Die holsteinischen VombenalleMer vor Gericht
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nen sowie Umzüge der NSDAP., z.B. auf Last- kraftwagen, in einheitlicher Kleidung und mit einheitlichen Abzeichen hiermit verboten. Alle ge- schlossenen An- und Abmärsche zu und von Versammlungen werden hiermit ebenfalls verböte n."
In R o fto ck sprach der volksparteiliche Spitzenkandidat für Mecklenburg-Lübeck, Reichsfinanzminister a. D. Prof. Dr. Moldenhauer in einer stürmisch verlaufenen Wahlversammlung. Bereits bei Beginn seiner Ausführungen tourte der Redner von politischen Gegnern mit stürmi- schen Schmährufen und Pfeifen empfangen und sah sich durch den anhaltenden starken Lärm schließlich veranlaßt, seine Rete vorzeitig abzubrechen. Die Versammlung muhte aufgelöst werden. Moldenhauer verlieh unter dem Schuhe der Polizei das Versammlungslokal.
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Schiedsspruch in der Metallindustrie Aordwest.
Dormund, 26. Aug. (WTB.) 3m Arve i t sz e i t st r e i t in ter Eisen- und Metallindustrie ter nordwestlichen Gruppe wurde heute unter dem Vorsitze des Schlichters von Westfalen, Regierungsrat Dr. Drahn, ein (^iedsspruch gefällt, in dem etwa für 2000 bis 3000 Arbeiter die Arbeitszeit zum Teil von 57, 54 und 52 ©tun* denauf48Stundenherabgesetzt wurde. Der Vertrag läuft auf ein 3ahr. Die Arbeite geber haben sich zu einem Lohnausgleich bereiterklärt. Die Erklärungsfrist zum Schiedsspruch läuft am 1. September d. 3. ab.
Berlin, 26. Aug. (WTD.) Auf einem Teeempfang ter Deutschen Staatspartei sprach ter preußische Hantelsminister Dr. Schreiber einige Worte ter Begrüßung, in denen er u. a. ausführte: Sie alle, die bisher noch nicht die gleiche politische Sprache gesprochen hätten, wollen den festen Willen ins Land mit hinausnehmen, daß der Schwung, die Hingabe und das Vertrauen zum Rebenmann im politischen Kampf nicht durch doktrinäre Einzelheiten beeinträchtigt werten dürfen. Es ist erstaunlich, wieviel Menschen sich zur Zeit auf politischer Wanderung befinden. Richt nur die 3 u g e n d, die politisch bisher nicht festgelegt war, ist aufgebrochen. Rein, gerade auch in der älteren Genera- t i o n trifft man heutzutage immer wieder polv- tisch interessierte Menschen, die bisher meist in der Deutschnationalen Partei ihre politische Heimat hatten und nun als Wanderer zwischen zwei Welten die Straße ziehen, ohne schon recht zu wissen, welches das Ziel ist, zu dem sie ihr Weg führen foll. Die Staatspartei will ein Danner aufpflanzen, unter dessen Schutz sich alle diejenigen sammeln können, die unter schärfster Ablehnung jedes Klassenkampf- und Diktaturgedankens ohne konfessionelle Enge dem wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt unseres Landes dienen wollen, und der Erneuerung unseres Reiches, auf den Grundlagen, die die Verfassung von Weimar gewiesen hat.
schlüge eingehen, deren Orthographie zu schen übrig läßt.
Oie Wahlaktion her Minderheiten.
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Um die deutsche Kuliin^ulonomie in Südslawien.
Eine entgegenkommende Verordnung brr Belgrader Regierung.
Belgrad, 27. Aug. (ERB.) Rach Mitteilung des Justizministers Serschkitsch hat der südslawische Ministerrat der deutschen Minderheit die Rechte gegeben, die sie seit langem gefordert hat. Ls ist somit die These bestätigt worden, daß die Diktatur den loyalen deutschen Staatsbürgern die Rechte gewähren wird, die sie unter dem parlamentarischen System in Ivjährigem Kampfe nicht zu erringen vermochten.
„Der .Deutsche Kulturbund' wird gestattet, ferner wird die Forderung der deutschen Minderheit auf eine private Lehrerbildungs- a n st a l t, die alle Rechte einer öffentlichen Bil- dungsanstalt hat, erfüllt werden. Ls wird daher in Zukunft nicht mehr vorkommen können, daß die Kinder der deutschen Minderheit von Lehrern unterrichtet werden, die des Deutschen unzureichend mächtig sind. Als Ausnahmebestimmung der jugoslawischen Schulgesetze werden deutsche Kindergärten zugelassen. Ferner wird deutschen Lehrern gestattet, deutsche Analphabekenkurse ab- zuhalten. Entgegen § 45 des Normal- Schulgesetzes beginnt der Unter richt in der serbokroatischen Staatssprache in den deutschen Minderheitsschulen nicht wie sonst in der ersten, andern e r st i n d e r d r i t t e n K l a s s e. Die Ent- cheidung über die Bildung von Minderheitsschulen in den einzelnen Gemeinden und die Einschreibung der Schüler in diese vollzieht eine Kommission, die aus zwei Vertretern der Schulbehörde und zwei Vertretern der deutschen Minderheit besteht."
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Die Tragödie in der Arktis.
Eine halbe Million für die Veröffentlichung von Andrees Tagebuch.
Obwohl noch nicht bekannt ist, ob das Tagebuch Andrees so gut aufgetaut und erhallen werden kann, daß man die Schrift zu entziffern vermag, und obwohl man noch nicht weiß, ob die Aufzeichnungen bis zum Untergang der Expedition fortgesetzt worden sind, ist von einem ausländischen Pressekonzern bereits eine halbe Million Kronen für die Veröffentlichung des Tagebuches geboten worden.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das schwe- dische Panzerschiff „Oskar II.“ die sterblichen Ueberrefte ter Forscher nach Schweden einholen. Es ist jedoch auch ter Vorschlag gemacht worden, daß der alte Kreuzer „Svensksund" zu diesem Zweck nach Tromsö abgehe, da seinerzeit die Andreesche Expedition auf diesem Kriegsschiff nach der 3nfeI befördert wurde, von wo die Ballonfahrt ausging. Andree wird feinen Wünschen entsprechend in seinem Heimatort, dem mittelschwedischen Städtchen Gräma, beigesetzt werden.
Der Kommission, die die schwedische Regierung wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen nach Tromsö schickt, wird u. a. ein besonderer Fachmann angehören, ter d i e Auf- tauung und Bewahrung des Tagebuches übernehmen wird. Untersuchungen haben ergeben, daß es durch ein besonderes Verfahren unter allen Umständen möglich sein wird, die Schrift xu entziffern, falls sie mit Tinte ooer Bleistift geschrieben ist. Wenn Andree dagegen Kopierstift gebraucht haben sollte besteht wenig Aussicht dafür. Ganz besonders interessiert die Frage, ob die Andreesche Expedition vor ter Katastropte den Rord- Pol überflogen hat.
Oie Lage in Peru.
Leguia schwer erkrankt. — Einigung der Revolutionäre.
Lima, 27. Aug. (Assoc. Preß. Funkspruch) Die Danken und Geschäfte waren gestern und heute geöffnet. Der Verkehr spielte sich in ter üblichen Weise ab, nur sind die Straßen belebter als gewöhnlich Die politischen Gefangenen wurden aus den Gefängnissen der San-Lorenzo-Jnseln befreit und nach Callao gebracht. Der gestern nach Reu- hork ausgelaufene Dampfer „Santa Qllaria“ wurde stark bewacht, um die Flucht von Angehörigen undAnhängern des gestürzten Präsidenten Leguia zu verhindern. Gerüchte über etneTi kommunistischen Aufstand werden temen- r rr • unbestätigten Gerüchten aus Callao soll Legma an Bord des Kreuzers „Almirante Grau infolge eines Urämie-Anfalles g e ft o r - den fern oder im Sterben liegen. Der Hinzuge-» zogene amerikanische Arzt soll geäußert haben,
Aus dem Wahlkampf.
. Der Reichsausschuß der W i r t s ch a f t s p a r t e i ernigte sich auf nachstehende zehn Kandidaten der im^bl-ste: Hermann Drewitz, Bäckermeister, 1. Partelvorsitzender! Dr.Bredt, Reichsjustizminister; Koster, Präsident des Deutschen Gastwirteocrbandes: Dr.Jorrlss^i, Syndikus; Borrmann, Generaldirektor der Edeka-Genostenschaften; Mollath; Colosser, Architekt; Petzold Vertreter des Deutschen Drogistengewerbes; Hermann, Generalsekretär; Pallmann Eisenwarenhandler.
ter „Germania" werten Reichskanzler Dr. Drumng, Prälat Dr. Kaas, Reichskanzl^ Derchsrninister Dr. Wirth" in Wahlkreisen gewählt. Die Re ichs l i st e des Zentrums zeigt u. a. folgende Ramen: Bürgers Geheimer Finanzrat a. D., Köln; Hofmann, Ober- leerer Cubtoigäbafen; Wegmann, Ministerialrat Oldenburg i.O.; Dr. Florian Klöckner, Jndustri- eller, Löttringhausen; Fräulein Dr. Peerenboom Düsseldorf.
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Die Reichsliste der Staatspartei wird geführt von Koch-Weser. An zweiter
Arm und auch den längeren Atem hat. Wie in den Zeiten der Gefahr im Mittelalter wurde die schwarze Fahne mit der Sense das Panier ihrer Rot, und Bomben, die Lärm und Aussehen erregten, sollten die Säumigen aufrütteln und die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Rotlage der Landwirtschaft lenken. Die selbstbewußten, schleswig-holsteinischen Dauern, die immer jede Hilfe von außen verschmäht hatten, wollten auch hier ihren Kopf durchsetzen, lieber tot als den Hof verlieren.
Rur so läßt es sich verstehen, daß diese sonst ruhigen und vernünftigen Männer, die wissen muhten, was sie taten, gemeinsame Sache mit den Agitatoren wie Herbert Vvlck, “Bruno von Salomon und anderen machten, die durch den Krieg den Reiz des Abenteuers kennengelernt hatten und nicht den Weg zurück zu bürgerlicher “Betätigung fanden. Diese hatten nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, während die Klaus Heim, Hamkens, Schade ihre uralten Erbhöfe und den Bestand ihrer Familie riskierten, ohne Aussicht, für sich selbst etwas zu gewinnen.
Oer erste Verhandlungstag.
A l t o n a, 26. Aug. (WTD.) Vor dem Schwurgericht begann der Prozeß gegen die sog. holsteinischen Bombenleger. Die Anklage richtet sich gegen 21 Personen. Bisher sind etwa 60 Zeugen allein durch die Staatsanwaltschaft gelaßen. Die Zahl der Zeugen dürst' sich im Laufe der Verhandlungen noch vermehren. Man rechnet mit einer Prozeßdauer von etwa vier Wochen. Die Anklage lautet im wesentlichen auf Verbrechen gegen §5 des Spreng st offgesetzes. Rach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses begann die persönliche Befragung ter Angeklagten. Der Angeklagte Rehling bestreitet den ihm zur Last gelegten Diebstahl der Sprengstoffe in Mülheim (Ruhr). Lieber seinen Aufenthalt zur Zeit der Tat macht er bestimmte Angaben, um sein Alibi nachzuweisen. Der Angeklagte Heim erklärt, er wolle nichts sagen. Die Angeklagten sähen in dem Gericht den Exponenten eines Systems, das sie bekämpfen, und so hätten sie die Aeberzeugung, daß den Richtern das Verständnis für ihre Lage und ihr Hanteln fehle. Danach wurde die Verhandlung auf Mittwoch vertagt.
Die Ziele der Deutschen Staatspartei
Mahraun spricht über den AktiviSnius der Mitte.
Vokksdienst muß aber in ben ihm besonders am Herzen liegenden Fragen, insbesondere der Kulturpolitik, Wert auf Beibehaltung völliger B e - wegungsfreiheit legen.
Oie Splitter.
Erfreuliche Abnahme der kleinen Gruppen.
Berlin, 26. Qlug. Wie wir von unterrichteter Seite hören, scheint bei den kommenden Wahlen das Auftreten allerkleinster Splitterparteien diesmal nicht den Umfang anzunehmen wie im Mai 1928. So haben sich zwar die großen Parteien, die fast alle mit der Sammlungsparole in den Wahlkampf gehen, diesmal aus 17 verschiedene Listen zersplittert, aber die Zahl der kleinen scheint abzunehmen. Bei den letzten Wahlen konnten noch 2 4 Split ter- g r uppen gezählt werten, diesmal treten nach den jetzt vorliegenden Anmeldungen aber etwa nur ein Drittel auf. Wirtschaftliche Rot und andere Umstände mögen die Ursache dafür fein. Auffallend ist vor allem, daß diesmal bei den Splittergruppen, soweit bis jetzt Anmeldungen vorliegen, jene etwas kuriosen und seltsamen Parteizeichnungen fehlen, die in den vergangenen Jahren sich immer wieder, allerdings erfolglos, an das Licht der Oeffentlichkeit zu wagen versuchten. 3m Gegenteil versuchen es diesmal die Splittergruppen mit ernsten und würdigen Parolen. Allerdings steht hinter den volltönenden Ramen oftmals nicht viel mehr als der Schreibtisch irgendeines betriebsamen „Politikers", die anscheinend sogar manchmal mit ter deutschen Sprache nicht auf allerbestem Fuß leben, da man hort, daß auch Reichswahlvor-
Odknüurg-^ttertn, CTtei^urg, ^auy^elL Anhalt, “Bremen, Lippe, Lübeck, Mecklenburg- Strelih und Schaumburg-Lippe sollen vorbehaltlich ter territorialen Neugliederung sofort solche „Länder vereinfachter Derwaltüngsform" werten. Während der Uebergangszeit soll in Preußen der Landtag für besondere Aufgaben b e st e he n b I e i b en ; denn es wird vorgesehen, daß die Reichsregierung unter entsprechender Erweiterung zugleich die preußischen Mrnisterien und die preußische Staatsverwaltung übernehmen soll. Die anderen Länder vereinfachter Verwaltungsform sollen an Stelle ihrer Landesminister Landesdirektoren erhalten. Die lausende Gesetzgebung soll bis zu dem Zeitpunkt, wo sie der Reichstag übernehmen kann, von der Reichsregierung mit dem durch Erweiterung des Preußischen Landtags gebildeten Gemeinschaftlichen Landtag be- sorgt werden.
Oie Bombenleger.
Das Altonaer Schwurgericht, das in dem soeben begonnenen Prozeß gegen die Bomben» leger sein .Urteil zu fällen hat, ist vor eine der schwierigsten Aufgaben gestellt, die jemals ein Gericht in politischen Prozessen zu lösen hatte. Das Recht des Staates verlangt nach Sühne, aber zugleich soll ter Spruch des Schwurgerichtes den Schlußstrich ziehen unter eine an 3rtungen und Wirrungen reiche radikale Bewegung, die von der Rordmark schon auf andere bäuerliche Provinzen überzugreifen drohte. Die große politische Bedeutung, die auch das preußische 3ustizministerium diesem Prozeß beimißt, geht aus der “Beauftragung von drei Staatsanwälten hervor, obwohl der Tatbestand durch eine gründliche Voruntersuchung und umfassende Geständnisse der Attentäter restlos geklärt erscheint.
Die 23 Angeklagten, von denen 11 Hofbesitzer sind, waren zumeist ihrem innersten Wesen nach „Staa ts ir eu“ , aber in jener selbstherrlichen Art, die in der Geschichte und dem landschaftlichen Charakter Schleswig-Holsteins ihre Erklärung findet. Die reiche Rordmark mit fetter Marsch und vorbildlich gezüchtetem Vieh, war in eine nie gekannte Rot geraten. Die Konkurrenz der gutorganisierten dänischen Landwirtschaft drückte die Preise, Witterungseinflüsse beeinträchtigten die Ernte, die schnell wachsende Verschuldung besonders derjenigen Hofe, die von der jüngeren Kriegsgeneration bewirtschaftet wurden, forderte immer höhere Verzinsung Dann kamen die Steuern und Steuerrückstände. Als die Existenz der Hofe durch Pfändungen gefährdet schien, begann jene Art von „Selbsthilfe“, die geradezu typisch ist für die Einstellung dieser Bauern und die ihren Ausdruck in einer Serie von Bombenattentaten fand, vier im Herbst 1928, neun im 3ahre 1929. Sorgfältig wurde eine Gefährdung von Menschenleben vermieden, man wollte mit Gewalt „öen Staat zur Vernunft bringen".
Seit Jahrhunderten saßen diese Bauern auf ihren ererbten Höfen, und so wie sie vor Jahr- hundcrten sich mit dem Dreschflegel gegen jede Art von Bedrückung durch Fürsten und Grafen gewehrt hatten, so wollten sie sich jetzt gegen I Oie Gerichtsvollzieher wehren, ohne zu bedenken, daß heute ter Staat einen längeren |
Oie Reichsreform.
Ein neuer Borfchlag aus Kreisen der Länverkonfercnz
Ber lin, 26. Qlug. (ERB.) Den Ministerien liegt em fertig ausgearbeiteter Entwurf eines Gesetzes über die Reichsreform aus Kreisen der Länderkonserenz vor „Ländern vereinfach- ter Verwaltungss orm“, für die auch der Rame „Länder verstärkter Gemeinschaft zur Wahl gestellt wird, soll ein Gesetz- gebungsrecht nur zustehen, soweit es ihnen vom Reiche übertragen wird. 3hre Grenzen unter- A"?nder und ihre Verfassungen sollen durch Reichsrecht bestimmt werden. Doch soll um Zeit 3" freier Verständigung zu lassen, die Bestimmung wegen der Grenzen erst nach zwei 3ahren m Kraft treten Die 3uftü soll allein dem Reiche zustehen, ebenfo in höchster 3nstanz Polizei, Gememteaufsicht, Gewerbeaufsicht, Kirchen- und innere Schulangelegenheiten. Es soll allen Ländern nach der Verfassung freistehen, zu der „vereinfachten Derwaltüngsform" überzugehen.
Die bisherigen preußischen Provinzen und die Länder Thüringen, Hessen, Hamburg,
Arthur Mahraun betonte bann, daß ein lebendiger staatspolitischer Organisationskörper geschaffen werten müsse, was er besonders als seine Ausgabe ansehe. Es müsse eine Verbindung geschaffen werden zwischen dem, was sich im hündischen Leben als fruchtbar erwiesen habe, und dem was im politischen Leben als autoritär anerkannt sei. Der lebendige Staatskörper, den er schaffen wolle, sei keine Zweckorganisation für den Wahlkampf, sondern die Organisierung der Mitte, um sie dem positiven A k t i v i s m u s einzuverleiben und ihr damit das Selbstbewußtsein wieder zu verschaffen, ohne das sie nicht gegen die beiden radikalen Flügel vorsloßen könne. In dieser Hinsicht sei ter Jung- deutsche Orden die grundlegende Realität für die Deutsche Staatspartei insofern, als sein Idealismus zu einer Realität im politischen Kampfe geworden sei. Arthur Mahraun ging dann noch auf den A k - t i v i s m u s als solchen ein, den er in drei Systeme, dcks bolschewistische, das faschistische und das jung- deutsche System, einteile. Die bolschewistischen und faschistischen Methoden ließen sich aber niemals in Deutschland durchführen, weil dadurch eine Diktatur entstünde, die mit dem deutschen Wesen unvereinbar wäre. Dagegen wolle das jungdeutsche System die Entwicklung der deutschen Republik $um wahren Volksstaat. Ein Volk könne einen Krieg verlieren; aber es dürfe niemals eine Revolution verlieren. Und um nun die positiven Kräfte zusammenzufassen und zur positiven Mitarbeit heranzuziehen, sei die Deutsche Staatspartei in das politische Leben eingetreten.
V e r l i n, 26. Qlug. (BB.) Die polnische katholische Volkspartei, die parteipolitische Organisation der in Deutschland lebenden Polen, wird trotz der bisherigen Wahlniederlagen versuchen, diesmal ein Reichstagsmandat zu gewinnen. 3n vier Wahlkreisen, nämlich in Ostpreußen, Posen, Frankfurt (Oder)-Grenzmark und Oberschlesien werden Kandidaten aufgestellt. Die Reichsliste, der auch die wendische und friesische Minderheit angeschlossen ist, wird geführt von Dr. Kaczmarek, dem Vorsitzenden des Polenbundes in Deutschland, und dem Geistlichen Dr. D o m a n s k i aus Zakrzewo bei Flatow. Dr. Domanski ist als einer ter schlimmsten Hetzer gegen die wahrhaft minter- heiten-freundliche Politik der preußischen und der Reichsregierung bekannt geworden. Bei der letzten Reichstagswahl vom Mai 1928 erhielt die polnische Volkspartei im ganzen 64 707 Stimmen, die Wendische Volkspartei 3102, die Liste Frieslands 284, der Schleswigsche Verein 2427, die Litauische Volkspartei 290 und die Masurische Volkspartei 298. Es gelang den Polen bisher nicht, in einem Wahlkreisverband 60 000 Stimmen oder auch nur 40 000 aufzubringen, so daß sie es bis jetzt auch nicht einmal zu einem Landtagsmandat in Preußen gebracht haben.
Hugenberg an die Jugend.
Berlin, 26. Aug. (TA..) Der Führer ter Deutschnationalen Volkspartei, Geheimrat Dr. Hugenberg, erläßt einen Ausruf an die deutsche 3ugend, in dem es u. a. heißt:
Mit dem Arnsturz vom Rovember 1918 sank die äußere Macht des Bismarckreiches in Trümmer. Das seit dieser Zeit herrschende Parteien- system hat nunmehr auch die innere Kraft des deutschen Staates ergriffen. 3n die Ketten unerfüllbarer Tributzahlungen geschmiedet und Eschzeitig ausgeplündert durch eine marxistische Wirtschafts- und Finanzpolitik, stehen wir heute zwischen Versailles und Moskau. Die
Stelle steht Ordenskanzler Dornemann, es folgen Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Derbandsgeschäftsführer Daltusch, M. d. R.° W., Hansabund-Präsident Hermann Fischer, der Generalsekretär des Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Bearn- tenberbänte Lemmer, Kaufmann und Landwirt August Weber, der Sekretär der “Bereinigung der Kommunalbeamten Artur Adolph, Dr. 3osef W i n s ch u h , Frau Dr. Marie-Clisabeth Lüders, Reichsbahnoberinspektor Otto Sch u l d t-Steglitz, und Aniversi- tätsprofessor Dr. Heinrich A p e l t.
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Die fortgesetzten Zusammenstöße politischer Gegner bei der Wahlvorbereitung hat das bayrische Staatsministerium des 3nnern veranlaßt, die Polizeibehörden zur Verschärfung der bisher getroffenen Maßnahmen anzuweisen. Daraufhin haben die Polizeibehörden ter größeren Städte allgemein das Tragen von Parteiuniformen in öffentlichen politischen Versammlungen sowie aus öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen für die Abend- und Rachtzeit von 18 Ahr bis 6 Ahr verboten. Desgleichen tft das von ter Polizeidireklion München erlassene Verbot der Wirtschaftsführung aus Anlaß von nationalsozialistischen und kommunistischen Versammlungen auch in den übrigen größeren Städten des Landes erlassen worden.
Regierungsinspektor Hasse in Stade, der trotz des Verbots des preußischen Staatsministeriums f i ch für biß NSDAP, betätigt hatte, ist vom Disziplinargericht der Regierung in Stade mit D i e n st - entlassung bestraft worden. Hasse kandidiert an zweiter Stelle für die NSDAP, im Wahlkreis Hannover-Ost.
Die Hamburger Polizeibehörde hat folgendes Schreiben gerichtet: „Fast alle bisherigen Demonstrationen ter NSDAP haben zu (Störungen der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung geführt. Um weiteren Gefährdungen ter öffentlichen Ordnung vorzubeugen, werten bis auf weiteres alle Demonstratio-
Wogen des westlerischen Hochkapitalismus und östlichen Bolschewismus drohen über Deutschland zusammenzuschlagen. Wir wollen den Geist und die Kräfte pflegen, die unser Vaterland einst zur Große führten. 3n diesem Geiste reichen wir der Jugend die Hand, damit sie ihre frischen Kräfte daransehe, das Erbe der Väter zu retten. Am der Jugend willen und mit der Jugend führen wir den Kampf gegen das herrschende System, dem in dem Arbeitslosenheer von zwei Millionen deutscher Volksgenossen, ein furchtbarer Ankläger erwachsen ist. Die wahrhaft konservativen Kräfte, die den deutschen Staat erhalten sollen und daher den Parteistaat von heute bekämpfen müssen, sind in unserem Lager. Rur mit national- revolutionärem Angriffsgeist, der sich paart mit wirtschaftlicher Vernunft und mit der Erkenntnis, daß die wirtschaftlichen Grundlagen des Staates auf der Unantastbarkeit teä erworbenen Privateigentums beruhen, sollen tee brandenden Wogen der marxistischen Revolution bezwungen werden. Rur mit ihm können wir die Fesseln ter Tributverträge lösen, die ter gesprengte Voungreichstag um unser Volk geschlungen hat. Die kommenden Geschlechter werden sich niemals durch Verträge gebunden halten die auf der Kriegsschuldlüge beruhen. Kampfes- wille Selbstzucht, Opfermut und Vaterlandsliebe stnd die Tugenden, die den preuhifch-deutschen Staat dereinst begründeten und die sich im Frontfcldatengeist unserer Jugend aufs neue offenbaren. Sie sollen die Grundlagen des neuen Dritten Reiches fein.


