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Roman von Hans Friedrich.
Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa.
11. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Grdmute wurde plötzlich mitten in der Melodienseligkeit nachdenklich. Warum hatte sie dem Schriftsteller nichts gesagt? Warum?
Es dauerte lange, bis sie sich in der Erinnerung bis zum gestrigen Abend zurückgetappt hatte. 2a, so war das: Heinz hatte sich nicht verabschiedet und war still davongeschlichen. Ob er sich ärgerte, daß sie immerfort nur mit »dem Münchner tanzte?
Gleich wenn sie wieder mit ihm zusammentras, wollte sie ihn fragen.
Einmal schlich der ©meiner Sepp an der Hütte vorüber. An das Fenster traute er sich nicht. Aber Lautenschlag und Gesang sagten ihm genug. Da machte er sich wieder still davon.
„3 moan, der Hirsch hat auch morgen sei Ruh" brummte er in seinen grauslichen Schnauzbart. Dann stakelte er zur Falknerhütte. Dort war das Mied! aus Silz zum Bedienen der Gäste. Änd das Miedl, das gefiel dem Sepp.
Es war zwar arg dürr und eckig, das Deandl, aber der Sepp hatte es nun einmal gern, so wie es gewachsen war —
Als die Honne schräg über dem Rettenbach- ferner stand und ein ganzes Füllhorn flüssigen GoldeS über den ewigen Schnee ausgoß, bekamen es die Leutchen in der Jagdhütte Plötzlich mit der Eile.
„Herrje — ich must hinunter!" schrie Erdmute. Llnd besinnlicher: „Mein Gott — wo ist bloß die Zeit hin?" c
„In einer knappen Stunde sind wir drunten , tröstete Schwaihofer und griff zum Stock. Das Malgerät lud er sich auf den Rücken und los ging es. .
Jetzt erst merkte Erdmute, dah sie zuviel getrunken hatte. Der rauhe Pfad fiel ihr sauer. Manchmal wurde ihr ganz wirbelig im Kopf. Dann strauchelte sie ein wenig und wer weih, wo dieser Tag geendet hätte. Aber Schwaihofers starke Hand hielt sie fest, straffer eigentlich, als nötig gewesen wäre.
ilnb jedesmal, wenn ein Stein im Wege lag. hob sie ihr Führer über das Hindernis. Uni) ehe er sie wieder auf die Fühe stellte, bekam sie allemal ein Bussel. Und das kam sehr, sehr häufig vor: denn es gab unglaublich viele Steine auf dem Brunnenkogelpfad!
Das erstemal hatte Erdmute gemeutert. Aber dann sagte Ludwig Schwaihofer so süh „Mute" und bat um Vergebung, dah sie immer wieder
gern verzieh. Und schließlich gewöhnt sich der Mensch an alles.
Als sie endlich unten waren, sah einer am Wegrand und starrte trübselig in die brausenden, weistaischtigen Wasser der Windach. Mute erkannte ihn sofort. Sie entlieh Schwaihofer nut gnädigem Kopfneigen und setzte sich neben den Sinnenden.
„Heinz — sind Sie mir böse?" fragte sie leise, in weicher Gelöstheit.
Gutenberg lächelte.
„Warum sollte ich?"
Da erzählte sie ihm, dah sie ui der Jagdhütte war und ein Bild verkauft habe. Rur die Küsse verschwieg sie. Aber die konnte sich Gutenberg denken...
10.
An den Vormittagen irrte Trude Gutenberg ruhelos durch die Strahen Innsbrucks. Eine nie gekannte Unrast hatte sich ihrer bemächtigt, ein nervöser Zustand, den sie sich selbst nicht zu erklären vermochte.
Oft folgten ihr verwunderte oder entzückte Blicke. Dann riß sie sich gewaltsam zusammen.
Die Leute sollen mir nicht anmerken, was mir fehlt..." sagte sie sich in leisem Monolog. Und dann selbstkritisch: „Fehlt? Bin ich krank?'
Ach du liebe, kleine Frau! Was dir fehlt? Nichts, als dein Mann! Das Hoffen und Harren, ihn hier irgendwo zu sehen, durch Geschick oder Zufall auf ihn zu stoßen, macht dich nervös!
Wien hatte sie abgelehnt, weil ihr das zu weit vom Schuß lag. Und nun erwies sich auch Innsbruck als trügerisch. ,
Einmal lächelte Trude betrübt ihrem Spiegelbild in einer Auslage zu. Wie dumm von ihr, Heinz hier in der Stadt zu vermuten! Der geliebte Mann haßte den Trubel der großen Menschensiedlungen und würde sich sicherlich in die Gebirgseinsamkeit geflüchtet haben.
Aber da meldete sich sogleich wieder ein anderer Gedanke: Unsinn, Heinz ist auf der Jagd nach dem Leben! Er sucht Stoff für fein neues Werk, er braucht Konflikte der Menschen untereinander. Die findet er gewiß nicht in der Einsamkeit weltferner Gipfel.
Und wieder flackerte Hoffnung auf: Cs Ware schon möglich, daß Heinz in Innsbruck weilte. In dieser Stadt konnte er Studien machen und hatte außerdem die herrlichste Landschaft als Rahmen für die Handlung.
„Nun, schönste der Frauen, so m Gedanken? war da plötzlich eine zärtliche Stimme am Ohr der Sinnenden.
Trude wandte sich erschrocken nach dem Sprecher um. Ohne Wissen und Willen war sie in das belebte Bahnhofsviertel geraten.
„Ah, Franz, du!" staunte sie. „Ich dachte, du Langschläfer liegst zu so früher Morgenstunde noch in den Federn." ____
„Du", begann der Wiener stockend, „Ich bfa glücklich und doch so unzufrieden."
Trude bückte sich nach einer besonders groß entfalteten Marguerite, die am Wegrand wuchs, sagte spöttisch und nicht ohne Tadel: „Du bist einer von den ewig Unzufriedenen."
(|r verzog den Mund, diesen knabenhaft weichen und sinnlichen Mund des feschen Wieners, entgegnete: „Ich bange vor dem Tag, am dem wir scheiden müssen."
Die schlanke Frau betrachtete sinnend die Blume in ihrer Hand, ohne etwas auf die Worte des Freundes zu erwidern. Der wurde dadurch ermutigt, feine kecke Phantasie weiter auszuspinnen.
„Cs gibt leider dis heute immer nur einem Weg, um eine geliebte Frau ganz zu fesseln...
Nun trat Trude aus ihrer Reserve.
„Und das wäre?" fragte sie ahnungslos.
„Die viel geschmähte und viel gepriesene Che!" spielte Strobl seinen Trumpf aus.
„Ich glaubte dich bisher immer nur als Che- feind zu kennen", spöttelte Trude.
„Bin ich auch — allerdings unter Vorbehalt ..
In der Frau erwachte ein kleiner UebermutS- teufel.
„Darf man den Vorbehalt wissen?"
„Selbstverständlich!" Sein BNck-^wurde merkwürdig tief und beredt. „Cs dürfte sich nur um ein weit über dem Durchschnitt stehendes Geschöpf handeln!"
„Du stellst hohe Ansprüche, Franz!"
„Und doch sind sie erfüllbar, sogar greifbar, nahe."
Der Inn rauschte und murmelte fein urewiges Lied vom Enteilen, von der Vergänglichkeit. Die beiden Menschen hörten es nicht in ihrer Tändelei.
Nun wußte Gertrud, wohin ihr Weggenosse zielte. Trotzdem bemerkte sie kühl in gewollter Verstellung: „Du sprichst in Rätseln, lieber Franz...“
Da pflanzte er sich unmittelbar vor ihr auf. Die Schönheit der Frau berauschte ihn.
„Du — du bist eine solche Ausnahme! Du, Trude — nur du!"
Im ersten Augenblick war die junge Frau über die Hast und Wärme seiner hervorgestohenem Worte erschrocken. Aber dann gewann sie ebenso schnell ihre Fassung zurück.
„Komplimente ist man bei dir gewohnt, Franz* Sie wunderte sich, daß diese Worte so gleichgültig von ihrem Munde gingen. Insgeheim aber warnte sie eine eindringliche Stimme: „Trude, sei auf der Hut!"
Sie tat einen Schritt zur Seite, wollte an dem Zudringlichen vorüber. Der aber schwamm schon völlig im Fahrwasser seines törichten Verliebt-
। seins. (Fortsetzung folgt)
Strobl zögerte einen Augenblick. Sollte er schweigen oder die Wahrheit sagen: Dah er ihr nachgestiegen sei, um eine Gelegenheit zur Aussprache unter vier Augen zu finden? Er fand nicht den Mut zu einer Offenbarung.
„Die Morgenstunden in dieser Stadt sind so schön..." Bei sich dachte er: „Verwünschte Ausrede!"
Trude lächelte ihm schelmisch ins Gesicht.
„Hätte gar nicht soviel Sinn für Schönheit in dir vermutet, Franzl..gestand sie offenherzig.
In langsamem Weiterschreiten faßte er nach ihrer Hand.
„Das sagst du mir, Trude?"
Sie verstand und sah nach der andern Seite. Sie wußte, was er anbeuten wollte: Wenn ich kein Jünger der Schönheit wäre, würde ich dich nicht verehren ...
Unö da war plötzlich wieder das Sehnen: Ach, wenn doch letzt Heinz auftauchen möchte, so überraschend und aus dem Boden gewachsen, wie Franz Strobl soeben! And gleich Resignation als Dämpfer: Cs war im Leben wohl immer so, daß meist das Gegenteil von dem eintraf, was man sich von Gegenwart oder Zukunft wünschte.
Von Trude Gutenberg unbewußt, von Franz Strobl jedoch gewollt, wurden zur weiteren Promenade stillere Straßen gewählt. Man gelangte hinab an den Inn. Der wälzte seine grauen Schmelz- und Moränenwässer mit großer Geschwindigkeit zu Tal. Kleber die Brücke donnerte ein Zug von der jenseitigen Martinswand herüber. Menschen standen an den Fenstern der Abteile, erwartungsfrohe, serienfreudige Menschen, die mit hoch klopfenden Herzen hinein in die Zauberwelt der Tiroler Alpen fuhren.
Trude wies mit gestrecktem Arm hinauf zu ihnen.
„Wir sind im Joch — die dort haben es wenigstens für Tage und Wochen abwerfen dürfen ...“
Strobl kniff das linke Auge zu.
„Können wir auch, liebe Trude, wenn wir wollen..."
Die Frau maß ihn mit einem flicken Blick. Dann warf sie wie in aufwallendmn Trotz den Kopf in den Nacken. Z
„Unfinn, diese zwecklosen Träumereien! Arbeiten und nicht verzweifeln!"
Sie schritten jetzt zwischen Wiesen dahin, hinein in den köstlichen blauen Sommertag. Strobl preßte die Hand Trubes, die sie ihm willig überließ.
„Wie schön ist es hier..." sagte sie, völlig hingeschenkt an ben Zauber dieser sommerseligen Stunde. Nur bei sich, ganz im stillen, dachte sie resigniert: Wieviel schöner aber wäre es, wenn jetzt an Strobls Stelle Heinz wanderte.
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Gießen, den 20. Oktober 1930.
Landesuniversität.
Eger.
reichlich - für 15 Pfg.
Sie wissen, wie viele Zutten man braucht und wie viel Zeit und Müm es kostet, um eine pikante und schmackhafte Tunke zuzubereiten. Knorr nimmt lltC'n diese mühselige Arbeit ab, denn in 3dem Würfel „Knorr-Bratensoße” ist alle Notwendige schon fix und fertig enthalten, fca Würfel zu 15 Pfg. gibt soviel Soße wie 2 Pmd Braten.
Bratensoße^1


