Ausgabe 
20.6.1930
 
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Darmstadt als Weltflughafen.

Eine Preffebesprechung beim Innenminister. Oie Nationalsozialisten in Hessen. Eckeners Zlughafenpläne.

WSN. Darmstadt. 19. Juni. 3n einer Pressebesprechung erklärte Minister Leu sch- ner hinsichtlich des bniformverbots der Nationalsozialisten, dah sich für Hessen bisher kein Anlaß geboten habe, dem bniformverbot anzuschließen, das Preußen. Baden und Bayern gegen die National- sozialistische Deutsche Arbeiterpartei verhängt ha­ben. DasEinfuhrverbot" gegen uniformierte Hitlerleute bleibe aber bestehen und Hessen werde sich auch strengere Maßnahmen gegen die Nationalsozialisten Vorbehalten, wenn diese Hessen zum Tummelplatz für ihre Propaganda machen würden. p

Man dürfe der Bewegung keine größere Be­deutung beimessen als ihr in der Tat zukomme. Wenn die Nationalsozialisten sich allerdings Ver­fehlungen in Hessen zuschulden kommen ließen, so könnten in Hessen leicht Maßnahmen ergriffen werden, die noch schärfer seien als die von Preußen und Bayern angewandten. Hinsichtlich der Auffassung, daß das besetzte Gebiet nach der Räumung von den extremen Parteien zum Tummelplatz ihrer Propaganda gemacht

werden würde, erklärte der Minister, daß in der Bevölkerung keinerlei Beunruhigung darüber zu bestehen brauche, denn es seien hinreichende Vor­kehrungen getroffen, dah Ausschreitungen ver­hindert würden.

Zu der Frage des Weltflughafens er­klärte der Minister. Dr. Eckener habe die Ansicht vertreten, dah als meteorologisch gün­stigster Platz für den Weltflughafen in erster Linie der Griesheimer Flugplatz in Frage komme. Angesichts der ausgezeichneten Verkehrslage Darmstadts nach Frankfurt. Mainz und Wiesbaden, nach Mannheim und zu dem internationalen Durchgangsverkehr werde der Zentralflughafen voraussichtlich nach Darmstadt kommen. Der Abbruch der Flugzeughallen auf dem Griesheimer Sand durch die Franzosen stelle die Errichtung des Zentral­flughafens bei Darmstadt nicht in Frage. Die Landung des LuftschiffesGraf Zeppelin" anläßlich der internationalen Meisterschaften der Studenten sei für Sonntag, den 3. August, zwi­schen 17 und 19 bhr vorgesehen. Das genaue Programm werde noch bekanntgegeben werden.

uxrben eine Schädigung der Volksgesundheit nach sich ziehen und die Arbeitssreudigkeit der Aerzte tm Dienste der Krankenversicherung beeinträchtigen müssen. ..

Die vorgesehene Beschränkung der oe- handelndenAerzte usw. geht von der irrigen Voraussetzung aus, daß die Kosten für Heilbehand­lung mit der Zahl der für die Krankenversicherung tätigen Personen parallel laufen. '

Die Verbände glauben, daß Ersparnisse in ande­rer Weise erzielt werden können, nämlich durch Aenderung der Bestimmungen über die Vermögens­lage, durch schärfere Fassung der Vorschriften über die Mehrleistungen, insbesondere auch durch einen Abbau der Eigenbetriebe und der sonsti­gen privatwirtschaftlichen Tätigkeit der Kranken­kassen, zumal Krankenkassen mit Eigenbetrieben häufig höhere Beitragssätze haben als Kassen ohne solche Einrichtungen.

Neuer Grenzzwischenfall in Ostpreußen.

Cm polnischer Zollbeamter in Zivil auf deutschem Boden erschossen.

Königsberg, 19. Juni. (MTV.) Bei Prost- ken an der ostpreuhischen Grenze hat sich ein blutiger Zwischenfall ereignet. Wie sich aus den vor­läufigen Erhebungen ergibt, wurde ein deutscher Zollbeamter, der sich im Dienstanzug auf einem Kofltrollgang befand, im Walde unvermutet von einem Zivilisten beschossen. Der deutsche Beamte griff darauf seinerseits zur Waffe und gab auf den Angreifer Feuer, wobei er diesen tödlich verwundete. Bei der Untersuchung der Leiche stellte sich später heraus, dah es sich bei dem Getöteten um einen polnischen Zoll­beamten handelte, der in Zivilkleidung die deutsche Grenze überschritten hatte. Es ist sofort eine Untersuchung elngeleilet worden, deren Ergebnis zur Beurteilung des Falles ab- gewartet werden muh.

Polnische Mmderheitenpolitik.

Ein englisches Zeugnis über die Unter­drückung des Deutschtums.

London, 19. 3unt (CNB.)Manchester Guardian" veröffentlicht einen ausführlichen Be­richt seines Sonderkorrespondenten in Bromberg über die deutschen Minderheiten in Posen und Pommerellen. Der Korrespondent betont den völ­lig deutschen Charakter des Landes sowie die Polonisierungsversuche, die dazu führ­ten, daß Deutsche abgeschoben würden, die eine zwar zähe, aber verlorene Schlacht kämpften. Die große kulturelle Grundlage, die von den Deutschen im Laufe der 3ahrhunderte geschaffen worden sei, werde jetzt zerstört. Er hebt ferner den polnischen Druck auf die Schulen und den Großgrundbesitz, die geistigen und ma­teriellen Bollwerke der deutschen Zivilisation, hervor und bemerkt: Sicherheit für den Deutschen gibt es nicht. Seine Existenz und seine Frecheit sind ebenso gefährdet wie sein Besitz. Die Deut­schen, die in Polen durch ten Versailler Vertrag ihrem Schicksal überlassen wurden, sind zum größten Teil ganz von ihrem früheren Hettnat- land abgeschnitten. Zum Schluß legt der Korre­spondent sehr eingehend die polnische Politik der Llnterdrückung des Deutschtums dar, die zur Vernichtung der Lebensaussichten oder zur Zer­rüttung der Familien führe.

Die Besteiungsfeiem am Mein.

Berlin, 19. 3uni. (Priv.-Tel.) Nachdem das Neichskabinett noch einmal zu der Frage der Defreiungsfeiern im Nheinlande Stellung genom­men hat, dürfte das Programm nunmehr end­gültig feststehen. 3n der Nacht vom 30. Juni zum 1.3uli sollen überall im Rhein­land die Kirchenglocken die Befreiungs­stunde einKhiten und damit den Auftakt zu den großen Rheinland-Befreiungsfeiern geben, die bis zum 23.3uli dauern und mit der Reise des Reichspräsidenten durch das be­freite Gebiet ihren Abschluß finden. Am 5. und 6.3uli wird der Allgemeine Deut­sche Automobil-Club eine Huld i- gungsfahrt an den Rhein unternehmen. Es werden sich deshalb am 5.3uli in den Ziel­orten Köln. Koblenz, Mainz und Ludwigshafen die Kraftfahrer aus ganz Deutschland treffen und von dort aus am 6. 3uli in vier Kolonnen nach Aachen, Trier. Bad Kreuznach und Kaisers­lautern fahren. Außerdem werden die deutschen Sportflieger in den gleichen Tagen einen Rheinland-Defreiungsflug veranstal­ten, der im Rahmen des Zuverlässigkeitsfluges des deutschen Luftfahrerverbandes unternommen wird und von Köln über Düren, Bonn. Koblenz, Wiesbaden, Mainz, Worms, Neustadt, Germers­heim, Kaiserslautern, Trier, Stadtkyll, Aachen, Cschweiler, Gladbach-Rheydt, Krefeld, Tlerdingen, Duisburg, Hamborn nach Essen-Mühlheim führt. Die Reife des Reichspräsidenten in das befreite Gebiet beginnt am 19.3uli in Speyer, von wo sich der Reichspräsident dann nach Mainz, Wiesbaden, Koblenz, Trier und Aachen begeben wird, wo er am 23.3uni ein­trifft. Die mit dieser Reise verbundenen Feiern werden am 19.3uli in Speyer, am 2 0. 3uli in Mainz und Wiesbaden, am 22.3uli in Koblenz und am 23. 3uli in Trier und Aachen stattfinden.

Rückkehr der Flotte.

Berlin, 19.3uni. (Tel.bn.) Die deutsche Flotte, die anfangs April unter Führung des Flottenchefs zu einer zehnwöchigen bebungs- reise ins Mittelmeer auslief, ist am Donnerstag zurückgekehrt. Die Reise, an der die Linienschiffsdivisionen mit den Linienschiffen Schleswig-Holstein",Schlesien".Hessen" und ^Hannover", der KreuzerKönigsberg" und die 3. Zerstörer-Halbflotille teilnahmen, berührte spa­nische, italienische, griechische und südslawische Häfen. Auf der Rückfahrt wurde außerdem von einem Teil der Streitkräfte die Hauptstadt Por­tugals angelaufen. Die Reise diente der mili­tärischen und seemännischen Ausbildung der Be­satzungen. Die Aufnahme, die unsere Schiffe in dem Mittelmeer, vor allem in 3talien und Griechenland gefunden haben, war überaus herz­lich. Die Preise widmete den deutschen Kriegs­

schiffen ausführliche Artikel, in denen sie sie will­kommen hieß und den Wiederaufstteg Deutsch­lands nach dem Zusammenbruch am Ende des Weltkrieges schilderte. Die Reise, die mit ihren zahlreichen Eindrücken von fremden Nationen und fremden Ländern eine wohltuende Ab­wechslung in den anstrengenden und gleichmäßi­gen Dienst der Kriegsschiffbesatzung brachte, hat dem Flottenverband eine sehr nützliche und reich­haltige Gelegenheit zu gemeinschaftlichen bedun­gen sowie militärischer Ausbildung gegeben. Englands ostaftstanisches Reich.

Der Zusammenschluß Kerchas, Ugandas und Tanganhkas.

London, 20.3unl. (WTD. Funkspruch.) Die Richtlinien der Regierung über den engeren Zusammenschluß der drei ostafrikanischen Gebiete Kenya, bganda und Tanganyika (Deutsch-Ost­afrika, britisches Völkerbundsmandat) werden heute von den Blättern veröffentlicht. Die Re­gierung schlägt die Ernennung eines Oberkommissars für die drei Ge­biete vor, der die Befugnis haben soll, alle gesetzgeberischen Maßnahmen, die der Politik der britischen Regierung widersprechen oder den so­zialen und wirtschaftlichen Fortschritt der Ein­geborenen hemmen, zu suspendieren. Ferner wird ihm die Vollmacht gegeben, die Gouver­neure zu ihm notwendig erscheinenden gesetz­geberischen Maßnahmen aufzufordern. Dem Ober- kommissar steht ein gesetzgebender Rat zur Seite, der aus drei Beamten aus dem Stabe des Oberkommissars und aus je sieben Vertretern der drei Gebiete besteht. Die Mit­glieder des Rates werden vom Oberkom­missar ernannt, der auch den Vorsitz führt. Die Richtlinien werden einem gemeinsamen Ans­chuß beider Häuser des Parlaments unterbreitet werden.

Die Arbeitszeit im Kohlenbergbau.

Keine Einigung in Genf.

Genf, 19.3uni. (Tb.) Die Verhandlungen des Kohlenausschusses der 3ntemationalen Ar­beitskonferenz über ein einheitliches Arbeitszeit­abkommen für den Kohlenbergbau sind ge­scheitert. Der Ausschuß hat sämtliche An­träge abgelehnt. Während am Mittwoch der Ausschuß den Antrag der englischen Regie­rung auf Einführung eines siebeneinhalbstündigen Arbeitstages und einen Antrag der Arbeit­nehmergruppe auf Schaffung des Siebenstunden­arbeitstages abgelehnt hatte, lehnte er am Don­nerstag den Antrag der deutschen Regierung auf Einführung eines siebendreiviertelstündigen Ar­beitstages ab. Gegen den deutschen Antrag stimmten die Arbeitnehmer, ein Teil der Regie­rungen, ein Teil der Arbeiter enthielten sich der Stimme. Der Vorschlag des Internationalen Arbeitsamtes, den siebendreiviertelstündigen Ar­beitstag im Kohlenbergbau einzuführen, sowie ein Antrag der Arbeitgebergruppe auf Ein­führung des Achtstundentages wurden ebenfalls abgelehnt. Damit ist im Kohlenausschuß eine beberein st immung hinsichtlich der Arbeits­zeit im Kohlenbergbau nicht zustandege- kommen. Der Vorsitzende des Ausschusses machte den Vorschlag, trotz der Ablehnung sämt­licher Anträge die Lesung des Abkommens weiter fortzuführen. Es muß jedoch mehr als fraglich erscheinen, ob sich bei der endgültigen Abstimmung der Vollkonferenz eine Zweidrittelmehrheit für ein einheitliches Abkommen finden wird.

EiuWelttreffen derStraßen bauer

Berlin, 19. Juni. (Priv.-Tel.) Im Oktober d. I. findet in Washington auf Grund einer Ein- ladung der amerikanischen Regierung ein inter­nationaler Straßenbaukongreß statt. Wie wir hören, hat die deutsche Regierung über ihre Teilnahme noch keine Entscheidung getroffen. Aber wenn man sich beteiligt, wird die Delegation so klein wie möglich gehalten werden, um ange­sichts unserer finanziellen Belastungen keine allzu­großen Kosten zu verursachen. Der Washingtoner Kongreß soll den Versuch machen, angesichts der neuen Probleme, die der ständig zunehmende Kraftwagen verkehr für den Straßenbau entstehen läßt, die Möglichkeiten einer besten und rationellsten Straßenbaumethode zu klären. So wird dem Kongreß von den hervorragendsten Kom­petenzen aus der ganzen Welt über ihre Ersah- rungen mit den verschiedensten Straßentypen Be­richt erstattet werden. Aber auch das für Deutsch­land so heikle Gebiet der Finanzierung des Straßennetzes, die Probleme der Konkur­renz zwischen Straße, Schiene und Kanal kommen zur Behandlung. Damit werden Fragen berührt, die gerade jetzt in Deutschland in der Auseinandersetzung zwischen Reichsbahn und Kraftwagenverkehr zur Diskussion stehen. Schließlich wird auf der Tagesordnung auch ein Erfahrungs­austausch über die Verkehrsregelung in den Großstädten vorgesehen werden. Das

Programm des internationalen Kongresses ist also reichhaltig und großzügig. Aber über die praktische Bedeutung solcher Veranstaltungen find sicherlich verschiedene Meinungen möglich. Für Deutschland ist die Straßenbaufrage wohl noch auf lange Zeit hinaus vor allem ein Kapital-problem und das kann auch der Washingtoner Kongreß nicht lösen.

Aus aller Welt.

Iubiläumstagung des Wingolfbundes in Eisenach.

Zum 38. Male kehrte der Wingolfbund in der Pfingstwoche in Eisenach ein, um sein traditio­nelles Wartburgfest zu feiern. 1850, also vor 80 Fahren, zog der Wingolf zum erstenmal zur Wartburg, die für ihn Symbol seines christlichen und deutschen Willens tourb«. Aus ter Verbindung von damals ist heute ein Bund erwachsen, der in 33 Verbindungen 1400 studierende Mitglieder und über 6000 Philister umfaßt. Als besondere Ereignisse des Festes sind zu erwähnen: die Ernste Feier am Fuße der Wartburg, die von Generalsuperintendenten D. Zöllner, Mün­ster, gehalten wurde, der Festzug durch die Sttahen Eisenachs mit der Feier im Wartburg- Hof, die Gefallenen-Gedenkfeier am Wingolfs­denkmal und der feierliche Kommers mit dem anschließenden Treuschwur. Turn- und Sport­kämpfe leiteten das Fest ein. Dem Wartburgfest voran ging eine dreitägige Arbeitstagung in der Bauerichochschule Neudietendorf bei Erfurt, auf der etwa 120 Teilnehmer in einer Reihe von Vorttägen und eingehenden Aussprachen die grundsätzlichen Fragen des Wingolfs durch­arbeiteten.

Eröffnung der Alpina-Woche 1930.

3n Berlin wurde die Apina-Woche 1930 ter Alpina, Deutsche bhrmacher-Genossenschast, eröffnet. Der geschäftsfühvente Direktor Roth- m a n n begrüßte die Gäste, darunter den tourt» tembergischen Gesandten Dr. Bosler, die Ver­treter des Reichspatentamtes und Vertteter be­freundeter Verbände. Er führte aus, dah die Alpina-Woche und die damit verbundene Waren­ausstellung und Werbeschau einen Einblick in das Wirken eines kleinen Kreises des deutschen Wirt­schaftslebens gestatte, ter auf genossenschaftlicher Grundlage versuche, die Existenz der Geschäfte ter Mitglieder zu sichern und zu fördern. Die Alpina-Genossenschaft arbeite aufs engste mit der 3ndustrie zusammen, sowohl der deutschen wie ter schweizerischen und habe eine 3nteressen- gemeinschaft mit dem schweizerischen Konzern Alpina-Gruen Gilde bhren AG., der über fünf der größten und technisch am vollkommensten eingerichteten Schweizer Fabriken verfüge. Ein Rundgang durch die bhrenausstellung, die etwa 3000 Taschenuhren und nahezu 2000 Steh-, Wand- und sonstige Gebrauchsuhren umfaßt, folgte. Die Ausstellung, der auch eine Sonder- abteilung, Antikuhren angeschlossen ist, gibt ein umfassendes Bild über die Entwicklung der bhr von ihren frühesten Anfängen bis zu den letzten Wunderwerken ter Technik.

Ein brgrohneffe Friedrichs deS Großen.

3n D erlin wurde der 84jährige General­leutnant a.D. Ludwig von Wilden­bruch vor dem Haufe Bülowstratze 23 von einer Sttahenbahn überfahren. Er erlitt schwere Ver­letzungen am Kopf und eine Gehirnerschütterung und wurde ins Krankenhaus geschafft; dort liegt er in bedenklichem Zustande darnieder. Bis zum Abend hatte er das Bewußtsein nicht wieder er­langt. Generalleutnant a. D. Wildenbruch ist ein Sohn des Gesandten Louis von Wildenbruch und ein Enkel des bei Saalfeld gefallenen Prin­zen Louis Ferdinand von Preußen, der einzige noch lebende brgrohneffe Friedrich des Großen. Sein Bruder war der Dramatiker Ernst von Wildenbruch.

Byrd über seine Südpolexpeditton.

Die Stadt Neuyork bereitete dem Südpolfor­scher Commander Byrd, der mit seinen Begleitern ein traf, einen feierlichen Empfang, der einer der größten seit dem Empfange Lindterghs und dein der deutschen Ozeanflieger Köhl und Hüne- feld gewesen ist. Byrd schilderte Pressevertretern die Ergebnisse seiner Südpolfahrt, bei terer 125 000 Quadratmeilen neues Land entdeckt und erforscht habe. Er habe geolo­gische Formationen festgestellt, die auf große ausbeutbare Kohlenlager schließen lie­hen. Die amerikanische Antarktis umfasse noch Tausente von Meilen unerforschter Gebiete. Byrd erklärte, er habe vorläufig keine Zukunftspläne und werde keine weiteren Forschungsreisen unter­nehmen, bis die aus der Expedition entstandenen Schulden von 100 000 Dollars gedeckt seien.

Opfer des Rheins.

3n Hamborn ereignete sich ein schweres Dateunglück an der städtischen Rhein-Date- anftalt. 3m offenen Rhein gerieten drei Per­sonen. von denen zwei verheiratet waren, in die Strömung, wurden fortgerissen und er­tranken. Die beiden verheirateten Männer konnten bereits geborgen werten; der dritte,

ein jugendlicher Arbeiter, ist noch nicht auf­gefunden.

3n Düsseldorf ertranken im Rhein vier junge Männer int Alter von 18 bis 19 3ahren beim Daten. Zwei weitere Opfer forderte ein Paddelbootunglück. Den freiwilligen Rettungskolonnen gelang es, die Leichen der Ertrunkenen zum Teil zu bergen.

katastrophaler Erdrutsch in Essen.

Ein furchtbares bnglück ereignete sich an ter Neubaukolonie in der Helmholtz-Straße, bm etwa 20.30 bhr gab plötzlich vor einem Hause der Straße das Erdreich nach, und es entstand ein riesiger Krater, ter ungefähr 12 bis 15 Meter tief ist und etwa 15 Meter Durchmesser hat. Ein auf der Straße spielendes Kind wurde in die Tiefe gerissen. Die Bemühungen der städtischen Feuerwehr, das Kind zu bergen, mußten als aussichtslos aufgegeben*toe*ten, zu­mal da die Erdsturzgefahr noch nicht endgültig beseitigt ist. Außerdem verschwand ein Wagen, der einer Tiefbaufirma gehört, spur­los in der Tiefe, Wie sich in später Abend­stunde ermitteln ließ, soll sich an der betreffenden Stelle ein alter Schacht befunden haben, der etwa 40 Fahre außer Betrieb ist.

Wegen Datermvrdes zum Tode berurteilt.

Der Landwirt Julius Zell aus Zweifelsberg (Württemberg) ist wegen der Ermordung seines Vaters durch brteil des Schwurgerichts Ravens­burg zum Tode verurteilt worden. Der Staatspräsident hat von seinem Begnadigungs­recht keinen Gebrauch gemacht.

Die kosten des Varmat- und kuttsker-Prozefses.

Wie der preußische Fustizminister mitteilte, sind in der Strafsache gegen Barmat und Gen. der Staatsanwaltschaft I in Berlin an baren Auslagen insgesamt 182 633,06 Mark entstanden, von denen 119 203,35 Mark auf Zeugen- und Sachverständigengebühren entfallen. Fn ter Strafsache gegen Kutisker der Staatsanwalt­schaft I in Berlin beträgt der Gesamtbetrag ter baren Auslagen 67 270,45 Mark, wovon auf die Vergütungen an Zeugen und Sachverständigen 54 634,82 Mark entfallen.

Ausschreitungen auf einem argentinischen Sport­platz.

3n Buenos Aires ereigneten sich wilde Aus­schreitungen auf einem Sportplatz, als die Sport- behörte ein Wettspiel s uspendierte, was lebhafte Proteste der Zuschauer herausfor­derte. Die Ausschreitungen nahmen einen solchen bmfang an, daß berittene Polizei ein­gesetzt werden muhte, um den Platz räumen zu lassen. Die Menge beantwortete das Vor­gehen der Polizei damit, daß sie die ganze Ein­richtung des Sportplatzes, wie Stühle und der­gleichen zerstörte und die Trümmer zu Schei­terhaufen schichteteund an st eckte. Die Erregung war so groß, daß es zwischen dem Publikum und der Polizei zu einem regelrechten Feuergefecht kam, wobei mehrere Personen durch Revolverschüsse verwundet wurden. Fnsge- samt wurden etwa 30 Verletzte gezählt. 20 Per­sonen sind verhaftet worden.

Explosionsunglück bei einem Ulotorboolausflug des früheren Kaisers.

Auf Einladung der Gräfin Pannewitz hatten der ehemalige deutsche Kaiser, seine Gattin und ungefähr zehn andere Personen seiner bmgebung mit zwei Motorbooten eine Fahrt auf den Kagerseen gemacht. Plötzlich erfolgte aus bisher nvch unbekannter brsache in einem der beiden Boote eine Explosion. Eine hohe Feuersäule schlug aus dem Boot hervor, und das Doot begann zu sinken. Vier Personen aus der bmgebung des ehemaligen Kaisers und ein Monteur wurden schwer verletzt und in das St. Elisabeth-Krankenhaus in Lehden gebracht. Der ehemalige Kaiser und seine Gattin befanden sich an Dord des zweiten Bootes, das dem* anderen sofort zu Hilfe kam und alle Personen aus dem sinkenden Boot übernahm.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

3n West- und Süddeutschland haben die Winde bereits nach Westen hin umgedreht, was schon heute morgen das Auskommen von Be­wölkung zur Folge hatte, beter den südlichen Teil ter britischen Fnseln hat sich ein Regen­gebiet entwickelt. Bei ter nunmehr herrschen­den Westluftzufuhr werten somit von dort et­was feuchtere und kühlere ozeanische Luftmassen nach dem Festlande befördert, wodurch vorüber­gehend auch Bewölkung und Gewitterstörungen sich heranbilten werten.

Aussichten für Samstag: Teil- heiter, teils wolkig, lokale Gewitterstörungen oder Ge^ witterregen mit etwas Abkühlung.

Lufttemperaturen am 19. Funi: mittags 28,6 Grad Celsius, abends 18,8 Grad; am 20. Juni: morgen« 18,7 Grad. Maximum 30,6 Grad, Mini^ mum 13,3 Grad. -