Ausgabe 
28.5.1930
 
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anschauuna und seinem Kampfe um Gott. Der Verleger hat das wertvolle Buch auf das beste ausgestattet.

Äerschie-enes.

3m Buch- und Kunstverlag Carl Hirsch A. G.. Konstanz, erschien in Neubearbeitung (44. bis 46. Tausend) das Werk: Graf Ferdi­nand von Zeppelin, ein Mann der Tat, von 21. Vörnel. Preis 4 Mk. (693- 3n diesem Buche wird das Leben des genialen Er­finders in einer Weise geschildert, die besonders unsere erwachsene 3ugcnd begeistern kann. Es rollt vor unserem Geiste das Leben eines helden­haften Kämpfers ab, der sich niemals beugen lieh durch Schicksalsschläge, die sein epoche­machendes Werk zu zerstören suchten. Der Ver­fasser selbst stand dem greifen Grafen und seiner Familie persönlich besonders nahe, was ihm bei Abfassung dieser lebenswahren Biographie zu­statten kam.

Walter Kaps: Bridge nach den neuesten Regeln nebst allen Berechnungs« arten. (Ausgewählte Kartenspiele 5. Band.) Reclams Universal Bibliothek Nr. 7056. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. (139.) Das Werkchen kommt dem außer­ordentlichen Interesse für dieses beliebteste und mo- dernste Kartenspiel entgegen und ist in erster Linie für den Leser geschrieben, der das Bridgespiel von Grund auf lernen möchte. Der Anfänger kommt mit vielen Fragen, über die der Fortgeschrittene lächelt, deren Beantwortung aber für die Weiterbildung notwendig ist. ReclamsBridge nach den neuesten Regeln" nimmt alles ernst und gibt dem Lernenden ein sicheres Fundament. Jedoch auch der fortge­schrittene Spieler wird Gewinn aus diesem Büch­lein ziehen, denn es bringt noch manche Neuigkeit, so die amerikanischeBerechnung der Zukunft", die Vanderbilt-Rechnung usw.

Zahressest der evangelischen Kirchen­gesangvereine des Dekanats Gießen.

0 Kloster Arnsburg, 26. Mal-- Am gestrigen Sonntag waren hier die K i r che nge- sangvereine des Dekanats Gießen zu Gast, um hier ihr diesjähriges Dekan ats- fest zu feiern. Die Bewohner der umliegenden Orte, bis weit in die Wetterau hinein, hatten sich eingefunden und bekundeten damit ihr großes Interesse an der Arbeit der Kirchengesangvereine. Schon im Laufe des Vormittags trafen die Fest­teilnehmer ein.

Aach kurzer Hauptprobe begann um 14 Llhr in den Räumen der altehrwürdigen Kirchenruine der Gottesdienst. Eröffnet wurde dieser durch das Vorspiel der vereinigten Posaunenchöre von Lich und Klein-Linden:Lobet den Herrn, ihr Heiden alle", einer Komposition von Melchior Vulpius (1609). Die Leitung der Posaunen­chöre hatte, wie schon viele Jahre lang, auch dies­mal wieder Kreisbaumwart i. R. Johannes Ger­mer (Klein-Linden) übernommen. Gewaltig brauste der Gesang der rund 1500 Festteilneh- mer, begleitet von den Posaunen, durch die Ruine. Eine besondere Bereicherung erfuhr der Gottes­dienst durch die Mitwirkung eines Massen- chores, bestehend aus den Mitgliedern der zehn anwesenden gemischten Chöre mit fast 500 Sänge­rinnen und Sängern, geleitet von Lehrer Rö­mer (Großen-Linden). Auch die Frauenchöre von Alten-Duseck und Hausen bei Gießen wurden zu einem größeren Chore zusammengestellt, dessen Leitung Chormeister Konrad A i c o l a i (Gro- ßen-Buseck) übernommen hatte. Auch dieser Chor verschönte den Gottesdienst durch den Vortrag eines Liedes. Pfarrer Hartmann (Alten- Duseck), der den Altardienst geleitet hatte, hielt auf Grund des Psalms 100:Jauchzet dem Herrn alle Welt..die Festpredigt. Seine Predigt klang aus in einem Aufruf an alle Gemeinde­mitglieder, zu helfen am Aufbau unserer evan­gelischen Kirchengesangvereine. Mit dem Aach» spiel der Posaunenchöre:Allein zu dir Herr Jesu Christ", von Johann Sebastian Bach, fand der Festgottesdienst sein Ende.

Aach der Kaffeepause traten die Vereine zum Singen an. Pfarrer S t a u b a ch (Watzenborn- Steinberg), der derzeitige Vertrauensmann der Dekanatskirchengesangvereine. überbrachte die Grüße von Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt) als dem Ortsgeistlichen des Kirchspieles, ferner von Dekan G u h m a n n (Kirchberg-Lollar), Oberkir­chenrat Wagner, dem Superintendenten für Ober Hessen. Er forderte zur Gründung von Kirchengesangverelnen an jedem größeren Orte auf, auch gedachte er der Wiederkehr der Augustane. Am Singen beteiligten sich nach­stehende Vereine: Frauenchor Alken-Duseck (Diri­

gent Aicolai), Kirchengesangverein Beuern (Leh­rer Edelmann), Kirchengesangverern Burkhards­felden (Cßürgermeifter Albach), Gießen und Großen-Linden (gemeinsam unter Leitung von Lehrer Römer), Frauenchor Hausen (Sommer- Watzenborn), Klein-Linden (Johannes Germer), Leihgestern (Musiker Köhler, Großen-Linden), Oppenrod (grau Lehrer Dr. Gröhmann), das zum erstenmal auf trat und gleich guten Eindruck hinterließ, Watzenborn-Steinberg (Musiker Som­mer) und Aliendorf a. d. Lahn (Lehrer Kimmel). Die Leistungen der einzelnen Qkreine standen im allgemeinen auf guter Höhe und erregten bei

allen Zuhörern Wohlgefallen. 3n seinem Schluß­wort dankte Pfarrer S t a u b a ch dem Grasen Laubach für die äleberlassung des Platzes, den Posaun enchörcn von Lich und Klein-Linden, allen Sängerinnen und Sängern und der Gemeinde für die Teilnahme am Fest.

M eterhöhung in Mainz.

WSA. Darmstadt, 27. Mai. Das Gesamt­ministerium hat durch Verordnung vom gestrigen Tage die gesetzliche Miete in der Stadt Mainz ab 1. April 1930 auf 124 Prozent der Friedensmiete festgesetzt.

Reichsbank, Braubank und Elekir. Licht L Kraft mit je 1,75 v. H. abgeschwächt. Anderseits be­wirkten günstige Rachrichten aus der Auto- industrie, daß diese Werte fester eröffneten. Bay­rische Motoren, bei denen eine Dividenden- erhöhung anregte, bis 1,90 v. H. höher. Don Maschinenfabriken lagen Schubert & Salzer aus den bekannten Gründen 3 v. H. fester. Außer­dem fielen durch Besserungen von 1 bis 2 v. H. Holzmann, Buderus, Thüringer Gas, Rheinische Elektrizität und Stolberger Zink auf. Bei Bude­rus wirkte der Fortfall der Akkordklausel im Schiedsspruch für die nordwestdeutfche Gruppe der Eisenindustrie anregend. Don deutschen An­leihen waren Altbesih etwas höher, Reubesitz dagegen leicht gedrückt. Ausländer waren nach beiden Seiten nur geringfügig verändert. Pfand­briefe uneinheitlich. Der Geldmarkt war zum Ultimo ettoaS steifer. Tagesgeld 3,5" bis 5,5 v. H.; Monatsgeld 5 bis 6 v. H.; Warenwechsel 4,50 v. H. 3m Verlaufe neigte die Tendenz weiter zur Schwäche, wobei die Verschiebung der Be­schlußfassung des Kabinetts über die Art der Deckung der Fehlbeträge im Reichshaushalt leb­haft besprochen wurde. Die Kurse gaben bis zu 2 v. H. nach. Lediglich Schubert & Salzer ten­dierten anhaltend fest; dieses Papier gewann weitere 2 v. H. Vorübergehend erfuhren Farben auf lebhafteres Geschäft eine kleine Steigerung, die sich aber nicht behaupten konnte.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 28. Mai. Tendenz: ruhig. 3nfolge der schwächeren Auslandnotierungen war die Stimmung am heutigen Produktenmarkt wie­der sehr gedrückt. Geschäft konnte nur schleppend in Gang kommen, da 3nlandware, hauptsächlich Roggen, angeboten war. Für Weizen machte sich jedoch wieder etwas Nachfrage geltend, bei an­ziehendem Preise. Roggen war im Preise stärker gedrückt. Sommergerste blieb bei minimalen Um­sätzen gehalten. Hafer, inländischer, muhte er­heblich nachgeben. Weizenmehl zog etwas an. Roggenmehl gut behauptet. Er wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Aassau), Hektolitergewicht von 78 kg 316 bis 317,50; Roggen (Hessen, Provinz Hessen-Rassau und Un­ter franten), Hektolitergewicht von 72 kg 171 biss 172,50; Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 205; inl. Hafer 165 bis 167,50; Weizenmehl, süd­deutsches Spezial 0, 44,75 bis 45,75; Roggenmehk 25,50 bis 26,75; Weizenkleie 6,90 bis 7,00; Rog­genkleie 7,50 Mk.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Lin Vexierspiel.

Liebe Gießener, Hurra! Freut Euch mit mir. Die Brücke zwischen Arnsburg und Gießen ist wieder ge- schlagen. Zwar die Buhbach-Licher Bahn gibt uns nun gänzlich preis als uneinträglichen Ballast. Dafür fährt wieder ein Auto nein, dafür fahren zwei Autos! Sie werden sich gewiß prächtig ergänzen, denn soviel ich höre, stehen sie unter einer Regie. Also gleich Montag will ich Euch besuchen. Ich nehme das Auto 8.52 Uhr früh halt, das fährt ja nur am Dienstag! Gut, also Dienstag nehme ich das Auto um 8.52 Uhr früh, fahre nach Gießen, bleibe bis zum Abend, fahre 6.42 Uhr heim, nehme in Lich das Auto 7.31 Uhr halt, das fährt ja Montags nur. Also Diens­tag kann ich hin und nicht heim! Dann eben Mitt­woch. Mittwoch ja, lieber Gott, da kann ich heim aber nicht hin.

Donnerstag? Wahrhaftig, Donnerstags fährt fowohl das Auto früh 8.52 Uhr nach Gießen als auch das Auto 7.31 Uhr von Lich nach Arns­burg. Freitags kann ich hin nicht zurück. Sams­tags kann ich zurück nicht hin. Sonntag kann ich überhaupt nichts! Ach doch, sogar am Abend noch heim. Wenigstens ein Lichtblick. Und auch Ihr könnt heim, wenn auch nicht über Lich, sonderndirekt" über SteinbachAlbach.

Und zweimal in der Woche können wir Kloster Arnsburger nachts um 10% Uhr in Lich eintreffen, um das dortige Großstadtleben zu genießen, wonach wir uns alle bisher vergebens gesehnt hatten. Ein Auto, das die Schulkinder zu dem 7-Uhr-Zug nach Oich befördert und die Arbeiter auch das gibt es natürlich nicht, an keinem Tag der Woche.

Lieber Gießener, wann D u hierher kannst und nicht wieder heim oder heim, aber nicht hierher, das sieh bitte selber nach! Mir schwirrt nämlich der Kopf vom Studium des Fahrplanes dieses neuzeit­lichenVerkehrshindernisses".

Sophie Vigener.

Wirtschaft.

Schlimme Lage im Eisensteinbergbau.

Die trostlose Lage der E i sen ste in gr uben im Sieg-, Lahn- und Dillgebiet hat sich in den letzten Wochen bedeutend ver­schärft. Die Lage auf dem Eisenmarkt hat sich derart verschlechtert, daß die Hochöfen ihre Produktion fast ausschließlich auf Lager legen müssen, so daß es an Raum fehlt, die weitere Produktion zu lagern. Weiter fehlt es aber aäch an Geld, um die auf das tote Geleis gelangte Produktion noch weiter fortzusetzen. Fast keine Woche vergeht, in der nicht über Arbeiterkündi- gungen auf den Gruben berichtet wird. Zu all diesen Schwierigkeiten kommt der älmstand, daß der Preußische Landtag in bezug auf die Hilfe für das Aotstandsaebiet im Sieg-, Lahn- und Dillkreis versagt hat. 3n der entscheidenden Sitzung der Etatsberatung vorn 23. Mai, in der die Beihilfe für das Sieg-, Lahn- und Dillgebiet für das am 1. April begonnene neue Etatsjahr zu bewilligen war, fehlten zur Beschlußfähigkeit des Hauses zwei Abgeordnete, so daß der Preußi­sche Landtag vor den Psingstferien auseinander­ging, ohne den Gruben die so dringend notwen­dige Hilfe gewährt zu haben. Die Folge ist, daß die regierungsseitig bewiUigte Beihilfe von 50 Pfennigen für die Tonne geförderter Eisenstein nun vorläufig in der Lust schwebt, und tatsächlich ist auch seit April dieses 3ahres die Beihilfe nicht mehr ausgezahlt worden. Diese Beihilfe beträgt bei normaler Förderung etwa 87 000 Mk. pro Monat, ging aber im Lause des 3ahres, da die Förderung erheblich eingeschränkt werden muhte, bedeutend zurück. Die Bestrebungen gin­gen nun dahin, dem Erzgrubenbergbau diesen Be­trag trotzdem zu sichern, um in den Gruben Dor» richtungsarbeiten vornehmen zu können, um bei Beginn einer besseren Konjunktur mit einer größe­ren Förderung sofort beginnen zu können. Wann die Konjunktur auf dem Eisenmarkt wieder besser wird, ist noch nicht abzusehen und es besteht somit die große Gefahr, daß die Eifensteingru­ben im Sieg-, Lahn- und Dillgebiet vollkom­men zum Erliegen kommen, wenn nicht schnellstens die Staatsbeihilfe zur Auszahlung ge­langt.

'Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 = 100) stellt sich für die Woche vom 19. bis 24. Mai auf 122,3 gegenüber 121,5 in der Dorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwer­industrie auf 120,3 (119,2), Gruppe verarbeitende 3ndustrie auf 112,2 (111,4) und Gruppe Handel und Derkehr auf 141,5 (141,0).

Zinsherabsetzung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Die Deut­sche Rentenbank-Kreditanstalt (Landwirtschaftliche Zentralbank) hat aus Anlaß der Herabsetzung des Reichsbankdiskontsatzes den Zinssatz für die Landwirtschaft mit Wirkung vom 20. Mai um 0,5 Prozent herabgesetzt. Der Höchstzinssatz, den der einzelne Landwirt für die aus Mitteln der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt gewährten Personalkredite zu zahlen hat, beträgt nunmehr 6,75 Prozent. Hierin sind alle Provisionen ent­halten mit Ausnahme des Wechselstempels, wel­cher besonders belastet werden darf. Desgleichen ist eine Herabsetzung der Zinsen der bis 1933 laufenden Abzahlungskredite mit Wirkung vom 1.3uli d. 3. ab in Aussicht genommen, so daß alsdann dein Landwirt sämtliche Abzahlungs­kredite nicht teurer als 7,5 Proz. p. a. zu stehen kommen werden.

Arbeiterentlass ungen im Ruhr- bergbau. Auf den Schachtanlagen des Köln- Reuessener Dergwecksvereins sollen bis zum 15. 3uni 700 ArbÄter und auf zwei Zechen der Hoesch AG. insgesamt 410 Mann entlassen werden.

* Deutfche>Srdöl AG., Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß in seiner gestrigen Sitzung, die Ausschüttung einer Dividende von 7 Prozent gegen 6 Prozent im Dorjahre vorzuschlagen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 28. Mai. Tendenz: freund­lich. 3m Anschluß an die zuversichtliche Stim­mung der gestrigen Abendbörse war man auch im heutigen Dormitiagsverkehr freundlich ge­stimmt. Da aber Anregungen und Aufträge nicht vorhanden waren, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes erneut eine stärkere Zurückhaltung bemerkbar. Die Tendenz neigte zur Schwäche. 3ndessen ergaben sich bei kleinster Unternehmungslust zu den ersten Kursen zumeist Abschwächungen bis zu 2 Pro­zent. Eine Verstimmung ging von der schwachen Deranlagung der Kunstseidewerte aus. Besonders Aku lagen im Angebot und eröffneten 5,5 Prozent niedriger. Auch an den übrigen Märkten kam daraufhin Material heraus, das nur schwerlich Aufnahme sand, aber die sonst bevorzugten Werte hatten unter dieser veränderten Situation am stärksten zu leiden. Don der schwankenden gestri­gen Reuyorker Börse konnte keine Anregung aus­gehen. Rach Feststellung der ersten Kurse machte sich von selten der Kulisse Kaufinteresse bemerkbar, und die Tendenz konnte sich etwas bessern. Die Stimmung war wieder freundlich, was aber noch nicht in der Kursgestaltung zum Ausdruck kam. Don Chemieaktien waren Deut­sche Erdöl trotz der höheren Dividendeausschüt­tung 1,5 Prozent schwächer. Farben lagen knapp behauptet. Am Elektromarkt eröffneten Siemens mit minus 2 Prozent etwas stärker gedrückt. Dagegen konnten zu den ersten Kursen Kali­werte leicht anziehen. Zellstoffwerte schwächer. Waldhof minus 1,5 Prozent. Schiffahrtswerte etwas gebessert. Montanwerte waren wenig ver­ändert. Das Geschäft war ziemlich gering, nur Spezialaktien traten, wie schon erwähnt, später stärker hervor. Am Rentenmarkt waren Schutz­gebiete leicht erhöht. Dagegen gaben Reubesitz im Kurse etwas nach. 3m Verlaufe gaben die Kurse, nachdem vorübergehend eine Besserung eingetreten war, wieder etwas nach. Gegen An­fang blieben jedoch die meisten Werte gut gehalten. Die Tendenz war schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Prozent no­tiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar -f#1900, gegen Pfund 20,3650, gegen Pa­ris 123,94, London gegen Kabel 4,8603, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 39,85, gegen Schweiz 25,1125, gegen Holland 12,0813.

Berliner Börse.

Berlin, 28. Mai. Während man im heutigen Dormittagsverkehr trotz des anhaltenden Order­mangels mit einem nicht unfreundlichen, zumeist gut behaupteten Börsenbeginn rechnen zu können glaubte, ließ die Stimmung an der Vorbörse schon etwas nach. Maßgebend für diesen Um­schwung war vor allem die schwache Haltung der Kunstseidewerte, ferner die Mutmaßung, daß in der heute stattfindenden Pressebesprechung die Wahrscheinlichkeit eines Dividendenausfalls bei Aku, der in der heutigen Bilanzsitzung des Auf­sichtsrates beschlossen werden kann, bekannt- gegeben werden wird. Ferner wirkte die Rach- richt, daß eine Dividendenerhöhung bei Rheini­schen Brankohlen nicht stattfinden werde, und die Meldung von neuen Arbeiterentlassungen im Ruhrbergbau tendenzhemmend. Auch die gestrige Reuyorker Börse hatte schwach geschlossen. Die ersten Kurse zeigten überwiegend kleine Abschwä­chungen, die bis zu 1,5 v. H. gingen. Stärker gedrückt eröffneten neben Aku und Bemberg, die 4 bzw. 3 v. H. verloren, Siemens, Mans­feld, Aschersleben, Zellstoff Aschaffenburg mit je 2 v. H. Verlust; Berger minus 2,13 v. H.,

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4,5 o. H., Lombardzinsfuß 5,5 v. H.

Frankfurt a. M.

»erlln

Frankfurt a. 21.

Lerlin

Schluß« t tut» |

1'ilhr« Kurs

Schluß«! für# ;

Ansang« Kurs

Schluß» kurs

1-Uhr« Äurt

Schluß-1

kurs 1

Anfang- Kurs

Datum

27 5

28 5

27 5

28 5

Datum

27 5

28 5

27 5

28 5

6% Deutsche ReichsarUethe

vamburg-Amerika Paket . . 7

114,75

114.4

114

von 1927

88.25

83,13

Hamburg-Südam. Dampfschifl #

7% Deutsche Relchsanleihe

Hansa Dampfschiff 10

von 1929

105

105

Norddeutscher Lloyd . 8

114.5

114,75

114,65

114,25

Deutsche Anl.«Ablöl.-SchuId mit

Allgemeine DeutscheTreditanll. 10

115.25

115,25

115,25

Ausios.-Siechten

59,5

59,1

59,3

Barmer Bankverein 10

127

126,75

127

126,5

176.5

Desgl. ohne AuSlof^Rechle

11,13

10,9

11,1

11

Berliner Handelsgesellschaft 12

176

176,25

6% Hell. Bolliftaal von 1929 (ruchahlb 102%)

Commerz, und Privat-Bank 11

152.5

152,5

152,75

96,25

95,75

Darmstädter und Nationalbanl 12

234,5

234,25

234

Oberhellen Provinz - Anleibe mit

Deutlche Bant und

141,5

141.75

Ausloi.-Rechten

Disconio-KeleUIchaft, . . 10

141,5

Deutlche Komm, (sammelabl.

Dresdner Bank ...... 10

143

-

142,5

142-5

Anleihe Serie 1

8% Uran kl Hyp.-Bank Goldvle.

58,65

-

58,9

Reichsbank ......12

298

169,25

296.5

170,5

295,25

170,4

XIII unkündbar bis 193-1

100

SIEG. ...... 8

170,5

7% Frankl Hyp.-Bank (Bolbyte. unkündbar vis 1938

94,5

Bergmann ...... 9

Aektt. LieserungSgefeMchast 10

186

156

<y,% Rheintlche Hyp.-Ban»

Licht und Kraft 10

167.65

167,25

165,5

Stau. Boldpfe.

89

-

Reiten & Guilleaume 7%

125

126

119

6% Pr. LandeSpfandbriefanstalt,

Geiellichasi für Elektrische

167,5

167,75

Pfandbriefe R. 17

101

101

Unternehmungen 10

167,5

8% Pr Landespsandbrtesanstalt,

Hamburger ElektttzitütS-Werke 10

-

Somm^Obl. R. 16

96,5

97

Rheinische Elektrizität ... 9

147,5

7% Pr. Landest»andbrtefanstalt.

Schlesische Elektrizität. ... 10

169,25

169 4

Pfandbriele R. 10

95

95,5

Schuckert & (£o. .... 11

186

186,5

A.E.S abg. Vorkriegs-ObltgaNo-

Siemens & Halste . 16

252

254

252

neu. rückzahlbar 1933

96,5

140

Labmever L Co.......10

170

169,25

4% vesterreuyllche «Solvrentt

4,20% Oelterreichifche Sllberrente

4% OeSerretchilche Einheitliche

Rente

4% Ungarifche Holdren le

26

26,9

3,8

27

Buderus . 6

Deutsche Erdbl . ...... 8

71 75

100,5

99

72 99,75

73,75

100

2,5

23,65

2,45

23,75

2,45

Gelsenkirchener ....... 8

Harpener .. 0

Hoesch Eilen. . ...... 6Vz

138

125

_

137,9

125

137,25

4% Ungarilche StaatSreale v. 1910

20,75

21

4y,% desgl. von 1918

22

22

§ije Bergbau . ...... 10

218,75

4% Ungarilche Kronenrente

2,35

2,35

2,3

Klücknerwerke ....... 7

100,5

101,25

100.25

4% Türkische Zollanleihe von 1911

G

6

6

Köln-Neuellen . . . .... 7

105

104,4

4% Dürttiche Bagdadbahn-Anl

Mannesmann-Röbren .... 7

108,9

108,9

108,75

108.25

Serie l

6,25

6,1

ManSselder Bergbau .... 7

75

75

73

4% desgl Serie kl

6,25

6,05

Oberfchles. Eisenbeoarl .... 6

*

5% Rumänisch, veretnd Mente

10,2

ÖbersLles Kokswerke .... 7

110,5

110,25

von 1909

4%% RumLnNch» vereinb. Mente

10,13

10

Phönix Bergbau ... 6%

Rheinische Braunkohlen . . 10

39,28

238

99,25

238

99

von 1913

17,3

17.25

Rhetnsiahi ........e

119

118,9

118,4

tX «vwLrttch« vereint,. (Rente

8,2

8,15

8,15

Riebeck Mont«......7.2

Frankfurt a. DL

Serlln

Schluß«! kurs |

1«llhr« Kurs

Schluß­kurs

Anfang- Kurs

Datum

27 5

28 5

27 5

28 5

Bereinigte Stahlwerke . -

97

97 25

97

Otavi Minen . . . 16'/-

52,5

52,4

Kaliwerke Aschersleben . . .

10

232

232,5

231,5

231,5

Kaliwerke Westeregeln . . .

10

235

235

234,5

234

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

15

424

424,5

423,75

422,75

3. ®. Aarben-Indulmo. . .

12

191,25

190,5

190,65

190,75

Dynamit Nobel......

6

90 5

9

154,5

-

Goldschmidt ......

b

70,25

70,5

70,5

6

69

69

68,75

Metallgelellschaft. .....

v

122

123

Philipp Holzmann .....

Zementwerk Heidelberg .

. 7 10

124

Lementwerk Karlstadt. ...

10

141,5

-

Waub & Rreölafl . .

. 8

95,5

96

97

Schultheis Patzenhofer . . .

15

325

324,5

Cstwerke ...... .

12

273 75

271.5

Aku ....... «

18

104,5

99

104

100

Bemberg ......

14

126

124

121

Zellstoss Waldhof ...

3'1,

178

179,5

178.5

Zellstoff Aschaffenburg . . .

12

142,25

Charlottenburger Wasser . .

. 8

104,25

104

Deslauei GaS ...

. S

--

166.5

167,25

Daimler Motoren ....

. o

38 25

38.25

38,5

Deutsche Linoleum ....

.

243,75

244

244

Maschinenbau A.-G. ....

. 0

»

53.5

Nat. Automobil .....

. 0

18,9

19

Orenstein & Koppel ....

. 6

164

84-75

Leonhard Tietz .

10

164.5

163,5

163

SvenSko .

326

326.5

frankfurter Piaichmen . .

. 4

30

30,5

Gritzner . .

. 6

37

36,5

Heyligenstaedt . .

. 0

Iunghans .....

. 6

41,5

1

41,25

Lechwerke ......

. 6

98,5

Mainkraftwerke Höchst 0. M.

8

Miag ....

10

119

H8,5

Gebr. Roeder . . . .

10

106

Voigi & Haesjner.....

Süddeutsche Lucker . . . .

. 8 10

162

161,75

160

160,75

Banfnoten.

Berlin, 27- Mai

Geld

SrieF

Amerikanische Noten.....

4,169

4 189

58,31

111,68

112,12

20,31

20,39

französische Noten ......

16,42

16.48

Holländische Noten......

168.06

168,74

Italienische Noten......

21.97

22.05

Norwegische Noten.....

111,73

112.17

Deutsch-Ocfterr.a 100 Kronen

58,93

59,17

Rumänische Noten......

2,46

2,48

Schwedische Noten ......

112,08

112,52

Schweizer Noten ......

80,96

81,28

Spanische Noten.......

50,85

51,05

Tschechoslowakische Noten ..

12,40

12,46

Ungarische Noten

73,02

73 32

Devisenmarkt Berlin Aronksuri a. M

27. Dia

28 Dlai

Amtliche

Geld |

Notierung

Sri e

Am».che Nonerung

Geld

3rk

Amst.-Rott.

168,40

168,74

168.39

168.73

Buen-AireS

1,597

58,41

1,601

1 595

1.599

Brss.-Antw.

58,53

112,22

58,415

58.535

Christiania.

112 00

111.99

112 21

.lkovenhagrn

112,01

112,23

111.99

112,21

Stockholm .

112,34

112 56

112 29

112,51

Helsingfors.

10,542

10,562

10,538

10 558

Italien. . .

21,93

21,97

21,93

21.97

öondon. .

20,34

20,38

20 341

20,381

Neuyork . Paris....

4,187

4,195

4,1855

4 1935

16,41

16,45

16.41

16 45

Schweiz ..

80,99

81,15

81,005

81,165

Svanien - .

50,95

51,05

51,20

51 30

Japan . .

2,068

2,072

2.068

2,072

Rio de Jan.

0,495

0,497

0,496

0.498

Wien in D-- Oest. abgest.

59.065

59,185

59,055

59.175

Prag . - .

12 419

12,439

12,417

12,437

Äelrrad . .

7,392

7.466

7.391

7.409

Budapest. .

73,175

73,315

73,14

73.28

Bulgarien.

3 035

3,041

3.053

3,041

Lissabon

18,80

18.84

18.80

18,84

Danzig.

Konst.nttu.

81.35

81.51

81.35

81,51

1,784

1,788

1,785

1.789

| Athen. . .

5,43

5,44

5,43

5.44

| Tanada

4.184

4.192

4,185

4,193

1 Uru uaq 1

3,796

3.804

3,796

3,804

1 Cairo .»

20,865

20,905

20,865

20,903