Ausgabe 
20.6.1930
 
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arm

er»

Konstanze.'

Ende.

Magen- und Darmbeschwerden

ver-

4159 A

kegeln, Konzert und Tanz.

4534D

Das

Auge kann irren

irrt sich nicht!

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daß sie aus München war.

Da stand es nun also, und er Eintreffe morgen 3.45 4lhr Bahnhof.

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von Garmisch. .. ,

Im dichten Flockentreiben blieben sie stehen. Der Schnee schüttelte aus dem abendlichen Him­mel hernieder. Er legte sich mit ganz sanfter, schmeichelnder Berührung auf die Erde und deckte liebevoll die stille Aatur. Die Flocken senkten sich schaukelnd, großen Federn gleich, aneinander

Märchenwald schritten, stand die Sichel des Mon­des bereits an dem frostklaren Firmament.

Bedarf es der Worte?" fragte Konstanze.

Er schüttelte den Kopf. Ein ganz jugendliches 'Leuchten war in den Augen des gereiften Mannes.

Wir wollen es miteinander versuchen, Lothar. Wir sind nun zwei müde, gealterte Menschen, die die Einigkeit und Harmonie wieder verjüngen wird. Ich werde morgen nach München reisen. Ich muß nun freilich kontraktbrüchig werden bei der Oper." Ihr Lachen klang schelmisch.

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Dasein zu schmieden. Die nächsten Tage ver­gingen mit Borbereitungen zu Konstanzes Emp­fang In allen Zimmern dufteten Blumen. Kon­stanze konnte ihren Einzug halten.

Bis jetzt hatte Lothar einen letzten Besuch bei Iulia hinausgeschoben. Aun aber war es Zeit, daß er sie aufklärte. Es tat ihm leid, Iulia? diesen Schmerz antun zu müssen. Sie wartete wohl auf sein Wort, das sie zu der seinen machte. Aun kam er, um ihre heimlichen Wünsche brutal zu zerstören.

Lothar erkannte, daß er sich selbst betrogen hatte, wenn er gemeint, er hätte Iulia geliebt. War sie ihm denn in Wirklichkeit nicht nur eine Larve gewesen, die er vor das Bild der geliebten Konstanze gelegt hatte?

Trotzdem fiel ihm der Weg zu Julia jetzt schwer.

Er war gerade im Begriff, zum Mantel zu greifen, als es läutete. *

Der Postbote überreichte ihm eine Drucksache. Lothar öffnete den Umschlag.

In großen Buchstaben stand auf einem kost­baren Papier: .

Ihre Berlobung beehren sich anzuzeigen:

Iulia Koromihky Ludwig Warburg

Berlin, den ...

Lothar lachte. Ia, er lachte. Er hängte den Mantel wieder hin. Dieser Weg war ja nun überflüssig.

Er hat nun doch mit meinem Gelde diese Frau gekauft", dachte er.Aber seine Aache war nicht vollständig. Hub Iulia! Oh! Welch' ein Tor warst du, Lothar Emmerstorff! Das also war Iulia! Ein Weib, das dem Manne sich zuneigte, der ihr gerade die günstigsten An­gebote machte."

Das Gute siegt", hatte Konstanze gesagt. Muhte dann nicht auch alles Böse scheitern?"

Er nickte verständnisinnig und zerriß die An­zeige.

Da läutete es abermals. Er ging hinaus und nahm eine Depesche in Empfang. Er sah,

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lei. 2612. !D

kämpfen." ~ _

Ia mit meiner Hilfe, Lothar. Laß in der Zweisamkeit fern vom Brausen Weltengeschehens arbeiten und schaffen bis an das Ende unseres irdischen Wandelns."

Hand in Hand wurden die Worte dieser bei­den gereiften Menschen zum stillen Schwur.

Bald hatten sie die Talstraße erreicht. Hier zweigten ihre Wege ab. Konstanze wohnte in einem kleinen Häuschen jenseits der Hauptstraße

Konstanze.

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Er brach ab und sah sie erstaunt an. Sie hatte ihre weihe Hand auf die seine gelegt und ge­wahrte, dah ihr Blick in die Weite gerichtet war. Er ruhte dort drüben auf den Firnenfeldern der gigantischen Bergmassive, deren Silhouetten nur noch durch die Dämmerung leuchteten.

Eine seltsame weiche Wärme strömte von ihrer Hand zu ihm und hüllte seine Seele in eine wohl­tuende Betäubung. Langsam wendete sie den Kopf zu ihm und sah ihn voll an.,

Aun laß mich sprechen, Lothar!"

Sie erzählte ihm alles, alles. Auch nicht das geringste verschwieg sie.

Als sie geendet hatte, erhoben sie sich. Es hatte wieder angefangen, langsam zu schneien.

Aun kennst du die grohe Abenteuerin, Lothar. Wirft du mich verachten?"

Er sah sie voller Mitleid an. Dieser Blick war es. der Konstanze fühlen lieh, dah dieser Mann jetzt ihre Seele verstand.

Verachten?" wiederholte er leise ihre Frage und schüttelte den Kopf.Aichts ist im Grunde genommen schlecht, was wir zu edlen Zwecken und mit reinen Gedanken tun.

Als er diese schlichten und doch so schönen Worte sagte, drang ein Gefühl in Konstanzes Innerem durch, das so stark war, dah es sie fast überwältigte.

Sie blieb plötzlich stehen. Er sah, dah sie sich verfärbt hatte. Ganz selbstverständlich legte er seinen Arm um ihre Schulter, sie zu stützen. Ein zärtlicher, liebevoller Ausdruck lag dabei in seinem Antlitz.

Sie wehrte ihn müde lächelnd ab und legte den Kopf etwas zur Seite.Ich danke dir!" sagte sie nur.

Soll man mit Worten kundtun, welche ge­heimnisvollen, zarten Bänder sich in diesen Stun­den um die Seelen dieser beiden wiedergefundenen Menschen schlangen?

Konstanze fühlte, dah dieser Mann, der sie noch vor kurzem nicht hatte verstehen können, nun zu ihr gehörte.

Als sie aus dem schweigenden winterlichen

Konstanze!" .

Auch will ich zuvor zu meinen Eltern. Als sie von meinem Erfolge gehört hatten, schrieben sie mir sogleich einen liebevollen Brief. Papa bat mich, wieder zu ihm zu kommen. Denke dir, Lothar, Papa schrieb das, der doch so voreingenommene Ansichten über das Theater hat. Der Auhm ihrer Tochter hat ihnen wohl doch etwas geschmeichelt."

Konstanze wurde ganz weich.Die lieben El­tern! Sie meinen es ja gut. Vielleicht würde uns viel Leid erspart, wenn man immer ver­suchte, sich gegenseitig zu verstehen! Sie wer­den glücklich fein, Lothar, daß ich zu dir zuruck- kehren will. Sie lieben dich."

Ec hielt ihre Hand.Du bist so gütig , mur­melte er gerührt.Du hast viel gelitten.*

Wir leiden alle. Der eine durch sein Ver­schulden, der andere durch sein ^Inverschulden. Alles Gute aber wird belohnt"

Sie blieben eine Weile schweigsam, dann sagte er:Du weiht nun, Konstanze, dah ich ganz " geworden bin an materiellen Gütern. Ich will mir an deiner Seite ein neues Dasein er-

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bunden mit Kopfschmerzen durch Neo- Kruschen-Salz vollständig beseitigt! Herr M. W. B. in Dresden schreibt am 25. April 1930 wörtlich wie folgt:

Da Ich seit acht Jahren alljährlich im Frühjahr Neo- Krusehen-Salz mit Erfolg verbrauche, will ich Ihnen sagen, daß ich über alle Erwartungen zufrieden bin. Im Jahre 1922 zeigten sich bei mir nach fast ein­jährigem Aufenthalt auf Island auf Grund des sehr ein­seitigen Küchenzettels chronische Magen- und Darm­beschwerden verbunden mit Kopfschmerzen und Aus­schlag am Körper. Ein mir bekannter Arzt schickte mir, da ihm diese Erscheinungen bekannt waren, Ihr Salz, als er in die Heimat zurückgekehrt war. Schon nach kurzer Zeit verschwanden die Beschwerden und kehrten auch in den Jahren meines Aufenthaltes auf Island nicht wieder. Aber auch alte rheumatische Be­schwerden, welche ich aus dem Krieg heimgebracht hatte, verschwanden vollständig im sehr feuchten Is­land. Ein mir befreundeter Isländer, welcher seit vielen Jahren an Rheumatismus litt, hatte nach Ge­brauch von 2 Packungen Kruschen keine Beschwer­den mehr und konnte sich so wieder voll seinem Ge­schäft widmen. Das war für mich der beste Beweis für die Wirkung von Neo-Kruschen-Salz. Durch die alljährliche Kur mit Neo-Kruschen-Salz hat sich mein Allgemeinbefinden trotz l&ngeren Aufenthalts unter dem Aequator (19271923 in Para und Manaos Bra­silien) gut gehalten. Kopfschmerzen, Magen­beschwerden haben sich nicht mehr gezeigt und Rheumatismus machte sich nicht mehr bemerkbar .... In Dankbarkeit.... gez. M. W. B.....Unterschrift

(Originalschreiben liegt vor und kann jederzeit ein­gesehen werden.)

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gedrängt durch die blanke Frostluft und sanden irgendwo ihren Platz. Sie wurden dichter und dichter. Weihen Wellen gleich stürzte die Schnee­mauer vom leichten Wind getrieben vor Kon­stanze und Lothar nieder.

Bei dem Licht des Mondes war Konstanze eine ganz grohe Figur. Sie hatte jetzt ihre Kappe abgenommen und nun erst gewahrte Lothar, dah sie die schwarzen Haare anders trug als früher. Sie waren gescheitelt und der Kopf wirkte dadurch schmaler. Das Gesicht aber bekam einen herberen Ausdruck.

Sie sieht aus wie ein Madonnenbild", dachte Lothar, indem er noch immer ihre Hand in der seinen hielt.

Auch sein Aeuheres war ihr vorhin schon ver­ändert vorgekommen. Ein edler Zug lag in seinem Gesicht.

Ich komme bald", flüsterte sie.

Bald!" wiederholte er.

In ein paar Tagen, Lothar."

Ihre Hände lösten sich auseinander.

Bald lag die Finsternis und die grohe, weihe, bewegliche Schneeflockenwand zwischen ihnen.

* * *

Am nächsten Morgen reiste Lothar sogleich nach Berlin ab. Ein Gefühl stillen Glückes war in ihm.

Was lag zwischen dem Tage, da Konstanze aus seinem Hause gegangen und dem heutigen! Ludwig Warburg! Deine Rechnung war falsch! Durch deine Intrigen dachtest du mich arm zu machen. Aber ich wurde reich, denn ich gewann mir die beste Frau der Welt wieder", sagte sich Lothar Emmerstorff, als er in Berlin seiner Wohnung zustrebte.

War es nicht seltsam, seine Zimmer erschienen gar nicht mehr so kalt und öde, wie vor kurzem noch? Bald würde Konstanze wieder durch diese Räume schreiten. Die bloße Vorstellung erweckte Glück und Zuversicht. Freilich, nicht lange mehr und er würde mit ihr auch von hier fort­gehen, um irgendwo in stiller Arbeit sich ein neues bescheidenes Leben aufzubauen.

Er war im letzten Moment gerettet worden vor dem Versinken in furchtbare Schmach. Denn Schmach hätte es bedeutet, wenn er seiner Exi­stenz zuliebe seine Dienste einer Schwindelfirma gewidmet hätte.

Es lag etwas Gewaltiges, Kraftstrotzendes in der Aussicht, sich aus eigenen Kräften ein neues

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