der Vergangenheit wurzelnd, doch die Brücke z u m N e u e n schlug als militärischer Führer seines Volkes, wie als der bürgerliche Präsident des Deutschen Reiches, der in wahrhaft konserva- tiverGesinnung seinem Volke dient, dem auch heute alle unsere Grüße und Wünsche gelten, mit der Bitte an den Herrgott, daß er in den kommenden Kämpfen und Krisen Hindenburg feinem Volke noch lang, lang erhalte.
Das Programm der neuen Partei.
Berlin, 28. San. (WTB.) Der der Volkskonservativen Vereinigung nahestehende Politisch- Gewerkschaftliche Zeitungsdienst veröffentlicht einen Aufruf dieser Vereinigung, in dem es u. a. heißt: Weite Kreise bekämpfen das parlamentarische System, ohne daß aus solcher Kritik die Kraft zur Bildung neuer Autorität entstanden wäre. Darum bleibt der Ansatz für unsere Arbeit die Erneuerung des Parteiwesens selbst. Mit solcher Erneuerungsarbeit wollen wir beginnen. Wir stellen das politische Handeln wieder unter die unbedingte Verantwortung des eigenen Gewissens. Wir wollen in staatspolitischer Gemeinschaft und Aufgabenteilung mit wesensverwandten Parteien und Gruppen zusammenarbeiten. Wir werden in Ehrfurcht vor dem Gewordenen und Werdenden eintreten für den Schuh der Familie, für die Bewahrung der Kindesseele, für den im Hei- matboden verwurzelten und ihm verbundenen Menschen. Selb st Verwaltung durch die am nächsten Berufenen soll den Staat von der tätlichen Einmischung in die Rechte und Pflichten der Staatsbürger entlasten. Beschränkung auf lebensnotwendige Maßnahmen soll die Autorität des Staates wiederherstellen, ünfer Staat soll ein wehrhafter Staat werden. Für ihn arbeiten wir auf derGrund- lage der geltenden Verfassung, für deren Fortentwicklung in christlich- konservativem Gei st wir uns einsehen. Um den Einsatz der überall lebendigen, aber noch zerstreuten und politisch heimatlosen Kräfte für diese Ziele zu sichern, haben wir uns mit unseren Freunden zusammengeschlossen zur „Volkskonservativen Vereinigung" und fordern alle, die unsere Ziele billigen, auf, sich uns anzuschließen. — Der Aufruf trägt 450 Unterschriften aus allen Teilen des Reiches und aus allen Devölkerungsschichten.
Oie Volksnationale Reichs- Vereinigung.
Ein Aufruf des Jungdculschen Ordens.
Berlin, 28.Jan. (Tel.-Un.) Der Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, Artur Mahraun, wendet sich in einem Aufruf an die „Deutschen Volksgenossen aller Stände, Arbeiter, Bauern, Bürger" und fordert auf zum Beitritt zur „Volks- nationalen Reichsoereinigung", als deren Ziele u. a. angegeben werden: „Die D.R. erstrebt die Bildung einer großen Partei der nationalen Erneuerung. Diese Partei soll unabhängig sein von anonymen Finanzgewalten. Durch Klarheit und Offenheit, auch in der Finanzierung, soll der Man- datschacher unmöglich gemacht werden. Die B.R. fordert von dieser Partei ferner Lockerung des Fraktionszwanges, so daß ehrlich und offen im Parlament zu der jeweiligen Vorlage Stellung genommen werden kann, und eine Knebelung der Gewissen unmöglich ist. Die Partei soll der deutschen Volksgemeinschaft dienen sowie gegen Marxismus, p l u t o k ra t i s ch e Vergewaltigung und antisoziale Gesinnung kämpfen. Die V.R. fordert eine durchgreifende Reichsreform, die an Stelle überholter Lä nde rg re nzen die organische Stammesgliederung sehen, und eine Wahlreform, welche die Wahl wieder zu einer Dertrauenserklärung des Wählers gegenüber der Person des Gewählten machen soll." Der Aufruf «nchält eine große Anzahl von Namensunterschriften von Politikern der verschiedensten Parteien, vom Landbund bis zu den Demokraten.
Böß will zurückireien.
Ein Schreiben
des Berliner Oberbürgermeisters
Berlin, 28. Jan. (WB.) Beim Vorsteher der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist ein Brief eingegangen, in dem es heißt: „Die schwierigen sachlichen und persönlichen Verhältnisse, in welche die Stadt Berlin geraten ist, haben in der Oeffentlich- keit vielfach das Verlangen nach einer schleunigen Lösung der Oberbürgermeister- frage laut werden lassen. Wann das auf meinen Antrag gegen mich eingeleitete Disziplinarverfahren abgeschlossen sein wird, läßt sich nicht übersehen. Selbstverständlich vermag ich nicht darauf zu verzichten, dieses Verfahren solange durchgeführt zu sehen, bis jeder Schatten von meiner Ehre entfernt ist. Ich bin mir bewußt daß auch nach dem von mir erwarteten günstigen Ausgang des Disziplinarverfahrens dieWiederaufnahmemeiner Tätigkeit im Hiniblick auf die ungeheuerlichen Angriffe, denen ich wehrlos als Abwesender ausgesetzt war, käu m möglich sein wird. Ich erkläre mich deshalb bereit, vor dem Abschluß des Disziplinarverfahrens und vor dem Ende meiner laufenden Amtsperiode in den Ruhe st and zu treten. Natürlich ist die Voraussetzung hierfür die Auf- rechterhaltuna meiner wohlerworbenen Rechte auf Ruhegehalt. Diese Rechte kann ich um so weniger preisgeben, als ich nach 35jähriger Tätigkeit im Staats, und Stadtdienst ohne Vermögen und mit geschwächter Gesundheit aus meinem Amte scheide.
(gez.) Böß, Oberbürgermeister.
Das Verbot deutscher Gebete in Südtirol.
Berlin, 28. San. (Privat.) Sn einer Meldung aus Innsbruck heißt es, in Südtirol sei den Kindern bei den Leichenbegängnissen das B e t e n i n deutscher Sprache verboten. Hierüber liegen den zuständigen Stellen Rach- richten noch nicht vor. Es ist aber durchaus möglich, daß die Meldung zutrifft, da der Unterricht nur in italienischer Sprache erteilt wird und den Kindern daher eine solche Vorschrift leicht erteilt worden sein kann. Weiter sollen die deutschen Snschriften auf Grabsteinen geändert werden und durch solche in italienischer Sprache ersetzt werden müssen. Davon ist cm zuständiger Stelle nichts bekannt. Man weih hier nur, daß neue Grab-
Wirrwarr um die Große Koalition in Preußen.
Festgefahren.
Von unserer Berliner Redaktion.
Diesmal, so versicherten die Wissenden, sollte die Reubildung der Koalition in Preußen sehr rasch über die Bühne gehen, ehe die Parteien zur Besinnung gekommen wären, sollte eigentlich das neue Kabinett schon stehen. Daraus aber ist auch jetzt wieder nichts geworden. Cs ist sicherlich richtig, daß bei dem starken gegenseitigen Mißtrauen der Parteien derartige Verhandlungen nur ganz inoffiziell sogar an den Fraktionen vorbeigeführt werden können. Denn wenn erst einmal etwas durchsickert, türmen sich von allen Seiten die sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten, aus Bedenken und Eitelkeit geboren, riesen- hoch auf. Der Start, den der Ministerpräsident genommen hat, war ja auch richtig, aber r hat es nicht verhindern können, daß sehr sch,.ll an der demokratischen Seite, die ja die Hauptopfer zu bringen hat, Rebenluft entstand und nun die Begleitmusik der öffentlichen Meinung ein- sehte. Die Demokraten haben die schwache Stelle der Crweiterungspläne sehr schnell erkannt und eigentlich nach allen Seiten mit vergüteten P'ellrn geschossen. Sie haben der Volkspartei einen Stein in den Weg gelegt, indem sie dem Minister ohne Portefeuille das Gehalt strichen: sie haben der Sozialdemokratie ein Dein gestellt, indem sie einen katholischen Dissidenten als Kultusminister ablehnken, nachdem die Sntereffen des Katholizismus durch einen eigenen Staatssekretär des Zentrums innerhalb des Kultusministeriums mehr als hinreichend vertreten waren. Das Ergebnis dieser geschickten Taktik ist nun, daß im Augenblick eigentlich von der Dolkspartei niemand mehr redet, sondern daß Zentrum und Sozialdemokraten sich in die Haare geraten sind. Die Sozialdemokraten haben sich wirllich ehrlich Mühe gegeben, das Kultusministerium zu ver- ldienen. Sie haben dem Zentrum dafür das Konkordat bewilligt, und der sozialdemokratische Anwärter König ist seit Monaten auf den großen Augenblick vertröstet worden, wo er in das Amt einziehen sollte. Seht ist ihm das von den Demokraten aus evangelischen Paritätsgründen zerschlagen worden, denen das Zentrum sofort zustimmte.
Herr Heilmann hat nun die schwierige Aufgabe, seiner Fraktion das plausibel zu machen; woht verstanden, wenn er will, vorläufig will
er aber noch nicht. Er will, daß Herr König Kultusminister wird, und das will nun wieder das Zentrum nicht. Die Volkspartei aber ist mit dem mageren Angebot eines Fachressorts und eines Ministers ohne Portefeuille und ohne Portemonnaie sehr wenig zufrieden, wenn sie auch grundsätzlich an ihrer Bereitwilligkeit zum Eintritt in die Regierung festhält. Der Ministerpräsident Braun hat also vorläufig nach allen Seiten Unzufriedenheit geweckt, und er wäre gewiß schon froh, wenn er aus dieser unerfreulichen Zwickmühle heraus wäre. Wir würden uns deshalb nicht Wundern, falls er die Lust sehr rasch wieder verliert und in wenigen Tagen schon den Versuch der Umbildung für gescheitert erklärt, nur um wenigstens den Bestand der augenblicklichen Koalition zu retten. Was allerdings schwierig wird in dem Augenblick, wo die Demokraten agressiv werden und nach dem württembergischen Muster m i t der Volkspartei eine Arbeitsgemeinschaft schließen, die sich zu gemeinsamem Handeln verpflichtet. Denn dann sind Zentrum und Sozialdemokraten auf diese Arbeitsgemeinschaft angewiesen.
Lim die Kandidatur Königs.
Geben die Sozialdemokraten nach?
Berlin, 28. Jan. (v.D.Z.) Die sozialdemokratische Landlagsfraktion hielt eine Sitzung ab, die im Zeichen einer außerordentlich starken Entrüstung über das verhalten der Demokratischen Partei stand. Die Fraktion billigte das bisherige vorgehen des Ministerpräsidenten Otto Braun und beauftragte ihn, die Verhandlungen in dem bisherigen Sinne weite rzuführen. Ministerpräsident Otto Braun dürfte die nächste Aussprache mit den Fraktionsführern wahrscheinlich am Mittwoch haben. Rach anderen Meldungen soll im Verlaufe der Besprechungen zwischen der Volkspartei und den Sozialdemokraten gewisse Wendung zum Besseren eingetreten sein. Von sozialdemokratischer Seite wurde, laut Börsenkurier, erklärt, daß man an der Person des Abgeordneten König für den Posten des Kultusministers nicht f e st h a 11 e. Man denkt jetzt an einen evange tischen Universitätsprofessor, der der Sozialdemokratischen Partei angehörte.
steininschriften in deutscher Sprache der Genehmigung unterliegen, die allerdings in keinem Falle erteilt wird.
Kein Abbau -er Beamien- gehälier in Hessen.
Eine Erklärung des Staatspräsidenten.
Darmstadt, 28. Jan (ÖIB.) Jn der Oeffent- tichkeit ist wiederholt behauptet worden, daß in dem sogenannten Sosort-Programm der Regierung unter bat Sparmaßnahmen auch eine schematische prozentuale Kürzung der Beamtengehätter enthalten sei. Die Vertreter der hessischen Beamtengewerkschasten nahmen deshalb Gelegenheit, beim hessischen Staatspräsidenten vorstellig zu werden. Der Staatspräsident erklärte, daß eine Gehaltskürzung nicht mehr in Frage kommen könne, da sie selbst nicht mit Zweidrittelmehrheit vom Landtag beschlossen werden kann. Gehallsänderungen könnten nurdurcheinReichsbesoldu ngs- g e s e h veranlaßt werden.
Eine Entschließung der Zentrumsbeamten.
Darmstadt, 28. San. (WTD.) Der Beamtenbeirat der Hessischen Zentrumspartei hat zu dem Sparprogramm folgende Entschließung gefaßt: Der Deamtenbeirat der Hessischen Zentrumspartei stimmt, um das Land Hessen in seinen Finanzen zu sanieren, einem allgemeinen Sparprogramm z u. Er ist bereit, Vorschläge für ein solches Programm der Zentrumsfraktion des Landtags zu unterbreiten. Ganz besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die Aufgaben bei der hessischen Volksschule nicht geschmälert und ebenso die Sicherheitsorgane des hessischen Staates, soweit diese im Staatsinteresse als notwendig betrachtet werden, nach der personellen Seite hin erhalten bleiben. Zu beachten ist, daß die sich ergebenden Härten nicht in erster Linie auf die Schultern der sozial schwachen Schichten gelegt werden. Sn einem Sparprogramm ist in erster Linie eine Verwaltungsreform mit einem gesunden, modernen Organisationsaufbau der Staatsverwaltung ins Auge zu fassen.
Aus aller Wett.
Der Untergang der „Monte Cervantes".
Das Motorschiff „Monte Sarmiento" ist im Hafen von Ushuaia eingetroffen und hat sofort damit begonnen, Passagiere und Besatzung ihres untergegangenen Schwestersch'.fses „Monte Cervantes" an Bord zu nehmen.
Zwei Berliner auf der Charlesinsel aufgefunden.
Don der Eugene Macdonald-Expedition, die einige Snseln in der Rähe des Aequa- tors erforscht, liegt ein Funkbericht vor, wonach sie auf der zur Gruppe der Galapagos gehörenden Charles - Snsel zwei ^Berliner, Dr. Ritte und Frau, auffanden. Das Ehepaar strandete vor fünf Monaten bei der genannten Snsel. Die Macdonald-Cxpedition verproviantierte das Ehepaar für die Dauer eines Sahres.
Schwierige Rettung Schiffbrüchiger bei Biarritz.
Der englische Dampfer „Kn e p wor th" (6000 Tonnen), der vor Biarritz auf einen Fel- s e n a u f g e l a u f e n i st, ist infolge des herrschen- den Sturmes auseinandergebrochen. Die 21 Mann starke Besatzung sowie zwei an Bord be- stndliche Frauen haben sich auf das Vorderteil des Schiffes gefluchtet. Nach zwölfstündigen Bemühun- gen ist es gelungen, mit den Schiffbrüchigen eine Kabeloerbindung herzustellen. Mit Hilfe einer an diesem Kabel entlang laufenden Ret.»
tun asb oje konnten bereits einige Schiffbrüchige das Land erreichen. Der erste Gerettete teilte mit, daß sein Bruder über Bord gespült worden sei. Die Bemühungen zur Rettung der Schiffbrüchigen sind zunächst unterbrochen worden dadurch, daß das Kabel, auf dem die Rettungsboje lief, sich an den Küstenfelsen scheuerte und zerriß. Bis dahin hatte man acht Mann von 23 noch an Bord befindlichen an Land geholt. 20 000 Personen befanden sich am Strand und verfolgten die Rettungsarbeiten. Um 19 Uhr setzte man die Bemühungen fort und hofft, im Laufe der Nacht noch die an Bord befindlichen 15 Mann zu retten. Das Schiff selbst muß als verloren angesehen werden, ebenso die Ladung.
Die Sammlung „Brüder In Rot“.
Die Sammlung „CBrüber in Rot" zugunsten der aus Rußland ab gew and er ten deutsch stämmigen Dauern hat bisher ein durchaus befriedigendes Ergebnis gehabt Außer der großen Zuwendung des Herrn Reichspräsidenten in Höhe von 200000 Mark seht sich die Summe der eingegangenen Gelder aus überwiegend kleinen und kleinsten Spenden zusammen, die aus allen Kreisen fließen; namentlich aus Süddeutschland sind die Eingänge sehr zahlreich. Die allgemeine öffentliche Sammlung hat bisher rund 300 000 Mk. ergeben. Das Sammlungsergebnis kommt restlos den geflüchteten deutschen Dauemfamilien zugute. Lieber die Verwendung und Verteilung der Mittel entscheidet ein von den Spihenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege gebildeter besonderer Ausschuß.
Bundeskanzler Schober Ehrendoktor von Wien.
Der akademische Senat der Hnibcrfität Wien hat dem Dundeskanzler Schober das Chrendok- torat der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät verliehen.
Zweiter Kongreß der internationalen Advokatenvereinigung.
Der zweite Kongreß der internationalen Vereinigung der Advokaten hat in Paris in Anwesenheit des Sustizministers Lucien Hubert seine Tagung eröffnet. Deutschland ist vertreten durch Dr. Emst Wolf ("Berlin), Sustizrat Magnus (Berlin), Dr. Alfred Kaufmann (Hamburg), Dr. Drucker (Leipzig), Dr.Di tken- ber ger (Leipzig) und SustizratProf.Dr. Hamme r b a ch (Köln). Auf der Tagesordnung stehen u. a. Bekanntgabe des Ergebnisses der internationalen En q uete über den Advokatenberuf, Schaffung gemischter internationaler Gerichtshöfe für Handelsstreitigkeiten, Kampf gegen Delikte, die dje internationalen Beziehungen hemmen, sowie schließlich die Frage der Schaffung eines Statuts für internationale Vereinigungen und die Organisation einer Pensionskasse für Advokaten.
Aufhebung eines Zuchlhausurleils nach 16 Jahren.
Die Strafkammer Oldenburg hat in der Strafsache gegen Adolf Lehing, Engelbert Schmidt unö Louis Schm idt im Wiederauf- nahmeversahren ohne erneute Hauptverhandlung das Urteil des Schwurgerichts Oldenburg vom 27. Suni 1914 aufgehoben und die Angeklagten freigesprochen. 71/2 Sahre Strafe haben sie verbüßt. Die Strafkammer hat angenommen, daß die Angeklagten die Tat nicht begangen habens un) daß sie in feiner Weise daran beteiligt gewesen sind. Ferner ist durch Beschluß die Staatskasse verpflichtet worden, den Angeklagten eine Entschädigung zu zahlen.
Wo die Millionen der Bramfenbant blieben.
Der Skandal der Bank für Deutsche Beamte hat eine sensationelle Wendung genommen. Cs ist nämlich gelungen, dieHerkunft derBil - der, mit denen die Betrügereien begangen worden sind, völlig aufzuklären. Vor allem aber hat die Polizei neue Anhaltspunkte dafür bekommen, wo das von dem Konsortium Piehler-Treumann- v.Buchwald erschwindelte Gelb der De - amtenbanf geblieben ist, eine Feststellung, die namentlich für die geschädigten Kunden der Dank von größtem Snteresse fein dürfte. Auf
der Kriminalpolizei meldete sich ein Zeuge, bet bekundete, daß ein großer Teil der Bilder, die durch die Beamtenbank lombardiert worden sind, durch den Kaufmann Piehler von der Gattin einer hochgestellten Münchener Persönlichkeit erworben wurden. Von noch größerer Bedeutung ist, was die Kriminalpolizei über den Verbleib der Riesenfummen, mit denen die Bilder lombardiert wurden, in Erfahrung bringen konnte. Piehler hat die Gelder in einem von ihm ins Leben gerufenen Verbände, dem Mitteldeutschen Automobilverband, investiert. Den größten Teil des Bankkredits aber soll er zur Sanierung eines großen Gutes in der Rähe von Pasewalk benutzt haben.
Ein Lehrer mit drei Schülern ertrunken.
Beim Beschreiten der Eisdecke des DorsteicheS in der Rähe der pommerschen Ortschaft W o - b r o to brach der Dorfschullehrer mit seinen Schülern ein. Der Lehrer und drei Schüler im Alter von acht bis zehn Sahren sind ertrunken, die übrigen Schüler konnten sich retten. Der Lehrer stand im 48. Lebensjahre und ist Vater von zwei Kindern.
Unerhörte Bedrohung eines Berliner'Gerichts.
Unglaubliche Szenen spielten, sich vor dem Erweiterten Schöffengericht Reu- f o 11 n ab, wo zwei Mitglieder der Berliner Untertoelt, die ein langes Vorstrafenregister haben, über das Gericht Verfielen und ihre im Saale anwesenden Freunde aufforberten, sich an den Ausschreitungen zu beteiligen. An- geklagt waren die beiden „Gelegenheitsarbeiter'" Lettow und Brauer wegen Betruges und ilr* kundenfälschung. Brauer sprang über die Angeklagtenbank und schlug auf den Vorsitzenden ein, den er mit der Faust mehrmals ins Gesicht traf, wobei auch der eine Beisitzer etwas abbekam. Der wie rasend tobende Mann wandte sich dann gegen den Justiz- Wachtmeister, der dem Richter zu Hilfe eilte und schlug gemeinsam mit feinem Mitangeklagten Lettow derartig auf den Beamten ein, daß dieser den Gummiknüppel ziehen und Lettow einige Schläge über den Kopf geben mußte. Auf ein Alarmsignal waren inzwischen mehrere Sustizwachtmeister zu Hilfe geeilt. Sie kamen gerade rechtzeitig, da die beiden Angeklagten ihreimZuhörerraum anwesenden Freunde aufgehetzt hatten, ebenfalls gegen das Gericht vorzugehen. Die Sustizbeamten mußten den Saal räumen, was nur möglich war, indem sie die johlenden Angehörigen der ilntertoelt mit dem Gummiknüppel in Schach hielten. Snzwischen war es auch gelungen, Lettow zu fesseln und in das Untersuchungsgefängnis zurückzusühren. Auf der Straße rotteten sich die Freunde der beiden Angeklagten nochmals zusammen und versuchten, in das Gericht einzudringen. Erst das Üeberfallkom- m a n d o vermochte die randalierenden Burschen abzudrängen.
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Dienstad, 28. Januar. 1930,/ abds.
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Wettervoraussage.
Der Ausläufer des südlichen Tiefs, welcher sich gestern über Deutschland erstreckte, hat sich zu einer selbständigen Störung entwickelt, die heute morgen über der Ostsee lag. An ihrer Rückseite hat die kühlere Luft zu Barometeranstieg geführt, so daß zurzeit sich keilförmig höherer Druck zwischen das neue atlantische Tief und die Ostsee, sowie die Mittelmeerstörung schiebt. Sn seinem Bereich herrscht bei uns zurzeit ruhiges und vielfach nebeliges Wetter. An der Vorderseite der neuen Störung bringt Warmluft nach dem Festlande vor. Sie wird uns leichten Temperaturanstieg bringen und zu nebeligem und wolkigem Wetter führen. Riederschläge sind zunächst noch nicht oder nur vereinzelt und dann mehr in Form von Sprühregen zu erwarten.
Wettervoraussage für Donnerstag: Etwas milder, meist nebelig und wolkig, Reigung zu leichtem Sprühregen.
W i tter ungsaussichten für Frei- tag: Meist wolkiges, vorübergehend auch auf» heiterndes Wetter, Temperaturen über Rull.
Lufttemperaturen am 28. Januar: mittags 0,6 Grad Celsius, abends —0,7 Grad: am 29. Januar: morgens —0,9 Grad. Maximum 0,7 Grad, Mini- mum —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 28. Januar: abends 0,2 Grad; am 29. Januar: morgens 0,4 Grad Celsius. — Sonnenschein- dauer X Stunde.
Amtliche Dinlersporlnachrichteu.
Schwarzwald. Feld berg: Wetter: Klar, minus 3 Grad, 20 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski- und Rodelmöglichkeit gut.
Alpen. Berchtesgaden: Rebel,0Grad, 4 Zentimeter Schnee, vereist, Sportmöglichkeii nur stellenweise.


