Ausgabe 
22.4.1930
 
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London. 19. April. (IM.) InChlllagong, einem wichtigen Hafen in Bengalen, kam es am Samstag zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern Gandhis und der Polizei, in deren Verlauf ein englisch-indischer Feld­webel und fünf Inder getötet wurden. Die Eisenbahnstation und die Waffenlager der Polizei wurden niedergebrannt. Truppen sind in größerer Zahl nach Chittagong entsandt worden. Der Gouverneur von Bengalen, der sich auf dem Wege nach Darjeling befand, ist telegraphisch von den Vorgängen unterrichtet wor­den und sofort nach Kalkutta zurückgekehrt.

Nach dem amtlichen Bericht wurden die E i f e n - bahnstation und die Waffen lage r der Po­lizei in der Nacht von etwa 1 00 Aufständi­schen angegriffen und niederge­brannt. Die Eisenbahnangestellten sollen sich, so­weit festgeslellt werden konnte, einschließlich der grauen und Kinder in Sicherheit befinden. Polizei und örtliche Hilfstruppen machen den Versuch, die Aufständischen zu umzingeln. Die Infanterie, die nach Chittagong unterwegs ist, sieht unter der Füh­rung eines Oberstleutnants. Sie wird am Sonntag- vormittag dort eintreffen. Der Generalinfpekteur der Polizei hak sich den Truppen angeschlossen. Der tele­graphische Verkehr war längere Zeit unterbrochen, konnte aber wiederhergestellt werden. In der Nacht zum 18. April ist etwa 65 Kilometer von Chittagong entfernt ein Eisenbahnzug zur Entglei­sung gebracht worden. Die Trümmer der wa­gen blolkieren die Strecke, doch kann der Verkehr durch Mmleikung aufrechterhalken werden.

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Oslo 4.

lautderSicherheitsklausel" Les Flot­tenvertrages (Artikel 21) mitzuteilen. Der Artikel lautet:Wenn während der Laufzeit des gegen­wärtigen Vertrages die Erfordernisse der Sicherheit einer der hohen vertragschließen­den Parteien hinsichtlich von Kriegsschiffen, die durch Teil HI des gegenwärtigen Vertrages be­schränkt werden, nach Ansicht einer Partei durch Neubauten einer anderen Macht als der im Teillll dieses Vertrages beteiligten: wesentlich berührt werden, dann wird diese hohe vertragschließende Partei den anderen im Teillll dieses Vertrages Beteiligten Mitteilung machen, welche Tonnageerhöhungen sie in einer oder mehreren der betreffenden Kriegsschiffkate­gorien vornehmen muß. Sie wird die geplanten Erhöhungen und die Zahlen dafür den einzelnen Parteien angeben und wird berechtigt sein, diese Erhöhungen vorzunehmen. Hierauf werden die anderen am Teil III des Vertrages beteiligten Parteien das _ Recht haben, eine entspre­chende Erhöhung in der betreffenden Kate­gorie oder den betreffenden Kategorien vorzu­nehmen. Die erwähnten anderen Parteien werden vertraglich auf diplomatischem Wege über die dadurch entstandene Lage berichten."

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Präsidium festgestellt waren, find sie zum größ­ten Teil wieder entlassen worden.

Bei der Durchsuchung der Lastkraftwagen fand man lediglich einige abgebrochene Stuhlbeine, Gummiknüppel und ver­botene Druckschriften. Bei der Durchsuchung des um 12.45 Tlhr nachts einaetroffenen Sonder» zuges auf dem Anhalter Bahnhof wurden 57 Personen, die sich nicht genügend aus­weisen konnten, sistiert und nach dem Polizei­präsidium gebracht, nach Feststellung ihrer Per­sonalien aber wieder entlassen. Auch bei dieser Aktion wurden Waffen abgesehen von einem Dolchmesser nicht gefunden.

Zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Kommunisten kam es gegen 10.30 Mr abends in der Hermannstraße in Neukölln. Hier vollführten Parteimitglieder der Kommunistischen Jugendorganisation, die ebenfalls aus Leipzig heimgekehrt waren, einen derartigen Lärm, daß die Polizei einschreiten mußte. 27 der Ruhe- (toter wurden sistiert und nach dem Polizei­präsidium gebracht.

Wichtige Verhaftungen in Halle.

halle, 22. April. (Eigene CNB.-Meldung.) Bei der Durchsuchung der aus Leipzig nach Halle an der Saale zurückkehrenden Kommunisten wurden zahlreiche Waffen gefunden. In der Haupt­sache handelt es sich um Dolche und feststehende 2Heffer. Etwa 10 0 Kommuni st en, die sich nicht ausweisen konnten, wurden vorläufig fef, genom­men, bis auf drei aber wieder entlassen. Diese drei stehen auf Grund gewisser Anzeichen im starken verdacht, an der Ermordung der Leipziger Polizeibeamten beteiligt gewesen zu fein.

Haussuchungen bei bayerischen Kommunisten.

München, 19. April. (END. Eigene Mel­dung.) Wie dieNeue Zeitung" meldet, waren in München und Nürnberg Organe der politischen Polizei in den Sekretariaten der Kommunistischen Partei, im Verlag und in der Redaktion derNeuen Zeitung" erschienen, um Haussuchungen durchzuführen. Diese Haussuchungen waren nach Angabe des Mattes vom Magdeburger Amtsgericht angeordnet wor­den, das die Maizeitung der Kommunistischen Partei beschlagnahmte. Zn Nürnberg wurden außerdem noch bei etwa 20 Funktionären der Partei Haussuchungen nach der Rotsrontzeitung veranstaltet.

Zusammenstöße bei Prag.

Prag, 21. April. (WTB.) Zwischen Kosor und R a d o st i n im Bezirk Prag-Land wurde eine Gendarmerie-Patrouille beim Versuch, nach Radostin ziehende kommuni st ische Demon- st r a n t e n aufzuhalten, von den Teilnehmern an der Kundgebung angegriffen und mit Steinen be­worfen. Ein Gendarm gab in der Notwehr Feuer aus seinem Dienstkarabiner. Die Menge wurde durch herbeieilende Verstärkungen zerstreut, fünf Personen wurden verhaftet. Von den Demonstranten sind fünf Frauen ver­wundet worden, von denen vier ins Kranken­haus eingeliefert werden mußten. Llrsprünglich hatte die Kommunistische Partei für den Oster­sonntag in Radostin eine Kundgebung geplant, die aber nicht gestattet worden war.

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Neue schwere Llnruhen in Indien

Eine Eisenbahnstation und ein Polizeiwaffenlager niedergebrannt.

Bund zur Erneuerung des Reiches.

Luther legt den Borsitz nieder.

ENB. Berlin, 19. April. (Eigene Mel­dung.) Der Vorstand des Bundes zur Er­neuerung des Reiches hat in einer beson­deren Sitzung von der Niederlegung des Vorsitzes durch den zum Reichsbankpräsiden­ten ernannten Reichskanzler a. D. Dr. Hans Luther Kenntnis genommen. Er konnte sich den Gründen, die Dr. Luther zur Niederlegung veranlaßt haben, nicht verschließen, richtete je­doch an Dr. Luther die einstimmige Ditte, den Ehrenvorsitz des Vorstandes zu überneh­men. Auf Vorschlag des stellvertretenden Vor- iyenden Freiherrn von Wilmowsky wurde zum Vorsitzenden des Vorstandes für das laufende Jahr Graf von Roedern (Hamburg) ge­wählt.

Katholischer Protest gegen Gowjeirußland.

Breslau, 19. April. (Eigene ENB.-Melduna.) Eine große katholische Protestkund- g e b u n g gegen die Verfolgung der christ - lichen Kirche in S o w j e t r u ß l a n d, zu der auch Kardinalsürstbischof Bertram erschienen mar, fand gestern in der Jahrhunderthalle statt. Nach einem Vortrag von Dr. Albernissen (Munchen-Gladboch) über das ThemaWacht auf zur Wehr gegen Freidenkerturn und Bolschewis­mus!" betrat Kardinalfürstbischof Bertram das Rednerpult zu einer Ansprache, in der er u. a. be­tonte:Die Geueltaten in Rußland sind nichts anderes als das Bangen des schuldbe­ladenen Gewissens, das mit neuen Greuel- toten die alte Schuld vergessen will." Die Versamm­lung richtete ein Ergebenheitstelegramm an den Papst. Ferner wurde an die S o w j e t b o t s ch a f t in Berlin ein Protesttelegramm gerichtet. (£s lautet:Zehntausende Katholiken von Breslau, um ihren erhabenen Kardinalfürstbischos versammelt, erklären öffentlich folgendes: Die Liebe zu Christus und seiner Kirche, die brüderliche Teilnahme an dem Schicksal von 147 Millionen Christen in den russi­gen Staaten und die furchtbare Gefährdung aller Kultur in Europa drängt uns, feierlich Protest 3u erheben gegen die Vergewaltigung der chri st lichen Religion und gegen die unerhört grausame Verfolgung der christlichen Kirche n."

Mainz; Jakob Nohl, Vorsitzender der Hessischen Handwerkskammer, Darmstadt; Obmann, Ver­waltungsdirektor a. D., Mainz; Dr. h. c. Wilhelm oon Opel, Geheimer Kommerzienrat, Rüsselsheim; Rektor Reiber, M. d.L., Darmstadt; Professor Dr. Roth, Rektor der technischen Hochschule Darm­stadt; Hermann Sichel, Mainz; Wilhelm Schnei­der, Redakteur, Reichsoerband der Deutschen Presse, Ortsgruppe Mainz, Mainz; Dr. S ch r e i b e r, Ober- amtsrichter, M. d. L., Vilbel; Christian Scholz, Präsident der Industrie- und Handelskammer, M. d.L., Mainz; Ulrich, Staatspräsident a. D., M. d. R., Darmstadt; Geheimerat Dr. U s i n g e r, Pro­vinzialdirektor a. D., Landeskommissar für die be­setzten hessischen Gebiete, Mainz; Dr. Wehner, Provinzialdirektor der Provinz Rheinhessen, Mainz; Karl Weis, Mainz; Widmann, M. d. L., Prä­sident des 1. Ausschusses des Hess. Landtages, Offen­bach.

In Kalkutta entfaltete die Polizei am Sams­tag eine seh r st ar k e T S t i g k e i t, um eine wie- derholung der Unruhen zu verhindern. Panzerwagen und starke Polizeiabteilungen sind an allen wichti­gen Punkten bereitgeslelll. Die Waffenlager der Po- lizei, sowie sämtliche Waffengeschäfte in der Stadt werden scharf bewacht. Flugzeuge kreisen stan- big über dem ganzen Stadtgebiet. Am Freitag wur­den 2 1 Personen verhaftet, darunter fünf Mitglieder des Provinzial-Kongreßausschusfes und sechs Angehörige des Kongreßausschusses für Süd- kalkutta. Frau Gandhi befindet sich in Ialapur und wirbt dort mit ihren Anhängerinnen für die von ihr geführte Bewegung zur Bekämpfung des Alkoholverbrauches.

Eine Verordnung des Vizekönigs von Indien.

S i m l a, 19. April. (WTB.) Der V i z e k ö n i g hat eine Sonderverordnung für Ben­galen erlassen, die die Verhütung von terroristischen Attentaten bezweckt.

Etne neue Ansprache Gandhis

London, 19. April. (WTB.) Wie aus Bardo! (Bez. Surat -gemeldet wird, hielt Gandhi, der aus Vijapur (Bezirk Bombay) im Automobil dort ein­getroffen ist, in einer Massenversammlung eine An­sprache, in der er die Bevölkerung aufforberte, die drei von ihm verkündeten Grundsätze zu beherzigen. Sie solle sich also an das Salzmonopol nicht kehren, auf Alko Holgenuß verzichten und Hausspinnerei betreiben. Außerdem forderte Gandhi dazu auf, die Zahlung der Land­steuer zu verweigern.

China erhält Weihaiwei zurück.

Nanking, 19. April. (WTB.) Das Abkom­men über die Rückgabe Weihaiweis an China wurde gestern von den britischen und den chinesischen Vertretern unterzeichnet.

Der Vertrag bestimmt, daß Weihaiwei ohne jede Gegenleistung wieder an China zurückfällt. Während der nächsten 10 Jahre kann die Insel Likungtao während des Sommers von britischen Kriegsschiffen als Station benutzt werden. Dieses Vorrecht aber kann von China jederzeit zurückgezogen werden, sobald es selbst den Wunsch hat, Weihaiwei als Marinestützpunkt zu benutzen.

Der lehie Tag der Klotten- konferenz.

London, 22. April. (WTB Funkspruch.) Die Unterzeichnung des Flottenvertra­ges wird dem Programm nach heute mittag zwischen 12 und 13 Tlhr erfolgen. Macdonald als Vorsitzender der Konferenz wird die Eröff­nungsansprache der letzten Sitzung halten, hier­aus werden die Führer der vier anderen Dele­gationen in der alphabetischen Reihenfolge spre­chen. Dann wird die Unterzeichnung des Ver­trages in folgender Reihenfolge vorgenommen: Vereinigte Staaten, Frankreich, Großbritannien, die Dominions und Indien, Italien und Japan' Namens der italienischen Regierung wird, da der Außenminister Gr an di nicht zurückgekehrt ist, Sgr. S i r i a n i unterzeichnen.

Der diplomatische Korrespondent desDaily -elegraph" ist in der Lage, bereits den Wort-

Die Brandksiastrophe von Costesti.

Beisetzung der 110 Opfer.

Costesti, 19. April. Nach den letzten Mel­dungen sind von den unter den Trümmern der niedergebrannten Kirche gefundenen Leichen 1 1 0 identifiziert worden. Man glaubt, daß sich unter den Trümmern noch etwa 10 Tote befinden, deren Persönlichkeit man nicht wird feststellen können. Außerdem liegen 1 6 Schwer­verletzte im Krankenhaus. Die Kirche wurde in weniger als einer Stunde eingeäschert. Die Mehrzahl der Opfer sind junge Leute und Kin­der. Jede einzelne Familie von Costesti ist durch die Katastrophe in Trauer verseht worden. Das Dorf bietet einen geradezu furchtbaren Anblick. Während des Brandes kam es zu Szenen, die an Wahnsinn grenzten. Gendarmen bemühen sich gegenwärtig, Verzweislungsszenen der auf dem Friedhof versammelten Verwandten der Opfer zu verhindern. Der Minister des In­nern, V o e v a d, und der Wohlfahrtsminister haben an Ort und Stelle ein Hilfswerk einge­leitet.

TU. Bukarest, 22. April. (Funkspruch.) Am Montag fand die Beerdigung der 110 Opfer statt, die bei der Drandkatastrophe ums Leben gekommen sind. Die Toten wurden in einem ge­meinsamen Grab beigeseht, das auf dem Platz gegraben worden war, wo die abgebrannte Kirche stand. In dem Grab wurden 40 Särge, für die toten Mitglieder jeder Familie ein Sarg, beigesetzt. An dem Begräbnis, daS von dem Bischof von ArgeS vorgenommen wurde, nahmen rund 10000 Personen teil. Während der Leichen­feier spielten sich herzzerreißende Szenen ab.

Aus aller Welt.

Schiffsunglück auf dem Nil: 20 Tote.

Während einer Vergnügungsfahrt auf dem Nil ift, wie aus Kairo gemeldet wird ein vollbesetztes S e g e l b o o t an der Kafr-el-Nil-Brücke gekentert. Etwa 20 Personen sind er­trunken. Von der Nilbrücke aus mußten Hunderte von Menschen der entsetzlichen Katastrophe hilflos zusehen.

Zwei Frankfurter Fattboolsahrer ertrunken.

Aschaffenburg, 22. April. (WTB. Eige­ner Drahtbericht.) Am Nachmittag des Oster­montags ereignete sich an der Obernauer Mainschleuse ein schweres Faltboot­unglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein Faltboot, das mit dem 27- jährigen Bankbeamten Adolf Moos auS Frankfurt a. M. und einem Fxäulein Lotte Damm, ebenfalls aus Frankfurt-besetzt war, fuhr auf die Schleuse zu, die den Insassen an­scheinend nicht bekannt war. Das Doot kippte um und die beiden Leute ertranken, trotz verzweifelter Anstrengungen. Eine ganze Reihe von Passanten schaute hilflos zu, wie die beiden Menschen mit dem Tode rangen. Das Boot wurde aufgefunden, die Leichen konn­ten noch nicht gefunden werden.

Raubüberfall auf ein Pfarrhaus.

Essen, 21. April. (WTB.) Drei maskierte Räuber drangen in den frühen Morgenstunden des ersten Osterfeiertaaes in das katholische Pfarrhaus in Alten do rf an der Ruhr ein. Der Pfarrer, der von dem Geräusch geweckt worden war, wurde von den Räubern mit Pisto­len empfangen. Als der Pfarrer versuchte, ins Freie zu flüchten, entspann sich zwischen ihm und einem der Räuber ein Kampf, bei dem der Pfarrer am Kopf und rechten Arm erheblich verletzt wurde. Dann fesselten die Räuber den Pfarrer mit einer Kette und forderten ihn auf, den Geldschrank zu offnen. Erst nachdem ihm versprochen wurde, die darin befindlichen kirch­lichen Geräte unberührt zu raffen, schloß der Pfarrer den Schrank auf. Den Räubern fielen außer einigen Wertgegenständen 115 Mark Bargeld in die Hände. Nach dem Raubüberfall wurden der Pfarrer und seine Haushälterin ge­fesselt in den Keller gesperrt. Durch ein Kellerfenster verständigten sie einen Passanten, Der sie befreite. Auf die Ergreifung der Täter, ldie 25 bis 30 Jahre alt sein sollen, hat der Regierungspräsident eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt.

Von Einbrechern erskachen.

Essen, 21. April. (WTB.) Heute abend drangen vier Einbrecher in eine in der ersten Etage gelegenen Wohnung des Hauses Auf der Reihe 49 ein. Auf den Lärm, den eine Frau schlug, eilten der Wirt Felix Beer- läge und einige Gäste aus der im gleichen Hause befindlichen Gastwirtschaft herbei, um die Einbrecher festzunehmen. Diese griffen den Wirt an und verletzten ihn durch einen Messerstich in die Lunge tödlich. Die Täter konnten ent­kommen. Das zur Bluttat benutzte Messer sowie einen Hut haben sie zurückgelassen.

Fünf Personen verbrannk.

Neuyork, 21. April. (TU. Funkspruch.) Bei einer Feuersbrunst in Brooklyn kamen fünf Mitglieder einer Familie in den Flammen u m. Ein sechstes erlitt so schwere Brandwunden, daß es mit dem Tode ringt, während ein siebentes in schwer verletztem Zustande von der Feuer­wehr aus den Trümmern l)ervorgeholt wurde. Die Mutter und ein 21jähriger Sohn konnten sich durch Sprünge aus dem Fenster retten, wurden aber ebenfalls schwer verletzt.

laifunfafaffrophc auf den Philippinen.

Manila, 21. April. Ein Taifun hat 14 Ort­schaften der Insel Flehte heimgesucht. Die Orte Tolosa und Dulag an der Ostküste wurden z e r - stört. Die Zahl der Obdachlosen geht in die Tausende. Die Zahl der Toten und Ver­wundeten ist noch unbekannt.

Oie Wetterlage.

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Aufruf für Vas

Giresemann-Ehrenmal.

Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Le­bens erlassen einen Aufruf für die Errichtung eines Ehrenmals für den verstorbe­nen Reichsaußenminister Dr. Strese- m an n in Mainz. In dem Aufruf heißt es:

Ein Volk, das feine Vesten ehrk, ehrt sich selbst."

Wenn das Rheinland seiner Fesseln ledig wird, wenn die Glocken jubelnd den rheinischen, den deutschen Frühling grüßen, wenn neue Hoff­nung die Herzen schwellt, wollen wir in tiefster Dankbarkeit uns derer erinnern, die das lastende Dunkel bannen halfen.

Einem Manne vor allen gilt dann unser Ge­denken, ihm, dem das Schicksal verwehrt hat, den Tag der Freiheit zu schauen, den stolzen Ehrentag, den er in unserem Kreis am freien deutschen Rhein hätte erleben sollen.

Gus?av Stresemann ist nicht mehr. Mit­ten aus feinem, dem Wohl des Vaterlandes geweihten Wirken riß ihn der unerbittliche Tod, ehe das Werk seine Krönung sand, das er mit eiserner Energie vorbereitet und mit dem Ein­satz aller Kräfte der Reise entgegengeführt hat. Er fiel wie ein Held für Deutschlands heiligste hechte. Darum wollen wir ihn ehren, wie es einem Helden gebührt.

Richt allzulange nach dem Tage, an dem in Mainz die Trikolore niedergeht, an dem über bie Stadt, auf der die Besetzung am schwersten lag, die Klänge des Niederländischen Dank­gebets dahinbrausen, wollen wir Gustav Stresemann ein Ehrenmal weihen.

In Mainz soll es stehen, in der vielmals heißumstrittenen Stadt, die immer noch der Schwerpunkt fremder militärischer Besetzung ist, am .Ufer des deutschen Rheins, ein Zeichen der sÄI^/Orkeit aller Volksgenossen, einfach und schlicht, des Mannes würdig, dem es gewidmet ist.

Tlllen Deutschen, welcher Partei sie auch an- geboren, muß es eine Ehrenpflicht fein, dem gelingen beizutragen. An alle ergeht unser Ruf: Helft Gustav Stresemann das Ehrenmal zu sehen! Spendet nach Kräften! Kleine und kleinste Ga­ben sind auch willkommen.

Dem toten Staatsmann zum Ruhm un« selber zur Ehr!

Auterzeichnet ist der Aufruf von Reichsminister d. R., Reichsaußenminister vr Curtius ferner u.a. von folgenden Persön­lichkeiten aus Hessen: Dr. ing. e. h. Adelung, Hessischer Staatspräsident, Darmstadt; Dr. Becker Reichsminister a. D., M.d.R., Darmstadt; Professor f.U ® rt-V11 nA ^ettor der Landesunioersi- tat Gießen; Christ, Stadtrat, Mainz; Dr. Dr h c David, Reichsminister a.D., MdR- Delv

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Darmstadt; Rechtsanwalt Singeiben MdR Darmstadt; Ludwig Cornelius Freiherr H e n l', u Herrnsheim Worms; Dr. Jungk Landae- richtspräsident, Äainz; Richard Karch Main^ Kau l, M.d.L., Offenbach; Karl Ko ch, Stadtrat' -yiainx; Dr. Kulb, Oberbürgermeister, Vorsitzender des Berbanbeg der Stadt, und Landkreise des be. etzten Gebietes, Mainz; Lochte, Reichebahndirek. lwnsorasident, Mainz; Max M a y w a l d, Mainz- Christel Müller, 1. Vorsitzender des M.A.C,'

Oie Einwanderung nach Amerika.

W a s h i n g t o n, 21. April. (WTB.) Der S e * n a t nahm mit 39 gegen 34 Stimmen einen Zu- sahantrag des republikanischen Senators Nor- beck zur Einwanberungsvorlage an, der die nationale Abstammungsbe- stimmung zur Beschränkung der Einwanderung a.u t £ e Der Zusahantrag verringert zwar die jährliche Einwanderung aus den europäischen Ländern von 150 000 auf 120 000, sieht jedoch die alte Quotenbasis vor. Deutschland und Skan­dinavien erhalten dadurch einen größeren Prozentsatz an der Ges amte in Wanderung. Präsident Hoover hatte die Aufhebung der nationalen Abstammungsbestimmung empfohlen.

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Wettervoraussage.

.Die Südseite der Nordmeerstörung hat unsere Wetterlage beeinflußt und im Lause des gestrigen Tages zu Niederschläaen geführt, wobei die Tempe- raturen eine leichte Zunahme erfahren haben. Der flache hohe Druck, welcher sich mit über Deutschland wirb ftd) ämar etwas bemerkbar machen, aber trotzdem herrscht bewölktes Wetter. Die Tem­peraturen andern sich wenig und Niederschläge sind nur vereinzelt zu erwarten.

^^^rvorhersage für Mittwoch, Bewölkt mit Aufheiterung ohne wesentliche Tem- n?erltli^lr2n^eruTt9, Eeine oder nur Veveinzellv Jaeocrfdjlage.

, SB e t terv orhersage für Donner-- t a S: Wenig Aendermrg der Wetterlag«.

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