Ausgabe 
27.8.1930
 
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Automaten. Die linke Dorderradseder erfaßte das Motorrad, so daß es unter das Lastauto geriet. Kirsch und seine Begleiterin, die 12jährige Lie­se l H o rn aus Mainz, gerieten unter die Räder. Kirsch wurde sofort getötet, während seine Begleiterin mit einer schweren Ober­schenkelquetschung in das städtische Kran­kenhaus eingeliefert wurde, wo das Bein so­fort amputiert werden mußte.

VHC.-Treffen in Herchenhain.

Ein schöner Tag war es, der den Gesamt-Vogels- bcrger Höhen-Club am vorigen Sonntüg zu seinem alljährlich wiederkehrenden Herbstaus- flug auf der Herchenhaincr Höhe zusammen- sührte. Aus allen Gauen unserer hessischen Hei­mat waren die Zweigvereine des B. H. C. in stattlicher Zahl zu dieser Beranstaltung herbei­geeilt: auch der Gießener Zweigverein hatte mit rund 45 Teilnehmern von Gedern aus den Auf­stieg zur Höhe unternommen. Aach einer all­gemeinen Begrüßung vor dem Bater-Dender- Heim ging es gemeinsam hinaus zu dem stim­mungsvoll gelegenen Gefallenendenkmal, wo eine weihevolle Gedächtnisfeier stattfand. Die Aus­gestaltung dieser Feier lag in den bewährten Händen des Offenbacher Zweigvereins, dessen rühriger Borsihender, Rektor Dem, mit eh­renden Worten der gefallenen B. H. C.-Drüder gedenkend, die Kranzniederlegung vornahm. Nachhaltigen Eindruck gewährte ferner ein treff­lich gesprochener Borspruch einer B. H. C.- Schwester, musikalisch ernste Darbietungen eines kleiner» Streichorchesters, sowie der eindrucks­volle Bortrag zweier Chorlieder eines Männer­quartetts, sämtlich aus Offenbach. Mit herz­lichen Dankesworten an die Mitwirkenden sei­tens des Vorsitzenden des Gesamt-V. H. C., Dr. Druchhäuser, Ulrichstein, und dem Deutsch­landlied wurde die schlichte, aber erhebende Feier geschlossen. Der übrige Teil des Nachmit­tags galt der Geselligkeit, und es herrschte auf den sonnenbeschienenen Triften vor dem Ju­gendheim und in dem ausgeschlagenen Zelt bei guter Bewirtung ein frohbewegtes Leben. Ganz hervorragend war bei der herrschenden klaren Lust die Fernsicht von der Höhe. Die kuppenreiche Rhön, die Höhen des Taunus, selbst unsere, benachbarten Berge Dünsberg und Stop­pelberg waren deutlich sichtbar, und aus der näheren Umgebung grüßten alte Bekannte, wie Bilstein, Hohcrodskops und Taufstein herüber. Am Spätnachmittag verließen nach und nach die Zweigvereine die gastliche Stätte.

Kunst und Wissenschaft.

Einschränkung

des Zudrangs zum zahnärztlichen Studium.

Der Zudrang zum zahnärztlichen Studium hat es an einzelnen Uniberfitäten nötig gemacht, mit Rücksicht auf die vorhandenen Aus-

Aufsehenerregende Kommunalaffäre in Wetzlar.

Oer Oberbürgermeister und ein Beamter des Bauamts vom Amt suspendiert

Wetzlar, 27. Aug. (2DIB. Drahtbericht.) Gegen den Wetzlarer Oberbürgermeister Dr. kühn und den Stadtbauinspektor Hepp ist vom Regierungs- Präsidenten in Koblenz am 26. August das förmliche Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Beide Herren sind vom Amt suspendiert und dürfen die Verwaltungsräume nicht mehr betreten.

Ihre Bezüge werden ihnen nur zur Hälfte ausgezahlt. Die Vertretung des Oberbürgermeisters ist einstweilen dem 1. Beigeordneten Georg über­tragen worden. Ls handelt sich um Unregel­mäßigkeiten bei der Verwendung von städtischen Geldern. Einzelheiten fehlen noch.

Die Iranksmier Zalschmünzeraffäre.

Oie Ausgabe von 1200 Stück falscher Zünfmarkstücke eingestanden.

Frankfurt a. TZ., 26. Aug. (WSN.) Die Er­hebungen der Falschgeldstelle des hiesigen Polizei­präsidiums in der Angelegenheit der Herstel­lung falscher Fünf mark stücke sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. Als Beteiligte in dieser Fälschungssache kommen folgende Personen in Betracht: Adolf Engelhardt, Maschinentech­niker, höchst a. TZ., Jakob Bender, Graveur, Nied a. TZ., und Karl Boese, früher Gastwirt, höchst a. TZ. Im Monat Februar d. I. kauften die Genannten gegen eine Anzahlung in einer hiesigen Maschinenhandlung eine Spindelpresse im ungefähren Gewicht von 50 Zentnern zum Preise von 650 Mark. Es wurde angegeben, daß die Presse zur Herstellung von Lr e r e i n s a b z e i ch e n Ver­wendung finden sollte. Sie wurde nach höchst a. TZ. in eine alte Spinnerei gebracht. Dort blieb sie bis vor vier Wochen stehen und wurde dann nach der leerstehenden ehemaligen Faßfabrik von Ried in Hattersheim geschafft. An beiden Orten wurden falsche Fünfmark st ücke hergestellt. Das viel­seitige Material zur Herstellung der Falsifikate wurde von verschiedenen Frankfurter Firmen bezo­gen. Es ist festgestellt, daß die drei Fälscher bis zur

Ergreifung 10 0 0 0 entsprechend herge­stellte M ü n z p t t ch e n bezogen haben. Den einzelnen liefernden Firmen wurden glaubhafte An­gaben über die Verwendung des gelieferten Ma­terials gemacht, so daß ein Verdacht nicht aufkam. Nach der Prägung (Rohherstellung) der Münz- plättchen wurde ihre Fertigstellung in der Wohnung des B o e s e oorgenommen. Während sich Bender und Boese zur Zeit noch in Stuttgart in haft befinden, wurde E n g e l h a r d t am 25. August dem hiesigen Gericht vorgeführt. Seine eingehende Ver­nehmung ergab, daß die Falsifikate in der Haupt­sache durch die drei Genannten selbst und vorwie­gend in den Städten Frankfurt a. TZ., Mainz, Wies­baden, Worms und Umgegend durch Kauf von klei­neren Mengen von Lebens- und Genußmitteln in den Verkehr gebracht worden find. Die Reifen nach den einzelnen Plätzen wurden in einem eigenen Kraftwagen unternommen. Nach der Angabe bes Engelhardt sollen ungefähr 12 0 0 falsche Fünfmark st ücke ausgegeben worden sein, doch wird amtlicherseits die Zahl für bedeutend höher gehalten. Die Feststellungen in dieser Rich­tung sind noch im Gange.

bildungseinrichtungen die Zahl der Studierenden zu beschränken. Von den medizinischen Fakul­täten der preußischen Llniversitäten sind nunmehr Gutachten über die Frage der Einführung eines numerus clausus beim zahnärztlichen Studium eingefordert worden. Der preußische Kultusminister hat auf Grund der eingegangenen Aeußerungen von der Einführung desnumerus clausus zu­nächst noch abgesehen: er hat sich jedoch bereit erklärt, zu genehmigen, daß die einzelnen zahn­ärztlichen Institute versuchsweise die Höchstzahl der Studenten, die bei ihnen eine geordnete Aus­bildung finden können, festsehen und bekannt­geben und die darüber hinaus sich meldenden Studenten abweisen. Die einzelnen Fakultäten bzw. Institutsleiter dürfen selbst die Maßstäbe bestimmen, auf Grund deren sie die Aufnahme bzw. Abweisung vornehmen, unter der selbst­

verständlichen Voraussetzung, daß lediglich sach­liche Gesichtspunkte, also in erster Linie das Leistungsprinzip zur Anwendung kommen.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

h. k. Die Frage, ob Sie oder der weitere Pächter zur Nutzung des Meerrettichs berechtigt find, hängt ganz vom Inhalt Ihrer mit ihm getroffenen Verein­barung ab. Haben Sie das betreffende Stück Land ohne Vorbehalt weiter verpachtet, so ist im Zwei­fel anzunehmen, daß der andere für die Dauer der Pachtzeit die Gesamtnutzung, also auch die des Meerrettichs, hat.

Mieter. Da Sie die Wohnung seinerzeit gemietet haben, ohne daß Lichtleitung in dem fraglichen

Raume vorhanden war, ist der Hauseigentümer mangels anderweitiger Vereinbarung jetzt zur Legung einer Leitung nicht verpflichtet. Diese fällt auch nicht unter den Begriff der Instandsetzung.

Turnen, Sport und (Spiel

Europa-WafferballiurnierinNürnberg.

Die Ereignisse am Dienstag. Deutschland schlägt Frankreich 11:0.

Der zweite Tag des Nürnberger Turniers war wieder ein voller Erfolg. 3000 Zuschauer waren er­schienen. Deutschland stand in seinem zweiten Spiele den Franzosen gegenüber und blieb mit 11:0 siegreich, damit fast noch besser gegen die west­lichen Nachbarn abschneidend, als am Vortage Un­garn, das Frankreich 12:2 besiegte. In der ersten Hälfte waren die Franzosen noch einigermaßen gleichwertig und hielten das Spiel auf 0:3. Nach der Pause hatten sie aber nichts mehr zu bestellen und mußten noch weitere 8 Tore hinnehmen. U n« garn und England lieferten sich einen fairen Kampf, der überraschenderweise bei der Pause noch 2:2 stand. Erst nach der Pause wurden die Ungarn klar besser. Ihre Führung wurde 4P)ar noch einmal ausgeglichen, bann waren sie aber "iss Front und stellten ihren Sieg von 8:4 sicher. Belgien und Schweden trennten sich nach einem von den Bel­giern unfair durchgeführten Treffen mit 4:2 (2:1) zugunsten der Belgier.

Nach dem zweiten Spieltage haben sich zwei Gruppen gleichwertiger Mannschaften gebildet. Deutschland, Ungarn und Belgien haben ihre Spiele gewonnen und besitzen je vier Punkte, England, Schweden und Frankreich haben alle Treffen ver­loren.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaklionStisch.

Wo die Gentlemen wachsen.

Cs war vor Semesterschluß am Franklin^ College.Wir stehen heute in der letzten Stundei vor dem Examen, kündigte der Professor an. Die Prüfungsaufgaben sind schon beim Drucker. Hat jemand von Ihnen noch eine Frage -u stellen?

Wo wohnt der Drucker?" kam es von den hinteren Reihen. (Lust. Dl.)

tSchluß des redaktionellen Teils.)

Auch bei der letzten Hauptprüfung zeigte es sich, daß die Absolventen der Ingenieurschule Altenburg (Thür.) dank der bewährten Ausbildungsmethode über besonders hervorragende Kenntnisse verfügen. Die Anstaltsleitung ist unermüdlich und mit bestem Erfolg bestrebt, Ingenieure heranzuziehen, welche den hohen Ansprüchen, die heute die Praxis an junge Ingenieure stellt, gewachsen sind. Interessenten wird der illustrierte Prospekt über das 34. Schuljahr gratis zugesandt. 1079v

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ARCHE NOAH

Die

(Sintflut)

Das gigantische Filmwerk

Regie: Michael Kertesz

mit Dolores Costello und George OBrien

Moderne und historische Handlung. Es ist ein Filmwerk, zu dem die Masse strömen wird, vor dem man andächtig wird wie vor den Pyramiden von Gizeh.

Das Hereinbrechen der Wassermassen, die Stadt und Menschen mit sich fortreißen und vernichten, ihr allmähliches Anwachsen bis zur jäh herein­brechenden Sintflut, kann als ein Meisterwerk der Regiekunst gewertet werden.

Wir behaupten,

der MonumentalfilmDie Arche Noah ist das gewaltigste Filmwerk, das jemals hergestellt wurde.

Wir wissen,

daß diese Behauptung ziemlich kühn und überheblich klingt, zumal von vielen Seiten bei Ankündigungen von Darbietungen sehr leicht­sinnig mit Superlativen gearbeitet wird. Wenn wir aber trotz des von uns immer aufrechtgehaltenen Grundsatzes Wahrheit in der Reklame diese Behauptung veröffentlichen, so wissen wir uns hierin unterstützt durch kritische Aeußerungen maßgebender Künstler und Journalisten von Weltruf. 5904c

Wir bitten,

überzeugen Sie sich selbstlDie Arche Noah muß jeder gesehen haben.

Jugendliche haben zu den Nachmittagsvorstellungen Zutritt. Anfang: 4,6,8.30 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr.

Massenszenen, die von hinreißender Schönheit sind und in ihrem ganzen Arrangement und Auf­bau zu den herrlichsten gehören, was uns filmisch bis jetzt selbst aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten geboten wurde.

Trude Hirsch seid

Arthur Nelhaus

Verlobte

Gießen Äerlin C 25 i

Ludwigstraße 42 Prenzlauer Straße 7/8

Zuhause Samstag und. Sonntag, 6. und 7. September 05265 i

sagte Minna, und ging.

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Und Minna hatte recht! Wußte sie doch aus lang­jähriger Erfahrung als tüchtige Köchin, daß nur der Roederherd der beste Arbeitshelferin derKüche ist. Fast eine Million Haushaltungen besitzen den Roederherd. Und alle diese Haushaltungen be­vorzugen den Roeder­herd. Und alle diese Haus­haltungen sind jeden Tag aufs neue erfreut über die Bequemlichkeit, Sauber­keit und Sparsamkeit die­ses treuen Helfers. Außer­

dem ist und bleibt er ein Schmuckstück jeder Küche. Kurz, man kann sich auf ihn In jeder Beziehung verlassen und hat seine Freude an ihm. Lassen Sie sich heute noch unsere neuesten Modelle vorführen. 4004A

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