der Interalliierten Militärkommission einzelner Berliner Vertretungen unserer ehemaligen Kriegsgegner beigegeben worden waren. — Diese Sachverständigen werden bereits am Samstag, dem I. Februar, Berlin endgültig verlassen.
Rückständige Steuern in Hessen.
Ein Bild der Wirtjchastsnot.
Darmstadt, 31.Ian. (IDIB. Eigener Draht- bericht des „Gieß. Mn}.“) Ein für die schwere Rot der hessischen Wirtschaft bezeichnendes Bild ergibt sich aus einer Aufstellung, die der Reichssinanzmini- ster über den Stand der rückständigen Steuern, Zölle und Abgaben am 1. Oktober 1929 im Lande s- finanzamlsbezirk Darmstadt (also Dolksstoat Hessen) jetzt unterbreitet hat.
An Rückständen waren zu verzeichnen bei der Einkommensteuer 5,6 Millionen Mark, bei der Körperschaftssteuer 2,7 Millionen Mark, bei der Reichs- umsahsleuer 1,7 Millionen Mark, bei der hersteller- und Kleinhandelssteuer 14 000 Mark, bei der Ber- mögenssteuer 1,4 Millionen Mark, bei der Erbschaftssteuer 4,1 Millionen, bei der GesellschastLsteuer 149 000 Mark, bei den Besitz- und Berkehrssteuern sind es insgesamt 16 Millionen Mark. Auch beim Steuerabzug vom Lohn stehen 105000 Mk. aus.
An rückständigen Zöllen waren es 17 Millionen (dabei allerdings einige beträchtliche Rachverzollungen geschmuggelter Maren), bei der Tabu k st e u e r 1,3 Millionen, bei der Biet ff euer 21 000 Mark, bei der S p i r i t u s st e u e r 7,1 Millionen (auch hier einige Straferhebungen), bei der Zündwaren st euer 17 802 Mark und bei der Spielkarten ft euer 3140 Mark, insgesamt bei den Berbrauchssleuern und Zöllen von zirka 25,6 Millionen Mark.
Oer neue Kurs in Thüringen.
Tie Negierungscrklärung.
Weimar, 30. Jan. (WD.) 3m Thüringer Landtag gab Staatsminister Baum eine Erklärung über das Programm der neuen Regierung ab, die bekanntlich sich aus Nationalsozialisten (Dr. Frick-München), Landbund, Deutschnaliona- len, Deutsche Volkspartei und Wirtschaftspartei zusammenseht. Ec setzte sich für unbedingte Selbständigkeit Thüringens ein. Das Gutachten des Sparkommissars solle als Grundlage für die Durchführung von Sparmaßnahmen dienen. Die Leistungsfähigkeit des Landes und seine kulturellen Belange mühten in Einklang gebracht werden. Vach Ansicht der Regierung werde aber durch Sparmaßnahmen allein die Sanierung nicht durch geführt werden können. ES müsse dazu die Erschließung neuer Einnahmequellen kommen. Der Haushaltsplan müsse möglichst ohne Defizit ausgestellt werden. Hinter den finanzpolitischen Ausgaben müssen zunächst alle anderen zurücktreten.
Oie Notlage auf dem Roggenmarkt.
Eine Aussprache im Reichsernahrungs- rninistcrium.
Berlin, 31. Ian. (Priv.-Tel.) In einer Aussprache mit Vertretern der Landwirtschaft, des Getreidehandets, des Mehlhandels und der Bäcker führte Reichsernährungsminister Dietrich u. a. aus, daß der Weizenvermahlungszwang Erfolge gezeitigt und den deutschen Weizenmarkt weitgehend unabhängig vom Ausland gemacht habe. Beim Roggen wäre die Situation ganz anders. Die „Roggenlawine" habe unerträgliche Zustände geschaffen. Von allen Seiten würden Vorschläge gemacht, mit dem Ziele, die übergroßen Vorräte abzubauen, etwa im Wege des forcierten Exports. Demgegenüber sei zu sagen, daß die nordischen Staaten insgesamt nur etwa 750 000 Tonnen Roggen einzuführen pflegen, worin sich Deutschland, Polen und nunmehr auch Rußland teilen müßten. Ferner werde ein Beimischungszwang (Roggenmehl zu Wcizen- gebäck) und schließlich eine Ausmahlungs- vorschriftfürRoggen verlangt. Alle diese Anregungen würden geprüft, irgend etwas müsse geschehen und werde geschehen, um das Roggenproblem zu lösen, notfalls durch ein Monopol.
Kommunistenunruhen in Hamburg.
Hamburg, 1. Ian. (WTD.) Am Donnerstagnachmittag gegen 12.30 Ufjr hatten sich in der Straße Kohlhöfe große Menschenansammlungen gebildet. Polizelbeamte wurden beschimpft und mußten schließlich zur Räumung der Straße schreiten, wobei ihnen teilweise Wider st and geleistet wurde. Ordnungspolizeibeamte wurden vom Reubau des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandes am Holstenplatz aus mit Mauer st einen und Eisenstücken beworfen und mit Latten geschlagen. Die Beamten machten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch, auch mußten einige Schüsse auf die Angreifer abgegeben werden.
In der elften Abendstunde kam cs zu weiteren Zusammenstößen zwischen Polizei und Kommunisten in der Wexstraße und in Kohlhäfen. 3n der Wexstraße hatten Demonstranten Hindernisse aus Bauplanken und Steinen aufgerichtet, von wo aus die Polizei beschossen wurde, so daß sie ihrerseits gezwungen war, ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Die Teilnehmer am „Hungermarsch" nach Hamburg werden nach den aus der Provinz Schleswig-Holstein vorliegenden Meldungen überall aufgehalten. Einzelne Trupps Erwerbsloser konnten auf dem Wege nach Hamburg u. a. in Heide. Meldorf, Itzehoe. Laegerdorf, Horst und an anderen Orten angehalten und in ihre Wohnorte zurückbefördert werden.
Die Vollsitzung der Rottenkonferenz
Sin Vorstoß Italiens. - (Srandis Forderungen werden zurückgestellt. Frankreichs Kompromißformel dringt durch.
London, 30. Ian. (WTD.) Die dritte Doll» sihung der Seemächtekonferenz begann heute vormittag in „Queen Anne-Salon" des St. James- Palastes. Der Konferenz liegen die folgenden Vorschläge zur Behandlung der allgemeinen Fragen vor.
Der französische Vorschlag: 1. System der Pauschaltonnage, der Dermittiungsvorschlag der französischen Delegation. 2. Welche Klassifizierung soll angenommen werden? 3. Der Transfer — sein Umfang und seine Bedingungen.
Der englische Vorschlag: System der Beschränkung durch Kategorien.
Der italienische Vorschlag: 1. Die Bestimmung des Stärkeverhältnisses. 2. Die Festsetzung der Pauschaltonnage der verschiedenen Länder.
Macdonald wies darauf hin, daß es zunächst unmöglich gewesen sei, die hauptsächlichsten Fragen in öffentlicher Sihung zu behandeln. Man habe sich damit begnügt, Ansichten untereinander auszutauschrn und den Weg für ein Liebereinkommen zu ebnen. Die Ergebnisse dieser Besprechungen seien sehr befriedigend.
Oer italienische Delegierte Grandi:
Die von der italienischen Delegation unterbreiteten zwei Punkte werfen zunächst eine grundsätzliche Frage auf, nämlich die der Bestimmung des Stärkeverhältnisses zwischen den Flotten und dann eine tatsächliche Frage, nämlich die der Bestimmung des Höchststandes der Gesamttonnagen für die fünf Mächte. Die italienische Delegation verfolgte die Absicht, darauf zu dringen, daß die Konferenz die allgemeinen und die politischen Richtlinien der Abrüstung bestimme. Linser Problem ist im wesentlichen ein politisches. Der freiwillige Verzicht auf die Handlungsfreiheit in der Frage der Rüstungen ist im wesentlichen ein politischer Akt. Wir sollten nicht davor zurückschrecken, zu erklären, daß wir nicht hier sind, um eine technische Frage zu lösen, sondern zu allernächst eine politische.
Line nutzbringende Aussprache über die Beschränkung der Flotkenrüslung kann nicht außer acht lassen: 1. Auf welcher Grundlage des gegenseitigen Stärkeverhältnisfes ist jeder von uns bereit, die Beschränkung unseres Rechts auf Handlungsfreiheit in der Frage der Rüstungen anzunehmen? 2. Beabsichtigen wir wirklich, eine Verminderung der Rlist u n g e n ins Auge zu fassen? Ich muh feststellen, dah die italienische Delegation nicht bereit ist, sich auf irgendwelche Lösungen der methodischen oder technischen Fragen zu verpflichten, bis diese beiden f u n t a mentalen Fragen der Bestimmung des Stärte- oerhällnisses und des Höchststandes der Pauschaltonnagen geregelt sind.
Macddnold erklärte, die italienischen Anregungen würden e r ft später beraten werden und daher der Konferenz heute nicht vorliegen. Es seien jedoch zwei wichtige Fragen zu erörtern, nämlich die Fragen der Pauschaltonnage und der Tonnageverteilung nach Kategorien, hierauf brachte der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n eine Entschließung ein, die oorschlägt, daß die Fragen an einen Ausschuß verwie - s e n werden sollen, der sie zu prüfen und der Kon- serenz Bericht zu erstatten habe. Es liege nicht in seiner Absicht, daß auf Grund dieser Entschließung die informellen Besprechungen unterbrochen werden sollten; er betrachte im Gegenteil diese Besprechungen als äußerst wesentlich und als das beste Mittel, um die erstrebten Ziele zu erreichen.
Japans Standpunkt.
Bestimmtes Flottenverhältnis zu Amerika.
London, 30. Jan. (WTD.) Die japanische Delegation mißt weiterhin der Frage der Rationierung große Bedeutung bei. Japan verlangt 70 Prozent der leichten Kreuzer stärke Amerikas, was etwa 49 bis 50 Prozent der Stärke Großbritanniens bedeuten würde, da dieses eine große Zahl von leichten Kreuzern besitzt. Japan verlangt auch 7 0 Pro
zent der Stärke Amerikas an großen Kreuzern, was etwa 80 Prozent dec Stärke Großbritanniens an großen Kreuzern ausmachen würde. Für seine Llnterseeboote verlangt Japan 78 <00 Tonnen, ohne Rücksicht daraus, ob andere mehr oder weniger besitzen. Lieber eine Begrenzung der Gröhe von Llntersee- booten ist es zu Erörterungen bereit. Grundsätzlich stimmt Japan einer Verminderung des Tonnengehaltes der großen Linienschiffe und auch einer Verlängerung der Lebensdauer dieser Schiffe zu.
Die französische Kompromißformel als G unbiage weiterer Erörterungen.
DieTonnagcbeqrenzung und die Schiffskateaorten.
London, 30. Jan. (WB.) Der neue französische Kompromißvorschlag über die Modalitäten für die Festsetzung der Maximaltonnage, der von der heutigen Plenarsitzung der Seemächtekonferenz a l s Grundlage der weiteren Beratungen gebilligt worden ist und nunmehr von dem heute neu gebildeten Arbeitsausschuß einer weiteren Prüfung unterzogen werden wird, hat, wie verlautet, etwa folaende Gestalt:
Jede Seemacht gibt eine Maximalgrenze an, über die hinaus die Gesamttonnage ihrer Flottenfahrzeuge nicht steigen darf. Außer dem Gesamtbetrag der Tonnage gibt sie aber auch bekannt, wieviel davon etwa auf die einzelnen Schiffskategorien entfällt. Das Neue des Vorschlages ist nun, daß allen Beteiligten das Recht zuftehen soll, bei der Verteilung dec zugebilligten Gesamttonnage auf die einzelnen S ch i f f s t p p e n nachträglich Dispositionsverschiebungen vorzunehmen. Derartige Aen- berungen in der Verteilung der Gesamttonnage dürfen aber einen beftimmten Prozentsatz nicht über ft eigen. Bedingung ist, daß Aende- rungen im Verteilungsplan de nan deren b e - teitigten Möchten mitgeteilt werden, und zwar in einem bestimmten Zeitraum vor ihrem Inkrafttreten. Verschiebungen der Tonnage'sollen zwischen sämtlichen Schiffskategorien möglich und erlaubt sein.
Die Zahl der Kategorien hat sich in dem französischen Vorschlag auf sechs vermehrt. Der ersten Klasse sollen angeboren die eigentlichen Linienschiffe sowie die mit achtzölligen Geschützen bestückten 10 000-Tonnen-Kreu- zer, der zweiten Kategorie alle Kreuzer, die Geschütze über sechs Zoll führen, der dritten Kategorie die Schiffe, die mit Geschützen von geringerem Kaliber als sechs Zoll ausgerüstet sind. In diese Kategorie würden auch die Zerstörer fallen. Die Flugzeugmutterschiffe bilden allein für sich die vierte, und die LI n t e r s ee b o o t e die fünfte Kategorie. Die sechste und letzte Kategorie umfaßt die technischen Spezial- und Hilfsschiffe, zu denen auch die Minenleger gerechnet werden sollen.
Frankreichs Floitenanspruche.
Paris, 31. Ian. (WTD. Funkspruch.) Der Londoner Berichterstatter des „Petit Parisien" teilt mit, daß die französische Delegation hur Flottenkonferenz den übrigen Delegationen eine Mitteilung habe zugchen lassen, in der d i e Tonnage angegeben werde, die Frankreich nicht nur für die Gesamtflotte, sondern auch für die einzelnen Kategorien benötige. Die Gesamttonnage werde in dieser Rote mit 800 000 angegeben. Für die Großkampf- schisfe und Flugzeugmutterschiffe halte Frankreich an den ihm in Washington zugestandenen 175 000 Tonnen fest. An großen Kreuzern von 10 000 Tonnen verlange Frankreich 12 Einheiten, also insgesamt 120 000 Tonnen. Hinsichtlich der leichten Kreuzer,Torpedobootszerstörer, Geschwadergeleitschiffe, Torpedoboote usw. schätze Frankreich seine Bedürfnisse auf 210 000 Tonnen. Bei den Ll - B o o t e n werde ein Llnterschied gemacht zwischen Ll-Boo- ten von über 600 Tonnen (Hochsee-Ll-Boote) und solchen unter 600 Tonnen. An Hochsee-Ll- Booten benötige Frankreich ungefähr 30 000 Tonnen, an kleineren Ll-Booten 90 000 Tonnen.
Oas neue spanische Kabinett. Rückkehr zu normalen verfassungsmäßigen Zuständen.
Madrid, 30. Ian. (WB. Funksprucb.) Das neue Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräfidentschaft und Krieg: General B e - renguer; Marine: Konteradmiral Caroia; Inneres: General Marzo; Finanzen und (interimistisch) Wirtschaft: Arguelles; Oefefntliche Arbeiten: Maios; Justiz: Eftrada; Unterricht: Herzog von Alba; Arbeit: S a n g r o, Das neue Kabinett hat der Presse eine halbamtliche Erklärung zugehen lassen, in dec es heißt: Die Regierung trat heute nachmittag um 5 Uhr unter dem Vor- s i tz des Königs zu einer Sitzung z u - [ammen, in der die Minister den Eid nach der herkömmlichen Formel leisteten. Darauf berichtete in Anwesenheit des Königs Ministerpräsident B e - renguer über seine Schritte zur Kabinettsbildung, wobei er das Entgegenkommen hervorhob, das es ihm ermöglicht habe, die Regierung schnell zustandezubringen. Darauf umriß der Ministerpräsident die allgemeinen Linien, die das Kabinett zur Befriedigung der Geister und um den Bedürfnissen der Verwaltung nachzukommen verfolgen werde. Sie werde mit aufrichtigem Willen vorgehen, sich den Verhältnissen anpassen, bis man die so wünschenswerte normale Lage in j u r i st i s ch e r und k o n st i t u t i o n e l l e r Hinsicht wieder hergestellt habe. Am Samstag wird die Regierung ihren ersten Ministerrat abhalten. Die Blätter aller Parteirichtungen sprechen ihre Z u st i m m u n g zu der Wahl Berengars als Nachfolger für Primo de Rivera aus, sie äußern sich übereinstimmend lobend über die Persönlichkeit des neuen Ministerpräfiden- ten. Die neuen Minister gehören der Konferva- tiven Parteirichtung an.
Der Marquis von Alhucemas, der im Augenblick des Staatsstreiches Ministerpräsident war, soll seiner Genugtuung über die gegenwärtigen Er- eigniffe Ausdruck gegeben haben. Seiner Ansicht
nach bilden sie den er st en SchrittzurRück- kehr eines normalen verfassungsmäßigen Regimes. Er fei der Ansicht, daß es notwendig und wesentlich sei, aufrichtige politische Wahle n vorzunehmen, um die Wünsche des Landes kennenzulernen und ihnen zu gehorchen. Er glaube, daß diese Wahlen für die Monarchie günstig ausfallen würden.
Aus aller Welt.
Explosion im kalifornischen Petroleumbezirk.
Die erst vor kurzem mit einem Kostenaufwand von einer halben Million Dollar in Fresno errichtete Raffinerie der Petroleum Securities Company im Petroleumgebiet von Kettleman Hills ist durch eine Explosion schwer beschädigt worden. Durch die Explosion wurde eine Anzahl von Tanks zerstört, große Mengen Benzin und Petroleum ergossen sich brennend den Berg hinab und setzten mehrere Vorratstanks in Brand. Von der 30 Kilometer entfernten Stadt Coalinga find Aerzte und Pflegerinnen angefordert worden, so daß man vermutet, daß bei der Explosion auch Menschen zu Schaden gekommen sind. Rettungsmannschaften unternahmen einen Versuch, in die beschädigte Raffinerie einzudringen, um nach vier Arbeitern zu forschen, die vermißt werden. Die Mannschaften mußten sich jedoch zurück- ziehen, da die Flammen in dem zerstörten Gebäude immer noch wüten.
Ein eigenartiger Unfall.
Der Greizer Erste Staatsanwalt Floel geriet in seinem Amtszimmer in Lebensgefahr. Das Zimmer war frisch gebohnert worden und anscheinend unter der Einwirkung aus- strömender Terpentingase konnte un- verbranntes Gas aus der Drenndüse austreten. Die Folge war eine langsame Gasvergiftung des Staatsanwalts, der plötzlich mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte sank. Er erkannte noch rechtzeitig die Gefahr und konnte sich retten. Ein ün Nebenzimmer arbeitender
Amtmann war ebenfalls betäubt; bei ihm war die Vergiftung bereits soweit vorgeschritten, dah man ihn fortbringen muhte.
Angeschwemmte Schiffstrümmer.
Am Strande von Diana Castello (Portugal) sind Lieberreste eines Rettungsbootes .angespült worden, auf denen sich außer Kistenaufschriften in englischer Sprache das Wort „D a r m st a d t“ entziffern lieh. Cs wird behauptet, dah in der Eonntagnacht ein Dampfer unweit der Küste Leuchtkugeln abgeschossen haben soll.
Das Geständnis eines Mörders.
Der Knecht Johannes Ludtmann aus Alten- Ohthe (Oldenburg) hat nach hartnäckigem Leugnen gestanden, die Ehefrau Ludtmann, mit der er übrigens nicht verwandt ist, mit einem Beil erschlagen und dann das Haus in Brand ge st eckt zu haben. Er ist zu der Tat von dem Ehemann der erschlagenen Frau angestiftet worden, der daraufhin in Haft genommen wurde. Der Grund zu der Tat wird darin gesehen, dah der Ehemann Ludtmann sich in den Besitz der Land stelle und des Wohnhauses seiner um 20 Jahre älteren Frau sehen wollte.
Bolschewistischer Bandalivmus.
Rach Meldungen aus Moskau wurde inTif - l is damit begonnen, d ie berühmte Kathedrale, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde und zu Weltruf gelangt ist, abzu- reißen. Mehrere Wände des Kirchenbaues wurden von Truppen der G. P. LI. mit Dynamit gesprengt. Auf dem Platze der abgebrochenen Kathedrale soll eine internationale kommunistische Bibliothek errichtet werden.
Der Untergang der „Monte Cervantes".
Eine in Hamburg eingelaufene telegraphische Meldung ergänzt die bisherigen Rachrichten über die Llrsache der Strandung der.Monte Cervantes" folgendermaßen: Die an der <3trän» dungsstelle liegenden Untiefen erstrecken sich weiter östlich als auf der Seekarte ver- zeichnet. Peilungen ergaben, daß das Schiff sich im tiefen Wasser befinden muhte, aber trotzdem erfolgte plötzlich unerwartet ein sehr ftarfer Grund stoß, durch den das Schiff vorn schwer leck wurde und deshalb so- fort auf Strand gesetzt werden muhte. Die Bergung des Schiffes ist leider unmöglich. Passagiere und Besatzung wurden alle gerettet und zwar innerh alb fünfzig Minuten auf Grund der Organisation, Disziplin und der sehr zweckmähigen Dootseinrichtungen.
Lin archäologischer Fund in der Provence.
In Aix ist an der Strahe nach Avignon ein M o s a i k st e i n entdeckt worden, der aus der Zeit von 125 v. Chr. stammen dürfte. Dec Stein ist 3 Meter lang und 1,50 Meter breit, gut erhalten und von großem archäologischen und künstlerischen Wert.
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Wettervoraussage.
In der Rinne tieferen Druckes quer über Deutschland kam es zu leichten Schneefällen, die jedoch jo gering waren, daß mit Ausnahme von Schlesien eine zusammenhängende Schneedecke nicht zustande kam. Neuerlich setzt im südlichen Teile der britischen In> fein kräftiger Barometeranstieg ein, der sich über die Biscaya bis nach Spanien hin bemerkbar macht. Die Wetterlage wird sich daher mehr unbeständig ae- ftalten, denn mit dem Vordringen des neuen Tiefes wird wärmere Ozeanluft nach dem Kontinent gebracht, die bei ihrem Aufgleiten Eintrübung bringt wobei auch vereinzelt Niederschläge fallen. Die Temperaturen steigen etwas an.
Wettervoraussage für Samstag: Rach vorübergehender stellenweiser Aufheiterung wieder Trübung und Bewölkungszunahme, etwas milder und vereinzelt Riederschläge.
Witterungsaussichten für Sonntag: Meist wolkig mit vereinzelten Rieder- schlänen.
Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags 1/ Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 31. Januar morgens 1,1 Grad; Maximum 1,3 Grad, Minimui: —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm lieft am 30. Januar: abends 0,4 Grad; am 31. Januar morgens 0,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,7 mm
Amtliche Wintersporlnachrichten.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Rebel minus 1,5 Grad, keine Schneedecke und keim Sportmöglichkeit vorhanden.
Schwarzwald. Feldberg: Wolkig, min 3 Grad, 30 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodel- Möglichkeit gut.
Alpen: Garmisch-Partenkirchen Leichter Schneesall, minus 1 Grad, 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- uni Rodelmöglichkeit gut.


