r £Tin »uÄ bis 10 rote Rüben streifens die künstlerische Leitung übernommen. 8 bis 10; gelbe Ruben 8 tus 10, rote .-^uDen ö\. ' ■ Gewähr gegeben sein dürfte,
brs 10; ep-at 15 ^20-^er-Koh^l 5 ' und dem Besucher ein großes Erlebnis bevor-
Rosenkohl 30 bls o5, (Zeldsalat 80 bls 100, -So G=;rm ßaf bisher überall die denkbar
maten 25 bis 50; Zwiebeln 10 bis 12; ??eerretllch W ® t £ S “£ beackt? die
beste Aufnahme gesunden. Man beachte die
Urheber-Rechtsf
12 Fortsetzung
let du! Was
*
♦
wendend.
Der Mann lachte kurz auf.
„Das sagst du. Trude, ai
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 120 an; Butter 150 bis 160; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut
40 bis 60; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepfel 25 bis 50; Dirnen 15 bis 40; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 100 bis 110; Suppenhühner 100 bis 110; Gänse 100 bis 120; Rüsfe 40 bis 60;
Land des Lächelns". . .
— „Tiere j ehen dich an". Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße bringt am nächsten Sonntag als dritte Kulturfilm-Frühvorstellung den Film „Tiere sehen dich an" zur Aufführung. Der Film wurde hergestellt nach dem gleichnamigen erfolgreichen Buch von Paul Eipper. Der Verfasser hatte für die Herstellung dieses Film
weißt du, wie es um mich steht?!"
Sie sah flüchtig über die Schulter zurück. Seine Worte trafen sie wie der leichte, schwippende Schlag einer Gerte, Und da sie ohne Antwort den Weg schnell zurückging, setzte ihr Franz Strobl nach. In langen Sprüngen kam er herbei- geeilt.
Trude hörte den Tritt seiner Füße. Angst krampste ihr das Herz zusammen. Angst vor diesem unberechenbaren Menschen, der sich überheblich ihr Freund und Kamerad nannte.
Run begann auch sie zu laufen, vor Strobl zu flüchten, und kein Mensch in der Rähe, kein Retter.
Der Wiener verdoppelte seine Sprünge, kam rasch näher. Es war eine regelrechte Verfolgung, anfangs nicht ernst genommen, und doch wußte Trude, daß im Hintergründe für sie Gefahr lauerte.
Ihre Blicke schweiften über das Gelände. Gar nicht weit von ihr begannen die Büsche und
. 3 durch Verlag Oskar Meister, Werdau LSa.
Nachdruck verboten
heutige Anzeige.
** Ernennung bei der Landesuniversität. Ernannt wurde ■ der planmäßige
das Stück: Tauben 50 bis 70; Eier 15 bis 16; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Salatgurken 20 bis 30; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,20 bis 2,50; Weißkraut 3,00; Wirsing 4,00; Rotkraut 5,00 Mark.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Kaufm. Verein/Orlsgewerbeverein: Vortrag: „Das erwachende Asien", 20 Uhr, Reue Aula. Spielvereinigung 1900: Generalversammlung, 21 illjr, im Vereinslokal Boller. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebesparade". — Astoria- Lichtspiele: „Messalina".
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz hat zu Samstag, 25. Oktober, die Ludwig-Thoma-Bühne als nächstes Ensemblegastspiel verpflichtet und ist der Ansicht, damit dem Gießener Theaterpublikum etwas besonderes zu bieten. Carl Zuckmaher entdeckte die Ludwig-Thoma-Bühne für Berlin. Die-
habe ich sie innerlich bereits verloren..." gestand er sich sehr richtig folgernd ein.
Die Serenade aus dem b-Dur-Quartett von Haydn mit ihrem süßen Werben griff ihm, dem Wiener Geiger, ans Herz. Gleich nach dem letzten Bogenstrich trat er an den Flügel, beugte sich, unbekümmert um Weißkugl und das Publikum, zu seiner Kollegin nieder, mit weicher Stimme bittend: „Kannst du mir vergeben, Trude?"
Rur diese fünf Worte sprach er. Und sie fanden den Weg zum Herzen der Frau. Sie fühlte die Echtheit seines aufrichtigen Bedauerns und verzieh.
„Vergessen."
Sie sagte das so leise, daß nur der Bittende es hörte. Dabei schenkte sie ihm einen lieben Blick aus ihren großen, braunen Augen. Bei sich dachte sic: „Man kann ihm nicht böse sein."
Ihre rechte Hand lag noch auf dem blassen Elfenbein der Tasten. Strobl konnte nicht umhin, ganz leise und flüchtig darüber hiirzustreicheln. Dann wandte er sich ab. Es war wie ein Dank. Und ein Versprechen: „Rie wieder will ich dir wehe tun!"
Trude Gutenberg glaubte ihm.
11.
Die improvisierten Tanzabende in der „Post" gefielen den Gästen so gut, daß sie fortgesetzt wurden. Ein paar leidlich gute Klavierspieler gab es auch unter den Touristen, und so wechselten sich die Herren am Piano ab, daß es keinem zuviel wurde und auch jeder einmal das Tanzbein schwingen konnte.
Erdmute war eine begehrte Tänzerin, graziös und schön, dazu erträglich geistreich. Heule zeichnete sie vor allen Heinz Gutenberg aus, so sehr auch Ludwig Schwaihofer murrte.
„Sie sind heute nachmittag an der Reche gewesen," neckte sie ihü und ließ sich von dem Schriftsteller zum Tanze entführen.
Der Münchner sah Riml, den Sportsmann und Besitzer, an einem Tisch Da fiel ihm etwas em. Bald sah er mit bei dem Tiroler und entwickelte sein Programm. .
„Geben S' acht, den Motor zur Seilbahn liefern wir!" rief er ziemlich laut. Mute und Gutenberg, die gerade vorüber tanzten, hörten es.
„Die Konkurrenz ist am Werke... sagte der Schriftsteller in das Ohr seiner Dame.
Sie sah ihn aus blanken Augen an, von keinerlei Sachkenntnis beunruhigt.
„Ich verstehe Sie nicht.'
„Rachher..." sagte er. v
Als das Klavier schwieg, setzten sich Mute und Gutenberg auf die Veranda. Hier waren die wenigen Gäste, die am Tanz kein Vergnügen fanden oder sehr spät von den Bergen gekommen waren und nun ihre Abendmahlzeit einnahmen.
„Haben Sie noch nichts von der geplanten Seil-
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung
werben soll
dann geben Sie sie bitte spätestens im
Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
„So entkommst du mir nicht. Trude! Ich muß dir jetzt gestehen, daß ich diese Begegnung gewollt herbeigeführt habe. Ich bin dir nachg^ schlichen, um dich einmal ganz allein für mich zu haben."
Wahrhaft bekennerfroh kam es von seinen Lippeir.
Frau Gertrud beherrschte die Situation, lieh sich ihre Verblüffung nicht anmerken.
„Dagegen ist an und für sich nichts einzuwen- den, Franz. Deine Begleitung war mir angenehm."
Ohne es zu wollen, reizte sie den Hemmungslosen.
„Du — ich will dir mehr sein, als nur ein Kamerad für einige Tage... Ich könnte es nicht ertragen, mich jemals wieder von dir zu trennen. Deshalb muß es zwischen uns klar werden."
Wie fordernd das klang!
Die Frau hörte das stürmische Drängen und Verlangen heraus, das hinter seinen Worten lauerte.
„Du sprichst, als hättest du ein Anrecht auf mich", wies sie ihn zurecht, noch immer das besänftigende Lächeln auf den Lippen.
„Du verhöhnst mich, Trude!"
Run merkte die Frau, daß es an der Zeit sei, umzukehren.
„Sei vernünftig, Franz", warnte sie, sich ab-
darübcr trockenen Dindenzügen, die nachher noch mit wollenen Tüchern einfach bedeckt werden. Bei den seltener verwendeten Ganzpackungen wird das nasse Tuch vom Hals bis über die Füße sest um den ganzen Körper des Kindes geschlagen. Die abschließende trockene wollene Decke muß oben <nn Halse gut dichten, die Enden müssen weit übergeschlagen und gut befestigt werden.
Diese Umschläge und Packungen werden zwei- bis drekstündlich gewechselt; wenn eine abkühlende Wirkung erzielt werden soll, auch öfter. Dl.« schweißtreibenden Packungen wechselt man seltener. Alle Schwihprozeduron sind natürlich zu einer Zeit zu erledigen, wo ein längeres Verweilen im Bett gewährleistet ist. Die einfachste ist die trockene, warme Cinwicklung mit Verabreichung schweißtreibender Mittel, mehr leistet die feuchte heiße Packung, am meisten aber das heiße Bad. Aus vom Bade kommt das Kind ohne vieles Ab- trockncn in ein warmes Laken oder Badetuch; darum wird eine dichte wollene Decke gelegt, alles wird möglichst gut abgedichtet und zugedeckt. Als Getränk kommt süßer warmer Tee, süße heiße, Limonade oder auch heiße Milch in Betracht. Alsbald wird das Kind in ausgiebigen Schweiß geraten, der natürlich nicht unterbrochen werden darf. Rach der ärztlich angeordneten Zeit, die je nach dem Alter des Kindes sich bis zu zwei Stunden ausdehnen kann, wird das Kind ausgewickelt, energisch abgetrocknet und frottiert, in das angewärmte Bett gebracht und gut zugedeckt gehalten. Intensiver Schlaf wird bald eintreten. Eine solche eingreifende und stark wirkende Prozedur darf natürlich nur auf ärztliche Anordnung erfolgen. Auch ist bei allen derartigen Prozeduren daraus zu achten, daß alsbald ein wohliges Gefühl eintritt. Fehlt dieses, so ist der Arzt lieben erneut zu befragen.
Ortsnamen auf Dächern.
Zwecks besserer und einwandfreier Orientierung der Führer von Flugzeugen über deutschem Gebiet und damit zur Erhöhung der Sicherheit des Luftverkehrs und der Sportfliegerei hat sich der Deutsche Luftfahrerverband mit einem Schreiben an den Deutschen Städtetag gewandt, den er bittet, sich bei den angeschlossenen Städten für die Anbringung von Ortsbezeichnu na e n auf Dächern und freiliegenden Rasenflächen einzusehen. Ein gleiches Rundschreiben ist auch an die örtlichen Luftfahrtvereine gerichtet worden, damit die Lokalorganisationen der Förderer unserer deutschen Fliegerei sich bei den Stadtverwaltungen für diese fortschrittliche Maßnahme einsetzen. Weiter sind die Reichsbahnverwaltung und das Reichspostministerium gebeten worden, aus den Dächern der Bahnhofe bzw. der Postgebäude derartige Ortsbezeichnungen anzubringen. .
Die Anregung des Luftfahrerverbandes rst in Gießen beim Verein für Luftfahrt mit großer Bereitwilligkeit ausgenommen worden. Die Stadtverwaltung soll gebeten werden, dem Vorschläge des Luftfahrerverbandes zu entsprechen. Bei dem starken Interesse, das unsere Etadlver- waltung bis.-er allen Maßnahmen zur Förderung des Luftverkehrs in anerkennenswerter Weise entgegengeb ach. hat ist wohl n:chl daran zu zweifeln, daß auch dieser neuesten Anregung stattgegeben wird. Als geeignete Gebäude dürften hier wohl dieneuePestalozzischule und die 0 rtho- pädische Klinik in Betracht kommen, bei deren baulicher Fertigstellung die Anbringung von Orlslezeichnungen in den erforderlichen großen Buchstaben wohl ohne besondere Schwierigkeit bewerkstelligt werden könnte.
Große Geflügel Ausstellung in Gießen.
• Die 19. Hessische Landes-Geflügelschau, verbunden mit einer Schau des Pro- vinzialverbandes der Geslügelzüchtervereine Ober» - Hessens und einer allgemeinen Geflügelschau, findet in den Tagen vom 5. bis 7. Dezember d. I. in der Dolkshalle zu Gießen statt. Das Universi-
täts-Tierzuchtinstitut, das sich wissenschaftlich und praktisch bahnbrechend mit Geflügelzucht beschäftigt, wird sich in einer Sonder-Abteilung an der' Ausstellung beteiligen und seine beachtenswerten züchterischen Erfahrungen und Erfolge anschaulich für den Züchter und interessant für den Laien vorführen. Ebenso hat sich das Tier- seuchen-Institut der Landes-Universität bereit er- klärt sich an der Landes-Geslügelschau zu beteiligen. Es ist das erstemal, daß dergestalt bet einer Geflügelschau in Deutschland der breiten Oessentlichkeit Einsicht gegeben wird in die Erkenntnis, Behandlung und Heilung von Krankheiten unserer Tierbestände, speziell in der Geflügelzucht. Die Vorarbeiten für das groß angelegte Untcrnefjmen in Gießen sind seit Wochen im Gange.
„Sassia^-Dezirkstag in Gießen.
Der Herbstbezirkstag der Kriegerkameradschaft „Hassia" des Bezirks Gießen fand am Sonntag im „Postkeller zu Gießen statt. Zu Beginn der Tagung überreichte der Vorsitzende, Professor Dr. Kraemer, Gießen, einigen verdienten Kameraden die ihnen verliehenen Auszeichnungen.
Der Vorsitzende berichtete dann über den am 14. und 15. Juni in Alsfeld stattgehabten Verba n d s t a g. Kam. B o n h a r d, Gießen, gab m einem Bericht über die im September abgehaltene Provinzialtagung in Lauterbach allgemeine Aufschlüsse über Fragen der Versorgung. Der Bezirlsobmann für Kriegsbeschädigte und Kriegerhintcrbliebene, Lehrer D ö h n, Gießen, berichtete über den Stand im Bezirk, gab einige Aufklärungen über Versorgungsfragen und wies besonders auf die Bedeutung der von den Vereinen bzw. den Fürsorgeobmännern zu erstattenden Meldungen hin.
Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftigte man sich eingehend mit der F ö r d e - rung der Jugendpflege innerhalb der Kameradschaft. Zur Durcharbeitung des Bezirks wurde eine Bezirksjugendführer st eile geschaffen, die dem Bezirksvorstand angegliedert ist. Dieses Amt wurde dem Kam. Otto Don- Hard übertragen. Die Vereine haben bis zum 1. Dezember je einen Iugendführer zu benennen.
Lieber das Kleinkaliberschießwesen und Über das in Gießen abgehaltene Landes- schießen berichtete Kam. Albin Klein, Gießen.
Sinter „Verschiedenes" empfahl der Vorsitzende rege Beteiligung an der „H a s s i a" - W o h l - fahrtslotterie. Ein Antrag von Großen- Linden betr. Bestrafung von unentschuldigt dem Bezirkstag fcmbleibenben Vereinen fand Annahme. Kam. Schimmel, Klein-Linden, erinnerte daran, daß das Bezirksfest 1931 zusammen mit dem 50jährigen Bestehen der Kameradschaft Klein-Linden abgehalten werden solle.
Daten für Freitag, 24. Oktober.
Sonnenaufgang: 6.38 ilfjr, Sonnenuntergang: 16.50 Uhr. — Mondaufgang: 10.07 Uhr, Mond- untergang. 17.44 Uhr.
1796: der Dichter Graf von Platen-Haller- mund in Ansbach geboren.
Gießener Wochenrnarttprcisc.
Und am Rachmittag spielte man wie immer: Beschwingt, mit viel innerem Feuer.
Strobl hatte heute auf dem Podium feinen Platz so gewählt, daß er Trudes liebes Profil über die Roten hinweg sehen konnte. Ihm entging nicht der wehe und herbe Zug um ihren blühenden Mund.
Run bereute er. Wirklich und wahrhaftig. Und bewies damit, daß er im Griinde seines Herzens ein guter Kerl war.
„Ich hätte sie heute morgen nicht ängstigen dürfen. Run verkapselt sie sich vor mir. So
bahn gehört, die Riml auf die Haimrachalp bauen will?"
Mute verneinte. , rT .,
„Dem neuen Wintersvorthaus da oben soll mit der Dahn Proviant und das Gerät der Sportler zugeführt werden." T, r „ .
Das Mädchen strich sich das welch fallende Pagenhaar aus dem erhitzten Gesicht, sagte dabei gleichgültig: „DaS interessiert mich nicht sonderlich."
Gutenberg spitzte den Mund.
Abwarten! Sollte mich wundem, wenn Sie an diesem Projekt teilnahmlos vorübergehen! Also: Solch eine Bahn läuft nicht allein. Riml verdient an uns Sommergästen viel Geld. Und da er nicht nur ein tüchtiger Wirt, sondern auch ein guter Sportsmann ist, will er den Drettlmenschen zuliebe die Bahn mit Motor betreiben. Die Wasserkraft des Rettenbach und der Wmdach ist un Winter nicht viel wert. Es kommt nur ein Dieselmotor in Frage. Der ist im Betrieb billig und stets gebrauchsfertig."
Jetzt mußte Erdmute Hansen lächeln.
„Ich werde Sie meinem Vater als technischen Berater empfehlen."
©utejiberg ließ sich nicht beirren. Er sprach sich in einen Eifer hinein, den Erdmute ein bißchen übertrieben fand. , c m
„Mit Riml habe ich schon über das Projekt gesprochen. Er weiß noch nicht, wem er den Auftrag erteilt Es kommen zwei Firmen in die engere Wähl: Die Motorenfabrik Ihres Herrn Vaters und die MMW." ,
®ie Aufmerksamkeit Mutes war nun geweckt. Es hatte immerhin ein Weilchen gedauert, bis sie sich von der lustigen Tanzunterhaltung auf das geschäftliche Thema umzustellen vermochte.
„Das ist mir allerdings neu. Ich habe nicht gewußt, daß mein Vater hierher Offerte gemacht hat," sagte sie interessiert. .
Gutenberg nickte befriedigt. Das sollte wohl heißen: So hatte ich es von der Tochter eines Industriellen erwartet! •
„Sehen Sie, liebe Mute, und nun will der
Münchner seinem Vater den Austrag mit heimbringen." K 3
Des Mädels Augen hingen am Mund des
Sprechenden. „Liebe Mute," wie er das sagte! So weich, so geschwisterlich, wie etwa ein großer Bruder zu seiner kleinen Schwester.
Ach so, es war von dem Motor die Rede! Der verflixte Terlaner hatte ihr das Gedächtnis ganz außer Rand und Band gebracht.
„Ja, was ist da zu machen? Wir haben genau soviel Interesse an dem Projekt, wie die Münchner." Und gedämpfter, fast ein wenig schwermütig: „Vater klagt ohnedies über schlechten Beschäftigungsgrad. Vielleicht ist es das Beste, Riml hin- zuhalten und entsprechende Rachricht nach Dresden zu geben." (Fortsetzung folgt.)
ses bayerische Bauerntheater errang mit der Aufführung von Ludwig Thomas „Magdalena" im Deutschen Künstlertheater einen großen Erfolg und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Das zuvor skeptisch eingestellte Berlin mußte vor der schauspielerischen Leistung dieser Truppe kapitulieren. Rach dem großen Presse- und Publi- kumserfolg der „Magdalena" in Berlin tritt jetzt die Ludwig-Thoma-Bühne eine Gastspiel-Tournee durch alle bedeutenden Theaterstädte an. — 2lm Sonntag, 26. Oktober, findet zum letztenmal im Rahmen der Fremdenvorstellung die Ausführung Cer Restroy-Posse: „Einen Jux will er sich machen" statt. Herr Link mann, der in der Dolle des Melchior einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte, wird auch Sonntag wieder diese Partie spielen. — Am Sonntag, 2. Rovember, auf vielseitigen Wunsch eine nochmalige Wiederholung des Gastspiels der Vereinigten Operetten- Biihnen Doi"im-Hamborn mit der Operette „Das
Bäume eines Parkes. Dort waren. Menschen, dort würde sie in Sicherheit fein.
Räher und näher kam Strobl heran, obgleich das junge Geschöpf über alles Erwarten gut lief. In der nächsten Minute mußte er sie eingeholt haben. r .,
Da — in höchster Bedrängnis — teilten sich die Weidenbüsche am nahen Fluhufer. Jemand winkte lebhaft mit der Hand.
Trude erkannte sofort ihren Retter in der Rot.
„Weißkugl!" tief sie mit versagender Stimme und bog in einen Wiesenrain ein, war gleich darauf bei dem Cellisten, der hier im Schatten gelegen und in einem Buch gelesen hatte.
Keuchend kam nun auch Strobl heran, sah verlegen auf die beiden Menschen.
Lader Weißkugl rettete die Situation.
„Training, wie?" fragte er in seiner schüchternen Art. Er war ein guter Mensch, harmlos wie ein kleines Kind, aber ob er wirklich so naiv war, wie er in feiner Frage vorzutäuschen suchte?
Während Trude erschöpft und wortlos ins Gras sank, gab Strobl gezwungen lachend Antwort: „Ratürlich, Leichtathletik. Ist gesund."
Die Frau würdigte ihn keines Blickes. In des braven Weißkugls Rähe fühlte sie sich geborgen. Sie wußte: Mit dem hätte sie tage- und nächtelang allein sein können, der wäre ihr nicht mit einem Gedanken zu nahe getreten, geschweige denn in der Tat!
„Ich bin nicht für solche Anstrengungen, es sei denn in geistiger Beziehung", sagte er still und friedlich, sich wieder niederhockend und nach seinem Buche greifend. Dabei achtete er ängstlich darauf, daß er wieder genau denselben Sitz einnahm, tote vorher, um nur ja kein Hälmchen unnötig zu knicken. Solch ein Mensch war der Cellist Weißkugl. .
Eine Unterhaltung wollte nicht mehr in Gang kommen. Vielleicht war es auch $u warm dazu. Eine Stunde später trat man zu brüt den Heimweg an. Cs lag eine gewisse Spannung über dem Trio, die nur durch eine gewollte und zur Schau gestellte Friedfertigkeit gemildert wurde.
Heinz Gutenberg hätte diesen Zustand mit „Burgfrieden" bezeichnet.
außerordentliche Professor für semitische Philologie an der Landesuniversität Gießen Dr. Julius Lewy zum persönlichen Ordinarius mit Wirkung vom 16. Oktober 1930 ab.
*• Oessentliche Sitzung des Kreisausschusses Gießen. Am Samstag, 1. Rovember, vormittags 9 Uhr findet eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vergütung des Bürgermeisters Jung in Klein-Linden. 2. Gesuch des Wilhelm Reichhardt II. und Genossen in Rodheim um Erlaß der Schülkostenbeiträge an die Gemeinde Rabertshausen. 3. Entziehung des Führerscheins des Kurt D a a b in Lollar.
•* Freie Lehrer st eilen im Kreise Schotten. Erledigt sind im Kreise Schotten: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Rainrod (Dienstwohnung ist vorhanden und wird demnächst frei); eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volks - schule in Wingershausen (Dienstwohnung ist vorhanden).
** Seinen? 5. Geburtstag kann am morgigen Freitag, 24. Oktober, in körperlicher und geistiger Frische der Eisenbahn-Oberschaffner i.R. Heinrich Schneider, Wilsonstraße 2 wohnhaft, feiern.
" Rationalsozialistische Vers amm-
1 u n g. Rach einigen einleitenden- Worten des Führers der hiesigen Ortsgruppe der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei sprach gestern abend in der Turnhalle am Ostoaldsgarteri der bayerische Landtagsabgeordnete Saufet über das Thema: „Der Sieg ist unser, der Kampf ( geht weiter." In seinem zweistündigen Vortrag kam der Redner zunächst auf die innerpolitischen Verhältnisse zu sprechen, kritisierte scharf das Sachverständigen-Abkommen, den Dawes- „ und den Boungplan und streifte die aus den über* nommenen Lasten entstandenen Krisen für Wirtschaft und Arbeiterschaft. Breiten Raum widmete er einer Kritik am Marxismus und seinem Einfluß auf die werktätige Masse. Er beschäftigte sich weiter mit den Maßnahmen der Regierung, mit dem Problem der Erwerbslosenfürsorge, mit der Stellung der christlichen Parteien zur Sozialdemokratie im Reichstag und in der Regierung, mit den Konsequenzen aus dem Leipziger ReichS- wehrprozeh und mit der Auswirkung des Ergebnisses der letzten Reichslagswahl auf die Außenpolitik. Kurze Betrachtungen widmete der Redner dem Verhältnis der Rationalsozialisten zu Mussolini und ihrer Stellungnahme in der Südtirolfrage. Zum Schluß seiner Ausführungen entwickelte der Vortragende in kurzen Zügen das Programm der Rationalsozialistischen Arbeiterpartei. Er betonte, daß der Sieg bei der Reichstagswahl gewissermaßen erst ein Vorpostengefecht gewesen sei und daß der RationalsoizialismuS. auf dem beschrittenen Wege seine Ziele weiter in gerader Linie verfolgen werde, um schließlich das „Dritte Reich" zu errichten, in dem alle wohlmeinenden Deutschen zu einem großen Ganzen zusammengefaht werden sollen. Der Redner wurde während seiner, mit vielen Beispielen durchsetzten Rede des öfteren zustimmend unterbrochen, während ihm zum Schluß anhaltender Beifall zuteil wurde. Die Versammlung verlief völlig ruhig. Für den Abend war wieder, um eventuellen Zusammenstößen vorzubeugen, em starkes Aufgebot von Polizeimannschaften zur Stelle. Vor der Turnhalle hatten sich viele Menscheii, anscheinend auch politische Gegner /er Rationalsozialisten, eingesunden, es kam jedoch erfreulicherweise zu keinerlei Auseinander - setzungen.
Große Strafkammer Gießen.
• Gießen, 21. Oft. Ein Unteroffizier und ein : Obergefreiter der Reichswehr waren in erster Instanz von der Anklage, durch unvorsichtige Behandlung von Waffen, im vorliegenden Falle ■ eines Maschinengewehrs, einen Gefreiten ihrer : Kompanie körperlich verletzt zu haben, frei- -
MiMMkll-M«II
Roman von Hans Friedrich.


