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hat keinen Einfluß auf die Vergebung der Dauarbeiten: eS wird alles tun, was zu einen befriedigenden Regelung der Hondwerkerforde- rungen beitragen kann.

Oie Preisbindungen vor dem Reichswirtschastsrat.

Berlin, 28. Aua. Lieu Wirtschafts-

politifche Ausschuß des Vorläufigen Reichswirt- fchaftsrates hat Verhandlungen über die Fragen der Preisbindungen fortgesetzt. Vach längerer Aussprache wurden zwei Arbeitsaus­schüsse mit je zwölf Mitgliedern gebildet, von denen der erste Ausschuß zuerst die Fragen der D a u st o f f e und sodann die Fragen von Kohle, Kali, Eisen. Treib st offen. Düngemitteln u. a., der zweite Ausschuß die Preisprrbleme der Markenartikel un­ter Heranziehung von Sachverständigen und In­teressenten behandeln soll. Die Ausschüsse wer­den sofort ihre Arbeiten aufnehmen und mit größter Beschleunigung durchführen.

Oie Zwangsarbeit in den französischen Kolonien.

Pari», 23. Aug. (WLB.) Im Ministerrat hat der Kolonialminister Pietry dem Präsidenten der Republik ein Dekret über die allgemeinen Grundsätze der Heranziehung menschli­cher Arbeitskraft in den franzö­sischen Kolonien zur Unterzeichnung un­terbreitet. DerMatin" will berichten können, daß es sich um die Regelung obligatori­scher Dien st lei st ungen für die Aus­führung großer öffentlicher Arbei­ten in den französischen Kolonien handele. Die französische Regierung habe dem in Genf unter­breiteten Abkommen über die obligatorische Ar­beit nicht beitreten können, aber Wert darauf gelegt, in einem präzisen Text die allgemeinen Grundsätze für im allgemeinen Interesse liegende obligatorische Arbeiten festzulegen. Das Dekret definiertobligatorische Arbeiten im allgemeinen öffentlichen Interesse" wie folgt: Iede Arbeit oder jede Dienstleistung, die von einem Indivi­duum verlangt wird, für deren Ausführung das betreffende Individuum sich nicht freiwil­lig angeboten hat, abgesehen von den Ar­beiten oder Dienstleistungen, die sich aus seinen steuerlichen oder militärischen Verpflichtungen oder der Abbüßung einer Strafe des allgemeinen Rechts ergeben.

Aus -em Wahlkampf.

lieber die Verwendung des Rundfunks im Wahl kämpfe ist bis jetzt noch kein Ent- scheid getroffen. Nach wie vor wird der Plan er­wogen, in den letzten Tagen vor der Wahl je einen Parteivertreter eine halbe Stunde Redezeit vor dem Mikrophon zu bewilligen, doch ist man sich noch nicht schlüssig darüber, ob dies in der Form von Dialogen zwischen zwei jeweils gegensätzlich zuein- ander eingestellten Parteivertretern geschehen soll, oder man einen Parteivertreter allein sprechen las­sen will und im Anschluß daran den Vertreter einer anderen Partei zu Worte kommen lassen will.

Für den Wahlkreis Hessen-Darmstadt haben die Nationalsozialist en folgende Kan­didaten nominiert: Pfarrer Münchmeyer (Düs­seldorf), ßebrer Ringshausen (Offenbach), Dr. Daum, Arzt (Oppenheim), Dekorateur A b t (Darmstadt), Prof. Dr. Werner (Butzbach) und Landwirt Diehl (Gau-Odernheim).

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Der Studienrat am Schiller-Realgymnasium in Charlottenburg Dr. Meinshausen, der der Na- tionalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ange- hört, ist durch Verfügung des Provinzialschulkolle­giums vom Amte suspendiert worden wegen seiner politischen Betätigung. Dr. Meinshausen kan­didiert für die Nationalsozialisten sowohl in Ber­lin wie in Potsdam II.

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Der Regierungspräsident von Erfurt hat die Mittelschulkonrektor Klagaes und Meyer in Benneckenstein vorläufig ihres Amtes ent­hoben. Gegen beide ist das Disziplinarverfahren mit dem Ziel der endgültigen Amtsenthebung ein­geleitet worden, da sie trotz vorheriger Verwarnung in letzter Zeit in nationalsozialistischen Versamm­lungen öffentliche Wahlreden gehalten haben.

Aus aller Wett.

Die Hitzewelle in England.

Die Hitzewelle macht sich im ganzen Lande be­merkbar. äleberall werden Personen vom H i h- schlaggetroffen und fallen aus den Straßen um. Bisher wurden löTodesfälle gemeldet. Anter den Toten befinden sich zwei Soldaten, die an den Manövern bei Aldershot teilnahmen. Andere Soldaten muhten in Krankenhäuser ge­bracht werden. Am Donnerstag, um 13 Ahr, betrug die Temperatur 30 Grad Celsius. Der Tag war der heißeste seit sieben Zähren und der heißeste Augusttag seit 19 Jahren. Auf dem Dach des Luftfahrtministeriums betrug um 16 Ahr die Temperatur im Schatten 37 Grad Celsius.

Die Hamburger Erpresseraffäre.

Die Hamburger Kriminalpolizei hat einen der Er- presser in der Affäre des Hamburger Kaufmanns Schliemann fest genommen. Schliemann hatte einen neuen E r p r e s s e r b r i e f erhalten, in dem er aufgefordert wurde, am Donnerstag zu bestimmter Stunde einem Manne das bewußte Geld zu übergeben. Kriminalbeamte begaben sich an den bezeichneten Ort und nahmen den dort War­tenden fest. Es handelt sich um einen 25jährigen aus Stettin gebürtigen Willy Schulz, der erst im Marz aus der Hamburger Strafanstalt Fuhlsbüttel entlassen wurde. Schulz ist geständig, den letzten Brief geschrieben zu haben und an dem Attentat in Großen­see beteiligt gewesen zu sein. Er bestreitet aller­dings, die Sprengstoffe mit gelegt zu haben, und verweigert die Namhaftmachung seiner Komplicen.

Furchtbare Mordtat.

Auf dem Laubengelände an der sogenannten Moosvilla in Nowawes bei Potsdam wurden Zwei Frauen von einem anscheinend geisteskranken Mann erschossen. Der Mörder hat sieben bis ad)t Schüsse abgegeben, die sofort tödlich wirkten. Der Täter ist der 48jährige Weichenwärter Brigge- mgnn. Die Frauen waren im Laubengelände von Briggemann angesprochen wordrn. Er führte unsittliche Redensarten. Die Frauen entfernten sich

Gespannte Lage in Argentinien..

OaS Beispiel Perus macht Schule. - Man vesürchtet eine Revolution gegen den Präsidenten Zrigoyen.

Reuyork, 28.Aug. (Id.-Un.) Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, erhält sich dort hartnäckig das Gerücht, daß eine Revolution gegen Prä­sident 3 r i g o t) e n im Gange ist. Die Regie­rung hat scharfe Abwehrmahnahmen ergriffen und zahlreiche Truppen in La Plata, etwa 45 Kilometer von Buenos Aires, j u f a m m en­ge 3 ogen, um nötigenfalls in Buenos Aires eln- zurücken. Präsident 3rigoyen hat einen Kabi - nettsraf einberufen, um zur Lage Stellung zu nehmen Sein Wohnsitz wird von einem starken Polizeiaufgebot mit Maschinengewehren bewacht.

Die Meldungen aus Buenos Aires geben einst­weilen ein unklares Bild der Lage. Gewiß ist indessen, daß die Lage sowohl in der Stadt Buenos Aires als auch in der gleichnamigen Provinz ernster ist, als die ersten Rachrichten erkennen liehen. Die Wachen im Regierungsgebäude sind in der vergange­nen Rächt erheblich verstärkt worden. Die Wohnung des Präsidenten 3rigoyen wird von berittenen Truppen bewacht, die andauernd auf und ab patrouillieren, ohne daß ein Grund hierfür beson­ders bekannt gegeben worden V? Präsident 3ri­golen hat mit dem zweiten Bürgermeister von Buenos Aires und mit zwei Kabinettsmitgliedern konferiert, während gleichzeitig die Regierung der Provinz Buenos Aires mit dem Kommandanten der Truppen der Garnison von La Plata Bera­tungen abhiett. Die ZeitungLa Lritica" will wissen, dah der 3ustizminister 3uan de la Campa dem Präsidenten 3rigoyen mitteilte, es bestehe die

unmittelbare Gesahr einer Revolu­tion seitens gewisser politischer Führer und des gröhlen Teiles der Armee. Die Polizeimahnahmen stellt man offiziell allerdings als Borsichtsmahregeln dar, die angesichts des Streiks von 6000 Angestell­ten der Union Telephon Company erforderlich ge- wesen wären. Ls liegt aber auch das gesamte Militär in den Kasernen in Alarm­bereitschaft. Präsident 3rigoyen hat sich am Rachmittag unter schwerer Bewachung nach dem Regierungspalast begeben, wo eine Kabinettssitzung ftattgefunben haben soll.La Tritico" hat weiter gemeldet, daß de la Campa den Präsidenten auch über die wachsende allgemeine Unzufrieden­heit über bie Untätigkeit des Kon­gresses unterrichtet habe. 3rigoyen soll erwidert haben, er befürchte keine 3nfurreffion, halte es aber für möglich, dah er persönlich der Gefahr eines Angriffes ausgesetzt sei.

Beruhigung in Peru.

Re uy ork, 28. Aug. (WTB.) Wie man aus Lima meldet, herrscht in ganz Peru vollkommene Ruhe, nachdem Sanchez Cerro die Zügel der Regierung in die Hand genom- m e n hat. Die Danken und die Geschäfte in Lima und Callao haben ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Alle Provinzbehörden haben das neue Regime anerkannt. Sämt­liche Garnisonen haben telegraphisch ihre Unter» stühung zugesichert.

Oer Wahlaufruf des Christlich-sozialen Volksdienstes.

Berlin, 28. Aug. In dem Wahlaufruf des Christlich-sozialen Volksdienstes heißt es u. a.: Verantwortungslose Parteisucht und hemmungs­loser Radikalismus haben zu einer Krisis des Parlaments geführt. Wir treiben der Dtaats- krise zu, wenn nicht in letzter Stunde eine ent­schlossene Amkehr erfolgt. Die Parteien sind heute weithin willenlose Werkzeuge rücksichtsloser wirtschaftlicher In­teressengruppen. Eine Entscheidung der Abgeordneten nach sachlichen Notwen­digkeiten und persönlicher Gewis­sensüberzeugung ist unter den alten Par­teiformen immer mehr zur Unmöglichkeit gewor­den. Zu dieser politischen Rot gesellt sich die wirtschaftliche: Die deutsche Landwirtschaft steht in hartem Ringen um ihre Existenz. Der ge­werbliche Mittelstand droht unter den schweren öffentlichen Lasten zusammenzubrechen. Millio­nen von Arbeitslosen sind aus dem Produk­tionsprozeß herausgeworfen. Angeheuerliche Tributlasten hemmen die wirtschaftliche Auf­wärtsentwicklung. Der Christlich-soziale Volks- dienst erkennt in dieser äußeren und inneren1 Bedrängnis unseres Volkes nicht nur eine Folge der Knechtung durch äußere Gegner, von der wir frei werden müssen, sondern vor allem eine Anklage gegen das Versagen der Christen im öffentlichen Leben und einen Ruf zur Erneuerung des politischen Wol­lens. Rur wenn die evangelischen Christen sich der Mitverantwortung für die Gestaltung des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vor Gott bewußt werden, kann das innerlich faule Parteiwesen überwunden und eine Gesundung des politischen Lebens erreicht wer­den. Richt Revolution, sondern Reforma­tion des politischen Lebens ist daher die Losung des Christlich-svzialen Volksdienstes! Das bedeutet die Ablehnung jeder Katastrophen­politik nach innen und nach außen.

Wir werden jede verantwortungsbewußte und verantwortungsfreudige Regierung unterstützen, welche die dringliche Aufgabe der Gesundung der Reichsfinanzen, der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit und der Rettung der Landwirtschaft entschlossen und unter Ausschöpfung aller ver­fassungsmäßigen Möglichkeiten in Angriff nimmt. Unser Wille zum Dienst am Staat verbindet sich mit heißer Liebe zu unserem Volk in seiner Gesamtheit. Wir lehnen deshalb jede Klassen­front und Klassenkampf, ob sie nun von rechts oder links, vom Marxismus oder Kapitalismus kommen, ab. Die Rettung liegt nicht in der Zu­sammenballung der selbstischen Interessen der einzelne in einem brutalen Gruppenegoismus, sondern nur im Sieg einer neuen Gesinnung des Dienstes und des Opfers. Wir fordern stärksten Einsatz staatlicher Hilfe zum Schutz der schwer bedrohten Familie und insbesondere ausrei­chende Hilfe für die Kinderreichen. Wir fordern eine Reugeftaltung des Eherechts in christlichem Sinn. Wir fordern ein Reichsschulgesetz, das dem verfassungsmäßigen Recht der Eltern Ge­nüge leistet und das, ohne die geschichtlich ge­wordenen christlichen Simultcmschulen in einzel­nen Ländern aufzuheben, die freie Entfaltungs­möglichkeit der christlichen Bekenntnisschule sichert. Wir fordern Freiheit und Schutz für die Entfal­tung der Kirchen und religiösen Gemeinschaften und ihrer Liebestätigkeit.

Wir fordern eine energische Bekämpfung von Schund und Schmutz In Presse, Kunst, Kino und Theater. Rur auf der Grundlage einer neuen Volksverbundenheit, die aus innerer Erneuerung fließt, läßt sich auch eine erfolgreiche Befreiungs­politik durchführen. Deshalb ruft der Christlich, soziale Volksdienst über alle Parteischranken hinweg auf zu gemeinsamem Dienst an Volk und Staat.

rasch, und im gleichen Augenblick schoß Brtgge» mann auf die Flüchtenden. Zuerst fiel Frau Müller, von mehreren Kugeln getroffen, dann Frau Warzecha. Frau Bartel konnte mit ihrem Kinde unverletzt flüchten. Sie hatte Briggemann erkannt. Da die Frauen, als sie verletzt wurden, furchtbar schrien, war ein Arbeiter, der zufällig zu Rad vorüberfuhr, nach dem Grundstück geeilt, und dort sah er Briggemann über den Zaun f ch- t e n. Briggemann lief nach dem Walde in der Nähe des Jagdschlosses Stern, wo er zwischen den Bäu­men verschwand. Der Doppelmörder wurde auf feinem Grundstück in Drewitz, das nahe am Walde gelegen ist, von Landjägern geft eilt. Als er die Beamten kommen sah, flüchtete er in den nahen Wald. Er würde zum Halten aufgefordert, und als er nicht stehen blieb, gab ein Beamter einen Schuß ab. Briggemann stürzte getroffen zu Boden und konnte verhaftet werden. Er hatte noch drei geladene Revolver und 110 Schuß Munition bei sich. Der Mörder war der Nowawefer Polizei feit langer Zeit als Wüterich bekannt. Er hat mehrfach die Ein­richtung feiner Wohnung kurz und klein geschlagen und seine Frau bedroht.

Bei einem Schulausflug in einen Bach gestürzt.

In Bonneville in Savoyen fielen bei einem Schulausflug infolge Bruches eines Ge­länders acht Kinder in einen Dach. Drei konnten nur noch als Leichen geborgen werden.

Für 25 000 Gulden Ähren erbeutet.

In einem großen Ahrenspezialgeschäft in Amsterdam wurde ein Einbruch verübt, wobei den Tätern eine Deute im Werte von etwa 25 000 Gulden in die Hände fiel. Einer der Täter, ein etwa 30 Iahre alter Deu tscher namens Otto Hahn, bei dem fast die ge- samteDeute gefunden wurde, wurde ver­haftet, kurz bevor er abreisen konnte, um sich wahrscheinlich nach Deutschland zu begeben. Zwei Holländer wurden in Amsterdam unter der De- schuldigung in Haft genommen, an dem Ein­bruch beteiligt zu sein.

Ein Rlefenbetväfferungsplan für Kleinasien.

3m Obersten Moskauer Landwirtschaftsrat ist ein Plan für die Dewässerung ausgearbeitet wor­den, der alles auf diesem Gebiet bisher geleistete weit in den Schatten stellen soll. Der Plan sieht die Verwandlung einer 450 000 Hek­

tar großen Wüste, die unter dem Ramen Hungerwüste bekannt ist, in ein I n du st r i e - gebiet vor. Der Fluß Syr (Turkestan) soll einen mächtigen Staudamm erhalten. Ein ganzes Retz von Bewässerungskanälen soll angelegt werden. Der Bau von 8 Kraft­werken, verschiedenen Fabriken und weiteren industriellen Werken ist geplant. Schließlich sollen mehrere Eisenbahnlinien gebaut werden. Das Projekt soll 115 Millionen Rubel kosten.

Zehn 3ahre Bund Deutscher Reichssteuerbeamten.

Am 29. August blickt die führende Berufsorgani­sation innerhalb der jungen Reichsfinanzoerwaltung, berBund Deutscher Reichssteuerbeamten", auf ein zehnjähriges Bestehen zurück. Die Organisation fiel im vorigen Jahre weiteren Kreisen der Oeffentlich- keit durch ihre entschiedene Ablehnung jeg­lichen Warenhandels durch Beamte aus. Ebenso bemerkt wurde ihr Bestreben auf Durch­führung einer wirtschaftlich tragbaren unö sozial gerechten Steuergesetz­gebung. In diesem Sinne wurde erst unlängst eine Denkschrift über Reform der Reichs- flnanzoerwaltung der Oeffentlichkeit unter­breitet.

Ausländsdeutsche Arbeiterkinder im Reich.

Mit Anterstützung des Vereins für das Deutschtum im Auslande sind in diesem Iahre erstmalig eine Reihe von Arbeiterkindern aus den abgetretenen Gebieten zur Erholung nach Deutschland gesandt worden und in größeren Lagern hat man diesen Kindern Gelegenheit zur Erholung und zum Studium des Deutschtums gegeben. Die günstigen Erfahrungen, die man mit diesem DeutMand- besuch gemacht hat und die Tatsache, dah sich die Kinder in Deutschland außerordentlich wohlge­fühlt haben, haben Anlaß dazu gegeben, die Ein­richtung alljährlich zu wiederholen. In diesem Iahre befanden sich 75 Arbeiterkinder einen Mo- nat lang in Deutschland. In den nächsten Iahren soll diese Zahl noch vergrößert werden.

Trachomebekämpfung.

Unter Mitwirkung der Gesundheitsabteilung des Völkerbundsfekretariats fand in Genf eine Kon- ferenz von Autoritäten der Augenheilkunde zum Studium der Trachomekrankheit statt, die von der Rocketellerstiftung veranstaltet wurde. Es nahmen an der Konferenz bekannte Augenärzte und Pro- fesioren aus 22 Ländern teil. Aus Deutschland

waren Professor Birch-Hirschfeld und Pro­fessor Dr. Meißner erschienen. Die Tagung diente einem Meinungsaustausch über den Stand und die Bekämpfungsmethoden der Trachome. Es wurde zur Weiterführung der eingeleiteten Arbeiten ein inter­nationaler Verband gegründet

Flugzeugunglück im Allgäu.

Bei Weiter im Allgäu ist das Verkehrs­flugzeug Wien Innsbruck Zü­rich A95 abgestürzt. Es herrschte heftiger Regen, der bie Sicht sehr behinderte. Der Flugzeugführer dürfte daher einen gegenüber­liegenden Talhang nicht gesehen haben. Er wollte im letzten Augenblick höher gehen. Das Flugzeug rutschte aber senkrecht ab und stürzte ab. Die Maschine wurde oberhalb der Führer­gondel schwer beschädigt. Alle drei In­sassen wurden ins Krankenhaus Weiler ge­bracht, wo der Flugzeugführer, Hauptmann a. D. Gustav Rubritius aus Wien nach einer Stunde starb. Ein Fluggast, der Reuyorker Professor George Edward, war auf einer Curopareise begriffen. Er hat einen Armbruch, Schulterver- tetzungen und innere Verletzungen erlitten. Der zweite Fluggast, Oktavio Riben, der aus Kra­kau kam und nach Zürich wollte, hat mittel­schwere Verletzungen erlitten.

Vermischtes.

Tonfilm und Musiker.

Die Spitzenorganisation der deutschen Film­industrie hat in diesen Tagen eine Resolution zur Musikerfrage gefaßt und darin zurSteue- tung der durch die Amstellung auf den Tonfilm brotlos gewordenen Kinomusiker empfohlen, diese zur Heran­ziehung bei Tonfilmkapellen bevorzugt zu behandeln. Die Spihenorganisation der deut­schen Filmindustrie hat weiter empfohlen, daß in der Verwendung ausländischer und nebenberuflich tätiger Musiker eine größtmögliche Beschränkung eintreten soll. Wie schwer die Rotlage bei den deutschen Musikern tatsächlich ist, und wie gerecht­fertigt die Resolution der Spitzenorganisation zur Musikerfrage ist, mag u. a. daraus hervor­gehen, daß nach Feststellungen des deutschen Musikerverbandes über 75 Prozent aller ehemaligen Kinomusiker heute ar­beitslos sind. Von ehemals 12 000 Musikern sind heute mehr als 9000 erwerbslos. Diese Tatsache hat inzwischen zu einem Aebereinkommen zwischen der Filmindustrie, der Grammophon­industrie und dem Deutschen Musikerverband geführt, nach dem bei Reueinstellungen in erster Linie die erwerbslosen Musiker berücksichtigt werden sollen.

Ein Iahr deutscher Fernsehverein.

Am 13. September ist ein Iahr vergangen, seit der Allgemeine Deutsche Fernsehverein gegründet wurde. Diese Organisation, der u. a. der Reichs­postminister Dr. S ch ä tz e l, der Rundfunkkom­missar des Reichspostministeriums, Staatssekretär Dr. Bredow sowie zahlreich« andere hervor­ragende Vertreter der Behörden und der Technik angehören, hat im Laufe ihres einjährigen Be­stehens auf dem Gebiet des Fernsehens wich­tige Pionierarbeit geleistet und mit seinen Arbeiten der Industrie und Wissenschaft manche wichtige hervorragende Anregung gegeben. Wenn dabei dem stürmischen Drangen mancher Kreise nach schnellster öffentlicher Einführung des Fernsehens Widerstand entgegengesetzt wurde, so geschah dies deshalb, weil der Allgemeine Deutsche Fernsehverein ebenso wie die Behörden der Auffassung waren, dah diese Eile von den übelsten Folgen für die Allgemeinheit begleitet sein würde. Die Fortschritte, die während des vergangenen Iahres und vor allem auch in den letzten Monaten auf dem Fernsehgebiete erreicht wurden, kommen schon auf der dies­jährigen Funkausstellung eindrücklichst zur Gel­tung.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet nimmt Deutschland weiter mit in seinen Bereich. Der Kern pendelt neuer­dings etwas südwärts und erstreckt sich dabei mehr über das nördliche Deutschland, so daß dadurch die sommerliche Wetterlage vorerst fort­dauert.

Aussichten für Samstag: Heiter, stellen­weise morgens dunstig, warm, trocken.

Aussichten für Sonntag : Außer Neigung zu Gewitterstörungen wenig Aenderung der Wetter- läge.

Lufttemperaturen am 28. August: mittags 29,3 Grad Celsius, abends 22,2 Grad: am 29. August: morgens 17,5 Grad. Maximum 29,8 Grad, Mini­mum 13,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28 August: abends 26 Grad, am 29. August: morgens 18,8 Grad Celsius. Sonnenscheindcruer 12Vl Stunden.