Len Angaben seines Opfers vollkommen überein und sind so beweiskräftig, daß Kürten auch in diesem Falle als Täter einwandfrei überführt ist. Ein weiterer, erst von Kürten erwähnter und bisher unbekannter Fall hat sich im März d. 3. abgespielt. Kürten sprach auf dem Bahnhofsvorplatz ein Mädchen an. Er besuchte zunächst mit ihr ein Bierlokal und lockte sie dann in dey Wald. Hier versuchte er es zu erwürgen. Die energische Gegenwehr der Lleber- sallenen vereitelte seine Absicht, sie zu töten. Das Mädchen konnte sich seinen Griffen entziehen und ergriff die Flucht. Um für die Zukunft sicherzugehen, hat Kürten für weitere von ihm beabsichtigten Morde zwei Tage vor seiner Festnahme zwei 'Hämmer als Mordwerkzeuge versteckt.
tunnels befaßte. „Daily Herold" hört, daß der Ausschuß wiederunl aus Gründen der Landesverteidigung gegen den Plan Stellung genommen habe, insbesondere soll die Leitung der Luftstreitkräfte Einwendungen erhoben haben. Das Blatt erwartet, daß demnächst im Unterhaus eine Regierungserklärung erfolgt, die di« endgültige Verwerfung des Planes bedeuten wird.
Roch immer die Seckungsfrage.
Berlin, 29. Mai. Die Bemühungen um eine rasche Deckung des neuerlich entstandenen Defizits scheinen doch aus größere Schwierigkeiten zu stoßen. Jedenfalls haben sich bereits im Kabinett Meinungsverschiedenheiten herausgestellt, die entgegen den ursprünglichen Erwartungen in der letzten Sitzung keine Erledigung der gesetzlichen Maßnahmen ermöglichten. Allerdings dürfte dabei auch der Gedanke eine Rolle gespielt haben, daß man aus psychologischen Gründen das Ausgabensenkungsgesetz gemeinsam mit den Deckungsgesetzen herausbringen müsse. Da aber auch hier noch zahlreiche Probleme offen sind, wird es größter Anstrengungen bedürfen, um diese Gesetze noch vor Pfingsten im Reichskabinett zu verabschieden. Im Mittelpunkt der Schwierigkeiten steht selbstverständlich die A r b e i t s l o s e n v e r- siche r u n tz , wobei sich zwar das Reichskabinett an die Vorschläge der Reichsanstalt anlehnen will, die eine einprozentige Beitragserhöhung vorsahen, womit aber die Frage der Sanierung der Versicherung noch keineswegs geklärt zu sein scheint, da diese Berechnungen auf einer Durchschnittszahl von 1,5 Millionen beruhen, das Kabinett bereits mit 1,6 Millionen rechnet, in der Praxis aber, wie aus dem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung heroorgeht, s ch o n d i e Durchschnittszahl von 1,7 Millionen Arbeitslosen zur Grundlage gemacht wird. Da man für 100 000 Arbeitslose immer einen Leistungsmehrbetrag von 100 Millionen rechnen muß, ist es naturgemäß außerordentlich schwer, zu einer befriedigenden und wirksamen Regelung zu kommen. Man hofft zwar, daß die Monate Juli und August noch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bringen werden, insofern als die Landwirtschaft für die Ernte und di« Hackfruchtarbeiten Neuanforde^ungen von Arbeitskräften stellen dürfte, doch wird damit keinesfalls ein so großer Rückgang eintreten, daß dadurch die Durchschnittszahl wesentlich beeinflußt werden kann. Das Schwergewicht liegt zur Zeit bei den Verhandlungen der Gruppe Nord-West der Eisenindustrie um den Lohn- und Preisabbau, deren Ergebnis fraglos zu weittragenden Auswirkungen führen kann. In politischen Kreisen ist man jedenfalls überzeugt, daß eine Klärung dieser Pro- bleme nur auf dem von der Gruppe Nord-West beschrittenen Wege herbeigeführt werden kann.
Höhere Beamtenschaft und Derwaltungsreform. Das Ausgabensenkungsgesetz.
Berlin, 29. Mai. (CAB.) Der geschäfts- führende Vorstand des Aeichsbundes der hö.heren Beamten befaßte sich am 28. Mai erneut mit den beamtenpolitischen Absichten der Reichsregierung aus Anlaß des Ausgaben- senkungsgesehes. Der Vorstand bestätigte Äe bisher in der Sache unternommenen Schritte. Als Stellungnahme des Vorstandes wird von ihm folgendes bekanntgegeben: Die Verwirklichung der Absichten der Reichsregierung würde eine schwere Erschütterung der Rechtsgrundlagen des Berufsbeamtentums als einer staatsnotwendigen Einrichtung bedeuten! Der Reichsbund hält eine organische Vereinfachung und eine dadurch erzielte Verbilligung der öffentlichen Verwaltung im Reich, in den Ländern und Gemeinden für nötig und durchführbar. Die jetzt beabsichtigten Maßnahmen stellen einen unorganischen Eingriff in die Beamtenrechte dar, der für die Beamtenschaft zwar mit Un- ruhe, Unsicherheit und Verletzung wohlerworbener Rechte verbunden ist, aber organische Grundlagen der Verbilligung der Verwaltung nicht schasst. Der Reichsbund ist bereit, an einer organischen Reform der öffentlichen Verwaltung politiv mitzuarbeiten. Um die augenblicklichen Notstände zu beheben, kommen nur auf a l le Bevölkerungsschichten nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit sich gleichmäßig erstreckende Maßnahmen in Betracht.
Der Iungdopreffewart spricht in Paris.
Die Voraussetzungen für eine deutsch- französlsche Annäherung.
Paris, 28.Mai. (WTB.) Der Presfewart des Iungdeutschen Ordens und der Volksnationalen Reichsvereinigung, Abel, hielt gestern in einem Pariser Debattierklub vor zahlreichem Publikum wiederum einen Vortrag über deutsch-sranzösische Politik, an den sich eine Aussprache anschloh, in der die verschiedensten Tendenzen aus dem Publikum zum Ausdruck kamen, vor allem die, daß eine deutschfranzösische Annäherung versucht werden müsse. Abel hat dem „Oeuvre" eine Erklärung, 'die er in seinem Vortrag besonders entwickelte, zur Verfügung gestellt. Darin heißt es: Man habe niemals so viel vom Frieden gesprochen wie gerade jetzt, und trotzdem bleibe das Damoklesschwert des Krieges über den Völkern hängen. Die Grundlage, auf der man die Friedensverträge von 1919 errichtet habe, sei eine unmögliche Grundlage. Die Festsetzung der Ost grenze Deutschlands enthalte bedenkliche Elemente gegen den Frieden in Europa. Ostpreußen liege im Sterben; Danzig sei gegen das heilige Selbstbestimmungsrecht der Völker aus dem Deutschen Reich herausgerissen worden. Der Poung- plan belaste das deutsche Volk auf zwei Generationen mit Zahlen von astronomischer Höhe. Das deutsche Volk wisse sehr Wohl, daß es diese Schulden bezahlen solle als Strafe dafür, daß es absichtlich den Krieg gewollt hätte. Das sei ein unvernünstiger V o r w u r f, der mehrmals durch geschichtliche Aachforschungen in allen Ländern widerlegt worden sei. Aus diesem Grunde betrachte Deutschland diese schweren Lasten als ungerecht. Der Redner sprach sich für eine deutsch-französische Annäherung, basiert auf der Revision des Friedensvertrages von Ver
sailles, aus und erklärte, wenn sich Frankreich dieser Auffassung nicht anschließen könne, dann müsse die Politik Deutschlands eben bei anderen L^ n d e r n Freundschaft suchen.
Die Untersuchung des Falls Kürten.
Düsseldorf, 29. Mai. (WTB.) Die Untersuchung gegen Kürten brachte u. a. eine Feststellung des Tatbestandes zu den bereits bekannten Ueberfällen vom. 2 0. August 1929, — Schließlich gab Kürten eine Darstellung des Ueberfalls auf Karolina H e r st r a ß aus Aeuß, die er gewürgt und in die Dussel geworfen hat. Seine Angaben stimmten mit
Moldenhauer mahnt, die Heroen zu behalten.
Oie Pläne zur Reform der Hetchsfinanzen. - Falsche Gerüchte über neue Gteuervorschläge.
Wittenberg, 29. Mai. (ERB.) In einer Versammlung der Deutschen Dolkspartei möchte Reichsfinanzminister Moldenhauer Ausführungen zur Reichsfinanzreform. Er erklärte u. a., daß mit der Reform der Arbeitslosenversicherung zugleich eine Reform der Krankenversicherung vorgelegt werde, die eine Entlastung von 250 bis 300 Millionen Mark bringe und auch bestehen bleiben soll, wenn infolge Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Arbeitslosenversicherungsbeiträge wieder gesenkt werden können. Das Ausgabensenkungsgesetz sei fertig zur Vorlage. Es enthalte wichtige Bestimmungen hinsichtlich der Zu- sammmenlegung und Vereinfachung von Verwaltungen. Zur Kriegsbeschädigtenfrage sei die bedauerliche Feststellung zu machen, daß alljährlich steigend weitere 50 Millionen nötig seien, um neue Ansprüche zu befriedigen. Das Reich sei nicht in der Lage, auf Jahrzehnte hinaus hier Haftung zu übernehmen, wenn auch im einzelnen manches gebessert werden könne. Die großen Organisationen der Kriegsbeschädigten hätten sich diese Heber- zeugung zu eigen gemacht. Eine entsprechende
Vorlage liege beim Reichsrat. Steuern und Löhne hätten die Gestehungskosten übermäßig nach .oben getrieben. Das deutsche Preisniveau liege, abgesehen von Amerika, über dem des Auslandes. Wenn wir davon nicht herunterkommen, so erklärte der Reichsminister, dann ist die Lage ungemein schwierig. 3n allen Schichten des Volkes ist der Lebensstandard über unsere Möglichkeiten hinaus erhöht; wenige Kreise, wie z. D. die Kleinrentner, machen eine Ausnahme.
Wir stehen an der Wende, ob wir in der Richtung der letzten zehn 3ahre weitergehen sollen oder auf allen Gebieten zu einer verständigen Wirtschafts - und Finanzpolitik zurück ko inmen, die das Verantwortungsgefühl des einzelnen stärker betont. Wilde Gerüchte über neue Steuervorschläge, die alle falsch sind, durcheilen das Land. Er, der Minister, habe es vermieden, mit endgültigen Entscheidungen öffentlich hervorzutreten. äeberstürzte Maßnahmen sind untunlich. Die Regierung muß Ruhe bewahren. Man muh die Aerven behalten.
Das nationalsozialistische Mime in Thüringen.
Oie Länderkonferenz der Innenminister gegen die Politisierung der Schuhpoüzei. Minister Wirth droht mit Einstellung der Reichözuschüffe
Berlin, 28. Mai.(CAB. Eigene Meldung.) Auf der für heute vormittag einberufenen Länderkonferenz unter dem Vorsitz des Reichsmi nisters Dr.Wirth waren fast alle deutschen Länder durch ihre Innenminister vertreten. So sind u. a. anwesend der preußische Innenminister Professor Dr. Waentig, der bayerische Innenminister Stützet, der hessische Innenminister Leuschner. Thüringen ist durch Staatsminister Baum vertreten. Die Konferenz beschäftigte sich mit den Grundsätzen für die Gewährung vonReichszuschüs- sen für polizeiliche Zwecke an die Länder. Reichsminister Dr. Wirth wies einleitend auf die grundsätzliche Bedeutung der Frage hin, die von Thüringen durch die Derusung von Aationalsozialisten in leitende Stellen der Thüringer Landespoli zei aufgerollt sei; er legte die geschichtliche Entwickelung der erwähnten Grundsätze dar und stellte fest, daß die Einstellung von Aationalsozialisten mit dem unpolitischen Charakter der Schutzpolizei, wie ihn Absatz 1 Ziffer 6 der Grundsätze ausdrücklich und unbedingt fordere, unvereinbar sei. Da nach Absatz 2 Sah 1 der Grundsätze das Reich sich zur Zahlung nur unter der Voraussetzung der unbedingten Innehaltung der erwähnten Grundsätze verpflichtet hat, stellte der Reichsinnenminister fest, daß die Gewährung von Reichszuschüssen an Thüringen Wegfällen müsse, salls das thüringische Staatsministerium auf seiner Absicht beharre, die für leitende Stellen der Thüringer Polizei in Aussicht genommenen Aationalsozialisten zu ernennen.
In der Aussprache wurde von verschiedenen Seiten der revolptionäreCharakterder Deutschen Aationalsozialistischen Arbeiterpartei hervorgehoben und entsprechendes Material vorgebracht. Es herrschte einmütige Auffassung, daß den verfassungsfeindlichen Bestre
bungen dieser Partei mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenge treten werden müsse. Abschließend richte der Reichsminister des Innern an Herrn Staatsminister Baum die eindringliche Forderung, die beabsichtigte Einstellung von Aationalsozialisten in die Thüringer Polizei auszugeben, und erklärte daß, falls dieses Ersuchen erfolglos bleibe, er sich für verpflichtet halte, die Zahlung we i - terer Reichszuschüsse ein zu stellen. Dies um so mehr, als auch der Verlauf der Aussprache seine grundsätzliche Auffassung bestätigt habe.
Staatsminister Daum teilte mit, daß die in Frage stehenden Ernennungen unter der Voraussetzung erfolgt seien, daß der Thüringische Landtag, was erst am 24. Juni möglich sei, die entsprechenden Planstellen bewilligen werde. Der Reichsminister des Innern erklärte darauf, daß er sofort ein förmliches Cr- fachen an das thüringische Staatsministerium richten werde, seinen Beschluß, soweit Aationalsozialisten in Frage kämen, rückgängig zu machen.
Oie Llniversiiät Jena und der neue Kurs in Thüringen.
Jena, 28. Mai. (WTB.) Auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät der Universität Jena hat das thüringische Volksbildungsministerium auf den durch das Ausscheiden des Professors Max W u n d t seit Herbst o. I. unbesetzten ordentlichenLehr- stuhl der Philosophie den außerordentlichen Professor der Philosophie an der Universität Leipzig und Studienrat am dortigen König-Albert-Gymna- sium Dr. Hans L e i s e g a n g berufen. Dr. Leisegang hat den Ruf angenommen. Dieser Lehrstuhl sollte nach dem Wunsch des Volksbildungsministers Dr. Frick ursprünglich dem ehemaligen Heidelberger Privatdozenten Dr. Arnold Rüge übertragen werden.
Oer hessische Etat vor -em Landtag
Darmstadt, 28. Mai. (WHP.) Fortsetzung der Beratung über den Etat des Staatspräsidenten.
Abg. Dr. Werner (Aat.-Soz.) polemisiert gegen den Landbund in der bekannten Angelegenheit der M i n i st e r p e n s i o n e n, wo 1927 der Landbund den „wohlerworbenen Rechten der Minister Fulda, Ulrich und Henrich auf ungeheure Pensionen" zugestimmk habe. Auch nach der Räumung werden die Franzosen in der entmilitarisierten Zone ihre Kommissionen behalten und unverändert ihren Vernichtungswillen durchzusetzen versuchen.
Aba. Reuter (Soz.) tritt aus allgemeinen wirtschaftlichen Gründen für die Erhaltung der Gesandtschaft und des Regierungsblattes ein. Die Regierung muß dafür sorgen, daß nach der Räumung die Seuche des Aational- sozialismus' vom befreiten Gebiet ferngehalten wird. Mit dem Westprogramm der Regierung Brüning können wir uns nicht befreunden, da der leidende Westen noch für den Osten Mittel aufbringen soll. Wir wünschen eine engere Zusammenarbeit der Städte am Mittelrhein.
Abg. Dr. Wolff (V.R.P.) fordert, daß sich endlich auch die Regierungsstellen davon überzeugten, daß wir ein versklavtes Volk seien. Bedauerlich sei, daß das besetzte Gebiet mit dem Lumpengesindel der Separatisten nach der Räumung nicht abrechnen könne. Wir fordern die Veröffentlichung der Aamen dieser separatistischen Landesverräter.
Abg. Sumpf (K.) erklärt: Das Proletariat des besetzten Gebietes wird sich gegen die Mordbanditen der Aationalsozialisten einmütig erheben. (Der Redner erhält dafür einen Ordnungsruf.)
Abg. Dr. Leucht gen s (Lbd.) erwidert dem
Abg. Dr. Werner, dessen Angriffe seien nur aus persönlichen Gründen erfolgt. Wer sein politisches Kleid so oft gewechselt habe wie Dr. Werner, dürfe nicht erklären, daß er politisch der Alte geblieben sei. Dr. Werner habe bis zum Januar dieses Jahres in den besten Beziehungen zum Landbund gestanden und erst jetzt, bei seinem Llebertritt zu den Aationalsozialisten benutze er diese „ollen Kamellen" als Mitgift. Der Aatio- nalsozialist Frick habe sich als thüringischer Minister sofort seine Pension gesichert.
Aach persönlichen Erklärungen des Abg. Dr. Werner folgte die Abstimmung. Das Kapitel wird gegen die Rechte und die Kommunisten genehmigt. Am Dispositionsfonds werden 5000 Mark gestrichen. 50 000 Mark zur Förderung von Kultur, Wirtschaft und Verkehr werden gegen die Rechte und Kommunisten genehmigt.
Kap. 21 (Gesandtschaft Berlin).
Abg. Hamman (K.) polemisiert gegen die unerhörte Verschwendung von Steuermitteln für den Gesandten. Abg. Dr. Wolf (DRP.) lehnt das Kapitel ebenfalls ab, während sich Abg. H ein st ad t (Z.) für die Berliner Vertretung energisch einsetzt. Preußen habe für die g l e i - chenZwecke bezeichnenderweise 6 0 Ministerialräte verfügbar. Die Gesandtschaft sei im Interesse von Wirtschaft und Arbeiterschaft notwendig.
Abg. Scholz (DVP.) anerkennt, daß die Gesandtschaft während der Ruhrzeit durchaus nützlich und wertvoll war. Gegen die Ernennung des gegenwärtigen Gesandten Nuß hätten sich alle wirtschaft- liehen Organisationen aus rein fachlichen Gründen ausgesprochen. Aus einen Gesandtenposten gehöre eine Persönlichkeit von Format, die imstande sei, auch das Land wirkungsvoll zu vertreten.
Staatspräsident Adelung setzt sich temperamentvoll für die Gesandtschaft ein, über deren Notwendigkeit nirgends Streit bestehe. Nur die Per- on des Gesandten sei umstritten, der aber genau o seine Pflicht tue, wie sein Vorgänger. Die Gesandtschaft arbeite durchaus im Interesse von Wirtschaft und Arbeiterschaft und koste eigentlich nur 68 000 Mark, während sie ein Mehrfaches einbringe.
Abg. Donath (D.) stellt fest, daß sich der Syndikus der Hessischen Handwerkskammer anerkennend über die fruchtbare Tätigkeit der Gesandtschaft ausgesprochen habe.
Abg. H e i n st a d t (Z.) sieht die ablehnende Haltung der Volkspartei darin, daß sie nicht mehr das Monopol der Beamtenbesetzungen besitze und daher gegen alle Beamtenernennungen der letzten Zeit Sturm laufe.
Abg. Kaul (S.) bekennt sich zu der Person des Gesandten Nuß. Bei den Derhandlun'Am-um die Regierungsbildung habe die Dolkspar^i den Ge- andtenposten für sich gefordert.
Abg. Scholz (DVP.) stellt erneut fest, daß keine parteipolitischen Erwägungen gegen den Gesandten Nuß sprächen. Daß Nuß seine Pflichten nicht erfülle, werde nicht behauptet, aber daß er als Rechtsanwalt aus dem besetzten Gebiet die notwendigen Fähigkeiten und die erforderliche Vorbildung mitgebracht habe, könne fraglich erscheinen.
Die restlichen Kapitel des Ressorts wurden debattelos bis zur Abstimmung erledigt.
Zum Kap. 15 (Ruhegehälter) fordert^ Abg. Widmann (S.) Abkehr von dem Vorurteil, daß die Ortskrankenkassen Millionen verschwendeten. Die Kritiker sollten mit ihren Rationalisierungsforderungen bei sich anfangen. Gerade bei den Beamtenkrankenkassen seien viele Mißstände festgellellt worden.
„Gras Zeppelin" auf dem Wege nach Lakehnrft.
Start in Pernarnbuco. — Havanna wird nicht überflogen. — Freitag morgen Barbados erreicht.
pernambuco, 28.2Hai. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 11.13 Uhr Ortszeit (etwa 14.30 Uhr Berliner Zeit) zu seinem Fluge nach Havanna aufgestiegen. Die Abfahrt gestaltete sich sehr eindrucksvoll. Line gewaltige Menschenmenge hatte sich auf dem Flugfeld eingefunden, und während die letzten Vorbereitungen zum Ausstieg getroffen wurden, führten mehrere Flugzeuge Schauflüge aus. Tausende von Menschen hatten die Straßen und Hausdächer beseht und winkten dem gen Norden steuernden Luftschiff ihre Abfchiedsgrüße zu. Associated preß meldet am Donnerstag aus Havanna, daß sich Dr. Lckener entschlossen habe, direktnach Aeuyork zu fahren, ohne Havanna zu berühren. Lin am Frei- tagvorrnittag beim Luftschiffbau eingegangener Funkspruch vom „Graf Zeppelin" besagt: passieren 3 llhr früh MLZ. Barbados. Kurs Nordwest. — Barbados ist die östlichste der Antilleninseln.
Oie Wetterlage.
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Der t)ot)£, Druck hat die noch vorhandenen Störungsreste weggeräumt, so daß heiteres und trockenes Wetter herrscht. In seinem Strömungsbereich werden die ausfließenden Luftmassen vorerst zur Fortdauer der herrschenden Wetterlage führen. Dabei nimmt tagsüber die Erwärmung durch ungehinderte Sonnenstrahlung weiter zu. Da jedoch über der Biscaya eine neue Störung erschienen ist, so besteht die Möglichkeit, daß später ihre Ausläufer bis nach Mitteldeutschland vorgreifen, wobei Bewölkung und Gewitterstörungen nicht ausgeschlossen sind.
Wettervorhersage für Samstag: Meist heiteres Wetter, trocken, tagsüber weitere Erwärmung.
Witterungsaussichten für Sonntag: Anfänglich wenig Aenderung, jedoch später aufkommende Bewölkung, lokale Gewitterstörungen.
Lufttemperaturen am 29. Mai: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 30. Mai: morgens 16,4 Grad. Maximum 24,2 Grad, Minimum 10,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Mai: abends 21,6 Grad; am 30. Mai: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheindauer 9XA Stunden.
Reisewetterdienst.
Garmisch-Partenkirchen. Temperatur 18 Grad, Verlauf seit gestern: Warmer Tag, Südwind. Witterung heute morgen: Heiter, seit gestern meist heiter.
Swinemünde. Temperatur 15 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur, Aordwind; Wetter heute morgen: Heiter, der gestrige Verlauf meist heiter.
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