Gräfenbacher Hütte ein kleines Patenkind auf den Arm nahm.
Im Laufe des Nachmittags begrüßte der Reichspräsident in Eltville die Altveteranen. Hm 17 Hhr fand Empfang der Kriegerund Militärvereine statt. Nach dem Abendeisen brachten die Gesangvereine dem Reichspräsidenten ein Ständchen, an das sich ein großes Feuerwerk anschloß.
Wie man in Amerika über die inner- politische Lage in Deutschland dentt.
Washington, 22. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die innerpolitische Entwicklung der letzten Tage in Berlin, insbesondere die im Zusammenhang
Spionage für Polen verdächtigen Angehörigen des Freikorps Oberland zu erheben, und zwar soll die Anklage auf Mord lauten. Die Verhandlung dürfte das Schwurgericht Neiße kaum vor Oktober beschäftigen.
Kommunisten gegen Polizei.
Frankfurt a. d. O., 21. Juli. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es hier anläßlich eines „Roten Treffens" der KPD., an dem sich etwa 1700 auswärtige Kommunisten beteiligten. Zahlreiche Kommunisten versuchten, eine Abteilung der Polizei zu umzingeln und zu entwaffnen. Die eingesetzten Reserven, die der bedrängten Abteilung zu Hilfe kamen, wurden m i t Fahnen st angen und Stöcken tätlich angegriffen. Als die Beamten daraufhin von ihren
Der Reichspräsident bei der Weihe des neuen Rheinland-Befreiungsdenkmals in Mainz.
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mit der Auflösung des Reichstages stehenden Ereignisse haben hier beträchtliche Aufmerksamkeit erregt und viele Kommentare in den Blättern beider Parteien hervorgerufen. Liberale Blätter, die New Bork Times und Baltimore Sun erklären, daß es sich bei der Anwendung des Artikels 48 und der Auflösung des Reichstages um verfassungsmäßige Maßnahmen handele, und daß kein Diktator in Deutschland regiere, sondern das Bolk, das selbst bei den kommenden Neuwahlen zu entscheiden habe, was künftig geschehen soll. — Public Ledger und Washington Star wiederholen den von Parker Gilbert in seiner Schlußkritik am deutschen Etat erhobenen Borwurf, daß Deutschland in seiner öffentlichen Finanzgebarung in den letzten Jahren nicht die notwendige Sparsamkeit aufgebracht habe. Die Regierung Brüning habe begonnen, sparsam zu wirtschaften und den Haushalt zu balancieren. Eie sei aber von den extremen Parteien daran gehindert worden und daher gezwungen gewesen, den Artikel 48 anzuwenden. Washington Star erinnert daran, daß Amerika Hunderte von Millionen Dollars in deutschen Unternehmungen investiert habe, und daß infolgedessen Amerika an Deutschlands finanzpolitischer Entwicklung sehr interessiert sei.
Mordanklage gegen peier Martin Lampel und Genoffen.
Berlin, 21.Juli. (CNB.) Nach dem Scheitern des Amnestiegesetzes hat nunmehr das preußische Justizministerium den Oberstaatsanwalt in Neiße beauftragt. gegen den Schrift st ekler Peter Martin Lampel und seine ehemaligen Freikorpskameraden Schwenninger und v. Boll- w i tz Anklage wegen der Erschießung eines der
Gummiknüppeln Gebrauch machten, schleuderten die Kommunisten Steine, Flaschen, Bierseidel und andere Gegenstände auf sie. Erst als die Polizei ihre Schußwaffen fertig machte, ließen die Kommunisten von ihrem Angriff ab. Mehrere Polizeibeamte sind verletzt worden.
Die Regierungslrisis in Sachsen
Dr Weber versucht die Bildung eines Rcchtslabinetts.
Dresden, 21. Juli. (Tel.-Hn.) Der Ver- treter der Wirtschaftspartei, der früher« Finanzminister Dr. Weber, hat an sämtliche bürgerliche Fraktionen ein Schreiben gerichtet, in dem er ihnen folgenden Vorschlag für die Zusammensetzung des künftigen sächsischen Kabinetts unterbreitet: 1. Ministerpräsident und Finanzministerium: Wirtschaftspartei: 2. Stellvertreter des Ministerpräsidenten Justizministerium und Volksbildungsministerium: Deutsche B o l k s p a r t. : 3. Innenministerium: Deutschnationale Dvlkspartei: 4. Wirtschaftsministerium, Arbeits- u. Wohlfahrtsministerium: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Soweit zwei Ministerien einer Partei zufallen, soll Personalunion in Kraft treten. Die Minister haben zu erklären, daß sie mit einer Senkung ihrer Bezüge einverstanden sind. Als grundsätzliche Linien der Gesamtpolitik haben zu gelten: 1. Stärkung der Einheit des Deutschen Reiches. 2. Gewährleistung der staatlichen Ordnung im Lande: 3. Balancierung des Staatshaushaltsplanes, ohne Steuererhöhung, und 4. Besetzung der Deamtenstellen nach Vorbildung und Tüchtigkeit. Dr. Weber bittet die Fraktionen dringend, alle berechtigt erscheinenden Wünsche zurückzustellen, da er augenblicklich einen anderen Weg zur Bildung
einer nationalen Regierung auf parlamentari- schcr Grundlage für ausgeschlossen halte.
Entscheidend für die Entschließung Dr. Webers, den Nationalsozialisten das Innenministerium nicht zu übertragen, war die Ablehnung des Staatsgerichtshofes, eine einstweilige Verfügung an das Reich zu erlassen, die Polizeivorschüsse an Thüringen zu zahlen. Wie die „Telegraphen- Hnion" erfährt, steht die Landtagsfraktion der Nationalsozialistischen Partei diesen Vorschlägen Dr. Webers nicht vollkommen ablehnend gegenüber. Wenn nicht besondere Ereignisse eintre
ten, kann öamit gerechnet weroen, daß die Nationalsozialisten in der Dienstagssitzung des Sächsischen Landtages, auf deren Tagesordnung auch die Wahl des Ministerpräsidenten steht, die Wahl Dr. Webers durch Abgabe weißer Stimmzettel ermöglichen werden. Uir die Demokraten ist der Stein des Anstoßes dadurch beseitigt worden, daß den Nationalsozialisten nicht das Innenministerium übertragen werden soll. Auch die Zustimmung der Dolksnatio- nalen Reichsvereinigung ist so gut wie sicher.
Aegypten vor der Revolution.
Der Konflikt zwischen König Zuad und den Rationalisten. - Barrikadenkämpfe in Kairo. - Wie verhält sich England?
London, 21. Juli. (WTB.) Die Blätter melden aus Aegypten, daß in Kairo und Alexandrien U n - ruhen befürchtet werden. Die Regierung Sidky hat beschlossen, eine Kundgebung zur Unterstützung des Parlaments zu verhindern, die die Führer des Wafd, der ägyptischen nationalistischen Partei, in Kairo veranstalten wollen. Eine Proklamation ist veröffentlicht worden, in der die Absicht der Regierung, die Ordnung aufrechtzuerhalten, verkündet wird und sowohl die Abgeordneten als auch die Oeffentlichkeit vor der erwähnten Kundgebung gewarnt werden. Truppen werden bereits auf dem Platze neben dem Parlamentsgebäude versammelt. In Kairo und Alexandrien herrscht Nervosität. Kairo strotzt an allen wichtigen Plätzen von ägyptischen Truppen mit aüfgepslanz- ten Seitengewehren. Offiziere sind in der Königlichen Oper in der Nähe des Hauptplatzes untergebracht. Kairo gleicht einem bewaffneten Lager. Die Wafdisten erklären, sie würden das Parlament stürmen und trotz des Verbotes der Regierung eine Sitzung abhalten. Die Regierung ist entschlossen, dies mit Waffengewalt zu verhindern. Seit den furchtbaren Ereignissen des Jahres 1919 ist die Lage niemals so beunruhigend gewesen. Bei den Gas- und Wasserwerken, am Parlamentsgebäude, den Eisenbahnstationen und den Bureaus der wafdfeindlichen Blätter steht Militär in Bereitschaft. Man erwartet, daß die meisten Geschäfte schließen werden. Viele von ihnen haben ihre Räume verbarrikadiert. Agitatoren der Wafdpartei suchen die Polizei und die Truppen durch aufrührerische Propaganda zu beeinflussen.
Die Regierung beabsichtigt, ihr Aeußerstes zu tun, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. W ach e n find an den Bahnlinien aus
gestellt worden und haben Befehl erhalten, auf jedermann, der den Versuch unternimmt, die Bahnlinien zu zerstören, zu feuern. In einer Wafd-Versammlung in Kairo ist beschlossen worden, den König zu ersuchen, eine außerordentliche Si hung d es P a v-l g,jn ents einzuberufen. Dies wird als Schritt des Wafd angesehen, die Verantwortung für etwaige Unruhen König Fuad zuzuschieben. Der „Daily Telegraph" verbreitet sich über Wafd-Intrigen in London. Er erklärt, die zahlreichen Wafddelegierten auf der Interparlamentarischen Konferenz hielten Staatssekretär Henderson vor, daß die britische Arbeiterregierung nur durch eine Wafdregierung eine endgültige englisch^ägyptische Regelung zustande- bringen könnte: Henderson und seine Kollegen seien leider geneigt, diesen irreführenden Darstellungen Glauben zu schenken.
Die Führer des Wafd haben nun doch beschlossen, die angekündigte Kundgebung, die die Regierung mit allen Mitteln verhindern wollte, nicht zu veranstalten. Die Lage ist trotzdem nach wie vor sehr gespannt. Die Hauptstraßen werden von der Polizei überwacht und in der Nahe des Parlaments sind starke Militärposten im Stahlhelm zu sehen. Kleine Ansammlungen auf dem Hniversitätsplatz konnten von der Polizei schnell zerstreut werden, nachdem Rohlinge allerdings verschiedene Kandelaber zerstört und einige Bäume entwurzelt hatten. Bei einer anderen Kundgebung in der Nähe des Wohnsitzes des britischen Oberkommissars kam es gleichfalls zu einem Konflikt mit der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde. Auch hier gelang es der Polizei, mit einigen Schreckschüssen die Mengs
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Wiesbadens Jugend begrüßt den Reichspräsidenten vor dem Beginn des großen Freilicht-Festspkls „Deutschlands Strom", das der Reichskunstwart Dr. Redslob entwarf.
Raum ist in der kleinsten Hütte.
Don Charlie Roellinghoff.
. Der letzte rote Schimmer ist verblichen, und starr und dunkel liegt das steinerne Meer. Die Zacken der Funtenseetauern leuchten noch einmal auf, grüßen den alten Vater Wahmann drüben und verhüllen dann die Häupter.
Herr und Frau Schmidt, zusammen zweihundert Kilo Lebendgewicht, stehen totrnüde vor dem Hüttenwart.
»Bitte um ein Zimmer", sagt Herr Schmidt.
„Zwei Betten", fügt Frau Schmidt hinzu.
„Nix mehr frei , sagt der Hüttenwart, jeder Zoll ein absolutistischer Herrscher. „Sie kriegen je eine Matratze. Eine Treppe, Herren links, Damen rechts."
Frau Schmidt begehrt auf:
„Auf keinen Fall. Ich muh mit meinem Mann zusammen ..
»Nix mehr freil" sagt der Herrscher.
Herrn Schmidt wird die Sache peinlich. Er zuckt die Achsel und redet zu:
„Sieh, Herminchen — wenn nun mal nichts frei ist...
Frau Schmidt versucht ihn mit einem vernichtenden Blick zu töten.
Sie gehen hinauf.
Herr Schmidt schiebt die Gattin nach rechts ab und betritt den Herrenschlafraum. Er gewahrt vierundzwanzig Matratzen mit dreiundzwanzig Rucksäcken und sonstigem Dergzubehör. Ein Lager, ganz am Wandende, ist noch frei, und auf ihm beginnt Herr Schmidt seine schwere Ladung zu löschen.
Die anderen dreiundzwanzig Gäste lärmen noch unten vor der Hütte. Dreiundzwanzigstimmig suchen sie den Erbauer des Waldes (hoch da droben) zu ermitteln.
„So'n Skandal!" konstatiert Herr Schmidt, trüber Vorahnungen voll, und streift ächzend die blaue Originalgebirgsjacke ab. Er will nur schlafen, schlafen, schlafen ..
„Eduard!?"
Frau Schmidt hat die Tür halb geöffnet. Eduard seufzt unmerklich auf und gibt mit äußerster Selbstbeherrschung zurück:
»Du wünschest, mein liebes Kind?"
„Ich fürchte mich so da drüben, allein ... Hnd dann — knöpf' mir bitte mein Dirndl auf!“
Nach zehn mühseligen Minuten ist Frau Schmidt fort, und Eduard versenkt fünf Dirndlknöpfe in die Sammelbüchse des Alpenvereins. Darm macht er sich an seinen Hosenträgern zu schaffen.
Nur der dünne Hemdenstoff trennt ihn noch von Adam, als die Gattin neuerdings in der Tür steht.
„Eduard, das Zahnpulver!"
Eduard verschluckt etwas sehr Hnchristliches und reicht seiner Frau das Zahnpulver.
Dann streckt er sich nieder. Von unten tönt Lachen und Gesang. Herr Schmidt denkt nur an Schlafen ...
Die Matratze besteht aus drei zusammengerückten Teilen. Schmidt streckt sich wohlig, wobei der unterste Teil seines Lagers mit den Füßen von dannen fährt und einen gefüllten Waschkrug mit sich reiht. Herr Schmidt bekommt nasse Füße, die er mit einem herrenlosen Strickbinder zu trock- ncn versucht. Wieder dehnt er sich. Diesmal nach oben zu. Wobei sein Kopf vehement gegen die Rohbalken fährt.
Dann dost er sanft hinüber.
Nicht für lange. Genagelte Bergstiefel donnern hinaus. Die Dreiundzwanzig gehen zu Bett. Verzweifelt hort Herr Schmidt Gesprächsbrocken:
„... und das letzte Stück über den Grat zum Gipfel — grauenhaft, sage ich ..."
„... Na — man kann ja von hier nicht an die Bank telegraphieren ..."
. Na — ich habe verkauft! Jawohl!" „Was ist denn das hier für ein Schwein!?" Letzteres gilt Herrn Schmidt. Der' Inhalt des von ihm aus dem Gleichgewicht gebrachten Waschkruges hat sich über einen fremden Rucksack ergossen. Der Besitzer des Rucksackes führt erne Wanderlampe mit sich. Hn& ein Päckchen bes dazu gehörigen Karbids. Nun vertragen sich Wasser und Carbid schlecht ...
Endlich ist das letzte Licht verloscht. Derein- ge Schnarcher erbrausen. Eben will Herr ^hmidt entschlummern, als es klopft. Er beschließt, nichts mehr hören zu wollen, und vergrabt sich unter der Decke. Heberdies pflanzt er beide Zeigefinger in di« Ohren.
Es klopft stärker. Dann eine sehr weibliche Stimme:
„Ist denn mein Mann nicht drin? Herr Schmidt? Eduard!!!"
Wutgebrüll erhebt sich. Dreiundzwanzig Stimmen schreien:
„Der Kerl soll sich doch melden! Schmidt! Schmidt!"
Frau Schmidt tritt todesmutig herein.- Im nächsten Augenblick liegt sie. Der Betreffende stößt wilde Schmähungen aus. Frau Schmidt tappt mit dem Rufe: „Eduard!" weiter ...
Herr Schmidt nimmt im ersten Schlafe die Firmer aus den Ohren. Im selben Moment ist er wach. Hm ihn herum tobt die Brandung des gestörten Schlafes von dreiundzwanzig Mitmenschen. Dazu sein irrendes Weib ... Entsetzt richtet er sich auf und fährt mit dem Musikantenknochen gegen einen Eispickel. Ein doppelt gestrichenes „A" ertönt ...
„Hermine! Hierher!" ruft Herr Schmidt allem Schmerze zum Trotze.
Sie haben sich gefunden. Dreiundzwanzig Stoßseufzer ertönen. Schon schnarcht es wieder hier und dort ...
„Was gibt es, mein Schah?" fragt Herr Schmidt tonlos.
„Mein Waschlappen, Eduard. Er ist in deinem Rucksack!"
Eduard ist einigermaßen unangenehm enttäuscht. Er hatte mindestens mit einem bewaffneten Raubübersall gerechnet
„Ich habe deinen Waschlappen nicht, liebes Kind!"
„Doch, ich weih es genau. In deinem Rucksack liegt er. Obenauf!“
„Aber liebes Kind — wenn ich dir doch sage ..."
„Entschuldige schon, die Rucksäcke habe ich gepackt!"
„Darum liegt wohl auch dein Waschlappen in meinem Rucksack, wie?"
„Hnterlasse doch wenigstens nachts deine An- pöbeleien!!!“
„Wenn du nachts deinen Waschlappen suchst!!!?“
Schauerliche Schreie nach Ruhe erschallen. Ein gutgenagelter Bergstiefel trifft Eduards armes Genick, Er stöhnt auf:
„Hermine!"
„Gib mir meinen Waschlappen!"
„Ich hab ihn nicht!"
„Du hast ihn! Natürlich — deinetwegen könnte ich ungewaschen bleiben!"
Herr Schmidt entzündet ein Licht.
„Licht aus!!! Schlafen lassen!!! Ruhe!!!"
Frau Schmidt schluchzt laut. Herr Schmidt kramt fluchend im Rucksack. Dabei öffnet sich die Thermosflasche mit dem Kakao. Der Nachbar kommt auf diese Weise unverhofft zu einem heißen Fußbad. Im Schlafe murmelt er:
„Bitte gut nachfrottieren!...“
„Hast du ihn?" fragt Frqu Schmidt. •
„Pfui Teufel!" keucht Eduard, die Rechte im Marmeladentopf. Der Waschlappen ist unauffindbar. Eduard sagt es seinem Weibe. Sehr energisch und mit dem flehenden Zusatze, sie möge ihm und den dreiundzwanzig Genossen seines gestörten Schlafes endlich Ruh« schenken!
Entsetzt über soviel Roheit will sich Frau Schmidt entfernen. Sie tappt ins Dunkle. Herrn Schmidt packt die Reue. Zudem hat et durch einen Zufallsgriff einen, wenn auch fremden, Waschlappen gefunden: er eilt der Gattin nach, die längst wieder über eine Matratze gefallen ist.
Herr Schmidt bückt sich, ergreift einen Arm und ruft:
„Ä'ongn Schah, steh auf!“
Der Arm gehört einem volljährigen, ausgewachsenen, robusten Alpinisten und saust mit urwüchsiger Kraft gegen Eduards armen Kopf. Dazu ein Schrei.
„Was fällt Ihnen denn ein, Sie Affe!"
„Rrrrrruhe!!! Schmeißt den Kerl hinaus!!!"
„Warum hilfst du mir nicht, Eduard!" weint Hermine irgendwo.
Endlich sind beide in dem Vorraum, der die beiden Schlafräume trennt.
Herr Schmidt bebt vor Kälte. Don allen Seiten zieht es. Sein Hemd flattert. Die Gattin ruht ohnmächtig in seinen Armen.
Er läßt sie in die Samenabteilung gleiten und schleicht wankend zu feiner Matratze.
Bleischwer sinkt er nieder, einen fremden, feuchten Waschlappen in der Rechten. Zieht die Decke über den Kopf, während eine eherne Stimme ins Zimmer dröhnt:
»Auf stehen zum Sonnenaufgang!!!"


