Ausgabe 
20.6.1930
 
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Schach-(Lcke.

«arbeitei von TD. Orbach.

2Qe für die Redaktion bestimmten Tiit* teilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaktion des .Gießener Anzeigers"

Problem Nr. 268.

Don Arvid Äubbcl.

Schachmatt)" 1923, 2. Preis

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3

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Weih zieht und setzt in drei Zügen matt

b"""c"""7"""^* Weid.

Schwarz, b c d e f g

Weih: 7 Steine. Ka2; Dg6: Lfl; Se6; Bc5, f4, g4.

Schwarz: 6 Steine. Kd5; Ld7; Sei, gl; Bc6, e7.

Partie Nr. 191

3m mitteldeutschen Meisterturnier zu Zwickau 1930 gespielt.

Sizilianisch« Derteidlgung.

Weih: Fajarowicz.

Schwarz: Mieses.

1. e2-e4

2. Sgl-f3

3. d2-d4

4. Sf3xd4

5. Sbl -c3

6. Lf!-e2

7. 0-0

1. c7-c5

2. Sb8-c6

3. c5Xd4

4. Sg8-f6

5. e7-c6

6. Lf8-b4

7. 0-0

Aach dem Dauerngewinn 7. ..., LXc3 8. bxc3, Sxc4 Hütte Schwarz wegen 8. La3! mit önttoid- lungSschwierigkeitxn zu kämpfen.

8. Le2-f3 9 Lei -f4

10. Ddlxf3

11. Df3xc3

8 Sc6-e5

9. Se5xf3 +

10. Lb4xc3

Weih gibt hier mit Recht einen Dauern preis, da nach 11. bxc3 Schwarz durch d5! eine über­legene Stellung erlangen würde.

11. ... 11. Sf6xc4

12. Dc3-a3 12. Dd8-b6

Um der Drohung Sb5 zu begegnen.

13. Lf4-e3 13. Db6-d6

14. Da3-a4 14. b7-b6

Um endlich den Läufer zu mobilisiere,.

15. Tfl-dl 15. Se4-c5

16. Da4 - b4 16. Dd6-e7

17. c2-c4 17. Lc8-b7

18. Sd4-b5 18. d7-d5

19. Sb5xa7

Hiermit beginnt eine sehr hübsch« Kombination, die jedoch von dem Führer der schwarzen Steine in seiner Weise abgeschlagen wird.

19. ... 19. d5-d4!

Der Gegenstoß.

20. Tdlxd4

Richt etwa 20. Lxd4. wegen 20.....DgS 21. g3,

Lf3 mit der Drohung Dg5g4h3 usw.

20. ... 20. Ta8xa7

21. Db4xb6 21. Ta7-a8

Am besten.

22. Tal-dl 22. Tf8-b8

23. Td4-d6

Der weihe Angriff ist zum Stillstand gekommen. Der Anziehende überschätzt seine Stellung, er sollt, auf Dereinfachung spielen, nämlich 23. Db6 mit der Folge. Dxd6 24. Txd6. Se4 25. Td7. Lc6 26. Tc7, Le8 27. f3, Sf6 28. Tbl, Txa2 29. b4 mit chancenreichem Spiele.

23.... 23. Sc5-a4

24. Db6-d4 24 Lb6-d4!

Hiermit wird die weihe Kombination widerlegL

25. Le3-M 25. Sa4xb2

26. Td6xd5

Falls 26. cxd5, Sxdl 27. Dxdl, e5; oder 26. Tel, Sxc4 27. Txd5, so exd5 und die Dame kann nicht geschlagen werden, wegen Tbl +

26 ...

27. Tdl-bl

28. H2-h3

29 Dd4xd5 Aufgegeben.

26. e6xd5

27. Tb8-e8!

28. Sb2xc4

29. De7-e4

Lösung deS Problems Ar. 265.

Don 2. Groh.

1. Dc7d6l usw.

Eine richtige Lösung zum Problem Rr. 259 sowie 260: G. Pfaff. LaunSbach.

, Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedakttonStisch.

Tempo in USA.

Es gibt im modernen Amerika noch Gebiete, die von Neuyorker Kultur nicht im mindesten beleckt sind. Da existiert z. B. im Staate Arizona eine Pri» vatbahn mit einem Bahndirektor, der zugleich Zug. führer ist. Kinder, so roas wie den Direktor muß man gesehen haben! Ein solches Mah von Gemüts, ruhe dürste selbst in Bayern schwer aufzutreiben sein. Pitt, so heißt der Brave, hält an jedem Ge­höft. Er fährt nicht von Station zu Station, sondern von Bauernhaus zu Bauernhaus und wartet ruhe- voll, bis die Passagiere ausgestiegen sind Als Fahr­geld nimmt er Naturalien in Zahlung. Saat da neulich eine an ihrem Gehöft aussteigende Frau: Mister Pitt, ich zahle das Fahrgeld erst morgen, Sie kriegen eine frische Blutwurst."

Behäbig spuckte Pttt aus und erwiderte:

Dann können wir ja solange war- te n!"

Verständliche Empörung.

Erich speit Gift und Galle.

Ist es, weil die Lo dich hat sitzen lassen?" fragt Paul.

Ach, das ist noch das wenigste. Aber sie hat mir die Geschenke zurückgeschickt, die ich ihr gemacht habe den Brillantring, die Brosche und das Armband mit Brillanten und das alles in einem I Kästchen, auf dem stand: Vorsicht! Glas! | Nicht stürzen!" (Lust. Bl.)

Oberhessen.

Büdinger Jubiläumemar.f.

* Büdingen, 19. 3unl Die Stadt Tübingen veranstaltet in der Zett vom 21. bi- 24. Juni zu Ehren der600-Iahrfeier derVerleihung der Marktrechte durch den deutschen Kaiser Lud­wig den Dover einen 3ubiläumSmarkt mit großem DolkSseft. Die Dorbereitungen geben zu der Erwartung Anlah, dah die Besucher in jeder Beziehung auf ihre Rechnung kommen. 3m Mittelpunkt des Marktes steht ein groher histo­rischer Festzug, der bie Geschichte Oberhesiens unb der Stadt Büdingen barstellen soll. ES wer­den dabei Sitten und Gebräuche der einheimischen Bevölkerung auS den letzten 2000 wahren vor­geführt. Mtt dem Markt ist eine landwirtschaft­liche Ausstellung und Dewerbeschau verbunden, in der für die Land- und Hauswirtschaft zur Derwendung kommende Zndustrieprvdukte, sowie die Erzeugnisse heimischen Dewerbefleißes zur Schau gestellt sind. Der Festzug wird Sonntag, 22.3unt, die Pferdeprämiierung Montag. 23. 3uni, und die Rindviehprämiierung Dienstag, 24. Juni, durchgeführt.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 19. 3uni. Der Gesang­verein .Teutonia" begeht am 12., 13. und 14.3uli sein 7 5. Stiftungsfest. Die Dor­arbeiten, Vergebung der Plätze für Schaubuden, Aufstellen der Wirtschaftshallen und dgl. sind beendet. Die Zahl der angemeldeten Vereine ist befriedigend! darunter befinden fich Vereine von bestem Rufe. Es ist zu erwarten, dah den Festteilnehmern gesanglich einige genußreiche Stunden geboten werden. Das Fest wird auf dem idyllisch gelegenen Sportplatz des GeierSberg ab­gehalten, von wo man eine schöne Aussicht in das Lahntal und auf die Stadt Gießen hat.

Z Allendorf a. d. Lumda, 19. Juni. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Das Armenhaus in der Hinter- f;affc soll nach den Vorschlägen der Baukommis- ion hergestellt werden. Obwohl die Stadt erst im vorigen Jahre noch einige Quellen gefaßt und dem Hochbehälter zugeführt und letzteren selbst um 100 Kubikmeter vergrößert hat, herrscht ein gewisser Wassermangel, der durch viele Brüche bei den Hausanschlüssen verursacht ist. Um diesem Uebel abzuhelfen, beschloß der Ge­meinderat, die Prüfung aller Hausanschlüsse systematisch vornehmen und ein dauerhafteres Material verwenden zu lassen. Da für die Treiser und Londorfer Straße die Teerung zu er­warten steht, soll mit diesen demnächst begonnen werden. Der von der Firma 3. Himmels­bach, Freiburg i. Br. nachgesuchten Preisredu­zierung wegen 2,34 Festmeter Dörrholz auf 50 Prozent wird stattgegeben. Das Daugesuch deS Ludwig Dörr, hier, wird genehmigt. Die hie­sige Arbeitsgemeinschaft beabsichtigt, an der Lumda in der Aähe des HombergS eine Volks- badeanstalt zu errichten, und bittet um Unterstützung. Der Antrag wird einstimmig ge­nehmigt. Ferner wird der Antrag der ArbeitS- aemeinfchaft um Uebernahme der Druckkosten für die Marktplakate durch die Stadt genehmigt. Dem Gesuch bet Freiwilligen Feuerwehr um An­schaffung eines zweiten Schlauch- und Geräte­wagens, sowie sonstiger notwendiger Feuer- löschgeräte wird stattgegeben. Den Vor­schlägen deS Finanzministers auf Steuer­begünstigungen bezüglich der Gemeinde-, Kreis- und Provinzialumlagen für Neubauten auf die Dauer von fünf 3ahren wird zugestimmt.

t Allendorf (Lahn), 19. Juni. Nachdem unsere Pfarrstelle nach dem Tode von Pfar­rer V e ck e r über ein 3aht verwaist war, wurde nunmehr Pfarrer Germer, der seither in Din­

gen war und ein geborener Klein-Lindener ist, von der obersten Kirchenbehbrde mtt der Der- schung der Dienstgelchüftc betreut. Am vergange­nen Sonntag stellte er sich der Gemeinde in bem von Frauen unb Jungfrauen deS KirchcnchoreS aufs prächtigste geschmückten Gotteshaufe vor. Der Kirchcnchor sang zwei bem Tage entsprechende Lieder.

KrciS Schotten.

Eichelsdorf, 19. 3unL Die diesjähri­gen Heugrasver st eigerungen durch Private erbrachten sehr geringe Preise, die big zu 70 v. H. unter den vorjährigen lagen. Wäh­rend 1929 der Morgen mit 50 Mk. bezahlt wurde, erlöste man in diesem 3obre nur 15 diS 25 Wk. PreiSdrückcnd wirkte der gute Aus­fall der Heuernte, der lleberfluß an Grünfutter, der geringe Preis allen HeuS und die wirtschaftliche Lage deS Bauernstandes.

EichelSdorf, 19.3uni. Gestern nachmit­tag fand hier die Zwangsversteigerung der 3unkermühle statt. Die Hofreite ohne Mühleneinrichtung, sowie 5 Morgen Land wur­den von dem Hmtptgläubiger, der DezirkSspar- kasse Nidda, für 9000 Wk. erworben. Da die 3nneneinrichtung der Mühle bereits früher ver­äußert wurde, besteht keine Möglichkeit, unserem Dorfe die letzte der drei hiesigen Mühlen zu erhalten, die ehemals AdelSsitz und Eigentüme­rin eines Teiles unserer Gemarkung war.

I Ober-LaiS, 19. 3uni. Am letzten Mon­tag nahm Pfarrer Weidner mit seiner Fa­milie endgültig Abschied von unserer Ge­meinde und dein Kirchspiel Ober-LaisGlahüt- ten, um nach seinem neuen WirkunaSorte Ost­hofen üfr.-nuHcteln. Fünfzehn 3ahre lang hat et als Geistlicher hier gewirkt. Während seiner hiesigen Amtszeit wurden teilweise auf seine Veranlassung die im Kriege abgelteferten Prospektpfeifen der Orgel durch neue erseht. Stl neue Glocken anstelle der abgelieferten be- afft und ein Gefallenendenkmal errichtet. Dazu kam als größte Erneuerungsarbeit die Wieder­herstellung der uralten 3ohanniterkirche zu älntcr-LaiS, die im 3ahre 1927 mit einem Kosten­aufwande von mehr als 15000 Mark durchgeführt wurde und auS dem alten Kirchlein ein wahres Schmuckkästchen gemacht hat. 3n den 3nflationS- jahren fanden die von Herrn Pfarrer Weidner ins 2eben gerufene Festspiele, bei denen Ober* Laiser 3ugenb!iche©taube und Heimat", .Telf unb bas Luthersestspiel auffüljrten, über den engen Kreis der Heimat hinaus starke Beachtung. Ein ausgeprägter sozialer Ginn ließ ben Schet- benben stets Anteil nehmen an den Verhältnissen unb Nöten bet Bevölkerung und manchem wurde durch ihn wirksame Hilfe zuteil. So war es kein Wunder, daß an der von der Gemeinde veran­stalteten Abschiedsfeier trotz der im Gange befindlichen Heuernte fast die gesamte Einwohner­schaft von Ober-Lais teilnahm. Bei der Feier wirkten die hiesige Musikkapelle und der Gesang­verein Lieberfreund mit. Bürgermeister Schau- crmann überreichte dem Scheidenden ein Oel- bilb, gemalt von Gewerbelehrer Limpert. Gebern. Pfarrer Weibner bankte tiefbewegt der Gemeinde und allen Rednern. Mit der Ver­waltung der hiesigen Pfarrstelle wurde seitens der Kirchenregierung Pfarrer i. R. H a n ft e t n, bisher in Heidelberg, betraut. Gr hat seinen Dienst am 1.3uni angetreten.

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