Ausgabe 
23.7.1930
 
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Hackfrüchten ist dagegen der durchdringende Regen sehr zustatten gekommen. Dor allem die Kartoffeln -eigen durchweg ein gesundes, frisches Wachstum. so daß Wohl hier der Regen eine oute Ernte in Aussicht gestellt hat. Aber auch die Runkelrüben haben sich nach der anfänglichen Dürre sehr gut erholt und sehr stark entwickelt.

# Drüningen, 21. 3uü. Die Regenfälle der letzten Tage haben den weitaus größten Teil der Frucht zum Lagern gebracht, so daß Erntemaschinen nur selten in Tätigkeit wer­den treten können. Das bedeutet natürlich eine wesentliche Verzögerung der Ernte­arbeiten. Der Adam-3sheimsche Gesangverein unternimmt am kommenden Sonntag eine R h e i n f a h r t, an der sich 70 bis 80 Personen beteiligen. Der Gesangverein ^Ein­tracht" besuchte den Rhein bereits im Vorjahre.

&. Rieder-Dessingen, 19. Juli. Der alte st e Einwohner unseres Dorfes und letzte Veteran von 1870/71, der frühere Förstes V l e i, vollendete Ende dieser Woche sein 8 2. Lebensjahr. Gr konnte diesen Tag in voller Rüstigkeit und seltener Frische begehen.

# Aus der Wet 1 erau, 21. 3uli. Die Preise f ü r Ferkel sind in der letzten Zeit etwas zurückgegangen, da sich die Absahverhält- nisse für Schlachtschweine infolge der allgemeinen Wirtschaftslage verschlechtert haben. Während noch vor vier Wochen sieben Wochen alte 3ung- tiere mit 35 bis 40 Mk. bezahlt wurden, werden jetzt nur noch 28 bis 30 Mk. für gleichalterige Ferkel gefordert. Etwas angezogen haben die Preise für fette Rin de r und M a st - ochsen, da die verhältnismäßig guten Futter­aussichten durch die ausgiebigen Regenfälle der letzten Woche zur Dergrößerung des Zuchtvieh­bestandes anregen.

Kreis Büdingen.

* Vüdingen, 21. 3uli. Nachdem annähernd 400 Frauen und Männer ihren Beitritt zur D o l k s n a t i o n a l e n R e i ch s v e r e i n i - g u n g erklärt hatten, fand am Donnerstag im Rathaussaal die Gründung der Orts­gruppe Düdingen statt. Der Dorsihcnde Der Kasseler Ortsgruppe, Dipl.-Kaufmann L e i h- ner, hielt eingangs einen Dortrag über das Thema:3nternationale Finanzkolonie oder freier deutscher Volksstaat?" Der Redner betonte dabei u. a., die Durchführung des Voungplanes werde an seiner eigenen wirtschaftlichen Unmöglichkeit scheitern.^ Dem hieraus entstehenden wirtschaftlichen Chaos könne nur ein starker Staat begegnen. Es sei Aufgabe der Dolksnationalen Reichsvereini­gung und des 3ungdeutschen Ordens, volks- gcmeinschaftlich denkende Menschen um eine neue Staotsidee zu sammeln. 3m Anschluß an den Dortrag fand eine Aussprache statt, worauf zur Gründung der Ortsgruppe und zur Wahl des Dorstandes geschritten wurde. Dem Dorstand, der einstimmig gewählt wurde, gehören zwei Frauen, zwei Arbeiter, zwei Landwirte, zwei Beamte, zwei Handwerker und ein Angestellter an.

WER. Aid da, 22. 3utL Der Gemeinde- rat genehmigte den Haushaltsvoran­schlag der Stadt Ridda für 1930, der mit ins­gesamt 220 463,80 Mk. abschlieht. Davon kommen auf die Betriebsrechnung 220 399,25 Mk, auf die Vermögensrechnung entfallen 64,55 Mk. Die Gemeindeumlagen in einer Gesamthöhe von 90500 Mk. entsprechen der vorjährigen Höhe.

* Ridda, 22. 3uli. Llhrmacher Albert Levi von hier erwarb von den Erben der Bürger­meister Roth Eheleute das am Marktplatz hier gelegene Wohnhaus. Der neue Besitzer will einen Teil des geräumigen Anwesens zu Ge­schäftsräumen umbauen und darin außer llfji?- macherei auch einen Nähmaschinen- und Fahr- raohandel betreiben.

y- G e i h - N i d d a , 22. 3uli. Der hiesige Turnverein hat seine seither benutzte Turn­halle auf Abbruch verkauft, weil sie zu klein und unzweckmäßig war. Er wird eine neue zeit­gemäße Turnhalle erbauen lassen, wozu die Ar­beiten in Kürze vergeben werden. Der Neubau soll so beschleunigt werden, daß er noch in diesem Herbst seiner Bestimmung übergeben werden kann.

Kreis Schotten.

WSN. Schotten, 22. 3ult Ein junger Mensch von hier hatte am Sonntagabend auf einer Motorradfahrt den hier in Stellung be­findlichen A u g u st Dietz als Beifahrer mit­genommen. Während der Fahrt zwischen K e st r i ch und Stumpertenrod verlor der Lenker die Gewalt über das Kraftrad, so daß beide Fahrer in voller Fahrt stürz­

ten. Hierbei schlug Dietz so heftig mit bem' Kopfe auf die Landstraße auf, daß er mit einem schweren Schädelbruch tot auf der Stelle liegen blieb, während der Lenker des Motorrades zu feinem Glück nur leichte Ver­legungen erlitt. Die Maschine wurde nur gering beschädigt.

§ Babenhausen 11, 22. 3uli. Seit längerer Zeit sind hier Derhondlungen im Gange mit dem Ziel, unsere schadhaft geworbene zweite Kirchenglocke zu ersetzen. Der Gemeinderat war zeitweise geneigt, eine größere Glocke als die seitherige anzufchaffen, und glaubte auch, einen andern Ton für sie wählen zu sollen. Da aber kürzlich Pfarrer Lic. Dr. S t u mp f (Mer­lau) als Sachverständiger bei einem Besuch drin­gend dazu geraten hatte, wieder wie seither eine S-Glocke zu nehmen und auch die neue Glocke nicht größer zu wählen als die alte, hat der Gemeinderat dementsprechend die Lieferung der neuen Glocke mit der Firma F. W. R i n d e r in Sinn vereinbart. Eine größere Glocke hätte an sich schon einen höheren Kostenaufwand er­fordert, zudem hätte der alte Glockenstuhl ab­gerissen und größer wieder aufgebaut werden müssen, was nun vermieden wird.

Amtsgericht Gießen.

Gin verlobtes Paar saß in dieser Sitzung auf der Anklagebank. Die beiden Angeklagten sollen eine Frau mißhandelt haben: sie gaben auch unter Einschränkungen die Körperverletzungen zu,

wollen aber maßlos gereizt worden fein, insbe­sondere durch Redensarten, die auf ihr Verhält­nis zu beziehen gewesen seien. 3nfolge eines Ehe­streits war tags zuvor die verletzte Frau aws Dem Fenster gesprungen und geflüchtet. Der Streit soll durch Aushetzen des Ehemanns durch die Ange­klagte entstanden sein. Die Frau warf ihr dies im Vorübereilen beiden wohnten auf demselben Flur in beleidigender Weise vor. Es war dies die einzige nach Lage der Verhältnisse nicht schwer zu nehmende nachweisbare Beleidigung, so daß von einem maßlosen Auf reizen keine R«de fein konnte, zumal sich der Vorfall, der heute zur Verhandlung stand, erst anderntags zutrug, als die Frau sich anschickte, Anzeige bei der Poli­zei zu erheben. Sie befand sich noch auf der Treppe, als die Angeklagte sie von hinten anfiel und an den Haaren die Treppe her^ unterzerrte, sie auch mit den Händen schlug. 3hr Verlobter kam schließlich noch hinzu, schlug der Frau einige Male auf den Kopf, drückte sie wider die Wand und versetzte ihr mit seinem beschuhten Fuße von hinten einen Tritt zwischen die Beine, durch den die Frau viel zu leiden hatte, zumal sie in anderen Ilm» ständen war. Vor der Wohnung, in die sie sich geflüchtet hatte, rief ihr der Angeklagte zu: Wenn ich dich heraushole, schneide ich dir die Kehle ab." 3n Anbetracht seiner an den Tag gelegten großen Roheit erhielt er eine Ge­fängnisstrafe von zwei Wochen, sowie eine Geld st rase von 40 Mark, während seine noch nicht vorbestrafte Verlobte, die offen­sichtlich unter seinem Einfluß stand, mit einer Geldstrafe von 60 Mark davon kam.

Wirischast.

* Der Aktienindex. Der Akiienindex (Statistisches Reichsamt), 1924/26 = 100, stellt sich für die Woche vom 14. bis 19.3uli auf 112,0 gegenüber 111,5 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 110,4 (109,4), Gruppe verarbeitende 3ndustrie auj 100,9 (100,6), und Gruppe Handel und Ver­kehr auf 132,4 (132,3).

Wieder regerer Lahnschiffahrt s- v er kehr. Die Lahnschiffahrt, die im Monat Mai infolge Auftragsmangels fast ganz einge­stellt worden war, soweit das Frachtgeschäft in Betracht kommt, hat sich im 3uni wieder in er­freulichem Maße belebt. Die Flotte der Motor­lastschiffe wurde sogar um zwei weitere Fracht­schiffe vermehrt. Insgesamt wurden im 3uni 4196 Tonnen Güter zu Tal und 947 Tonnen zu Berg befördert.

'Rückgang de r K r a f t f ah r z e u g Pro­duktion. 3n sämtlichen Zweigen der Kraft­fahrzeugindustrie war, lautWirtschaft und Sta­tistik', im Monat Mai ein konjunkturelles Ab­sinken zu beobachten. Trotz der stets im Mai saisonmäßig begünstigten Absahderhältniss« sind Produktion und Absatz von Kraftfahrzeugen gegenüber dem Vormonat zurückgeblieben. Eine erhöhte Nachfrage hat sich nur bei den kleinen Personenkraftwagen und Lastkraftwagen geltend gemacht. Die Produktions- und Absatzziffer des gleichen Monats im 3ahre 1929 wurde nicht erreicht. ILeberblickt man die Entwicklung vom 3anuar bis Mai 1930, also den ersten Teil der Saisonkurve, so zeigt sich, daß gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres der Absatz der Personenkraftwagen um 1 Prozent, der der Last­kraftwagen um 32 Prozent und der der Kraft­räder um 31 Prozent zurückgeblieben ist.

'Eingang der amerikanischenFrei- gabezahlung. Wie verlautet, hat der Nord­deutsche Lloyd gestern aus Neuyork ein Kabel­telegramm erhalten, in dem ihm von Bankseite der Eingang der ersten Rate der amerikanischen Freigabegelder in Höhe von etwas über 30 Mil­lionen Mark mitgeteilt wurde. Dadurch sind die beteiligten Gesellschaften in di« Lage gesetzt, noch im Lauf« des heutigen Tages über die Be­träge verfügen zu können.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 23. 3uli. Tendenz: schwä­cher. 3m Anschluß an die erholte gestrige Abend- börse war die Stimmung im heutigen Vormit­tagsverkehr in Erwartung einer 3nteress«nnahme der außenstehenden Kresse am Börsengeschäft weiter etwas freundlicher, zumal die feste gestrige Reuyorker Abendbörse eine An­regung bot. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich jedoch wieder ein Tendenzum­schwung bemerkbar, da im Zusammenhang mit dem bevorstehenden iUtimo Material in größe­

rem Umfange an den Markt kam. Aber auch die unkl-are innerpolitische Lage drückte auf die Stim­mung, da man die Auffassung vertritt, daß di« Zeit bis zur Neuwahl für die Börse eine Sta­gnation bedeuten werde. Der günstige Geldmarkt konnte keine Stütze bieten. Bei der herrschenden Unlust und der schwächeren Tendenz ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse zum Teil erneut erhebliche Kursverluste. Stark unter Druck standen Deutsche Linoleum mit minus 4 Proz., aber auch Zellstoff Waldhvf waren stärker ange« boten und 3 Proz. niedriger. Am Chemiemarkt eröffneten 3.-G.-Farben knapp gehalten. Am Elektromarkt waren nur Licht & Kraft mit minus 2 Prozent etwas mehr abgeschwächt, während AEG. 1 Proz. niedriger lagen und Siemens gut behauptet eröffneten. Etwas 3ntereffe bestand für Zement Heidelberg, die 1 Prozent gewannen, und für Miagaktren, die sich leicht belferten. Der Montanmarkt lag ebenfalls ohne nennens­werte Umsahtätigkeit, di« Abschwächungen gingen hier bis zu 1,75 Prozent. Schisfahrtswerte eröff­neten bis zu 2 Prozent niedriger. Am Markt der Lokalpapiere waren Metallgesellschaft und Frank­furter Maschinen gut behauptet. Banken gaben bis zu 2 Prozent nach. Kunstseidewerte waren auf dem ermäßigten Stand im allgemeinen gehal­ten. Der Rentenmarkt war fast ohne Geschäft, doch konnten sich fron deutschen Anleihen Alt- besih etwas erholen. Auch der Verlauf brachte keine Besserung. Es kam später vielmehr Material an den Markt, so daß nochmalige Abschläge um bis etwa 3 Prozent ein­traten. Bei den sogenannten Spitzenwerten nah­men die Verlust« noch größeres Ausmaß an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent unverändert leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1860; gegen Pfund 20,3750; London gegen Kabel 4,8670; gegen Paris 123,66; gegen Mailand 92,89; gegen Madrid 42,70; gegen Schweiz 25,0375; gegen Holland 12,0925.

Berliner Börse.

'Berlin, 23. 3uli. An der gestrigen Frank­furter Abendbörse und im heutigen Vormittags­verkehr hatte sich eine große ümfat)tätigfeit und eine freundliche Stimmung durchsetzen können. Diese war aber zu Beginn der heutigen offi­ziellen Börse schon wieder etwas erschüttert, da an verschiedenen Märkten Material herauskam, das zu einer uneinheitlichen Kursge­staltung führte. Die Ansicherheitsfaktoren be­halten vorläufig weiter ihre Gültigkeit und ver­anlassen scheinbar die Kundschaft, immer noch Positionslösungen vorzunehmen. Auch die Aus­führungen, die in der gestrigen Generalver­sammlung der Gelsenkirchener Bergwerks-AG. gemacht wurden, stimmten ziemlich pessimistisch. Man befürchtet weitere Entlassungen. Trotz eines starken Förderrückgangs sind die Haldenbestände

Weiber angewachsen. Die ersten Kurse la­gen im Vergleich zu gestern uneinheit­lich und überwiegend schwächer. Heber 2 Prozent gedeckt waren Schantungbahn, Hacke­thal, Polyphon, Deutsche Hochseefischerei, Bude­rus, Mannesmann, Maximilians Hütte, Elektr. Lichte Kraft usw. Auch Schiffahrtswerte lagen mit 2,75prozentigern Verlust für Hapag und Lloyd weiter überwiegend schwach. Höher eröffneten RWE. plus 4,5 Prozent, angeblich auf eine Aus­landorder. Bei Lahmeyer, Miag, Verkehrswesen und Siemens gingen di« Kursgewinn« mit Aus­nahme von RWE. nicht über 1,5 Proz. plus hin­aus. Anleihen ruhig, von Ausländem waren die 4prozentigen Mexikaner stark gedrückt. Pfand­briefe undurchsichtig. Der Geldmarkt lag weiter leicht, Tagesgeld 2,5 Prozent bis 4,5 Prozent ganz vereinzelt auch Deckungen, die übrigen Sätze bleiben unverändert. 3m Verlaufe konnten sich zunächst einige kleinere Umsätze durchsetzen. Spä­ter trat dann wieder eine stärkere Ermattung «in, und es ergaben sich bei den schweren Werten, wie Polyphon, Siemens, Salzdetfurth, Schult­heis ufti>._ Verluste von 3 bis 5 Prozent. Auch WJ®. büßten 3,5 Prozent ihres Anfangsgewin­nes wieder ein. _

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a.M., 23.3uli. Es wurden no­tiert: Weizen (gut, gesund, trocken, bis zu 3 Pro­zent Auswuchs) 305 Mk., Roggen 185, Hafer (inländischer) 185 pro Tonne; Weizenmehl (süd­deutsches Spezial 0) 43,75 bis 44,50, Roggen­mehl 27 bis 28, Weizenkleie 8,50 bis 8,75, Roggenkleie 8,75 Mk. pro Doppelzentner. ' Tendenz: stetig.

Letzte Nachrichten.

Oie Einsturzkaiastrophe in Koblenz.

Koblenz, 23. Juli. (MTB. Funkspruch.) Zu dem furchtbaren Unglück, das heute Nacht der Fest­freude ein frühes Ziel setzte, erfahren wir noch: Reichspräsident von Hindenburg hat zur Lin­derung der ersten Not 10 000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Identität der meisten Todesopfer blieb zunächst fraglich, da es sich nicht nur um Einwohner von Koblenz-Lühel, sondern auch um Fremde handelte, die aus der Umgegend herbei­geströmt waren. Unglücklicherweise schlugen alle Versuche fehl, die Drücke zu htzben, obwohl man alle Anstrengungen unternommen hatte, weil man unter den Trümmern der Drücke noch mit verletzten rechnete. Es ist bis zum vormittag noch nicht ge­lungen, die Brücke aus ihrer augenblicklichen Lage zu bewegen. Die Absuchungsarbeiten bei der Hafen­einfahrt und im Hafen selbst werden auch in den Vormittagsstunden mit allen Kräften fortgefehl. An der für heute 11 Uhr angesehten Trauerkund- ge bu n g für die Opfer des Drückeneinskurzes wird auch der Reichspräsident tcilnehmen. Er wird im Anschluß daran um VA Uhr die Rück­reise nach Berlin antreten. Die verlautet, beabsichtigt der Reichspräsident den Besuch der Städte Trier und Aachen, der aus Anlaß der Koblenzer Katastrophe unterbleibt, im h e r b st nachzuholcn. Der Reichskanzler hak an den Oberbürgermeister von Koblenz das folgende Beileidstelegramm gerichtet:Uebcr die Stadt Koblenz, an deren Jubelfeier alle Schichten des rheinischen Volkes Anteil nahmen, ist, wie ich soeben zu meinem tiefsten Schmerz erfahre, durch eine schwere Katastrophe, der viele frohe Menschen zum Opfer gefallen sind, erneut schweres Leid hereingebrochen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, Ihnen zugleich im Namen der Reichsregierung meine aufrichtig ft e Anteilnahme aus­zusprechen und zu bitten, diese auch den Hinter­bliebenen der auf so tragische weise ums Leben gekommenen zu übermitteln. Den Verletzten bitte ich meine besten Wünsche für baldige Genesung auszusprechen."

Oie Erdbebenkatastrophe in Güdiialien

Rom, 23. Juli. (WTB.) Das Erdbeben hat eine viel größere Zahl von Opfern, als man ursprünglich annahm, gefordert. Sehr schwer heim- gesucht wurde die Provinz potenza. In Melfi sind 100 Tote zu verzeichnen. Aus Ropola werden 20 Tote und 30 verletzte, aus Rionero 11 Tote und 50 verletzte, aus der Provinz Benevento 12 Tote und 40 verletzte, aus der Provinz Toggia werden 3 Tote und zahlreiche verletzte gemeldet.

Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 o. h., Lombardzinsfuß 5 v. h.

Datum

Sranllun a. Di.

Berlin

Datum

Franksuri a. TXl.

3trlin

Schluß, für« ;

22. 7.

i-uyr- ftr«

23- 7.

Schluß» für«

22. 7.

Anfang» Hur«

23. 7.

Schluß- lur«

22. 7.

lUDr» Kur«

23. 7.

Schluß» Iure

22. 1.

Ansa. g» Kur«

23. 7.

6% leundje uu'iajmuu.'iue von 1927 .........

7% Deutsche Reichl! anleih« von 1929 ..........

Tcutjdie Anl.-Ablöi.-Schuld tnii Auslol.Rechten.......

Dctgl. ohne AuSlol.-Rechte . .

8% Hell. Bolkistaat von 1929 (rüdiahlb. 102%).....

Oberhcllen Provinz - Anleihe ml Auslol.-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie I......

6% ftianl|. Hyp.-Bank Goldpfr XIII unkündbar bl» 1934 . . .

7% strankf. Hyp.-Bank Goldpfe unkündbar bis 1982 .....

88

101,75

59.65 7,7

97,5

59

59,6

102

96,25

89

101,75

98

97

93

26,5

3,4

2 23,3

2,1

4,9

16,4 7,6

1 | -T® | | | | | | | | | 1 II 1 I 1 1 1 1 II 1

88

102

59,9

7,7

97,75

59,4

101.25

98

97

26,7

3,5

2,13

73.4

20,1

20,8 M5

4,9

5,1

5.05

9,65

16,2

2.6

££ £ 1» 81 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 «3 1 1

vamvurg-itlinenka Batet .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampfschiff.....10

Norddeutscher Lloyd.....8

Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handeltgelellfchast . 12 Commerz, und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und

DiSconto-Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank ...... 10 MeichSbank........12

A.E.S............8

Bergmann.........9

Gicht. LtesrrungSgelellschast. 10

Licht und Kraft......10

Felten & Guilleaume . . . IV. Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... io Hamburger ElektrizitätS-werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Lchuckert & Co...... u

Siemens & Halske . . 16 DranSradio ......... 8 Lahmeyer L Eo.. ..... io

Buderus..........r

Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 6 Gelsenkirchener.......8

Harpenei.......... 0 Hoesch Eilen........tV,

sftle Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke . ....... ' Köln-Neuclsen........7

Mannesman n-Röhr« .... 7

Mansfelder Bergbau.....7

Oberfchles. Eisenbedarf .... 6 Oberschlcs. Kokrwerke.....7

Dbönir Bergbau......6Vt

Rheinische Braunkohlen . . 10 Rhein kahl.........6

Rtebeck Montan ...... 7,2

110 118,5

136,25 192,5

128,5

128,75

250

142,5

139,5

139,5

129

202,5

158,5

68

77,5

124

115

86,75

81,75

90,25

90,65

118

147

135,5

190,65

127,5

247

141,25

137,75

138

160

202,5

122,75

85,25

94,25

92,13

151

127 92,75 110,5 118,5

149 136,25

192

128.5 129 250

142

176,5

134 139,5 102,25

138 129,75

129 134,25 160,25

202

159

67,75 76,5

125,9 124

115

90

89,65 88,25

87,5

65,25

53 87.65 81.65 216.25

95,5

90,4

127

91 110,25

118

148

135,5 190,5

127,5

127,5 248

141,5

134

137

100,25

138,75

128,75 128,5 132,9

160,5

202,75

75,5

123,75

114

89

235

88,5 87,75 85,25

64,5

53,25

86,5 82

216

95

*Vi% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpfe.........

8% Br. LandeSpfandbrtefanstaU, Pfandbrief R. 17......

8% Pr. LandeSplanvbriefanslall Romm.-Cbl. Ul. 20......

7% Br. Landespsandbriefanstall,

A.E.G. abfl. BortriegS-Obllgatio nen, rückzahlbar 1932 ....

4% Oesterretchtsche Goldrrnte . . 4,20% Oestcrreichtsche Silberrente 4% Lesterreichische Einheitliche

Rente...........

«% Ungarilche Goldrente .... 4% Ungarilche EtaatSrente V. 1910 4^4% Mol. oon 1913.....

4% Ungarilche Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanlrlhe von 1011 4% Türkische Vagdadbahn-Anl

Serie 1...........

4% Mgl. Serie II.......

5% Rumänische veretnh. Rente

von 1903 ..........

4Vi% Rumänische verelnh. Rente von 1918 ..........

<% Rumänische veretnh. Rente .

Frankfurt a. in. |

Serlin

Banknoten.

Schluß»

1-llhr-

Schluß-

Ansong»

3 tri in, 22. Zull

Geld

Arles

lur«

Kur.«

kur«

Gur«

Amerikanische Noten . .

a *

4,169

4,189

Belgische Noten ...

58,41

58.65

Votum

22. 7.

23. 7.

22. 7.

23- 7.

Dänische Noten ....

111,78

112,22

Englische Noten .... französische Noten . . .

20,32

20,40

16.48

Bereinig ie Stahlwerke .

81,5

82

81,75

16,42

Otavi Minen.....

.

6/.

37,25

37,9

38,25

Holländische Noten . . .

168,13

168,81

Kaliwerke Ascher-leben .

1<

196.5

197

195

Italienische Noten ....

21,91

21,99

Kaliwerke Westeregeln .

1<

203

202,5

202

Norwegische Noten . . .

. . .

111,73

112,17

Kaliwerke Salzdetfurth .

15

348

343

348

348,25

Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling

59.04

59,28'

Rumänische Noten . . .

2.465

2,485

I. ®. Farben-Industrie . Dynamit Nobel .... Scheideanstalt..... Goldschmidt.....

Rütgcrswerke.....

12 . 6 . v . 6 . 6

153,75

57,5

52

153,25

153,25

57

52,75

153

56,75

52,75

Schwedische Noten . . . Schweiler Noten .... Spanische Noten .... Tschechoslowakische Noten. Ungarische Noten ....

. . . .

112.18

81,27

47,40

12,385 73,10

112,62

81,59

47,60

12,445

73,40

Metallgelellschaft. . . .

. k

110,5

110,5

111,25

110,5

Deoiknmarfl Berlin Frankfurt

I. m.

Philipp Hoizniann . . .

> 7

84

83

_

92. 3uh

23. 3u1i

Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt. .

103

125

104

10

_

_

»miudie

liontrung

Bmwwe Kotierung

Waytz & Freytag . . .

. k

72

71,5

72

__

Geld

Arie,

Qieio

Arlei

Ämit.-Rott.

168,28

168,62

168,29

168,63

SLultbcir Patzenhofer . Lstwerke.......

Aku.........

Vembcrg.......

Zellstoff Waldbo« . . . Zellstoff Aschaffenburg .

.

16

12

12

11 8'/,

12

97,25

98

139,5

97

97

136,5

106

274

222,5

96,75

98

138

107

274,5

222

96,75

96

136,5

Buen.-Aires Brff.-Ankw. Christiania. Kopenhagen Stockholm - HellingforS. Italien. . . London. . .

1,522 58,455 112.03 112,05 112,45 10,525

21,91

1,526 58,575 112,25 112,27 112,67 10,545

21,95

1,518

58,465

112,04

112,09

112,46

10,525

21,91

1,522 58,585 112,26 112,31 112,68 10,545

Charlottenburger Wasser

. 6

»

97,13

96,5

20,35

20,39

20,353

20,393

Dessauer Ga».....

. 9

-

136,5

135,25

4,1815

4,1895

4,1815

4,1895

Daimler Motoren . . .

. u

31

30

31

30,5

Poris....

16,45

16,49

16.456

16.495

Deutsche Linoleum . .

. o

194,5

190,25

192,75

42,9

191

42,5

Schweiz . .

Spanien .

81,28

47,75

81,44

47,85

81,31

47.74

81,47

47,74

Rat. Automobil ....

°

. o

12

Japan - - -

2,066

0,454

2,070

9.066

2,070

Orenstein & Koppel . .

. 6

62,5

62,25

>t.'io de Jan

0,456

0,455

0.457

Leonhard Tietz ....

10

133

V

134,5

133,65

Wien in D-»

Svenöka.......

305

305

CefL abaci't

58,90

59,21

59,11

59,23

Prag . . . .

12,402

12,422

12.404

12,424

frankfurter Maschinen .

k

. 4

22

22

Hel irad . .

7,420

7.434

7,424

7,438

Gritzner.......

. 6

32

31,5

Budapest . .

73,31

73,45

73,335

73,475

Heyligenstaedl . . . .

. O

-

Bulgarien.

3,033

3,039

3,033

3,039

Lechwerke.......

36

35,25

Lissabon . .

18,80

18,84

18,80

18,84

. 8

94

93,5

Dcmzig. . .

81,35

81,51

81.37

81,53

Mainkrastwerkc Höchst a. M..

. 8

84

-

Konstantin.

1,784

1,789

1.784

1.789

Miag.........

10

85

85

34,75

85,5

Athen. . .

5,43

5,44

5.43

5.44

Gebr. Roeder.....

* -

10

102

Canada . .

4,185

4,193

4,185

4,193

, Botgt & Haeffner ...

. 9

158

158

Uru iuat). .

Cairo . . .

3,586

3,594

3,586

3,594

Süddeutsche Zucker .

10

156,5

155,5

20,865

20,905

20,865

20,901