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Aus der provinzialhauptstadt.

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Zur Erinnerung an Heinrich Siegel.

Von Univ.-Prof. Or. Frölich.

Einige Tage vor Ostern, am 13. April d. 3., hot sich zum hundertsten Male der Tag ge­jährt, an dem Heinrich Siegel, zuletzt or­dentlicher Professor des Deutschen Rechtes an der Llniversität Wien, geboren wurde. Wenn der Ertrag der Lebensarbeit Siegels auch in erster Linie seiner zweiten Heimat Oesterreich und der österreichischen Rechtsgeschichte zugute gekommen ist, so hat doch ebenfalls die Lan- desunivcrsität Gießen und namentlich ihre Juristische Fakultät Anlaß, seines Geburts­tages zu gedenken. Hat doch hier in Gießen Siegels wissenschaftliche Laufbahn begonnen, ist er doch hier promoviert und habilitiert worden und hat er eine Reihe von Jahren als Privat- dezent der Landesuniversität angehört, bis er dem Rufe in den größeren Wirkungskreis folgte, dem er bis zu seinem Tode treu geblieben ist.

Heinrich Siegel wurde am 13. April 1830 in Ladenburg am Reckar als Sohn des badischen Hofrats und Physikus Dr. Joseph Siegel geboren und hat nach im September 1849 bestandener Reifeprüfung an den älniversitäten Heidelberg und Bonn die Rechte studiert. Rach- dem er schon als Student eine von der Uni- vcrsität Heidelberg gestellte Preisaufgabe über das mittelalterliche deutsche Erbrecht mit Erfolg bearbeitet hatte, gewann er im Herbst 1852 in Gießen auf Grund einer erweiterten Be­handlung des gleichen Gegenstandes die Doktor­würde. Hieran schloß sich bereits ein 3ahr spä­ter die Erteilung der venia legendi, d. h, wie die , Verfügung des akademischen Senats vom 12. De­zember 1853 besagt,die Erlaubnis, unter ge­nauer Beobachtung der bestehenden und noch er­folgenden Vorschriften Vorlesungen im Gebiete der Rechtswissenschaft, wozu für jedes Semester die besondere Genehmigung der Fakultät erfor­derlich ist, zu halten". 3m Sommer 1857 er­ging an ihn die Berufung auf eine außerordent­liche Professur für Deutsches Recht an der Uni­versität Wien. Dort hat er, später zum ordent­lichen Professor und Hofrat aufgerückt, 40 Jahre hindurch eine umfassende und erfolgreiche Tätig­keit als Hochschullehrer, als Forscher, als Ge­neralsekretär und schließlich als Vizepräsident der K. Akademie der Wissenschaften, sowie als Mit- ' glied des österreichischen Herrenhauses entfaltet. Rachdem er wegen seines schwankenden Gesund­heitszustandes im 3ahre 1897 sein Lehramt nie­dergelegt hatte, ist er am 4. 3uni 1899 in Wien gestorben.

Siegel war ein akademischer Lehrer von glän­zender Beredsamkeit und vollendeter Vortrags­form, ein Forscher von vielseitiger Begabung und rastlosem Schaffenseifer. Reben zahlreichen Arbeiten zur Herausgabe deutscher und öster­reichischer Rechtsquellen des Mittelalters und neben einer Reihe wertvoller Abhandlungen über Einzelsragen rechtsgeschichtlicher und dogmatischer Art aus dem Bereich des Stände- und Derfah- rensrechtes sind es namentlich seine Untersuchun­gen zur Entwicklung des deutschen Vertragsrech­tes. feine Beteiligung an der großen Ausgabe der österreichischen Weistümer und sein in meh- treten Auflagen vorliegendes Lehrbuch der deut­schen Rechtsgeschichte, die seinen Qi amen weit­hin belanntgernacht haben. Als Mensch zeich­neten Siegel strengste Rechtlichkeit- und uner- 'rnüdliche Pflichttreue aus. Das Andenken an den großen Rechtslehrer, den bedeutenden For­scher, den lauteren Charakter wird auch an der Stätte seiner ersten Wirksamkeit lebendig bleiben.

Verbands-3ugendprüfung für Vorstehhunde bei Gießen. Der Gau Hessen desVereins Deutsch Drahthaar" hielt zusammen mit demHubertus, Verein weid­gerechter 3äger, Sih Gießen" am Samstag in Revieren um Gießen seine diesjährige 3ugenb- prüfung nach den Regeln des Verbandes der Vereine zur Prüfung von Gebrouchshunden zur 3agd ab. 32 3ährlinge stellten sich den Richtern, und zwar 30 Deutsch-Drahthaar, 1 Deutsch-Kurz­haar und 1 Deutsch-Stichelhaar. Das Prüfungs­ergebnis übertraf alle Erwartungen und zeigte, daß nicht nur mit sehr gutem Material gezüchtet, sondern seitens der Führer auch mit viel Hin­gabe und 3dealismus gearbeitet worden ist. 25 Hunde erreichten die Punktzahl zum 1. Preis, sechs zum 2. Preis und ein Hund zum 3. Preis, obwohl bei der Güte des Zuchtmaterials seitens

der Richter ein strenger Maßstab angelegt wurde. Daraus geht hervor, daß die planmäßige Ar­beit beider Vereine, dem deutschen 3äger den unentbehrlichen Gefährten in Gestalt des in allen Sätteln gerechten deutschen Gebrauchshundcs zu schaffen, von 3ahr zu 3ahr schönere Erfolge zeitigt. Besonders wertvoll ist dabei, daß außer sechs Hunden alle unserem engeren Gebiet als Zuchtgebiet entstammen. 3hre Züchter können mit Stolz von sich sagen, daß sie durch das Züchten solcher feinnasigen, spursicheren, heh- lustigen und scharfen 3unghunde dem Weidwerk wertvollste Dienste geleistet haben.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

+ Lang-Göns, 28. April. Bei dem am Freitag niedergegangencn Gewitter, das zeit­weise mit Hagelschlag, der allerdings nur wenig Schaden anrichtete, verbunden war, wurde der hiesige Landwirt Otto Wagner vom Blitz getroffen. Wagner war allein mit seinem Fuhrwerk auf dem Feld. Rach dem Blitzschlag lag er längere Zeit bewußtlos, dann wurde er zunächst in das nahe Bahnwärterhaus gebracht und muhte von da mit dem Auto heimgefahren werden. Lebensgefahr besteht nicht, und man hofft, daß auch die Lähmungserscheinun- gcn an beiden Qlrmen wieder verschwinden werden. Am gestrigen Sonntag wurden in der hiesigen Kirche 14 Konfirmanden 11 Knaben und 3 Mädchen unter Mit­wirkung des hiesigen gemischten Chores (Lei­tung: Karl Boller), der einige Lieder vortrug, eingesegnet. Für unser Dorf ist diese Zahl klein, da die normalen 3ahrgänge zwischen 35 und 40 schwanken.

t Treis a. d. Lda., 28. April. Heute nachmittag wurde hier der älteste Mann unseres Dor­fes, der frühere Schmiedemeister Johann Georg Benner II. im Alter von 89} Jahren zur letz - t e n Ruhe gebracht. Er mar seit Monaten körper­lich hinfällig, aber bis wenige Tage vor seinem Ende geistig frisch und lebendig. Mit ihm ist der letzte Treiscr dahingcgangen, der noch als kurhessischer Soldat in Kassel seiner Militärpflicht genügt hatte: aus dieser Zeit erzählte er gerne Erinnerungen. In die Schule wurden heute 21 A beschützen, 14 Knaben und 7 Mädchen, aufgenommen, konfir­miert wurden am 2. Feiertag 19 Kinder, 9 Knaben und 10 Mädchen.

5 Göbelnrod, 28. April. Der neue Schul- saal, der als Anbau an das Schulhaus gebaut wird, macht gute Fortschritte. Dieser Tage wurde das Dach von den Zimmerleuten aufgeschlagen. Der seit­herige Schulsaal kann nun nicht mehr benutzt werden, da schon ein Durchbruch in den Anbau erfolgte und das eine Fenster zugebaut ist. Während der Ueber- gangszeit, die immerhin einige Monate dauern wird, muß der Unterricht im Gemeindezimmer gehalten werden. Da dieser Raum aber noch bedeutend kleiner ist, als der alte Schulsaal, der ebenfalls zu klein war, so daß man zum Neubau schreiten mußte, ist die Unterbringung der Kinder darin sehr schwer.

# 93 i 11 i n g e n , 28. April. Posthilfsstelleninhaber Schneider, dahier, konnte dieser Tage auf sein 25. Dienstjubiläum zurückblicken. In treuer Pflichterfüllung hat der Jubilar sowohl zur vollsten Zufriedenheit seiner vorgesetzten Behörde als auch der Einwohnerschaft des Postbestellbezirks Villingen- Nonnenroth seines Amtes gewaltet. Er erfreut sich bei alt und jung wegen feines leutseligen Wesens großer Beliebtheit.

Li ch, 28. April. Der Kreisziegenzucht­verein kann in diesem Jahre auf sein 2 5jäh- riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet Anfang Juli hier eine Jubiläumsaus­stellung statt. Außerdem werden noch in Gießen und Hungen im Laufe des Sommers Ziegen- Märkte abgehalten.

s. T r a i s - H o r l o f f, 28. April. 3n der Wirt­schaft Rudlos versteigerte der Landwirt R e u ß e l, Bellersheim, seine in den Gemarkun­gen Lltphe und Trais-Horloff gelegenen W i e - sengrund st ücke. Als Kaufpreis wurden 50 Pfennig für den Quadratmeter erzielt. Die Kaufsumme ist in fünf 3ahresraten zu zahlen. 3n unserem Kirchspiel wurden in diesem Jahre 23 Konfirmanden eingesegnet, darunter acht aus der Muttergemeinde Trais-Horloff, zehn aus 3nheiden und fünf aus Tltphe. Da unsere Pfarrstelle durch den Tod des Pfarrers Weber verwaist ist, nahm Pfarrer B o ck, Hungen, die Einsegnung vor. Die Feier wurde durch mehr­stimmige Gesänge der Konfirmanden verschönt.

Kreis Büdingen.

# Bad Salzhausen, 28. April. Bei dem herrlichen Frühlingswetter hat sich bereits eine

ganze Anzahl Kurgäste hier eingefunden. Im Laufe des vergangenen Winters sind mancher­lei Verbesserungen zur Hebung des Bades vorge­nommen worden. So wurden die Quellen 3, 5 und 6 gereinigt und mit neuen Filtern versehen. Auch die Brunnenschächte wurden erneuert, mit schöner Einfassung versehen und äußerlich in Stand gesetzt.

Bänke, Brücken, Treppen und Promenadenwegö wurden gestrichen bzw. ausgebessert. Besonders her- oorzuheben ist die bauliche Wiederherstellung des Liebigzimmers im Laboratorium. Die Einweihung soll in Gemeinschaft mit dem Kur- und Verkehrs­verein durch die Badedirektion im Monat Mai vor­genommen werden.

Wirtschaft.

* Allianz und Stuttgarter Lebens­versicherungsbank A.-G. Die Gesellschaft teilt mit: Die Abschlußarbeiten sind soweit gefördert, daß über das Ergebnis für den Gewinnverband der früheren Frankfurter Lebensversicherungs-A.-G. Klarheit besteht. Ein günstiger Sterblichkeitsverlauf und angemessene Kapitalerträge, sowie bereits jetzt erzielte erhebliche Einsparungen an Verwaltungs­kosten ermöglichen es, die Dividendensätze für die Versicherten, welche die Frankfurter Lebensversiche- rungs-A.-G. für 1930 festgesetzt hatte, auch für 1931 aufrechtzuerhalten.

* Großfusion i m Baugewerbe? Zu den Nachrichten über eine bevorstehende Großfusion im Baugewerbe durch den Zusammenschluß der Dycker- Hoff & Widmann A.-G., der Allgemeinen Baugesell­schaft Lenz & Co., Berlin, der Industriebau Held & Francke A.-G. und der Huta Hoch- und Tiefbau A.-G., Breslau, erfährt der WTB.-Handelsdienst, daß Verhandlungen über eine derartige Fusion bis­her nicht stattgefunden haben und die veröffentlich­ten Angaben den Tatsachen weit vorauseilen.

* Maschinenfabrik Eßlingen. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde 'das Ergebnis des am 31. Dezember 1929 abgelaufenen Geschäfts­jahres. festgestellt. Die Bilanz schließt einschließlich des Gewinnvortrages mit einem Reingewinn von 385 088 Mark. Im Hinblick auf die wesentliche finan­zielle Entlastung, welche das Unternehmen im ab­gelaufenen Jahr erfahren hat, hält die Verwaltung den Zeitpunkt für gekömmen, die Dividendenzah­lungen wieder aufzunehmen ünb bie Ausschüttung einer Dividenbe in Höhe von 5 Proz. in Vorschlag zu bringen. Generalversammlung am 28. Mai.

* A.-G. für Zellstoff- und P apicrf a- brikation, Aschaffenburg. Der Auf­sichtsrat hat auf Grund bes Abschlusses für 1929 beschlossen, der auf den 11.3uni einzube­ruf enden G.-V. die Ausschüttung einer Divi­dende von wieder 12 Prozent vorzuschlagen, wenngleich die Lage in der Zellstoff- und Papierindustrie in letzterer Zeit sich ungünsti­ger gestaltet hat. Dieser Beschluß des Oluf- sichtsrats kommt ziemlich überraschend, da man infolge des weniger günstigen Geschäftsganges sicher mit6 einer Dividendenkürzung um 1 bis 2 Prozent gerechnet hatte, auch im Hinblick auf die Dividendenreduzierung bei Zellstoff Waldhof.

* Felten L Guilleaume Karlswerk A.-G. Köln-Mülheim. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, der auf den 26. Mai einzuberu- senden H.-V. die Verteilung einer Dividende von 7,5 (w. i. V.) vorzuschlagen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M, 29. April. Tendenz: be­hauptet. Auch an der heutigen Börse bestand hauptsächlich 3nteresse für festver­zinsliche We rte , während das Geschäft an den Aktienmärkten noch weiter zurückging. QJer- schledentlich waren Tausch Operationen von Aktien gegen Renten au beobachten, was zur Folge hatte, daß die Aktienkurse trotz freundlicherer Grundstimmung überwiegend nur knapp behauptet waren. Die trotz des Ultimos anhaltende Festigkeit am Geldmarkt trug zu der etwas zuversichtlicheren Stimmung bei. Am Kalimarkt waren Kali Salzdetfurth stärker gefragt und bei nur geringem Angebot 8 Prozent höher. Außerdem erhielt sich 3nter- esse für Dyckerhoff und Widmann, die in Er­wartung einer Dividendeerhöhung erneut 2Pro- Aent anzogen. Anderseits waren Felten & Guil­leaume auf die Enttäuschung über die unver­änderte Dividende angeboten und 1,5 Prozent schwächer. Einige Abgaben wurden ferner in Deutsche Linoleum vorgenommen, die 4,5 Proz. verloren. Am Bankenmarkt gaben Commerzbank 1,25 Prozent nach, Dedibank und Reichsbank konnten dagegen« 1 bis 2 Prozent anziehen. Schiffahrt-, Montan- und Clektropapiere eröff­neten knapp gehalten. Zellstoffwerte waren voll­kommen unverändert. Am Anleihemarkt zogen Reubesi Han leihe bei lebhafter Rachfrage weiter bis 11,65 Prozent an. Altbesitz auf Gewinnmit­nahmen 0,5 Prozent schwächer, später wurde dieses Papier aber wieder fester. 3m Verlaufe machte sich eine gewisse Lustlosigkeit bemerkbar,

und die Llmsahtätigkeit beschränkte sich auf' ein Minimum. Die Kursveränderungen waren meist gering. Lediglich am Anleihemarkt war das Ge­schäft weiter im Gang. Auch Pfandbriefe blie­ben gesucht. 3m Zusammenhang mit dem be­vorstehenden Ultimo war Tagesgdld zu 5Proz. gesuchter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1882, gegen Pfund 20J625, Lon­don gegen Kabel 4,8620, gegen Paris 123,94, gegen Schweiz 25,08, und gegen Holland 12,08.

Berliner Börse.

Berlin, 29. April. Auch für die heutige Börse lagen besondere Anregungen nicht vor. Die Aktienmärkte blieben weiter vernachlässigt, und die ersten Notierungen waren im Vergleich zu den festeren Kurstaxen des Vormittagsoerkehrs etwas enttäuschend. Das Geschäft war im allgemeinen wieder äußerst still. Die Spekulation hielt sich sichtlich zurück, da einerseits die Schwäche der Aus­landsbörsen und anderseits innerpolitische Momente (besonders der bevorstehende 1. Mai) zur Vorsicht zu mahnen schienen. Selbst die Rentenmärkte er­öffneten nicht ganz so fest wie erwartet, doch war in diesen Werten die Umsatztätigkeit weiter ziemlich groß. Man hört verschiedentlich die Ansicht, daß diese Rentenbewegung auf die Aktienmärkte über­greifen könne, wobei die Papiere, die durch kon­stante Dividendepolitik beinahe festverzinslichen Cha­rakter hätten, profitieren müssen. Im allgemeinen waren die Kursveränderungen nicht bedeutend. Durch Festigkeit zeichneten sich Kaliaktien unter Führung von Salzdetfurth aus, die gegen gestern bis zu 5,6 o. H. gewannen. Auch Berliner Maschinen plus 1,5 v. H. fanden stärkere Beachtung, da man bei diesem Unternehmen von einem besseren Beschäftigungs­grad wissen wollte. Weiter schwach lagen dagegen Mansfelder minus 2,25 v. H., da mit einem erneu­ten Sinken des Kupferpreises zu rechnen sei. Trotz des Zustandekommens des Kunftseidepaktes zwischen Erzeuger und Verbraucher auf 20 Jahre lagen Aku 2,25 v. H. niedriger. Aber auch Schultheis und Deutsche Linoleum gaben um je 2,75 o. H. nach, und Chadeaktien verloren 2,25 o. H. Die Aktien des Aschaffenburger Zellftoffmarktes konnten ihren ge­strigen, an der Frankfurter Abendbörse erzielten fast lOprozentigen Gewinn nicht behaupten, und die­ses Papier lag nur noch 7,5 v. H. hoher. Zu beach­ten ist noch, daß bei den Reichsbankoorzugsaktien heute der Dividendeabschlag von netto 3,15 v. H. nicht mehr im Kurs enthalten ist. Deutsche Anleihen weiter freundlich, aber nicht mehr so lebhaft, wie an den Vortagen. Ausländer ruhig. Pfandbriefe weiter gefragt. Geld war vor dem Zahltage gesucht. Tagesgeld 5 bis 7,5 v. H.; Geld über Ultimo eben­falls 5 bis 7,5 v. H.; Monatsgeld 5 dis 6,5 v. H. Nach den ersten Surfen wurde die Tendenz unregel­mäßig. Eine gewisse Stütze ging von der Festigkeit einiger Spezialwerte aus. Salzdetfurth konnten bie 400 v. H.-Grenze wieder überschreiten. Auch Sprit­werte lagen wieder etwas höher beachtet.

Letzte Nachrichten.

Eröffnung der größten Schleuse der Welt.

Amsterdam. 29. April. (WTB. Funkfpruch.) In 8 m u i d e n, dem Vorhafen von Amsterdam, wird heute in Gegenwart der Königin die feier­liche Eröffnung der neuen großen 77ord- fees chleufe vor sich gehen. Diese Schleuse stellt die zur Zeit größte der Welt dar. während die seit dem Iahre 1909 bestehende bisherige neue Schleuse Dimensionen von 225 X 25 X 10 Meter aufweist, betragen die Abmessungen der jetzigen neuesten Schleuse in der Länge 400 Meter, in der Breite 50 Meter und im Tiefgang 15 Meter. Durch die neue Schleuse werden die größten Schiffe der Welt Amsterdam erreichen können. Weil in der Nähe der Schleuse kein Trockendock von ausreichender Tiefe vorhanden ist, wurden die drei Torkammern der Schleuse als Trockendock ausge­bildet. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 19,5 Millionen holländische Gulden.

Banknoten.

a.

Jranffurt a. M. Berlin

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v.H.

Frankfurt a. M. |

Lerlln

Schluß«!

1«UH>

Schluß«!

Anfang«

furd |

Kur-«

furd

Kurs

Datum

28. 4.

29.

28. 1.

29. 4.

6% Deutlche Reichsanleihe von 1927 .....

7% Deutsche Reichsanleihe

87,5

87

-

von 1929 .......

Deutsche Anl.-Ablvi.-Schuld mit

101,25

102

Auelos.-Rechten ...

59,1

58,65

58

58,9

DeSgl. ohne Auslos..Rechle . . . 6% Hess. Bolksstoat von 1929

11,45

11,5

H,4

11,6

trückzahlb. 102%)......

Lberhessen Provinz - Anleihe mit

92,5

Ausloi.-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl.

54

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse.

55,75

55,5

XUI unkündbar bis 1931 . . . 7% yrankf. s>yp.«Bank Goldpse.

99

unkündbar bis 1932 .

4%% Rheinische Hyp.-Bank

92,75

-

-

Ltau. Goldpse.

86

6% Pr. Landespsandbriesanstalt,

Hfandbriese 91. 17 . ...

8% Pr. LandespsandbriesanstaU,

100

100

fiomm^Cbl. 81. 16 .

95,5

95,5

_

7% Pr. Landespsandbriesanstalt,

Pfandbriefe R. 10 .....

fl.G.. abC. Borkriegs-Lbligatto-

96,75

91,75

neu. rutiablbar 1932 . ...

4% Oesterrelchtsche Goldrente . . 4,20% Oesterretchtsche Silberrenle

26,8

26,75

1,13

4

_

4% OeflertcWiche Einheitliche

Rente

2,45

_

4% Ungarische Goldrente . . . .

24,25

24^2b

94.13

4% Ungarische StaatSrenle v. 1910

20,75

21

4V,% dcsgl. von 1913

22

4% Unaartsche Kronenrente .

2,4

2,4

2,4

4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl

6,75

6,75

6.8

6,9

Serie 1.....

H,85

*

4% deügl. Serie II.......

5% Rumänische veretnh. Rente

6,75

6,85

von 1903 ........

i'/i% Rumänische vereinh. Rente

16,8

9,9

von 1913 .........

1% Rumänische vereinh. Rente .

16,7

_

8,025

1

8,13

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß«! hirS |

l«Üf)r« Kurel

Schluß« turs

Anfang« Kurs

Datum

28- 4.

29. 4.

28. 4.

29. «.

Bereinigte Stahlwerke .

98

97,75

96,75

Otavi Minen.....

. 16'/.

51

50,75

Kaliwerke Aschersleben .

e e

10

226,5

225

231

Kaliwerke Westeregeln .

e e

10

231.25

231,5

234

Kaliwerke Salzdetfurth .

15

392

400

391,5

401

I. G. Farben-Industrte.

Dynamit Wobei ...»

a a

12

178,75

178,5

179,25

178,5

. 6

Schetdeanstalt. . . .

. 9

151,75

151

Goldschmidt «

a a

. 6

70,5

70.75

71

RülgerSwerke . .

M A

. 6

70,5

70

70

Melallgesellschast. . . #

. 8

108

107,5

108

Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg

. 7

111

111

111

O «

10

133

Cementwerk Karlstadt. .

e

10

'42,5

Wayß & Frevlag . . .

. 8

91

90

SchulthelS Patzenhofer .

A -

15

307

305,5

Ostwerke.......

12

261

259,75

Aku.........

* e

18

116,25

114

Bemberg.......

1-1

145

-

144

145

Zellstoff Waldhof . . .

8'/,

185

185

184,5

Zellstoff Aschaffenburg .

.

12

147

147

137,5

Charlottenburger Wasser

e

. 8

104,65

Dessauer Ga« ....

. 9

170

-

Daimler Motoren . . .

. 0

42

41,65

41

250,5

246

249,75

247

90,13

50,5

. o

Orenstein & Koppel . ,

A A

. 6

79,75

80

10

151

150.5

Svenöka

-

349,5

349

Frankfurter Maschinen

. 4

36

-

36

Gritzner.......

. 6

38,5

83,65

-

Heyligenstaedt . . .

e e

. 0

Yunghanö.......

. 6

46,5

46

46,25

Lechwerke.......

. -

. 8

106,5

Mainkraftwerke Höchst a. M..

. 8

Miag........

10

132

132

Gebr. Roeder .....

IC

104,5

-

Botgt & Haesfner . . .

A

210

Süddeutsche Zucker » .

e

10

159,5

160

-

Schluß«! kurS I

Lilhr- Kurs

Schluß« furd

Anfang- Kurs

Datum

28. 4.

29. «.

28. 4.

29. 4.

Vamburg-Amerika Pater . .

7

111

110.5

110,65

HO

Hamburg-Südam. Dampfschiff

. 8

Hansa Dampfschiff.....

10

160

159,25

Norddeutscher Liohd ....

. 8

110,9

110,5

H0.75

110,13

Allgemeine Deutsche Credttanst.

10

116

116,25

115.75

Barmer Bankverein ...

10

127

127

126,75

126.75

Berliner Handelsgesellschaft

12

175,5

176,25

176,25

Commerz, und Prtvat°Aank .

11

151,75

150,5

131,75

151,75

Darmstädter und Ralionalbanl

12

231

230

229

Deutsche Bank und

Ttsconto-Gesellschaft, . . .

10

150

151

150,25

150,5

Dresdner Bank......

10

144,5

144,25

144,25

144,25

Reichsbank...... .

12

296,5

298,5

297

297,5

AEG...........

. 8

173

173

173

171,9

Bergmann........

. 9

185.5

Elektr. LiescrungZgeselllchaft.

10

159

Licht und Kraft.....

10

170,5

171,5

Felten & Guilleaume .

1Vt

127

125,5

Gesellschaft für Elektrische

Ünternehmungcn ....

Hamburger ElektrizNStL-Werks

10

179,5

178

179

10

138'25

Rheinische Elektrizität . . .

. !'

Schlesische Elektrizität. . . .

10

Schuckert & Go. . .....

11

189,5

189

Siemens & Halske .....

16

247,5

Z47.5

247

Transradto . .......

. 8

127,75

Lahmever & Go...... .

10

171

171

Buderus.........

. v

71,5

71

71,5

_

Deutsche Erdöl . .....

. 6

102,75

103

102,13

Essener Steinkohle .....

. 8

143

142,75

Gelsenkirchener ......

. 8

139,5

-

139.5

139.25

. 0

126

126.25

126

Hoesch Eisen. .......

e/,

109,25

--

I0e Bergbau ......

Klücknerwerke .......

10

230

. 7

101,5

101.75

Köln-Neuesien.......

. 7

--

107

106.13

ManneSmann-Röhren . . .

. 7

-

106

106.13

106.4

ManSselder Bergbau ....

. 7

77,25

75

Oberschlei. Eisenbcdarf ...

. 6

Oderschles. KokSwerke ....

. 7

108,5

108.4

Phönt; Bergbau ....

8V-

105

-

105,25

105,13

Rheinische Braunkohlen . .

10

227

Rheinstahl........

. 6

115,75

115.13

Rtebeck Montan......

7/.

104,5

104,9

Berlin, 28. AprÜ

Geld

Brief

Amerikanische Noten .....

4,164

4,184

Belgische Noten . . . . . .

58,23

58,47

Dänische Noten ........

111,70

112,14

Englische Noten........

20,31

20,39

Französische Noten ......

16,38

16,44

Holländische Noten......

168,01

168,69

Italienische Noten ......

21,95

22,03

Norwegische Noten......

111,73

112,17

Deutsch-Ocsterr-, ä 100 Kronen

58.88

59,12

Rumänische Noten......

2,46

2.48

Schwedische Noten ......

112,13

112,57

Schweizer Noten.......

81,04

81,36

Spanische Noten .......

52,10

Tschechoslowakische Noten ..

12,36

12,42

Ungarische Noten ......

72.95

73,25

28. April

29. Apri,

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Geld

Brief

Amst.-Nott.

168.35

168,69

168,41

168,75

Bnen.-Aires

1,619

1,628

1,616

1,620

Brss.-Antw.

58,405

58,525

58,405

58,525

Chrtstiania.

111,96

112,18

111,98

112,20

Kopenhagen

112,01

112,23

1'2,01

112.23

Stockholm .

112,44

112,66

112.44

112.66

Helsingfors.

10,533

10,553

10,533

10,553

Italien. . .

21,92

21,96

21,92

2196

London. . .

20,33?

20,37?

20,343

20.383

Ncuvork . .

4,1835

4,1950

4,184

4.192

Parts....

Schweiz ..

16,40

16,44

16,41

16.45

81,12

81,28

52,02

81,105

81,265

Spanien. .

51,92

51,77

51,85

Japan . . -

2,068

2,072

2,067

2,071

Mio de Jan. Wien in D--

0,496

0.498

0,497

0,499

Oest. abgcst.

59,00

59,12

58,995

59,117

Prag . . . .

12,399

12,419

12,399

12,419

Bclzrad . .

7,408

7,422

7,405

7,419

Budapest. .

73,13

73,27

73,15

73,29

Bulgarien.

3,036

3,042

3,036

3.042

L'ffadon . .

13,78

18,82

18,78

18,92

Dawig. . . Konstantin.

81,12

1,785

81,28

1,789

81,38

1,784

81,54

1,788

Athen. . .

5,435

5,445

5,445

5,455

Kanada . .

4,177

4,185

4.180

4,188

llru >uat). -

3.858

3,864

3,856

3,860

Cairo ...

20,86

20,90

20,86

20,90