Ausgabe 
20.6.1930
 
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"" I 70 Jahre Deutsche Turnerschast

Don H Oßwald, Sad-Ilauheim.

gehalten sparer fi

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mit der hochwertigen Kandierung

Pfundpaket 55 Pfennig.

des den

Dr. Lahmanns Hausgetränk.

daß aus deutschem Roggen der beste und vor allem der gesündeste Ersatz für echten Kaffee bereitet wird. Nehmen Sie daher im Interesse der Gesundheit Ihrer Angehörigen nur

Seelig's Kornkaffee"

Baubar lehenS. Er erläuterte weiter die von Oeffentlichen Bausparkassen getroffenen Für­sorgeeinrichtungen für Hinterbliebene von Dau- sparern. Seine weiteren Ausführungen beschäf­tigten sich mit der Erläuterung deS Bausparver­trages zum Zwecke der Ablösung von Hypotheken. Zum Schluß wies der Redner noch aus daS volkswirtschastliche Ziel der Oeffentlichen Bau­sparkassen. die Forderung deS Wohnungsbaues, insbesondere der Kleinwohnungen, hin. 3n der anschließenden regen Aussprache besprach Bei­geordneter Dr. Hamm zunächst die Frage deS Eintretens wirtschaftlicher Rot bei dem Dau- sparer, wobei sich zeigt, daß in diesem Falle weitgehende Sicherung der Rechte desBausparerS gewährleistet ist. Geschäftsführer Fourier gab als Vorsitzender der Baugenossenschaft 1894 in längeren Ausführungen die Gründe bekannt, welche dazu geführt herben, daß die Baugenossen­schaft bei den öffentlichen Bausparkassen fördernd mitwirkt, während Direktor Z a ch e i s die prak­tische Auswirkung des kollektiven Bausparens

Muttersprache und Boden, die Tragik deS Grenz- landmenschen findet darin ihren Ausdruck. Um jedermann den Besuch deS ausgezeichnet ge­spielten BolkSstücks zu ermöglichen, sind di: Preise so niedrig wie möglich angesetzt. (Siehe heutige Anzeige.)

Instandsetzung der Straße einen Betrag van 3000 Mark zur Verfügung zu stellen.

Urei# Marburg.

][ Marburg. 18. 3unl. Dem heutigen Schweinemarkt waren 618 Stück einschl. 25 Läufern zuaefahren. 6 Wochen alt« Ferkel kosteten 30 bis 32. bi» 8 Wochen alte 32 bis 40. 8 bis 13 Wochen alte 40 bis 50 und Läufer 50 dis 70 Mark da» Stück. Handel flott.

Vorsicht beim Baden in der Lahn!

Bet der anhaltend guten Witterung gehen naturgemäß viele Menschen zum Baden in die Lahn. Dem ist nicht» entgegenzuhalten, solange htersür die öffentlich konzessionierten Badean­stalten (zwei Privatoäder und da» städtisch« Freibad) benutzt werden. Die beiden sehr be­dauerlichen UnglückSsälle in den letzten Tagen, wobei zwei junge Menschen den Tod de» Er­trinkens fanden, geben zu denken, und zwar be­sonder» deshalb, weil beide Fälle in der offenen Lahn am Launsbacher Badeplatz geschehen sind. Ein für allemal kann dort die Lahn nicht als Badegelegenheit angesehen werden, da an dieser Stelle legliche Beausfichtigung für Schwim­mer und Richtschwimmcr fehlt. Ander» ist e» dagegen in den Badeanstalten, die sämtlich ein geübte» Aussicht-Personal zur Verfügung haben, da» in allen Fällen fähig ist. Ertrinkende zu retten. Außerdem wird diese Gefahr durch den Aufenthalt von zahlreichen Schwimmern und Schwimmerinnen noch wefentich vermindert, die auch in der Lage find, Menschen vor dem Tode deS Ertrinkens zu bewahren. Schließlich fei noch darauf hingewiesen, daß nach den in den letzten Jahren gemachten Feststellungen viel mehr Men­schen in den sogenannten wilden Fretwasser- bädern ertrunken sind al» in den Badeanstalten. Dabei ist es tatsächlich vielfach der Fall, daß gerade Richtschwimmer und sehr unfichere Schwim­mer da» Baden in den freien Gewässern vor- ziehen. Es sollte deshalb von den Eltern immer wieder daraus hingewiesen werden, daß ihre Kinder, wenn sie schon einmal gerne baden oder schwimmen, die Dadeanstalten aufsuchen. Vor allem sollten Erwachsene diese Mahnung be- herzigen und der Jugend mit einem guten Bei­spiel vorangchen.

Oie Oeffentlichen Bausparlaffen.

Oie Hessische Missions-Konferenz in Büdingen.

3Hre 35. 3ahre»verlammlung veran­staltete die Hess. Mtssions-Konfer«»rz am 16. 3unl in Büdingen. 3hr ging am Abend vorher eine gut besuchte Missionsversammlung Vorau», in der Pfarrer Sch ä f e r von Bad-Rauheim sebr lebendig über da» Thema sprach: ..Europa ein Schuldner Afrika»". Ebenso wußte Universitäts­professor D.Dr. Witte von Berlin al» gleich­zeitiger Direktor der Deutschen Ostasienmlssion mit seinem Lichtbildervortrag über: ..Mein« neuesten Erlebnisse in den Tempeln und Kirchen aus Eeylon, in Shina und 3apan" die Hörer zu packen.

Die eigentliche 3ahre»versamn»lung fand in der schönen Stadtkirche statt. Hier wurden den Teilnehmern zwei höchst wertvolle Vorträge bar* geboten. Zuerst sprach Universität-Professor D. Dr. 5 r i d von Marburg. Ehrenmitglied de» Vorstände» unserer Hess. Missions-Konferenz und neuesten» Vorsitzender der Hess.-Kasseler Mls- slonSkonserenz, über da» Thema: ..Der Aus­stieg der religionslosen Kultur und die Krisi« In der Mission". Er führt« u. a. au»: Gegenwärtig zerren, wie auch fchon früher öfter», wieder gewaltig« Geistesmächt« und 3deenkräfte die Völker der Menschheit an einer bestimmten Linie entlang, an dem sog. Zerrungsgürtel: Skandinavien Mitteleuropa Dorderasien 3ndien 3apan Ost­sibirien. Au» diesem Gürtel, der */. der Gesamt- Menschheit umfaßt, stiegen kraftvolle Religionen und Kulturen hervor und beleuchteten auch die übrige Welt. Aber auf diese Linie trafen und treffen auch deren Gegenwirkungen zurück. 3etzt treffen sich dort Kommunismus und Kapitalis­mus, Rationalismus und 3mperiali»mu», Reli­gion und Materialismus. Hier sucht sich eine religionslose Kultur durchzusetzen und führt da­bei die christliche Mission in eine gesährlich« KrlliS. Daraus ergibt sich die schwere Ausgabe, das Evangelium in seiner Verkündigung von den Schlacken de» abendländischen Ehristentums zu reinigen und in seiner göttlichen Lauterkeit an* zubteten. Gewinnt eS so das Ikrtraucn der Heiden in auch

seine reine Liebe ersahren, da mag auch der um sich greisenden Dergvttlosung gewehrt werden. 3n der Aussprache hierüber gab der als Gast anwesende Vorsitzende des Desamtverbande» der deutschen Missionskonserenzen, Pastor D.3o» bannfen von Essen, eine wichtige praktische Ergänzung aus der Batak-Mission auf Sumatra. Der Vortrag von Prof. D. Dr. Witte fchildert« da» Ehristentum al» «ine Leben»* macht in 3apan.

A-m Rachmittag fummelten sich die Teilnehmer zur Aussprache über die beiden Reserate. Zuerst sprach da» Vorstandsmitglied, älniversl- tätSprosessor D. Dr. Eordt« r von Gießen mit einer eingehenden Darlegung über die gegen­wärtige KrtsiS in der Mission. Sodann wies Pros. Witte die Unentbehrlichkeit der deutschen evangelischen Mission nach- sie allein sei im* stände, die großen heidnischen Reltgionssysieme und die gesährltche ReligtonSmenaeret auch wis­senschaftlich zu bekämpfen. Endlich machte Pros. Frick noch di« erfreuliche Mitteilung von der Eröffnung derReligionskundlichen Sammlungen und dem missivn-wissenschastlichen 3nstitut" auf dem Schloß zu Marburg. Der Vorsitzende, Pros. Werner, Friedberg, faßte mit DankeSworten die Ergebnisse der Tagung zusammen und schloß mit einem Gebet die Versammlung.

Berliner Börse.

Berlin, 20.3unl. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Ermäßigung der Reuyorker Diskontrate auf 2,5 v. H. wirkte Im heutigen DormiitagS- verkehr anregend, zumal auch in der heutigen Zentralausfchußfihung der ReichSbankwahischcin- lich die Diskontrate ermäßigt werden wird. Di« Kurse liegen 1 bi» 3 v. H. höher, FarbenMourden mit 161,25 bl» 161,50 und Siemen» mit 231 ge­handelt. Der Sssektenmarkt war geschäst-lo» und abwartend, London gegen Kabel nannte man mit zirka 4,8590, London gegen Madrid 41 bi» 41,05.

Äornotizen.

Lageskalender für Freitag. Bund »Hau» und Schule": Familienabend ,20 llhr, 3ohanneSfaal. -- Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:stuck, ehern. Helene Willsüer",

Flieg, roter Adler von Tirol." Man schreibt unS: Aus Deranlastznug der Orts­gruppe Gießen de» Vereins sür daS Deutschtumim Ausland (D. D. A.) findet am Dienstag, 24. d. M. im Vtaditheater eine zweite Ausführung von Fred A. AngermayerS Tiroler VolkSstück statt. DaS Drama Anger- mayers hat bei feiner ersten Aufführung auch in Gicchen starken Eindruck hinterlassen. ES ist ein Drama, hervorgewachsen auS dem volkspoli­tischen Problem, das durch die Grenzziehung vom 3ahre 1919 an der Südgrenze de» deutschen DolksbobenS entstanden ist. Der Volkskampf um

beginnt. Von hier bewegt sich der Zug hinauf zum BiSmarcklurm, wo, wie alljährlich, eine Feier ftattfinben wirb. Auf dem Rückwege wird der Zug durch die Reustabt, Bahnhofstraße, blc Kaplansgafse und den Seltersweg zur Rektor- wohnung marschieren, bann zurück zum OSwalds- garten, wo bie Fackeln zusammengeworsen Werden.

Preußen.

Kreistag in Wetzlar.

<> Wetzlar, 19. Juni. 3n der gestrigen Sitzung des Kreistages, die unter dem Vorsitz des Landrats M i ß stattfand, wurde zunächst der an Stelle des ausgeschiedenen Pfarrers Bausch, Krofdorf, neugewähite Kreisdeputierte, Rechtsanwalt und Notar Dr. Schauen, Wetzlar, durch den Vorsitzenden in sein Amt «ingesuhrt. Vor Eintritt In die Tagesordnung schilderte Abgeordneter N c e b, Leun, die U n w e 11 e r s chä de n im un­teren Lahntal und bat bie Kreisverwaltung um Einleitung von Hilfsmaßnahmen. Die Satzung des Kreisjugendamtes wurde dahin ergänzt, daß dem Amt neben einem evangelischen und einem katholischen Geistlichen auch ein Rabbiner al» Mit­glied angehören soll. Sodann wurde in die Bera­tung über die Vorlage des Kreishaushalts- planes für das Rechnungsjahr 1930 eingetreten. Landrat M i ß bemerkte, daß sich der diesjährige Haushaltsplan im großen und ganzen an den des Vorjahres anlehne. Der Gesamtfehlbetrag beläuft sich auf 810 000 Mark. Es sind also 255 000 Mark gegenüber dem Vorjahre mehr zu decken, was in Gestalt von höheren Kreissteuern aufgebracht wer­den müsse. Die Kreisverwaltung schlage vor, den Etat anzunehmen, jedoch «Inen neuen Verteilungs­schlüssel über die Aufbringung der Kreissteuern ein­zufuhren, der eine gerechtere Verteilung derselben im Verhältnis zwischen den Landgemeinden des Kreises und der Stadt Wetzlar herbeisühve. Al» Sprecher der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft für Stadt und Land wies Abgeordneter Gaß, Duten­hofen, darauf hin, daß es der Landbevölkerung in der heutigen Notzeit unmöglich fei, höhere Kreis- steuern aufzubringen und gab im Namen feiner Fraktion die im gestrigen Dorbericht mitgeteilte Erklärung ab. ßanbrat Miß stellte auf Grund der stattgehabten eingehenden Aussprache den Antrag, die Beratung zu vertagen und in der Haus- haltskommifsion des Kreistages nochmals den Der- such weiterer Abstriche zu machen. Dieser Antrag wurde angenommen. Ferner wurde eine Ent- schließung der SPD., nach welcher die Regierung um schleunige Abhilfe für die Mißstände in der Krisenfürsorge, sowie um beschleunigte Beschas - fung von Arbeitsgelegenheit für bie Arbeitslosen gebeten wird, einstimmig angenommen. Die Beratung der Kreissatzung für die Reaelung des ländlichen Fortbildungsschulwesens im Kreise Wetzlar wurde auf Antray der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft vertagt. Echlteßlich wurde noch beschlossen, die in Unterhaltung des Kreise» stehende, an der Lungenheilanstalt Waldhof Elgershausen oorbeiführende Straße in das Straßenbau- Programm für 1930 einzubeziehen und für bi«

erläuterte. 3m übrigen wurden eine Reihe von Anfragen von dem Referenten in zufrieden­stellender Weise beantwortet.

Taten sür Lambtag, 21. Juni.

Sonnenaufgang 3.43 älhr, Sonnenuntergang 21.20 Mr. Mondausgang 0.45 Uhr, Monb- untergang 14,24 Uhr.

1819: der Komponist 3acque» Offenbach in Köln geboren: 1864: der Kunsthistoriker Hein­rich Wölfflin in Winterthur geboren; 1919: Versenkung der deutschen Kriegsschiffe in der Bucht von Scapa Flow.

flache Land. Man hatte einsehen gelernt, daß die Pslege der Leibesübungen nicht nur dem Arbeiter. Beamten und Bürger der Städte eine wohltuende Erholung ist, sondern auch den Be­wohnern der Dörfer draußen, selbst wenn der Berus als Landwirt ausreichend kur körperliche Betätigung sorgt, eine gesunde Ausspannung im Leben de» Alltag» bietet. Es wurden allerorts ländliche Turnvereine gegründet, und bald konn­ten sie nachweisen, daß ihnen bei beharrlichem Fleiß in der Deutschen Turnerschast Erfolge win­ken. die sich neben den Leistungen der älteren städtischen Brudervereine in jeder Hinsicht sehen lassen können. Um 1900 setzt die Gründung von Vereinen auf dem Lande besonders stark ein. Unser heute vorwiegend ländlicher und doch sehr leistungssählger Heimatgau Hessen er­hielt erfreulichen Zuwaches im Vogelsberg, in der Wetlerau, im heffIschen Berglande, im Vor- dertaunu».

Die körperliche Ausbildung, wie sie da» deut­sche Turnen erstrebt, dient einer allseitigen Durcharbeitung bei ganzen Körper», Gesundheit. Krast und»önhell sollen entwickelt werden und sich vereint darstellen in einer mufterhalten Körpersorm. Der Innige Zusammenhang, der zwi­schen Leib und Seele besteht, war schon den alten Griechen vertraut, deren altbekannte Weisheit: Ein aefunber Geist In einem gesunden Körper" für alle Zeiten die hohe Bedeutung einer harmo­nischen Erziehung von Körper und Geist zum Ausdruck bringt.

3hren Uebungsstoss nimmt die Deutsche Tur­ne rschaft au» allem, wa» an Turnen, Spiel und Sport gesunde Menschen erfreut. Und diese» allfcitige 3ahnsche Turnen wird in jedem Alter betrieben und Immer In Gemeinschaft, in Riegen und Abteilungen: denn man will ja erziehen zur Ordnung, zur verständigen freiwilligen Unter­ordnung, zur Kameradschaft.

Au» dem turnerischen Demeinschaft-leben wächst al» eine der schönsten Früchte turnerischen Wesen» der Glaube an die Krast der Volks­gemeinschaft. An der inneren Einheit un­seres Volke» mitzubauen, ist eine der wichtigsten Degenwartsausgaben der Deutschen Turnerschast, wie Oberbürgermeister Dr. Adenauer beim Deutschen Turnfest in Köln in seiner bedeut­samen Ansprache so überzeugend aussührte. Die Turnerschaft, die in ihren Reihen nicht Rang und Stand, nicht arm und reich, nicht Partei- und Glaubensgeaensähe kennt, bei der nur der Innere Wert und die Tüchtigkeit de» Menfchen gelten, hat feit 3ahn» Zeiten

die Pflege be» deutschen Volkstum», da» Festhalten an deutscher Art und Sitie immer al» eine ihrer vornehmsten Aufgaben betrachtet: sie hat immer die äußere und Innere Einheit unseres Volke- al» da» große erstrebenswerte Ziel im Auge behalten, Dlenst am Dater- la nde! Da» war stets ihre Losung. Gesunde, freie, aufrechte Staatsbürger zu erziehen, die In Befolgung des Artikels 163 der Weimarer Ver­fassung in volk-brüderlicher Gesinnung und täti­gem Gemeinsinn gern ihren Pflichten gegenüber Volk und Volk-staat nachkommen: da- ist auch In Zukunst der Wille der Deutschen Turnerschast.

Frisch, fromm, fröhlich, frei! gehe sie in diesem Streben immer ihren Weg auswärts zu »höherem Ziel", tote c» in einem alten, vtelgesungenen Tumerliede so schön -um Au-druck kommt. Gut Heil!

Blumenschmuck in Gießen. Aus die kürzliche Aufforderung be» Verkehrs« und Dcr- schöncrungsvereins zur Anmeldung zum Blumen- fdjmudtoetlbetotrb find bereit- eine große An­zahl mündliche und schriftliche Anmeldungen eln- gegemgen. Die Meldesrist, die eigentlich heule abläuft, ist bis einschließlich Montag. 23. d. M., verlängert worden, um auch den übrigen Mit­bürgern Gelegenheit aus Anmclduna zu geben. G» wäre sehr zu wünschen, wenn noch recht viele Einwohner durch Bepflanzen von Fenstern, Bal- tonen und Vorgarten bie Bestrebungen deS Ver­kehrs- und Verschönerung-Vereins untetftühen und bei Verschönerung de» Stadtbildes mithel- fen wollten, da eine mit Blumenschmuck versehene Straßenfront dem Fremden ein freundlicheres Bild Darbietet, als eine ohne jeglichen Blumen­schmuck. Bei dieser Gelegenheit sei besonder- auf den Vorgarten des AntoefenS Schifsenbergertoeg 29 hingetoiefen, der in wahrhaft mustergültiger Weise hergerichtet ist. Wenn es sich auch im vorliegenden Falle um eine Gärtnerei handelt, so ist doch die Arbeit, die von dem über 78 3ahre alten Vater des Besitzers ausgeführt wurde, als solche besonder» hoch einzuschätzen.

Am Gedächtni»tag der Augsbur­ger Konfession. Mittwoch, 25.3uni, sollen auf Anordnung deS Landeskirchenamts im Ein­verständnis mit dem Evangelischen Kirchenaus- schuh die kirchlichen Gebäude mit der Kirchen­fahne beflaggt werden und nachmittag» 16 Uhr eine Viertelstunde mit den Glocken geläutet wer­ben. Den Gemeinden ist am Sonntag vorher Zweck und Bedeutung dieser Kundgebung mit»

Fackelzug der Studen ten» schaft. Am kommenden Sonntagabend veran­staltet die Gießener Studentenschaft einen Fackel- zug, der um 20.15 Uhr an der Universität

Leibesübungen wurden zu allen Zeiten unb von allen Völkern betrieben. 3n das Ganze der Volkserziehung wurden sie aber erst gestellt von Gut- Muth». Dem berühmten Lehner am Schnepsenthaler Philantropin. den man mit Recht den .Erzvater der Turnkunst" nennt, unb dann von Friedrich Ludwig 3ahn, dem deutschen .Turnvater". Was diese Quellensucher dem deut­schen Volke geben wollten, was sie mit ihrem Turnen erstrebten, sand wohl die begeisterte Zustimmung aller wahren Daterlandssreunde der Zeit, wurde aber von den Regierungen mit Ab­sicht nicht verstanden und durch gesetzliche Maß­nahmen in Acht unb Dann getan. Die .Tum- sperre", die von 1819 bis 1842 bestand, machte dem blühenden Dereinsleben in den deutschen Städten ein Ende. Der turnerische Gedanke selbst fing zum Glück in den ReaktionSjahren nicht ver- oren; er lebte weiter in den Köpfen unb Herzen ber besten Zeitgenossen, unb so konnte überall gleich toicbcr zu irischem Tun geschritten werden, als mit dem bekannten preußischen Erlaß vorn 6.3unt 1842, ber bieTurnfperre" aufhob unb bie Leibesübungen als einen noltoenblgen unb unentbehrlichen Bestanbteil der männlichen Er­ziehung in den KreiS der Unterricht-gegenstände aufnahm, auch die Fefseln gesprengt wurden, die da» freie DereinSturnen beschwert hatten. Die Turner, die sich in Gärten. Höfe und Säle hatten flüchten muffen, wagten sich toicbcr in bas Licht der Oefsentlichkeit. Sie grünbeten neue Vereine (mehrfach auch in Helfen, so 1845 in Friebberg, 1846 in Gießen unb Butzbach), schlossen bie erste Verbände unb feierten blc ersten Feste (1844 ba» erste Felbbergsest). DaS Sturmjahr 1848, bas bie Turner In ben vor- bersten Reihen ber Männer sah, bie mit bem Banner Schwarz-Rot-Golb für deutsche Einheit unb Freiheit stritten, brachte toicbcr Rückschläge, bie daS Turnerleben erneut unter beengende und bedrückende Pollzelaussicht stellten. Erst gegen AuSgana ber 50er 3ahre setzte ein neuer kraft­voller Aufschwung ein, getragen von ber Sehn­sucht nach deutscher Einheit (in Hessen und Kurhessen 1859 unb 1860 neue Dcreln-arünbun- gen, so in Rldda. Lich. Bab-Rauheim, Marburg).

An bie bcutschen Turner erging von Schwaben au» ber .Ruf zur Sammlung". Die Gin- labung zu einer gemeinsamen Feier sank) begei­sterten Wiberhall in allen Vereinen. Gegen 1000 Turner auS allen Teilen des deutscheii Vater­landes trafen sich in dem freisinnigen Städtchen Ko bürg zum 1. Deutschen Turnfest. Und hier ist auf dem mit dem Fest verbundenen Turn- tage am 17. 3uni 18 60, also vor jetzt 70 3ahven, die

Deutsche Turnerschast geboren worben, alS eine Vereinigung von etwa 30 000 Turnern.

Aus dem kleinen Bund der Drcißlgtausend ist in stetigem Entwickeln, Wachsen und Werden heute eine Millionenorganifation geworden. Die vor zwei 3ahren zu ihrem 14. Deutschen Turnfest in Köln 200 000 Deutsche aller Stämme ver­einigte. Männer wie der Schwabe Th. Ge­org i i, ber Hessensohn Alfreb Maul unb ber Leipziger Dr. Ferbinand Goetz haben als Vor­sitzende daS Steuer der Deutschen Turnerschast mit fester Hand, klarem Blick unb treuem Herzen geführt.

Die Zentren turnerischen Lebens waren In den ersten 3ahrzehnten der turnerischen Bewegung vorwiegend die Stabte. Don bort würbe ber Tumgebanke nach und nach hinausgetragen ausS

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitisch« Religion»gemclnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Subanlage). Samstag, den 21. Juni. Vorabend: 7.45 Uhr; morgen» 8.30; abend» 9 unb 9.40 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 21. Juni. Freitagabend 7.45 Uhr; Samstagvormittag 8 Uhr, Predigt; nachmittag» 4; Sabbatausgang 9.40. Wochengottesdienst: morgen» 6.30, abend» 7.15 Uhr.__

Verantwortlich für Lokale»: I. D.: Dr. Thyriot.

Am Mittwochabend fand im Saale de» früheren Hotels Eiichorn eine von ber Baugenossenschaft 1894 und der hiesigen Bezirksspartasse einbe­rufene Versammlung statt, um Bauinteressenten über Erleichterung und Beschleunigung der An­sammlung von Kapital für Reubau von Eigen­heimen, sowie zur Ablösung von Hypotheken durch die Oessenttichcn Bausparkassen aufzuklären. Auf Wunsch ber Veranstalter hatte bie ötabt- verwattung, bzw. beren Baudezernent, Beigeord­neter Dr. Hamm, bie Leitung der Versamm­lung übernommen, welcher einleitend bemerkte, daß die Bauspardewegung in dem Maße zu­genommen habe, wie die Geldknappheit sich ver­größert habe. DaS Schwergewicht liege in der KteintoohnungSsürsorge. Der Redner streifte bann kurz bie Entwicklung bcS BausparwesenS mit bem Hinweis, daß bie Stadt es begrüße, wenn in ber 3etztzeit, wo bie Gewährung von Baubarlehen außerordentliche Schwierigkeiten be­reite, Mittel unb Wege gesucht würden, um den Kleinwohnungsbau zu fördern. Hierauf hielt RcgierungSrat Dr. P a b st, Frankfurt a. M., einen sehr interessanten Vortrag übet die öffent­lichen gemeinnützigen Bausparkassen. Der Redner wies zunächst daraus hin, daß Wohnungsnot und Kapitalnot in der Rachkriegszeit Veranlassung gegeben hätten, auch in Deutschland den Weg be» kollektiven Bausparen» zu gehen, unb zwar in Anlehnung an bie Erfahrungen in Englanb unb Amerika. Er schilderte sodann die Grund­begriffe des Baufparens und zeigte In längeren Ausführungen die Organisation der Oeffentlichen Bausparkassen. welche durch die Angliederung an öffentliche Bankinstitute (Sparkassen) besondere Sicherheit gewährleisteten. Gr wies weiter darauf hin, daß Die Bausparkassen ben verschlebensten Finanzierung-bebürsnissen gerecht werden mußten, baß aber eine spekulative Ausnutzung ausge­schlossen sein müsse. Der Rebner beschästigte sich sodann mit bem inneren Ausbau ber Oessent- lichcn Bausparkassen, besprach eingehenb ben Ab­schluß von Bausparverträgen, mit bem Hinweis, daß bas Darlehen nicht höher sein bütfe, als bet Dausparer einzahlen, bzw. abzahlen könne. Er erläuterte sodann bie einzelnen Tarise und ihre Auswirkung, zeigte an Prak­tischen Beispielen bie Finanzierung von Eigen­heimen, um sich bann mit der Abwicklung be» Bausparvertrags zu beschästigen. Es sei be­sonders wichtig, bah bie Darlehenszinsen niedrig gehallen würden, deshalb erhielten die Bau­sparer sür ihre Einzahlungen nur 4 Prozent, bei gleicher Zinszahlung für Daudariehen. Die Ge­währung zinSlofer Darlehen trage zu ungerechter Behandlung innerhalb der einzelnen Dausparer bei. Der Redner besprach bann die Zuteilung von Baubarlehen, erläuterte die einzelnen System» und deren Auswirkung, mit bem Hinweis, bah eine gerechte Zuteilung nur burch das LoS, daS unter Gleichberechtigten entscheiben müsse, möglich sei. Er kam bann auf bie Wartezeiten unb bie Auszahlung des DaudatlehenS zu fprechen, sich dann eingehend mit ber Rückzahlung ber Darlehen zu beschästigen. Hierbei zeigte er bie Auswirkung wirtschaftlicher Veränderungen BausparerS vor unb nach ber Auszahlung

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die ganze Ein« Stühle und der» ner zu Schei« aiisteifte. Sie 8 zwischen dem icnt regelrechten hrere Personen Dutben. InSgr» Mi. 20 Per»

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