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Jas Ergebnis der Genfer Zollkonferenz

Oie Stabilisierung der europäischen Handelöverhättnisse.

in Paris.

Nachdem vor einiger Zeit ist. daß Dr. Stresemann Denkmal gesetzt werden hauptet, daß der Besitzer der St. Goarshausen dem mit den

bekanntgeworden am Rhein e i n soll, wurde be- Burg Katz bei Vorarbeiten zur

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schon beschlossen worden sei, dah Standort für das Ehrendenkmal sein solle.

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sind, bis zum 1. April 1931. Mit dieser grundlegenden Verpflichtung der Konvention ist die Möglichkeit einer ruhigeren Handelspolitik in Mitteleuropa gegeben. Was die ungebun­denen Zölle betrifft, so verpflichten sich die Unterzeichner zur Vorankündigung be­absichtigter Zollerhöhungen oder we­nigstens zu ihrer Anzeige beim Inkrafttreten und gegebenenfalls zu Verhandlungen mit den in ihren Wirtschaftsinteressen geschädigten Vertragspartnern, die, falls die Verhandlungen in zwei Monaten zu keinem Ergebnis führen, mit einmonatiger Frist die neue Konvention kündigen können. Durch eine Sonderbestimmung für besondere Landesgesetze konnten die langen Ausnahmelisten vollständig fallengelassen werden.

Die freihändlerischen Staaten, die keine oder nur in wenigen Ausnahmefällen gebundene Zölle haben nach dem Abkommen Dänemark, Eng­land, Holland, Norwegen und Portugal, ver­pflichten sich, während der Dauer des Abkom­mens keine neuen Schutzzölle einzuführen und bestehende nicht zu erhöhen. Jede Kündi­gung gibt allen anderen Konventionspartnern das Recht, von der Konvention zurückzutreten, falls mit der Kündigung eines bestimmten Staa­tes das durch die Konvention geschaffene Gleich­gewicht in entscheidender Weise gestört wird. Erwähnung verdient der ausdrückliche Verzicht aus Versuche, die Bestimmungen der Konven­tion zu umgehen und die bei der Unterzeichnung bestehende Lage in bezug auf die Ein- und Ausfuhrverbote zu verschlimmern.

daß sich in diesem Falle eine Gewißheit über seine Herkunst erlangen liehe. Von einem Etui spürf sie lebhafte Schmerzen in den Beinen, sein Besitzer, ein Arzt, hat eben einen Ischias überstanden. Manchmal entstehen durch diese kör­perlichen Empfindungen Mihverständnisse. Bei einer Photographie entwickelt das Medium leb­hafte Geräusche in den Ohren, so dah es meint, der Photographierte mühte bei einem Putsch oder Strahenkampf zugegen gewesen sein. Das wohl nicht, aber der Herr hat ein Ohrenleiden mit ähnlichen Geräuschen.

Ein Armband mit einem kleinen Anhänger. Frau Akkeringa lächelt einem jungen Mädchen zu: an diesem Armband seien zwei Personen be­teiligt, und das meiste bewege sich um den Anhänger. Das Fräulein errötet und bejaht.

Bisweilen geschieht auch ein Blick in eine Vergangenheit, die der Besitzer eines Gegen­standes längst vergessen hat. So wird einem Herrn gesagt, dah sein Gedächtnis manchmal in störender Art aussehe. Das ist richtig. Das komme von einem Sturz, sogt das Medium. Der Herr verneint. Er möge weit zurückdenken, ermahnt Frau Akkeringa, in die Zeit seines zehnten oder zwölften Lebensjahres: da habe er in einer Stadt mit vielen Bäumen gelebt, aus einem dieser Bäume sei er gefallen. Richtig. Er ist damals und in einer solchen Stadt von der Schaukel gestürzt. Ein silbernes Kreuzchen er­innert das Medium von ungefähr an Katho­lisches, obwohl die Inhaberin nicht katholisch sei. Was ist es damit? Die Besitzerin hat das Kreuzchen erhalten, als sie stark unter katholi­schem Einfluß stand.

Manchmal geschieht etwas Erheiterndes. Bei einem Paar grauer Wollhandfchuhe sagt das Medium der Frau, sie habe vor einigen Tagen eine sehr vergnügte Gesellschaft, vielleicht eine Hochzeit mitgemacht. Ia, strahlt die Frau, die Hochzeit war sehr gelungen. Woher kommt solche Wissenschaft aus grauen Handschuhen? Woher kommt es, dah das Medium aus der Berüh­rung eines silbernen Kettchens den Namen Elisa­beth weih? Wie kann sie einer Frau sagen, daß ihre Mutter an Krebs gestorben ist?

Merkwürdig ist diese Episode. Frau Akkeringa tastet aus einer eben gekauften goldenen Herrenuhr ab, dah der Eigentümer die Fähig­keit habe, zukünftige Dinge vorauszusehen. Der Herr bejaht lächelnd. Das Medium: Da treibe er ja das gleiche wie sie selbst und brauche daher nichts weiter zu wissen. Der Herr ist wirklich ein bekannter Hellseher.

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Aus aller Wett.

Lin Slresemann-Denkmal in Mainz.

Das erste der drei Beethovenkonzerte. die Professor Bruno Walter vom Leipziger Ge­wandhaus in Paris gibt, fand in Salle Pleyel, einem der größten Konzertsäle Europas, statt, der bis auf den letzten Platz beseht war. Walter spielte mit dem Orchester des Pariser Konserva­toriums außer der Cgmont-Ouvertüre,

Errichtung des Denkmals beauftragten Arbeits­ausschuß ein geeignetes Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Auf ihre Erkundigungen erfährt die Telegraphen-Llnion, dah dem Ar­beitsausschuß von einem derartigen Angebot nichts bekannt sei. Außerdem könne davon auch kein Gebrauch gemacht werden, weil

h i g k e i t e n. Gr arbeitet im engsten Einver­nehmen mit der öffentlichen Polizei. Der frei­willige Dahnschutzdienst besteht ebenfalls aus Bahnpolizeibeamten. Er dient nötigenfalls zur Llnterstühung des Streifdienstes oder wird im Falle ernsterer Gefahren vom Generaldirektor der Reichsbahn im Einvernehmen mit dem Reichsverkehrsminister, dem Reichsinnenminister und den Länderstellen einberufen. Politische Bestrebungen sind im Dahnpolizeidienst ausdrücklich ausgeschlossen. Irgendwelche Verbindungen mit Wehr- oder anderen Verbän­den werden nkcht geduldet. Heftungen mit Bahn­schuhzügen finden in längeren Zwischenräumen statt. Sie können nicht entbehrt werden, da die Vertrautheit des Bahnpolizeidienstes mit den Zugeinrichtungen gesichert werden muß. Der Bahnschuh ist im Einvernehmen mit sämllichen Reichs- und Länderregierungen gegründet worden.

Reichsbahn und Kraftwagen.

Berlin, 24. März. Der Konkurrenzkampf zwi­schen Reichsbahn und Kvastwagenoerkehr, der von der Reichsbahn nur bann erfolgreich geführt werden kann, wenn sich die Eisenbahn auch den Kraftwagen zunutze macht, hat in den vergangenen Jahren be­kanntlich an Schärfe immer in ehr zuge­nommen. In richtiger Erkenntnis der Notwendig­keiten ist die Reichsbahn daher bemüht, den eige­nen Kr a f t w a g e n ve r k e h r immer mehr auszubauen. Dies geht auch deutlich aus den Berichten der Reichsbahn über ihren Eisenbahn- Kraftwagenverkehr des vergangenen Jahres hervor, die nunmehr abschließend vorliegen. Danach hatte der Eisenbahn-Kraswagenverkehr im Jahre 1929 eine gewaltige Steigerung des Perso­nenverkehrs, jedoch einen geringen Rück­gang im Güterverkehr zu verzeichnen. Die Zahl der im Personenverkehr gefahrenen Omnibus-

Geheimnisvolles Zwischenspiel.

ftrmt Akkeringa, das psychometrische Medium.

Berlin, int März.

Das Medium ist eine unauffällige ältere Dame mit etwas müdem und vergrämtem Gesichtsaus­druck. Man hat ihr aus dem Publikum eine Menge Gegenstände, Ketten, Ähren, Briefe, Etuis auf den Tisch gebracht, die sie einigermaßen übersichtlich vor sich ausbreitet. Dann, während sie, bei vollem Bewußtsein, nur mit etwas ein­wärts gesenktem Blick, über diese Dinge hin- fährt und eins herausgreist, verändert sich ihr ganzes Gehaben, offenbar geht etwas von dem Briefe, den sie in der Hand hält, in sie selbst über, sie wird wie bedrückt und gibt durch Ge­bärden Erregung zu erkennen.

Frau Akkeringa ist Holländerin und flüstert ihrer Dolmetscherin ihre Offenbarungen zu. Offen­barungen? Sie erklärt, dieser Brief sei von einer Frau geschrieben, die an inneren Bedrängnissen und Aengsten leide: sie verstehe zwar, diese Zu­stände durch äußere Ruhe zu verbergen, aber stets sei der Gedanke in der Kranken, sich von einem Balkon oder aus einem Fenster herab­zustürzen. Ein junges Mädchen, die Pfle­gerin, meldet sich: Die Frau habe es schon einmal versucht. Medium: Sie sind die Pfle­gerin? Dann haben Sie ein schweres Amt. Geben Sie acht, die Kranke denkt stets an den Sturz aus dem Fenster, immer bann, wenn Sie es am wenigsten vermuten. Das junge Mäd­chen, von der offenbaren Wahrheit dieser Er­kenntnis bedrückt, seht sich. Die Stimmung im ©aal, anfangs abwartend und skeptisch, ist nach diesem Beweis sichtlich umgeschlagen.

Eine blaue Halskette. Das Medium behauptet, sie stamme aus Port Said, die Inhaberin kann es wenigstens nicht abstreiten, und so bleibt die Herkunft der blauen Steine ungeklärt. Aber die Inhaberin, sagt das Medium mit großer Sicher­heit, hat sie von einem Mann erhalten, den sie sehr liebt, der aber nicht ihr Gatte ist. Habe die Dame nicht starke mediale Begabung, habe sie sich früher stark mit okkulten Dingen be­schäftigt? Es wird alles betroffen bejaht.

Es ist nicht anders, als daß sich die Eigen­tümlichkeiten, die mit den einzelnen Inhabern dieser unscheinbaren Dinge zusammenhängen, un­willkürlich auf daö Medium übertragen. Das geschieht ganz spontan. So geht von einem No- ! zbuck) ein lebhafter Husten auf He über, ohne

Llraufsührung der Frankfurter Oper.

Wenn, nach einem bekannten französisches Wort, jedes ..Genre" erlaubt ist, außer dem langweiligen, dann war die geringe Opposition, die sich nach der Frankfurter Araufsüh- run g vonAchtung! Auf nähme!" durch Pfeifen und Zischen bemerkbar machte, nicht be­rechtigt. Diese Tragikomödie oder besserGro­teske" von Dela Balasz greift das neuerdings in der Schauspielliteratur beliebte . Filmmllieu mit Geschick auf und erzielt ihre Hauptwirkung mit dem nicht mehr neuen Motiv, daß ein schmerz­liches Erlebnis eine besonders dankbare Kino­szene hergeben muß (wie z. B.Komödie der Verjüngung" undNapoleon greift ein). Die Moral von der Geschieht heißtWit echten Schmerzen kann man viel verdienen" sie stimmt aber leider nur ausnahmsweise.

Zu diesem zügigen, wenn auch nicht sehr liefen Libretto hat der in Berlin wohnende Wiener Wilhelm Groß eine unbedingt packende, dabei geschmackvoll instrumentierte Musik verfaßt. Sie ist modern, indem sie die Tanzformen unserer Zeit aufnimmt und Tango und Fox in den Vordergrund stellt: dabei eignet der Partitur eine gesunde Erfindung forsch eingängiger, aber auch elegischer Themen, und das kurze Spiel ist vom Rhythmus her belebt. Einflüsse von Kreneks Ionny spielt auf" sind unverkennbar trotzdem hat die Balasz-Groß'sche Kurzoper (oder ihr Opernsketch) eine eigene Note. Die Ärauffüh- rung des Frankfurter Opernhauses, welcher der Kapellmeister Hellmut Seidel- mann, der Regisseur Rudolf Scheel und Walter D i n s e als Gestalter des Bühnenbildes viel Sorgfalt zugewandt hatten, wurde ein star­ker Erfolg. Sie war belebt und schmissig und ließ ein kritisches Bedenken kaum aufkommen. Balafz und Groh wurden mit den darstellenden Künstlern und den verantwortlichen Leitern des öfteren hervorgerufen.

Der heitere Abend wurde wirksam ergänzt durch eine temperamentvolle Wiedergabe von Stravinskys burlesk-nachdenklichem Ballett ,.P e t r ou s ch k a". Hier gab Hans Wilhelm Steinberg dem Orchester vielseitige Tönung, während Marion Herrmann vom Königs­berger Opernhaus und L. Sievert die wohl- gelungene Inszenierung und feinsinnigen Bühnen- bilder zu banken waren. Das Ballett, für Frank­furt Erstaufführung, wurde mit einmütiger Zu­stimmung ausgenommen. Dr. G. Sch,

And wieder Briefe. Briefe von Lebenden, Briese von Toten. Das ist einer von einem, der nicht mehr wiederkommt, obwohl noch immer auf ihn gewartet wird. Ia, die Mutter wartet noch immer. Aber er ist im Kriege gefallen. Gin Schuh oder Stich in die Hüftgegend war die Todesursache und das Medium deutet an, dah es selbst diese Schmerzen wieder fühle. And noch eine Kriegserinnerung. Eine alte Mutter reicht im Amschlag zwei Briefe, und das Medium weih: sie sind berde gefallen, der mit der weiteren und derberen Handschrift zuerst, der linke Arm wurde ihm abgerissen: der andere starb einenHel­dentod", vielleichtin der Nähe der Fahne"? Cs hat bekanntlich im Schützengraben keine Fah- gegeben, aber Frau Akkeringa bleibt dabei. Die Mutter kann nur das Todesdatum bestätigen, ihre beiden Söhne sind verschollen.

Aus einer luxuriösen Damenchatelaine liest das Medium Sorge und schlaflose Nächte: das Warten auf eine Nachricht von weither, aus Aebersee. Habe aber die Dame nicht kürzlich die Stadt gewechselt? Daher vielleicht die Ver­zögerung der Nachricht? Möge doch die Dame ruhig schlafen die Nachricht werde kommen und gut sein.

Frau Akkeringa hat an diesem Abend etwa zwanzig Gegenstände diagnostiziert, und man kann nicht sagen, dah allesstimmte". Aber dabei stellte sich heraus, wie wenig die Menschen eigentlich von sich wissen. So behauptete sie fest, an einer Kette sei der Brand eines groben Gebäudes, vielleicht einer Fabrik, bei dem für das Leben der Inhaberin wichtige Papiere ver- lorcngegangen fein. Die Besitzerin der Kette wußte hiervon nichts, aber man ist geneigt, nach dem vielen Derblüssenden des Abends auch diese ungeklärten Dinge für wahr zu halten. Das alles nämlich vollzieht sich ohne mediales Pathos, bei vollem Lampenlicht in Anwesenheit von etwa zweihundert Menschen, in einer mehr gemüt­lichen als feierlichen Weise.

Diese so veranlagte Frau erhält von den Singen ihre ganz bestimmten Visionen, die sie verkündet und von denen sie, auch wenn es nicht stimmt, nicht abzuftringen ist. Sie Jagt das Meiste aus der Vergangenheit und einiges aus der Zukunft, und wenn das Gewesene so oft und überraschend richtig war soll man das gleiche von ihren Prophezeiungen annehmen? Es wird sich, vielleicht, hier und da Herausstellen. Vor­läufig kann man nur berichten, was an diesem einen Abend geschehen ist. B. D.

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Genf, 24.März. (WTB.) Die Konferenz zur Stabilisierung der europäischen Handelsbeziehungen wurde heute abend um 7 Uhr geschlossen. Zur Unterzeichnung lagen vor: das internationale Han­delsabkommen, das Protokoll über die weiteren wirtschaftlichen Verhandlungen und die Schlußakte. Folgende elf Staaten haben alle drei Akten­stücke unterzeichnet: Deutschland,Oesterreich, Belgien, Großbritannien, Estland, Finnland, Frank­reich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz.- Für Deutschland unterschrieb Reichswirt­schaftsminister Schmidt. Die Vertreter Großbritan­niens und der Niederlande machten den Vorbe­halt, daß das Abkommen keine Anwendun­gen aufihre Kolonien finde. Frankreich will die Anwendung nur insoweit zulassen, als Handelsverträge bestehen. Griechenland, Letland, Litauen und Portugal unterzeichneten nur das Protokoll und die Schlußakte, Dänemark und Schweden nur d i e Schlußakte. Das Protokoll wurde insgesamt von 15 Staa­ten, die Schlußakte von 17 Staaten unter­zeichnet.

Damit konnte nun also nach fünfwöchigen, außerordentlich verwickelten Verhandlungen die Zollkonferenz, die wegen ihrer zahllosen Schwie­rigkeiten mehrmals auseinanderzufallen drohte, nun doch mit einem positiven Ergeb- ni s abgeschlossen werden. Die wichtigste Bestimmung des Vertrages betrifft die A n - kündbarkeit der bestehenden Han­delsverträge, Zusatzabkommen und son­stigen Handelsabmachungen, soweit sie vor dem Anterzeichnungstage in Kraft oder unterzeichnet

Bei den Schweinen liegt die größte Ge­fahr nicht in der ausländischen Konkurrenz, sondern in der Entwicklung der inneren Produk­tion. Die Auslandkonkurrenz bedeutet aber eine große Gefahr für unsere Eier- und Ge - f l ü g e l p r o d u k t i o n. In der Erhöhung der Weizenpreise sehe ich keine Gefahr. Wären wir ein Volk von Idealisten, so würden wir vom Weizenbrot zum Roggenbrot über­gehen. Wir müssen dem Roggenproblem da­durch zu Leibe gehen, daß wir den Verbraucher ausländischer Futtermittel notigen, ein gewisses Quantum inländischer Futtermittel mit zu ver­brauchen. Wir wollen dahin kommen, daß wir die Futtermittelzölle nicht nur herabsetzen, son­dern schließlich ganz aufheben können ohne Schä­digung der Gesamtlandwirtschaft. Dazu soll die Kombinatton von Roggen-, Gersten- und Weizen­wirtschaft dienen. Alle agrarwirtschaftlichen fra­gen bedürfen einer schnellen Erledigung. Ich wäre sehr dankbar, wenn der Reichstag so viel Zu­trauen zu uns hätte, dah er uns eine gewisse Bewegungsfreiheit gibt. Beim Vermahlungs­zwang hat es wegen ungenügender Kontrolle vielleicht Enttäuschungen gegeben; aber beim Weizen und beim Zucker haben sich unsere bis­herigen Maßnahmen zweifellos bewährt. Ich hoffe, daß die von den Regierungsparteien vorgeschlage- nen Maßnahmen schnell durchgeführt werden, vor allem auch im Interesse des deutschen Ostens. Die Verbraucher haben im gegenwärtigen Mo­ment keinen Anlaß, sich über die Zollerhöhungen zu beschweren. Die Indexzahlen weisen im ganzen einen Rückgang auf, aber die Preise der Agrar­produkte stehen dabei weit unter der Verhältnis­zahl der übrigen Preise.

Abg. von Sybel (Lhr. Hat Bauernpart) kritisiert in ähnlicher Weise wie der Abg. Schiele die von den Regierungsparteien vorgeschlage­nen Maßnahmen als unzulänglich, wenn auch anerkannt werden müsse, daß im Agrar­zollschutz wesentliche Fortschritte in den letzten Iahren gemacht worden seien. Ohne einen stärkeren Zollschutz könne die deutsche Landwirt­schaft nicht gedeihen angesichts des gegenwär­tigen Mißverhältnisses zwischen den landwirt­schaftlichen Produktionskosten und den Preisen der landwirtschaftlichen Produkte.

Damit ist die erste Beratung beendet. Zur zweiten Beratung liegen Wortmeldungen nicht vor. Der von den Regierungsparteien einge­brachte Initiativgesetzentwurf über Zollände­rungen bei Weizen und Hafer wird nach Ab­lehnung der Aenderungsanträge angenom­men. Angenommen werden dann auch mit den Stimmen der Regierungsparteien, der Wirt­schaftspartei und zum Teil auch der Rechten die Zolländerungen bei Gerste, Mais, Kartoffeln, Mehl, Kleie und Zucker. Mit großer Mehrheit wird auch dem Maismonopol zugestimmt. Schließlich wird ein Antrag der Regierungspar­teien angenommen, der bei vor dem 5. März geschlossenen Lieferungsverträgen über verzoll­ten Kaffee und Tee den Verkäufer berechtigt, vom Käufer Ersatz des Zollunterschiedes zu be­anspruchen.

Damit ist auch die zweite Beratung erledigt. Dienstag dritte Beratung der Agrarzollanträge.

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die Pastorale und die Eroika. Nament» lich die Wiedergabe der Pastorale-Symphonie, sowie die beispiellose Nuancierung des letzten Satzes der Eroika trugen dem deutschen Diri­genten einen Beifall ein, wie man ihn wohl selten in Paris erlebt hat. Stehend brachte das Publikum Bruno Walter eine minutenlang wäh­rende Ovation dar. Er muhte sich nach Beendi­gung des Konzerts unausgesetzt vom Podium für die Huldigungen bedanken. Der Ausführung wohnte auch der deutsche Botschafter v. H o e s ch bei.

Die Gagenbeschränkung der Berliner Stars.

Die Nichtigkeitsklage, mit der 24 Künstler der Opernbühne, darunter Michael Bohnen. S ch l u s n u s , Richard Tauber, Barbara Kemp, Mafalda 6 a 16 a t in i und andere, die vom Deutschen Bühnenverein festgesetzte Gagenbeschränkung für Gastspiele aai f höchstens 1000 Mark pro Abend angefochten haben, ist vom Reichsgericht end­gültig abgewiese n worden. Das Reichs­gericht hat sich der Begründung deck' Kammer­gerichts angeschlossen, in der gesagt wird, dah der Bühnenverein mit seinen Maßnahmen ledig­lich bezweckt habe, den notleidenden deutschen Opernbühnen in ihrer schwie­rigen Lage durch Beschränkung der Spihengagen zu Helsen. Das sei ein durchaus erlaubter Vertragszweck, und die Sittenwidrigkeit der Höchstgagenklausel sei daher zu verneinen.

Fabrikgrohfeuer in Köln.

In Köln sind die ausgedehnten Fabrikanlagen der Lederwerke Rheindahlen A.°G. durch ein Grohfeuer fast völlig vernichtet worden. Den Feuerwehren, die mit etwa zwölf Schlauchleitungen gegen das Flammenmeer vor­gingen, gelang es nur, das Maschinenhaus und die zum Werk gehörenden Wohnhäuser, die in­folge des starken Funkenfluges aufs äußerste gefährdet waren, vor Schaden zu bewahren. Wiederholt muhten Löschmannschaften auch an anderen Stellen des Stadtteils Rheindahlen Brandherde bekämpfen, die sich dort durch §un* fenflug gebildet hatten. Der Brandschaden be­trägt mehrere hunderttausend Mark. Der Betrieb des Lederwerks, das mit 80 Arbeitern voll beschäftigt war, ist völlig stillgelegt. Das Werk ist bis auf das Kesselhaus und Trans­formatorenwerk niedergebrannt. Der Verkehr auf den angrenzenden Straßen mußte abgesperrt wer­den, da einstürzende Mauerteile eine große Ge-i fahr für die Passanten bildeten.

Eisenbahnunglück in Ilallen.

Eine führerlose Lokomotive lief im Bahnhof San Dalmazzo auf einen Personenzug der Linie CuneoVentimiglia auf. Ein Eisenbahnarbei- ter hatte die Maschine unbefugt in Bewegung gesetzt, war bann, als er sie nicht zum Stehen bringen konnte, abgesprungen und hatte sie ihrem Schicksal überlassen. Der letzte Wagen des Personen- zuges ging in Trümmer. Zwei Reisende wurden getötet, zwei schwer verletzt. Drei Personen tarnen mit leichteren Verletzungen davon.

Wildwest in Berlin.

In den Räumen einer Depositenkasse der Commerz- und Privatbank in der Müller-Straße wurde auf die Kassiererin einer Berliner Brot­fabrik ein Raubüberfall unternommen, der mit großer Amsicht vorbereitet und ins Werk ge­setzt worden ist. Die überfallene Kassiererin Bil- lerbeck ist 42 Jahre alt. Das bei der Bank einzuzahlende Geld es handelte sich um 20000 Mark trug sie in einer Leder- tasche bei sich. Sie stellte am Bankschalter die Tasche neben sich aus den Tisch und nahm nach und nach die Bündel heraus. Einen Teil hatte sie bereits vorgezählt. Gleich nach ihr hatte ein Mann d ie Bankräume be­treten. der so tat, als wolle er auch Geld einzahlen. Da er auf Abfertigung warten muhte, ging er auf und ab. Plötzlich aber trat er ne­ben die Frau und griff sowohl nach der Tasche wie nach dem auf dem Tische liegenden Geld. Er warf es schnell in die Tasche hinein. Fräulein Dillerbeck wollte den Räuber fassen. Da zog dieser eine Waffe und schoß f i e t n d i e rechte

Filometer stieg von 1,24 Millionen im Jahre 1928 auf 2,4 Millionen im letzten Jahre; sie erhöhte sich damit um 1,16 Millionen oder 95 v. H. Die Zahl der beförderten Personen vermehrte sich um 1,59 Millionen auf 3,76 Millionen oder 73 o. H. Unter Zugrundelegung einer durchschnittlichen Reiselänge von 9 Kilometer im Uederland- und 3 Kilometer im Stadtverkehr wurden im vergangenen Jahre ins­gesamt 30,5 Millionen Personenkilometer geleistet. Wahrend im Güterverkehr die Zahl der Last­kraftwagenkilometer sich im letzten Jahre um rund 85 000 oder 9 v. H. auf 1,40 Millionen erhöhte, ging die Zahl der beförderten Güter infolge der ungün­stigen Witterungsverhältnisse in den ersten Monaten des Jahres 1929 um zirka 7 v. H. auf rund 232 000 Tonnen zurück. Welche Bedeutung der Eisenbahn­kraftwagenverkehr bereits hat, geht im übrigen aus der Tatsache hervor, daß zur Zeit 116 Eisen- bahnkrastwagenlinien in Betrieb sind. Davon weisen 66 eine Streckenlänge von 1521 Kilo­meter auf, die auf den Personenverkehr entfallen und 48 eine Streckenlänge von 1600 Kilometer, die vom Güterverkehr getragen werden. 14 dzw. 21 dieser Strecken werden ausschließlich von der Reichs­bahn betrieben, während die übrigen gemeinsam mit der Post und anderen Unternehmern aufrechterhalten werden.

Der Zahnschutz der Reichsbahn

Berlin, 24. März. (CNB.) Eine Berliner Zeitung bringt eine schon einmal vor einiger Zeit richtiggestellte Meldung über den Bahn­schutz der Reichsbahn, in der d ie Reichs­bahn als Staat im Staate gekennzeich­net und gesagt wird, es bestehe die Gefahr, dah diese Privatarmee für Putsch­zwecke mißbraucht werden könnte. Wie wir aus Kreisen der Reichsbahnverwaltung dazu hören, ist der Bahnfchuh notwendig, um das ausgedehnte Streckennetz der Bahn und ihrer Anlagen und Dorratsstoffe sowie die Rei­senden und die ihr anvertrauten Gü­ter zu bewachen und zu schützen. Der Bahnschutz besteht aus zwei Abteilungen, dem Streif- dienst und dem freiwilligen Bahn­schuh d i e n st. Dem Streifdienst obliegt die Be­kämpfung und die Feststellung betriebs - und verkehrsdienstlicher Llnregelmä-

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