Wirtschaft.
Geldmarkt und Rentenwerte.
Die Entspannung aus den internationalen Geldmärkten hat seit Jahresbeginn weiter erhebliche Fortschritte gemacht. Eine zweite Diskont- fenkungswelle ist im Gange, die durch die Reichsbank mit einer Ermäßigung ihrer Rate von 7 auf 6' '2 Proz. eingeleitet wurde. Diese Maßnahme erscheint geeignet, die LIeberwi n d u n g des saisonbedingten Koniunktur- t i e f st a n d e s zu erleichtern. Es sind heute in der ganzen Welt nirgends Anzeichen dafür bemerkbar. daß der Verflüssigungsproze,; auf den Geldmärkten durch plötzliche Anforderungen gestört werden könnte. Was Deutschland anbetrifft, so darf, wie in einem Bericht der Berliner Handelsgesellschaft ausgeführt wird der Llnsicher- heitssaltor des öffentlichen Geldbedarfs gegenüber den Kräften, die zur Erleichterung des Geldmarktes beitragen, noch nicht unberücksichtigt bleiben, zumal die Konsolidierung der kurzfristigen Schulden der öffentlichen Hand allem Anschein nach mit einer gewissen Energie in Angriff genommen werden soll. Anderseits besteht nach Beendigung der Haager Konferenz durchaus die Möglichkeit des 21 b - schlaffes von Auslandanleihen. Einer liberaleren Handhabung der Diskontpolitik seitens der Reichsbank steht nichts im Wege.
Der Kapitalmarkt hat nach der monatelangen Lethargie ebenfalls eine gewisse Belebung zu verzeichnen. Auf den meisten Gebieten sind seit Rcujahr fühlbare KurZbesserungen eingetreten. Trotzdem läßt sich nicht sagen, daß, an der Rendite gemessen, diese Entwicklung der Zinsverbilligung bereits ausreichend Rechnung getragen hätte. Eine sehr fühlbare Anregung ging von den verschiedenen Llmschuldungspro- jetten aus: wenn es gelingt, die Llmschuldung schrittweise durchzuführen, so wird jedenfalls dem Kapitalmarkt eine große Sorge genommen werden. Eine LInterscheidung zwischen steuerpflich- tigen und steuerfreien Emissionen würde allerdings dem Markt eine unerträgliche Unsicherheit geben. Eine restlose Beseitigung der Kapital- ertrogssteuer muß jedenfalls zumindest für alle festverzinslichen Werte gefordert werden.
Oie Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau.
Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Rassau berichtet das Landesarbeitsamt Frankfurt a. M.: Der Arbeitsmarkt erfuhr in der letzten Woche eine weitere Belastung von rund 8500 Arbeitsuchenden. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit um 4,1 v. H. ist also im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Wochen (Zugang 7,1 und 7,5 v. H.) beträchtlich langsamer geworden. Die Abschwächung des Andranges war in fast sämtlichen Berufen (Baugewerbe, Industrie der Steine und Erden, Lohnarbeit wechselnder Art, Bekleidungsgewerbe usw.) zu spüren. Außerdem wird in nicht unerheblichein Maße verkürzt gearbeitet.
Die Zahl der unterstützten Kurzarbeiter betrug Ende Dezember rund 5200; zur gleichen Zeit des Vorjahres erhielten nur 730 Personen Kurzarbeiterunterstühung. Insgesamt sind am 15. Januar 1930 bei den Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen 2 1 4 8 0 0 Arbeitsuchende (davon 30 000 Frauen) vorgemerkt gewesen. In der Arbeitslosenunterstützung wurden 132 000, in der Kri - senunterstühung 14600, also in beiden Lln- terstühungszweigen zusammen 146 670 Hauptunter - stühungsempsänger gezählt, das sind 10 900 oder 8 v. H. mehr als zu Anfang der Woche. Daß die Zunahme der Llnterstühten größer war als die der Arbeitsuchenden, rührt daher, daß eine größere Anzahl Personen, die in der Vorwoche arbeitslos wurde, erst im Laufe dieser Woche nach Zurücklegung der gesetzlichen Wartezeit Llnterstühung erhalten.
*
* Der Privatdiskont ist gestern für beide Sichten um je 1/8 v. H. auf 6x/8 v. H. ermäßigt worden.
"Der Aktienindex. De vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktien.nvex (19 4 26 = ICO) stellt sich für die Woche vom 13. bis 18. Januar 1930 auf 123,2 gegenüber 117,8 der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 121,0 (116,7), in der Gruppe verarbeitende Industrie auf 112,5 (106,8) und in der Gruppe Handel und Verkehr auf 141,4 (135,8).
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 22. Ian. Tendenz: Ab- geschwächt. — Im Vormittagsverkehr war die Stimmung anläßlich der f 0r t s ch r e i t e nden Geldmarkterleichterung freundlich. Das Geschäft war jedoch ruhig, da Aufträge nur spärlich eintrafen. Für Kaliaktien machte sich aus den bekannten Gründen lebhafteres Interesse bemerkbar, zumal Käufe von Auslandseite hier anhielten. Zu Beginn Les offiziellen Marktes trat ein Tendenzumschwung em, die Tendenz wurde merklich schwächer. Anlaß hierzu boten die sich wieder mehr verbreitenden Gerüchte, die mit den Stickstoffplänen von Gelsenkirchen in Zusammenhang zu bringen sind und noch ungünstiger lauten, als seither, so daß die Spekulation zu Entlastungsverkäusen schritt; da die Aufnahmelust unter den veränderten Verhältnissen sehr gering war, ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse zum Teil recht erhebliche Abschwächungen. Aber trotzdem bietet die so neu geschaffene Situation keinen Anlaß zur Besorgnis, denn es wird in Börsenkreisen angenommen, daß die Gerüchte aufgebauscht sind, um sie für einen Daissevor- stoß auszuschlachten. Llngünstiges lag nämlich nicht vor. In Reuhork war die gestrige Börse fest, die internationalen Geldverhältnisse liegen günstig, und auch innerpolitisch hat man sich nach Beendigung der Haager Konferenz beruhigt. Stärker angeboten eröffneten selbstverständlich I.-G.-Farben mit minus 3 v. H., und im Zusammenhang hiermit Rheinstahl mit minus 3.25 v. H. Am Elektrvmarkt verloren AEG. 1, Siemens 2,5 v. H.. Licht L Kraft lagen unverändert. Einige Rachfrage bestand für Gesfürel, die 2 v. H gewinnen konnten. Am Montanmarkt gingen die Rückschläge, mit Ausnahme der schon angeführten Rheinstahlaktien, nur bis 1,5 0. Sy Am Kunstseidemarkt war das Angebot etwas größer, bei Verlusten bis zu 4 v. H. Die Kali- aftien wurden von der veränderten Börsensituation nicht berührt, sie konnten sich auf dem erhöhten Stand voll behaupten. Aschersleben und Westeregeln lagen bis 1,5 V.H. fester. Renten still und leicht nachgebend. Rach den ersten Kursen verstärkte sich das Angebot und die Kurse gaben erneut bis 2 v. H. nach. Am schlimmsten betroffen wurden wieder Farben. Später wurde bei Außerachtlassung der Gerüchte die Stimmung wieder etwas günstiger. Die Spekulation nahm Rückdeckungen vor, und die im Verlaufe eingetretenen Abschläge konnten bei den meisten Werten fast völlig ausgeglichen werden. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 6 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1864. gegen Pfund 20,397, London gegen Kabel 4,8670, gegen Paris 123,91, gegen Mailand 92,98, gegen Madrid 37.60, gegen Schweiz 25,1925, gegen Holland 12,1075.
Berliner Börse.
Berlin, 22. Ian. Der Druck, der seit Tagen auf dem offiziellen Markte lastete, schien im Verlaufe der gestrigen Börse gewichen zu sein. Die Spekulation hatte neuen Mut gefaßt und sich stärker nach oben engagiert, zumal das Interesse des Auslandes für Kaliaktien besonders anhielt. Auch heute vormittag sah es so aus, als ob sich eine freundlichere Stimmung fortsetzen werde. Zu den ersten offiziellen Rotierungen trat dann aber ein ziemlicher Tendenzumschwung ein, der seinen Ausgang vom Farbenmarkt hatte. Hoffnungen, daß sich der Markt von der schwachen Haltung der Farben-Aktie freimachen werde. -'-•füllten sich nicht. Als Grund für die neuen 2Vs j.äge führt man neben den bekannten Momc.t^.i und den Vorgängen in der Stickstoffindustrie die von einer hiesigen Morgenzeitung gebrachte Meldung von einer neuen Transaktion bei der I.-G.-F a r b e n zwecks Verteilung der Dividende an. Als weitere retardierende Momente wurde noch die für den 1. Februar zu erwartende Liquidation der Allgäuer Dereinsbank und die in der zweiten Januarwoche erneut erhöhte Arbeitslosenziffer erwähnt. Demgegenüber konnte die weiter leichte Verfassung des Geldmarktes keinen Einfluß auf die Tendenz gewinnen. Die ersten Rotierungen tagen gegenüber gestern bis zu 3 v. H. niedriger. Bömberg, die heute exklusive Dividende gehandelt wurden, verloren 3,75 0. H. Man brachte diesen Rückgang mit einer Meldung von Preisherabsetzungen in der britischen Kunstseideindustrie in Zusammenhang. Deutsche Anleihen nachgebend.
Ausländer behauptet. Pfandbriefmarkt ziemlich freundlich. Der Geldmarkt war sehr leicht. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 D. Sy, Monatsgeld 7,5 bis 9 t>. Sy. Warenwechsel etwa 6,5 V.H. Rach den ersten Kursen wurde es auf festere Auslandmeldungen zunächst ziemlich widerstandsfähig, und es ergaben sich später noch allgemein weitere Rückgänge von 1 bis 2 v. Sy Papiere wie Siemens und Salzdetfurth verloren bis 4 v. Sy, überhaupt konnten sich die anfänglich recht festen Kali- und Draunkohlenaktien, ebenso wie Julius Berger (plus 6 V.H.) im Verlaufe der allgemeinen Tendenz nicht entziehen.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 22. Ian. Am heutigen Produktenmarkt war die Tendenz ruhig. Die Grundstimmung war jedoch infolge der höheren Auslandnotierungen etwas fester. Preisveränderungen ergaben sich im allgemeinen nicht, nur Weizenmehl konnte etwas anziehen. Leicht gedrückt lag Weizenkleie, dagegen konnte am Futtermittelmarkt Mais für Futterzwecke bis 0,25 Mk. anziehen. Es wurden notiert: Weizen 26,75; Roggen 18,50; Sommergerste für Brauzwecke 19,50 bis 19,75; inl. Hafer 17 bis 17,25; Mais 16,75 bis 17; Weizenmehl, süddeutsches Spezial0, 39,50 bis 40,50; Roggenmehl 26,25 bis 27,50; Weizenkleie 8,40 bis 8,80; Roggenkleie 9 bis 9,50. Tendenz: ruhig.
Schwurgericht Gießen.
* Gießen, 21. Ian. Linker dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmäht fand heute die erste Sitzung der diesjährigen ersten Tagung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen statt.
Wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang halte sich ein aus Bayern stammender Dienstknecht namens Josef Bös! zu verantworten, der zuletzt längere Zeit in Griedel auf einem Hofgut seinem früheren Beruf als Schlosser entsprechend beschäftigt war. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Schneider, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Elsoffer.
Der Anklage lag folgender Sachverhalt zugrunde: Im September v. I. befand sich eines Abends der Agent Elmiger von Butzbach in der dortigen Wirtschaft „Zum alten Fritz", wo er mit Bekannten Karten spielte. Dorthin kam kurze Zeit später auch der Angeklagte Bösl mit zwei auf der Wanderschaft befindlichen Landsleuten, die er zuvor in einer anderen Wirtschaft getroffen hatte. In der Wirtschaft „Zum alten Fritz" selbst ging es sehr friedlich zu. Riemand konnte ahnen, was sich kurz darauf auf der Straße unmittelbar vor der Wirtschaft abspielen sollte. Als nämlich Elmiger gegen 10 Llhr das Wirtszimmer verlieh, hörte man kurz darauf draußen poltern. Als daraufhin ein Teil der Gäste hinauseilte, fanden sie Elmiger auf dem Bürgersteig stehend, wie er gerade nach seiner linken Brustseite griff und dabei schrie: „Ich bin gestochen!" In seiner unmittelbaren Rähe stand der Angeklagte mit den beiden Handwerksburschen. Während der Angeklagte bei seiner Festnahme sich zunächst vollkommen unwissend stellte und sogar noch, als man in seinem Strumpf das mit Blut befleckte feststehende Messer gefunden hatte, von der Sache nichts wissen wollte, gab er schließlich doch zu, daß er den Elmiger mit dem vorgefundenen Messer gestochen habe. Zu seiner Entschuldigung führte er an, daß ein ihm unbekannter Mann ihm plötzlich gepackt habe, gegen den er sich mit seinem Messer zur Wehr gesetzt habe.
Rach Vernehmung der Zeugen wurde der ärztliche Sachverständige über die von ihm vorgenommene Sektion gehört. Rach dem von ihm erhobenen Befund hatte der Angeklagte dem Elmiger das Messer bis nahezu an das Heft in den Brustkorb gestoßen und dabei den Herzbeutel und die Herzkammerwand durchstochen, so daß der Tod infolge Herzblockierung in der darauffolgenden Rächt eintrat.
Der Staatsanwalt wies unter Würdigung der Zeugenaussagen zunächst darauf hin, daß sich keine Anhaltspunkte für die Annahme der von dem Angcllagten behaupteten Rotwehr ergeben haben. Vielmehr fei der Beweis erbracht, daß der Angeklagte ohne für ihn begründeten Anlaß den verstorbenen Elmiger angegriffen und ungewollt den tödlichen Stich ins Herz verseht habe, vermutlich, um seinem Landsmann beizu- stehen, mit dem Elmiger auf der Treppe eine kleine Auseinandersetzung hatte. Er wandte sich entschieden gegen Bewilligung mildernder LIm- stände und beantragte gegen den Angeklagten vier Jahre Gefängnis und Einziehung des bei der Tat benutzten Messers.
Der Verteidiger suchte nachzuweisen, daß der Angeklagte in Rotwehr gehandelt habe, jedenfalls aber straflose Lleberschreitung der Rotwehr in Frage käme und bat um milde Beurteilung der Tat.
Rach geheimer Beratung wurde das Urteil verkündet, das den Angeklagten der Körperverletzung mit Lodesfolge für schuldig erkennt. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte die Grenzen der Verteidigung erheblich überschritten habe. Mit Rücksicht auf seine bisherige Llnbestraftheit und die gezeigte ehrliche Reue wurden ihm mildernde Umstände zugebilligt, und der Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis abzüglich der Untersuchungshaft verurteilt. Außerdem wurde auf Einziehung des Messers erkannt.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
L. B. j. Der betreffende kaufmännische Lehrling fällt unter die Angestelltenversicherung und muß Krantenkassebeiträge bezahlen. Er muß auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, wenn er nicht durch Vorlage seines Lehrvertrages Befreiung erwirkt.
P. R. lieber die Erlaubnis zur Anlegung einer elektrischen Lichtleitung befindet allein der Hauseigentümer. Wohnt der Wohnungsinhaber im Stockwerk unter Ihnen nur zur Miete, so wird er die Legung der Leitung dulden müssen. Dabei vorkommende Beschädigungen müssen so gut als möglich vermieden und demnächst ordnungsmäßig wiederhergestellt werden. Bieten Sie dem Hauseigentümer für die mutmaßliche Höhe der Kosten Sicherheit in bar an.
R. £. 24. Wenn Sie den Beruf eines Volksschullehrers in Hessen ergreifen wollen, müssen Sie sich mit einem Aufnahmegesuch unter Beifügung des letzten Schulzeugnisses an das Ministerium für Kultus» und Bildungswesen in Darmstadt wenden. Don dort erhalten Sie auch Mitteilung über die Einreichung weiterer Papiere. Die Ausbildung erfolgt an einem der Pädagogischen Institute in Darmstadt oder Main; und dauert mindestens vier Semester. Die Beherrschung von Harmonium, Geige oder Klavier kann noch während der Ausbildungszeit erlernt werden. Für Preußen ist die Anmeldung an das Preußische Kultusministerium in Berlin zu richten, von wo ebenfalls weitere Auskunft erteilt wird. Wenn Sie sich über die einschlägigen Verhältnisse näher orientieren wollen, wenden Sie sich an den zweiten Vorsitzenden des Hessischen Lande lehrer- vereins, Herrn Rektor Kaufmann in Gießen, Pestalozzischule.
Borsiandswahl. Es muß keine Stichwahl ftatt- finden. Mangels bestimmter anderer Satzungsvorschriften gilt G. als gewählt.
Stubent C. B. in Gießen. Die gewünschten Angaben über das Eisenbahnschienennetz der Erde und der verschiedenen Erdteile im einzelnen können w i r beim besten Willen nicht ermitteln. Vielleicht können Sie durch eine direkte Anfrage bei der Reichsbahn- direktion Frankfurt a. M., oder bei der Hauptverwaltung der Reichsbahn in Berlin den gewünschten Aufschluß erhalten.
Letzte Nachrichten.
Oie Stützung des Rogaenpreises.
Berlin, 22. Jan. (WTB. Funkspruch.) In einem Teil der Presse wird die Rachricht verbreitet von der bevorstehenden Einbringung eines Roggenbrotgeseh.es. Wie wir dazu von unterrichteter Seite erfahren, liegt ein Gesetzentwurf in der angedeuteten Richtung vorläufig nicht vor. Tatsache ist jedoch, daß mit Rücksicht auf die katastrophale Lage am Roggenmarkt über das Problem der Roggenstützung seit längerer Zeit Erwägungen schweben, die sich voraussichtlich in allernächster Zeit zu konkreten Vorschlägen verdichten werden. Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichsrates und des Reichstages werden sofort nach Zufammen- treten des Reichstages über die weitere Regelung des Dermahlungszwanges gutachtlich gehört werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft beabsichtigt, den zurzeit festgesetzten Dermahlungssah für Inland- weizen von 50 v. H. auch für den Monat Februar festzusetzen. Das Reich Kabinett wird sich bereits in einer seiner nächsten Sitzungen mit dieser Frage beschäftigen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern ;eben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 0. H.
iranlfurt 0 '
lherl-
’ankfurt 0
Berit
'ranlhirt a
B»ch'l
Banknoten.
,-ch'ub- U
Qu re Ritt
,1 > atifl-
<b nur.
di ub» U «Lire Wi-r
Schiu« Aniang. Kur- , Kur
idpuB- U
Kurs , ft, 1
Schiutz 1 An,ang.
Kur । Kur.
Berlin, 21- Januar
Geld
Bries
Amerikanische Noten Belgische Noten ......
Tonische Noten .......
Englische Noten .......
Uranzvsische Noten .......
Italienische Noten........
Norwegische Noten.......
Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten ......
Schwedische Noten.......
Schwebet Noten . ...... Spanische Noten ..... .
Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten .....
Devisenmarkt Berlin
4,167
58,12
111,58
20,342
16,42
167,86 21,845
111,55
58,64
2,475
112,00
80,89
54,55
12.325
72,90
— Jranffur
4,187 58,36
112,02 20,422
16,48 168. 4 21.925
111,99 58.88 2.495
112,44 81,21
54,77 12,385
73,20
a.2n.
Datum
21 1
22 1
21 '
22 । '
Damm
21 1
22 l
21 1
22 1
Datum
21 1
22 l
21 '
22 1
6°tf Teu (die !>. ichsanietyr ron lOz? .......
7% Deutsche Reichranlethe von 1929 .........
Dl. Anl.-Ablüs.-Schulb mir Am lol-«ect>ten . .
$eooi ebne Auiloi. Rcchie
8% Hess. DolMoat von 1929 (rückzahlb. 102%)
Cbcrbeilcn Provinz »Anleihe mil iHux'lol.-flkdiicn . . .
$cut|d)e .(lumm. Sammelahl.
Anleihe Leite 1 .
8% Franks. Hnp.-Bank Koldpsc XIII imlüithbar bis 1934 .
7% Franks. Lnp -Bank Goldpse unkündbar bis 1932 .....
dihciiiiidx- Hyp.-Ban«
ülQll. ®Ol!'p|C........
8% Pr. Laiibcspsaubbricsanktall Psanvbriese R. 17.....
8% Pr. Landeevlanvbriesanslail
Komm.-Lbl. R. 16.....
7% Pr. Landc-psandbriesanNaU.
Psandbricse R. 10 ...
A.U.W. abg. korkriegs-Obiigatton rückzahlbar 1932 ......
4% CettenddHI&e Eoldtte.
4,20% Oellcri. Silbent'
4% Oestcrreichilchc Einheitliche Rente..........
4% Ungarische Goldtte..
4% Ungarllche Staattr. 0.1910
4y,% detgl. von 1913 . . .
4% Ungaritche Kronenrte.. .
4% rürt. Zolianleihe v. 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Aw Serie 1.....
4% de»g>. Serie II
6% Rumäntlche veretnh «ent von 1903 . . .
4y,% üinmSntiche veretnh. «ent von 1913 ......
4% Rumänische veretnh. Diente
87,25
96,4
11,75
8,45
87
48,5
48,75
96,5
84
82,25
97
94,5
88,5
90,5
26,25
3,2
23,3
21,35
2,15
7,75
7,75
7,75
10
15,4
8
|| | || 1 I I 1 1 1 II 1 1 1 । । 1 1 1 1 1 1 1 1
87,5
96,4
i1,6b
8,4
87,5
49
97
94
88
3,2
2,13
23,4
21,5
22,75
2,15
7,8
7,8
10,13
15,4
8,05
| | <o<*2 । । । । । । | | | | l|| II“ 1 ” I II
Hamburg-Amerika Pale» .
Hamb Südam. Tampssch - - Hanta Damr sschisi.....1’’
Norddeutscher Lloyd.....r
Alig Deunchc Gredltanil - 1'
Barmer Bankverein .... 1'
Berliner Handelsgeielllch. . 1
Commerz- und Priual-Bank '
Tatmkl. u «aiwnalbank 1
Dennche Banl .... 1
TKConto-i«ciell|d)a|i, SlnL . 1«
Drcooner Bank......1'
«eidtebani .....1
A.S.G . ...
Bergmann . .
(Sicht. LiderungSgeiellichasl 1
Licht und Kraft 1<
Felten & Guilleaume . . . 1V$ Gei. I Gicht. Untern..... 10
Hamb Gicht .Werke .... 1
Rhein. Gicht........
Schlei. Sich’ ......10
Schurken 4 Go......11
Siemens dc Halske.....16
Transradio.........8
Lohmener 4 To ..... 10
Buderus . . ...... 6
Deutsche ErbSl.......6
Guenrr Steinkohle......‘
Geiienlircheoct ....... 1
Harvener........
Hoeich Eilen........6^
Ille Bergbau ......IC
Kiocknerwette .....
Köln Rcueiien . . . .
Mannesman'' -Röhre» . . . . Manslcidci Bergbau.....
c berichtet Ei en^eoarl .... Oberichl»> StoKroede.....
Phöni; Bergbau......6V,
«bc nhdj» ytauntoblca. . . li Rlemüah .......
«iebeck Montan ...... 7,.
106
105,75
122,25
125
187
159
742,5
151
151
293
174,75
125
167,5
191,5
296,5
171
71,25
107,5
141
41,5
247
08.25
111
111
105.25
263
121,5
c _
158,25
151,25
173,75
166,5
169,5
294
70,75
2
—
107
109,75
1
118
105,75
15S75
105,5
122,75
125
186,5
159
242,5 151
151
152 294
174,75 212
167
167
124,25
168
135
142
164,7t
191,5
294,5
170,5
71
107,25
139
140,9
141,25
119
246
108,5
117,5
110,73
110,75
76,25
103,25
105,5
263
120,65
104,5
105,75
105
122,5
123,75
187,5
158.25
241,5
150,5
150,5
151,25
293,13
174 210
166,5
166
122,75
168,23
134,4
143,5
156,6
191.75
296
71,75
106,5
137
140
141,25
119
248
107
117
109,4
110
103,25
104,6
263
1 118.5
1 102,25
Bereinigte Stahlw Ctaoi Minen . . 16’/»
Kai werke Aschersleben . . 1
Km wette Ißcfictegein 10
Kaitwei e SaUbctiuttb 1b
3. G Farben-Jnduilrte ... 1t
Dhnamtt Nobel.......6
Scheideanstalt........v
Goldschmidt ........6
Rütgerswette ........ 6
Meiallgoellichast......8
Philipp Hmrmann . ... "1
Lernen wett Heidelberg ... 10
Gement wett Karlstadt ... 1° löaoB & Frei» ag .... 8
Schultheis Patzent-os« ... 16
Oslwette.........12
Bet. Glan.,Noss......18
Bömberg........ 14
Reliitofi Waldhos ... 18% gellslosi Aichasi- nburg ... •
Charlottenburger Waller ... 8
/ Deiiauer Bas .....9
Daimler Motoren . ..... v Deutsche Linoleum.....
Maschinenbau A.-G......0
A ' rw rt.- Kl yt ...» . C
Luow Loew 1<
Nat Automobil . . ..... c
Orenüeln 4 Koppel.....f
V-onhntD Tietz......10
Svenkko .«•••••
.vtanh Maichtnen......
Grtyner .........
Hevltaertstaedt .......u
tzunghan». .....
Lechwette. ■ s
Mamtvntwcrk- Höchst a. ÖL Miag. 10
Bebt «oebet......10
Boigt 4 Haessaer ...._.
Süvtz. Lucke, ....... 10
216
221,5 361
177,25
151
68
77
116
99
168
151,5
252,5
54
8
47
108
108
130,5
113,5
220
_
217,5
222,5
174,25
76,2='
116
97,5
118
85,5
150,75
251,75
1 47^
z
1 155,5
104
57,25
215
220.75
360
176,9
83,25
68,25
76,4 116
98,75
87
280,25
212,9
170
202,25
149.5
104,25
169,25
42
252
46,5
20,5
77
165
343,75
46,75
54
47
129,5
220
155,5
103
57 216.75 221,76
360
173,75
83
68 75,75
98,25
280,5 211,75
159
200,75 149.5
104,5
169
40,6 251,2' 46,75
20,75
344,5
129,5
1 —
21 Januar
22 Januar
Amtiichr Gelt
Dotierung
Brie!
Amtliche Näherung Geld Btt ;
«mit.» Ml ott. Bucn.-AireS Brss.-Antw Gbriftiania. .fiopenbafl.-n Stockholm • HelsingtorS- Italien. . . London. . . Ncuyork . . Paris. . . . Schweiz . . Spanien - Japan . . •Kto de Jan Wien in D-° Ceft abaeft Prag Bdirad Budapist. Bui arten Lissabon Tanrig.
Konst.NttN. Athen. . Tanada Uni uat) fctitCO . .
168,07 1,677
58,20
111,70
111,85
112,19
10,504
21.89 20,347 4,1805 16.416
80.77
54,80 2.0,6
1.463
5u.79 12,367
7,37b 73,10 3,029
11,77 81.31
1.980 5.435
4.134 3.856
20,87
168,41
1,681
58,32
111,92
112,07
112.41
10.524
21,93
20,387
4,1885
16,451
80,93
55,90 2.060
0,46:
58,51
12,387
7,389 73.24
3,035 18.81
81,47
1.984
5.445
4,142 3-864
l 20,91
168 13 1.677
58,235 111,73
111,83 112,22
10,507
21.69 20.3:5
4,183 16,43
80,81
54,45
2,0 5 0,4615
58.83 12,377
7,371
73,12 3,029
18,77 81,34
1,973 5,44
4,134 3,856
20,875
168,47 1,681
58.355
111,95
112,10
112,44
10,527
21,93
20,395
4,191
16,47
80,97
54,55
2,059
0,4635
58,95
12.395
7.392
73,26
3,035
18,81
81,50
1,977
5,45
4.142
3,864
20,011


