Ausgabe 
24.1.1930
 
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ReueKoMionsverhandlungeninpreußen

von

von Buenos Aires

1100

DieMonte Cervantes" war das letzte Schiff der von der Hamburg-Süd in den Verkehr nach

Der Abgeordnete Schlange-Schöningen ist nun auch aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten. Er hat bereits einen Brief an den Parteivorsitzenden geschrieben, in dem er ihm seinen Austritt aus der Partei zur Kenntnis gibt.

minus Sport-

minus Spork

Abends gegen 6 Uhr betraten fünf junge Leute den Kassenraum der S t a d t s p a r k a s s e Roß­berg (Oberschlesien) und zwangen die beiden an­wesenden Beamten mit vorgehaltenen Revolvern, sich aus den Boden zu legen. Die Burschen nahmen einem Kassentisch einen Betrag von etwa 2000 Ai a r k an sich. Einen größeren Geldbetrag, der auf einem Nebentisch lag, übersahen sie in der Eile. Sodann ergriffen die Räuber die Flucht. Stadt­inspektor Fuchs nahm jedoch sofort die Verfol­gung auf. In kürzester Zeit waren auch Schutz­polizei und Kriminalbeamte zur Stelle. Einer der

Der von der kommunistischen Presse für Anfang Februar angekündigteHungermarsch" der Erwerbslosen nach Hamburg ist ver­boten worden. Die Polizeibehörde teilt mit, daß alle Demonstrationen unter freiem Himmel in Hamburg vom 31. Januar bis 2. Februar einschließlich verboten sind.

Auf die deutsche Einwanderungsquote nach U.S.A. wurden in der ersten Hälfte des Ouo- tcnjahres 15 462 Sichtvermerke erteilt, das sind rund drei Fünftel der Gesamtquote. England und Nordirland erreichten ihre Quoten nicht.

Der von der Mehrheit der Solinger Stadt

verordnetenoersammlunj

Neu York, 23.3an. (Associated Preß.) Die Monte Cervantes" war am 15.Ianuar m i t

Handelsministers und außerdem der Po­sten eines Ministers ohne Portefeuille angeboten sind. Der Ministerpräsident hat den Abg. Falk als Führer der demokratischen Landtags- sraktion, von der der handelsminisler bisher ge­stellt ist, bereits unterrichtet. Es ist an­zunehmen, daß die demokratische Fraktion sich bereit erklären wird, weiterhin mit dem Finanzminister Dr. Höpker-Aschosf in der Regierungskoa- Ution zu bleiben. Bei den Demokraten soll Miß­stimmung darüber herrschen, daß sie über diese Perhandlungen nicht schon vorher infor- mied worden seien, zumal ihnen die haupt­sächlich st en politischen Opfer zugemu­tet würden, da verlautet, daß außer dem demo­kratischen Handelsminister Dr. Schreiber auch der den Demokraten nahestehende Kultusminister Dr. Becker bei einem Eintritt der Volkspartei in die Regierung von seinem Po st en scheiden würde. Für die Koalitionserweiterung soll die So­zialdemokratie wieder ihren alten Wunsch angemeldet haben, das Kultusministerium durch den Abgeordneten König zu be­sehen. Die Demokraten werden sich am Freitag mit der Koalitionsfrage beschäftigen. Mit der Volkspartei ist offiziell noch keine Fühlung genommen worden, doch verlautet, daß sie sich mit der vorgeschlagenen Regelung vorläufig zu­frieden geben würde, zumal ihr noch die O b e r - Präsidentenposten in Pommern und Hessen-Rassau angeboten wurden. Für die Neubesetzung des Handelsministeriums wird der volksparteiliche Abgeordnete Professor Dr. Leidig genannt. Der volksparteiliche Landtagsabgeordnete, der als Oberpräsident für Pommern in Aussicht genommen ist. dürste in der Person des Abgeordneten von Lynern zu finden sein, wei­ter vermutet man in parlamentarischen Kreisen, daß als Oberpräsident für Hessen-Nassau eventuell dec preußische Minister Schreiber in Frage komme.

Amtliche Dintersportnachrichten.

Schwarzwald. Feldberg: Har, 1 Grad, 20 Zentimeter Schnee, gekörnt, Möglichkeit für Ski und Rodel gut.

Alpen. Berchtesgaden: klar, 2 Grad. 6 Zentimeter Schnee, vereist, Möglichkeit nur stellenweise vorhanden.

Räuber konnte von zwei Beamten gestellt werden. Als er erkannte, daß ein Entkommen un­möglich war, tötete er sich durch einen Kopfschuß. Zwei andere Täter wurden in einem Hauseingang gestellt und warfen ihre Waffen wxg, als sie sahen, daß die Beamten schußbereit waren. Die zwei Räu­ber, die wahrscheinlich das geraubte Geld bei sich haben, sind noch flüchtig, doch sind ihre Personalien bekannt.

Oie Wetterlage.

Aus aller Welt.

Das Urteil im Koblenzer Lifenbahn-Veskechungsprozeh.

Südamerika eingestellten Klasse von großen Mo« tor°Louristendampsern, zu denen noch dieMonte Sarmiento" und dieMonte Olivia" gehören. Diese Schiffe waren für die sogenannte Ein» h e i t s k l a s s e eingerichtet und haben außer den regelmäßigen südamerikanischen Fahrten zahl­reiche Vergnügungsfahrten nach Skandi­navien gemacht. Bei einerSpitzbergenfahrt im Sommer 1928 erhielt die damals noch ganz neueMonte Cervantes" bekanntlich ein Leck, so daß ihr der von der Rettung der Robile- Expedition zurückkehrende russische Eisbrecher Krassin" Hilfe bringen mußte. Ein Zufall hat es gewollt, daß der Dampfer, nachdem er schon im hohen Rorden an der Grenze mensch­licher Siedlungen eine schwere Havarie erlitten hatte, nun im äußer st en Süden ver- loren gehen muß. Hshuaia ist nämlich die südlichste Stadt der Welt. Sie liegt. am Fuße der Cordilleren im argentinischen Teil von Feuerland, unweit der chilenischen Grenze.

DieMonte Cervantes" hatte außerhalb ihrer regelmäßigen Passagefahrten eine Vergnü­gungsfahrt für eine südamerika- nifche Reisegesellschaft nach dem Feuer­land unternommen, wo sich übrigeres die Berge befinden, die ihr und ihren Schwesterschiffen den Ramen gegeben haben. Der Beagle- Kanal ist berüchtigt toegen seiner schweren Weststürme, die dort fast während des ganzen Jahres toben und nun möglicherweise diesen schweren Verlust für die deutsche Schiffahrt ver­ursacht haben. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß dieMonte Cervantes" in eine der im ganzen Feuerland-Archipel üblichen, stundenlang anhaltenden Hagel- und Rebelböen geraten ist, so daß der Schiffsleitung die Orientierung un­möglich wurde. Das etwa 14 000 Tonnen große Schiff war bei Lloyds versichert. Es dürfte einen Wert von ungefähr 10 Millionen Mark gehabt haben, wenn man berücksichtigt, daß dieser Dampfer der Touristenklasse nicht mit der kostspieligen Einrichtung für Passagiere 1. und 2. Klasse ausgerüstet war.

Die Havarie derKmie Lemmies".

Bei Feuerland ausgelaufen. - paffa aiere und Mannschaften gerettet. - Das Schiff voraussichtlich verloren.

Ein ungenügendes Angebot.

Von unserer Berliner Redaktion.

Die Weimarer Koalition in Preußen ver­spürt plötzlich das Bedürfnis einer Erweiterung Äur Großen Koalition. Nachdem man bisher so getan hatte, als sei man auf die Mitwirkung der Deutschen Vollspartei nicht angewiesen, ist letzt plötzlich maßgeblichen Volksparteilern die Frage vorgelegt worden, wie sie über einen Eintritt in die Regierung denken. Dabei hat sich aber herausgestellt, daß die stärkste Koalitionspartei, die Sozialdemokratie bei einer möglichen Regierungsumbildung ein großes Geschäft machen möchte. Sie will das Kultusministerium mit übernehmen, so daß für die Deutsche Volks­partei die bisher zwei Portefeuilles verlangt hatte auch jetzt nicht allzuviel übrig bleiben würde. Tatsächlich ist in den geführten Ver­handlungen von feiten der Weimarer Koalition auf den im Sommer vorigen Jahres vom Ministerpräsidenten Braun der Volkspartei ge­machten Vorschlag zurückgegriffen worden, wo­nach ihr lediglich das H a n d e l s m i n i st e r i u m eingeräumt werden soll. Außerdem soll sie jiur noch ein Scheinministerium erhalten, also einen Minister in das Kabinett entsenden, der kein Ministerium zu verwalten hat. Die Volkspartei hat damals abgelehnt, zumal das An­gebot Brauns lediglich den Zweck verfolgte, für das Konkordat auch die Volkspartei zu ge­winnen. Wir glauben nicht, daß die Bemühun- gen der Weimarer Koalition von . Erfolg gekrönt sein werden, wenn sie die berechtigten Forderun­gen der Volkspartei zu beschneiden versucht.

Die erste Fühlungnahme.

Berlin, 23. Jan. (V.D.Z.) Ministerpräsident Dr. Braun hat mit Vertretern der Deutschen v o l k s p a r t e i abermals die Verhandlungen um Erweiterung der preußischen Re- gierungskoalition zur Großen Koa­lition ausgenommen. Dem Vernehmen nach sol­len die Verhandlungen schon soweit gediehen fein, daß der Deutschen Volkspartei das Portefeuille des

nach der Südküste Argentiniens ab­gegangen. Das Schiff sollte Ende Januar zurückkehren. DieMonte Cervantes" lief gestern nachmittag um 1 Hfjr in Sichtweite des 8 Meilen entfernten Ortes Hshuaia auf. Die Passagiere gingen in dieRettungs- boote. Ihre Ausbootung hatte bei Eintreffen des zu Hilfe eilenden argentinischen Transport­schiffesVicente Lopes" bereits begonnen. Die Passagiere wurden In Hffjuaia gelan­det. Es wurde nach Punta Arenas tele­graphiert, damit ein Dampfer die Passagiere und die Mannschaft, deren Zahl sich zusammen auf nahezu 1500 Köpfe beläuft, nach Punta Arenas hole, wo ausreichende Hnterkunft in Hotels vorhanden ist. In Hshuaia mußten die Passagiere in Kirchen und Bureaus untergebracht werden.

DieMonte Sarmiento", ein Schwester­schiff derMonte Cervantes", ist heute von Buenos Aires kommend, in Montevideo eingetroffen. Sie hat Anweisung erhalten, alle Passagiere zu landen und dann sofort nach Hshuaia weiterzufahren, um die Passa­giere der gestrandetenMonte Cervantes" an Bord zu nehmen. Man erwartet, daß dieMonte Sarmiento" am 27. d. M. in Hshuaia eintreffen und am 1.Februar in Buenos Aires zurück fein wird. Die isolierte Lage der Monte Cervantes" macht eine Funloerbin- bung sehr schwierig. Hshuaia ist ein einsamer öder Ort in der Rähe der südlichsten Spitze Süd­amerikas, bekannt als Strafkolonie, wie die Teufelsinsel: es leben hier zahlreiche zu lebens­länglicher Zuchthausstrafe verurteilte Sträflinge. Die letzten Funkberichte besazen, daß auch die ! M a n n s ch a f t am Mit^vochnachmittag die Monte Cervantes" verlassen hat, die vermutlich stündlich in Gefahr sei, zu versinken.

G woficenlos O heiter. Q NSW Bedecht ® wolfcig. ch Bedeckt. Rtgev * Schnee cxGraupein. «Nebel 15 Oewit'er.(§) windstille. «Ch sehr leichte« Osi £ massige» Südsüdwest q stürmische» Nordwest t>ie Piene fliegen mit dem Winde. Pie Beiden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Die unten verbinden Orte mH .gleiche^ tut Aecresmveau umoerechneten Luftdruck

Wettervoraussage.

Dec südöstliche Hochdruckeinfluß hat im öftlid^cn Deutschland eine Zunahme des Frostes verursacht, so. daß die heutigen Morgentemperaturen um minus 5 Grad lagen. In unseren Bezirken haben sich Tem­peraturen und Witterungscharakter nicht geändert. Mit der neuen Atlantikstörung gewinnt der Warm- luitoorschub auf dem Festland etwas mehr Einfluß. Allmählicher Rückgang der seitherigen Hochdruck­wetterlag« ist dabei zu erwarten, so daß die Tem- veraturen später über Null zu liegen kommen teer- den. Auch einzelne Niederschläge sind zu erwarten.

Wettervoraussage für Samstag: Hebergang zu milderem, anfänglich nebligem, wolkigem Wetter mit Riederschlagserscheinung.

Lufttemperaturen am 23. Januar: mittags 0,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad: am 24. Januar: morgens 0,2 Grad. Maximum 0,6 Grad, Mini­mum 0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Januar: abends 0,8 Grad; am 24. Ja­nuar: morgens 0,6 Grad Celsius.

Schneider zu einem Jahr Gefängnis, der Ober­inspektor Dierks zu zehn Monaten Gefängnis, der Oberinspektor Fröhlich zu sechs Monaten Gefängnis, der Oberinspektor Glasmacher zu neun Monaten Gefängnis. Die übrigen Angeklag­ten wurden freigefprochen. Der Staatsanwalt hatte gegen sechs der Angeklagten Reichsbahnbeam­ten Z u ch t h a u s st r a f e n beantragt.

Die Nichtigkeitsbeschwerde Halsmanns verworfen.

Unter stärkstem Andrang des Publikums wurde die Entscheidung über die Nichtigkeitsbeschwerde Philipp Halsmanns wegen feiner Verurteilung durch das Innsbrucker Schwurgericht zu vier Jah­ren schweren Kerkers wegen Totschlags an feinem Vater bekanntgegeben. Die Nichtigkeitsbeschwerde wurde verworfen. Die Mutter und die Schwe­ster Halsmanns erlitten darauf Weinkrämpfe. Es entstand große Aufregung im Saal, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Die Urteils­begründung konnte erst verlesen werden, nachdem die Angehörigen des Angeklagten entfernt morden waren. In der Begründung wird gesagt, daß der Oberste Gerichtshof in der Ablehnung der von dem Verteidiger gestellten Beweisanträge keinen Nichtig­keitsgrund erblicken könne. Das Beweisversahren sei erschöpfend durchgeführt worden. Die Geschworenen seien wohl in der Lage gewesen, einen Ueberblick über den ganzen Fall zu gewinnen. Auch in der Ablehnung der psychologischen Sachverstän­digen sowie in der Nichtwiederholung der Hauptver- handlun" seien keine Nichtigkeitsgründe zu erblicken.

Die Untersuchung gegen die Beamtenbanflciter.

Der Dernehmungsrichter im Polizeipräsidium hat die Vernehmung der früheren Leiter der Bank für Deutsche Beamte Alois Weber und seinen Bru­der Josef sowie der an den Bilderschiebunaen Beteiligten, des Kaufmanns Emst Piehler, res

Spanische Schmiergelder für denTemps".

Primo de Rivera kauft Frankreichs öffentliche Meinung.

Paris, 23. Ian. (TH.) Der französischen Oeffentlichkeit bisher geflissentlich verschwiegene Erklärungen Primo de Riveras, daß zwischen der spanischen Regierung und dem Temps" Abmachungen bestanden, auf Grund deren das bekannte französische Blatt zwei Jahre lang gegen Entgeld spanien- freundliche Artikel veröffentlichte, werden nunmehr von der ..Action Fran^aise" den französischen Lesern zur Kenntnis gebracht. Das Blatt schreibt, wenn der spanische Diktator sich darüber beklage, daß man ihm die Meinung der Franzosen zu teuer habe verkaufen wollen, so hätten die Franzosen, deren Meinung vom TempS" wie die Wolle einer Schafherde ver­äußert worden sei, noch mehr Anlaß, sich zu beklagen. In Fragen, die die Ehre und das Interesse Frankreichs beträfen, habe Poin - car6 das Schweigen des Hehlers be­wahrt. An der Art, wie Tardieu auf diese Rachrichten eingehe, werde man ermessen können, ob er vergessen habe, daß er früher einmal ein Mitarbeiter desTemps" gewesen sei.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident empfing zur Heberreichung einer gemeinsamen Denkschrift über die Rvt der preußischen Ostprovin- z e n und zu näheren Darlegungen über den In­halt dieser Denkschrift den Landeshauptmann der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen Dr. Ca­spari, den Landesdirektor der Provinz Bran­denburg von Winterfeldt-Menkin und den Landeshauptmann der Provinz Riederschle­sien Dr. von Thaer.

Der Oberbürgermeister von Berlin, Böß, hat sich bereit erklärt, sein A m t sofort nieder- zulegen, wenn er die ihm gesetzlich zustehende Pension erhält. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat mitgeteilt, daß er mit dieser- funa einverstanden ist. Da aber die Wirt­schaftspartei eine Kürzung der etwa 28 000 Mark betragenden Pension gefordert hat, find neue Verhandlungen nötig geworden.

Kaufmanns Walter Tröchmann und Eaon v. Buchwalds fortgesetzt und die vorläufige Fest­nahme in Untersuchungshaft umgewandelt. Gegen Josef und Alois Weber hat sich in letzter Zeit der Verdacht der Untreue gegenüber der Dank erheblich verstärkt. Bekanntlich geht die Untersuchung gegen die Leiter der Beamtenbank chon seit Oktober v. I., ohne daß die Ermittlungen Wesentliches erbrachten. Der von den geschädigten Beamten eingesetzte Gläubigerausschuß hatte sich deshalb vor einiger Zeit an den Minister des In­nern gewandt und darum gebeten, daß von ihm aus eine Beschleunigung der behördlichen Ermitt­lungen veranlaßt werde. Daraufhin ist das Unter- uchungspsrfonal vermehrt worden. Die Gläubiger dbft haben inzwischen versucht, sich die noch vor­handenen Werte zu sichern. Es wurden eine Reihe von Regreßansprüchen gegenüber den Brüdern We­ber geltend gemacht und vor wenigen Tagen gelang es, ein Bankkonto Josef Webers zu entdecken, das jetzt durch einstweilige Verfügung der Gerichte ür die. geschädigten Beamten beschlagnahmt und sichergestellt worden ist. Auch gegen Alois Weber schweben weitere Verfahren, um zu verhindern, daß die früheren Leiter der Pank etwa, wie das bisher schon gesehen ist, Werte ins Aus­land verschieben.

Eine Stadt in Konkurs.

In der letzten Stadtverordnetenversammlung von Gräfenhainichen wurde beschlossen, den Etat für 1929 abzulehnen und das Konkurs­verfahren über die Stadt zu beantragen. Ein Antrag, die Selbstverwaltung der städtischen Be­triebe aufzulösen, wurde gleichfalls angenommen. Außerdem wurde beschlossen, die Besoldungs­ordnung aufzuheben und mit Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt eine Neueinstufung vorzunehmen.

43 Mark für eine Flasche IDein.

Ein erfreulicher Erfolg war die im Paulinen- Schlößchen in Wiesbaden abgehaltene letzte Domänen-Versteigerung der Iahrgänge 1920 und 1921, denn die erzielten Preise ent­sprachen mit wenig Ausnahmen der von den Sachverständigen aufgestellten Taxe. 43 Mk. war der höchste Preis, der für eine Flasche gezahlt: wurde, und zwar wurde er erzielt für Vogel­sang Trockenbeer-Auslese und für Schloß Döckelheimer Kupfergrube Trockenbeer-Auslese. Zum Ausgebot kamen 30 740 Flaschen, diese brachten einen Erlös von rund 367 000 Mk.

Raubüberfall auf eine Sparkasse.

Mertel auf dem Seewege. Auch infolge seiner dichten Bevölkerung, der Länge seiner Küsten und seiner ganzen geographischen Gestalt fei Italien fast ganz auf das Meer ange­wiesen. Die italienische Regierung sei daher berechtigt, eine Heb er l eg e nh e i t s einer Flotte zu fordern. Aber sie begnüge sich da­mit, wenigstens soweit Europa in betracht komme, um den Einmächtestandard zu bitten. Hnter diesen Bedingungen sei Italien bereit, feine Rüstungen auf jeden von der Kon­ferenz zu bestimmenden Stand herabzufehen.

Oie Solidarität

der Sozialversicherungen.

B e r l i n , 23. Jan. (Priv.-Tel.) Wie schon mitge­teilt findet dieser Tage im Reichsarbeitsministerium eine Besprechung mit den beteiligten fßerbanöen über die neuerdings aufgeworfene Frage statt, ob die anderen Sozialversicherungen auf Grund ihrer relativ günstigen Wirtschaftslage der augenblicklich sehr bedrängten Reichsanftalt für Ar- beitslosenversicherung und -Vermittlung m 1t D ar - leben helfend beispringen sollen. Der Vorschlag zu dieser Aktion geht nicht vom Reichs­arbeitsministerium aus, sondern flammt allem An- chein nach aus Kreisen der Deutschen Volkspartei, die ihn in die Oeffentlichkeit vor wenigen Wochen gebracht haben. Im Lager der Sozialdemokraten hegt man die gro ßte n Bedenken und ebenso dürfte der Reichs-! arbeitsminifter wenig geneigt sein, die-4 sen Weg zur einstweiligen Sanierung der Reichs- anstalt zu beschreiten. Die betroffenen Sozialver­sicherungen haben selbstverständlich dagegen p r o - | testiert, so die Reichsoersicherung für Angestellte, ! aber es ist anzunehmen, daß auch die Leitung der Invalidenversicherung und der Krankenversicherung prinzipiell aus demselben Standpunkt stehen. Die Entscheidung, ob man mit Hilfe der anderen Ver­sicherungen die Arbeitslosenversicherung unterstützen wird, fällt aber selbstverständlich auf dem politischen Territorium des R e i ch s k a b i n e 11 s, und hier ist der Ausgang noch vollkommen ungewiß, und vor allem eng mit dem ganzen Problem der Etats- a u f st e l l u n g verbunden. Das Reichskabinett hat sich mit der Frage einer praktischen Gefahrenge­meinschaft der Sozialversicherungen noch nicht be- schäftigt, so daß der Besprechung beim Reichsarbeits- minifter Wissell zunächst mehr informatorische Be­deutung zukommt.

$ür TJcufefl(Teilung her Gnhe tSwerte.

Berlin, 23. Ian. (WB.) Der Deutsche Industrie- und Hqndelstag hat ge- meinscnn mit dem Zentralverband des Deutschen Bank- und Dankiergewerbes, der Hauptgemein- schast des Deutschen Einzelhandels, dem Reichs- verband der Deutschen Industrie und dem Reichs­verband des Deutschen Groh- und Hebersee­handels in einer Eingabe an das Reichsfinanz­ministerium beantragt, dem Reichstag einen Ge­setzentwurf vorzulegen, der eine Reufest stel - lung des Vermögens nach demStande vom 1. Ianuar 1 929 entgegen der bis­cherigen Handhabung auch ohne Vorliegen be­sonderer Hmstände auf Antrag zuläht. Zur Be­gründung wird u. a. ausgeführt, daß für die Dermögenssteuerveranlagung 1929 eine Reu­se st st e t l u n g der Einheitswerte nach dem Stande vom 1. Ianuar 1929 nicht statt» findet, sondern der auf den 1. Ianuar 1928 fest- geftethe Einheitswert auch für 1 929 m a ß - gebend ist, während in den Vermögensverhält- niffen der Äeuerpflichtigen seit dem 1. Ianuar 1928 eine teilweise recht erhebliche Aen - derung und Verschlechterung eingetre­ten sei, die zur Zeit bei der Veranlagung nicht berücksichtigt werden kann.

germeifter gewählte Kommunist Weber wird von der preußischen Regierung nicht bestätigt wer­den. Erne entsprechende Entscheidung des preußi- schen Innenministers ist zu erwarten, sobald der Bericht des Düsseldorfer Regierungspräsidenten in Berlin eingelaufen ist.

Der Oberste Gerichtshof verurteilte im Lenin­grader Monarchistenprozeß vier ehe­malige Zarenoffiziere, darunter den Hauptangeklag- ten Schiller, wegen Spionage und Vertriebs ge­fälschter Tscherwonzen zum Tode. Der fünfte Angeklagte wurde zu 10 Jahren Gefängnis ver­urteilt.

In dem Prozeß Dunkel und Genossen wurde nach fechstägiger Verhandlung das Hrteil ge­fönt Wegen Bestechung und Betrugs wurden l i n g e r S t a dt-l verurteilt der Kaufmann Anton Dunkel zu' 9 3um Dberbür« I sieden Monaten Gefängnis, der Betriesingenieur

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