Ausgabe 
21.8.1930
 
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Oberheffen.

Gemeinderai in Grünberg.

4- Grünberg, 19. Aug. Aus der jüngsten Sitzung des G e m e i n d e r a t s ist u. a. zu be­richten:

Für die Beschaffung von Wassermessern haben die Firmen Rosenkranz & Dreyer, Lux, Siemens & Halske Modelle nebst Angeboten ein- gereicht. Die Preise sind, da die Firmen kartel­liert sind, die gleichen. Die Wasserkommission soll unter Zuziehung eines Sachverständigen vom Kulturbauamt über das zu wählende Modell ent­scheiden.

Hierauf beschäftigte man sich mit der Ver^ gebung öer Kanalisationsarbeiten in der Gießener Straße. Dafür lagen fünf An­gebote vor: Hofackcr & Bocher, Beltershain, 4896,98 Mk.: Keil, Hattenrod, 5508,15 Mk.; Kühn, Grünberg, 5576,05 Mk.; Bock, Grünberg, 5980,10 Mark; Bernhardt, Höingen, 7768,25 Mk. Ver­spätet, daher ungültig, war noch ein Angebot von Jäger, Queckborn, eingegangen, das 6036,10 Mark forderte. Rach längerer Aussprache ent­schied sich der Gemeinderat mit allen gegen eine Stimme für die llebertragung der Arbeiten an die Firma K. Bock, Grünberg. . Dem Unter­nehmer wird dabei zur Bedingung gemacht, hie­sige ausgesteuerte Erwerbslose zu beschäftigen.

Die Pächterin der st ä d t i s ch e n Schaf- weiden, Frau Gruber, Witwe, die für zwei Herden seither 2800 Mk. jährliche Pacht zahlte, ist bereit, die Pacht für das nächste Jahr zu) übernehmen, bittet aber mit Rücksicht auf dis gegenwärtige schlechte Lage des Wollmarktes um Herabsetzung der Pachtsumme. Rach län­gerer Aussprache wird ein Antrag, es bei dem seitherigen Pachtpreis von 2800 Mk. zu belassen, mit sieben gegen sechs Stimmen abgelehnt und beschlossen, die Pacht auf 2600 Mk. festzusetzen.

Der Beigeordnete teilte mit, daß er vom 24. August bis 6. September einen vier­zehntägigen Urlaub antreten wird. Wäh­rend dieser Zeit übernimmt die Führung der Bürgermeistereigeschäfte das älteste Gemeinderatsmitglied, Schlossermeister Heinrich S chmid t II.

Stiegergruppe am Polytechnikum Sriebberg.

WSR. Friedberg, 20. Aug. In den letzten Wochen hielt die Fliegergruppe am Polytechnikum Friedberg auf dem Flug- ?elände der Herchenhainer Höhe einen S ch u - ungskursus für Segelflieger ab. Das von der Fliegergruppe nach demPrüfling"-Typ er­baute SchulflugzeugZögling" und das Segel­flugzeugFriedberg" standen für Uebungsflüge zur Verfügung. Trotz des ungünstigen Wetters kamen etwa 50 Uebungsflüge mit erfreulichen Leistungen zustande. Die SchulmaschineZögling" kam am letzten Schulungstage leider fast ganz zu Bruch. Der Pilot wurde nicht verletzt. Auf der Wasserkuppe in der Rhön wird eine Gruppe von vier Mann die MaschineFriedberg" zu neuen Flugversuchen einsetzen.

Landkreis Gießen.

s. Utphe, 20. Aug. Am Sonntag wurde das diesjährige Jugendfest in Verbindung mit einer Rheinbefreiungsfeier gefeiert. Ein farbenfroher Festzug der Schuljugend, des Krie­ger-, Gesang-, Turn- und Fußballvereins mit ihren Fahnen bewegte sich durch das Dorf unter Dorantritt der Musik des Turnvereins und der Streich- und Mandolinenkapelle des Gießener JugendvereinsWanderlust". Auf dem Festplah

wechselten Lieder, Deklamationen und Theaterspiel der Schüler, sowie Chöre des Gesangvereins Lorelei", die reichen Beifall ernteten, mitein- ander ab. Der Leitgedanke aller Darbietungen war:Vom freien Rhein zum freien Vaterland!" Ihm verlieh Lehrer Arnold in seiner Ansprache Ausdruck. In bunter Folge reihten sich daran Spiele der Jugend, dann lief der Fußballverein eine Schwedenstaffel uni) der Turnverein bot schöne turnerische Leistungen an Barren und Pferd. Dazwischen trug die unermüdliche Spieler­schar derWanderlust" flott gespielte Musik­stücke vor. Mehrere Flötenduette der Schüler fanden gleichfalls Anklang. Eine Ortssammlung, sowie ein vom Gemeinderat bewilligter Zuschuß ermöglichten es, daß alle Schuler eine Brezel, sowie kleinere Geschenke und Preise erhalten konnten.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 20.Aug. (WSN.) Zum heutigen Schweinemarkt waren 315 Jungtiere auf- getrieben. Es wurden bezahlt für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel 35 bis 40 Mark, für 8 bis 12 Wochen alte 40 bis 55 Mark. Der Markt wurde geräumt.

Kreis Büdingen.

A Ridda, 19. Aug. Heute wurde hier einer der ältesten Bewohner unserer Stadt, Heinrich Kraft, zur letzten Ruhe bestattet. Er war Altveteran der Feldzüge 1866 und 1870/71 und hat ein Alter von beinahe 85 Jahren erreicht. Der Kriegerverein erwies ihm die letzte Ehre und gab die drei Ehrensalven über dem Grab ab. Run leben hier nur noch drei Veteranen, die die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitgemacht haben. Sie sind alle über 85 Jahre alt.

# Hirzenhain, 20. Aug. Die Gemeinde Hirzenhain hatte kurz nach dem Kriege ihrer gefallenen Helden gedacht, indem sie die Ramen derselben in einer Säule unserer alten Kirche eingraben lieh. Run soll auch außerhalb der Kirche ein sichtbares Zeichen für den Welt­krieg errichtet werden. Hinter dem Chor der Kirche soll ein mit Anlagen geschmückter Platz mit Sitzen entstehen. In der Mitte ragt eine Säule, auf dieser kniet eine Jünglingsgestalt mit dem Blick gen Himmel. Diese Figur soll das junge Deutschland verkörpern, denn, wenn wir zur Zeit auch schwer zu kämpfen haben, das junge Deutschland kommt auch wieder hoch. Auf der Säule soll stehen:Die dankbare Gemeinde Hirzenhain ihren Helden von 1914 bis 1918. Damit sollen auch die geehrt werden, die den Krieg mitgemacht haben und durch Gottes Fü­gung glücklich wieder in die Heimat zurückge­kehrt sind. Der Entwurf stammt von Regie­rungs-Baurat Frey, Büdingen, und fand all­gemeine Anerkennung.

Kreis Schotten.

Y Burkhards, 19. Aug. Schon wieder tritt jetzt ein Lehrerwechsel an unserer ein­klassigen Volksschule ein. Lehrer Schnitz- spahn, der seit Ostern hier wirkte, wurde nach Worms verseht. An die hiesige Stelle wurde Lehrer Heinrich Schäfer berufen, der von Worms kommt. Die Schüler des letzten Jahrganges haben seit Beginn ihrer Schul­zeit etwa den zehnten Lehrer, was für ihre Kenntnisse und Fertigkeiten nicht von Vor­teil gewesen sein dürfte.

Kreis Alsfeld.

Atzenhain, 20. Aug. Am Samstag und Sonntag fand am Krahberg (zwischen Atzenhain und Rieder-Ohmen) ein Treffen vonH a s - sia"- Jugendgruppen statt, an dem die Gruppen Atzenhain, Schotten, Lollar, Weiters- hain, Reinhardshain, ßumba, Heimertshausen und

Stangenrod mit mehr als 130 Jungmannen teil­nahmen. In mustergültiger Weise hatte die Gruppe Atzenhain unter ihrem Führer, Förster S ch e i g, die Veranstaltung vorbereitet. Be­sonderes Interesse brachte bic Bevölkerung der umliegenden Orte dem Lagerfeuer entgegen, zu dem am Samstagabend etwa 600 Zuschauer ge­kommen waren, um dem frohen Treiben der Ju­gend bei Gesang, Musik und Ansprachen beizu­wohnen.

Festnahme eines Schwindler-Ehepaares. Lungenbluten" aus Schweineblut.

WSR. D a r m st a d t, 20. Aug. Dieser Tage erstattete ein Autobesiher bei der Polizei An­zeige, daß sich ein angeblicher Oberingenieur Peter Mertes aus Trier mit Frau und Kind durch seinen Chauffeur nach Langen, Frankfurt a. M., Wormfelden und Dudenhofen habe sahren lassen, und daß Mertes beim Ver­langen des Fahrpreises zwei Wechsel ausgestellt habe. Mertes war bei der Polizei nicht unbe­kannt. Er wurde in Langen, wo er vorüber­gehend wohnte, ermittelt und mit seiner Fa­milie nach Darmstadt übergeführt, wo die F e st - nähme des Ehemannes erfolgte. Es stellte sich heraus, daß die Eheleute Mertes in einer An­zahl Geschäfte in Darmstadt Trauringe, Klei­dungsstücke, Wäsche, Schuhwaren, Koffer usw. gegen Rechnung gekauft und baldige Bezahlung in Aussicht gestellt hatten. Mertes gab sich auch als ehemaliger Offizier aus. Er will im Krieg einen Lungenschutz erhalten haben und Rente beziehen. Im Knopfloch trug er Bänder der höchsten Kriegsorden, an der älhrkette einen Bierzipsel und ferner ein Couleurband einer Darmstädter Studentenverbindung. Das Geld hierfür hatte er seiner Schwiegermutter abge­nommen. Er besuchte vornehmlich Bekannte, die er in Krankenhäusern kennengelernt hatte und legte sich dann als Schwerkranker in deren Be­hausung nieder. Dort wurde er angeblich von Lungenbluten befallen. Aus Mitleid wurde er bewirtet und gepflegt. Die Frau des Mertes hatte ihren Mann stets mit Schweineblut versorgt, damit er den behandelnden Arzt jederzeit von seinemLungenbluten" überzeugen konnte. Ein Teil der erschwindelten Waren wurde bei Althändlern verkauft oder in Pfand­häusern verseht. Eine Verwandte der Ehefrau Mertes, eine Hausangestellte, wurde um ihre gesamten Ersparnisse geprellt. Auf die gleiche Weise wie in Darmstadt begingen die E^leute Mertes auch in Trier und älmgegend Waren» und Mietbetrügereien.

Oer Salzschlirfer Zuwelenraub vor der Aufklärung?

Bad Salzschlirf, 20. Aug. (WSN.) Wie kürzlich gemeldet, wurden in einem hiesigen Hotel von einem Mann, der sich dem Hotelpersonal gegen­über als Elektrotechniker ausgab und angeblich Re­paraturen an der elektrischen Leitung vornehmen wollte, Schmucksachen im Werte von 15000 Mark gestohlen. Jetzt ist hier ein Mann fest genommen worden, in dessen Besitz sich eine Platinkette befand, über deren Herkunft er sich nicht ausweisen konnte. Möglicherweise stammt die Kette aus dem Diebstahl her. Die Po­lizei stellt zur Zeit Nachforschungen nach dieser Richtung an.

Zwei AMächenschulen in Frankfurt.

WSR. Ankfurt a. M., 20. Aug. Frank­furt hatse/.LLi neue Schulen erhalten, die nachp ^itonmen der beiden Reichspräsi­denten »Aenburg und Friedrich Ebert

benannt sind. Beide Schulen stellen den modernen Typ der Freiflächenschulen dar. Die Hin- denburgschule ist für die beiden Siedlungen Praunheim und Westhausen bestimmt. Sie liegt an einem kleinen Wäldchen und besteht zunächst erst aus drei Pavillons, die später auf fünf erhöht werden sollen. Auch die Friedrich-Ebert- Schule am Bornheimer Hang liegt in landschaft­lich hervorragender Gegend. Die Klassenräume beider Schulen sind nach den Freiflächen hin ganz verglast und gestatten bei schönem Wetter den Unterricht halb im Freien. Die Schulen ent­halten außerdem neben Turnhalle und Festsaal Bad, Experimentierräume, Kinderspeisung, Gym­nastikterrasse usw.

Schwerer Auiounfall bei Fulda.

WSR. Fulda, 20. Aug. Gestern vormittag verunglückte auf der Landstraße zwischen Fulda und Lehnerz ein Kasseler Privatauto, das mit vier Personen beseht war. Der Wagen war auf der asphaltierten Straße ins Schleudern geraten und mit voller Wucht gegen einen Baum geflogen. Von den Insassen wurde der 26jährige Schaffner Adolf Schulz^nus Kassel so schwer verletzt, daß er am Abend im Lan­deskrankenhaus Fulda verstarb. Der Führer des Kraftwagens, der 31jährigr Chauffeur Adam Kühleborn aus Kassel ist so schwer verletzt worden, daß sein Zustand zu den ernstesten Bedenken Anlaß gibt. Die Ehefrauen der beiden Männer kamen mit unerheblichen Ver­letzungen davon.

Vezirksschöffengericht Gießen.

* Gießen, 20. Aug. Sin wegen Eigentums­vergehens mehrfach vorbestrafter kaufmännischer Angestellter hat erhebliche Geldbeträge, die er für seine Firma in Groh-Felda einkafsiert hatte, unterschlagen; ferner hat er mit dem Ramen seines Chefs fünf Postschecks unterzeichnet, die Gelder abgehoben und für sich verbraucht. Er war in der Hauptsache geständig. Die Strafe wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Betrugs lautete auf zehn Monate Ge­fängnis.

Wegen Unterschlagung von anvertrauten Gel­dern wurde ein Eisenbahnbeamter in Dad-Rau- heim zu sechs Monatvn Gefängnis ver­urteilt. Er hat namhafte Beträge, die er ml Friedberg zur Auszahlung an Darlehnsnehmer des Eisenbahn-Spar- und Dorschuhvereins in Frankfurt a. M. erhalten hatte, nicht an die Kasse abgeführt, sondern für sich verbraucht. Auch et war geständig.

Eine Frau von Gießen hat, um Schulden, dis sie gemacht hatte, bezahlen zu können, Wechsel auf den Ramen ihres Mannes gefälscht. Ihre Be­hauptung, sie habe sich dazu berechtigt geglaubt, war unglaubwürdig. Da es sich nicht um hohe- Beträge handelte und die Angeklagte unbestraft war, wurde auf eine Gesamtgefängnis- strafe von zwei Wochen erkannt.

Kirchliche Nachrichten.

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