Damals ergab bk amtliche Untersuchung, dast bk Effploslon, dte 115 Tkrg knappen tötete und Uxt- teoen 20 Bergleuten schwere Berletzungen brachte, die Folge eine- S p r e n g s ch u f s e « war. Dieser Sprengschust mtstlang und verursachte dann ein Schlagendes IDetter.
Da» vynamlllager In Alsdorf war für solche Sprengschüsse gedacht.
Wenn bk Kohle aus hartem (Befiehl gefördert mcr- bcn sott, kommt ganz überwiegend die Sprengarbeit in Betracht. 3n bestimmter Richtung nx'rben mit der J)anb oder mit Bohrmaschinen 1! a ehe r von ein ober mehreren Metern Länge gebohrt und mit S p r e n g sl o s s e n gefüllt. 'Mo Sprenamittel benutzt man nicht nur DmiamitPatronen, fonbern auch unbere O^ploslustojse, nnb in solchen (Brnben, in bcnen Schlagende Weiter zu he- fürchten sind, werden sog. Sicherheitosprengstosfe angewandt, die etwas nngesährlicher sind, ohne frei- lirt) absolute Sicherheit zu gewähren. Nach der Sprengung wird das gelotterte (Hefteln dann mit der Keilhaue ober mit dem Trelbtell hernntergerlf- fen. Nun ist dieseo Sprengen eine der oernntmor» iungovollsten Arbeiten, die eo überhaupt Im Bergbau gibt. Die Dynarnltpatronen werben deshalb n ii r besonders erfahre n e n Bergleute n in die A'hiiib gegeben, l'o gehört ein bedeutendes Mast von Sachkenntnis und llrtellofählgkeit dazu, nm leben Schust richtig anzufetzen nnb ble Stärke der Svrenglabnng zu bestimmen, ble crforbcrlld) Ist, damit der Schnst die ihm bestimmte Gebirgoinaffe aus Ihrem Zusammenhang zu lösen vermag. Ist der Schlitz in solcher Nlchtuny gebohrt, bast er eine zu graste Geblrgvmaste bewältigen must, ober ist die Sprengladung nicht kräftig genug, so kann er die Ihm zugemutete Arbeit nicht leisten. Die (Hofe, die bei der Sprengung entstehen, suchen sich dann ble nie Stelle, ble in solchen Fällen gewöhnlich rlod) Ist, und bahnen sich dort einen Ausweg.
Vic Explostouvslamme wird dabei mit fürchterlicher Gewalt herauogetrieben und nimmt ihren weg 20 ober 50 Meter In den Stollen hinein. Trifft sie dort aus explosive Gase ober ans Kohlenstaub, so entsteht sofort ein Sd)lagendev Weiter.
Auf diese oder ähnliche Weise können in Bergwerken Grplosloneii entstehen, die wieder andere 11 n g 1 ü ck S f ä 11 e n a ch sich ziehen. Aus der Zeche Lothringen brach nach einem misslungenen Schutz ein verheerender Brand au«. 3n Alsdorf kann man noch nicht sagen, wa« geschehen ist. Aber eS ist nicht ausgeschlossen, dast auch dort ein Schuss sehlging und zu einem Schlagenden Wetter führte, welche- nun den Boden in Erschütterung »erlebte. Die Boden- toellen können dann da« Dtznamitlager erreicht und durch eine Aeihe unglücklicher Zufälle stoss- weise erschüttert haben, so dost eine Explosion au-brach
0o furchtbar da- AlSdorser Unglück auch Ist, so must man eS doch noch als einen glücklichen Umstand betrachten, dast die Dtznamiteffplosion ihren Hauptstoss nach oben richtete und den Förderturm uinstürzte, statt ihre Krasl in die Tiefe zu lenken. Denn dort unten waren weit mehr Bergleute alü über Tage, und Ne verheerende Wirkung wäre zweifellos weit gröster gewesen, wenn die tief in der Erde liegenden Schächte mit den dort arbeitenden Knappen zerstört worden wären. Aber auch so ist das Unglück schrecklich genug, da« wieder einmal das schwerkämpsende Armeekorps der Kohle geirossen hat, und In diesem Augenblick erinnert sich ganz Deutschland seiner grossen Dankesschuld an die ausopsernden Knappen, die die schwarzen Diamanten unter ständiger LebenSgesahr anS Tages- licht fördern.
Ein Augenzeuge berichtet.
Aachen, 21.0kl. (IU.) Ein Bergmann, der gerade von der Jliid)lfd)ld)l kam und Augenzeuge des fdjretflldjeii Unglücks wurde, erklärt, dast die Wirkung der Explosion geradezu verheerend gewesen fei. EI n furchtbarer Knall dröhnte plötzlich durch den ganzen Ort. Line riesige Stichflamme, begleitet von dunklen Rauchsäulen, schlug au, der Erde. Riauerslücke, Dachziegeln, Fensterscheiben, Bolkenstücke slogen umher und fielen klatschend auf die Slraste. Au, den Käufern stürzten In furchtbarer Panikstimmung die Menschen und eilten sofort an den Ort de« Unglücks. Da kamen auch schon b i e ersten verwundeten Bergleute u n b Angestellten mit blutenben Gesichtern, die unter ben Trümmern bee elngeslürzten Velegschastvge- bdubee hervorkrochen. Die ganze Schachlanlage, sowie der Jörberlnrm glichen einem einzigen Irüm- merhansen. Feuerwehr, Sanitälvmannslhasten unb Polizei waren alsbalb zur Stelle, nnb begannen mit des Bergung der Toten und verletzten. Inzwisck-en sind auch R e 11 u u g , iu a n n s ch a f I e n von der Ruhr und vom R i e d e r r h e i n an der Un- gliickvslellk eingelrosfen, und ble Mannschaft ber Fcche Rhein Libe au» bem Ruhrrevler ist um brel Uhr nachmittag» eingesahren. Für Stelle sinb austerbem noch Mannsdiasten der Feiste Sophia- 3akoba in kzückelshoven unb ber Zeche Friebrlch- steinrich in Mär». Die einhelmisdien Rettungsmannschaften hatten ben Hilfsdienst sofort mit 50 Geräten bei wechselnber Rlannschaft ausgenommen. Durch Selbsthilfe habe« sich an einer Stelle 14 Mann reiten können. .Zwischen einem nlebergestürzien Slollenslück halten 15 Ul«in eine Lücke mit ihren Jacken z u g e st o p f I, nm bas Einbringen der vraubgase zu verhinbern. von blefen konnten ble Rettungvmannschaslen 14 Mann no ch lebenb bergen.
OenionstrationSverboi in Baden.
Berlin, 21. Oft. (CNB.) Wegen wieberholler schwerer Z u s a m m e n st Ö st c zwischen Na- l t o n a I s o z t a I i sl e n nnb K o m m u n i st e n l n KarIar u h e. bei denen mehrere Personen sd)wer verlestl wurden, Hal der badische Minister des In» nern auf 0) und des Artikels 123 Absatz 2 der Reich«. Verfassung für das ganze Land Baden alle Anfamm- lungen und 'Berfammlungen unter freiem Himmel (Umzüge und Kundgebungen aus öffentlichen Strasten und Plätzen) wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit verboten. In der Anordnung des Ministers wird betont, dast notfalls eine Ausdehnung de» Verbotes and) auf öffentliche Versammlungen in geschlossenen Räumen erfolgen müsse. Die für Mittwoch In Karlsruhe geplante national- foziallslische Versammlung ist bereit» von der Polizei, blrcftlon Karlsruhe ve r 6 o t e n worden.
Der Reichskanzler verhandelt in Stuttgart.
Einigung mit den Süddeutschen über Finanzausgleich und Etatsgestaltung.
0tut tflart, 21. Oft. (Amtlich.) Reichskanzler Dr. Brüning, ReichSitnanzmlnifter Dr. Dietrich und der bayerische Minlsterpräjident Dr. Held trafen DlenSlagvormlltag In Stuttgart ein. 3n Begleitung des Reichskanzler« befand sich der wÜrtteml>erglsche Gesandte in Berlin, StaatScat Dr. B o S 1 e r , und Ministerialrat Bogels. 3n Begleitung des FlnanzministerS waren die Ministerialdirektoren Dr. Zarden, Dr. Dorn und Dr. v. Krosigk. Die Gäste wurden am Bahnhof vom StaatSpräfRenten Dr. B o 1 z empsangen. Im Laufe deS Bormittag« traf auch der badifche Staatspräsident und Finanzmlnist'.'rDr.Sch m l t t, der oadlsch? Minister Dr. Wtttemann sowie der b e s s l s che F i n a n zm l n i st e r D r. K t r n- berger mit ihren Beamten hier ein. Bon 11 Uhr bis 19 Uhr sand Im Staatsministerium eine Besprechung über daS SanterungSproaramm der Reichsregierung und feine Auswirkungen auf die Länder und Gemeinden ftait. Dabet wurde zwifck-en den Bertretern der Reichsregierung und der beteiligten Länder eine weitgehende 11 e betet it ft l m m u n g erzielt. Abends fand In den Räumen deS Staatsministeriums ein geselliges Zusammensein in engstem Kreise statt. Der Reichs- (aiyler fuhr abends nach Berlin zurück.
Ziu den Besprechungen deS Reichskanzlers mit den Finanzministern der drei süddeutschen Länder in Stuttgart, die den Zweck hatten, den sinanziel- len Plänen deS ReichskabinettS von vornherein eine sichere Mehrheit i m R e i ch S r a t zu geben und eine Einigung über den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden herbclzus ähren, schreibt die Rassische Zeitung:
Der bestehende Finanzausgleich läuft zwar noch bis zum 1. April 1932, und für daS kommende 2ahr wird deshalb zunächst eine provisorische Regelung eintreten, aber die Berechnungen de« RetchSslnanzminlsteriumS über die Dtatsgestaltung im kommenden Jahr setzten doch zum großen Teil eine Qlenberung der finanziellen Beziehungen zwischen Reich Ländern und Gemeinden voraus. ES must deshalb geklärt wer
den In welcher Lage ftch die Etats der Länder nach Durchführung der Reuordnung befinden. Mit Preusten haben bereit« während der Vorberatungen deS ReichStablnett« Berhandlungen statt- gesunden. Rachdem fetzt eine AuSspracl-e mit den süddeutschen Ftnanzmtntstern durchgeführl worden ist, werden Berhandlungen mit der sächstfchen Regierung ersolgen. AnsangS nächster Woche wird dann daS Reichskabinett den inzwischen vom RetchSstnanzmintstertum auSgear- betteten Haushaltsplan für da« Jahr 1931/32 beraten und voraussichtlich schon im Lause der nächsten Woche dem Reich S r a t autelten können.
Die Fürsorgelasten ber Gemeinden.
Berlin, 21. Oft. (BB.) 3n Anbetracht der Tatsache, dast eS in den Gemeinden mit mehr als 25 000 Einwohner zur Zeit rund 650 000 Wohl- fahrtSerwerbSlose gibt, und dast der jüngste Erlast deS ReichSarbeitSministers hinsichtlich einer Ausdehnung der Krtsensürsorge sogar w e s e n 111 d>e B e r fch l e ch t e r u n ge n für die Gemeinden gebracht hat, wenden sich diese erneut mit der Forderung an die Regierung, eine Umgestaltung de« Unter ft Übung« lo efenö vorzunehmen. Insbesondere sieht man darin eine neue Belastung, dast nur noch die au« der Arbeitslosenversicherung ausgesteuerten Personen In die Krisensürsorge übergeführt werden dürfen, nicht wie bisher die Arl>eitSlosen, die die Anwartschaft« f r t sl für die Arbeitslosenversicherung noch nicht erreicht haben, und die nunmehr die gemeindliche Fürsorge b e l a ft c n. E« siebt zu erwarten, dast der Deutsche Städtetag In diesem Zusammenhänge mit neuen Borschlägen an den Reichsfinanzmlnlster herantreten wird, um Ihn zu veranlassen, im Zusammenhang mit dem neuen Finanzausgleich eine grundlegende Aen- berung der Unterstühungsbestlmmungen im RelchSarbeltsministerlum durchzusetzen.
Reparaiionsbebatie in Renyork.
Oer Standpunkt der Amerikaner. - Schacht antwortet.
Reut) ort, 21. Olt. (TU. Funkspruch.) Aus einem Festessen der Foreign Pölich Association sand eine bemerkenswerte Aussprache zwischen Dr. Schacht und dem ehemaligen Mitglied der ReparationSkommisston John Fasler D u l 1 e S über den Boungplan und seine Beziehung zur Wellwlrlschast statt. Dutte« gab zu, dast die Pariser Konteren- die moralische Grundlage der Reparationsfrage völlig a uster Acht gelassen habe. Die Alliierten hätten nicht die Wiedergutmachung der KriegSschäden, sondern die Uebcrtragung der eigenen SchuIdenzah 1 ungen auf die Schuld t e r n D e u l s ch l a n d S im Auge gehabt. Deutschland sei abgerüstet, seine Rachbarn dagegen setzten die RüslungSpolitil trotz de« in Versailles seter- ^ichst gegebenen DersprechenS fort. Angesichts dieser Tatsachen sei daS Ergebnis der Relchs- lagSwahlen verständlich, vielleicht sei e« sogar unvermeidlich gewesen. Andererseits glaubte Dulle« aus eine gewisse Geldverschwendung In Deutschland Hinweisen zu müssen, so dast ein grosser Teil der jetzigen Schwierigkeiten selbstverschuldet sei.
Schacht stellte den optimistischen Ausführungen Dulle« über die wirtschaftliche Lage Deutschlands nackte und klare Zahlen de« deutschen Glend« entgegen. Gewiss habe die deutsche Wirtschaft einen beachtlichen Aufschwung genommen. Man dürfe aber nicht vergessen, dast Deutschland die Reparationszahlungen, den Einsuhrüberschust und den Zinsendienst für die Im AnSlande aufgenommenen Kredite lediglich aus Anleihen bestritten habe. Dieser Zustand könne unmöglich lange andauern. Der jetzige AuSsuhrüberschust sei daS Ergebnis der Berminderung der Einfuhr. Um seinen Bervsllchtungen nachkommen zu können, müsse Deutschland fünf Milliarden Goldmark jährlich au« Ausfuhrüberschüssen aufbringen. Eine derartige Steigerung de« deutschen Anteil« am Welthandel sei jedoch unmöglich, da die anderen Länder sich bagegen sträubten, dast Deutschland sie von den Absatzmärkten anSschalte. Die ReparationSsrage sei keine rein deutsche, sondern eine internationale Angelegenheit. Alle Bölker müßten an der Lösung Mitarbeiten. Dadurch könnte auch eine der Hauptursachen der Revolution ber Weltwirtschaft beseitigt werden.
Wenn die interessierten Mächte e« für zweckmäßig hielten, den durch den Boungplan eingesetzten sl ä n d i g e n beratenden A u « - schust Aufammcnlretcn zu lassen, könne eine Lösung ohne die Berkündung deS Moratoriums gesunden werden. Die Welt brauche keine revolutionären Gewaltakte Deutschland« zu fürchten, ebensowenig wie eine Gefährdung der deutschen Anleihen. Der Erfolg Hitler« stelle einen P r o t e sl der Massen im R a bm c n der Verfassung« tn ästigen Rechte dar. Die Ralionalsozialisten hätten der Welt ein War- nungSzeichen gegeben, weil sie die Selbstachtung bewahren und nicht unehrlich werden wollen.
Was sagt man in Paris zu einem Moratorium?
Paria. 22. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die Presse verzeichnet die assiziellen amerikanischen Dementis (|u den Gerüchten über ein Moratorium für die Schuldenzahlungen. Die Auoeinandersetzung über die Opportunität einer eventuellen Neuregelung des ganzen Schuldenproblemv wird jedod) fortgesetzt. Heute kommen ruhigere Stimmen zu Wort.
So schreibt „D etil Journal: Welche Ergeb» nisse Dr. Schad)! In Amerika auch erreicht haben mag, die Gerechtigkeit must man Ihm widerfahren taffen, dast er die einzig nützIta) eDe m arche versucht hat. — „Oeuvre" erklärt, was können mir verlieren, meint Amerika Europa eine Schulden erlästt und Deutschland dabei pro liiert? Dao würde beweisen, dast der Poungvlan ein gutes Geschäft gewesen wäre. Wir würden keinen einzigen Sau zu zahlen brauchen, und für
Der Reichslandbund fordert eine neue Notverordnung.
Berlin, 22. Oki. (ERB.) Das P r ä f l ö l um d e S R e l ch « 1 a n d b u n d e « bat an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, In dem auf die weitere Berfchärfung der Rottage der gesamten deutschen Landwirtschaft hingewiesen wird. Da durch die Bertagung de« Reichstage« bl« Anfang Dezember auf normalem gesetzgeberischem Wege bis dahin wiederum nicht« geschehen könne, und austerdem völlig dahinstehe, ob ber Reichstag Im Dezember gewillt unb fähig fei, den Schutz de« Absätze« landwirl
Produkte zu auskömmlichen Preisen burchzusühren, bestehe die bringende Gefahr, dast
Deutschland wäre das eine sehr beträchtliche Erleichterung. Haben mir ein Interesse an einer solchen Erleichterung für Deutschland? Zweifellos. Die letzten deutschen Wahlen sind durch austenpolitische Stro» mungen ebensosehr wie durch die Wlrftchaftsnot bc- ftlmmt worden. Europa »tust roünfdien, dast Deutschland zu gleicher Zeil vor dem Bolschewismus unb ber ftitler Bewegung gerettet wird.
Das Wirtschaftsblatt „I o u r n 6 e Jndu» ft r i c 11 e" aufiert Bedenken. Wenn Dr. Sd)ad)t» Auftreten in Amerika ein meitergebenbea Ziel verfolge. nämlich den Poungplan selbst in ber öffentlichen Meinung Amerikas In Frage zu stellen, so müstte bao Manöver sofort unterbunden merben. Wenn man nämlich dank eines doppelten Moratoriums in irgendeiner Form eine Revision ober eine Aenderung des Pouugstatuts gestattete, liefe Frankreid) Gefahr, in feinen Verpflichtungen gegenüber Amerika unberührt zu bleiben, da das Moratorium nicht dem Schuldenerlast gleid). komme, während zwischen Frankreichs Gläubiger» aniprud) und feinen Schuldenverpflichiungen eine tatsächliche Parallele bestehe.
Vie Auffassung in England.
Loudon, 21.Oft. (TU.) Die Mitteilungen des Washingtoner „Timea".Korrespondenten über Besprechungen sührender amerikanischer Persönlichkeiten hi ber Frage ber interalliierten Kriegsschulden haben In der gesamten englischen Presse lebhaften Widerhall gefunden. Allgemein wird betont, dast der Besuch Schachts mit dieser Angelegenheit an sich zwar nichts zu tun habe, aber des früheren Reichsbankpräfibenteu Anwesenheit in Amerika, so führt die „Times" aus, geben den Amerikanern Gelegenheit von feinen klaren Ansichten etiuao zu hören unb sich über die wirtschaftlichen Folgen unb Probleme klar zu werden, die sich aus den Tributzahlungen ergäben. Rein stimmung-mässig sind die Ausführungen des „Daily Telegraph" non besonderem Interesse.
Man bürk nicht vergessen, bast ble amerikanische Regierung sich zur Deckung des voraussichtlichen Fehlbetrages Im Staatshaushalt toeit- gehenb auf bk alliierten Zahlungen verlasse. Rach Lage ber Dinge fei eine ©teuer- erhöhung nicht auSgeschlossen. Wenn bann nachgewiesen toerben könnte, bast diese SleuererhÖhungen hervorgerusen würden durch da« Ausbleiben der alliierten Sch ul- denzahlungen, so würden ble verantwortlichen politischen Parteien bei den Wahlen zweifellos eine Riederlage erleiden. Die..Times" betont stark die finanzielle und wirtschaftliche Seile ber Frage. In ber Tity habe man sich Immer geweigert, zuzugeben, bast baS derzeit gültige Schulbenabkommen mit Amerika das letzte Wort sei. Man sei sich bewnstt, hast eine Erleichterung eintreten müsse, sobald Amerika den Dinflust der Schuldenzahlungen auf seinen Aust en handel fühle. Die Schuldenzahlungen seien zum grosten Teil für den Zulauf von Gold nach Amerika verantwortlich, so dast Amerika seinerseits sich seiner Beranlwortung al« ausländische« Anleihezentrum bewnstt werden müsse, denn wenn da« Gold für ben Handel brach liege, bann würde sowohl Amerika als auch die ganze Well leiben.
die diesjährige Ernte, die jetzt schon zum grosten Teil als D e r 1 u st g e s ch ä s t für die Landwirtschaft anzusprechen sei, tm vollen Umfange verloren fein werde. Der Relchslcmdbundl richte daher nochmal« an ble Reichsregierung da« brtngcnbe Ersuchen, bem Reichspräsidenten alle zur Rettung der Landwtrtschast erforderlichen Vorschläge, ble der ßanbbunb erst kürzlich erneut der Reichsregierung übermittelt habe, zwecks (Jr- lasse« einer R o t v e r o r b nu n g zu unterbreiten.
Oer Reichsbund der höheren Beamten.
Zuttt SattterttNüSProgramm der MeichsreftierunK.
Berlin, 21.Oft. (TU.) Der Reichsbund ber höheren Beamten Hal an ble Reichs- reglcrung eine Eingabe gerichtet, In der er bezmci- feit, dast die geplante öanierungsaftlon zu einer nachhaltigen Besserung ber deutschen Finanz- und Wirtschaftslage führen kann. Die P r e i s f e n k u n g drohe in den Ausschüssen zu versanden, bevor sie sich in den Bedarfsartikeln ausgewirkt habe. Die zur Zelt etwas rückläufige Jndexbewegung stände nur wenige Punkte unter bem zur Zeit der Befoldungs- reform geltenden Durchfdinittsfatz, nachdem-sie jahrelang über diesen Durä)fchnitt gestanden habe. Die den Beamten zugedachte neue Bela st ung stände im Gegensatz zu der in der gleichen Vorlage vorgesehenen E n 11 a ft u n g anderer Berufs- schichten und müsse zu einer weiteren Verschlechterung der ohnehin stark herabgefetzten Lebenshaltung führen. Dast die Besoldungsresarrn weit hinter dem staatopolltisch Notwendigen zurückgeblieben fei, gehe and) aus der Tatsache hervor, dast zahlreiche Beamtengruppen auch nach der Reform noch nicht 80 ü.S). ihres Frisdensrealge- Halts erreichten. Somit fehle jeder gerechte Grund, hier eine Gehaltskürzung vorzunehmen. Wenn es fld) um eine durchgreifende Sanierung handele, so dürfe diese nicht an den .hauplausgabeposten, namentlich den Reparationen, vorübergehen. Eine weitere ©anlerunlg ber brutschen Finanzen burch eine Verein fach ung und Verbilligung des Verwaltungsapparates liege durchaus im Sinne des Berufsbeamtentums: nur sei leider von dem mehrfad) gemachten Angebot ber Mitarbeit seitens ber Regierung kein Gebrauch gc- macht worben.
Keine Lanbiagsauflösung in Preußen.
Alle Anträge der Opposition abgetehnt.
Berlin, 21. Oft. In der Plenarsitzung de« Preuhlschen Landtages gedankt Präsident Bartels, während sich die Abgeordneten von den Sitzen erheben, der Grubenkatastrophe in Alsdorf.
Dann beginnt da« Haus die Beratung de« AusschustantrageS auf Kürzung der Abge - ordne tendiäten von jetzt 750 Mark monatlich auf 600 Mark, der angenommen wird.
Der deutschnattonate Antrag, mit der Neuwahl des Landtages gleichzeitig die all- gemeinen Kommun al Wahlen in Preusten vorzunehmen, wird a b g e 1 e h n t. Es soll nunmehr die Abstimmung stattfinden über den Antrag der Wirtschastsvarlel aus Auflösung de« Landtages. Es war allgemein erwartet worden, dast die Abstimmung eine namentliche sein würde. Vizepräsident Baumhosf erklärt, dast ein Antrag auf namentliche Abstimmung nicht vor-
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Wettervoraussage.
Sin Tlesausläuser ist in südöstlicher Richtung nach den Balkanländeril hin abgezogen und hat hn südlichen Deutschland zum Teil recht ergiebige Riederschläge verursacht. Runmehr steigt im Westen der Luftdruck an. Dadurch wird die West- wlndströmung vom hohen zum tiefen Druck hin vorerst weiter ausgeprägt so dast itoch Rebel und zum Teil auch Wolkenblidtlng auskommt. Allerdings wird dttrch den dauernden Zustrom der Kaltluft der hohe Druck von Westen s)er nach dem Festland angesaugt, so dast für später ruhigere« und mehr atifheiterndeS Wetter ztl envar- ten ist.
Aussichten für Donnerstag: Roch neblig, tagsüber wechselnd wolkig und aushei- ternb, Temperaturgeaensätze zwischen Tag und Rächt sich etwas verschärfend, meist trocken.
Aussichten für Freitag: Weiterhin Frühnebel, tagsüber etwa« nchigeres Wetter.
ßufttemperaturen am 12. Oktober: mittags 13,1 Grad Celsius, abends 6,9 Grab: am 22. Oktober: mornens 5,2 Grad. Maximum 13,9 Grab, Minimum 3,8 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Oktober abends 10,8 Grad; am 22. Oktober; morgens 9 Grad Celsius. — Niederschläge 0,7 mm. — Sonnenschelndauer vier Stunden.


