Ausgabe 
22.1.1930
 
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Wirtschaft.

Geldmarkt und Rentenwerte.

Die Entspannung aus den internationalen Geld­märkten hat seit Jahresbeginn weiter erhebliche Fortschritte gemacht. Eine zweite Diskont- fenkungswelle ist im Gange, die durch die Reichsbank mit einer Ermäßigung ihrer Rate von 7 auf 6' '2 Proz. eingeleitet wurde. Diese Maß­nahme erscheint geeignet, die LIeberwi n d u n g des saisonbedingten Koniunktur- t i e f st a n d e s zu erleichtern. Es sind heute in der ganzen Welt nirgends Anzeichen dafür be­merkbar. daß der Verflüssigungsproze,; auf den Geldmärkten durch plötzliche Anforderungen ge­stört werden könnte. Was Deutschland anbetrifft, so darf, wie in einem Bericht der Berliner Han­delsgesellschaft ausgeführt wird der Llnsicher- heitssaltor des öffentlichen Geldbedarfs gegen­über den Kräften, die zur Erleichterung des Geldmarktes beitragen, noch nicht unberücksich­tigt bleiben, zumal die Konsolidierung der kurz­fristigen Schulden der öffentlichen Hand allem Anschein nach mit einer gewissen Energie in Angriff genommen werden soll. Anderseits be­steht nach Beendigung der Haager Konferenz durchaus die Möglichkeit des 21 b - schlaffes von Auslandanleihen. Einer liberaleren Handhabung der Diskontpolitik seitens der Reichsbank steht nichts im Wege.

Der Kapitalmarkt hat nach der monate­langen Lethargie ebenfalls eine gewisse Belebung zu verzeichnen. Auf den meisten Gebieten sind seit Rcujahr fühlbare KurZbesserungen eingetre­ten. Trotzdem läßt sich nicht sagen, daß, an der Rendite gemessen, diese Entwicklung der Zins­verbilligung bereits ausreichend Rechnung ge­tragen hätte. Eine sehr fühlbare Anregung ging von den verschiedenen Llmschuldungspro- jetten aus: wenn es gelingt, die Llmschuldung schrittweise durchzuführen, so wird jedenfalls dem Kapitalmarkt eine große Sorge genommen wer­den. Eine LInterscheidung zwischen steuerpflich- tigen und steuerfreien Emissionen würde aller­dings dem Markt eine unerträgliche Unsicherheit geben. Eine restlose Beseitigung der Kapital- ertrogssteuer muß jedenfalls zumindest für alle festverzinslichen Werte gefordert werden.

Oie Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau.

Lieber die Arbeitsmarktlage in Hes­sen und Hessen-Rassau berichtet das Landesarbeitsamt Frankfurt a. M.: Der Arbeits­markt erfuhr in der letzten Woche eine wei­tere Belastung von rund 8500 Arbeit­suchenden. Die Steigerung der Arbeitslosigkeit um 4,1 v. H. ist also im Vergleich zu den beiden vorausgegangenen Wochen (Zugang 7,1 und 7,5 v. H.) beträchtlich langsamer geworden. Die Ab­schwächung des Andranges war in fast sämtlichen Berufen (Baugewerbe, Industrie der Steine und Erden, Lohnarbeit wechselnder Art, Bekleidungs­gewerbe usw.) zu spüren. Außerdem wird in nicht unerheblichein Maße verkürzt gearbeitet.

Die Zahl der unterstützten Kurzarbei­ter betrug Ende Dezember rund 5200; zur glei­chen Zeit des Vorjahres erhielten nur 730 Per­sonen Kurzarbeiterunterstühung. Insgesamt sind am 15. Januar 1930 bei den Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen 2 1 4 8 0 0 Arbeitsuchende (davon 30 000 Frauen) vor­gemerkt gewesen. In der Arbeitslosen­unterstützung wurden 132 000, in der Kri - senunterstühung 14600, also in beiden Lln- terstühungszweigen zusammen 146 670 Hauptunter - stühungsempsänger gezählt, das sind 10 900 oder 8 v. H. mehr als zu Anfang der Woche. Daß die Zunahme der Llnterstühten größer war als die der Arbeitsuchenden, rührt daher, daß eine größere Anzahl Personen, die in der Vorwoche arbeitslos wurde, erst im Laufe dieser Woche nach Zurücklegung der gesetzlichen Wartezeit Llnterstühung erhalten.

*

* Der Privatdiskont ist gestern für beide Sichten um je 1/8 v. H. auf 6x/8 v. H. er­mäßigt worden.

"Der Aktienindex. De vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktien.nvex (19 4 26 = ICO) stellt sich für die Woche vom 13. bis 18. Januar 1930 auf 123,2 gegenüber 117,8 der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwer­industrie auf 121,0 (116,7), in der Gruppe ver­arbeitende Industrie auf 112,5 (106,8) und in der Gruppe Handel und Verkehr auf 141,4 (135,8).

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 22. Ian. Tendenz: Ab- geschwächt. Im Vormittagsverkehr war die Stimmung anläßlich der f 0r t s ch r e i t e nden Geldmarkterleichterung freundlich. Das Geschäft war jedoch ruhig, da Aufträge nur spärlich eintrafen. Für Kaliaktien machte sich aus den bekannten Gründen lebhafteres Inter­esse bemerkbar, zumal Käufe von Auslandseite hier anhielten. Zu Beginn Les offiziellen Marktes trat ein Tendenzumschwung em, die Ten­denz wurde merklich schwächer. Anlaß hierzu boten die sich wieder mehr verbreiten­den Gerüchte, die mit den Stickstoffplänen von Gelsenkirchen in Zusammenhang zu bringen sind und noch ungünstiger lauten, als seither, so daß die Spekulation zu Entlastungsverkäusen schritt; da die Aufnahmelust unter den veränderten Ver­hältnissen sehr gering war, ergaben sich gegen­über der gestrigen Abendbörse zum Teil recht erhebliche Abschwächungen. Aber trotz­dem bietet die so neu geschaffene Situation keinen Anlaß zur Besorgnis, denn es wird in Börsenkreisen angenommen, daß die Gerüchte aufgebauscht sind, um sie für einen Daissevor- stoß auszuschlachten. Llngünstiges lag näm­lich nicht vor. In Reuhork war die gestrige Börse fest, die internationalen Geldverhält­nisse liegen günstig, und auch innerpolitisch hat man sich nach Beendigung der Haager Kon­ferenz beruhigt. Stärker angeboten eröffneten selbstverständlich I.-G.-Farben mit minus 3 v. H., und im Zusammenhang hiermit Rheinstahl mit minus 3.25 v. H. Am Elektrvmarkt verloren AEG. 1, Siemens 2,5 v. H.. Licht L Kraft lagen unver­ändert. Einige Rachfrage bestand für Gesfürel, die 2 v. H gewinnen konnten. Am Montanmarkt gingen die Rückschläge, mit Ausnahme der schon angeführten Rheinstahlaktien, nur bis 1,5 0. Sy Am Kunstseidemarkt war das Angebot etwas größer, bei Verlusten bis zu 4 v. H. Die Kali- aftien wurden von der veränderten Börsensitua­tion nicht berührt, sie konnten sich auf dem er­höhten Stand voll behaupten. Aschersleben und Westeregeln lagen bis 1,5 V.H. fester. Renten still und leicht nachgebend. Rach den ersten Kursen verstärkte sich das Angebot und die Kurse gaben erneut bis 2 v. H. nach. Am schlimmsten betroffen wurden wieder Farben. Später wurde bei Außer­achtlassung der Gerüchte die Stimmung wieder etwas günstiger. Die Spekulation nahm Rückdeckungen vor, und die im Verlaufe eingetre­tenen Abschläge konnten bei den meisten Werten fast völlig ausgeglichen werden. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 6 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dol­lar 4,1864. gegen Pfund 20,397, London gegen Kabel 4,8670, gegen Paris 123,91, gegen Mai­land 92,98, gegen Madrid 37.60, gegen Schweiz 25,1925, gegen Holland 12,1075.

Berliner Börse.

Berlin, 22. Ian. Der Druck, der seit Tagen auf dem offiziellen Markte lastete, schien im Verlaufe der gestrigen Börse gewichen zu sein. Die Spekulation hatte neuen Mut gefaßt und sich stärker nach oben engagiert, zumal das In­teresse des Auslandes für Kali­aktien besonders anhielt. Auch heute vormittag sah es so aus, als ob sich eine freundlichere Stimmung fortsetzen werde. Zu den ersten offi­ziellen Rotierungen trat dann aber ein ziemlicher Tendenzumschwung ein, der seinen Aus­gang vom Farbenmarkt hatte. Hoffnungen, daß sich der Markt von der schwachen Haltung der Farben-Aktie freimachen werde. -'-füllten sich nicht. Als Grund für die neuen 2Vs j.äge führt man neben den bekannten Momc.t^.i und den Vorgängen in der Stickstoffindustrie die von einer hiesigen Morgenzeitung gebrachte Meldung von einer neuen Transaktion bei der I.-G.-F a r b e n zwecks Verteilung der Dividende an. Als weitere retardierende Momente wurde noch die für den 1. Februar zu erwartende Liqui­dation der Allgäuer Dereinsbank und die in der zweiten Januarwoche erneut erhöhte Ar­beitslosenziffer erwähnt. Demgegenüber konnte die weiter leichte Verfassung des Geldmarktes keinen Einfluß auf die Ten­denz gewinnen. Die ersten Rotierungen tagen gegenüber gestern bis zu 3 v. H. niedriger. Böm­berg, die heute exklusive Dividende gehandelt wurden, verloren 3,75 0. H. Man brachte diesen Rückgang mit einer Meldung von Preisherab­setzungen in der britischen Kunstseideindustrie in Zusammenhang. Deutsche Anleihen nachgebend.

Ausländer behauptet. Pfandbriefmarkt ziemlich freundlich. Der Geldmarkt war sehr leicht. Tages­geld 4,5 bis 6,5 D. Sy, Monatsgeld 7,5 bis 9 t>. Sy. Warenwechsel etwa 6,5 V.H. Rach den ersten Kursen wurde es auf festere Auslandmeldungen zunächst ziemlich widerstandsfähig, und es er­gaben sich später noch allgemein weitere Rück­gänge von 1 bis 2 v. Sy Papiere wie Siemens und Salzdetfurth verloren bis 4 v. Sy, über­haupt konnten sich die anfänglich recht festen Kali- und Draunkohlenaktien, ebenso wie Julius Berger (plus 6 V.H.) im Verlaufe der allge­meinen Tendenz nicht entziehen.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 22. Ian. Am heutigen Produktenmarkt war die Tendenz ruhig. Die Grundstimmung war jedoch infolge der höheren Auslandnotierungen etwas fester. Preisverände­rungen ergaben sich im allgemeinen nicht, nur Weizenmehl konnte etwas anziehen. Leicht ge­drückt lag Weizenkleie, dagegen konnte am Futter­mittelmarkt Mais für Futterzwecke bis 0,25 Mk. anziehen. Es wurden notiert: Weizen 26,75; Roggen 18,50; Sommergerste für Brauzwecke 19,50 bis 19,75; inl. Hafer 17 bis 17,25; Mais 16,75 bis 17; Weizenmehl, süddeutsches Spezial0, 39,50 bis 40,50; Roggenmehl 26,25 bis 27,50; Weizenkleie 8,40 bis 8,80; Roggenkleie 9 bis 9,50. Tendenz: ruhig.

Schwurgericht Gießen.

* Gießen, 21. Ian. Linker dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Schmäht fand heute die erste Sitzung der diesjährigen ersten Tagung des Schwurgerichts der Provinz Oberhessen statt.

Wegen Körperverletzung mit tödlichem Aus­gang halte sich ein aus Bayern stammender Dienstknecht namens Josef Bös! zu verant­worten, der zuletzt längere Zeit in Griedel auf einem Hofgut seinem früheren Beruf als Schlosser entsprechend beschäftigt war. Die Anklage ver­trat Staatsanwalt Schneider, die Vertei­digung führte Rechtsanwalt Elsoffer.

Der Anklage lag folgender Sachverhalt zu­grunde: Im September v. I. befand sich eines Abends der Agent Elmiger von Butzbach in der dortigen WirtschaftZum alten Fritz", wo er mit Bekannten Karten spielte. Dorthin kam kurze Zeit später auch der Angeklagte Bösl mit zwei auf der Wanderschaft befindlichen Landsleuten, die er zuvor in einer anderen Wirtschaft getrof­fen hatte. In der WirtschaftZum alten Fritz" selbst ging es sehr friedlich zu. Riemand konnte ahnen, was sich kurz darauf auf der Straße unmittelbar vor der Wirtschaft abspielen sollte. Als nämlich Elmiger gegen 10 Llhr das Wirts­zimmer verlieh, hörte man kurz darauf draußen poltern. Als daraufhin ein Teil der Gäste hinauseilte, fanden sie Elmiger auf dem Bürger­steig stehend, wie er gerade nach seiner linken Brustseite griff und dabei schrie:Ich bin ge­stochen!" In seiner unmittelbaren Rähe stand der Angeklagte mit den beiden Handwerksbur­schen. Während der Angeklagte bei seiner Fest­nahme sich zunächst vollkommen unwissend stellte und sogar noch, als man in seinem Strumpf das mit Blut befleckte feststehende Messer gefunden hatte, von der Sache nichts wissen wollte, gab er schließlich doch zu, daß er den Elmiger mit dem vorgefundenen Messer gestochen habe. Zu seiner Entschuldigung führte er an, daß ein ihm unbekannter Mann ihm plötzlich gepackt habe, gegen den er sich mit seinem Messer zur Wehr gesetzt habe.

Rach Vernehmung der Zeugen wurde der ärztliche Sachverständige über die von ihm vor­genommene Sektion gehört. Rach dem von ihm erhobenen Befund hatte der Angeklagte dem Elmiger das Messer bis nahezu an das Heft in den Brustkorb gestoßen und dabei den Herz­beutel und die Herzkammerwand durchstochen, so daß der Tod infolge Herzblockierung in der darauffolgenden Rächt eintrat.

Der Staatsanwalt wies unter Würdigung der Zeugenaussagen zunächst darauf hin, daß sich keine Anhaltspunkte für die Annahme der von dem Angcllagten behaupteten Rotwehr ergeben haben. Vielmehr fei der Beweis erbracht, daß der Angeklagte ohne für ihn begründeten Anlaß den verstorbenen Elmiger angegriffen und un­gewollt den tödlichen Stich ins Herz verseht habe, vermutlich, um seinem Landsmann beizu- stehen, mit dem Elmiger auf der Treppe eine kleine Auseinandersetzung hatte. Er wandte sich entschieden gegen Bewilligung mildernder LIm- stände und beantragte gegen den Angeklagten vier Jahre Gefängnis und Einziehung des bei der Tat benutzten Messers.

Der Verteidiger suchte nachzuweisen, daß der Angeklagte in Rotwehr gehandelt habe, jeden­falls aber straflose Lleberschreitung der Rotwehr in Frage käme und bat um milde Beurteilung der Tat.

Rach geheimer Beratung wurde das Urteil verkündet, das den Angeklagten der Körper­verletzung mit Lodesfolge für schuldig erkennt. Das Gericht nahm an, daß der Ange­klagte die Grenzen der Verteidigung erheblich überschritten habe. Mit Rücksicht auf seine bis­herige Llnbestraftheit und die gezeigte ehrliche Reue wurden ihm mildernde Umstände zugebil­ligt, und der Angeklagte zu zwei Jahren Gefängnis abzüglich der Untersuchungshaft verurteilt. Außerdem wurde auf Einziehung des Messers erkannt.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

L. B. j. Der betreffende kaufmännische Lehrling fällt unter die Angestelltenversicherung und muß Krantenkassebeiträge bezahlen. Er muß auch Bei­träge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, wenn er nicht durch Vorlage seines Lehrvertrages Be­freiung erwirkt.

P. R. lieber die Erlaubnis zur Anlegung einer elektrischen Lichtleitung befindet allein der Hauseigentümer. Wohnt der Wohnungsinhaber im Stockwerk unter Ihnen nur zur Miete, so wird er die Legung der Leitung dulden müssen. Dabei vorkommende Beschädigungen müssen so gut als möglich vermieden und demnächst ordnungsmäßig wiederhergestellt werden. Bieten Sie dem Haus­eigentümer für die mutmaßliche Höhe der Kosten Sicherheit in bar an.

R. £. 24. Wenn Sie den Beruf eines Volksschul­lehrers in Hessen ergreifen wollen, müssen Sie sich mit einem Aufnahmegesuch unter Beifügung des letzten Schulzeugnisses an das Ministerium für Kultus» und Bildungswesen in Darmstadt wenden. Don dort erhalten Sie auch Mitteilung über die Einreichung weiterer Papiere. Die Aus­bildung erfolgt an einem der Pädagogischen In­stitute in Darmstadt oder Main; und dauert min­destens vier Semester. Die Beherrschung von Harmonium, Geige oder Klavier kann noch wäh­rend der Ausbildungszeit erlernt werden. Für Preußen ist die Anmeldung an das Preußische Kultusministerium in Berlin zu richten, von wo ebenfalls weitere Auskunft erteilt wird. Wenn Sie sich über die einschlägigen Verhältnisse näher orientieren wollen, wenden Sie sich an den zweiten Vorsitzenden des Hessischen Lande lehrer- vereins, Herrn Rektor Kaufmann in Gießen, Pestalozzischule.

Borsiandswahl. Es muß keine Stichwahl ftatt- finden. Mangels bestimmter anderer Satzungsvor­schriften gilt G. als gewählt.

Stubent C. B. in Gießen. Die gewünschten An­gaben über das Eisenbahnschienennetz der Erde und der verschiedenen Erdteile im einzelnen können w i r beim besten Willen nicht ermitteln. Vielleicht können Sie durch eine direkte Anfrage bei der Reichsbahn- direktion Frankfurt a. M., oder bei der Hauptver­waltung der Reichsbahn in Berlin den gewünschten Aufschluß erhalten.

Letzte Nachrichten.

Oie Stützung des Rogaenpreises.

Berlin, 22. Jan. (WTB. Funkspruch.) In einem Teil der Presse wird die Rachricht ver­breitet von der bevorstehenden Einbringung eines Roggenbrotgeseh.es. Wie wir da­zu von unterrichteter Seite erfahren, liegt ein Gesetzentwurf in der angedeuteten Richtung vor­läufig nicht vor. Tatsache ist jedoch, daß mit Rücksicht auf die katastrophale Lage am Roggenmarkt über das Problem der Roggen­stützung seit längerer Zeit Erwägungen schwe­ben, die sich voraussichtlich in allernächster Zeit zu konkreten Vorschlägen verdichten werden. Der volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichsrates und des Reichstages werden sofort nach Zufammen- treten des Reichstages über die weitere Re­gelung des Dermahlungszwanges gutachtlich gehört werden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft beabsichtigt, den zurzeit festgesetzten Dermahlungssah für Inland- weizen von 50 v. H. auch für den Monat Februar festzusetzen. Das Reich Kabinett wird sich bereits in einer seiner nächsten Sitzungen mit dieser Frage beschäftigen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern ;eben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 0. H.

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Berlin, 21- Januar

Geld

Bries

Amerikanische Noten Belgische Noten ......

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Norwegische Noten.......

Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten ......

Schwedische Noten.......

Schwebet Noten . ...... Spanische Noten ..... .

Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten .....

Devisenmarkt Berlin

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58,12

111,58

20,342

16,42

167,86 21,845

111,55

58,64

2,475

112,00

80,89

54,55

12.325

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Jranffur

4,187 58,36

112,02 20,422

16,48 168. 4 21.925

111,99 58.88 2.495

112,44 81,21

54,77 12,385

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Datum

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Dl. Anl.-Ablüs.-Schulb mir Am lol-«ect>ten . .

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8% Hess. DolMoat von 1929 (rückzahlb. 102%)

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Anleihe Leite 1 .

8% Franks. Hnp.-Bank Koldpsc XIII imlüithbar bis 1934 .

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A.U.W. abg. korkriegs-Obiigatton rückzahlbar 1932 ......

4% CettenddHI&e Eoldtte.

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4% Rumänische veretnh. Diente

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1

21 Januar

22 Januar

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Dotierung

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