Ausgabe 
25.11.1930
 
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bes am 14. Dezember in Münster abwarten, an der auch die deutschen Grohvereine teilnehmen sollen. 2m übrigen erklärte der Dorstand, den bisher beschrittenen Weg wieder beizubehalten und seinen Standpunkt in der Dcrufsspielerfrage strikte zu verfechten.

Zußballkampf

Süd- gegen Norddeutschland.

Die süddeutsche Vertretung.

Für den traditionellen Fußballkampf zwischen den Verbänden von Süd- und Vordl^utschland um den Goldpokal des Frankfurter Stadions, der am 14. Dezember in Frankfurt ausge­tragen wird, hat der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband folgende Mannschaft auf­gestellt:

Xreß CRotweiß Frankfurt): Schütz, Stubb (Ein­tracht Frankfurt): Engel (Rotweib Frankfurt), Leinberger (Spvg. Fürth), Heidkamp (Bayern München): Welker (Bayern), Hcnger (SE. Frei­burg), Pöttinger (Bayern), Lachner, Schäfer (München 60).

Als Ersatzleute wurden Schmidt (1. FE. Dürn­berg) und Mantel (Eintracht Frankfurt) genannt.

Hessische Vereinigung für Volkskunde.

Zu den größeren Organisationen, die für die Pflege des Volkstums unu Volksbrauchs und damit für die gesamte Heimatforschung nicht hoch genug zu wertende Arbeit leisten, gehört die Hessische Vereinigung für Volks­kunde, deren Vorort Gießen ist und die in beiden Hessen und darüber hinaus im ganzen Deiche und auch im Auslande etwa 700 Mit-- glieter zählt. 3n unermüdlicher Tätigkeit ist die Sammlung alten Volksgutes auch im letzten 2ahre gut fortgeschritten, und im Archiv der Vereinigung zu Gießen konnte weiteres Ma­terial für spätere wissenschaftliche Bearbeitung ausgenommen werden. Sehr erfreulich sind vor allem die Ergebnisse der Flurnamen- Sammlung. Aeu erschienen sind die Flur­namen von Dessungen-Darmstadt. Ein vollstän­diges Verzeichnis der Flurnamen von Aieder- und Ober-Florstadt hat Rektor Rühl (Rieder- Florstadt) abgeliefcrt. 2hm verdankt das Volks- kunde-Archiv auch eine sorgfältige Aufzeichnung des Textes und der Melodien von 110 Volks­liedern, die in Angersbach gesungen wer­den. Sehr rege beteiligen sich die Schüler der Aufbauschule Friedberg unter Anleitung von Oberstudiendirektor Dr. Faber an der Sammel­arbeit, die sich auf Sage, Sitte und Volksbrauch, auf Kinderreime und Kinderspiel erstreckt.

Leider wird die finanzielle Lage der Vereinigung durch die allgemeine Wirt­schaftsnot nicht vorteilhaft beeinflußt. Die Mit­gliederzahl geht trotz des geringen Beitrags und trotz der Tattache, daß das 2ahres- geld durch eine Buchgabe von mindestens doppeltem Wert wieder ersetzt wird, ständig zu­rück. Es wäre deshalb zu begrüßen, wenn alle Schulen, alle Lehrer- und Volksbüchereien, alle heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften, überhaupt alle an der Pflege von Volkstum und Dolks- brauch interessierten Vereine und Körperschaften durch ihren Beitritt zur Vereinigung den Aus­fall an Einzelmitgliedern wieder ausgleichen wür­den. 2n Verbindung mit ihrer diesjährigen Hauptversammlung veranstaltet die Ver­einigung am 29. Rovember in Schotten eine große Volkskundetagung. Außer den ge­schäftlichen Beratungen enthält die sehr reich­haltige Tagesordnung (vergl. gestrige Anzeige) folgende Vorträge:Der deutsche Volkskunde­atlas" (Prof. Dr. Maurer, Gießen):Die Volkskunde als Helferin in der Heimatschule". (Lehrer Würz, Eichelsdorf):Volkskundliche Sammelarbeit" (der Vorsitzende der Vereinigung, Oberftudiendirektor Dr. Faber):Bearbeitung des volksbvtanischen Fragebogens" (Lehrer O h - Wald, Bad-Rauheim):Volkszoologie" (Ober­studiendirektor Dr. Faber):Hessische Volks­kunst" (Prof. Keller, Friedberg).

Amtsgericht Gießen.

Eine Verhandlung wegen verleumde­rischer Beleidigung einer Vormün­derin und 2ugendfürsorgerin durch die Mutter ihrer Pflegebefohlenen veranschau­lichte die Schwierigkeiten, mit denen Personen zu kämpfen haben, denen die schwere Aufgabe zu­gewiesen ist, dem Leben von Kindern, die sittlich verwahrlost und um ihre Elternliebe btrogen sind, eine andere Wendung zu geben. Es handelte sich um ein ISjähriges Mädchen, das auf dem Wege des Lasters schon weit vorgeschritten ist.

sich nachts mit Mannspersonen Herumtrieb, ohne daß die Mutter einschritt, u. dgl. m. Gegen das in der Erziehung völlig vernachlässigte Kind ist das gerichtliche Zwangserziehungsverfahren ein* geleitet: die Vormünderin glaubte aber mit Recht, dessen Ausgang nicht abwarten zu dürfen und war im Begriff, das Mädchen zwecks anderwei­tiger Unterbringung abzuholen. Sie teilte dies fürs vor der Abholung der Mutter mit, wurde aber von dieser mit einer Flut von Beleidigungen und Vorwürfen empfangen. Die Fürsorgerin, die offensichtlich an derartige Vorkommnisse in ihrem Berufe gewöhnt ist, wohl auch der Erregung der Mutter Rechnung trug, ließ zunächst die Beleidi­gungen ruhig über sich ergehen. Erst als sie in verleumderischer Weise angegriffen wurde und die Angeklagte in Gegenwart einer großen Anzahl von Personen laut schrie, die Vormünderin habe Vorinundschaftsgelder unterschlagen und sei als solche abgesctzt worden, ließ sie es hierbei nicht bewenden und stellte Strafantrag. Zudem hatte sich auch derselbe Vorgang bei der Sitcl>e nach dem inzwischen verschwundenen Kinde wiederholt. Es hatte sich bei einer offenbar mit Mutter und Kind unter einer Decke steckenden Nachbarin unter dem Dache verborgen. 2n der nämlichen Vormundschaftssache hat die Angeklagte kürzlich

erst eine Geldstrafe erhalten, weil sie eS versucht hatte, durch allerlei betrügerische Manipulationen, wie durch Fälschung der Ramensunterschrift der Vormünderin das Kind, das schon einmal einer Anstalt überwiesen war, wieder an sich zu brin­gen. Diesmal erhielt sie eine mehrtägige Gefängnis st rafe.

Ein schon vielfach wegen Betrügereien vorbe­strafter Reisender hatte sich diesmal als Stätte seiner betrügerischen Tätigkeit das flache Land ausgesucht. Die Betrogenen waren Kranke und Leidende. Diesen redete er vor, sie würden beim Gebrauche seiner Kur, deren Heil­mittel er nach Zahlung an ihn durch seine Firma besorgen lasse, gesunden. 2n Wirklichkeit kam es ihm aber nur darauf an, für sich Geld in die Hand zu bekommen. Vier gleich oder ähnlich lie­gende Fälle standen zur Aburteilung. Der charak­teristischste Fall spielte sich in einem Rachbarort ab. Hier hat der Angeklagte dem Kranken die angeblichen Heilmittel, die dieser bei sofortiger Zahlung von etwa 35 Mk. bei ihm bestellt hatte, alsbald geliefert, nachdem er sie k. H. in einer hiesigen Apotheke für 3 Mk. gekauft hatte. Der Reisende erhielt eine Gesamtgefängnis­strafe von sechs Monaten und zwei Wochen.

Wirtschaft.

Oer Zinszuschlag

für Aufwertungshypotheken.

Das Reichskabinett hat nach wiederholter Prü­fung aller in Betracht kommenden Umstände be­schloßen, dem Reichsrat einen Verordnungsentwurf vorzulegen, nach dem der Zinszuschlag für A u f w e r t u n g s h y p o t h e k e n vom 1. Januar 1932 all auf 2% v. H. festgesetzt wird: das entspricht unter Berücksichtigung dec bestehenden Derwal- tungsspanne dem Pfandbrieftyp von 7 v. 5). Die Verordnung soll gleichzeitig mit dem zur Zeit dem Reichstag vorliegenden Gesetz über die Festsetzung des Zinssatzes für Aufweriungshypotheken m i t Wirkung vom 1. Oktober 1930 ab in Kraft treten.

Rindermarkt in Gießen.

Auf dem heutigen Rindermarkt in Gießen standen 1432 Stück Großvieh und 191 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mk., 2. Qualität 300 bis 500 Mk., 3. Qualität 200 bis 300 Mk., Schlachtkühe 150 bis 400 Mk., Rinder, 1bis 3,jährig, 125 bis 200 Mk., 3 i- bis 2jährig 200 bis 300 Mk., tragend 300 bis 500 Mk., Kälber das Pfund Lebendgewicht 50 bis 65 Pf. Ausgesuchte Tiere über Rotiz. Marktverkauf ruhig, geringer Lieberstand.

Das neue Produktionsprogramm der Adam Opel AG., Rüsselsh eim. Auf einer Versammlung der Opel-Automobil- Händler gab die Verwaltung der Adam Opel AG., Rüsselsheim, Kenntnis von ihrem Pro­duktionsprogramm für 1931. Das Programm sieht vor allen Dingen die Herstellung des kleinen 4-Zylinderwagens mit 1,1 Liter Zylinderinhalt vor, der jedoch gegen bisher wesentliche Verbesse­rungen und Veränderungen aufweist. -Rach etwa zweijährigem Versuch wird außerdem ein neues Modell herausgebracht, ein 6-Zylinderwagen mit 1,8 Liter Zylinderinhalt, der eine Kraft von acht (5teucr»PS und 32 PS Dauerleistung hat. Außer­dem fommen zwei neue Lastwagentypen auf den Markt, ein 2,6 Liter 4-Zylinderwagen und ein 3,5 Liter 6-Zylinderwagen, der eine Tragfähig­keit von l1/: bzw. 2 Tonnen besitzen. Der Absatz der neuen Typen soll gefördert werden durch erhöhte Garantie für den Käufer auf Ersatz und Einbau sich etwa nicht bewährender Teile des Wagens. Daneben sollen bei einem verbesserten Kundendienst Reparaturen in den Opelwerkstät­ten nur noch nach festen Preisen ausgeführt werden. Bekanntlich soll dem Export besonders große Aufmerksamkeit zugewandt werden. Da­bei wird sich die Opel AG. in erster Linie der über fast alle Länder verbreiteten Exportorgani­sation der ihr befreundeten General Motors Eorp. bedienen.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.W., 25.Rov. Tendenz: leicht erholt. Die heutige Börse eröffnete leicht erholt, nachdenl schon gestern abend kleine

Ansätze zu einer Besserung zu verzeichnen waren. Die Spekulation schritt, ungeachtet des heutigen Prämien-Erklärungstages, zu weiteren klei­neren Deckungen. Eine gewisse Anregung ging auch von der zum Schluß lebhafteren gestri­gen Reuyorker Börse, dem regen Zuwachs der Spareinlagen und der merklichen Erholung der Boung-Anleihe an den Auslandbörsen aus. Die Umsätze waren etwas größer als an den Vor­tagen und nahmen zeitweise sehr lebhafte For­men an. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich in der Mehrzahl Besserungen bis 1 Prozent. Größere Gewinne hatten nur Kaliwerte: Salzdetfurth zogen 4 Prozent, Wester­egeln und Aschersleben je 4,5 Prozent an. Auch am Elektromarkt stellten sich etwas größere Besserungen ein; Siemens plus 3 Prozent, AEG., Schlickert und Licht und Kraft gewannen bis 1,25 Prozent, während Lahmeyer 2,5 Prozent niedriger eröffneten. An einigen Märkten kam zum Teil noch etwas Prämienware heraus; so bei Holzmann und einigen Montanwerten. Die Rückgänge betrugen bis zu 1,5 Prozent. Am Chemiemarkt eröffneten 2.-G.-Farben, Deutsche Erdöl und Rütgerswerke bis 1,25 Prozent höher. Montanwerte lagen uneinheitlich, die Verände­rungen nach beiden Seiten waren jedoch nicht groß. Höher eröffneten außerdem Aku (plus 1,25 Prozent), Conti Gummi (plus 1,5 Prozent) und Süddeutsche Zucker plus 1 Prozent. Bank­aktien konnten sich bis zu 1,5 Prozent erholen. Am Anleihemarkt gaben Altbesitz weiter nach, während Reubesitz und Zolltürken 0,13 Prozent höher lagen. Rach den ersten Kursen gingen die Llmsätze wieder zurück, nachdem die Spekulation ihre Deckungen erledigt hatte. Die Stimmung war jedoch weiter etwas freund­licher, zumal der inzwischen bekanntgewordene Reichsbankausweis, der eine weitere Entlastung des 2nstituts aufweist, befriedigte. Am Geld­markt war Tagesgeld mit 4 Prozent etwas leichter. Geld über Ultimo 6 bis 7 Prozent. Am Devisenmarkt lag die Mari weiter fest, Madrid und die Schweiz schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,3650, gegen Paris 123,61, London gegen Kabel 4,8560, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 43,67, gegen Schweiz 25,07, gegen Amsterdam 12,0650.

Berliner Börse.

Derl in , 25. Rov. Ziemlich unvermittelt hatte heute das starke Angebot für Effekten nachge­lassen. War man noch kurz vor den ersten Kur­sen auf neue Exekutionsware und weitere Glatt- stellungen gefaßt, so stellte sich dann zu den ersten offiziellen Rotierungen heraus, daß die Rachfrage überwog. Die Stimmung war, nicht zuletzt auf festere Auslandmeldungen und das Anziehen des Voung-Anleihe-Kurses in Reu- York auf 71, in London auf 73 und in der Schweiz auf 72, wesentlich beruhigter. Die LIltimo- liquidation in Paris trat heute etwas in den Hintergrund, und es wurde hier von der Spe­kulation zur Liquidation eher gedeckt. Beachtung fand u. a. ein heute früh in einer Fachzeitung veröffentlichter Brief Dr. Luthers zum neuen Bankgefetz, nach dem keine Rede von einer Ab­

änderung des Generalversammlungsbeschlusses fein könne. Aber auch der Reichsbankausweis für die dritte Rovember-Woche, der eine Ent­lastung um etwa 90 Millionen, und eine wettere Besserung der Deckung auf 55,1 resp. 66,8 Proz. brachte, machte einen guten Eindruck. Die erstem Kurse stellten sich dann auch überwiegend 1 bis 2 Prozent fester. Bayerische Hhpv- thekenbank verloren auf ein Angebot vom 6 Millionen 2 Prozent, auch Holzmann, Rord- deutsche Wolle und Transradio lagen eher gedrückt. Größeres Angebot bestand aber nur in Reichsbahnvorzugsaktien, die auf 86,25 Prozent nachgaben. Deutsche Anleihen be­hauptet. Don Ausländern lagen Mexikaner etwa- schwächer. Der Pfandbriefmarkt lag still. Reichs- schuldbuchforderungen, besonders für spätere Fäl­ligkeiten, bis 0,25 Prozent schwächer. Am Geld­markt setzte sich die Abwärtsbewegung für Tagesgeld mit 3,5 bis 5,5 Prozent fort; die übrigen Sätze blieben unverändert. Bemer­kenswert war die festeHaltung derMark, die auf D e v i f e n v e r k ä u f e zurückzuführen ist. Es verlautet im übrigen, daß die zu diesem Ter­min fälligen Gelder vom Ausland auf Wunsch auch über den Iahresultimo prolongiert worden sind und daß auch neue Gelder zu^Miveränderten; Zinsen reichlich angeboten werden. Rach den erstem Kursen wurde es auf Deckungen allge­mein fester. Verstärkt wurde die Bewegung durch Käufe für ein Privatbankhaus in Spezial- werten wie Farben, Rheinische Braunkohlen, Da- natbanE und AEG. Aber auch sonst waren ver­schiedentlich ein- bis zweiprozentige Gewinne ge­gen den Anfang festzustellen. Salzdetfurth konn­ten sich sogar um 3 Prozent erholen. Später konn­ten sich diese Höchstkurse allerdings nicht immer voll behaupten.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion beim Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Der Fahrplan der Vieberlalbahn.

Die Fahrplanwünsche an die Biebertalbahg mögen von Heuchelheim aus berechtigt fein. Aber bekanntlich fährt die Biebertalbahn bis R 0 d h e i m und Bieber. Aus diesen Ort­schaften kommen auch junge Leute (Schüler und! Studenten), die an verschiedenen Tagen nach­mittags noch einmal zu» Stadt müssen. Rur bei möglichster Beibehaltung des jetzigen Fahrplanes ist es diesen möglich, ein war­mes Mittagessen am Elterntische einnehmen zu können. Eine Vorverlegung des Zuges 13.20 auf 13.15 dürfte nicht im 2ntereffe der Schüler von Realgymnasium und Oberrealschule liegen; denn wenn diese sechs Llnterrichtsstunden am Vormit­tag haben, können sie wohl 13.15 LIHr noch nicht an der Bahn fein. Ein Interessent.

Jeder Vorschlag, der die Arbeitslosigkeit vergrößert, wird abgelehntl"

Dem Vorstand der Arbeitslosenversicherung empfehle ich, Schilder mit dieser Aufschrift drucken und in den Ministerien aufhängen zu lassen, in das Reichsfinanzmini st erium aber zwei, wenn auch dadurch einige Verfügungen verdeckt werden sollten.

Wo zwei Menschen zusammenstehen, reden sie über Arbeitslosigkeit, Stillegungen und grauen­volles Elend, Selbstmorde. Die Schulkinder sprechen davon, beinahe so viel, wie über Sport und Sportgröhen. Lind da sollen die Minister Schilder bekommen? Lächerlich! Lache nicht! Lese die Tabak st euervorlage der Regierung.

Mit beispielloser Brutalität soll die Zigar- r e n i n d u st r i e, die rund 200 000 Menschen be­schäftigt, bewußt abgewürgt werden, zu­gunsten des Zigaretten-Konzems. Bewußt, sage ich. Die Vorlage sieht schon die Entschädi­gung der Arbeiter und Angestellten vor, auch eine für die verkrachten Fabrikanten. Bei der auf zwei 2ahre bemessenen Entschädigung für die Unternehmer weih man nicht, ist sie gut gemeint oder blutiger Hohn! (2ch bin kein Zigarren­fabrikant, auch nicht an einer Zigarrenfabrik beteiligt, sitze auch in keinem Aufsichtsrat.)

Also Schilder herbei! Lind ihr 3 Millionen Arbeitslose, die ihr wieder Zuwachs bekommt, denn den Angestellten der Zigarrenfabriken ist bereits gekündigt, die ihr das grauenvolle Elend am besten kennt alle tiefempfundene Anteil­nahme in Ehren gebt jeder einen Pfennig, errichtet ein riesiges Schild in Berlin:

2eder Vorschlag, der die Arbeits­losigkeit vergrößert, wird abge- l e h n t. R- (

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschiosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 0. H.

Frankfurt a. Dl. |

Berlin

Schluß»! kurd |

l.Uhr» fiurd

Schluß»! (urd |

Anfang» Kurs

Datum

24 11-

25 11

24 11

25 11

6% Deutsche Retchsanleihe von 1927 ........ .

86,5

_

86,9

_

7% Deutsche RetchSanleikie von 1929 ..........

98,25

_

98,75

Deutsche An1.»M>löi.»Schuld mit

AuSlos.-Rechten.......

52,75

52,5

52,8

52,6

Desgl. ohne AuSlos.-Rechte . . .

5,5

5,65

5,55

6,5

6% Hess. Bolksstaat von 1929 trückzohlb. 102%)......

88,5

88,9

_

Oberhessen Provinz Anleihe mit

AuSloi.-Rechten.......

50

_

_

_

Deutsche fiomm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1 . ....

50,5

_

50,5

_

8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII untünbbat bis 1934 . . .

98,5

_

_

_

7% Franks. Hyp^Bank Goldpse uniündbar bis 1933 .....

93,25

_

_

4%% Rheinische Hyp^Bank ütqu. Goldpse.........

84,75

_

_

8% Pr. LandeSplandbriesanstalt, Psandbriese R. >9......

100

100

8% Pr. Landespianvbrtesanstalt, Komm^Obl.R. 20......

97

97

7% Pr. LandeSplandbriesanstalt, Psandbriese R. 21......

97

97

AE.G. abg. BortriegS-Obligatio- nen. rückzahlbar 1932 .....

-

_

4% Oesterretchiiche Goldrente . . 4,20% Oesterretchiiche Silberrente

26,25

2,65

1,5

4% OeNerreichische Einheitliche Rente...........

1,45

4% Ungarische Goldrente ....

23

23,1

93.4

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

17,75

18

4N% dcSgl.von 1913 ....

19

_

19.1

4% Ungarische Kronenrente . . .

_

1,5

4% Türkische Zollanleihe von 1911

3,45

3,4

3,2

3,25

4% Türkische Bagdadbahn-Ani Serie I...........

3,3

3,2

3,25

6% Rumänische vereitth.Rente

3,3

-

3,2

3,25

8,25

8,45

8,13

4K% Rumürrische vereinh. Rente

13

13

13

4% Rumänische vereinh. Reni« .

6,5

6,5

6,5

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß»! kurd |

1 »Uhr- Ku rS

Schluß» kurd

Anfang- KurS

Datum

24 11

25 11

24 11

25. 11

Hamburg-Amerika Paket . .

66,75

66,75

66

66,4

Hamburg-Südam. Dampsschiss

8

147.55

149

Hansa Dampsschiss.....

10

119

120

Norddeutscher Lloyd ....

8

67 Jii

67,25

66,75

67

Allgemeine Deutsche Creditanst. 10

97

97,5

99

Barmer Bankverein ....

10

100

100,5

100

100.75

Berliner Handelsgesellschaft .

12

125

125

125

Commerz- und Privat-Bank .

11

109

109.25

109

109,25

Darmstädter und Nationalbank

12

146

147,5

145,5

146

Deutsche Bank und

Disronto-Geselstchast, . . .

10

107

107

107,25

Dresdner Bank......

10

107

107

107,2

Reichsbant........

12

210,13

211

A.E.G..........

. . t

100,75

101,75

100

101,5

Bergmann.......

. . 9

122

122,5

122,5

Elektr. LieferungSgeselllchast

. 10

108

108

108,5

107,5

Licht und Kraft.....

. 10

117

117,5

116,25

117,5

Felten & Guilleaume . .

.iy*

85,5

85,5

85,5

85,5

Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen . . .

Hamburger ElektrizitätS-Wer

. 10

109

__

109,25

09

le io

102

100

Rheinische Elektrizität . .

. . 9

116,25

Schlesische Elektrizität. . .

. 10

102

103

Schuckert LEo......

. 11

117,75

116,4

117,75

Siemens & Halske ....

. 16

159,5

162,5

159,5

161

Transradio .......

. . 8

Lahmeyer L Co.. ....

. 10

123

120,5

122,5

118

Buderus........

. 6

49

48,75

48,75

49

Deutsche ErdSI . .

. . 6

57,9

56,75

56,4

Essener Steinkohle .

. 8

-

Gelsenkirchener .

. 8

81

81

81

Harpenei. .

. 0

76

75,5

75

Harsch Eisen. ..«

. c y,

-

66

Ilse Bergbau ......

. 10

169,5

169

Klöcknerwerke ......

. 1

63,25

63,5

Köln-Neuesten......

. 7

73,5

75,5

ManncSinann-Röhren . .

7

63,25

63,5

63,9

63,6

ManSsclder Bergbau . . .

7

38

37,75

37

38,25

Obertchles. Estenbedarf . .

. 6

35

36

Oberjchles. KokSwerle. . .

. . 7

64

64

Phönir Bergbau.....

. 6%

58,25

58,6

58,5

58,5

Rhcinstche Braunkohlen

. 10

-

153,25

152,75

153

Rhein stahl .......

. . 6

67,5

67,5

67,5

Riebeck Montan

. 7,2

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß» furd

1-Uhr» Kurs

Schluß» furd

Anfang- Kurd

Datum

24 11

25 11

24 11

25 11

UiprHrHnfp . _ . . .

63,75

63,5

63,5

32,4

63,5

32

Otavt Minen.....

1

6 */.

Kaliwerke Aschersleben .

e

e

10

146,5

151

147,75

150

Kaliwerke Westeregeln .

e

10

149

150,5

151

151,75

Kaliwerke Salzdetfurth .

15

231

235

232

234

I. G. Farben-Industrie.

-

-

12

130,65

131,5

130

130

Dynamit Nobel ....

. 6

61,25

. 9

129

Goldschmidt .....

. 5

43,75

43,25

43,65

43,6

Rütgerswerke .....

. 6

43

43,5

44

44

Metällgelellichast. . . .

. 8

84

84

84,25

Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt. .

. 7

69

67,4

68,5

67

10

10

79

Wayb & Freytag . . .

S

44,25

46

Schulthets Patzenhoser .

15

167,75

168

Ostwerke.......

12

131,5

132,25

Aku.........

18

63,5

64,5

63,13

64

Bemberg.....

14

65,5

65

66,25

Zellstoff Waldhof . . .

e

13'/,

-

103

103,5

Zellstoff Aschaffenburg .

e

e

12

76

75,5

77

Charlottenburger Waste»

e

. 8

79

79,6

Destauer KaS .....

. 9

104,25

104,13

. 0

24

24

24.25

23,6

Deutsche Linoleum . .

e

e -

105,5

104.5

104,25

Masckstnenbau A.-G.

e

. 0

30,25

Nat. Automobil . .

M

e

. 0

. 6

43,5

43

Leonhard Tietz . .

e

10

112

111,75

112,25

Svenöka.....

271

269

279

Frankfurter Maschinen .

. 4

. 6

28

27,75

. 0

KunghanS.......

. b

28

-

27,5

Lechwerke.......

. 8

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 8

Miag.........

10

65,5

Grbr. Roeder.....

10

Balgt L Haefsner . . .

. 9

150

Süddeutsche Zucker .

10

134,25

134

Banknoten.

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a.M.

Berlin, 24- Rovember

Geld

Bries

Amerikanische Noten......

4,182

4,202

Belgische Noten .......

58,22

58,46

Dänische Noten .........

111,78

112,22

Englische Noten ........

20,333

20,413

Französische Noten .......

16.435

16,495

Holländische Noten .......

168,31

168,99

Italienische Noten........

21,88

21,96

Norwegische Noten.......

111,78

112,22

Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling

58,83

59,07

Rumänische Noten.......

2,475

2,495

Schwedische Noten.......

112,20

112,64

Schweizer Noten ........

81,06

81,38

Spanische Noten ........

47,11

47,29

Tschechoslowakische Noten.....

12,385

12,445

Ungarische Noten........

73,10

73,40

24 November

25 November

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brie'

Geld

Briet

Amst.- Rott.

168,63

168,97

168,56

168.90

Bucn.-AireS

1,439

1,443

1.440

1,444

Brss. Antw-

58,42

58,54

58.40

58,52

Kbriftinnia.

112,05

112,27

112,03

112,25

Kopenhagen

112,06

112,28

112,04

112,26

Stockholm .

112,46

10,567

112,44

112,66

HelsingforS.

10.547

112,68

10,542

10,562

Stallen . . .

21,93

21,97

21,92

21,96

London. . .

20,349

20,389

20,342

20,382

Neuyork . .

4,101

4,199

4,1895

4,1975

Paris....

16,457

16,497

16,453

16,493

Schweiz ..

81,19

81,35

81,12

81,28

Spanien. .

47,45

47,55

46,60

46,70

Japan . . . Rio de Jan.

2,080

2,084

2,078

2,082

0,394

0,396

0,398

0,400

Wien in D--

Ceft. abgeft

58,97

59,09

58,965

29,085

Prag . . . .

12,429

12,443

12,425

12,445

Belgrad . .

7,410

7,424

7.408

7,422

Budapest. . Bulgarien.

73,27

3,046

73,41 3,042

73,25

3,034

73.39

3.040

Lissabon .

18,80

18,84

81,53

18,80

18,84

Danzig. . Konstantin-

81,37

81,37

81.53

1,784

1,789

1,784

1.789

Athen. .

5,43

5,44

5,428

5,438

Canada .

4,196

4,204

4,196

4,204

Uni .uay.

3,297

3,303

3,297

3,303

Cairo . .

20,87

20,91

20,87

20,91