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die Zentrumsfraktion eine Interpellation eingebracht. in welcher auf die Ungesetzlichkeit der von einer Reihe von Gemeinden beschlossenen Inseraten st euer hingewiesen und die Reichsregierung gefragt wird, was sie zu tun gedenke, diese ungesetzlichen Maßnahmen einzelner Gemeinden rückgängig zu machen bzw. zu beseitigen.
Der Antrag des Zentrums auf Beseitigung der Warenhaussteuer hat in parlamentarischen Kreisen starke Ueberraschung ausgelöst, da diese Steuer einen nicht unbeträchtlichen Teil des Deckungsprogramms ausmacht und sie von allen Regierungsparteien, einschließlich des Zentrums, beschlossen worden ist. Allerdings hat sich seinerzeit bei der Beratung im Plenum der Abgeordnete Schlack, der Exponent der Zentrumsgcnossensckaften, außerordentlich scharf gegen die Steuer ausgesprochen. Er erlitt dann vor der Schluhabstimmung einen Rervenzusammenbruch. In der Vorwoche hatte Schlack mit einer Anzahl anderer genossenschaftlicher und gewerkschaftlicher Vertreter eine Besprechung mit Reichskanzler Dr. Brüning. Anscheinend haben sich die maßgebenden Zentrumsinstanzen trotz der damaligen Verurteilung der Opposition Schlacks bereitgefunden, zu einer Beseitigung der besonders auf Drängen der Wirtschaftspartei beschlossenen Steuer die Hand zu bieten.
Eine Antwort an Minister Korell.
Herr Professor Dr. Ern st Horneffer. Gießen, bittet uns um Aufnahme folgender Erwiderung an Herrn Minister Korell:
„In der 64. Sitzung des Hessischen Landtages hat Herr Minister Korell Aeußerungen getan, die mich zu einer Erwiderung nötigem
1. Die Unterstellung, daß ich in meinen sozialpolitischen Vorträgen die „schwersten Beleidigungen gegen die deutsche Arbeiterschaft gebraucht" hätte, weise ich mit Entschiedenheit zurück. Im Gegenteil, ich habe stets die Ruhnießer der sozialen Fürsorge von den schädlichen Auswirkungen der Sozialpolitik sittlich entlastet und allein die fehlerhafte Gesetzgebung und deren Urheber für die eingetretenen sittlichen Schäden verantwortlich gemacht.
2. Mir ist bekannt, daß Kollegen von mir in den Gewerkschaften Vorträge halten, was selbstverständlich ihr gutes Recht ist. Kein Vernünftiger wird ihnen deshalb das Recht zu einer wissenschaftlichen Lehrtätigkeit absprechen. Dann aber kann es in dem Staate der gleichen Rechte mir nicht verwehrt sein, in den Unternehmerverbänden zu sprechen. Die Auffassung, daß die Führer der deutschen Industrie als Staatsbürger zweiter Klasse zu betrachten seien, mit denen zu verkehren ohne weiteres einen Makel anhefte, lehne ich aus sittlichen und politischen Gründen ab. Soll aber der Eindruck erweckt werden, als sei ich ausschließlich in der Großindustrie tätig, so erkläre ich. daß ich ebenso häufig in den Kreisen des Handels, der Landwirtschaft und namentlich des gewerblichen Mittelstandes wirke, der durch die sozialistische Gesetzgebung des letzten Iahrzehnts am meisten bedroht ist. Ich habe auch Vorträge in Kreisen der nicht sozialistischen Arbeiter gehalten.
.3. Der Herr Minister hat erklärt, daß er „sehr bedauere", daß ich „an der Hessischen Universität in Gießen lehren kann". Drei Gründe könnten den Minister zu einem solchen Bedauern veranlassen. Erstens die Ueberzeugung, daß ich aus wissenschaftlichen Gründen der Lehrtätigkeit an einer Universität nicht würdig sei. Darüber zu urteilen fehlt dem Minister jede Befugnis, oa er kein Fachmann ist. Ein zweiter Grund könnte sein, daß ich in meine Lehrtätigkeit in unzulässiger Weise meine politischen Bestrebungen hineinzoge. Dafür aber kann der Minister keinen Beweis erbringen, da ich in meinen Vorlesungen mit keinem Worte meine politischen Ansichten berühre, sondern mich ausschließlich auf den Vortrag der theoretischen Philosophie beschränke. Cs bleibt nur die dritte Möglichkeit der befremdlichen Erklärung übrig, nämlich daß ich wegen meiner politischen Ansichten das Recht zur Lehrtätigkeit an der Universität verwirkt hätte. Dies aber bedeutet nichts anderes, als daß die hessische Regierung nur solche Universitätslehrer wünscht, die sich zu den Parteianschauungen der heutigen Machthaber bekennen oder, soweit das nicht der Fall ist, wenigstens schweigen und sich der politischem Tätigkeit enthalten. Dieser Grundsatz, planmäßig durchgeführt, müßte die Lehrfreiheit der Universität völlig vernichten. Die Erklärung des Ministers verstößt in gröblichster Weise gegen die politische Äeutrali- tät der Hochschule.
Diesem politischen Drucke werde ich mich nicht beugen. Meine Schrift „Frevel am Volk" ist der Anfang eines politischen Kampfes, zu dem ich mich entschlossen habe. In diesem Kampfe werde ich von dem mir verfassungsmäßig zustehenden Recht der freien Rede einen uneingeschränkten Gebrauch machen. Ich werde mir dieses Recht durch meine Zugehörigkeit zur Universität in keiner Weise verkümmern lassen. Die freie politische Meinungsäußerung, die jedem Staatsbürger gewährleistet ist, darf auch dem Hochschullehrer nicht vvrenchalten werden.
gez. Emst Horneffer."
Aus aller Wett.
50. Jublläumslagung
des Verein» für das Deutschtum im Ausland.
Salzburg steht im Zeichen der Vorbereitung für die große Schutzvereinstagung, die zu Pfingsten der Verein für das Deutschtum im Ausland gemeinsam mit seinem österreichischen Verbände dort abhält. Die musikalisch umrahmte Festsitzung am 7. Iuni, bringt einen Festvortrag des bekannten Wiener Historiker Professor Dr. Eibl. Im Hamen der deutschen Volksgruppen in Europa wird Abgeordneter Dr. Brandsch, Rumänien, sprechen. Im Hamen des Ueberseedeutschturns Generaldirektor Hayn, Buenos Aires. In dieser Festsitzung werden auch die Iubiläumsspenden überreicht. Die alljährlich stattfindende festliche Morgenfeier findet auf einer Bergwiese zu Füßen der Hohensalzburg statt. Hach einem hohen katholischen Geistlichen wird Generalsuperintendent Gregor, Memel, als evangelischer Geistlicher sprechen. Die Morgenfeier klingt aus in einem Bekenntnis deutscher Persönlichkeiten der verschiedensten Volkskreise zum Gedanken der Volksgemeinschaft über alle inneren and äußeren Grenzen hinweg. Es werden das Wort nehmen nach Reichskanzler a. D. Dr. Marx und Reichsminister a. D. Dr. Külz führende Vertreter der Landwirtschaft, der Industrie, der christlichen und der
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Welt" wird im Festspielhaus
dargeboten.
Berlin, 19. Mai. (MTB. Amtlich.) Nachdem die Kabinettsberatungen über das Ostprogramm in den letzten Tagen zum Abschluß gebracht worden sind, befaßte sich das Relchskabinell in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und unter Beteiligung des Reichsbankprafidenten Dr. Luther mit der roirt- schaftspolitischen Lage in ihrer Gesamtheit und den vor dec Sommerpause zur Erledigung zu bringenden Vorlagen. Das Reichskabinett war sich darin einig, daß alle Mittel daran gesetzt werden müssen, zurBehebungder Arbeitslosigkeit die wirtschaft nach Kräften zu beleben. Zu diesem Zwecke werden Verhandlungen mit der Reichsbahn- und Relchspostoerwallung eingeleitet mit dem Ziele, möglichst umfangreiche Lieferungsaufträge baldigst zur Ausführung zu bringen. Auch der Wohnungsbau, insbesonders soweit es sich um Kleinwohnun-
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Schulvereins Südmark, Wien, Dr. Groß. Der Landeshauptmann von Salzburg Dr. Rehrl, Fürsterzbischof Dr. Rieder, Salzburg, Universi- tätsprosessor Dr. Günther, Innsbruck. Direktor Treut, Reuyork, die Universitätsprofessoren Dr.
gen handelt, wird durch besondere Maßnahmen gefördert werden. Bereits im Gang befindliche Verhandlungen über die kommunale Umschuldung sollen beschleunigt zu Ende geführt werden. Jur Förderung der Bauwirtschast und Linderung der Arbeitslosigkeit wird auch die Frage der Inangriffnahme und des Ausbaues großer Straften bauten geprüft werden. Der Reichsfinanzminister ist ermächtigt, im Rahmen der Haushaltsmittel alle Lieferungoaufträge unverzüglich in Gang zu sehen. Schließlich berichtete der Reichsfinanzminister über die geplante Gestaltung des A u s g a - bensenkungs- und Spargesehes sowie der Reichsminister für Ernährung und Landwirt- schäft über das in Vorbereitung befindliche S kandardgeseh für landwirtschaftliche Produkte. Die Durchführung dieses Ge- samlprogramms wird ohne Inanspruchnahme neuer Haushaltsmittel erfolgen.
Kampf gegen die Arbeiislosigkeii
Das Reichskabinett beschließt Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft.
Verkehrsfragen im Reichstag.
Noch keine Entscheidung über die Tariferhöhungsanträge der Reichsbahn
Die von der Reichsbahn beantragte Tarif- erhöhung für Massengüter hat die Reichsregie- rung abgelehnt, ebenso aus sozialen Gründen die Preiserhöhung der Arbeiterwochenkarten. Zu der beantragten Erhöhung der Personentarife in mäßigen Grenzen hat sich die Reichsregierung ihre Stellungnahme ausdrücklich Vorbehalten. Die dauernde Beibehaltung der Beförderungssteuer in ihrem bisherigen Umfang wird kaum möglich fein, wenn die Reichsbahn lebensfähig bleiben soll.
Auf dem Gebiet der Wasserstraßen beschränken wir uns im wesentlichen auf die F o r t - sühruna angefangener Bauten. Reue Arbeiten können auch am Mittelland-Kanal zur Zeit nicht begonnen werden. In der Luftfahrt mußten die im Vorjahre stark beschränkten Mittel ergänzt werden, um den deutschen Luftverkehr überhaupt aufrechterhalten zu können. Die deutsche Luftfahrtindustrie kann den Wett
Etappe Sevilla auf dem Südamerikaflug des „Graf Zeppelin."
Glänzender Verlauf der Jährt — Begeisterte Begrüßung in Spanien. Heute früh Start nach Brasilien.
Berlin, 19. Mai. Auf der Tagesordnung der Montagssitzung des Reichstags stand die zweite Beratung des Haushalts des Reichsverkehrsmini st erium s.
Abg. Klönne (Chr.-Rat.) warnt vor zu großer Sparsamkeit bei Kanalbauten. Die hierfür gemachten Aufwendungen dienten zur Entlastung der Erwerbslosenunter- st ü tz u n g. notwendig sei die Fortführung des Rhein-Main-Donau-Kanals. Die Reichsbahn dürfe nicht durch ihren Konkurrenzkampf gegen den Kraftwagenverkehr die Entwicklung dieses wichtigen Verkehrsmittels hindern.
Reichsverkehrsminister von Gusrard hält das von der Reichsbahn im Konkurrenzkampf mit dem Kraftwagenverkehr angewandte System der Kampftarife für nicht unbedenklich ilnter dem beunruhigenden Rückgang des Verkehrs leidet am schwersten die Reichsbahn, die mit so großen Reparationslasten beschwert ist. Die Finanzlage der Reichsbahn ist unter diesen Umständen besorgniserregend.
sozialdemokratischen Gewerkschaften. Ein bekannter österreichischer Politiker wird für das deutsche Gefamtvolk in Oesterreich das Wort ergreifen. Der frühere D.D.A.-Vorsitzende^ Gesandter z. D. von Reichenau und der gegenwärtige Vorsitzende Freiherr von dem Dußche werden im Hamen des V.D.A. ein Gelübde ablegen, dem deutschen Volke durch Opfer und Arbeit weiter zu dienen. Als Redner sonstiger Veranstaltungen sind noch zu nennen der Obmann des Deutschen
Herzlich w iltoirmen in Sevilla.
Sevilla, 19. Mai. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat am Montagvormittag 11.30 Uhr von den Balearen kommend Malaga unter niedrigen Wolken passiert. Es flog dann 1000 Meter hoch an der Sierra Hevada entlastg nicht direkt nach Sevilla und dann zunächst auf Gibraltar, Tanger und Cadiz zu. Gegen Mittag wurde das Luftschiff über Gibraltar gesichtet und 1.30 Uhr hat es Tanger in 400 Meter Höhe überflogen. Um 4.30 Uhr nachmittags erschien das Luftschiff über Sevilla und nahm Kurs auf den Flugplatz. Um 18.40 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde mit den Landemanövern begonnen. 25 Minuten später lag das Flugzeug am Ankermast fest. Eine riesige Menschenmenge begrüßte Luftschiffbe- satzung und Reisende überaus stürmisch. Die Behörden von Sevilla sowie der spanische Flieger- oberst H e r r e r a statteten unmittelbar nach der Landung dem Führer des Luftschiffes ihren Besuch ab, wobei sich die spanischen Teilnehmer an der Fahrt in begeisterten Worten über den bisherigen Verlauf der Reise äußerten. Besonders imponiert hat das Durchfliegen eines Gewitters in der Schweiz, wobei das Luftschiff seine hervorragenden Qualitäten bewiesen hat. Landschaftlich besonders interessant soll der Flug in den Rachmittagsstunden über Spanisch-Marokko gewesen sein. Rach Aussagen der Spanier hat das Luftschiff die ganze Reise nach Sevilla mit nur vier Motoren zurückgelegt, eine Tatsache, die ebenfalls große Bewunderung ausgelöst hat.
Die Landung des „Graf Heppelin" hat die ganze Stadt auf die Beine gebracht. In ununterbrochenem Zuge zieht die Bevölkerung in Autos, Wagen und zu Fuß bis in die späten Nachtstunden zu dem Flughafen, wo das Luftschiff am Ankermast von einem starken Polizeiaufgebot bewacht wird.
Zu Ehren der Offiziere und der Mannschaft des „Graf Zeppelin" wurde ein Bankett veranstaltet. Einige Journalisten versuchten Dr. Eckener zu interviewen, aber dieser lehnte jede Erklärung ab. Dr. Eckener soll jedoch einigen in Sevilla wohnenden Deutschen gesagt haben; daß er diese neue Reise deshalb unternommen habe, weil sie eine endgültige Probe für d i e Errichtung regelmäßiger L u f t f a h r t v e r b i n d u n- gen mit Südamerika darstellt, und auch weil zum ersten Male der Zeppelin den Aequator überfliegt.
Die Passagiere, die an Bord des „Graf Zeppelin" die Fahrt nath Südamerika mitmachen werden, sind heute früh um 5.15 Uhr geweckt worden. Das Luftschiff wird um 7 15 Uhr zum Fluae nach Südamerika starten. Aus Deutschland ist ein FlugzeugmitZOOOPostkartenfürSüd- amerika bestimmt, eingetroffen. Zwei deutsche Flugzeuge sind in Sevilla angelangt, die den Zeppe- lin bis zur spanischen Küste begleiten werden. Oberst Herrera und der Jnfant von Orleans werden an Bord des Luftschiffes die Reife nach Amerika mitmachen.
Flug über den Aequator.
Zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit wird auf der Fahrt des Zeppelin nach Südamerika ein Luftschiff den Aequator kreuzen. Schon einmal, mitten im Kriege, war es beinahe so weit, damals als einer unserer Zeppeline zur Unterstützung der deutschen Truppen in Ostafrika ausgesandt war, aber leider kurz bevor er sein Ziel erreichte, zurück- geholt wurde, weil die Engländer die falsche Nachricht von der Kapitulation Lettow-Vorbecks verbreitet hatten. Der Flug über den Aequator ist deshalb eine symbolische Handlung, er vollendet die Eroberung der Luft durch das Luftschiff, und wenn die Passagiere einige hundert Meter über dem Meere die „ßinientaufe“ vollziehen, so ist das eigentlich der Augenblick, wo das Luftschiff endgültig aus dem Stadium der Versuche heraustritt und sich als vollwertiges, modernstes Mittel in den Dienst des Verkehrs stellt.
Dr. Eckener ist vorsichtig genug gewesen, auch diese Reise als eine Studienfahrt zu bezeichnen. Er will von Vorschußlorbeeren nichts wissen, mit vorbildlicher Zähigkeit und Zurückhaltung verfolgt er Schritt für Schritt feinen Weg und ist dadurch der Gefahr der Rückschläge, die sonst unvermeidlich wären, klug aus dem Wege gegangen. Die Fahrt über Sevilla und Pernambuco nach Rio de Ia- neiro zeichnet aber doch den Weg ab, der künftig die Verbindung mit Südamerika um Wochen abkürzt und dadurch — verbunden mit den Voraussetzungen der Verkehrssicherheit — den Begriff der Entfernungen aus unserem Zeitalter eigentlich herausstreicht. Der Wasserweg zwischen dem afrikanischen und dem südamerikanischen Kontinent beträgt an seiner kürzesten Stelle „nur“ dreitausend Kilometer, ist also sehr viel geringer als die Strecke zwischen Island und Heufundland, ist auch nur ein Teil der Reisestrecke, die von Iapan nach Hordamerika zu überwinden war. Rekorde also gibt es hier nicht zu brechen.
Und doch ist nach dem Hordamerikaslug, nach der Fahrt um die Welt die Landung in Rio de Ianeiro ein weltgeschichtlicher Augenblick: der Sieg des menschlichen Geistes über die Schwierigkeiten der Materie; wir dürfen auch stolz sagen, ein Sieg des deutschen Geistes. Denn an gehässigen Verbuchen, diese letzte Etappe mit Hindernissen zu belegen, hat es nicht gefehlt. Die Franzosen haben das ihrige getan, um dem Zeppelin den Weg nach Südamerika zu sperren. Sie haben es nicht verhindern können, daß ein deutsches Luftschiff den Preis gewann; haben es ebensowenig verhindern können wie die Engländer, die zusehen müssen, wie der „Graf Zeppelin" seine Aufgabe erfüllt, während die englischen Luftschiffe aus den Anfängen nicht herauswachsen wollen und in Friedrichshafen bereits ein neues Schiff auf Stapel Belegt wird, das die Erfahrungen der letzten !ahre fruchtbringend verwertet.
Keßler, Leipzig, Dr. Schüßler, Rostock utib der Rektor der Universität Wien, Gras Gleispach. Ein Festspiel des schlesischen Dichters S)i Christoph Kaergel „Deutsche irren durch
bewerb mit dem Ausland nur bestehen, wenn sie aus Reichsmitteln einen Ersatz für das erhält, was die Industrien des Auslandes an den großen Aufträgen ihrer Länder gewinnen. Für die Förderung der deutschen Luftfahrtindustrie werden in diesem Iahre 7 Millionen angefordert.
Abg. Schumann, Frankfurt a. d. O. (Soz.) ordert ein besseres Zusammenwirken der Der* chieden artig en Verkehrsmittel. Die Reichsbahn vllte ihren Konkurrenzkampf gegen die übrigen Verkehrseinrichtungen nicht wie bisher in einer Weise führen, die geradezu wirtschaftsschädigend wirkt. Die Entwicklung des Kraftwagenverkehrs dürfe nicht künst- lich gehemmt werden. 3m Luftfahrtwesen müsse das Reich sich beschränken auf die finanzielle Unterstützung der großen Verkehrslinien. Es sollten die nötigen Mittel bewilligt werden zur Fortführung der in Angriff genommenen Dinnenwasser- straßen.
Abg. Hartmann (Dnt.) begründet eine Entschließung der Deutschnationalen, in der die Reichsregierung ersucht wird, mit tunlichster Beschleunigung
die Belastung der Straften durch Achsdruck und Gesamtgewicht und die Geschwindigkeit der Lastkraftwagen sowie die Ausdehnung der wagen dergestalt einzuschränken, daft die bestehenden Gefahren für die Wegebaupflichtigen und die Hausbesitzer vermieden werden.
Aba. Groß (Z.) erklärt: Die Personalpolitik der Reichsbahngesellschaft fordere zur schärfsten Kritik heraus. Besonders empörend sei eine der letzten Verfügungen, die den seit vielen Iahren im Dienste der Reichsbahn stehenden Hilfsbeamten die wohlerworbenen Rechte nimmt, sobald sie das 36. Lebensjahr überschritten haben.
Abg. Wieland (Dem.) erklärt: Die hohen Gütertarife hätten nur den Erfolg, daß in immer größerem Umfang die Güterbeförderung auf Lastkraftwagen anwachse. Der Landstrahenbau müsse systematisch vom Reich im Benehmen mit den Ländern geregelt trerden; zu den Kosten müsse der Kraftwagenverkehr steuerlich herangezogen werden.
Abg. Mollath (Wirtschp.) bezweifelt, daß die Umformung der Stückgütertarife auf der Reichsbahn, die man richtiger Tariferhöhung nennen sollte, die erwartete Mehreinnahme von 50 Millionen bringen werde. Eher sei mit Rücksicht auf frühere Erfahrungen auf einen Einnahmeausfall zu rechnen. Die Methoden der Reichsbahn im Konkurrenzkampf mit anderen Verkehrsmitteln führten geradezu zum Kampf gegen den technischen Fo r tschri11. Die Reichsbahn, die wegen ihrer Finarunot die dringendsten Ausgaben für die Verkehrssicherheit unterläßt, übt auf anderenGebieten nicht die notwendige Sparsamkeit.
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Wettervoraussage.
Der hohe Druck über der Biscaya, welcher bis über Deutschland vorgreift, läßt zur Zeit noch keinen Uebergang zu beständigem Wetter erkennen, zumal sein Einfluß mit dem Hinund- herpendeln sowie dem Stärker- und Schwächer- werden gewisse Schwankungen erfährt, dabei bewirken ferner Druckstörungen im Horden durch Zufuhr warmer Luft Bewölkung und vereinzelte Hiederschläge. Mit dem neuerdings einsetzenden Zustrom etwas kühlerer ozeanischer Luft gestaltet sich das Wetter noch veränderlich. Ein- zelne Hiederschläge und stellenweise Gewitterbildung sind dabei nicht ausgeschlossen. Die anfangs noch steigenden Temperaturen gehen wieder noch etwas zurück.
DorhersagesürMittwoch: Aufheiternd, wolkig mit strichweisen Hiederschlägen geteilter« Hafter Art, später leichte Abkühlung.
Aussichten für Donnerstag: Tagsüber wärmer, zeitweise stärker bewölkt, aber auch aufheiternd.
Lufttemperaturen am 19. Mai: mittags 14,5 Grad Celsius, abends 8,6 Grad; am 20. Mai: morgens 8,8 Grad. Maximum 15,6 Grad, Minimum 4,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. Mal: abends 15,8 Grad; am 20. Mai: morgens 11,4 Grad. — Niederschlag 0,3 mm. — Sonnenscheindauer acht Stunden.
Reisewellerdienst.
Garmisch - Partenkirchen. Temperatur 6 Grad, seit gestern vorherrschend kühl, Südwind, Witterung heute: Heiter, seit gestern regnerisch
Baden-Baden. 9 Grad, kühle Aacht, Nordwestwind, heiter, veränderlich mit Schauern.
Westerland aufSylt. 9 Grad, vorherrschend fühl, Nordwestwind, Witterung heute: Regen, seit gestern regnerisch


