in der von der südslawischen Regierung die Herausgabe des Vermögens des im 2ahrc 1929 aufgelösten K u l t u r v e r e i n s „Deutsches Haus" sowie die Bewilligung zur Gründung eines neuen deutschen Kultur- Vereins „Unionii verlangt wird. Die Streitfrage hat in den vergangenen zehn 3ahren verschiedene Gerichtsinstanzen beschäftigt, ist jedoch immer zuungunsten der deutschen Kläger entschieden worden.
Gespannte Lage in Aegypten.
Die verbotene Parlamcntssitzung.
London, 25.Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent des Daily Expreß meldet aus Alexandrien: Aus bestunterrichteter Quelle verlautet, daß die wosdp artet in einer Geheimsihung in Kairo vorgestern beschlossen habe, dem König Fuad und der Regierung Sidky Pascha Trotz zu bieten und morgen in Kairo eine parla- mentssihung abzuhalten. Diese Sitzung soll außerhalb des Parlamentsgebäudes ftatt- finden. Die Regierung werde olles unternehmen, um die Sitzung zu verhindern, und es bestehe die ernste Gefahr eines Zusammen- st o h e s. Die Regierung sei auf alle Möglichkeiten vorbereitet. Kairo sei mit Truppen gefüllt, und die Regierung werde die Wafdpartei für alle organisierten Ausschreitungen verantwortlich machen und die wafdführer gerichtlich belangen. Die Bevölkerung von Alexandrien ist nervös und besorgt. Reberall herrscht die gespannte Atmosphäre des Krieges. Sowohl die Geschäfte der Eingeborenen als auch der Ausländer find vollkommen lahmgelegt,
Oer türkische Feldzug gegen die Kurden.
London, 25. Juli. (WTD. Funkspruch.) Die erste Phase des türkischen Feldzugs gegen die Kurden ist beendet. Den Ueberfällen persischer Kurden auf türkisches Gebiet Jpurt>e_ ein Ende gemacht und die ernsten Aufstände nördlich des Wansees, sowie die Unruhen in anderen Teilen von Rordturkistan wurden unterdrückt. Es ist jetzt klar, daß die aufständischen Kurden wirklich in der Lage zu sein glaubten, die Türkei zu besiegen und einen unabhängigen kurdischen Staat zu proklamieren. Dieser Plan ist gescheitert. Freilich sind sie noch nicht geschlagen. Die zweite Phase des Feldzuges entwickelt sich um den Berg Ararat als Mittelpunkt. Die türkischen Behörden erwarten, daß die militärischen Operationen in dieser Gegend bis zum Herbst dauern werden. Auf dem Ararat und in seiner Umgebung haben sich mehre« tausend aufständische türkische Kurden in fast uneinnehmbaren Stellungen festgesetzt. Sie werden von Kurden aus Persien unterstützt. Der türkische Generalstab, der sich in dieser Gegend auf einen längeren Feldzug vorbereitet, hat nicht weniger als 60 000 Soldaten und Gendarmen mit hundert Flugzeugen um Wan und Dayazid zusammengezogen.
Neuwahlen in England in Sicht.
Berlin, 24.3uli. (Priv.-Tel.) Obwohl die Regierung Macdonald bisher parlamentarisch noch immer einiges Glück entwickelt hat, gewinnt in England doch die Auffassung an Boden, dah die Reuwahl des Parlaments spätestens in den ersten Monaten des neuen 3 ahres notwendig werden wird. Schon jetzt finden zwischen der Regierung und den Parteien Besprechungen darüber statt, in welcher Weise der englische Rundfunk für den Wahlfeldzug von den Parteien benutzt werden soll. Es ist eine alte Erfahrung, dah Minder- heitsregierungen im englischen Verfassungsleben immer nur einen verhältnismäßig kurzen Bestand haben, und so muh man auch diesmal damit rechnen, dah das englische Volk zu einer klaren Entscheidung über die künftige Gestaltung seiner Politik alsbald aufgerufen wird. Uebrigens hat das Kabinett Macdonald insofern letzthin eine Riederlage erlitten, als rs in der Frage des K oh l enge s e h e s gegenüber dem Oberhaus in mehreren wesentlichen Punkten hat nachgeben müssen. Einer von diesen war die Frage der Höchstarbeitszeit, wobei es das Oberhaus auf eine Kraftprobe hat ankommen lassen. Die Regierung konnte es nicht wagen, es in dieser Angelegenheit zu einem Derfassungskonflikt kommen zu lassen.
Oie Oeuischnationalen.
Eine Entschließung des Parteivorstandes.
e r l i n, 24. Juli. (Tel.-Un.) Auf der Sitzung des Vorstandes der Deutschnationalen Volkspartei begründete der Porteivorsitzende Dr. Hugenberg die Haltung der Partei seit den Aprilkämpfen um die grarijchen Hilfsmaßnahmen und erklärte, daß da itzenige, was erreicht worden sei, allein durch r . Unterstützung der Deutschnationalen im entkleidenden Moment durchgesetzt worden sei. Der ^mktionsvorsitzende Dr. Oberfohren bezeichnete mit scharfen Worten die Steuerpolitik des Kabinetts Zrüning als unmöglich und wies auf das Angebot i n, das die deutschnationale Führung dem Zen- । i inskanzler gemacht habe, um noch in diesem ichstage eine durchgreifende Finanzsanierung durch 'I isgobenfentung, Umstellung der Handelspolitik und Voungrevision zu erreichen. Alle Lösungsmöglich- keiten seien am Widerstand des Zentrums, das die Verbindung mit der Sozialdemokratie in Preußen nicht aufgeben wolle, gescheitert.
In der Aussprache erklärte der Abgeordnete Stein hoff (Potsdam II), die Haltung des Grafen Westarp stoße in seinem bisherigen Wahlkreis auf völliges Unverständnis. Es fei immer wieder die Hoffnung ausgesprochen worden, daß er zu der Grundsatzpolitik der von ihm mitbegründeten Partei zurückkehren werde. — Präses Koch (Westfalen) stellte fest, daß das Zentrum die Verbindung mit der Sozialdemokratie nicht lösen wolle oder nicht könne Braun habe im Reichstag mit gegen den Zentrumskanzler abgestimmt und trotzdem habe das Zentrum sein Verhältnis zur Sozialdemokratie in Preußen nicht gelöst, wo Braun Ministerpräsident von Brünings Gnaden sei.
Der Parteioorstand nahm dann einstimmig folgende Entschließung an: Der Parteivorstand
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An der Unglücksstätte.
Koblenz, 24.Juli. (WTB.) Die Zahl der bei der Brückenkatastrophe ums Leden Gekommenen hat sich heute früh durch Auffinden zweier weiblichen Leichen auf 37 erhöht. Nach einem bei der einen Leiche gefundenen Monogramm E. G. scheint es sich um die 17jährige Elfriede G ö r r e s aus dem Mädchenpensionat im Rheinwaldheim bei Rheinbrohl zu handeln. Das 37. Opfer des Brückenein- turzes ist die zehnjährige Maria Ackermann aus Gülz bei Koblenz. Zur Zeit werden noch 15 Personen gezählt, über die Nachrichten fehlen. Am Samstagvormittag um 9 Uhr wird Bischof Dr. Bornewasser von Trier in Koblenz ein Ponti- fikalrequiem halten. Nachmittags um 4 Uhr werden 15 Leichen aus Koblenz auf einem Ehrenplatz des städtischen Friedhofes beigesetzt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten werden für die evangelische Gemeinde der Generalsuperintendent der Rheinprovinz Dr. Stollen hoff und für die Katholiken Bischof Dr. Bornewasser teilnehmen. Die übrigen Toten werden in ihre Heimat gebracht Die Bergungs- unb Taucharbeiten werden ununterbrochen fortgesetzt. Die Reichsregierung hat auf Antrag des Reichsverkehrsministers dem Oberbürgermeister
von Koblenz 20 000 Mark als Beihilfe für die durch das Brückenunglück Betroffenen zur Verfügung gestellt.
Anteilnahme des Auslands.
Berlin, 24. 3uli. (ERB.) Wie wir erfahren, haben zu dem Brückeneinsturzunglück in Koblenz folgende Vertreter auswärtiger Staaten ihr Beileid ausgesprochen: der apostolische Run- tius, der brasilianische, der polnische, der russische Geschäftsträger, der königlich dänische und der königlich n o r w e g i s che Gesandte. Außerdem liegen bei dem Reichspräsidenten Beileidstelegramme vor vom österreichischen Bundespräsidenten, dem ungarischen Reichsverweser, der belgischen und bulgarischen Regierung. Der ehemalige Delegierte der Rheinlandkommission, T i r a r d, hat an den Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherrn Langwerth von Simmern, und an den Oberbürgermeister von Koblenz, Russell, ein Beileidstelegramm gesandt.
Lor Sertünbung der neuen Hotberorbnungen.
Oie Deckung des Defizits.
Berlin, 24. Juli. (Priv.-Telegr.) Die neuen Deckungsvorlagen sind nunmehr, wie wir aus gut unterrichteter Quelle hören, in ununterbrochenen Beratungen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsfinanzminifler fertiggeftellt. voraussichtlich werden diese Vorlagen, die auf jeden Fall das Rotopfer der Beamten, den Einkorn- mensteuerzufchlag und die Ledigen- skeuer enthalten, auch die Schankverzehrsteuer und wahrscheinlich auch die Bürger- abgabe umfassen. Es sollen jedoch gegenüber den alten Vorlagen insofern beträchtliche Veränderungen vorgenommen worden sein, als man im Interesse des Wahlkampfes in weiterem Umfange die sozialen Gesichtspunkte berücksichtigte. Dagegen soll in der Vorlage über die A r b e i l sl o s e n- oersicherungsreform im Hinblick auf die immer stärker anwachsende Arbeitslosigkeit noch stärker als bisher dieser Entwicklung Rechnung getragen werden, da der Relchsarbeitsminister sonst im kommenden Herbst gezwungen wäre, zu einer noch bedeutend empfindlicheren Reform der Versicherung zu schreiten, um den Etat der Reichsanstall auch nur einigermaßen über Wasser zu halten. Das Reichskabinetl wird sich morgen mit den Vorlagen befassen und sie nach Möglichkeit verabschieden, um ihre Inkraftsetzung für den 1. August zu gewährleisten.
Verlängerung des Noieiats.
Berlin, 24. 3uli. (Priv.-Tel.) Wie wir zu wissen glauben, hat sich der Reichssinanzminister entschlossen, den R o t e t a t, der am 31. 3uli abläuft, auf dem Verordnungswege bis zum 31. Oktober zu verlängern, in der Erwartung, daß der neue Reichstag bis zu diesem Tage in der Lage sein wird, endlich nach siebenmonatiger Verzögerung den diesjährigen Haushaltsplan zu verabschieden. Zu gleicher Zeit werden aber bereits die Richtlinien herausgegeben, nach denen die Voranschläge für den Haushaltsplan 19 31 aufgestellt werden sollen. Der Reichsfinanzminister will unter allen Umständen erreichen, daß der Etat für das nächste 3ahr noch vorWeihnachten in erster Lesung im Reichstage beraten wird.
Dies hängt selbstverständlich auch davon ab, in welchem Umfange bis zu diesem Zeitpunkt die geplante große Herbstreform fertig wird, ohne die der Reichsfinanzminister nicht in der Lage ist, einen balancierten Voranschlag für das neue Rechnungsjahr aufzustellen.
Das Waffenverboi.
Ausdehnung auf das ganze Reichsgebiet.
Berlin, 24.3uli. (TU.) Am Donnerstagnachmittag fand eine ausgedehnte Ministerbesprechung statt, in der eine Notverordnung über ein Verbot des Tragens von Hieb- und Stichwaffen durchberaten wurde. Die Verordnung dürfte auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung aller Voraussicht nach am Freitag erscheinen. Die Anregung zum Erlaß einer solchen Rotverordnung ist von den Ländern, insbesondere von Preußen, erfolgt. Verordnungen dieses Charakters sind an s ich S a ch e der Länder, doch scheint man sich darauf geeinigt zu haben, daß in Anbetracht der Wahlpropaganda, die diesmal mit einer ungewöhnlichen Leidenschaftlichkeit geführt zu werden verspricht, ein Reichsnot st and und damit die Voraussetzung für die Anwendung des Artikels 48 zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung gegeben sei.
Wir glauben nicht, daß die Reichsverordnung Widerspruch auslösen wird, weil die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes die Wahlkampfmethoden der radikalen Flügelparteien a b» lehnt. Toben und Lärmen werden also lediglich die Radikalen, weil sie die Leidtragenden sind. Sie haben es aber sich selbst zuzuschreiben, wenn die polizeilichen Bestimmungen fortgesetzt verschärft werden müssen. Das Waffenverbot selbst bedeutet natürlich noch keineswegs, daß der Wahlkampf sich in aller Ruhe abwickeln wird. Die radaulustigen Elemente werden nach wie vor mit dem Dolchmesser und dem Schlagring herumlaufen. Sie werden es sich aber doch etwas reiflicher als bisher überlegen müssen, ob sie von ihren Waffen Gebrauch machen sollen. Werden sie gefaßt, dann stehen ihnen schwere Strafen bevor. Die Verordnung soll also hauptsächlich abschreckend wirken und wird es sicherlich auch, wenn jedes Blutvergießen mit der ganzen Schärfe der Gesetze unverzüglich geahndet wird.
bekennt sich im vollen Umfange zu der Politik seines Parteiführers Dr. Hugenberg und dankt der Reichstagsfraktion und ihrem Vorsitzenden Dr. Oberfohren für ihren Widerstand gegen die wirtschaftszerrüttenden Steuerpläne und die verhängnisvolle Halbheit des gegenwärtigen Kabinetts. Der Parteivorstand verurteilt es auf das schärfste, dah eine Anzahl von Abgeordneten gegen die Mehrheitsbeschlüsse der Fraktion und gegen die Willenskundgebung des Parteivorftandes gestimmt hat.
Führeriagung
der Wirischastspariei.
Berlin, 24. Juli. (TU.) Am Donnerstag tagte im Reichstag eine Führerkonferenz der Wirtschaftspartei, an der neben den Vertretern der Wahlkreise die Abgeordneten des Reichstages und der Länder- Parlamente teilnahmen. Der Parteivorsitzende D r e- w i tz berichtete über die durch die Reichstagsauflösung geschaffene Lage und schilderte die Arbeit der Wirtschaftspartei in der Reichsregierung. Es fei der
i Fraktion möglich gewesen, fruchtbringende
und erfolgreiche Arbeit im Interesse nicht nur des deutschen Mittelstandes, sondern.der deutschen Wirtschaft schlechthin zu leisten. Reichsjustiz' Minister Dr. Bredt ergänzte diese Ausführungen, an die sich eine rege Aussprache anschloß, in der die Ricytlinien für die Reichstagswahl besprochen wurde. Im weiteren Verlaus der Tagung nahm der Parteivorsitzende Drewitz noch Gelegenheit, auf den geplanten und von der Deutschen Volkspartei angeregten Zusammenschluß der bürgerlichen Mitte einzugehen. Er erklärte, daß die Wirtschaftspartei schon einmal b e« reit gewesen sei, eine Sammlung der bürgerlichen Parteien zu versuchen. Dieser Versuch sei aber g e - scheitert. Man müsse daher erst die weitere Entwicklung der Dinge abwarten. Am Schluß wurde einstimmig ein Beschluß gefaßt, der dem Parteivorstand und der Reichstagsfraktion Dank und Anerkennung für die unter schwierigsten parlamentarischen Verhältnissen im Interesse des Reiches, der gesamten Wirtschaft und des deutschen Mittelstandes geleistete Arbeit ausspricht.
Bald 1 Milliarde Schulden.
Tie Lage der Reichsanftalt für Arbeitslosenversicherung.
Berlin, 24. Juli. (Priv.-Tel.) Die Schuldenlast der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung gegenüber dem Reich hat in den letzten Monaten, wie wir von unterrichteter Seite hören, trotz der Sommersaison beträchtlich zugenommen. Die Verschuldung beträgt jetzt mehr als 800 Millionen und wird, wenn nicht die Beitragserhöhung auf dem Verordnungswege einschließlich von Reform- maßnahmen dekretiert wird, in Kürze 1 Milliarde betragen. Aber auch wenn jetzt Beitragserhöhung und Reform auf dem Verordnungswege durchgeführt werden, so muß man für den Herbst erneut mit einer heftigen Diskussion um die Arbeitslosenversicherung rechnen. In Wirtschaftskreisen befürchtet man ein Anwachsen der Arbeitlosigkeit im Winter auf 4 Millionen, es scheint, daß die Schätzungen der zuständigen Reichsstellen zwar diese Höhe nicht erreichen, aber immerhin mit 3 bis 4 Millionen in ihre Zukunftspläne einsetzen. Solche Ziffern kann die Reichsanstalt nur dann tragen, wenn das Reich bereit ist, sehr hohe Zuschüsse zu leisten, ober wenn eine R^ s o r rn vor- genommen wird.
Besondere Sorge bereitet heute schon der ungenügende Umfang des Personalbestandes der Reichsanftalt im Vergleich zur Höhe der Arbeitslosigkeit. Man macht darauf aufmerksam, daß der Personaletat der Reichsanstalt auf 1,2 Millionen Jahresdurchschnitt zugeschnitten ist, der aber nie erreicht wurde. So mußten schon im Sommer Hilfskräfte eingesetzt werden, die sonst erst im Winter gebraucht werden und für die bann die notwendigen vorgesehenen Etatsmittel zu fehlen drohen. Hinzu kommt noch, daß bei knappem Personalbestand die Möglichkeit der Kontrolle des Mißbrauches sehr eingeschränkt ist. Diese bedenkliche Erscheinung macht sich schon jetzt bemerkbar, vor allem in den ländlichen Bezirken, wo die Schwarzarbeit der Ausgesteuerten zu allerniedrigsten Lohnsätzen die Gefahr bringt, daß der Arbeitsmarkt, d. h. die Arbeitsvermittlung, die der Reichsanstalt als zweite wichtige Aufgabe obliegt, ihr aus der Hand gleitet. Mit dem Anwachsen der Unterstützungsausgaben droht also auch eine Steigerung der Personalunkosten der Reichsanstalt.
Aus aller Wett.
WirbelsturmkalastrophF in Venelien.
Ein heftiger Wirbelsturm, der in einer Ausdeh-» nung von etwa 40 Kilometer die Strecke Susegana- Priula-Volpago del Montello-Montebelluna heimsuchte, richtete schwere Verheerungen in den Orten Barco di Susegana, Nervesa, Selva und Dolpago an. Zahlreiche Häuser stürzten ein. Bis jetzt sind 20 Todesopfer und eine große Anzahl Verletzter zu beklagen. Doch befürchtet man, daß die Zahl der Opfer noch steigen wird. Behörden und Truppen sind an die Unglücksstellen geeilt, um schnellstens die Hilfsmaßnahmen einzuleiten.
Deutscher Amerikaflug auf einem Kleinflugzeug.
Der Sportflieger W. H i r t h ist Donnerstag vormittag 7.05 Uhr vom Flugplatz Tempelhof mit einem Klemm-Kleinflugzeug zu einem Etappenflug über den Ozean, der über die Orkney-Inseln, Island und Grönland führen soll, gestartet. In seiner Begleitung befindet sich der Berliner Sportsmann Oskar Weller. Das Flugzeug ist um 11.57 Uhr in Köln zwischengelandet und um 15 Uhr zum Weiterflug nach Paris gestartet. Die Maschine ist ein Klemm-Tiefdecker L. 25. Wolf Hirth, der Bruder des bekannten Vorkriegsfliegers Helmut Hirth, hat im vorigen Jahr den Hindenburgpokai gewonnen und gilt als einer der besten jüngeren deutschen Flieger.
Schwerer Aulounfall des Präsidenten Dr. heinecken.
Auf der Lichtenrader Chaussee südlich von Berlin stießen ein Personenkraftwagen, in dem sich der Präsident des Rorddeutschen Lloyd, Dr. Heinecken, befand, und ein Lastauto zusammen. Dr. Heinecken ist mit dem Kopf durch die Schutzscheibe geschleudert worden und hat sich eine Brustquetschung und eine Verletzung der Kopfhaut zugezogen. Eine akute Lebensgefahr besteht nicht. 3m St. 3osephs- Krankenhaus wurde er sofort operiert. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut. Außer ihm befand sich noch der Reisedirektor des Rorddeutschen Lloyd, K o s s o d a , in dem Wagen, der von dem Chauffeur Deckert gesteuert wurde. Kossoda trug einen Rasenbeinbruch davon, während der Chauffeur leichtere Verletzungen erlitt.
Schwere verkehrsunsälle bei Innsbruck.
Bei 3nnsbruck geriet ein ein mit sechs Personen besetzter deutscher Kraftwagen auf einer abschüssigen Straße ins Schleudern, als ihm gerade ein mit Engländern und Amerikanern besetzter Reiseomnibus, der sich auf der Fahrt nach Oberammergau befand, entgegenkam. Beide Fahrzeuge stießen mit voller Wucht zusammen. Der deutsche Kraftwagen wurde an einen Baum geschleudert und vollständig zertrümmert. Der 67jährige Privatmann Rudolf Guttmann aus Berlin erlag bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Seine Frau hat sich beide Füße gebrochen. Der Sohn des Ehepaares, der das Auto steuerte, sowie zwei Kinder und ein Kindermädchen wurden mit schweren inneren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Der Züricher Fabrikant Alfred Künzli, der sich auf einer Autofahrt von der Schweiz nach 3nnsbruck befand, nahm auf der Strecke aus Gefälligkeit einen Arzt aus Thüringen mit und gestattete ihm, das Auto zu steuern. An. einer Kurve wurde der Arzt so unsicher, bafr das Auto an eine Böschung geriet und s i ch, überschlug. Während der Arzt unverletzt blieb, brach sich der Besitzer des Autos dis Wirbelsäule und war auf der Stelle tot.
Kapital und Kapitalismus.
Die Deutsche Vereinigung für Staatswissenschaftliche Fortbildung wird in der Zeit vom 24. August bis 13. September d. 3. unter dem Vorsitz von Staatsminister a. D. Dr. Saemisch und der Studienleitung von Professor Dr. Harms, Kiel, einen Lehrgang für höhere 3ustiz- und V e r w a l t u n g s b e a m t e in Bad Pyrmont abhalten. Die Gesamtveranstaltung, welche Vorlesungen, Vorträge und Besichtigungen umfaßt, untersteht der leitenden 3dee: „Kapital und Kapitalismus". Der Lehrgang wird am Sonntag, 24. August, im Konzertsaal des Bades Pyrmont mit einem Vortrage „Der Stil des Lebens im Zeitalter des Kapitalismus" von Staatspräsident a. D. Professor Dr. Willy Hell- pach eröffnet werden. ,


