sie zu ihm. setzte sich auf die Lehne des Klubsessels und berührte seine Wange mit
den Lippen. Die schwarze Seide knisterte wie heimliches Feuer im Kamin.
»Nun wollen wir also Sekt trinken", sagte er, und schon goß Lothar den bereitgestellten Schaumweln in die kostbaren Kelche
»Du bist neugieria, Iulia", meinte er schließlich, nachdem zwei Flaschen geleert waren. »Sage nichts, ich sehe es dir an, du bist neugierig, woraus nun eigentlich die angekündigte lieber- raschung besteht, wie? Nun höre zu: Wir sind einmal nach Potsdam gefahren, weißt du es noch?"
»Wir find schon hundertmal nach Potsdam gefahren", lachte sie fröhlich
.Natürlich", gab er zu. »Ich meine jetzt das erstemal, daß ich mit dir in Potsdam war Du hattest damals einen Wunsch, den ich dir nun erfüllt habe. Gin lleineS Schloß. Erinnerst du dich noch?"
»Ia. ja", rief sie, .mit dem Turm und dem großen Park "
.Dasselbe!"
Sie sah erwartungsvoll auS.
»Dieses Haus also will ich dir nun heute feierlich zum Geschenk machen —"
Sie glaubte wohl nicht recht an die Wahrheit seiner Worte, aber als sie ihn prüfend angegeben, stieß sie einen ganz leisen Schrei auS.
An diesen Schrei erinnerte sich Lothar noch lange, lange.
„Wir wollen morgen dein Haus besichtigen", sagte er. »Die Inneneinrichtung ist noch nicht ganz beendet. Du wirst ja sehen, Iulia."
Die russische Zofe brachte zu später Stunde den Mokka.
„Hast du Schnäpse?" fragte Emmerstorfs.
„(Sine ganze Batterie."
Sie schloß ein Schränkchen auf und er wählte mit großer Sorgfalt die verschiedensten Liköre aus. Er mischte nach amerikanischer Art. und während er mit Behagen die Druck- schlürfte, schlug sie den Flüael auf und griff einige Akkorde. Dann ging sie über in eine sentimentale Weise und fang ein sehnsüchtiges, rührendes Lied.
Die Töne quollen, ballten sich zusammen, schwebten als bunte Schleier um Lothar und webten ihn ganz ein in zartes Gebilde.
Wie oft batte Konstanze am Flügel gesessen und ein kleines Lied dazu gesungen! — War er ihr dankbar genug dafür gewesen? — Gr hatte meistens kaum hingehört und sich in seine Geschäfte gestürmt-
Iulia brach jäh ab. Da erhob er sich.
»Nun werde ich gehen", sagte er und sah ihven langen Blick.
»Willst du nicht bleiben?" fragte sie.
Er schüttelte den Kopf. Dann ging er.
Unten vor dem Hause wartete Paul mit dem Wägern »Fahren 6le allein nach Hause", rief Emmerstorfs. »Ich werde laufen."
(Sortfehung folgt.)
•Inletten. — Und du mit Recht, denn er Ist wohlfeil In der Anschaffung und unbedingt betriebssicher. Seine Klangreinhell Ist nicht xu übertreffen.
Anodenbatterie den reinsten, gleichmäßigsten Strom liefert
and die so störenden LIcMnett- geräuscho suMChlleBL
Verlangen Sie aber stet» de bewahrte Marie
. RADIO HANDLEK
Vereinei Gesellschaften!
Kraft-Omnibusse
15—45 Personen fassend, vermietet für Fernfahrten und Ausflüge bei billigster Berechnung
Carl Hoos.Kraltrertehr, Annerod
Telephon Gießen 3646
Verlangen Sie unverbindliche Offerte!
03491
Auf alle Artikel 157« Rabatt!
Herrensportstrümpfe......von Mk. 1.90 an
Damenschlüpfer..........von Mk. 0.90 an
Kinderschlüpfer..........von Mk. 0.60 an
Prinzeßröcke für Damen und Kinder Damenstrümpfe, Kniestrümpfe, Herrensocken Handarbeiten, Handarbeitsgarne 03555
Karl Beck, Neuenweg15
Auf der letzten
Hudson’5 Bay-Auktion
London
haben wir große Mengen hervorragend schöner Blau- und Silberfüchse, Prachtexemplare in des Wortes vollster Bedeutung, erstanden. Unsre wunderbare Auswahl in
Füchsen
aller Art hat dadurch eine neue Bereicherung gefunden und verdient ein besonderes Interesse um so mehr, als unsere Preise infolge des direkten Imports außerordentlich niedrig sind.
Echte Silhertüchse.........m 380.-, 480.-, 680.- höh«
Echte Blaufüchse..........m 300.-, 380.-, 480.- höh«
Russische Füchse..........Mk. 165.-, 225.-, 280,- und hab«
fiel. Blaufüchse............Mk. 85.-, 145 -, 185.- und »0»«
Größtes Pelzhaus mit der größten Maßkürschnerei.
Frankfurt a. M. Zeil 109
MMWies tiesschwarz-welßer und rein weißer Gartenkies
neu elngetroffen. [3804D
Gebrüder Kahl
Telcvbon 22*7 Telephon 2287
Klein&Stiefel Maschinenfabrik, Fulda *D Unsere Maschinen machen Sie
leistungsfähig
Fragen Sie bei Bedarf bei uns an
lUiSperrholz
a n j;" ™
n äa. a in Elche. Gaboon tt Riefer 3-26mm 5 jä » 0 Steuer und Dielen aller Starken. 5 • • • schwedische und bayerische Hobel- • E -o breitet, Svatierlaiten. Eichen» u. Zs 0« Buchen»Schnittwaren liefern in a”"äH allen Stärken ItrD
1= |s Gagen Mr & Go.. Sleüea 3 js • Telephon 3949.
Latlei In allen Starkes proapl Ueterkir
„Dem tßcaten ist ittuncc so schön saftig...
„Ja, siehst du, früher mußte ich das Fleisch sehr lange braten,nur um genügendSoße zu erhalten. Dadurch wurde dem Braten der Saft entzogen, und er schmeckte nachher trocken und fade.
Heute bereite ich mit einem Würfel Knorr-Bri^tensoße in
wenigen Minuten ohne Irgendwelche Zutaten eine pikante Soße, und mein Braten bleibt saftig, weil Ich ihn nicht übermäßig auszubraten brauche.* Knorr-Bratensoße enthält alle Bestandteile einernatürlichen Soße, von der Mehlschwitze bis zum feinsten Gewürz.
1 WQrfel = V« Liter = 15 PL Versuchen Sie Knorr-
Makkaroni daxe1
Wtattne
gut geformt und gebrannt, gibt billig ab 3436D
[.Rübsameo, Fernsprecher 3596
Am Dienstag, dem 3. Iuni 1980, vormittags 11 llbr, findet die
Versteigerung einer gröberen Anzahl alter MitärschränkelSpilide) auf dem Hose der Polizei Unterkunft Butzbach stall 4U79D
BereltschaktSvoki,ei Friedberg.
EISSCHRÄNKE EISMASCHINEN EISKONSERVATOREN EISFORMEN
EISBECHER ESCHEBACH-EISSCHRÄNKE von RM. 29.- an
R SCHMIDT
Das Fachgeschäft für Haus u. Küche 3497 A


