Ausgabe 
22.5.1930
 
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dererseits dürfe es aber auch nicht so dargestcllt werden, als sei die Reichswehr schwach und hilf, los. Sie sei stark genug zum Schutze des Landes. Das sei auch notwendig, solange in Europa bedauerlicherweise die politischen Zu. stände noch so sind, daß gegebenenfalls mit einer Verletzung der Neutralität und der Grenzen Deutschlands zu rechnen ist. Die Sozialdemokraten wollen alles zum Schutze des Londes tun, aber sie sind nicht der Meinung des Ministers, daß alle Möglichkeiten des Versailler Vertrages aus. geschöpft werden müßten. Noch mehr als im Vor. lahr stehen im diesjährigen Wehretat d i e A u S. gaben in starkem Gegensatz zu der

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Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht worden. Wir wollen die Waldbesitzer davon überzeugen, daß die Bildung von Wald, und Wege-Ge- nossenschaften in ihrem eigensten Interesse liege. Für die nationalsozialistische Betätigung an der Försterschule sei kein Beweis erbracht worden. Die weitere Umorganisation würde uns nur aushalten.

Abg. Schöpflin (Soz.) unterstreicht die Erklärung des Ministers, die Reichswehr keine Angriffswaffe sei.

zurückgezogen, da sich die Desahungsarmee schon seit längerer Zeit auf den im Mai zu erwartenden Räumungsbefehl einrichtete. Größere Schwierigkeiten werden sich ergeben bei der Uebergabe des beschlagnahm tenEi.

s. Die Festsetzung und Abschätzung der )ird die meisten Schwierigkeiten machen.

Möglichkeit, die uns der Versailler Vertrag läßt, muß ausgenutzt werden, sobald sie einen Kräftezuwachs für die Verteidigung bietet. Gegen jede Zersetzung der Wehrmacht Kräftezuwachs für die Verteidigung bietet.

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Die Abstimmung ergibt die Bestätigung der Ausschußbeschlüsse. 'Bezüglich der Kinder- zuschläge für Kinder vom 16. bis 21. Le­bensjahr bleibt es bei der von Sozialdemokraten und Zentrum vorgeschlagenen gestaffelten Rege- hing, dagegen stimmten Volkspartei, Dolks- rechtspartei, Demokraten, Deutschnationale und drei Zentrumsmitglieder.

Von den deutschen Behörden wird die Forde­rung aufgestellt, daß die Liebergabearbeit bis zum 1. Juli beendet sein soll, so daß die Be­lassung von Llebergabekommissionen nach diesem Zeitpunkt nicht mehr als notwendig erscheint. Der Abmarsch von geschlossenen französischen Truppenabteilungen aus Mainz hat am Montag­nachmittag begonnen und wurde am Diens­tag fortgesetzt. Die Verladung der Truppen geschah im Mainzer Hauptbahnhof. Sämtliche O-Zügc in Richtung StraßburgSaarbrücken- Paris sind seit Montag mit nach Frankreich zu­rückkehrenden Familien von Desatzungsangehörigen überfüllt. Beim Abmarsch der Truppenteile sammelte sich zahlreiches deutsches Publikum aus Neugierde an, verhielt sich aber ruhig und kor- rekt. Der größte Teil der zur Geheimpoli- z e i der französischen Rheinarmee (Suret6) ge­hörigen Beamten ist bereits nach Frankreich zu- rückgetehrt und dort in den Dienst der Zivil­polizei getreten.

Oer Wehretat vor dem Reichstag

Minister Groener tritt für Wehrhasterhattung der deutschen Jugend ein.

Lieber den Kapverdischen Inseln.

Praia (kapverdische Inseln), 21. Mai. (2BTB.) Das LuftschiffGras Zeppelin" hat heute abend 6.05 Uhr Ortszeit d i e Stadl Praia auf den kapverdischen Inseln überflogen und Post a b g e w o r f c n. Ls hat nunmehr über d i e Hälfte des Weges zwischen Spanien und dem nächsten Punkt der brasilianischen Küste zurückge­legt. Das Erscheinen desGras Zeppelin" bedeutet für die kapverdische Inselgruppe eine mit Span­nung erwartete Sensation. Nachdem die Bevölke­rung zwei Stunden lang erwartungsvoll nach dem Luftschiff Ausschau gehalten Halle, tauchte es end­lich am nördlichen Horizont auf und kam langsam näher. Es flog so niedrig, daß die Pas­sagiere deutlich zu erkennen waren. Die genaue Lage des Postamtes war der Führung anscheinend bekannt, denn das Luflschifs steuerte direkt darauf zu und lieh einen p o st s a ck, der an einem kleinen Fallschirm befestigt war, fallen. Ls überflog sodann die Skadt, verweilte einige Mi­nuten über dem Landungsplatz der Postflugzeuge und nahm bann mit erhöhter Geschwindigkeit Kurs nach Südwesten.

Beim Luftschifsbau sind folgende Funksprüche von Bord desGraf Zeppelin" eingegangen:15.10 Uhr amerikanischer Zeit Kapverdische Inseln erreicht. Postabwurf Sao Thlago. Alles klar." 22 Uhr MEZ.: posksack 18 Uhr Porto Praia abge­wogen, fiel auf Dach. Schwarze Bevölkerung und zahlreiche hochbeinige Schweine jäh aus Phlegma gescheucht. Insel gebirgig und steril, in Tälern rela­tiv grün. Kurs pernambuco.

pernambuco in Erwartung des Graf Zeppelin/

Neuyork, 22.Mai. (TA. Funkspruch.) Wie aus Pernambuco gemeldet wird, rüstet sich die ganze Stadt zum Empfang desGraf Zeppelin". Vor den Fenstern der Zeitungsgebäude stehen große Menschenmengen, die die letzten Standortmeldungen des Luftschiffes lebhaft be­sprechen. Die ganze Bevölkerung Pepnambucos ist bereits jetzt in größter Aufregung. Nach der Ankunft des Luftschiffes sind zahl­reiche Festlichkeiten geplant, darunter ein großes Gartenfest beim Gouverneur am Samstag. 3n Eisenbahnzügen und Automo­bilen treffen stündlich Tausende von Menschen aus den verschiedenen brasilianischen Staaten ein,

Daten für Freitag, 23 Mai.

Sonnenaufgang 3.59 Uhr, Sonnenuntergang 19.55 Uhr. Mondaufgang 2.16 Uhr, Monduntergang 14.14 Uhr.

1498: der Reformator Girolamo Savonarola in Florenz verbrannt: 1618: Beginn des Dreißig­jährigen Krieges: 1707: der Naturforscher Karl von Linn6 zu Rashult in Schweden geboren: 1838: der Geograph Alfred Kirchhoff in Erfurt ge­boren; 1886: der Geschichtsforscher Leopold von

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Heimwehrführung jedenfalls gleich erteilt werden: Sofortige^Dornahme der Durchfüh-

um der Ankunft desGraf Zeppelin" beizu­wohnen. Die Hotels sind überfüllt und auch auf dem Flugplatz Campo Alfonso haben sich bereits Neugierige eingefunden. Die Behör­den tun alles, um auch nur die geringsten Schwierigkeiten zu vermeiden. Die Regierung hat 12 000 Dollar zur Deckung sämtlicher Un­kosten während der Drasilienfahrt des Zeppelins zur Verfügung gestellt. Aus den brasilianischen Südstaaten sind zahlreiche deutsche Kolo- nisten eingetroffen. Auf dem Flugplatz sind große Fässer mit mehreren tausend Litern deutschen Benzins angeführt worden. 3n ganz Pernambuco wird ein wahres Volksfest vorbereitet. Ein brasilianisches Flugzeuggeschwa­der wird dem Luftschiff aufs Meer hinaus entgegenfliegen und es einholen. Das Wetter und die Sicht sind gut.

Auf dem Landungsplatz mit seinem der Sicht­barkeit rot-weiß angestrichenen Ankermast ent­wickelt sich bereits lebhafte ste s Treiben in der nach Tausenden zählenden Menge, die aus .dem Hinterland und den Nachbarstaaten zusammengeströmt ist, um den Zeppelin zu sehen. Auch sonst selten gesehene Typen kann man beobachten, wie zum Beispiel sogenannte Sertanejos, mit Flinten und Patronen­gürteln ausgestattete Siedler der abge­legenen Gegenden. die der Zeppelinlan­dung wie einem Wunder entgegensehen. ''

Ohne Landung Weiterflug nach Rio?

Neuyork, 21. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Ass. Preß aus Pernambuco hat Dr. Eckener den Behörden des Landungsplatzes durch Funkspruch mitaeteilt, daß derGras Zeppe­lin" kurz nach lOUHr vormittags Orts­zeit in Pernambuco eintreffen werde. In Natal fing ein Amateurfunker einen Funkspruch des LuftschiffesGraf Zeppelin" auf, demzufolge Dr. Eckener in einem Gespräch mit Passagieren nach der Abendmahlzeit äußerte, es sei noch unent­schieden, obGraf Zeppelin" in Pernambuco zur Wasseraufnahme landenoderdirektnach Rio de Janeiro fahren werde. Der Tag war etwas trübe, doch brach bei den Kapverdischen Inseln verschiedentlich die Sonne durch die Wolken und es bot sich den Passagieren ein herrliches Panorama. Dr. M e g i a s hat ein während der Reise erkranktes Mitglied der Mannschaft behandelt. Dr. Megias bemerkte, der Fall beweise die Not­wendigkeit eines Arztes an Bord eines Luftschiffes während der Transatlantikreisen, da viele Passagiere nicht an solchechöhen g e m ö h n t seien. Die Mehrzahl der Passagiere beschäftigte sich, so heißt es in dem Funkspruch weiter, während des gestrigen Abends mit der Niederschrift ihrer Eindrücke.

Heimwehrsorderungen zur Entwaffnungsakiion.

Ein Memorandum an Bundeskanzler Schober.

Wien, 21. Mai. (WTB.) Nach einer Korre- fpondenzmeldung hat die Bundesführung der Heimwehr an den Bundeskanzler Dr. Schober bezüglich der Freitag einzubringenden Novelle zum Waffenpatentgesetz ein Schreiben gerichtet, in dem sie dem Bundeskanzler vorschlägt, daß die Staatsexekutive unterMitwirkung der Heimwehren die Entwaffnung der staatsfeindlichen und volkszersetzen­den Elemente durch führen soll. Für die Zeit der Durchführung dieser Maßnahmen soll ein von der Dundesführung vorgeschlagener Vertrauensmann das Innenministe­rium übernehmen und an denjenigen Stei­fen, denen die Polizei sowie die Gendarmerie unterstehen, sollen Vertrauensmänner der Heimwehren eingesetzt werden. Das LandbundorganNeues Wiener Extrablatt" ' schreibt zu dem Memorandum der Heimwehr an den Bundeskanzler Schober u. a.: Mit der Ucber- reichung ihres Memorandums an den Bundes­kanzler Schober hat die Bundesleitung der Heim­wehren eine ernste und für die Heimwehrfüh­rung sehr kritische Lage geschaffen. Daß die Bundesleitung den Mut findet, dem Ches der Regierung ein Memorandum mit derartigen For­derungen zu überreichen, muß als beispielloser Vorgang bezeichnet werden. Da sich dieses Me­morandum ebenso wie gegen Parlament und Parteien gegen die Regierung richtet, ist ein geschlossenes Vorgehen aller dieser Faktoren un­bedingtes Erfordernis. Eine Antwort wird der

Berlin, 21. Mai. In der Mittwochsitzung des Reichstages wurde begonnen mit der zweiten Be­ratung des Haushalts des R e i ch s w e h r rn i n i st e- r i u m 5.

Reichswehrminister Groener:

In der Presse des Auslandes, ja sogar in unserem eigenen Vaterlande, wird die Meinung verbreitet von dem militärisch angriffslüsternen Deutschland. Tatsächlich ist aber Deutschland abgerüstet und seine Wehrmacht ist keine Angriffs- waffe. Das zeigt schon der Vergleich unseres 100 000-Mannheeres mit der französischen Armee, deren Friedensstärke über 1 Million, deren Kriegs­tärke 9,650 Millionen beträgt. Der neue Chef des ranzöfischen Generalstabs, den wir 1918 als charfen, aber klugen und ritterlichen Gegner kennengelernt haben, joirb hoffentlich feine große Autorität dafür einsetzen, daß jene unwürdige und heuchlerische Deklamation von der angeblichen deut­schen Gefahr aufhört. Trotz dieser Wehrlosigkeit muß bei uns alles geschehen, daß wir gegen jede Verletzung der Neutralität und jeden Gebietsraub auftreten und uns wehren können, sonst wird uns auch der Völkerbund nichts nutzen. (Bei­fall.) Wir müssen unsere Wehrhaftigkeit erhalten und ihren Geist auch in der Jugend pflegen, zumal bie Abrüstung ber übrigen fiänber, auf die wir Anspruch haben, keine F o r t sch ritte macht. Man spricht von beut- schen Geheimrüstungen. Ieber Fachmann weiß aber, baß eine geheime Rüstung unter den heutigen Verhältnissen ganz un­möglich ist. Solche Angriffe, wie sie neuerbings mieber Poincar6 erhoben hat, finb also als un- finnig zu bezeichnen. Die Ausgaben für die Wehrmacht betragen bei uns 4 Prozent des Ge­samthaushalts, in Frankreich aber 27 Prozent und in Polen sogar 29,3 Prozent. Auf den Kopf der Bevölkerung kommen bei uns an Wehrausgaben 11 Mark, in Frankreich aber 57,50 Mark. Jede

Räumungsvorbereitungen.

Der Rücktransport der Besatzungstruppen.

WSN. Mainz, 21.Mai. Heber den Rück­transport der Desatzungstruppen der dritten Zone stehen Einzelheiten zur Zeit noch nicht fest, jedoch ist die Anweisung ergangen, daß die Neineren Städte zuerst geräumttoer» den sollen. So werden die Städte der Pfalz, Garnisonen an der Mosel und an der Rahe zu­erst von den Desahungstruppen befreit fein. Wiesbaden und Mainz behalten a m längsten die französische Besatzung. In Mainz wird bis zum 30. Juni ein Kommando bleiben, bas zu einer noch festzusehenden Stunde die französische Trikolore einholt und mit diesem Einholen das Ende der Be­satzung in der gesamten dritten Zone verkün­det. Bisher wurden etwa 20000 Mann

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allgemeinen Finanzlage. Wir müssen bei verschiedenen Positionen Streichungen beantragen.

Abg. von Lettow-Vorbeck (Oni):

Wir können uns nicht der Meinung ,an- schliehen, daß im Reichswehretat noch größere Ersparnisse möglich wären. Dermilitärische Gei st in der Reichswehr ist ganz vortrefflich, ebenso das Verhältnis von Offizier und Mannschaft. Gegen politische Zer- sehungsbestrebungen muß nachdrücklich einge­schritten werden. Die Reichswehr soll nicht einer politischen Richtung, sondern der Volksgesamtheit dienen. Der Wehre tat ist zu sparsam ausgestellt. Als An­griffswaffe kommt die Reichswehr gegen die Millionenarmeen nicht in Frage; aber ein ge­wisser Schuh liegt darin, wenn der Gegner weiß, daß wir nicht wehrlos sind. 3n der Frage des Panzerkreuzers B hätte die Regierung nicht auf die Führung verzichten dürfen. Der Minister, der die Möglichkeiten des Versailler Diktats ausschöpfen will, muß auch die Bau­rate für den Panzerkreuzer fordern. Wir wollen Deutschland wehrhaft und bündnis- fähig machen. Wir wollen die deutsche Jugend zum Wehrwillen erziehen.

Abg. Ersing (3 ):

Wir brauchen die Reichswehr als ein Instru­ment der Verteidigung. Dem Friedensgedanken wird nicht damit genützt, wenn deutsche Zei­tungen das Gerede von geheimen Rü­stungen weitertragen. In Straßburg hat eine französische Zeitung der Richtung Herriot eine derartige Mitteilung des ..Berliner Tageblatts" wiedergegeben, das sei ein Be­weis für das Bestehen geheimer deutscher Rüstungen. Während Deutschland vollständig ab­gerüstet ist, ist in der Abrüstung der übrigen Mächte kein Fortschritt zu verzeichnen. Auch die Hoffnungen auf die englische Arbeiterregierung Macdonalds haben sich nicht erfüllt. Bei dieser Lage mußte es befremden, daß auf der Tagung der sozialistischen Internationale in Berlin ausgerechnet gegen den geplanten Bau des deutschen Panzerschiffes B protestiert wurde. Die Art der Propaganda, die die Deutsche Friedensgesellschaft in einer ihrer letz­ten Broschüren treibt, schädigt Deutschland mehr als manche Hurra-Rede eines alten Gene­rals, denn diese Broschüre kommt auf Grund ganz unzutreffenden Materials zu dem Schluß, daß doch geheime Rüstungen von der Reichs­wehr gefördert werden. Das Zusammentreffen von Lettow-Vorbeck mit seinem Kriegs­gegner General Smuts war eine bessere Frie­densarbeit als die unwahre denunziatorische Art, wie auch deutsche pazifistische Kreise um die Friedensgesellschaft herum ihre Propaganda trei­ben. (Beifall rechts.) Diese Kreise haben meist

Oer Forstetat

im Hessischen Landtag.

Darmstadt, 21. Mai. (WHP.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 1/111 Uhr. Es be­ginnt die Einzelberatung des Etats bei Kapitel 1Forst- und Kameralgüter unter Fvrst- Pertoaltung.

2lbg. Schott (D. Dp.) wünscht, daß in der Umorganisation der Forstverwaltung nun endlich Schluß gemacht werde. Die Deförsterungsbei- träge der Gemeinden und Privaten sind zu hoch.

Abg. G u h m a n n (Lbd.) verlangt Aenderung des Forstverwaltungsgesetzes, das in bezug auf die Waldgenossenschasten und den Erwerb von Privatwald durch die Erben des Besihers Män­gel aufweise.

Abg. Späth (Zentr.) vertritt eine bessere Entlohnung der Waldarbeiter, da Hessen hier noch manches tun könne.

Abg. Anthes (Soz.) behauptet, daß der Leiter und die Lehrlinge der Försterschule in Schotten sich an nationalsozialistischen Kundgebungen beteiligen. Das Parlament dürfe nicht, wie früher der Großherzog, der Gefangene der Oberförster werden.

Abg. Dr. Werner (Nat.-soz.) fordert Ein­haltung der freien Meinungsäußerung auch für alle Beamte.

Landforstmeister Hesse

erhärt, daß er allein den hessischen Wald in Staats- und Gemeindebesitz in seinem Bestand und seiner Verwertung vertrete. Die dem Staat noch verbhebenen Regiejagden seien zur Auf­rechterhaltung eines gewissen Wildbestandes im Rahmen der Landeskultur notwendig. Da­durch trete gleichzeitig eine Wertsteigerung der angrenzenden Gemeindejagden ein. Bei Ver­pachtung auch der restlichen Regiejagden könne mit einer Einnahme von 2500 Mk. gerechnet wer­den. Hessen habe mit 26 Prozent bengering- Jt e n D estan d an Regiejagden (Preußen z.B. 95, Bayern 55 Prozent). Lediglich etwa 11000 Hektar Gemeindewald haben eine Rente die durch die Beförsterungsbeiträge aufgezehrt' wer­den, während über 68 000 Hektar eine Rente von mehr al« 35 Mk. bringen. Jede begründete Klage über den »Herrenftandpunkt der Grün­röcke" wird eingehend geprüft werden. Nur wenn Privatwald an Staats- oder Gemeinde- Wald angrenzte, ist in AuSnahmefSklen von dem

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Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 22. Mai 1930.

Zwischen Gras und Mooö.

Nur wenige Tage noch und schon ist die Herr­lichkeit, mit der die Welt vom Mai überschüttet wurde, abgeblüht. Die Wege liegen weihgetupft: Dlütenschnee. Da im Schatten, einige Verspätete, die noch mit weißer Blütenpracht prunken; auf verborgenen Schattenwegen am Waldfaum der Schlehdorn, der noch Blüten trägt. Heute noch. And morgen? Da wirft auch er sein Prachtkleid ab und schickt die grünen Blättchen mit verdop­peltem Eifer vor.

Auf saftigem Wiesengrunde wetteifern die satt­gelben Blüten der Sumpfdotterblume miteinander. Der Löwenzahn streitet mit ihnen-UL^. das Vor­recht, zu leuchten und zu glühen. Der Huflattich breitet seine kühlgrünen Blätter aus. Unter den Baumwipfeln unb im Waldesdunkel reckt sich das grüne Leben empor und ringt um Licht und ßuft, strebt nach dem besten Plätzchen.

Wie beim Menschen auch. Wettstreit überall und Ringen. Immer geizend um einen kleinen Vorteil, und doch gebunden an Boden und An­lage. Mag sich ein Grashalm noch so sehr strecken, er kommt doch nicht über das ihm zugewiesene Maß hinaus und bleibt ein schwaches, schwanken­des Gebilde, dem der leise Lufthauch schon Un­ruhe zufügt. Unter ihm breiten sich gemächlich die kleinen, breitgeformten Schöpfungen des Früh­lings aus, stehen festverwurzelt und sorgen sich trotzdem um ein wenig Raum mehr, den sie für sich nützen könnten, um mehr Licht und mehr Ge­winn zu erlangen, mehr Gewinn von ihrem kurzen Dasein, das einen Sommer währt.

Einen Sommer! Und unser Sein? Ein wenig länger; im Grunde aber auch nicht mehr. Trotz­dem das gleiche Drängen, das gleiche Mißgönnen, das gleiche Sichemporstrecken, das doch auch am Boden und an der Anlage seine Begrenzung findet. Hier der leichte Halm, der sich flink über die andern erhebt und ein Spiel der Stürme wird. Dort die gewollte Beschränkung, am Boden haftend, sich begnügend mit dem festen Erdreich und dem geringeren Maß von Beachtung, dafür geruhsamer und stiller und dabei doch auch Blüten treibend, die erfreuen können.

Ein Sinnbild überall, wenn wir wollen. Nur selbst müssen wir es mit Sinn erfüllen. Haben wir aber diesen Sinn und nützen ihn nach den Gegebenheiten, warum sollte es uns nicht zum Nutzen ausschlagen? Und wenn wir nur lernten, wie schnell der Blütenschnee zu Boden geweht

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Owolkenlos.© neuer, onaio oeaecxl. ©womit), eoeoeckt. »Regen * Schnee & Graupein NeDei K Gewitter.@WindstiUe.K^ sehr leichter Ost. massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem wmie Pie oeiaen Stationen stehenden Zart? (en geben die Temperatur an. Pie Limen verbinden Orte mit gleichen! out rteerunireau umgereenneten Lultdruc»

Wettervoraussage.

Der Kern des Hochdruckgebietes hat sich noch weiter verstärkt und dabei nördlich verlagert. An seiner Südseite drehen die Winde auch in Deutfchland sehr nach Osten um, so daß bei kontinentaler Luftzufuhr zunächst vielfach hei­teres Wetter herrscht und die Temperaturen tagsüber weiter ansteigen. Von Spanien her rückt jedoch eine Störung vor, so daß es all­mählich zur Ausbildung einer Rinne etwas tiefe­ren Druckes kommt. In ihrem Bereiche dürften nach kräftiger Erwärmung. lokale Gewitter­störungen auftreten, die vereinzelt auch Gewitter­regen mit sich bringen.

Wettervorhersage für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, tagsüber weitere Erwärmung, lokale Gewitterbildung.

Lufttemperaturen am 21. Mai: mittags 12,2 Grab, abenbs 11,7 Grab; am 22. Mai: morgens 10,5 Grab. Maximum 15,8 Grab, Minimum 7,7 Grab. Erb- temperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Mai: abenbs 16,4 Grab; am 22. Mai: morgens 11,8 Grab. Niederschläge 7,8 mm. Sonnenscheinbauer 2% Stunden.

Reisewelterdienst.

Baden-Baben. Temperatur 8 Grab, kühle Nacht, Sübostwinb, heiter bis halb bebeeft; Witte- rungsverlauf seit gestern veränberlich mit Schauern.

Garmisch -Pa rtenkirchen. 9 Grab, vor­herrschend kühl, Südwind, heiter bis halb bedeckt; Ditterungsverlauf seit gestern meist trübe.

We st erlaub auf Sylt. 10 Grad, kühle Nacht, Nordostwind, heiter bis halb bedeckt; Witte- rungsverlauf seit gestern meist heiter,

Paris

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