Ausgabe 
27.8.1930
 
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Nr. 199 Erstes Blatt

180. Jahrgang

Mittwoch, 27. August 1930

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Jne&r. Dill). Lange. Verantwortlich für Doluik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Tdyrwt; für den übrigen Teil (Frnft Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in Dieben.

Der unsichtbare Feind.

Die Relchsregierung muh mit einem unsicht­baren Feind kämpfen, der bis in ihre eigenen Reihen der Regierungsparteien sein Lager auf- geschlagen hat. GS ist jene Ungläubigkeit, an eine stabile weitere fortschrittliche Enlwick- luna, eS ist jener Pessimismus breitester Volksschichten. der non allen Ereignissen nur ihre negative Seite sieht und auch manchmal die Dinge weit über ihre reale Bedeutung nach einer schlechten Prognose hin übertreibt. Sr wird künstlich von den Extremen genährt, aber er findet auch in solchen Schichten heute seinen Widerhall, die politisch alles andere als radikal find, und deren Ideal sicherlich in der Richtung eine« geordneten auf demokratischer Selbstver­waltung sich ausbauenden Staate- liegt. 2lber mit ihrem Pessimismus, mit ihrer manchmal sogar schon leidenschaftlichen Freude, alle- in seiner ungünstigsten Bedeutung zu sehen, dienen sie nicht ihrem Ideal, sondern allen Mächten des Umsturzes und schließlich deS ChaoS.

Gs ist kein Zweifel, daß die Dorgänger der Regierung Brüning und teilweise gewiß auch die jetzt amtierende Regierung an dieser Ent­wicklung ein hohe- Maß an Schuld aus sich nehmen müssen. ES sind nicht allein die Zahlen der Arbeitslosigkeit, der Konkurse oder der Zwangsversteigerungen, die diese ungünstige Stimmung in den Massen erzeugt haben, daS sind Fehlschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung eine- DolkeS, aber sie können wie alle Fehlschläge mit Mut und Optimismus über­wunden werden und brauchen nicht gleich in eine Stimmung allgemeinen Zweifels, allgemeinen Pessimismus und einer gewissen Müdigkeit um­zuschlagen. SS scheint, dast das heutige Kabinett die gemachten Fehler sehen und vermeiden möchte. Man hat, alS die ersten Schwierig­keiten einer sinkenden Konjunktur drohten, die Parole auSgegeben, eS sei kein Grund zu Besorg­nissen. und als dann die wirtschaftlichen Schwie­rigkeiten im Herbst 1929 nicht mehr zu leugnen waren, da gab man übereilig die Parole auS, der Staat wird helfen, er wird die Steuern senken. Lin paar Monate später muhte man da- Gegenteil tun. und man hat dann crllärt, nun sei alles in Ordnung, der Reichsctat sei stabilisiert, um ein paar Monate später d a- Gegenteil zu erklären.

DaS sind Enttäuschungen, die psychologisch auf die Massen vielleicht noch nachhaltiger wirken alS etwa die steigende Kurve der Arbeitslosig­keit. Man weih, dah die Regierung eine Wirt­schaftskrise nicht einfach mit em paar Maß­nahmen beseitigen kann. Aber man verliert schließlich jeden Boden unter den Füßen, wenn die Regierung Versprechungen gibt, die sie nicht hält. Man muß sich diese Zusammenhänge fiar- machen. um die Bedingtheit des heutigen Pessi­mismus einzusehen. Lenin hat bei viel größeren Schwierigkeiten seiner Herrschaft sehr geschickt dos offene Bekenntnis abgegeben, die Regierung hat Fehler gemacht, die Regierung wird diese Fehler wieder gutmachen. Und sofort jubelten ihm die vorher noch so skeptischen Massen zu. denn jemand, der ein solche- Bekenntnis abgibt, kann sicherlich auch Vertrauen erwerben.

2s ist erfreulich, daß der Finanzministcr Dietrich in seiner letzten Erklärung über die Finanzlage die Schwierigkeiten offen zugibt und nicht mit Versprechungen operiert, von Steuersenkungen oder anderen schönen Dingen, die nachher doch nicht gehalten werden können. Rach der Auflösung des Reichstages hat der Minister ein offenes Wort vomInteressenten­haufen" gesprochen, und damit einer Stimmung Ausdruck gegeben, die weite Dolksmassen mit- fühlen. Auch für die kommende Zeit der Re- gierungspolitik wird jedes offene Wort über die Fehler und Möglichkeiten mehr Vertrauen um sich verbreiten. alS die mühseligsten statistischen Auseinandersetzungen über di« Wirtschaftslage.

Kabineitsberaiung über die Finanzreform.

Watzlmanövcr.Dietrichs Sparprogramm

Berlin . 26. Aug. (CJIB. Amtlich.) Vas Reichs- kobinett hat heute bi» S Uhr abends dos Finanz- Programm weiter beraten Die Beratungen bewegten sich bisher mehr im Rohmen der Generaldiskuffion. Sie werden morgen fortgeführt, und man hofft, daß fit bis morgen abend jum Abschluß gebracht werden können. Die Behauptung desvorwärts" und de» Sozialdemokratischen Pressedienste», dah eine Auf­hebung der Erstattung der Lohnsteuer und eine ent­sprechende Erhöhung der Lohnsteuer ge­plant fei. ist vollkommen au» der Lust ge­griffen und lediglich al» ein wahltaklifche» Manöver zu werten, ebenso wie die Meldung eine» Berliner Mittagsblattes, nach der Mittel der Hauszinssteuer zur Senkung der Einkommensteuer verwendet werden fal­len und ähnliche ftombinalionen. Richtig ist nur, dah der Reichsminister der Finanzen von den R e f - fort» reellere erhebliche Linfchränknn- gen verlangt hat. Der Reichsfinanzminister hat vor kurzem die Haushaltsreferenten der einzelnen Mi­nisterien bei sich empfangen und ihnen vor allem die Notwendigkeit dorgelcgt, die Abschtuhziffern des haushalt» 1931 bl» 1932 nm eine nennens­werte Summe unter die Haushaltsan sähe de, laufenden Haushaltsjahre, herunterzu- drücken.

Gronaus Atlantikflug EuropaGrönlandAmerika

Oer Flug ohne Reklame.

Der glückhafte Flieger von Gronau, der den schwierigen Ost-Westslug über den Ozcan gewagt und ihn glücklich Ende geführt hat, sticht insofern von seinen sämtlichen Vorgängern angenehm ab, alS er auf jede vorzeitige Reklame verzichtet und bis zum letzten Augenblick die Absicht deS Fluges eigentlich ge­leugnet hat. Er hat die- nachträglich damit be­gründet, doh er seinen eigenen Ruf Hobe schonen wollen, der bei einem vorzeitigen Abbrechen Schoden gelitten hätte. Indessen davor hoben sich andere auch nicht gescheut. Wir erinnern unS noch, wie peinlich es war, als ein schwedischer Flieger wochenlang in Reyhavik sestsaß und

denke mehrere Tage in Amerika zu bleiben. Die von Gronau geflogene Gefamtsteecke beträgt 4000 Seemeilen, die Flugzeit 47 Stunden.

Ein Pionier des Transatlantikverkehrs.

Tr. Tornier erzählt die interessante (beschichte des Flugboots

Friedrichshafen, 26. Aug. (Tel.-äln.) Zu der Atlantiküberquerung teilt Dr. 6 la u - dius Dornier der ..Telegraphen-Union" foU gendeS mit;

Der Atlantikslug DronauS mit dem Flug­boot Dornier Wal dürste deShelb von be­

bereit» sechs Jahre im Dienst. SS wurde 1924 im Auftrag deS RordpolforfcherS A m u n d f c n gebaut und von diesem 1925 zu seinem Flug noch dem R o r b p v l benutzt. Däh- renb ein zweites Flugboot im Eise zurückgelosfen werden mußte, konnte N 25. der heute von Gro» nau benutzte Wal. die Besatzung beider Flug­boote nach Spitzbergen und OSlo zu­rückbringen. In den folgenden Jahren machte der Rordpvlwol unter Führung deS nor­wegischen Oberleutnant- Lützow Holm eine Reihe von Erkundung-slügen und wurde dann von den Dornierwerken wieder zurückerworben. Der englische Flieger C o u r t n e n benutzte dar­aus da- Flugboot zu dem Versuch einer Atlon- titüberquerung, der jedoch wegen ungünstige«

Links: Pilot von Gronau von der Derkehrsfliegerschule in Warnemünde. Rechts: Das Ozeanflugboot Gronaus, Dornier-Dal D 1422.

feinen so oft angekündigten Start nicht an treten konnte. Wir erinnern uns auch, dah der deutsche Flieger Hirth mit einem Leichtflugzeug vor ganz kurzer Zeit noch in Island umkehren mußte, weil sich die Schwierigkeiten nicht bewältigen ließen. Gronau ist genau den umgekehr­ten Weg gegangen. Er ist zu einem Studien­flug gestartet, hat in Island den Weiterflug noch entschieden Dementiert und erst, alS er glücklich in Grönland angenommen war, zuge­geben, daß et sich mit der Absicht eines Trans­ozeanflugs trüge, wo ja auch kaum mehr etwas abzustreiten war.

Durch diese Zurückhaltung und durch die Vor- bercitungen rückt der Flug Gronaus aus dem Ge> biet des sportlichen Abenteuers hinüber in Den Bereich des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Studiums. Er hat praktisch den Beweis erbracht, daß der Gtappcnflug über Island und Grönland, obwohl er fast tausend Kilometer län­ger ist als der unmittelbare Weg über Den Ozean, immerhin beachtenswert bleibt, weil er durch die Möglichkeit von Zwischenlandungen größte Sicherheit gegenüber Den Zufälligkeiten Des Motors gewährleistet. Allerdings Die Schwierigkei­ten Der Bereifung und der Vernebelung bleiben Die gleichen, die Neufundland-Klippe muß so oder so überwunden werden. Aber auch diese Gefahren ver­lieren viel von ihrem drohenden Charakter, wenn fic nicht mehr am Ende eines Nonstop-Fluges, fon- Dem nur zwischen zwei Etappen hinein­gestellt werden. Es liegt nahe zu vermuten, daß Gronau als Leiter der Fliegerschule Warnemünde den Flug nicht ohne Verbindung mit dem Reichsoerkehrsministerium unternom­men hat, das wohl -auf diese Weise auch Material für Die systematische Vorbereitung Des transozeani­schen Verkehrs sammeln wollte. Wenn das neu« Dornier-Flugzeug Do X, Das ja eigentlich für den Nonstop-Flug gebaut wurde, seine Kinder- krankheiten überwunden hat und ebenfalls Die Reife antreten kann, bann wird aus dem Vergleich Der Erfahrungen dieser beiden Flugzeuge vielleicht das erste praktische Ergebnis gewonnen, wie sich Die Voraussetzungen für einen regelmäßigen Dienst über Den Ozean am besten erfüllen lasten.

Oie Landung in Neuyork.

Begeisterte Begrüßung Gronaus.

Reuyork, 26. Aug. (WIB.) Der Flieger von Gronau startete in Halifax heute früh 9.50 Ahr amerikanischer Zeit zum Fluge nach Reuyork und ist um 3.45 Uhr örtlicher Sommerzeit im Hafen von Reuyork gelandet. Die deutschen Ozean­flieger haben zu ihrer letzten Flugstrecke, die an der Küste entlang führte, bi» zur Freiheitsstatue nur genau sechs Stunden gebraucht. Die Men- schenmcnge, die sich zu ihrem Empfange im Batten) Darf eingefunden hatte, roar bei der Ankunft des Flugzeuges überrascht, da man nicht mit einer so hohen Durchschnittsgeschwindigkeit gerechnet hatte. Da» Flugzeug wurde allenthalben mit großer Begeisterung und Sirnengeheul be­grüßt. Ls ist das erstemal, daß ein Atlantikflieger in Reuyork gelandet ifL Gronau erklärte, er habe sich über die Art feiner Rückreise noch nicht ent­schieden. Fall» er aber zurücksliege, werde er jeden­falls nicht Die Rordroute einschlagen, er ge­

sonderem Interesse fein, weil cs da- erstemal ist, Daß mit einem Seeslugzeug her Rordatlantik überwunden worden ist. Dieser Flug bedeutet eine mächtige Pionierarbeit für den kommenden TranSvzean- flugverkehr. Denn nur mit Seeslugzcugen wird es möglich Jein, einen solchen Verkehr un­ter Ausschaltung' der Hauptgefahren systematisch zu studieren und durchzuführen. Besonders her- vorzuheben ist an diesem Flug die wohlüber­legte Vorbereitung und gut gelungene Durchführung, dienurinDerbindungmit Wetterdienst und Funkanlagen mög­lich war. Das zum Flug verwendete Flug­boot ist ein Veteran der Luftfahrt und

Witterung aus Dem Wege gach den Azoren ab­gebrochen werden muhte. Die Maschine ging Darauf in den Besitz der Deutschen Der- kehrssliegerschuleWarnemünbe über und machte bereits 1928 unter Führung Gro- nauS einen Rundflug List - BergenOSlo List, 1929 einen Flug nach I-land und zurück und in diesem Jahre größere Flüge, darunter einen nach HelfingsorS. Die gleiche Flugboot-Type hat bereit- zweimal den Südatlan­tik überquert : 1926 unter Führung deS spanischen Majors Franco und unter Dem portugiesischen Major Sa rm « nto de Dei- r e S.

SietkchnischenVolbeleiiungenMMchslWSwchl

Jlur 22 Wahlvorschläge. Rückgang der Zersplitterung. Frühere Ermittlung des Ergebnisses.

Berlin, 26. Aug. (ERB.) Die wir erfahren, wird Der Reichswahlausschuß am 2. Sep­tember zusammentreten, um über die DahlVor­schläge der Parteien und die technischen Einzel­heiten der bevorstehenden Reichstagswahl zu ent­scheiden. Bisher ist dem Reichswahlleiter erst ein kleinerer Teil der Reichswahloorschläge zugegangen: namentlich fehlen die der großen Parteien noch. Man kann aber schon jetzt sich ungefähr ein Bild davon machen, wieviel Parteien bei der bevorstehenden Mahl aufmarschieren werden. Von unterrichteter Stelle rechnet man mit etwa 22 Vorschlägen, so daß also gegenüber den 38 Vorschlägen, die bei der Dahl vom 20. Mai 1928 im fiampf standen, eine erhebliche Verminderung eintritt. Das bedeutet ersreulicherweise, dah die Stimmen diesmal immerhin nicht in so großem Maße zersplittert werden, wie damals. Viele Stim­men, die bei den Maiwahlen verloren gingen, wer­den den größeren Parteien zugutekommen, und man kann also annehmen, dah der neue Reichstag selbst bei geringerer Wahlbeteiligung, die nicht ein­mal al» so wahrscheinlich angesehen wird, minde­sten» so groh wird wie der alte. Seit den Mahlen zur Rationalversammlung hat sich die Zahl der Parteien bei jeder Mahl vermehrt. Die jetzt ein­st hende rückläufige Bewegung kann darum nut um so mehr begrüßt und al» Beweis dafür gebucht werden, daß der allgemeine Ruf nach Sammlung sich doch praktisch in der Richtung einer Zusammen- schluhbewegung auswirkt.

Auch der Zähloorgang wird durch die Ver­minderung der Dahlvorschläge vereinfacht. Man rechnet deshalb damit, daß der Ueberblüf über die Ergebnisse etwas früher möglich fein wird als bei den letzten Mahlen. Auf der anderen Seite trift eine gewisse Komplizierung dadurch ein, dah die Parteien, namentlich der Mitte, am 14. September in den Dahlkreisen und Mahlkreisverbänden ver­schiedene gemeinsame Listen aufstellen und verschiedene Listenoerbindungen eingegangen sind. So Hal ;. B. die Deutsche volks- partei in Baden und IBürffemberg ein Bündnis mit

der Staatspartei geschlossen. Dagegen In Oslpreuhen mit den Konservativen. Trotzdem werden derartige Vorschläge aber doch verhältnismählg einfach ge­handhabt. Die Parteien teilen dem Wahlleiter mit, welcher Reichslifte die Reststimmen zufallen sol­len. und unter der Rümmer dieser Reichsliste tritt die Verbindung auch in den Wahlkreisen auf.

Oer Wahlaufruf der Mitte.

Absagen brr Slaatspartei und des Christtich-Loziaten Bolksbicnstcs.

Berlin, 26. Slug. (CNB.) Wie wir erfahren, hat die Deutsche Staats partei in ihrem Hauptaktionsausschuh beschlossen, der Deutschen Dolkspartei, Die in einem Schreiben vom 23. August der Staatspartei mitteilte, daß sowohl die ftonfer- vetioe Volkspartei wie die Wirlschofispartei erklärt hätten, es sei ihnen nicht m c, glich, an dem Wortlaut des bereits veröffentlichten gemeinsamen Aufrufs Aenderungen oorzunehmen, folgendes Schreiben zuzuleiten:

Jn Beantwortung Ihres Schreibens vom 23. August teile ich Ihnen ergebenft mit, dah die Deutsche Staatspartei von ihrem Stand­punkt. dah der Reichspräsident nicht in Den Wahlkampf gezogen werden darf, unter keinen Umständen abgehen kann. Mit vorzüglicher Hochachtung

Deutsche Staatspartei.

(gez.) Arthur Mahraun.

In den Presseerörterungen über bas Wahlabkom­men zwischen der Konseroatioen Dolkspartei, der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftsparlei ist ferner die Frage angeschnitten worden, ob der Christlich-Soziale Dolksdienst dem Ab­kommen und dem Aufruf nachträglich bei­treten werden. Die Reichsleitung des Christlich- Sozialen Volksdienstes teilt dazu mit, daß eine ent­sprechende Aufforderung an sie nicht ergangen ist- Sie würde einer solchen auch nicht Folge leisten können. Die Vertreter Des Christlich-So­zialen Volksdienstes werden im Reichstag mit allen darin gleichgerichteten Reichstagsgruppen an der Durchführung Des vorn Reichspräsidenten ausgestell­ten Notprogramms zusammenarbeiten. Der