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Uppen des Rades nach einer Seite von selbst nach dieser Seite gelenkt. Das Hinterrad möchte auch so schwenken, kann dies aber nicht, weil es ja mit beiden Achsencnden fest im Fahrradrah­men cingespannt ist. Es sucht daher den gan­gen Rahmen mit seinem Vorderende nach dec Fallseite zu zu schwenken. Dadurch aber unter­stützt cs das Streben des Vorderrades, nach die­ser Seite zu schwenken: dies hängt damit zusam­men. daß die Lenkachse ja nicht gerade, sondern nach vorn geneigt ist, und daß die Vorderrad­gabel an ihrem unteren Ende nach vorn gebo- igcex ist.

Man sieht also, die Sache ist gar nicht so ein­fach. Wenn man Radfahren lernt, macht man zuerst immer den Fehler, daß man nicht nach der Seite zu lenkt, nach der man umzufallen droht, sondern gerade nach der andern, weil man rein gefühlsmäßig von der älmfallseite wegstrebt. Wir müssen uns beim Fahrenlernen erst ordentlich da­zu zwingen, gerade nach der Gefahrseite hinzulen- ken, und wenn Mr dann die Erfahrung gemacht haben, daß dies hilft, dann geht uns das rich­tige Lenken mit der Zeit so in Fleisch und Blut über, daß wir es ganz von selbst richtig machen. Der geschilderte Fehler des Anfängers hat übri­gens noch eine sehr merkwürdige, jedem Rad­fahrer bekannte Folge: Wenn ein Anfänger näm­lich z. D. einem auf der Straße liegenden großen Stein auszuweichen strebt, so fährt er mit Sicher­heit darauf zu: der Stein zieht ihn geradezu an wie ein Magnet. Liegt der Stein z. D. links vor­wärts. so lenkt der Anfänger nach rechts: infolge­

dessen sucht ihn die Fliehkraft nach links umzu­werfen. Um einen Sturz zu verhindern, muß er nun stark nach links lenken und kommt so ge­rade dahin, wohin er eigentlich nicht wollte.

Das Richtumfallen beim Radfahren ist in der Hauptsache eine Zeitfrage: Weil das Rad zuerst nur langsam umfällt, deshalb haben wir Zeit, in aller Ruhe unsere Gegenmaßnahmen zu tref­fen. Dies ist übrigens beim Gehen auch so. Wenn wir nämlich dabei unseren Körper gerade mit dem linken Bein stützen, so beginnen wir, nach rechts umzufallen. Ehe diese älmfallbewegung aber einen bemerkbaren Wert angenommen hat, setzen wir den rechten Fuß rechts vom Lot unseres Schwer­punktes auf die Erde, bringen so die Umfall» bewegung nach rechts zum Aufhören und leiten den Beginn einer Uinfallbewegung nach links ein, die wir durch Aufsetzen des linken Fußes aber beizeiten wieder zum Stillstand bringen. Man kann sich hiervon leicht überzeugen, wenn man beim Gehen den Fuß, den man eigentlich nieder­sehen müßte, statt dessen anzieht oder das Rieder­sehen wenigstens verzögert. Wenn Sie, verehr­ter Leser, aber diesen Versuch machen, so machen Sie ihn im stillen Kämmerlein, sonst könnten die Leute, die nicht wissen, daß Sie damit wichtige physikalische Erscheinungen zu ergründen beabsich­tigen, zu der Ansicht gelangen, Sie hielten Ihr geschätztes linkes Hinterbein für das Pendel Ihrer Taschenuhr, was bekanntlich spät abends unter der Einwirkung gewisser giftiger Flüssigkeiten manchmal vorkommen soll, natürlich nur bei an­deren!

Wirtschaft.

Riesenfusion im englischen Bergbau.

Den Londoner Blättern zufolge sprach sich eine Versammlung von Bergwertsbesitzern in Lanca- shire und Cheshire mit überwältigender Mehrheit für völlige Verschmelzung der Koh­lenbergwerke in den beiden Grafschaften in einer einzigen Unternehmung aus. Gin Ausschuß wurde ernannt, um die Einzelheiten zu erörtern. Rach dem Zusammenschluß würde die neue Unternehmung die größte Kohlen­bergwerksgesellschaft von Groß- Britannien sein. Sie würde über ein Kapital von annähernd 12,5 Millionen Pfund Sterling verfügen und etwa 220 Gruben mit 15 000 Berg­leuten und einer jährlichen Kohlenerzeugung von 18 Millionen Tonnen in ihrem Besitz haben.

Schweinernarki in Gießen.

Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 278 Ferkel, zwei Läuferschweine und zwei Einleger zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 20 Mk., 6 dis 8 Wochen alt 20 bis 28 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 28 bis 35 Mk.: Läuferschweine 50 bis 55 Mk.; Einleger 80 Mk. Tendenz: mäßig, Ueberstand.

* Gründung der Main-Gaswerke- A G. Die Frankfurter Stadtverordnetenversamm­lung stimmte in ihrer gestrigen Sitzung mit gro­ßer Mehrheit dem Vertragswerk zu, das die Zu­sammenfassung der gesamten Frankfurter, sowie der Offenbacher Gasinteressen in einer neuen Ge­sellschaft, der Main-Gaswerie-AG., vorsieht. Das Aktien-Kapital der neuen Gesellschaft wurde, ent­gegen der Vorlage des Magistrats, von 33 Mil­lionen Mark auf 30 Millionen Mark herabgesetzt.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 29. Ott. Tendenz: fester. Rach der glatten Erledigung der gestrigen Li­quidation eröffnete die heutige Börse in festerer Haltung, wozu noch einige günstige Momente von ausschlaggebender Bedeutung beitrugen und der Spekulation Veranlassung zu Deckungen boten. Vor allem wurde der Abbruch des Berliner Me» tallarbeiterslreiks und die Wiederaufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen, wobei die Hoff­nungen auf eine Einigung gewachsen sind, als Hauptfaktor geltend gemacht. Auch die festere gestrige Reuyorker Börse und die Beruhigung am Linoleum-Markt' trugen zur Besserung bei. Das Geschäft war zu den ersten Kursen in Spezial- aktien recht lebhaft, zumal auch von Auslandseite wieder Aufträge eingetroffen waren. Im Durch­schnitt ergaben sich gegen den Schluß der gestrigen Abendbörse Besserungen von 2bis 4 Prozent. Im Vordergründe des Interesses standen von Kaliaktien Salzdetfurth, die 10 Pro­zent fester eröffneten. Größeres Interesse bestand noch für Elektrowerte. Führend waren Elektrische

Lieferungen und Schuckert, die je 5,5 Prozent! höher lagen. AEG., Licht & Kraft, und Siemens gewannen von 1,5 Prozent bis 3 Prozent. Deut­sche Linoleum waren weiter um 1 Proz. gebessert. Am Kunstseidemarkt hielt die Rachfrage für Aku. von angeblich holländischer Seite an: sie gewannen 5 Proz. Farben erzielten einen Gewinn von 2 Proz. Metallgesellschaft konnten sich der allgemeinen Aufwärtsbewegung nicht anschließen. Die Mög­lichkeit einer 1 prozentigen Dividendereduktion führte zur Verstimmung an diesem Markte, doch war größeres Angebot nicht zu bemerken: der Kurs war gegenüber der gestrigen Abendbörse mit 86 Prozent gehalten. Am Montanmarkt be­schränkte sich die Umsatztätigleit auf ein Minimum. Rheinstahl lagen 2,5 Prozent höher, während Gel­senkirchen fast 1 Prozent anziehen konnten. Daim­ler, Zement Heidelberg, Bauunternehmungen und Zellstoff Wawhof gewannen von 1 bis 2,5 Proz. Banken zogen unter Führung von Reichs bank wei­ter an. Renten lagen ziemlich still. Deutsche An­leihen waren behauptet. Pfandbriefe hatten nur kleinstes Geschäft. Im Verlaufe hatten die Deckun­gen nachgelassen, und die Kurse gaben, teilweise unter dem Druck von Eewinnmitnahmen, durch­schnittlich um bis zu 1,5 Proz. nach. Das erwartete Kommunique von der Verwaltung der Deutsche Linoleum-AG. war noch nicht einge­troffen, was erneut Anlaß zur Verstimmung gab. Das Angebot war in diesem Papier größer ge­worden, und es trat ein Verlust von bis 5 Prozent ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Proz. um 0,5 Proz. erleichtert. Am Devisenmarkt waren Devisen schwächer: Madrid aber weiter fest. Man nannte Mark gegen D. llar 4,1960; gegen Pfund 20,3860; London gegen Kabel 4,8586; gegen Paris 123,81; gegen Mailand 92,80; gegen Madrid 44,00; gegen Schweiz 25,0250; gegen Holland 12,0613.

Berliner Börse.

Berlin, 29. Oft Ohne daß das Geschäft zu Beginn der heutigen Effektenbörse aus dem sonst üblichen Rahmen herausragte, lagen die Eröff­nungskurse, selbst bei Berücksichtigung des in ihnen enthaltenen Reports per Ultimo Rovember, recht fest. Die Entspannung im Metallarbeiterkonflikt, eine zu erwartende beruhigende Erklärung der Deutschen Linoleum-Verwaltung, freundlichere Auslandbörsen mit anziehendem Pounganleihe- Kurs und eine leichte Befestigung der Kupferpreise veranlaßten die Spekulation zu Deckungen und kleinen Rückkäufen nach dem überwunde­nen Ultimo. Einige bei den Danken eingetroffene Kauforders stießen auf Materialmangel und an­geblich noch fehlende Limite. Im allgemeinen wa­ren die Kursgewinne nicht so erheblich Die f e st e Stimmung wurde durch Sonderbewe­gungen hervorgerufen. So zogen Kaliaktien, Farben, AEG., Schuckert, Siemens, Spritaktien, Polyphon und Kunstseidewerte stärker an. Letztere

waren, obwohl sie einen großen Teil ihres Ge­winnes schon an der gestrigen Frankfurter Abend­börse erzielten, mit Plus-Plus-Zeichen notiert. Auch Otavi lagen mit 32,60 Mark fest und Ehade- aktien überschritten wieder die 320er°Grenze. Deut­sche Linoleum konnten auf 134,60 Mark anziehen. Deutsche Anleihen hatten behauptete Tendenz. Don Ausländern zogen Bosnier um 0,25 Prozent an. Der Psandbriefmarkt war noch unentwickelt. Reichsschuldbuchforderungen fester. Der Geld­markt hatte anziehende Rotierungen aufzuweisen. Tagesgeld nannte man mit 5 bis 7 Proz.; die übrigen Sätze waren unverändert. Dei ruhigem Geschäft setzten sich im Verlaufe weiter kleine Kursbesserungen durch, die aber später infolge Rachlassens der Deckungs­neigung teilweise wieder verloren gingen. Aus­gehend von Deutsche Linoleum, die im Verlaufe etwa 6 Proz. nachgaben, wurde es gegen 3/4l Uhr allgemein schwächer, und die Kurse gaben bis 1,5 Prozent unter Anfang nach.

Frankfurt.. (Mvetbcbörfe.

Frankfurt a. M., 29. Okt. Am Frankfurter Produktemnarkt war das Geschäft auch heute sehr still. Die Händler übten starke Zurückßa tung. In­folge der Zollerhöhungen war die Spekulation weiterhin recht reserviert. Rur in Weizen konnte sich im Verlaufe das Geschäft etwas lebhafter gestalten, bei einem Preisgewinn von 2,50 Mark. Roggen lag unverändert. In Sommergerste hat das Geschäft ebenfalls stärker nachgelassen. Die Preise gaben etwa 5 Mark hierfür nach. Hafer lag ebenfalls etwas niedriger. Die Mehlpreise lagen weiter befestigt. Roggenmehl lag unver­ändert. Futtermittel still. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Ra sau) Hektolitergewicht von 75 Kilo 260; Roggen (Hes­sen, Prov. Hessen-Ra'sau und Unterhanfe '65: Sommergerste für Drauzwecke 205 b's.15; Hafer, inländischer 152,50 bis i5<f,50; Weize.,me^l, >-d- deutschrs Spezial 0 41 bis 41,75; Roggenmehl 26 bis 27; Weizenkleie 6; Roggenkleie 6,50. Tendenz: Weizen fest, sonst ruhig.

Strafkammer Gießen.

Gießen, 28. Oft. Ein Vertreter einer Ver- sicherungsgesellschakt hatte in einem Landstädtchen mit verschiedenen Personen Versicherungsverträge abgeschlossen, die Prämien erhoben, diese in feine Tasche gesteckt und die Verträge nicht an die Ge­sellschaft abgefandt. Als später eine derver­sicherten" Personen nach der Police sich erkun­digte, fertigte er eine solche unter Benutzung einer anderen alten Police an und legte sie vor. Wegen fortgesetzten Betrugs in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung hatte das Schöffen­gericht auf 5 Monate Gefängnis erkannt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des An­geklagten, nahm aber Betrug in zwei Fällen und Urkundenfälschung in einem Fall als drei selb­ständige Handlungen an.

Ein Arbeiter aus Gießen hatte sich bei einer Krankenkasse unter falschen Ramen Unterstützung angeblich kranker Kassenmitglieder erschwindelt und zu diesem Zweck auch verschiedene Unterschrif­ten gefälscht. Das Schöffengericht hatte ihn zu 5MonatenGefängnis verurteilt. Auch die Strafkammer hielt den die Straftaten leugnenden Angeklagten für einwandfrei überführt und be­stätigte das Urteil.

Wegen Vergehens gegen § 5 des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten war eine Frau zu 5 Mona ten Gefängnis verurteilt worden. Ihre Berufung war ohne Erfolg.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei-Verantwortung.) Der Kampf um den MUchpreis.

Weit davon entfernt, den reellen Milchhandel auch nur im geringsten antasten zu wollen, ist es uns doch ein inneres Bedürfnis, die un­zutreffenden Behauptungen des Eingesandts des Milchhändler-Vereins für Gießen und Umgegend klarzustellen. Richtig ist, daß zum Beispiel die Wiesecker Milcherze^ger schon vom 7. September ab 2 Pf. pro Liter weniger erhielten, während die Milchhändler noch weitere 14 Tage auf dem alten Verkaufspreis bestehen blieben. Falsch ist, daß die Milchhändler jemals gesonnen waren, auch nur einen Bruchteil ihres enormen Ver­dienstes einzubüßen. Hätten die vereinigten- Milchhändler den Abschlag von 4 Pf. mit den Landwirten geteilt, wie sie es unzutreffend schrieben, so wäre es niemals zu Streitigkeiten

gekommen. Wir begrüßen das nachahmenswerte Vorgehen unserer Berufsgenossen sehr, zu dem sie leider gezwungen sind, zeigt es doch, daß wir einen guten Schritt der Zeit näher gekommen sind, in welcher kein Bauer weder zu seinem, noch zum Schaden der Verbraucher mit sich spielen läßt.

Der Milcherzeuger-Verband. Ortsgruppe Wies eck.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

6. H. aus G. 23. Zur Beantwortung Ihrer An­frage war es nötig, zunächst die Sachlage näher zu klären. Unser Mitarbeiter stellte Ihnen zu diesem Zwecke eine Vorfrage, die wir Ihnen zur Beant­wortung brieflich zugehen ließen. Den Brief er­hielten wir jedoch zurück mit dem Postvermerk: Welcher von dreien?" Sie hatten Ihre Adresse nicht mit der erforderlichen Genauig­keit angegeben. Wir werden Ihnen den Brief erneut zusenden, damit Sie die Vorfrage beant­worten können. Alsdann erfolgt'die sofortige Er­ledigung Ihrer Angelegenheit. ~

HJ. R. Die Beantwortung Ihrer Abfrage ist nur dann möglich, wenn man den Gesamtfriedenswert des ganzen Hauses und die Gesamtsumme der Ge­bühren kennt, die für das ganze Haus zu zahlen find. Zur Beantwortung Ihrer Frage wenden Sie sich am zweckmäßigsten an die zuständige Stelle im Stadt- > haus, Bergstraße, Zimmer 3/4.

Daten für Donnerstag, 30. Oktober.

Sonnenaufgang 6.48 Uhr, Sonnenuntergang 16.39 Uhr. Mondaufgang 14.47 Uhr, Monduntergang 23.43 Uhr.

1910: Henri Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes, zu Heiden in der Schweiz gestorben; 1923: der englische Politiker Bonar Law in London gestorben.

Letzte Rachrichten.

Das Urteil

im Nachterstedter Mordprozeß.

Halberstadt, 29. Okt. (1BI23. Drahtmeldung.) heute mittag kurz nach 13 Uhr verkündete im Nachterstedter Wc^rdprozeh der Vor­sitzende des Schwurgerichts folgendes Urteil: Der Angeklagte koch wird auf Kosten der Staats­kaffe srelgesprochen.

Oie Untersuchung der Katastrophe desRlOl*.

London, 29. Oft. (2DIB. Funkspruch.) 3n der Untersuchungskommifsion, die sich mit der Kata­strophe desR101 besaht, sagte Generalstaats­anwalt Sir William Jowitt. das Gewicht der Motoren des Luftschiffs habe 17 Tonnen betragen, statt wie vorgesehen 9 Tonnen. Luftfahrt- rninisier Thompson habe im vergangenen Win­ter erklärt, das Luftschiff müsse Ende September zum Fluge nach Indien unbedingt fertig sei n, da er seine Pläne entsprechend gemacht habe. Der Luftfahrtminister habe die Absicht gehabt, während der Tagung der Reichskon­ferenz in London nach Indien und zurück zu fliegen, um dann den Premierministern der Do­minions einen großzügigen plan über die Ein­richtung von Luftverkehrslinien zwischen den ver­schiedenen Teilen des Reiches zu unterbreiten.

Brasilianische Politiker an Bord eines englischen Dampfers verhaftet.

London, 29. Oft. (WTB. Funfspruch.) Der britische DampferAluanzora wurde gestern, als er den Hafen von Rio de Janeiro verlassen wollte, durchsucht. 20 politische Flüchtlinge, die sich an Bord befanden, unter ihnen dec frühere Vizepräsi­dent Dr. Mello vianna und andere hervorragende politifer, wurden verhaftet. Hauptmann 3ua- rez Tavore, der die Revolution in den neun nördlichen Staaten von Brasilien zum Erfolg ge­führt hat, erflärte sich damit einverstanden, daß Dr. Getulio-Vargas provisorisch das Amt des Prä- sidenten übernehme. Abgesehen von Dargas befinden sich jetzt alle revolutionären Führer in Rio de Ja­neiro. In der Hauptstadt herrscht Ruhe. Sao Paulo werden voraussichtlich 10 000 Aufständische, größten­teils Gauchos, besehen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdisfont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H.

Banfnoten,

Frankfurt a. IP

Äerlin

Schluß-i

t«llhr«

Schluß«! Anfang«

furei |

Kurs

kurS |

Kurs

Datum

28 10

29 10

28 10

29. 10

6% Deutlche Retchsanleihe

87,4

7% Deutsche Reichsanleihe

98,6

Deutlche Anl^WlüI.-Schuld mit

54,25

54,25

54,25

54,4

DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . - 8% Heil. BolkSstaat öon 1929 (ruchahlb 102%)......

6,5

6,55

6,6

89

89,75

Oberhellen Provinz»Anleihe mit

_

Deutlche Komm. Smnmelabl.

Anleihe Serie 1 . ....

8% Franks. Hyp.-Bant Goldpse.

51,5

XIII unkündbar 616 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse

98,5

99 c,

4y,% Rheinische Hyp^Bank

$jtqu. Goldpse.........

85

8% Pr. Landespsandbrtesanstalt,

100

100

8% Pr LandeSpsanobriesanstalt,

Somm^Obl. R. 20......

7% Pr. ßanbeßpfanbbrielanftalt,

97

97

Psandbriese R 21......

97

97

S.S.G. abg. BounegS-Obligatio.

94

4% Oesterretchtlche Goldrente . .

26,5

4,20% Oesterreichilche Sllberrente 4°^ Oesterreichilche Einheitliche

3

3,15

3,13

_

1,85

23,6

4% Ungarische «oftrente . . . .

23,5

_

23,6

4% Ungarische StaatSrente v. 1910

18,75

V/i% beSfll- von 1918 - - -

19,4

19,9

4% Ungarische Kroneurente . . .

1,8

1,85

4% Türktlche Zollanleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anl

4,3

-

4,3

4,3

4% deSgl. Serie .........

5% Rumänische vereinh. Rente

8,35

8,5

14,1

6,85

<u% Rumänische vereinh. Rente

14,13

14

4% Rumänische vereinh. Rente

6,85

-

eis

Frankfurt a. Hl.

3trlln

Schluß«! kur« I

l«Uhr« Kur«

Schluß«! für« |

Ansang« Kur«

Datum

28 10

29 10

28 10

20 10

Hamburg-Amerika Pakei . .

7

77

-

77,5

79,25

Hamburg-Südam. Dampflchifs

8

162

Hania Damvflchiss.....

10

Norddeutscher Lloyd ....

8

77,5

77,25

78,75

Allgemeine Deutsche Ereditanst.

10

99,9

100,25

Barmer Bankverein ....

10

107

107,25

106,5

107

Berliner Handelsgesellschaft .

12

133

132,25

133,25

Commerz, und Privat-Bank .

11

119

120,5

118,25

120,5

Darmstädter und Nakionalbank

12

157,25

156

157

Deutsche Bank und

Disconto-Gesellschast, . . .

10

114,5

113,5

114,75

Dresdner Bank......

10

114,25

114,5

113,75

114,5

ReichSbank ........

12

226

228,25

226

227

21.(8.®...........

. ö

122,5

125

120,75

125,5

Bergmann........

. V

137

138,5

Elektr. LieserungSgesellschast.

10

121

115,5

Licht uno Kraft......

10

126

129

126,5

stellen & Guilleaume . . .

97

97

97,5

GejeUschajt füt Elektrische

Unternehmungen ....

10

126

129,4

125

128,25

Hamburger ElektrizttätS-Werle

10

>

114,5

116,25

N betuliche Elektrizität . . .

. 9

-

124

Schlesische Elektrizität. . . .

10

119

122,25

Schuckert & Co. . .....

11

140

134,75

140,5

Siemens & HalSle .....

16

183

184,5

180,5

185

TranSradto . .......

. 8

Labmeyer & Co...... .

1<-

147,5

147,5

146,6

Buderus..... .

. 6

53

52,75

54,25

. 6

66,25

68,75

Gelsenkirchener ......

. 8

91,5

90,75

89

91,25

Harpcner ......

. 0

89,5

89,5

Hoeich Eisen. .......

6V,

80,5

82,75

äife Bergbau.......

10

221,5

222

....................

. 7

69

69,75

72

Köln-Ncuessen.......

. 7

81,25

83,75

BianneLmann-Röhren . . .

. 7

73

73

75,6

Mansselder Bergbau . .

. 7

39

39

40

Oberschles. Eilenbcdars ...

. d

42

Oberschles. Kokswerke....

. 7

76

78,5

Phönix Bergbau ....

ey$

68

67,5

69

Rheinische Braunkohlen

10

181

178,5

180

. 6

80

82,3

79,25

82,25

Riebeck Montan ......

7,2

81,75

Frankfurt a. M.

Serlln

Schluß«! kur« |

1-Uhr« Äur«

Schluß« lur«

Anfang» Kur«

Datum

28 10

29 10

28 10

29 10

Bereinigte Stahlwerke .

69.5

69

70

Otavi Minen.....

6V.

30

32,6

Kaliwerke Aschersleben ..

e .

10

193

u

193,5

195

Kaliwerke Westeregeln .

.

10

195

194

198

Kaliwerke Salzdetfurth .

-

16

277

267,25

274

I. ®. starben-Industrie.

12

141,75

143,9

139,65

143,75

Dynamit Nobel ....

. 6

Scheideanstalt.....

e e

. v

Goldschmidt .....

. 6

42,25

.

42,25

45

Rütgerswerke.....

. 6

49,5

51,25

48,75

51

Metallgeiellschast. . . .

o 8

86

86

87

85,5

PHUtpp Hol,mann . . .

. 7

80,5

81,5

80

81

Zementwerk Heidelberg

10

*

92

Gementroer, Karlstadt. .

e e

10

Wgqß & st reb tag . . .

»

. 8

54,75

54,25

Schultheis Patzenhoser .

. -

16

178,25

185

Ollwerke.......

12

141,5

147

Aku.........

18

70

75

66,25

74,5

Bemberg..... .

14

72

76

69

76,5

Kellltoss Waldhos . . . Zellstoss Aschaffenburg .

. 18V.

113,5

111

112,5

e

IT

84

84,25

-

Charlottenburger Wasser

e e

. 8

83

84

Deslauer GaS.....

y

113,5

118

Daimler Motoren . .

e e

. o

25,5

23,5

25,6

Deutsche Linoleum . .

e e

e

134

135

131

134,6

. 0

-

-

34,75

12

36,5

Rat. Automobil . .

a

. 0

12,25

Orcuftein & Koppel .

e e

. 6

49,65

Leonhard Tietz . .

e e

10

118

119

Svenska ......

»

282,5

284,5

Frankfurter Maschinen .

. 4

18

17,75

Gritzner.......

. 6

30

29,5

-r-

Heyligenslaedt . . . .

e

. O

-

Iunghans.......

. 6

26

25

24,5

Lechroerke.......

. 8

87

Mainkrastwerke Höchst a.M..

. 8

-

Miag.........

10

73

Gebr. Roeder . . . . .

10

93

Voigt & Haesfner . . .

. 9

150

149,75

Süddeutsche Hücker .

e

10

142

139

Berlin, 28. Oktober

Geld

Äries

Amerikanilche Noten......

4,188

4,208

Belgische Noten .......

58,25

58,49

Dänische Noten .......

111,93

112,37

Lnglische Noten ........

20,353

20.433

Französische Noten .......

16,43

16,49

Holländische Noten.......

168,68

169,36

Italienische Noten........

21,86

21,94

Norwegische Noten......-

111,93

112,37

Deutsch-Oellerreich, ä 100 Schilling

59,06

59,30

Numänische Noten.......

2.48

2,50

Schwedische Noten .......

112,28

112,72

Schweizer Noten ........

81,25

81,57

Spanische Noten........

45,91

46,09

Tschechoslowakische Noten.....

12,395

12,455

Ungarische Noten .....

73,20

73,50

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

28 Oktober

/9 Oktober

Amtlich. Geld

Notierung flrlt

umiudir Geld

Kotierung

Srtc

Amst.-Nott.

168,93

169,27

168.82

169,16

Bucn.-AireS

1,419

1,423

1,426

1,430

Brss-Antw.

58,46

58,58

58,435

58,555

Christiania.

112.16

112,38

112,13

112,35

Kopenhagen

112,18

112,40

112,14

112,36

Stockholm -

112,51

112,73

112,48

112,70

Helsingfors.

10,55

10,57

10,548

10,560

Italien. . .

21,95

21,99

21,94

21,98

London. . .

20,373

20,413

20.364

20,404

Neupork ..

4,1935

4,2015

4,1915

4,1995

Paris....

16,452

16,492

16,445

16,485

Schweiz ..

81,395

81,555

81,37

81,53

Spanien.

56,20

56,30

36,30

36,40

Japan - . . '«(o de Jan Wien in D-«

2,084

2,088

2,084

2.088

0,424

0,426

£?eft. abgeft

59,115

59,235

59,085

59,205

fc::

12,436

12.456

12,432

12,452

7,33

7,47

7,431

7.445

Budapest. .

73,39

73,53

73,37

73,51

Bulgarien.

3,039

3.045

3,038

3.044

Lissabon

18,80

18,84

18,80

18,84

Danzig - .

81,48

81.64

81,47

81,63

Konstantin.

1,784

1,789

1,784

1,789

Athen. .

5,43

5,44

5,43

5,44

Tanada

4,198

4.206

4,197

4,205

Lira uay -

3,247

3,253

3,247

3,253

Cairo .

20,89

20,93

20,88

20,92