Ausgabe 
21.1.1930
 
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auf anderen Gebieten eine Angleichung her- beizuführen, über die auf der kommenden Tagung beraten werden wird. Auf der kommenden Tagung werden nicht nur die Vertreter der großen konf^sio- ncllen Organisationen, sondtzrn auch eine Re,he Tfcm- hafter Politiker anwesend sein, und cs wird auch eine führende ministerielle Beteili­gung erwartet.

Deutsche vevölkemngspolitik.

Eine Aussprache beim Ncichsinncnminister.

Berlin, 20. Ian. (WB.) Am Montagnachmittag veranstaltete der Reichsminister des Innern, Seve- ring, im Reichstagsgcbäude eine Aussprache über bevölkerungspolitische Fragen. An der Aussprache nahmen Vertreter der Reichs - und Lan­desregierungen in großer Zahl teil. Außer­dem waren wissenschaftliche Sachverstan- d i g e anwesend. Der Reichsminister des Innern führte u. o. aus: Man müsse diejenigen Punkte her­ausgreifen, in denen eine Einigung auf jeden Fall möglich sei. Bei aller politischen und weltanschau­lichen Gegensätzlichkeit zur Frage einer planmäßigen und bewußten Bevölkerungspolitik gebe es einen Satz, hinter den auf jeden Fall das gesamte Volk sich einmütig stellen könne, stellen müsse:Schutz und Hilfe für die gewollte Mutterschaft". Prof. Grotjahn (Berlin) referierte hierauf über den Rückgang des Geburtenüber­schusses, Geheimrat Sellheim (Leipzig) über Probleme des M u t t e r s ch u tz e s und Prof. Rott (Berlin) über Fragen der Säuglings st erb» l i ch k e i t in den ersten Lebenstagen. Den Referaten folgte eine lebhafte Aussprache. Es wurde ein Reichsausschuß für Bevölkerungsfragen" geschaffen, dessen Vorsitz Ministerialdirektor a. D. Prof. G o t t - stein, der frühere Leiter des preußischen Gesund­heitswesens, übernimmt.

Eröffnung des Rheinischen Provinziallandtages.

Düsseldorf, 20. Ian. (WTD.) Oberpräsi­dent Dr. Fuchs eröffnete heute den 76. Provin­ziallandtag der Rheinprovinz mit einer An­sprache, in der er zunächst der Räumung der zweiten Besatzungszone gedachte und den Bewohnern dieser Zone zur Räumung herzliche Glückwünsche aussprach. Sodann ge­dachte er derjenigen deutschen Landcsteile, denen die Stunde der Befreiung noch nicht geschlagen hat, insbesondere des Saargebietes. Der Provinziallandtag hat in namentlicher Abstim­mung mit großer Mehrheit Dr. I a r r e s, Duis­burg zum Borsitzenden und Eberle, Barmen, (Soz.) zum ersten und S a a ß e n, Trier, (Ztr.) zum zweiten stellvertretenden Borsihenden ge­wählt. Rach der Hebernahme des Vorsitzes durch Dr. Iarres und nach der Wahl der Beisitzer wollte der Kommunist Se,elmann entgegen der Tagesordnung eine längere Erklärung verlesen. Nachdem er dreimal einen Ordnungs­ruf erhalten hatte, stimmte er mit seinen Frak­tionskollegen ein dreimaliges .,Rot­front!" an, worauf der Vorsitzende die Sitzung unterbrach und den Aeltestenrat zur sofortigen Besprechung des Vorfalles einberief.

Oie Kampfparole der Kommunisten.

Berlin, 20. Ian. (Priv.-Tel.) Die Deutsch­kommunistische Partei scheint vollkommen unter die Führung der Moskauer Dritten Internatio­nale gekommen zu sein. Diese Tatsache findet ihren Ausdruck auch darin, daß man über das Zentralkomitee der Partei ein von ihm unab­hängiges Direktorium gesetzt hat, das aus Thälmann, Remmele, Münzenberg und Heinz Reumann besteht. Dabei fungiert Heinz Reu­mann im Auftrag der Komintern, die die Parole ausgegeben hat, um jeden Preis, auch um den des Verbotes der Partei Unruhen zu provozieren, um damit Deutschland dem Chaos zuzufuhren wobei man auf einen Vor­stoß der rechtsradikalen Verbände hofft das Dann den günstigsten Boden für die Errich­tung der kommunistischen Diktatur abgibt. Deshalb rechnet man auch mit der Mög­lichkeit eines Verbotes der Partei und ver­sucht schon heute, die Weiterarbeit unter der Illegalität vorzubereiten. Auch alle. Ver­mögenswerte, die dann dem Staat verfallen könnten, werden schon jetzt sichergestellt und soweit sie festgelegt sind, liquide gemacht.

30000 deutsche Arbeiter in Frankreich.

Paris, 20. Ian. (WTD.) Die internationale Zeitschrift für Arbeitsfragen veröffentlicht eine Statistik über die in Frankreich berufstätigen Deutschem Vor dem Kriege betrug die Zahl der deutschen Kolonie in Paris 30000 Mitglieder: nach dem Kriege sind viele Tausende von Deutschen wieder nach Paris zu­rück g e k e h rt. Mehr als 14000 deutsche Arbeiter sind in Paris und Umgebung tätig. 3n Lothringen beträgt die Zahl der deut­schen Bergarbeiter 13 000, die Zahl der Metall­arbeiter 3150. Weitere 500 deutsche Arbeiter werden seit einem Iahr in der Gegend von Castellan beschäftigt. Im Jahre 1929 sollen 640 deutsche Studenten die Uni- versität P a r i s besucht haben, von denen ein Drittel die Vorlesungen der rechtswissen­schaftlichen Fakultät besuchte.

Die Mitarbeit der Deutschen in Prag.

Eine betrübliche Bilanz auf dem Christlich- sozialen Parteitag.

P r a g, 20. Jan. (WB.) Die Christlich-Soziale Volkspartei hielt im Deutschen Hause ihren Parteitag ab. Der frühere Minister Professor Dr. M a y r - H a r t i n g sprach in seinem Referat über die politische Entwicklung die Hoffnung aus Dab die den heute in der Regierung sitzenden deutschen Parteien gegebenen Versprechungen in E r f u l l u n g g e h e n. Auch die deutschen Christ. lich-Sozialen hätten seinerzeit gewisse Zusagen erhalten, doch sei die ursprünglich in Aussicht genommene Umgestaltung der Regie­rungsmehrheit durch die Krankheit Svehlas unmöglich gemacht worden. Der Redner bedauerte, daß es ihm wahrend seiner Minister- tätigten nicht gelungen sei, das Sprachen­recht zu ändern, größere Erfolge im Schulwesen zu erzielen, die Lage der Staatsbeamten zu bessern und das Unrecht an den deutschen Staatsbeamten wieder gut zu machen. Hingegen seien auf sozialem Gebiete einige Erfolge erzielt worden. Rach den

Beginn der Floiienkonferenz.

London, 20. Ion. (Funkspruch.) Das Lon­doner Regierungsviertel wird am Montag durch die Vertreter zur Flotten-Konferenz beherrscht. Die mit kleinen Fahnen in den Rationalitäts­farben geschmückten Autos der Abordnungen, die von der britischen Regierung zur Verfügung gestellt werden, sind überall zu sehen und er­regen die allgemeine Aufmerksamkeit. Die Auf­fahrt der Vertreter bei dem Empfang des Mi­nisterpräsidenten Macdonald hatte Tausende von Menschen angelockt. Amerikaner und Franzosen scheinen sich dabei des beson­deren Interesses der Oeffentlichkeit zu erfreuen. Eine Aufmerksamkeit besonderer Art haben aber die Quartiere der Abordnungen in den großen Hotels gefunden. In ihrer Rähe und in ihren Hallen sind unauffällig viele Zivilisten versammelt, die leicht als Detektive zu er­nennen sind. Eine Sonderstellung haben natürlich die polizeilichen Hüter für die ital>ienische Abordnung im Claridge-Hotel. Die Italiener scheinen die einzigen zu fein, deren Sicherheit der englischen Regierung vielleicht einige Sorge bereitet und deshalb werden die auch sonst reich- lich scharfen Vorsichtsmaßnahmen hier noch Der- doppelt.

Die Regierung hat heute abend zu Ehren der Delegierten der Flottenkonferenz ein Essen ge­geben. Im Namen der Gäste dankte Staats­sekretär S t i m s o n für die den Delegierten ge­währte liebenswürdige Gastfreundschaft. Ferner gab er der Erwartung Ausdruck, daß alle Dele­gierten der Konferenz sich loyal bemühen wer­den, sich in die besonderen Verhältnisse und Schwierigkeiten der Schwesternationen hineinzu­versetzen und aufrichtig entschlossen seien, zu einem Ergebnis zu gelangen, das für alle von Nutzen sei. In diesem Geiste der Aufrichtigkeit und des guten Willens nehme Amerika an der Konferenz teil. Das Essen war das größte, das die eng­lische Negierung jemals veranstaltet hat. Es ver­einigte ungefähr450Gäste. Macdonald sah an der Spitze der Tafel, ihm zur Rechtem T a r d i e u, zur Linken S t i m s o n. Macdonald brachte TrinksprücheaufdenKönigvon England, auf die Staatsoberhäupter der ver­tretenen Nationen und auf die Konferenzdelegier­ten aus. Er bat dann die Delegierten, im Laufe der Konferenz Geduld zu üben. Er wandte sich dann nacheinander an die Hauptdelegierten, denen er sein Lob spendete. Er wies auf die nützliche Arbeit Tardieus hin und wandte sich dann weiter an B r i a n d, den er als den Doyen und Vater internationaler Konferenzen bezeichnete. 27 Dele­gierte der Flottenkonferenz wurden heute nach­mittag vom König im Buckingham-Pa­last empfangen. Macdonald stellte sie ihm in alphabetischer Reihenfolge vor. Der König reichte den Delegierten herzlich die Hand und sprach den Wunsch aus, daß die Beratungen der Konferenz erfolgreich sein möchten.

Die Arbeitsweise der Konferenz.

Macdonald übernimmt den Borsitz.

London, 20. Ian. (WTD.) In einer Ver­sammlung der Hauptdelegierten zur Flottenkon­ferenz, die im Foreign Office stattgefunden hat,

wurde einstimmig beschlossen, Macdonald zum Vorsitzenden der Konferenz zu wählen, die Konferenz nach den Reden der Delegierten a u f Donners ta g zu vertagen und an diesem Tage im S t. James-Palast wieder zusam­menzutreten. Der Mittwoch soll den Beratungen zwischen den einzelnen Delegationen über die am Donnerstag zu behandelnden Fragen gewidmet fein. Diese Fragen betreffen die Ernennung des Generalsekretärs der Konferenz, die Bil­dung eines Ausschusses aller Delegierten zur Durchführung der Hauptarbeit der Konferenz und allgemeine Mitteilungen der Delegations­führer über die maritimen Bedürfnisse der ein­zelnen Länder. Wenn Macdonald einer Sitzung nicht beiwohnen kann, wird dcr Vorsitz der Reihe nach von anderen ausländischen Hauptdele- gierten übernommen werden. Der ursprünglich geplante Tagesordnungsausschuß wird nicht eingesetzt werden, aber Macdonald wird von Zeit zu Zeit nach seinem Ermessen eine Zusammenkunft derGroßen Fünf" einberufen, um die Tagesordnung für einen be­stimmten Tag oder eine bestimmte Woche zu ver­einbaren. Die technischen 11 ti teraud» schüsse werden - wahrscheinlich erst ernannt werden, wenn der Hauptausschuh eine vorläufige Vereinbarung über grundsätzliche Fragen und über die eventuell damit verbundenen politischen Probleme erreicht hat. Der Verzicht auf Fest­setzung eines starren Schemas für die Arbeit der Konferenz ermöglicht eine gewisse Elastizität und dürfte für den Anfang einen Zusammenprall der Meinungen verhindern, oder wenigstens ab­schwächen. Anderseits besteht die Gefahr, daß die Erörterungen sich dadurch in die Länge ziehen.

Frankreichs Ziele in London.

Rüstungsbeschränkung nach Maßgabe der Sicherheitsgaraniie.

Paris, 20. Ian. (WTD.) Im Hinblick auf den Beginn der Londoner Seeabrüstungskonferenz schreibt derTemps", Frankreich sei bereit, so­wohl auf dem Gebiete der Rüstungen zur See als auch auf dem der Rüstungen zu Lande und in der Luft seine Verteidigungsmittel nach Maßgabe der erzielten Sicherheits­garantie einzuschränken. Die von Frankreich ständig in Anwendung gebrachte Politik sei ein Beweis hierfür. Hier seien zu nennen t)5e fran­zösische Anregung auf einen Mittelmeer­pakt, ebenso der Plan eines eventuellen Abkom­mens über den Aermelkanal, das einige englische Zeitungen mit besonderer Aufmerksam­keit erörterten, und in dem sie das für England notwendige Gegenstück eines Mittelmeerpaktes erblicken wollten. Die Londoner Konferenz werde darüber aufklären, inwieweit diese vornehmlich politischen Fragen die rein technischen Fra­gen des Problems verschieben könnten. Die Auf­gabe sei für alle Teile schwer und ernst. Man müsse es für ein günstiges Zeichen ansehen, daß die Konferenz in einer Atmosphäre gegen­seitigen Vertrauens an die Arbeit gehe. Dies sei die Vorbedingung für den Erfolg derartiger Verhandlungen.

Referaten nahm der Parteitag eine Entschließung an, in der die einmütige Haltung der Partei­leitung gebilligt und weiterhin die Erwar­tung ausgesprochen wird, daß die Abgeordneten .und Senatoren der Partei die in der Opposition erlangte Freiheit benutzen, um den Kampf für die Rechte des deutschen Volksteils in der Tschechoslowakei fortzusetzen.

Kleine politische Nachrichten.

Die ursprünglich für dieses Iahr angesehte Volkszählung ist aus Gründen der all­gemeinen Sparsamkeit auf das Iahr 1931 verschoben worden. Sie soll dann voraus­sichtlich ebenso wie im Iahre 1925 mit einer Berufszählung verbunden werden.

Im Berliner HotelKaiserhof" fand zu Ehren des amerikanischen Botschafters Dr. Schur- m a n ein Abschiedsessen statt. Die Reichsregie­rung war durch Reichskanzler Müller und Reichswehrminister Dr. G r o e n e r vertreten. Für das Auswärtige Amt erschien Staatssekretär von Schubert.

Gesandter Rauscher, der auf dem Rückwege von Genf zwei Tage in Berlin geweilt hat, hat sich nach Warschau begeben, um dort die H a n- delsvertragsverhandlungen mit P o- l en unverzüglich wieder aufzunehmen, nachdem bei den deutsch-polnischen Beratungen in Genf eine gemeinsame Diskussionsbasis in der Frage der polnischen Schweinefleischlieferungen nach Deutschland gefunden werden konnte.

Die S o wjet regier un g hat der deutschen Regierung mitgeteilt, daß die diplomatischen Be­ziehungen mit England und China wieder ausgenommen sind. Die Sowjetregierung spricht der deutschen Regierung ihren Dank aus für den Schuh, den die deutsche Regierung über die Angehörigen der Sowjetunion in diesen Län­dern während der Zeit übernommen hat, in der die DeziehGNgen abgebrochen waren.

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Die Geschäftsführerin des einstmaligen Relchskatholikenausschusses in der Deutschnationalen Volkspartei Baronin Bracke! hat ihren Austritt aus der Partei erklärt Sie begründet ihren Schritt mit folgendem Schreiben:Da ich zu der schmerzlichen Erkennt­nis gelangt bin, daß es zurzeit unter der derzeitigen Parteiführung nicht mehr möglich ist, die katholischen Belange der Partei so zu vertreten, wie dies die Inter­essen der deutschen Katholiken erfordern, habe ich mein Amt als Geschäftsführerin des Reichskatho- likenausschusses in der Deutschnationalen Dolks- partei niedergelegt und scheide aus den gleichen Gründen aus der Partei aus."

Aus aller Welt.

Der O-Zug Frankfurt a. ZILDresden im (Erfurter Hauptbahnhof entgleist.

Erfurt, 21. Ian. (WTD. Funkspruch.) Heute früh um 3.57 Uhr entgleisten von dem O-Zug Frankfurt a. M.Dresden bei der Ein­

fahrt in den Hauptbahnhof Erfurt ein Post- und drei Personenwagen. Personen wurden nicht verletzt, der Sachschaden ist gering. Die Reisenden wurden mit einem Crsah- zug nach 40 Minuten weiterbeför­dert. Eine Störung des Betriebes ist nicht ein­getreten. Die Entgleisungsursache ist bisher nicht festgestellt worden.

General Litzmann zum 80. Geburtstag.

Am 22. Januar kann einer der ruhmvollsten deut­schen Generale, Karl Litzmann, noch immer in voller und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Karl Litzmann trat 1867 in das Garde-Pionier-Ba­taillon als Junker ein. Im Kriege von 1870/71 er­warb er sich das Eiserne Kreuz und kam bald in den Generalstab. Als Oberst kommandierte er 1896 bis 1898 das Infanterie-Regiment 49. Von 1901 bis 1902 stand er als Generalleutnant an der Spitze der 39. Division in Kolmar im Elsaß. Dann wurde er Direktor der Kriegsakademie, bis er 1905 den Abschied nahm. Darauf zog sich L. auf den alten Familiensitz in Neu-Globsow zurück. Als der Weltkrieg ausbrach, fand L. zunächst Verwen- düng als Etappen-Jnspekteur der 3. Armee. Dann erhielt er im Osten unter Hindenburg die Führung der 3. Garde-Jnfanterie-Devifion, an deren Spitze er sich in den Kämpfen um Lodz unvergäng­lichen Ruhm durch den Durchbruch bei Brze - ziny erwarb. Mit dem 40. Reservekorps nahm er an dcr Winterschlacht in Masuren 19-15 teil, wehrte den letzten Russenangriff auf Ostpreußen ab und e r - [türmte Kowno, worauf ihm das Eichenlaub zum Pour le Merite verliehen wurde. Ein paar Monate später eroberte er Wilna. Als Befehlshaber der Gruppe Litzmann gelang es ihm, die Brussilow- offensive siegreich abzuwehren. Auf seine Bitte wurde er dann an die Westfront versetzt, worauf er erst als 69jähriger den erbetenen Abschied unter Stellung ä la Suite des Garde-Füsilier-Regiments erhielt.

Sechzehn Todesopfer eines Flugzeugunglückes in Kalifornien.

Ein aus Mexiko zurückkehrendes Verkehrsflugzeug ist bei San Diego aus bisher unaufgeklärten Grün­den in Flammen aufgegangen. Sämtliche 14 Passagiere sowie die beiden Flugzeugführer sind dabei ums Leben gekommen. Das Flugzeug, das während des Kreuzens über San Diego, wie beobachtet wurde, mit einer Motoren st örung zu kämpfen hatte, wollte anscheinend am Meeres­ufer eine Rotlandung vornehmen. Es hatte nach nicht auf dem Boden aufgesetzt, als eine E x - p l o s i o n erfolgte und der ganze Rumpf augen­blicklich in Flammen stand. Gleich darauf be­rührten die Räder den Boden, und der Aeroplan schoß wie eine Fackel brennend noch eine Strecke von hundert Meter über den Sand dahin. Drei der Insassen wurden da­bei herausgeschleudert, die anderen ver­mochten sich nicht mehr aus dem brennenden Ge­fängnis zu befreien. Als man die Trümmer erreicht und die Flammen gelöscht hatte, fand man sie zu einem entsetzlichen Knäuel zusammengepreßt in der Kabine. Die Identifizierung es handelt sich zum größten Teil um in Los Angeles ansässige Perso- nen verursacht infolge des entsetzlichen Zustan­des der Getöteten große Schwierigkeiten. Man Der- mutet, daß der Führer des verbrannten Aero- Plans sich infolge des Nebels und Regens in seiner Höhe über dem Boden ver - schätzt hat, und daß demnach das Unglück doch

daraus zurückzuführen ist, daß der Apparat mit übermäßiger Geschwindigkeit auf den Boden auf- schlug.

Das Dinkelscherbener Eisenbahnungück vor Gericht.

Unter starker Beteiligung von Publikum und Presse begann vor dem Erweiterten Schöffen­gericht Augsburg die Verhandlung wegen des Dinkelscherbener Eisenbahnunglücks bei dem am 31. Iuli 1928 18 Personen ihr Leben eingebüht hatten und 15 7 Personen ö c r fce ö t worden waren. Angeklagt sind der Hilssweichensteller Michael H ü b l e r aus Dinkel­scherben als Hauptangeklagter, ferner Ober Werk­meister Michael Amler, Augsburg, Detriebs- werkvorsteher Christian Wiedenbauer, Augs­burg, Reichsbahnoberinspektor Adalbert Kar­ner, Augsburg, und Oberwerkmeister Müller, Augsburg. Der Hauptangeklagte Michael Hübler, der an dem Ilnglückstage das Stellwerk be­diente und Vater von fünf Kindern ist, sagte aus, daß damals eine furchtbare Hitze in der Stellwerkshütte geherrscht habe. Durch die Sorge um seine schwerkranke Frau, die wenige Monate nach dem Unglück gestor­ben ist, sei er stack heruntergekommen und ver­geßlich geworden. Als der beschleunigte Per­sonenzug gemeldet worden sei, hätte der Fahr­dienstleiter den Befehl gegeben, für den Perso- nenzug die Fahrstraße auf Gleis 3 zu stellen und das Einfahrtsignal zu geben. Dies habe Hübler getan. Der Apparat habe funktioniert. Daß die Weiche falsch gestanden habe, habe er e r st später bemerkt. Da sei es aber schon zu spät gewesen.

Ein Scheintoter.

In Queretaro (Mexiko) kam es bei einer Beerdigung zu einer riesigen Panik, da der Sarg in dem Augenblick, wo er i n s G r a b f) i n- ab g el ass en wurde, zerbrach und Der Tot­geglaubte, der nur scheintot gewesen war, aus den Trümmern herausklet teerte, um sofort vom Kirchhof zu flüchten. Die Menge er­griff schreiend vor ihm die Flucht. In dem Ge­tümmel, bei dem sich Grabmonumente und Ein­friedigungen als gefährliche Hindernisse erwiesen, zogen sich zahlreiche Personen nicht unerhebliche Verletzungen zu.

von einer Lawine verschüttet und vom Hunde gerettet.

In Moserboden (Salzburg) wurde der bei der AEG. in Berlin beschäftigte Monteur Thomas Köttinger aus Miesbach in Bayern von einer Schneelawine verschüttet. Der ihn begleitende Schä­ferhund versuchte ihn auszuscharren und rief durch sein Gebell einen Arbeitskameraden Göttin­gers herbei, der den Verschütteten lebend ber­gen konnte.

Frauenaufrufe zur Verminderung der Rüstungen.

Ein in Leder gebundenes Buch mit einem von 12 Millionen amerikanisch enFrauen unter- zeichneten Aufruf zur Verminderung der Rüstung wird in der ersten Februarwoche der Londoner Kon­ferenz zugestcllt werden, gleichzeitig mit einem ähn­lichen Aufruf von 10 0 0 0 0 japanischen Frauen.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Dem Ab^üg der Nordmeerstörung ist der hohe Druck über Mitteleuropa gefolgt, so daß er sich mehr nördlich ausgebreitet hat. Vielfach nebeliges Wetter herrscht über Deutschland. Die Tempera­turen lagen im südlichen und östlichen Deutschland weiter unter Null. Schon wieder nähert sicy vom Westen her im Bereiche einer neuen Störung warme Luft, die den britischen Inseln Temperatur­anstieg brachte. Der hohe Druck dürfte dadurch wie- der abgeschwächt werden und der Einfluß des Fall- gebietes später zur Geltung kommen.

Wettervoraussage für Mittwoch. Nebelig-wolkig mit Aufklaren, ohne wesentliche Tcmpcraturänderung, später etwas milder.

Witterung s aussichten für Don­nerstag: Weitere Milderung, mehr wolkiges Wetter und Niederschlagsneigung wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 20. Januar, mittags 5 Grad Celsius, abends0,7 Grad: am 21. Januar: mor­gens 1,5 Grad. Maximum 5,1 Grad, Minimum1,2 Qrab. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Januar: abends + 0,4 Grad: am 21. Januar: morgens + 0,6 Grad Celsius. Sonnenschein­dauer fünf Stunden.

Amtliche Dinlersportnachrichten.

Schwarzwald. Feldberg: Klar, minus 1 Grad, durchbrochene Schneedecke, bereift, Ski mög­lich Rodel gut.

Alpen. Berchtesgaden: Klar, 1 Grad, acht Zentimeter Schnee, vereist, Sportmöglichkeit nur stellenweise vorhanden.

arz. Schierke: Nebel, 1 Grad, durchbrochene Schneedecke, Pulverschnee, Sportmöglichkeit nur stel- lenweije.