Ausgabe 
23.12.1930
 
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Oie Wetterlage.

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~La Koruna-

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B e r M n, 23. Dez. (CEJiB. Funkspr. Eig. Meldg.) Mährend dieVoss. Zlg." heule früh das Programm der Genfer Völkerbundsvcrhandlungen noch unter der großen Aeberschrlfl:Ratstagung unter Lurtius' Vorsitz" behandelt, berichtet ein anderes THorgen- blatt, daß der Reichsautzenmini st er dem Rat diesmal nicht präsidieren wird, wir glauben zu wissen, daß diese letzte Darstellung richtig ist. Turnusmähig steht der Vorsitz, und zwar im Januar zu; in der wilhetmskratze hat man sich aber die Jrage vorgelegt, ob es opportun sei, datz der Reichsautzenminister den Vorsitz wirklich ausübt, wahrend wir gleichzeitig in einer Reihe von wich­tigen punkten der Tagesordnung, vor allem wegen der deutschen Unterdrückung in polen, in einer scharfen Kampfstel­lung stehen. Ist der Vorsitz schon rein arbeilsmähig eine starke Belastung, die die Vertretung der deut- scheu Interessen beeinträchtigt, so würde die fra-

Rkassenvergistung durch Rlausäuredämpfe.

Montag kam es in dem Altersversorgungs» und Armenhaus in Gitschin (Böhmen) zu einer Massenvergiftung durch Blausäure- dämpfe, der bisher 10 Personen erlagen. Das sehr alte Gebäude sollte nach behördlicher An­ordnung gründlich von Insekten gerei­nigt werden. Die Reinigung wurde einer Pra­ger Firma übertragen, die die Räume der Reihe nach mit Cyan-Wasferstoff durchgaste. Laut Vor­schrift dürfen die Wohnräume dann erst nach dreißigstündiger Lüftung wieder betreten werden. Die Insassen aber suchten wegen der Kälte die Räume schon drei Stunden nach der D u r ch g a f u n g wieder auf, wobei sich sofort Vergistungserscheinungen zeigten. Einzelne oer Vergifteten verfielen in Krämpfe. Sechs starben sofort, 17 weitere Insassen muhten in das Kran­kenhaus geschafft werden, wo vier von ihnen star­ben. Mit einer Ausnahme sind alle Verstor­benen über 80 Iahre alt.

Opfer eines schrankenlosen Bahnübergangs.

Q3ei dichtem Rebel ereignete sich an einem schrankenlosen Bahnübergang der Strecke Duin­gen-Weenzen ein schweres Unglück. Ein Zug stieh dort mit einem großen, mit zwölf Personen besetzten Kraftwagen zusammen, wobei dieser vollständig zertrümmert und sieben Personen mehr oder minder schwer ver­letzt wurden. Rur dem Umstand, daß das Auto mit geringer Geschwindigkeit fuhr, ist es zu verdanken, daß eine Katastrophe vermieden wurde.

Schwere Einbruchsdiebsiähle in Berlin.

Ein schwerer Einbruch wurde am Goldenen Sonntag in einem Lombardhaus und Iuwelen- geschäft in der Kleiststraße verübt. Die Diebe sind anscheinend über den Hof gekommen und haben sich dann daran gemacht, das mit mo­dernen Sicherheitsanlagen auöge- rüstete Gefchäftzu öffnen. An einer großen Alarmglocke, die nach dem Hofe zu angebracht ist, bogen sie den Klöppel hoch, so dah sie nicht anschlagen konnte. Auch eine weitere Sicherheits­glocke setzten die Einbrecher außer Betrieb. Ungestört gingen sie dann daran, einen kleineren Geldschrank aufzuschwiißen. Um die Hitzeentwick- hing zu mildern, die Feuersgefahr zu meiden und den Staub niederzuschlagen, drehten sie in einem kleinen Toilettenraum sämtliche Wasser­hähne aus und ließen den vollen Strom in das Zimmer laufen. Sie standen zwar bis an die Knöchel im Wasser, doch störte sie das weiter nicht. Unter den Waren aus dem ge­öffneten Schrank hielten sie fachmännisch Aus­wahl. Sie stahlen für mehr als 100000

rk, -Boren für den sogenannten inter­nationalen Markt, d. h. Brillanten von zehn Karat, wertvolle Perlenketten usw. Goldene Uhren und andere Sachen, die weniger gangbar sind warfen sie kurzerhand ins SSaJer und traten mit den Füßen darauf herum, so daß auch hier noch einmal großer Schaden entstan­den ist. Mit welcher Eile die Einbrecher arbei­teten, ersieht man daraus, daß sie drei Ge- bläseflaschen, die sie zurückließen, fast ganz ae- leert haben. Mit der Deute, die sich ja unauf-

ditionelle Aufgabe des Vorsitzenden, auszugleichen und Kompromisse vorzubereiten und zu empfehlen, den deutschen Autzenminister auch in seiner Ellenbogenfreiheit als Partei zweifellos erheblich hemmen. Auch Dr. Strefemann Hot diesen Rachteil des Vorsitzes äußerst unangenehm empfunden, als er seinerzeit die Frage des Bahnschuhes im Saargebiet durchzukämpfen hatte. Ls ist des­halb damit zu rechnen, daß wir für diesmal auf den Vorsitz verzichten. Für die nächste Tagung steht er England zu. Es ist wahrscheinlich, daß das Auswärtige Amt in London vorschlagen wird, mit uns zu tauschen. Das würde also bedeuten, daß Dr. Eurtius dem Rat dann in der ZRailagung prä­sidieren würde. Einen solchen Tausch hat es in der Praxis des Völkerbundes schon gegeben, man kann also damit rechnen, dah England sich dem deutschen Vorschlag nichtentziehen wird.

Deutschsand verzichtet im Januar auf den Aatsvorsih.

Regelung der Arbeitszeit bei der Reichsbahn.

Berlin, 22. Dez. (WTB.) Am 13. Dezember fällte der Schlichter bezüglich der Arbeits­zeit bei der Reichsbahn einen Schiedsspruch, der sich u. a. auf die Arbeitszeit in den Ausbesserungswerken und in der Bahnunterhaltung bezog. Danach sollte die regelmäßige Arbeitszeit acht Stunden täglich betragen: die Lieberzeitarbeit soll auf dringende Fälle beschränkt bleiben. Sie darf im Kalender­jahr, abgesehen von Rotfällen, nicht mehr als 130 Stunden betragen. Die Reichsbahn hatte die­sen Schiedsspruch alsbald angenommen und Derbindlichkeitserklärung beantragt, während die Gewerkschaften ihn a b I e h n t e n. In der Rachverhandlung vor dem Reichsarbeitsmini­ster haben die Gewerkschaften den Schiedsspruch heute ebenfalls angenommen, der damit Tarifvertrag geworden ist. Wegen der Re­gelung der Arbeitszeit in den übrigen Dienst­zweigen, vornehmlich im Bahnbetrieb, wird em Schiedsspruch erst nach Betriebsbesichtigungen Mitte Ianuar 1931 gefällt werden.

Der Magnet ist eine Enttäuschung. Gut. er zieht an. Aber das ist sehr einseitig und wirkt aus die Dauer etwas fade. Immerhin ist es ein Wunder, daß er anzieht, und dah er oben- tjerum so rot und untenherum so blitzblank ist aber ich furchte, er wird ausschließlich dem Ein- samme.n fahnenflüchtiger Grammophon - Radeln dienen. Man sagt mir, Edison habe ihn erfunden. Das will mir nicht in den Sinn.

.Die Dampfmaschine hingegen übertrifft die ^husten Iugendträume. Sie sieht seriös aus streng wissenschaftlich und neusachlich. Der nieb- nepe Kessel wird mit Spiritus geheizt. Das Wasserstandsglas ist goldecht. Wenn das Wasser kocht und sich in Dampf verwandelt, kann man Ke Pfeifern lassen. Das Rad saust wie wild Eine Drosselllappe ist auch vorhanden. Ein Re- Xbjr das scheint nicht nötig zu sein. Auch die Transmission fehlt. Sie hat über- Haupt keine Mission. Sie ist ohne jegliche Ten- denz Sie erfüllt keine positiven Ausgaben und nutzt weder im Haushalt noch in der Schrist- fte5?EeL~.6ie bebt weder Ackerbau noch Dieb- zücht Sie tut, als arbeite sie tüchtig, doch es lommt nichts dabei heraus als etwas Pfeifen. Ich gestatte ihr viel Pfeifen. Damit sie was vom. Leben hat. Lind damit sie einen Zweck erfüllt. Lind dann halte ich den Magneten dran und bestaune sie durch das kaputte Verkleine­rungsglas und lasse mich von ihr mit Be­währungsfrist ms Kinderland befördern.

d. 22.

tont dah die Einführung deS Sozialismus starke Energie und scharfe Maßnahmen verlange und daß der Sozialismus in Rußland undurchführ­bar ohne Opfer sei.

Die Stockholmer Sowjetgesandtin, Frau Alexan­dra K o 11 a n t a y ist plötzlich nach Moskau a b g e r e i st. Wie die ZeitungAllehanda" mit­teilt, soll sie in Ll n g n a ö e gefallen und zurückberufen worden sein. Angeblich ist man in Moskau nicht zufrieden mit der allzubür­gerlichen" Lebensweise der einzigen Ge- fanötin der Welt: auch soll die bolschewistische Propaganda von Frau Kollantay besonders auf ihrem vorigen Posten in Norwegen nicht den erwarteten Erfolg erzielt haben. Wie dieAllehanda" erfährt, besteht bereits seit län­gerer Zeit ein sehr gespanntes Verhält- nis zwischen Frau Kollantay und Litwinow, dem Volkskommissar für die auswärtigen An­gelegenheiten.

Liebling der Götter" - ein Ulm.

. Zeit zu Zeit gibt der große 3 a n n i n g 8, nutr Film her kennen, ein rur8e8 Gastspiel auf der Sprechbühne: erst neu- grohe Rolle inGeschäft ift iDeschaft . Vor etwa fünf Iähren konnte man T VI-5?«er.Itn \n der Königgrätzer Straßeall­abendlich tn einen gutgemachten Thraterreiher. bemTokaier" von Hans Müller, leibhaftig spielen, sehen, demselben Müller übrigens, der letzt mit ßiebmann gemeinschaftlich das Dreh- buch zum Liebling der Götter" geschrieben hat. D'e Sabel hat auch, hier und dort, eine gewisse Aehnlichkil, und beide Male steht Im Mitt-l-

unb Königslutter haben in den letzten Tagen Staatskommissare erhalten.

In Bukarest ist an den Folgen einer linksseitigen Lähmung der Vorsitzende der Liberalen Partei, Vintila Bratianu gestorben. Bratianu über­nahm nach dem Tode seines bekannteren Bruders Ionel Bratianu im November 1927 das Erbe derDynastie Bratianu". Bratianu stabilisierte die Wahrung und führte das Gleichgewicht im Staatshaushalt herbei. Ihm verdankt Rumänien auch die Reform des Finanz, und Steuerwesens. Seine Bemühungen, die Nationalzaraniften unter Maniu zu einer Koalition mit den Liberalen zu bringen, scheiterten. Maniu stürzte ihn im Novem­ber 1928.

punkt der Handlung ein berühmter Tenor, der mit einem Schlage seine bewunderte Gold- stlmine verliert ... und sie ebenso überraschend und in altem Glanz und alter Herrlichkeit wieder- getomnt. Diesen Tenor dama's wie heute spielt Iannings.Liebling der Götter" ist seine lungste Schöpfung auf dem Felde des Tonfilms, und obfu)on es keineswegs das Bedeutendste ist, was man don_ ihm erlebt hat, und durchaus nicht an die überragenden Gestaltungen etwa unLetzten Befehl", imWeg alles Fleisches" oder iinPatrioten" heranreicht,... so gibt doch allein das auch hier nicht zu übersehende Format dieses Scyauspielers dem Film (Erich-Pommer- Pn>duktron dec Ufa; Regie von HannS S ch w a r z) einige Bedeutung und das Ansehen, das ihn uoer ein Dutzend ähnlich angelegter Llnterhaitungsstücke hinaushebt. Es ist, wie da­mals imTokaier", die gleiche Spekulation auf das Publikum, die gleiche Zugkraft das alten und anscheinend unverwüstlichen Bajazzo-Motivs woraus die stellenweise große Wirkung und eine ws zu.etzt ausgehaltene Spannung zunächst rein stofflich abzuleiten und zu erklären ist. Der Film ist an sich etwas breit, etwas umständlich und etwas zu geflissentlich auf Lustspiel inszeniert, dem wiederum die tragischen Kontraststellen ein wenig Su hart und unvermittelt eingefugt sind. Cs ist ehr fraglich, ob dieser Film bei mittlerer De- Jeöung eine Wirkung aufzubringen vermöchte, wie sie Ianmngs hier eben doch allenthalben herausholt, obwohl er nicht zu der vollen End- Atung seines weitgespannten darstellerischen Könnens gelangt. Der Höhepunkt ist wohl fein Zusammenbruch auf der Bühne im Gegenspiel mit dem sehr begabten, durch Reinhardt bekannt ge­wordenen Wladimir S o k o l o f f. Auch sonst sieht man eine wohlabgetönte Besetzung; ein neuer Aame: Renate Müller, die sich als Iannings' Partnerin sympathisch und Überzeugend einführt, ferner: die Tschechowa, etwas blaß; Willy Prager, sehr pointiert; Hans M o f e r und der Derlmer Komiker Max Gülstorff Dis Liebertragung, an sich gut artikuliert, dürfte stellenweise gedämpfter und weicher werden. Der Film läuft seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses.

fällig verpacken lieh und zu der auch noch 10 bis 15 000 Mk. bares Geld kommt, verschwanden sie unbemerkt. - Ein zweiter Einbruch wurde in ein Kredithaus in der Reinickendorfer Straße verübt. Vom Boden aus kamen die Einbrecher zunächst in das vierte Geschoß. Weil es nicht möglich war. durch die Ausgänge weiterzu­kommen, durchstießen sie sodann in stundenlanger Arbeit nacheinander die Decken, bis sie im ersten Stock angelangt waren, wo sie gründlich aufräumten. Der Wert der Waren, die sie wegschleppten, Damen- und Herrenkon­fektion, Wäsche und Strümpfe, beträgt etwa 50 000 Mk.

Trotz zedes Iahr auf den Wunschzettel:Keine Torte!" und doch gab es immer wieder eine, weil Vater intim war mit dem Konditor Hen­nersdorf im Gewandgäßchen. Lind als Iohannes voriges Iahr nachdem er nun also mit Gottes Hufe ein alter großer Lümmel geworden an die Torlenmisöre seiner Kinderzeit dachte, kaufte er sich zum achtunddreihigsten Wiegenfest eine prachtvolle Torte mit dem RamenIohannes", und ehe er sie anschnitt, griff er mit beiden Hän­den hinein, und alsdann popelte er das kan­dierte Geschnörkel aus der Mitte heraus und gab reinem der Anwesenden auch nur das winzigste Wßchen ab, sondern holte aus Leibeskräften nach, was ihm die Kinderzeit vorenthalten hatte

Rie hat Iohannes bekommen, was er sich sehn- heb wünschte. Lind das hat er sich vor vierzehn Tagen alles auf einmal gekauft. In einem An- fall. Lind zwar hat er sich gekauft: ein Der- ILemerungSgiad ein Mikroskop einen Ma­gneten und eine Dampfmaschine.

Das Verkleinerungsglas ist schon kaputt. Es hat seinen Zweck redlich erfüllt. Vielleicht hat es einen Webfehler. Denn was man betrachtete wurde nicht nur liliputanerhaft, sondern auch zur Karikatur. Die Augen haben uns geschmerzt so intensiv haben wir jeden Gegenstand und den Dackel und die Photographien und uns selber be­guckt.

Das Mikroskop werde ich benutzen bis an mein seliges Ende. Es kostet fünf Mark und ist unent­behrlich für Schule und Heim. Eigentlich dient es der Llntersuchung trichinösen Schweinefleisches aber man kann auch dem Blütenstaub, den Flü­geln von Stubenfliegen mittlerer Größe und den Zaden der Baumwolle damit zu Leibe rücken. Rimrnt man ein paar Tröpfchen Wasser aus einer Blumenvase, so sagt man halblaut:Ei du Donnerwetteri" oder etwas Aehnliches, sinte» malen es unter der Lupe von Lebewesen Wibbelt und kribbelt. Der Rüssel einer OKotte jagt einem panischen Schrecken ein. Gewöhnliche, ahnungs- W Haare, keck der Kopfhaut en-tpflückt, wachsen ! 4 -Urwaldriesen aus, und wer etwas herr­licheres erblickt zu haben behauptet als die ver­größerten Kristalle von Küchensalz, der lügt be- malt ein Schlüssel »um opli- 'wen Paradies!

Aus oller Well.

Reue Demonstrationen gegen einen Film.

Während der Abendvorstellung desMten- konzerts" im Ufa-Palast am Berliner Zoo wurden wiederum durch Werken von Stink- und Reizgasbomben sowie durch Zwischenrufe zahlreiche Störungsversuche unter­nommen. Rach Schluß der Vorstellung kam eS zwischen Theaterbesuchern, die verschiedener Mei­nung über den Film waren, zu Zusammen » stößen, so daß die Polizei eingreifen und ins­gesamt fünf Personen festnehmen mußte, von denen drei dem Polizeipräsidium eingeliefert wurden. Dor dem Llfa-Palast hatten sich etwa 100 Personen angefammett, die nach Schluß der Vorstellung zu demonstrieren versuchten. Da sie nicht gutwillig auseinandergingen, griff die Polizei ein und nahm einen der Hauptschreier fest. Kurz darauf wurde ein Trupp von 30 Per­sonen, der ebenfalls zu demonstrieren versuchte, aufgelöst. Auch hier wurden mehrere Personen festgenommen.

Gegen einen Sfubenfenfilm der Ufa.

Der Vorstand der Studentenschaft der Tech­nischen Hochschule Dresden hat an Ge­heimrat Dr. Hugenberg einen Offenen Dries geratet. Es heißt darin u. a., der Llfa-Tonfllm ..Em Durschenlied aus Heidelberg" zeuge auch in seiner verkürzten Form von einer selten en Verständnislosigkeit und Unkenntnis des deutschen Studen­ten tums und gebe dessen Sitten und Ge­bräuche oberflächlich oder vollkom­men falsch wieder. Weiter heißt es in dem Schreiben:Roch bedauerlicher ist es, daß man gerade solche Filme im Ausland laufen läßt und uns gegenüber besonders kritisch eingestell­ten Völkern eine Vorstellung von Deutschlands Gegenwart gibt, die schwer ich dem Ansehen un­seres Volkes von Vorteil ist. Der Vorstand der Dresdener Studentenschaft bittet Sie deshalb, 2hren Einfluß dahin gellend zu machen, dah derartige Filme nicht mehr heraus- gebracht werden. Demgegenüber würde er es begrüben, wenn im Gegensatz zu solchen Stirnen der heutige Student in feinem schweren geistigen und materiellen Ringen dar- gestellt würde.

OWoiKenlos. Oneiter. onaib oe-ie<Kt ® woixig. oeutcKt Regere * Schnee a Graupeln. 5 Neoei KGfwittfr.@wimKtme.o-. seht «irnter 0$t _p nassiger Südsüdwest 'S stürmischer Nordwesk Oie Pleite Wegen mit dem winde. Oie wider» Stationen stehenden Zäh­ren gehen die Temperatur an. Die Limen veromden Orte mit gleiche«» <uf neeresnweau umgererhnetee Luftdrucn

Wil tu i

Das über den britischen Inseln gelegene Hoch ist ostwärts gewandert, so daß Deutschland in feinem Bereich liegt. Durch die absintende Luft Hat Auftiaren eingesetzt und die Temperaturen strahlten unter dem Gefrierpunkt aus. Im deut- . scheu Küstengebiet dagegen hat die milde Lust an der Südseite der Rordmeerstörung, welche bis dorthin vorgreift, die Temperaturen über Rull gehalten. Unser Gebiet wird zunächst unter dem Hochdruckeins. verb.e.ben, wobei in der kommen- oen Rächt der Frost noch etwas zunehmen wird. Dagegen dürfte im nördlichen Deutschland mehr der Einfluß des Rordmeersallgebietes in Er­scheinung treten, so daß dort etwas milderes und meist wolkiges QBetter zu erwarten ist.

Aussichten für Mittwoch: Trocken, neblig uad^bewolkt mit Aufklaren, Zunahme des Nacht-

Aussichten für Donnerstag: Trockenes, teils neblig-wolkiges, teils aufklarendes Wetter mit Frost.

ßufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 6,3 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 23. Dezember: morgens2,4 Grad. Maximum 6,5 Grad, Mini­mum 3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends 2,4 Grad; am 23. Dezem­ber: morgens 0,4 Grad Celsius. Sonnenschein­dauer 3% Stunden.

Amtliche IBinferfporfmelbnngen.

Sauerland, Winterberg: Bewölkt,4 dsad, 15 cm Schnee, verharscht; Ski und Rodeln möglich.

Rhön, Wasserkuppe: Bewölkt,6 Grad, 25 cm Schnee, gekörnt; Ski und Rodeln sehr gut. «r 4 mardtDaIb' ^elbberg: Klar, 6 Grad, 25 cm Pulverschnee: Ski und Rodeln sehr gut.

P c n» ® a r m i f cb . P a r t e n k i r ch e n: Be- roolft,5 Grad, 14 cm Pulverschnee; Ski und Ro­deln gut.

Kleine politische Nachrichten.

Heber Weihnachten werden folgende Minister in Berlin verbleiben: Dr. Curti us, Dr. Sieger- wald, Dr. Groener und von G u 6r a r d. Wo der Reichskanzler die Weihnachtsfeiertage ver­bringen wird, steht noch nicht fest. Sicher ist, daß Dr. Brüning am 4. Januar seine Ostreise antreten wird, von der er am 11. Januar wieder in Berlin Zurück sein wird. Dr. Wirth wird seinen Urlaub von Leipzig aus antreten, wo er zu Cinigungsoer- Handlungen mit Thüringen weilte. Reichsernährungs­minister Schiele wird von feinem Weihnachts- urlaub am 6. Januar nach Berlin zurückkehren.

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Das Bezirksamt München hat zur Aufrechter­haltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit und zur Sicherung der Weihnachtsfeier sämtliche p o l i - tische Bersammlungen unter freiem Himmel und sämtliche politische Auszüge, Auf- märsche und Kundgebungen unter freiem Himmel am Mittwoch, 24. Dezember, ab mittags 12 Uhr und am 25. Dezember 1930 für den Bezirk München verboten.

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Der im Arbeitszeitkonflikt des mittel deut- fchen Braunkohlenbergbaues gefällte Schiedsspruch ist von den Arbeitnehmern a b ge­lehnt worden. Die Arbeitgeber haben darauf den Antrag auf Derbindlichkeitserklärung gestellt. Der Reichsarbeitsminister hat die Parteien tzu Nachoerhandlungen für den 30. Dezember nach Berlin geladen.

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Der Senat der Freien und Hansestadt Ham- bürg hat für das Jahr 1931 Bürgermeister Ru­dolf Roß zum ersten Bürgermeister und Bürger- meister Dr. Karl Petersen zum zweiten Bürger­meister gewählt.

Die Gemeindekammer Braunschweig hat ihre Zustimmung dafür erteilt, daß der Minister des Innern auf Kosten der Stadt Braunschweig einen Beauftragten zur Wahrnehmung der Obliegenheiten der Stadtverordne­tenversammlung bestellt. Auch die meisten anderen größeren Städte des Freistaates, wie Wolfenbüttel, Helmstedt, Holzminden, Schöningen

3tf) erfülle meine Kinderwijnsche.

Bon Hans Neimann.

.-Zu Weihnachten wie zum Geburtstag habe ich mir jedes Iahr immer wieder dasselbe gewünscht und habe es nie bekommen. Ich habe immer ganz andere Dinge bekommen. Dinge, die ich gar nicht gern geschenkt mochte. Dinge, die ich brauchte und ohnehin hätte bekommen müssen. Lind dazu sind Weihnachten und Geburtstag ge­wiß nicht erfunden worden, damit man Dinge belommt, die man ohnehin bekommen muß. Strümpfe und Handschuhe und Taschentücher und derlei Praktisches.

Rie habe ich das bekommen, was auf dem Wunschzettel stand.

Ratürlich war es auch ohne die Erfüllung der Weihnachts- und Geburtstagswünsche 'schön auf ber Welt. Man konnte sich Doppelkirschen übers Ohr hängen, oder ein Stiefmütterchen in die Erde verouddeln und eine Glasplatte darüber decken und bann Tag für Tag heimlich nachschauen, ob es unverändert und frisch geblieben ist, oder man konnte ein Eichenblatt im Lexikon (Band Uu^ta bis Ob) pressen und nachher, wenn es schnorpsig und trocken geworden war, so lange mit der Kleiderbürste bearbeiten, bis es nur noch aus Skelett bestand, oder man konnte sich Deifen- Ichaum ms Gesicht schmieren und vor dem Spie­gel Wallenstein und Rapoleon III. spielen, oder man konnte soeben heruntergepurzelte Kastanien aufpel.en und mit ihnen spielen, bis sie allen Glanz ver.oren und Mißachtung verdienten, oder man konnte Fratzen schneiden, was besonders ausgiebig und genußvoll war, weil es verboten war, well sonst das Gesicht so stehen bleibt.

Zum Geburtstag gab es regelmäßig eine Torte da war mit Marzipan-Buchstaben der Rame »Iohannes darauf, denn Hans war erstens zu kurz und zweitens nicht feierlich genug. Aber Iohannes erwischte immer das lleinste Stück. Ob­wohl er das Geburtstagskind war und als solche« Anspruch gehabt hätte auf die ganze Torte Aber es war zu viel Besuch da. Lind der Be» such verzehrte die Torte, und das giftete den Iohannes über die Maßen, und er schrieb au*

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