Ausgabe 
21.6.1930
 
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reifen unter bester künstlerischer und wissenschaft­licher Führung. Go im Juli eine Fahrt nach Dalmatien mit Besuch aller Sehenswürdigkeiten unk» hn August je eine Stuhienfahrt nach Won* hon und Paris mit jelixlH achttägigem vlufent* halt, her eine Besichtigung Der bebeutenhftcn Kunst fchätze und öebcnülüürhlnfeUen, des Stra- stenleben» und all dessen vorfieht, im» den Zau­ber dieser Weltstädte auSmacht. Die Reise nach Vontion gibt auch Gelegenheit zum Besuch von Orforh, Stratford und der Insel Wight, sowie auf her Heimreise her beiden Internationalen Aus­stellungen 1930 in Antwerpen und Lüttich. Bon Paris aus werden BerfailleS, Reim« und die Schlachtfelder besucht. Don Abschlust deS Pro­gramms bildet eine Septemberfahrt nach Spa­nien mit Ausflug nach Marokko.

Lernt Ostpreutzcii feinten!

Born 10. bl» 26.3ull d. I. veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher grauen c. B., ^erlin-Lharlottenburg, eine Ostlandfahrt deut­scher Frauen und Alädcheu, um ihnen unter ort«- kundiger fiübrung die viel zu wenig bekannten Schönheiten he» auS dem unmittelbaren Zusam- nienhange gerissenen Reichsgebiete« Ostprensten und seinen heute so schweren nationalen und wirtschaftlichen Eristenzkamps vor Augen zu füh­ren. Die Reise geht von Lwinemünde mit dem Geedicnst Oftprenhen nach Dillan und Eranz und von dort, nach einem mehrtägigen Aufenthalt, nach Königsberg. Auf her Weitersahrt werden Allenstein (Tannenberg-Denkmal), Osterode, (81- bing, daS Ordensschlost Marienburg und Danzig besucht. Bon hort bzw. von Zoppot auS wird am 25. Juli die Rückreise über die Ostsee nach Swine- münde angetreten.

Theoloqischc Konferenz in (ließen.

Sehr stark besucht, erfreulich auch au» dem Kreise der Jüngeren, trat die theologische Konferenz im grosten Hörsaal deS Kollegien- gebäute« unter Vorsitz von Geh. Kirchenrat b. Dr. Krüger ((Diesten) zusammen und wurde durch Dekan Bogel (Bruchenbrücken) mit )Schriftlesung und Gebet eröffnet. An den Grust an die Erschienenen fügte her Vorsitzende einen von warmer Dankbarkeit und Derebmng ge­tragenen Okachrus auf Erzellenz D. Dr. Har - n a d (Berlin), einen der Begründer der Kon­ferenz. dabei zeigten verlesene Briefe auch seine Anhänglichkeit an Giesten, heUen theologische Fa- fultät und an die hessische Landeskirche, deren Predigerseminar er einen Band seiner Dogmen­geschichte gewidmet bat. Sein Andenken wurde durch (Erheben von Den Sitzen geehrt.

Dem Bortrag deS BormlttagS von Privat- dozont Psarrer l.ic. Adolf AlIwohn (Giesten) Die Ausgaben der praktischen Theologie" lagen folgende Thesen zugrunde: 1. Die Vertreter her svftematischen und her historischen Disziplin her Theologie wenden sich in der Gegenwart in wachsendem Maste dem berfhmmlleben Gegen­stand her praktischen Theologie, dem handeln her Kirche, zu. Sie möchten infolgedessen die praktische Theologie auf die Uebermlttluiifl tech­nischer Regeln beschränken. 2. Die Hauptaufgabe her praktischen Theologie al« Wissenschaft kann nicht da« Erteilen praktischer Anweisungen fein; ;ü weil das Handeln nur in der PrariS selbst gelernt werden kann, b) well eine Bestimmung kirchlichen Handelns, vor allem in gesetz­licher Form, angesichts her evangelischen Frei­heit unmöglich ist. c) weil daS Aus stellen fester Regeln da« kirchliche Handeln unlebendig machen würde, d) weil Anweisungen auf dem Gebiet der Menschen- und (DemelnschastSsü')rung nie ohne eine systematische Grundlegung g.-geben werden können, c) weil die praktische Theologie dann auf- hören würde, Theologie zu sein 3. Die Haupt­ausgabe der praktischen Theologie ist die Besin­nung auf die Form de« kirchlichen Handeln» uMh die Bemühung um deren Rechtmüstigkeit im Hinblick auf die grundlegende Offenbarung Got­te«. Die praktische Theologie ist al« kirchliche Formenlehre eine theologlsch-shslematische Diszi­plin. 4. Die Lehre von der Gestaltung de« kirch­lichen Handeln« in der Gegenwart setzt eine historische Erforschung der vergangenen Formen voran«. Sie mündet wie je he Lehre in da« Aus­stellen von Richtlinien für daS Handeln. 5. Die kirchliche Formenlehre hat hie Frage zu beant­worten, in welcher Welse da« hie Kirche be­gründende Wort Gotte« die Form ihre« Han­deln« bestimmt. Sie wird dabei folgende Grund­sätze aufzustellen haben: a) ha« Wort Gotte« setzt die kirchliche Formgebung in Freiheit, b) da« Wort Gölte» wirkt Glaubenögehorsam in der konkreten Situation und damit ein Ernstnehmen her genxiligen Kulturformen, c) daS Wort Gotte» macht die der jeweiligen Kultur entnommenen kirchlichen Formen zu Offenbarung-trügern, d) da« Wort Gottes beftlmmt die Liebe zum Rächsten al» entscheidenden Gesichtspunkt für die 'Auswahl her kulturellen Formen in der Gestal­tung de« kirchlichen Handeln«. An den sehr bei- fällig aus genommenen Vortrag schlost sich eine lebhafte Au »sprach e an.

In der am Nachmittag in die graste Aula verlegten zweiten Versammlung sprach Professor 1>. Rudolf 0) u 11 m a n n (Marburg) überDie Ehristologie he» Heuen Testament«". Die Ent­wicklung ging dahin, dast man über Jesu» genau dachte wie über Gott! der Weg von her Lehre über Thristu» zum Glauben an GhristuS wurde sreigelegt! in Jesu» fand man die Offenbarung Gotte« schlechthin! eine Persönlichkeit, die so stark die Phantasie anregte, mustte gewaltig sein, □liebt die Lehre deS Reuen Testament», sondern feine Religion ist aufzudecken. Die Lehre ist ein höchst unvollkommener Ausdruck der Frömmigkeit. Der Glaube, dast Jesu» der MefsiaS ist. ist der Ausdruck der Gegenwartsseligkeit her Jünger. 'S'er Jesu« be» Neuen Testament« hebt die eigne GlaubenSentscheidung nicht aus. Bousset zeigte, hast da» palästinensische Christentum die Aus­sagen he« hellenistischen Christentums noch nicht hat. bad hellenische Christentum ist KuituSreii- gion. So wenig für Paulu» der historifche Jesu« etwa« bedeutet, so wenig auch für Johanne«. In den Sakramenten wird für Pauiu» da« Heils- erlebni» wiederholt! im Wirken und Leiden vollzieht sich die Lebensgemeinschaft mit Shristu« DaS neue Geschöpf wirkt au« Glauben in her Diebe; hier ist e« nicht mehr möglich. Lehre und Frömmigkeit zu trennen; da« neue Leben wird Rewonnen nur durch Vergebung; die Christologie k» Paulu« ist die Verkündigung, hast er her Herr ist. für den natürlichen Menschen führt sie durch die Büste. Durch die Hingabe an« Kreuz kommt Der Mensch von sich selbst lo». Die Recht- sertigungSlehre des Pauiu« ist auch seine Ehrl- ftologie. Johanne« bezeichnet Jesu» al« da« Wort Gotte» (Logo»); seine Sendung bedeutet die Krisi« der Wel^ Arc» Dem Verkündiger Jesu« wurde

Rundfunkprogramm.

Mittwoch, 25. Juni.

6 Uhr: Nlorgenghmnastlk. Anschliestend: Zeit­angabe und Wettermeldungen. 8 bi« 9: Konzert. 10.20 bi« 10.50: Schul funk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Relsewetterix'richt. 12.20: Promenadenkon- zert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi« 14.15: Werbekonzert. 14.20: »Die Rlordsache Kern",

Sonntag, 22. Juni.

7 bl» 8.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15 bl» 9.15: Morgenfeier. 9.20 bi« 10.50: Erste deutsche Auto­mobil rx-rsolgung: Haltet den Autodiebs 11:Die Augsburger Konsession", Vortrag von Kirchen­rat Schrenk. 11.25: Haltet den Autodieb! Be- kanntgalx de« Autodielx's. 11.35:Der Arbeit«- unterricht in der höh. Schule." 11.55: Elternstunde. 12.15: Stunde de« Ehorgesang«. 13.05: Zehn- mlnutenhlcnft der La n d wi r t sch as t«kam nie r Wies­baden. 13.15: Bandonion-Konzert. 14: Stunde der Jugend. 15: Stunde deS Lande«. 16: Lkach- rnittagSkonzert. 18:Franz Rosenzweig". Vor­trag von Margarete von 'Vendemann-SuSmann. 18.30: Axel Eggeb i-echt liest au« seinen Werken. 19.30: Der DetielstuDent. Bon Millöcker. 22.30: Spanische» Bilderbuch". 23 bi» 0.30: Tanzmusik.

Montag, 23. Inni.

6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeit­angabe und Wetiermeldüngen. 7.30 bi« 8.30: Konzert. 10.25 bl« 10.50: Die Kieler Woche. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.15: Wetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schall­plattenkonzert. 14 bl» 14.15: Werbekonzert. 15.55: Dlestener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: Scheerbart und Voltaire", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 18.35:DaS Problem bel­aueren Angestellten". 19.05: Englischer Sprach­unterricht. 19.30: Berühinte Dilettanten. 20.30: Serenade de« Wendling-Quartett«. 21.30: Zeil- Ixrichie. 22.15: Konzert. 23.20: Nachrichten, Sport­bericht und Wettermeldung.

Dienstag, 24. Juni.

6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeit­angabe und Wettermeldungen. 7.15 blS 8.15: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetter­bericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi# 14.15: Werbekonzert. 15.55: (Siebener 'Wetterbericht. 16: HauSsrauen-Rachmittag: 16.50: «Frauenarbeit für deutsche Volksgenossen im Ausland". 17.20: Konzert. 18.05:Bert Brecht", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 18.35; Stellenangebote au« dem Ausland". 19.05: WaS ist Kultur?" Vortrag von Fritz Jaeger. 19.30: Unterhaltungskonzert. 20: Von Bruchsal: Schlostkonzert. 21.30:Im Vorübergehn". Ein hei­tere« Dreigespräch. 22.30: Romantische Klavier­musik.

der Verkündigte, weil da«hast" seiner Ikrlün- Dtgung, feine Person, da« entscheidende ist. Me- ianchthon» Wort:EhlistuS erkennen helstt seine Wohltaten erkennen", gilt auch noch für da« heutige Geschlecht.

Der Vortrag machte einen tiefen Eindruck und löste eine rege Aussprache au«. Mit herz­lichem Dank he« Vorsitzenden an die Redner und Diskussionsredner und alle Teilnehmer schlost der Vorsitzende hie Tagung.

Von brr Buhbach-Lichcr Eisenbahn

Man schreibt un»: Die Einsprüche, die gegen den neuen Fahrplan der Butz­bach L i ch e r Eisenbahn erbeben wurden, sind nicht ersolglo« gcivefen. Ein Hauptgrund der Verstimmung gegen die Mastnahmen der Dahn- leltung war der Wegfall Der Qlbenhber- b i n D u n g e n auf Der Strecke Lieh Grünberg bi« auf znxi Wochentage. Run hat Die Betriebs­leitung aber statt ».>> am Dienstag und Freitags auch am Donnerstag und Montag eine Spät- berbluhung mit dein Auto eingelegt, so hast man in Llch und in O'rünberg mit Den 19.45, bzw. 20.03 au« Giesten absahrenden dügen noch in da« obere Wei tert al gelangen kann. ES wäre nun noch zu wünschen, dast sich die Betrieb«i>erwal- tung dazu enischltesten könnte, am Mittwoch und SarnStag die früheren Alxndzüge fahren zu lassen. Sie würde sich damit den Dank aller an der Strecke liegenden Gemeinden sichern. Selbst wenn e« nur dadurch ermöglicht werden könnte, dast die SonntagSzüge wegfielen, würde da« zu ertragen fein, zumal gerade diese Züge zu un­günstigen Zeiten gefahren werden und für den Verkehr kaum brauchbar sind.

Die A n t o v e r b i n d u n g e n tragen hem BerkehrSbedürsniS insofern nicht ganz Rechnung, al« die Sätze für da« Reisegepäck zu hoch sind. 'Wenn z. B. die Eier- und Butterhändler für jeden Korb bi« Lich einen Zuschlag von 30 Pf. befahlen müssen, so werden dadurch die ^Unkosten so erhöht, dast die Betroffenen nach anderen Transportmöglichseiten sich unisehen. Eine Ver­billigung dieser Sätze wird also im Inkresse de« Verkehr« liegen. Im grosten und ganzen kann man aber sagen, dast die Bevölkerung mit den jetzige» Zuständen zufrieden ist. Sie sollte aber auch ihre Zusriedenireit dadurch zeigen, dast sie die ihr gebotenen Verkehrsmittel auch fleißiger benutzt. Denn c« kann kein Zn>eifel Darüber be­stehen. dast gerade dadurch, hast die Bewohner Der an her Strecke liegenden Gemeinden die Eisenbahn nicht so benähten, wie sie e« vernünf­tigerweise hätten tun müssen, die Betriebslei­tung zu ihren Mastnahmen mitbestimmt hat. E« ist doch sicher nicht richtig, wenn die nach den Städten Lich und Grünberg führenden Strahan gelegentlich der in diesen Orten ftattsindenden Märkte usw. Da« Bild einer kleinen Völker­wanderung zeigen, während die Züge nicht so be­setzt sind, Wie e« da« Interesse an der Bahn erforderte. Dast diese Nichtbenutzung her Bahn aber eine stet« Gesahr für die Aufrechterhaltung de« Bahnbetriebe« bildet, sollten sich besonder» diejenigen gesagt sein lassen, die während der günstigen Jahreszeit die Bahn nicht brauchen und nut im Winter und bei schlechtem Wetter sie benutzen.

Zum O'lütf bat sich auch her Betrieb in dem bei Queckborn liegenden Steinbruch wieder ge­hoben, so hast aus der Strecke Grünborg Lich ein reger Frachtverkehr herrscht.

« Berliner Büsse.

® c r l i n , 21. Juni. (WTB. iMnkspruch.) Der heu­tige Vormittagvvcrkehr ist voll kommen aesckastolvv. Eine auvtzesprochene Tendenz bat sich noch nicht ent­wickeln können, da man allgemein bi» zur Börse ab warten will. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Kabel 4.8590, London gegen Berlin 20,8725. Kabel gegen Berlin 4,1927 zu 4,1930, London gegen Pario 123,76.

Bericht von Ernst Klein 'und Dr. Paul Laven. 15: Kinderstunde. 16: Konzert. 17.55: HanneS Küpper lieft au« eigenen Werken. 18.35: Päda­gogischer Vortrag:Internat". 19.05:Chlkago, Die Stadt Der Zukunst und ihre Weltausstellung 1933". 19.30: Die Sizilianische Vesper. Drama von Scribe und Duveyrier, Musik von Giuseppe Verdi.

Donnerstag, 26. Juni.

6 Uhr: Moraengymnastlk. Anschliestend: Zeit­angabe und Wetterbericht. 8 bi« 9: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde her Jugend. 15:Wie ertoerben wir Da« Reichsjugend- und Sportabzeichen'?" 15.25:Englische Landschaft, englische Leben, englische Jugend". 15.55: Gie­ßener Wetterbericht. 16: Konzert. 18: Einmarsch ?>er Verbände in die Schlesier-Kampfbahn an- lästllch Der Deutschen Kampsspiele. Dreölau. 18.35: Vortrag von PolizeiDirektor Dittmar. 19: Von Nürnberg:Die 'Bedeutung und Qlufgabe des Deutsch-evangelischen Kirchenbunde« in Der Gegenwart", Vortrag von Oberkonsistorialrat Lic. Heckel. 19.30:Stirbt Die Operette au«?", Vortrag von M. Cremer. 20.15: Italienische Meister Der Musik. 22: Der mutige Seefahrer. KoinöDie in vier Akten von Georg Kaiser.

Freitag, 27. Onni.

6 ä.lhr: Moraengymnastlk. Anschllestenb: Zelt- angalx' uuD Wetterbericht. 8: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi« 14.15: Werbekonzert. 15.55: (Siebener Wetterbericht. 16: RachmittagSlonzert. 17.55: Zehn Minuten Wan- derratschläge he« TaunuSclub«. 18.05:Inter­nationale Hochschulkurse In DavoS. 18.35: Aerzte- vortrag:Kind, Schule und Gesundheit". 19.05: «WaS ist Kultur,? II." Vortrag von Fritz Jaeger. 19.30: Literarische Stunde. 20.30: Aufführung des Frankfurter Opernhauses: Der getreue Musik­meister. Komische Oper von Pergolesi. 21.15: AlS Konzertoper: Die Favoritin von Gaetano Doni- zettt. 22.50: Briefkasten.

SamStag, 28. Juni.

6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeii- anaabe und Wetterbericht. 7.30 bis 8.30: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Werbekonzert. 13.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Jugendstunde. 15.55: Giestener Wetterbericht. 16 hi« 17.45: Konzert. 18.35:Der Arbeiter im Alter". 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Lieder zur Laute. 20: Edmund EySler Dirigiert eigene Werke. 22.35 bi« 0.30: Tanzmusik.

Oie Herdinfeltion und ihre Beziehungen zum Zahnsystem.

Infektion, ein Wort, da« in allen Sprachen der Welt ungeheuerlich klingt und mit einer ge­wissen persönlichen Reserve auf genommen wird, Da es einen Begriff dar stellt, her Den meisten Menschen unsympathisch ist. ES bedeutet begriff­lich Die llebertragung eine» Krankheitsleimes direkt oder indirekt von hem Träger der In­sektion auf den noch gesunden Vdenschen- oder Tierkörper auf dem Wege her Atmung, her Ver­bauung oder Verletzung der Haut. Alle diese Insektionen, zu denen vor allen das große Heer her Infektionskrankheiten (Grippe, Typhus, Dyphtherie, Scharlach usw.) zäl>lt, sind meist primärer direkter Natur, b. h. sie werben von Mensch zu Mensch übertragen. Rach Eintritt in den Körper aus dem Weg Der Lymph- und Blutbahnen überfluten diese stark virulenten Krankheitserreger Den Organismus, Der sofort mit hohem Fieber und schweren Allgemeinstörun- gen antwortet. Diese Art Der Infektion ist Den meisten Menschen bekannt. |

Ander« die Herdinfektion. Die Herdinfektion stellt eine von einem gewissen Brennpunkt, von einer infektiöS-lokalisierten Stelle bc« menschlichen Körper« ausgehende Infektion bar. ES hat sich in irgendeinem GewebSkomplex de« menschlichen Körpers, sagen wir der Haut, dem Knochen, her Lunge, den Mandeln, den Zähnen ein kleine» Reservoir nicht allzu virulenter Bakterien ge­bildet, die nun von Zeit zu Zelt den Körfxr auf dem Weg Der Blut- und Lymvhbahnen mit in ihrer Giftigkeit abgeschwächten Bakterien ver­sorgen. Bleibt dieser Herd latent, d.h. wird er nicht durch einen entzündlichen Reiz zu stärkerer Funktion und erhöhter Giftigkeit her Keime an- gesacht, so wird der widerstandsfähige Körper biefe Infektion spielend überwinden, seine Gegen­kraft (Leukoeytenbllbung, Qlntitoriubilbung) wirb erheblich vermehrt und damit seine Bereitschaft zur Ueberwlnbung Der Insektion.

Ander« beim geschwächten Körper. Hier wer­den die Herdinfektionen, besonders wenn sie von einem entzündlich gereizten und damit virulenten Depot ausgehen, nicht ohne weiteres überwunden und die Erreger (Streptokokken, Staphvlokokken) an bestimmten geschwächten GewebSkompleren (Organen) fest und lokalisieren sich dort. Sie ver­ändern die betreffenden Organe, wie Herz, Niere, Lunge, Gelenke entzündlich und rufen mit her Zeit chronische Zerstörungen deS Gewebe« her­vor. WaS ist nun daS Merkwürdige an dieser Herdinfektion, an diesem ruhenden Depot teils mehr, teils weniger virrUenter Keime, da« von Zeit zu Zeit immer wieder seine Erreger in die Blut- und Lvmphbahnen schickt? Dast der Be- treffenbe den Erwerb diese» InfektlonSbepotS gar nicht merkt, er keine grosten KrantheitSerschei- ixungen zeigt und sie deshalb ohne gröbere körfxrlichen Störungen überwindet, b. h. her In­fektionsherb ist vorhanden unb kann seine zer­störende Arbeit im OrganiSmu» beginnen.

Rehmen mir einmal zum Bewei» die Alandeln oder Zähne al« älrfache einer Herdinfektion. Rach einer Mandelentzündung hat man schon oft erlebt, hast her Patient Nierenschädigungen zeigte, aber auch oft nachdem diese Manhel- endzündung schon lange überwunden war. Genau dieselben Erscheinungen erleben wir nach entzünd­lichen Zahn- und Kiefererkrankungen, bei denen sogar häufig, wenn Eiterbildung vorhanoen ist, die Mandel der erkrankten Seite mit einbezogen wird. Wie cnhmdclt sich dieser Prozest? Die Ent- zündungöerreger (Bakterien) dringen bei erkrank­ten und abgestorbenen Zähnen durch ben Wurzel- lanal in Die Knochenhaut unb Das Knochen- gZvebe vor, beginnen hort teils merklich, teils für Den Patienten unmerklich ihr Zerstörung«- werk und werden darauf von de:" gesunden Knochen blnbegetocbig adgekapfell. Damit find

sie jedoch nicht aüSgeschaltet. Diese BindegewebS- kapsel gibt auf mikroskopisch feinem Weg immer wieder Bakterien an die Umgebung des Knochen» ab, die durch die Lymph- und Blutbahnen De« Knochengewebes weiterbesörbert unb in andere GcwebSkompleex verschleppt werden, um dort, je nach her Art des Organ« DegenerationSvor- gänge chronischer Art hervorzurufen.

Prof. E. C. R o s e n o w von der Mayo-Klinik in Rochester (11. St. QI.) hat an 6000 Tierver­suchen diese Zusammenhänge Der Herdinfektion beweisen wollen, und es ist ihm zum grosten Teil am Tierversuch gelungen. Er hat gefunden, hast pathogene Keime au« Wurzelgranulomen von Patienten, Die zu gleicher Zeit an einer Herz­muskelentzündung erkrankt waren, auf ein Tier überimpft, bei diesem Tier diesellxir-Erscheinun­gen her Herzmuskelentzündung berbonTcfen. Ein scheinbarer Beweis, dast diese Dinge im engsten Zusammenhang stehen.

Prof. Rosenow erläuterte in einer Sitzung der Berliner mehizinischen Gesellschaft gemeinsam mit der Gesellschaft für Zahnheilkunde diese sehr in­teressanten Vorgänge an Lichtbilderir und Ta­bellen, wie sich derartige Herdinfektionen au« Wurzelgranulomen erkrankter Zähne bilden. Diese Zusammenhänge müssen natürlich in jedem einzelnen Falle ein sehr wohl durchdachtes Vor­gehen (Röntgenbesund) des behandelnden Zahn­arztes zur Folge haben, genau so wie beim Auftreten einer Organerkrankung Den Zähnen und ihren Adnexen von selten deS Internisten weitestgehende OZeobachtung geschenkt werden must. Damit ergibt sich die Notwendigkeit der Gemeinschaftsarbeit der Zahnheilkunde mit der Allgemeinmedizin. Dr. Hch.

Turnen, Sport und Spiet.

Regatta des Süddeutschen Istuderverbandes.

QIm Samstag, den 26. und Sonntag, den 27. Juli wird der Süddeutfche Ruderver­band auf Der Lahn beiGiesten eine Ruder­regatta zur Durchführung bringen. Mit der Durchführung dieser ruderfportlichen 'Veranstal­tung wurde der Giestener Wassersport- Verein Hellas 1 920 e. D. beauftragt, wel­cher mit dieser gröberen Veranstaltung zum zwei­ten Mal vor die Oefsentlichkclt treten wird. Die Rennen werden wiederum auf Der im Jahre 1928 von Hellas erstmalig benutzten idealen Regatta­strecke mit dem Start oberhalb des Bootshauses her Giestener Rudergefellfchaft und Dem Ziel am Bootshaus des MassersportvereinS Hella« am Felsen auSgcfähren werden. Die einzelnen AuS- schüsie haben ihre Vorarbeiten aufgenommen und werden alles daranfeyen, den Besuchern den Qlufenthalt an her Lahn so angenehm wie mög­lich zu gestalten.

Gcwinnauszug

3. Klasse 35. Preubisch-Slldheutsche (261. Preutz.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar i« einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

L. Zlehungvtag 19. Juni 1930

8n der heutigen Vormittagszlehung wurden (ßcivuwc über 120 M. gezogen

2 Sttolnne «u 100000 <0L 232640

2 »rtPlnne »u 6000 Qlt. 197212

2 »etotnne iu 3000 M. 214626

4 6'etelnne tu 2000 ffll. 22170 349370

4 6'ttolnn» »u 1000 91L 43604 92378

10 S.winn« au 800 M. 9599 79866 138900 380787 396639

28 ©ctDlnno ,H 600 TT. 46409 112602 134608

147677 189662 198722 220879 224193 264264 262431 276693 289087 301973 391989

84 »etotun« »u 400 OIL 6294 16683 28042 30766 46846 66390 66702 63965 67761 90257 111601

119860 126683 160574 162437 171375

185082 188027 193160 207401 216708

222845 239809 266606 263548 297765

318188 31989-1 323093 324185 331263

348665 373600 374167 376667 378398

244 «etolnne iu 240 QU. 6765 6607 10687 11397 20199 20456 23379 23793 26011 27084 28429 32787 34765 40533 42009 43447 47556 61762 61913 62162 62322 68211 66199 67338 69665 72802 81668 83641 84037 90347 90485 91108 96721 98229 98860 98950 104664 106515 109086 111115 114607 115468 116380 121212

128718 130737 132268 134999 139212

149048 164806 166863 161238 166262

168472 170408 176330 176403 177016

179271 181427 182748 186739 194028

199284 207315 217175 224472 230607

232704 241445 243564 246000 250416

267687 269324 271989 278762 279042

280837 282679 284230 286567 296287

303346 304240 304760 308188 309087

333247 333300 334454 338003 339103

352237 363498 358560 358837 369028

379063 379118 394508 394936

115963

177049

216979

317164

341434

394916

109343

128267

148283

167632

177498

198247 231465 267497

280110 302581

316668 341675 373286

10725

26679 42222 66247

83373 96419

ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne' über 120 M. gezogen

2vtttnn« |u 10000 M. 241966

4 Q'ctoiriw iu 3000 «1. 68427 332901

2 e'ftvimu- »u 2000 45292

12 »ttolnne *u 1000 et 16192 91729 147891

40836 108942

185393 247176

313707 337820

106138

186121

277985

316331

343540

216368 §07626 334126 368965

119429 188888 278193 320895

346504

133767

194191

279744

328744

349164

211302

295702

331218

360290

204499 249848 284399

18 Oefrinnc *u 800 OH. 39680 44200 116021 124353

165131 23)671 271985 307907 375524

18 «etolnne |it 600 9«. 16307 82855 34642 84668 108821 149906 183220 197398 352270

88 eetotnnc ,u 400 4)1. 6520 9786 32579 36109 ----- 57927 76652 76690 88198 88569 93230

----- ------ ------ 135173 136863

399141

390068

389426

17636

28626

50628

60832 80'301

94840

113135

125182 138247

164606 176491

200122 216988

226541

241578 264737 276079 291384

307639 340495 358409

375602 393362

45213

68364

69330

90337

21331

38018

66368

62702

86305

107374

19667

36781

61606

61867

83674

96731 119879 128214

161849

174922 193307

210678 223888

l

245972 274132

281353

299863 334162 356718

382003

120076 130696 160908 176271 196694 210616 226'99

938881 246349 274626

288036 304006 334516 367276 374306 382724

21765 39335

88

65044

88012

114355

126628 141673 167466 182626 202373 217662 229753 242656 268719

976828 293171 3'8293

369098 I7M98 395334

116268 126641 145282 167601 185461 202460 217641 230788 244912 269218 279471 295713 323966 355437 359579 376007

397428

10093

27016

48596

69364

77652

93427

280 ®etoinne au 240 4)L 2879

---- ----- ----- 24413

18074 35051

50944 61467 82119

96127 118702 127524 149060 170283 193166 203324 220192 233007 245041 283247 279849 298122 324115 356604 362777 878234

Die in der heutigen vormittaaSztehung ge­zogenen beiden Hauptgewinne von je 100000 *DL fielen auf Pir. 283 640 in Abteilung 1 nach öerltn, in Abteilung U nach lifftn.