Ausgabe 
26.3.1930
 
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Gaslieferungsangebot -er Hekoga an Darmstadt. WER. Darmstadt, 25. März. Da das Gas­werk der Stadt Darmstadt genötigt sein wird, erhebliche Kapitalien in Hm» und Erweiterungsbauten zu investieren, wenn nicht eine andere Möglichkeit der Gasbeschaffung geboten wird, hatte der Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt im Rovember v. 2. eine An­frage an die Hekoga gerichtet, ob, zu welchem Zeitpunkt und zu welchen Bedingungen die H e - koga bereit wäre, der Stadt Gas zu liefern. 3n dem am 15. März abgegebenen Angebot der Hekoga wird u. a. gesagt:

Unter der Annahme der auch von Direktor Buh (Direktor des Städtischen Gaswerks. D. Red.) für wahrscheinlich gehaltenen baldigen Verdoppelung des derzeitigen Gasverbrauchs durch Raumheizung bieten wir Ihnen frei einem oder mehrerer Aufspeicherpunkte im Zuge einer durch den Südteil der Stadt verlaufenden Lei­tung, deren Anlegung und Unterhaltung auf Kosten und Gefahr der Hekoga geht, Gas an. Der Preis beträgt für die e r st e n sechs Millionen Kubikmeter 5,1833 Pfennig pro Kubikmeter, für alle weiteren Wengen 4,3 Pfennig pro Kubikmeter. Für das Heizungsgas ist eine besondere Re­gelung dahin zu treffen, dah eine Rückvergü- t u n g durch die Hekoga stattfindet, wobei der Preis für das verbilligt abgegebene Gas für die ersten 300000 Kubikmeter 2 Pf., für alle weiteren Mengen 2,5 Pf. unter den verbilligten Abgabepreis für Heizungsverbrauch zu liegen kommt. Hierbei ist vorausgesetzt, dah dah der verbilligte Verkaufspreis frei Verbraucher vorläufig nicht un­ter 6,5 Pf. pro Kubikmeter liegt. Für die Be­lieferung industrieller Gasverbraucher mit einer Mindestmenge von 125 000 Kubikmeter im Jahr stellen wir das Gas zu folgenden Preisen zur Verfügung: Für die ersten 125 000 Kubik­meter 4,4 Pf., für die weiteren 75 000 Kubikmeter 4,2 Pf., für die weiteren 300 000 Kubikmeter 4 Pf., für die weiteren 500 000 Kubikmeter 3,9 Pf., für die weiteren 1 000 000 Kubikmeter 3,3 Pf. und für die weiteren 1 000 000 Kubikmeter

3,75 Pf. pro Kubikmeter. Bei noch gröberen Mengen sollen Sondervereinbarungen Vorbehalten sein. Wir sind bereit, vorstehendes Angebot bereits vor Fertigstellung der Ferngasleitung, und zwar ab August 1 9 30 bis zu einer Ge­samtmenge von 24 000 Kubikmeter pro Tag in Kraft zu setzen, wenn die Verträge mit Ruhrgas- Saargas bis zum Mai 1930 zum Abschluß kom­men. 3n der Zeit vom Beginn unserer ßieferung bis zur 3nbetriebnahme der Ferngasleitung würde die Lieferung aus dem Mainzer Werk mit den dortigen Qualitätseigenschaften erfolgen.

Heber Einzelheiten des Angebots soll noch mit der Stadt Darmstadt verhandelt werden. Man darf daher annehmen, dah dieses Ange­bot bei der endgültigen Stellungnahme des Sladtrats über die Gasversorgungsfrage eine wesentliche Rolle spielen wird.

Kahrplanverschlechterung für Butzbach.

Pb. Butzbach, 25. März. Die 3ndustrie- und Handelskammer Friedberg hielt heute im hiesigen Rathaussaale eine Vollver­sammlung ab, in welcher u. a. folgendeEnt- schliehung gefaßt wurde:Die 3ndustrie- und Handelskammer Friedberg hat mit außer­ordentlichem Befremden davon Kenntnis genom­men, daß Butzbach mit dem 3nkrafttreten des neuen Sommerfahrplans nicht mehr l)-Zug- Station sein soll, da auch der einzige O-Zug- Halt, den Butzbach bei D 275 noch gehabt hat, in Wegfall kommt. Es darf daran erinnert wer­den, dah Butzbach bereits vor dem Kriege l)-Zug°Station war. 3nzwischen ist die wirt­schaftliche Bedeutung von Butzbach erfreulicher­weise gestiegen, so dah die amtliche Wirtschafts­vertretung von Handel, 3ndustrie und Verkehr gegen die Maßnahme der Reichsbahnverwal­tung unbedingt Einspruch einlegen muh. Wenn der Wegfall des D 275 aus besonderen Gründen nicht zu umgehen sein sollte, so erwartet die Vollversammlung der 3ndustrie» und Handels­kammer Friedberg bestimmt, daß Butzbach ein Halt bei einem anderen D-Zug zu- gestanden wird."

Das Strafregister Hoyers und Schuttes.

WER. Frankfurt a. M., 25. März. Hoher und S ch u l l e haben bei den polizeilichen Ver­nehmungen zugegeben, außer dem Mord an dem Polizeioberwachtmeister Kern noch wei­tere 20 Straftaten teils allein, teils ge­meinschaftlich begangen zu haben. Sie haben verübt: einen Raubüberfall auf die Stations­kasse in Ohhausen bei Trier, einen Raubversuch bei der Vorschuhkasse in Schwanheim, drei Kir­cheneinbrüche. davon zwei in Flörsheim a. M. und einen in Glashütten im Taunus, einen Einbruch in ein Wasserhäuschen und einen wei­teren Einbruch in eine Gartenhütte in Flörs­heim, fünf Gelegenheitsdiebstähle in Herborn und in der Rähe von Siegen, sieben Fahrrad­diebstähle in Frankfurt a. M.. Gonzenheim. Schwanheim und Herborn und einen Motorrad­diebstahl in Wiesbaden. Die bisher eingestan­denen Straftaten haben Hoyer und Schulte im Laufe von etwa drei Wochen, und zwar vor und nach der Mordtat ausgeführt.

Der Postraub bei Schlüchtern.

WSR. Schlüchtern. 25. März. Dor einigen Tagen wurden von der Landeskriminalpolizei Berlin, zur Zeit in Schlüchtern, zur Aufklärung des Raubes in einem Kraftpo st wagen bei Schlüchtern Durchsuchungen bei den Ge­brüdern Müller in der Dielmühle bet Hlmbach vorgenommen. Bei diesen Durch­suchungen hat der Schreiner August Müller versucht, einen Landjäger mit dem Beil z u erschlagen. Er wurde deshalb f e ft ge­nommen und dem Amtsgericht Salmünster zur Aburteilung übergeben. Bei den Durchsuchungen ist es der Landjägerei, die in großem Aufgebot zur Vornahme dieser Maßnahmen erscheinen muhte, gelungen, in der Scheune der Gebrüder Müller. 5 bis 6 Meter tief im Heu versteckt, sechs Kisten Herren- und Damenschuhe zu entdecken und zu beschlag­nahmen. 3m Verlauf der Feststellungen wurde der Schuhmacher Heinrich Müller über­führt. diese Schuhwaren am 1. Februar von einem

in Fahrt befindlichen Eisenbahnzug ent­wendet zu haben. Er hat inzwischen die Tat eingestanden und ist ebenfalls dem Gericht zur weiteren Veranlassung vorgeführt worden. Außer den Gebrühern Müller soll auch eine Schwester von ihnen in Haft genommen worden sein. Es wurde festgestellt, daß alle Söhne des ver­storbenen Besitzers der Mühle ge­fährliche Wilderer sind. Ferner ist es den Beamten der Landeskriminalpolizei möglich ge­wesen, gegen den Kraftwagenführer und Postschaffner Karl Blum aus Schlüchtern so­viel Material zu sammeln, daß er ebenfalls in Pvlizeihaft genommen werden konnte. Blum hat sich in den letzten 3ahren, als er noch Landzusteller war, wiederholt insofern Ver­fehlungen zuschulden kommen lassen, als er Geld­beträge, die er auf seinen Destellgängen erhal­ten hatte, bei der Post nicht zur Absendung brachte, sondern für sich behalten hat. Erst Diel später, als er wieder durch Gehaltszahlungen zu Geld kam. hat er diese veruntreuten Beträge zur Absendung gebracht. 3nzwischen» ist Blum, der seine Verfehlungen eingestanden hat, wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Rundfunkprogramm.

Donnerstag. 27. März.

12.30: Schallplattenkonzert: Wunschkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der 3ugend:Ein rheinischer Weberjunge erzählt, 3rnprovisation von Paul Laven. 16 bis 17.45: Aus Stuttgart: Rachmit- tagskonzert. 18.05: Zeitfragen. 18.35:Berufs­neigung und Berufseignung", Vortrag von Dr. Dappert, 3ugendsichtungsstelle, Frankfurt a. M. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Gi­tarrenkonzert auf zwei Gitarren. 20.10: Aus dem großen Saal des Saalbaues Frankfurt a. M.: Richard-Wagner-Abend des Rundfunkorchesters. 21.45: Die letzte Szene, eine Groteske von Theo Längen. 23: Tanzmusik.

Aus dem Amtsvei-kündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 21 vom 21. März enthält: Feldesaustausch zwischen dem Hessischen Staat und der Gewerk­schaft Friedrich zu Hungen. Stroßensperre- Aufhebung. Bekämpfung der Schweinepest.

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