Ausgabe 
27.2.1930
 
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die

amerikanische Gesandtschaft geflüchtet.

wäre

Gkandalszenen im polnischen Gejm.

Warschau, 26. Febr. (WTB.) Im Sejm

der Vizepräsident der Dominikanis^en Republik haben sich, wie gerüchtweise verlautet, in

setzt. Die Einnahme der Stadt erfolgte ohne jedes Blutvergießen. Der Präsident und

Berlin. 26. Febr. (DDZ.) Auf der Tages­ordnung steht die zweite Beratung der Novelle zur Reichshaushaltsordnung. Der Ausschuß hat die Regierungsvorlage in vielen Punkten ge­ändert und vor allem die Kontrollbefug- nisse des Rechnungshofes wesentlich erweitert mit der Tendenz, daß möglichst sparsam gewirtschaftet wird.

RetchLfinanzminister ®r. Mldenhauer stimmt den Acnderungen zu. 3m Ausschuß sei schon das Probierst berührt worden, ob das Aus gabenbew illi g un gsrech t des Parlaments nicht cingcsKränkt werden könne. Diese mehr verfaslungsrea)tli.,e Frage sollte bei der vorliegenden Novelle nicht entseyieden wer­den, damit der vorliegende Entwurf so schnell zur Verabschiedung kommt, daß er schon beim Etat für 1930 Anwendung finden kann.

Abg. Heimann (Soz.) wendet sich gegen die im Ausichuh abgelehnten Anträge der Wirt­schaftspartei und der Deuts^en Volkspartei, den Reichssparkommissar als eine mit großen Rechten ausgestattete unabhängige Instanz in das Verfassungs'eben einzusc^alten. Die Sozialdemokraten wollten i n Gegensatz dazu nicht das Dudgetrecht einschränken, sondern um­gekehrt den Einfluß der Reichsregierung, des Reichsrats und vor allem des Reichstags st ä r k e n. um damit auch das Verantwor­tungsgefühl dieser Körperschaften im finan­ziellen Dienst zu stärken. Tatsächlich ist es gar nicht so, daß beim Geldausgeben immer der Reichstag der Sündenbock sei. Tatsächlich sind unter dem Druck der vergangenen Regierungen gegen den Widerstand der Sozialdemokraten wirtschaftlich nicht vertretbare Subventionen durchgeseht worden, die nicht weniger als 1,2 Milliarden betragen haben. (Hört! Hört!)

Abg. Her g t (Dn.): Mit dec vorliegenden No- v lle wird nicht Ordnung in den Reichshaushalt gebracht.

Es fehlt eben im Gegensatz zu früher jetzt dem Parlament der Wille zur Ordnung in der Jl- nanzwirtschasl. Das strenge veraniworkungs- bewuhtsein. das früher die Vureaukratie be­herrschte, ist verloren gegangen und mußte ver­loren gehen im parlamentarischen System, bei dem der Winsler nicht mehr ein freier Wann, sondern der Exponent einer Partei oder einer politischen Koalition ist.

Die Abhängigkeit von der Masse draußen muh ja zu übertriebener Dewilligungsfreudigkeit und dadurch zu finanzieller Einordnung führen. Ord­nung in den Etat werden Sie niemals bringen, solange das übertriebene parlamentarische System besteht. Mit der Vorlage können wir einverstan­den sein, wenn wir auch Bedenken nicht unter­drücken können gegen die darin dem Reichs­finanzminister gewährte Erweiterung der Befugnisse. Der Finanzminister ist unter dem jetzigen System ja ebenso politischer Mi­nister wie der Ressortminister, den er hinsicht­lich der Ausgabefreudigkrit kontrollieren soll.

Abg. Schreiber (Z.) bezeichnet den vorlie­genden Entwurf als eine formalrechtliche Schöp­fung, die ihren Zweck nur erreichen könne, wenn dahinter die richtige politische Wil­lensbildung steht. Der Reichstag hat mit dieser Vorlage das Schwergewicht der Macht von sich gegeben und in die Hände des Finanzministers gelegt. Der Fi­nanzminister braucht nur Gebrauch zu machen von den Rechten, die ihm gegeben sind. Die Stellung des Reichssparkommissars'ist im wesentlichen eine Personlichkeitskrage. Wer daraus eine gesetzlich verankerte 3nstanz machen will, schafft tatsächlich ein zweites Finanzministerium uns ergänzt die grünen Tische durch einen neuen, der außerordentlich viel tastet.

Abg. Dr. Cremer (D. D.): Für größere Sparsamkeit im Reichshaushalt haben alle

Die Manzkonirolle im parlameniarischen System Der Reichstag berät eine Aende-ung der Reichshaushaltsordnung.

abend die Mädchen zur Abreise versammelten, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Leiterin des Unternehmens. Die Angestellten der Agentin wurden von den Angehörigen bedroht, und es kam zu einer Schlägerei, der erst durch Schutzpolizeibeamte ein Ende gemacht werden konnte. Unter dem Eindruck dieses Vorfalles ent­schlossen sich drei Mädchen von der Abreise nach Buenos Aires Abstand zu nehmen. Die übrigen neun fuhren mit dem fahnplanmäßigen Zuge nach Ham­burg. Es wurde auch bekannt, daß fast keines der Mädchen überhaupt den Inhalt des Vertrages nach Buenos Aires kennt. Die Kriminalpolizei nahm ein junges Mädchen in Gewahrsam, das den Eltern entlausen war. Die übrigen jungen Mädchen, die mit diesem verdächtigen Transport nach Süd­amerika reisen, konnten nicht zurückgehalten werden, da sie sämtlich mündig sind. Die Truppe, der von dem Berliner argentinischen Generalkonsul das Visum verwe i g e r t worden ist, reist ohne Vi­sum zunächst bis Montevideo.

Die Feriensonderzüge.

Die Erfahrungen der Reichsbahn seit der Hm- Wandlung des Vierklafsensystems bilden gegen­wärtig Gegenstand eingehender Beratungen über die Neufestsetzung des Ferienreisever­kehrs. Die durch die Verringerung der Preis­spanne zwischen- den Fahrpreisen der dritten Klasse und den Fahrpreisen der Feriensonderzüge entstandene Preisangleichung bei der Be­nutzung der Feriensonderzüge hat zu den Er­wägungen geführt, ob nicht ein beträchtlicher Teil dieser Sonderzüge aus fallen könne. Die schlechte Frequenz der Feriensonderzüge im vergangenen 3ahre hat zu diesen Erwägungen besonderen Anlaß gegeben. Es spielt infolgedessen auch die Erwägung eine Rolle, welcheLinien in diesem 3ahre a u s f a l l e n können. Tie Spar­maßnahmen. die auch bei der Reichsbahn mit Energie durchgcführt werden, dürften daher in diesem Jahre gerade bei den sonst so beliebten Feriensonderzügen empfindlich zum Ausdruck kommen.

Maßregelung der Freien Kieler Studentenschaft.

Der Senat der Universität Kiel hat der Freien Kieler Studentenschaft, die sich aus der Deutschen Studentenschaft entwickelt hatte, die An­erkennung als aka^d e m.i scher Verein entzogen. 3n der Bekanntmachung des Rektors wird die Maßnahme damit begründet, daß die Freie Kieler Studentenschaft bei der von ihr veranstalte- ten Reichs grün dun a sfeier dem ausdrück­lichen Hinweis, ihr stehe das Führen der Unioerfi«

es gestern abend zwischen Abgeordneten des Regie- rungsbtocks und Sozialisten beinahe zu Tätlich­keiten gekommen. Der sozialistische Abgeordnete Stanczyk wurde ständig von dem Abgeordneten des Regierungsblocks Kleszczynski unterbro­chen. Dieser rief ihm u.a. zu:Sie haben die Kultur eines Bandite n!", worauf Stanczyk antwortete:Sie sind ein gewöhnlicher Lausbube, ich werde nicht mit Ihnen polemi­sieren. Zur Zeit, als die polnischen Sozialisten um die Unabhängigkeit kämpften, haben solch« Herren wie der Abgeordnete Kleszczynski die Stiefel der Zaren und Kaiser geküßt." D.ese Worte riefen bei den Abgeordneten des Pilsudski- Blockes einen Sturm der Entrüstung hervor. Klesz­czynski sprang von seinem Sitz auf und stürzte zu seinem Gegner. Es wäre wahrscheinlich zu einem allgemeinen Handgemenge gekommen, wenn nicht der Sejmmarschall die Sitzung unter­brochen hätte. Abgeordneter Stanczyk erschien später auf der Tribüne und bat den Abgeordneten Kleszczynski um Verzeihung, da ihm nicht bekannt gemein sei, daß dieser in den Legionen ge­dient habe.

Auch im Heeresausschuß des Sejm kam es zu erregten Szenen. Der Abgeordnete des Regie­rungsblocks, Professor Kozlowski, warf dem früheren Se'',n- und Cenatsmarfchall, dem ehe­maligen Mitglied des Deutschen Reichstages, Trampczynski, vor, daß er von dem frühe­ren deutschen Kaiser für Lakaien dienst« seinerzeit eine Anerkennung erhalten habe. Abg. L a z a r s k i (Regierungsblock) tief hierauf Trampczynski zu, daß er, der früher die Deutschen unterstützt hätte, sich jetzt mit der Toga der katonischen Lindester', lichkeit bekleide. Der nationaldemokratische Abgeordnete Dombrowski nannte hierauf Lazarski einen Dummkopf. Der so Beschimpfte sprang vom Platz auf und versetzte Dombrowski, indem er Trampczynski zurückwies, zwei Ohrfeigen. Die Sitzung wurde nach diesem Zwischenfall unter ungeheurem Lärm unterbrochen.

Trampczynski soU erklärt haben, daß er m U dem Revolver geantwortet hätte, wenn er geohrfeigt worden wäre.

Ciatsberatungen im Finanzausschuß.

Die Besörsterung des Kommunalwalds.

WHP. Darmstadt, 26. Febr. Der Finanzaus­schuß des Hessischen Landtages begann mit der (Ein- zelberatung des Staatsvoranschlags 1930'31 bei den Staatsgütern, und zwar beim KapitelF o r st und Kameralgüter" (Forstoerwaltung). Dieses Ka­pitel sieht eine Einnahme von 11618 648 Mark vor, eine Ausgabe 8 805 170 Mk.. sch jetzt also mit einem Ueberschuß von 2 813 478 Mark ab.

Der Ausschuß befaßte sich eingehend mit den Bei- trägen der Gemeinden zu den Kosten der Fqrstverwaltung. Doranschlagmäßig sind vorgesehen an Beiträgen aus Kommunalwald und beförstertem Privatwald (97 046 Hektar ä 14 Mark) 1358 644 Mark und aus nur unter Forstschutz stehenden Pri­vatwäldern (21 075 Hektar ä 4 Mk.) 84 300 Mark, zusammen 1 442 944 Mark (im Vorjahre 1237 503). Wenn die Erhebung dieser Beiträge eine beson­der« Härte betonten würde, so soll d« Regie­rung die Ermächtigung erhalten, ausnahmsweise auch den Grundbetrag von sechs Reichsmark bei den beförderten Wäldern je Hektar ganz ober teilweise außerAnsatz zu lassen. Das Zentrum beantragte dazu, diese Erleichterung auch auf das vergangene Jahr zu erstrecken.

Die Aussprache im Ausschuß wurde jedoch heute noch nicht abgeschlossen. Die Regierung wurde er­sucht, einen Weg zu finden, um die Beförsterungs- beiträge der Gemeinden, insbesondere der schwachen Gemeinden, herabzusetzen. Von sozialdemokra­tischer Seite wurde verlangt, daß nur die tat- sächlich aufgeroanbten Kosten für bie Forstverwaltung auf bie Gemeinben umgeschlagen werben sollen, baß ber Staatskasse also daraus kein Gewinn verbleiben soll. Der Lanbbund bean­tragte, b'e Beförsterungsbeiträge auf 12 bzw. 3,80 Mark zu bestimmen und auch den Orunbbeitrag entsprechend herabzusetzen.

Teilweise Aufhebung

des Oemonstrationsverbois.

Berlin. 26. Febr. (lebUn.) Im Preußischen Landtag gab Staatssekretär Dr. Abegg zwei Er­lasse bekannt, wonach bas Kunbgebungsverbot am 28. Februar anläßlich tot fünfjährigen Wie­derkehr des Todestages des ersten Reichspräsidenten Ebert und für den 16. März aus Anlaß des vom Dolksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge vorgesehenen V o l k s t r a u e r» tages insofern aufgehoben wird, als Veran- stattungen unter freiem Himmel zugelassen werden, di« sich im Rahmen der Gedenkfeiern und Trauer- funbgebungen bewegen. Geschlossene An- und Ab­märsche sind jedoch nicht gestattet.

Aus aller Well.

Verdächtiger Wädchenkranspork nach Südamerika.

Auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin kam es am Mittwochabend aus einem eigenartigen Anlaß zu schweren Skandalszenen. In der Vorhalle des Bahn­hofs hatten sich 12 junge Mädchen im Alter von 20 bis 25 Jahren zum Teil mit ihren Ange­hörigen versammelt, die von einer südamerikanischen Agentur angeblich für zwei SarieUunter- nehmungen in Buenos Aires enga­giert waren. Trotz der Bemühungen amtlicher Stellen, war es nicht gelungen, bie Mädchen von Der Annahme des Engagements zurückzuhalten. Die Agentin, bie schon im vorigen Jahre eine größere Gruppe Berliner Mädchen nach Südamerika ge- bracht hatte hatte jetzt wieder Verträge abgeschlossen, die ben Zweck des Unternehmens als keineswegs cinroanbfrei erscheinen lassen. Da die Polizei aber keine Handhabe zum Einschreiten hatte, mußte sie es mitansehen, daß Mittwochabend wieder junge Mädchen nach Hamburg abreiften, um von dort nach Buenos Aires au gelangen. Dor der Abreife waren aber mehrere Angehörige ber Mäbchen gewarnt worden, io daß sie Verdacht schöpften. Als sich am Mittwoch-

Kreis« unseres Volkes Interesse. Sie gehen da­bei nicht von verfassungsrechtlichen, sondern von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus. (Sehr wahr!) Das parlamentarische System wird nicht dadurch gefäyrdet, wenn wir nach dem Muster der älteren Demokratien in England als Parlament Dienstbeschränkung üben und die Ausgaben unter härtere Kontrolle steten.

Unsere Finanzpolitik hat gelitten unter dem häufigen Winisterwechsel und dem damit ver­bundenen Kurswechsel. Unsere Anträge wollen den Leiter der Finanzpolitik bewahren vor dem parlamentarischen Wetterwechsel und wollen da­mit die dauernde konsequente Linie der Finanz­politik sichern, die wir brauchen, um zu einer gesunden Finanzwirtfchaft zu kommen.

Es ist einerlei, o3 wir dies« Persönlichkeit Spar- kommissar oder Haushaltsminister nennen. Der Reichstag würde besseren Einblick in das Ee- triebe der Vureaukratie gewinnen, wenn ihm der Haushaltsminister auf Verlangen jederzeit Auskunft geben muß. Aus den Berichten des Rechnungshofes ergibt sich, daß di« Sünden ge­gen die Sparsamkeit bei der (Bureau- fr a t i e mindestens so groß und zahl­reich waren wie beim Parlament. Nicht nur im Reiche, sondern auch in den Lände rn und Gemeinden bedarf die Finanzpolitik einer gründlichen Reform.

Abg. Dr. Bredt (Wirtsch.): Der Reichstag darf sich nicht darüber täuschen, daß man draußen im Volke niitsteigendemUnwillendi« Finanz- wirtschast unter dem parlamentarischen System ver­folgt. Wenn jede Partei unb jebes Ressort Aus­gaben verlangt, bann kann ber Finanzminister auch nichts machen. Die Vureaukratie hat bi« schwer« Schuld auf sich geloben, baß sie das Aufkommen aus den Steuern willkürlich in ton Etat eingesetzt und so bas Parlament über bie wahre Finanz­lage getäuscht hat. Wie «in wirklich unab­hängiger Sparkommissar wirkt, bas haben wir ja gesehen, als Reichsbankpräsibent Dr. Schacht mit seiner Forberung kam, bie wie ein Donmrschlag wirkte. Roch niemals saßen die Führer ber Re­gierungsparteien so betreten beieinander unb noch niemals sind sie so schnell gelaufen als damals, als Schacht ben Tilgungsfonds verlangte. Kaum hatte er ihn verlangt, da war er schon eingeführt. Bei dem jetzigen System geraten wir mit jedem Jahr« tiefer in ton finanziellen Sumpf hinein.

Abg. Bernhard (Dem.): Die Finanznot ist nicht eine Folge parlamentarischer Luderwirt­schaft. Das ist schon deshalb unmöglich, weil ja in den zehn Jahren mit wechselnden Mehrheiten regiert worden ist. Die Wirt­schaftspartei hat freilich das Glück gehabt, immer von der Regierungsverantwortung frei zu blei­ben. Wir halten es für notwendig, daß der Reichstag Einblick in die Geheimnisse des Ver­waltungsapparates erhält. Trotz der Mängel des Rechnungshofes haben seine Berichte dem Reichs­tag schon große Dienste geleistet. Dabei haben wir mit Schaudern gesehen, daß h ö ch st b e d e n k- liche außer- und überplanmäßige Ausgaben die Zustimmung der jeweiligen Reichsfinanzminister gefunden haben.

Daraus scheint doch hervorzugehen, daß auch .die Machterweiterung des Finanzministers keinen sicheren Schuh gewährt. Die Anklagen, die wir hier hörten, treffen nicht das jetzige System und nicht den Reichstag, sondern die politisch- verantwortlichen Persönlichkeiten, die Furcht haben vor der Konsequenz der Un- Popularität.

Die Vorlage wird in zweiter und dritter Be­ratung in der Ausschußfassung gegen Kommu­nisten und Nationalsozialisten angenommen.

Nächste Sitzung: Donnerstag. Aus d r Tages­ordnung steht das Ministerpensionsgeseh neben kleineren Vortzagen.

tätsfarben nicht zu, entgegengehandelt, überdies aber in einem Schre.ben an ben Rektor eine so wenig angemessene Haltung eingenommen habe, baß bie Beantwortung abgelehnt werben mußte.

Politische Brandstiftung in Neukölln.

Durch einen Brand ist in dem in einer großen Holzbaracke untergebrachten Erwerbslosen- bureau des Bezirksamtes NeuköUn in der Thomasstraße erheblicher Schaden angerichtet worden. Mehr als 20 000 Kartothek­karten für Frauen wurden Vernich» t e t. Das Feuer ist nach den bisherigen Fest­stellungen vorsätzlich angelegt worden. Die Tater konnten aber nocy nicht ermittelt werden. Die Kriminalpolizei hat eine Unter» suchung eingeleitet, da angenommen wird, daß der Brand von radikalen Elementen angelegt worden ist. Man wollte durch die Zerstörung der Akten und Unterlagen anscheinend Schwieri.teilen in der Abfertigung Hervorrufen, um dadurch unter den Erwerbslosen Unruhe hervorzurufen.

Tragischer Unglücksfall.

2n Forst (Lausitz) wurden die 30 Jahre alte Frau Lieske und ihre beiden Töchter im Alter von eineinviertel und drei Jahren von dem heimkehrender. Ehemann in ber Küche tot aufgefunden. Tie polizeilich n Ermittlungen ergaben, daß es sich um einen Unglücksfall handelt. Frau Lieske war, durch Nachtwachen am Krankenlager ihrer Kinder stark übermüdet, eingeschlafen, ohne daran zu denken, daß a u f dem Gaskocher ein Topf mit Wasser stand. Das Wasser kochte über, brachte bie Gass lamme zum Erlöschen, das auSftrö- menbe Gas erfüllte in kurzer Zeit den Raum und führte so den Tod der drei Menschen herbei.

Acht Todesopfer bei dem Brand einer Schule in Kanada.

Die Croßlake-Schule, eine abgelegene Land­schule für Indianer, wurde durch einen Brand zerstört. Eine Oberschwester und sieben junge Indianerschüler kamen in den Flammen um.

Der Fall Meußbörfer.

Zum Fall Meußbörfer verlautet von gut un­terrichteter Seite. Eine Zurückziehung der Anklage gegen Kommerzienrat Meußbörfer kann nicht in Frage kommen, so lange nicht das endgültige Gutachten des Profes­sors Dr..Fischer, Würzburg, vorliegt. Pro­fessor Dr. Fischer hat bekanntlich in feinem vor­läufigen Gutachten ausgeführt, daß der Tod der Frau Meußdörfer durch Erwürgen einge­

treten ist und daß Me Fesselung ber Hände erst vorgenommen wurde, nachdem der Tod bereits eingetreten war. Er­fährt diese vorläufige Feststellung ihre Bestä­tigung, so können Schubert und Popp nicht die Täter sein, weil sich ihre Geständnisse damit nichts vereinbaren lassen. Der Widerruf des Geständnisses, den Fritz Schubert neuerdings sei­ner Ehefrau und seinen Geschwistern gegenüber abgab und von dem die Staatsanwaltschaft Kenntnis gab, ist dieser gegenüber bisher noch nicht erfolgt.

Wklkenbrüche in Cnbifallen.

Infolge heftiger Wolkenbrüche ereignete sich in San Giovanni in Fiore ein Erd­rutsch, der zwei Häuser völlig zerstörte. Bis jetzt sind vier Tote und vier Schwerverletzte zu verzeichnen. Aus ganz Süditalien, namentlich Calabrien und Dizllien treffen weitere Mit­teilungen über den Schaden ein, den das an­haltende Unwetter anr.chtete. Große Erdmas.en sind von den Bergen herabgestürzt. Ein« Wasser­leitung wurde schwer beschädigt. Man. befürchtet, daß die Erd- und Felsmassen sich weiter be­wegen und auch die Eisenbahn st recken verschütten werden. In anderen Teilen Süd- Italiens wurde durch Regengüsse und Hagel­schläge an den Saaten und Obstbäumen schwerer Schaven angerichtet.

17 Todesopfer einer Schiffskatastrophe.

In Miami (Florida) wird erst heute durch die Mitteilung von Reisenden bekannt, daß sich am 17. Februar auf der Höhe der zu den Bahamas gehörenden Insel Abaco ein schweres SchifsS- unglück ereignet hat. Dort schlug bie Schaluppe »Pretoria" infolge hohen Seeganges voll Wasser und sank. Don der 20 Mann starken Be­satzung ist «s nach Angaben der Reisenden nur dreien gelungen, sich an den Strand der Insel zu retten, so daß 17 Todesopfer zu beklagen sind.

Hochherzige Spende Deutscher in Bosnien.

Angeregt durch den in deutschen Zeitungen veröffentlichten Aufruf des Herrn Reichspräsi­denten haben einige deutsche Kolonien in Bosnien für die deutschen Flücht­linge aus Rußland gesammelt und das Ergebnis im Betrage von 4640 Dinar an bie zuständige Stelle weiterge eitet. Man muß die­sen Ausdruck des Solidaritätsgefühls der Deut­schen in Bosnien um so mehr würdigen, als sie sich selbst in schwerer wirtschaftlicher Not be­finden.

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26. Februar 1930.7n abds

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Wettervoraussage.

Immer noch wird das östliche Deutschland vom Hochdruckeinfluß beherrscht, während der Westen im Bereich des französischen Tiefs liegt. Heiteres Wet­ter mit leichtern Nachtfrost im Osten, und mildes trübes Wetter mit Niederschlägen im Westen be­stimmen infolgedessen ton Witterungscharakter. Der Einfluß des Tiefs bringt uns vorläufig noch Be­wölkung, und die Temperaturen halten sich nachts weiter über dem Gefrierpunkt. Niederschläge sind jedoch kaum oder nur ganz vereinzelt, und bann in geringen Mengen, zu erwarten.

Wettervoraussage für Freitag. Nebelig-wolliges Wetter, vorüber'-ehenb auch stellenwe.se Aufheiterung, Temperaturen toenig verändert, feine oder nur ganz geringe Nieder­schläge.

Witterungsaussichten für Sami» t a g. Vorübergehend trockenes, teils mbelig-wol- kiges, teils aufheiterndes Wetter.

Lufttemperaturen am 26. Februar: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 2,7 Grad: am 27. Februar: morgens 2,3 Grad. Maximum 6,9 Grad, Minimum 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Februar: abends 3 Grad; am 27. Februar: mot­tens 1,2 Grad. Niederschlag 0,1 mm. Sonnen­scheindauer 1% Stunden.

Amtliche Mnterfportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Schnee­regen, 0 Grad, 16 cm Firnschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel noch gut.

Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölkt, minus 0 Grad, 14 cm Schnee, verharicht, Sport­möglichkeit für Ski gut, für Rodel mäßig.

Sauerland. Winterberg: Leichter Schnee­fall, 0 Grad, durchbrochene Schneedecke, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Sportmöglichkeit für Ski unb Rodel nur stellenweise vorhanden.

Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schnee­fall, minus 1 Grad, 105 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglich­keit für Ski und Rodel sehr gut.

Alpen-Garmifch-Partenkirchen: Be­wölkt, minuS 1 Grad, 3 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski unb Äobel sehr gut.

Harz. Schierke: Bewölkt, minus 0 Grad, 18 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski unb Nobel sehr gut.

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