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Stus her Provinzialhaupifiadt.
Gießen, den 20. Mai 1930.
Bolkshalleverein Gießen.
Gestern nachmittag sand im Stadthaus, Berg- strotze, die diesjährige ordentliche Mitglieder- Versammlung des Giehener Volks» Hallevereins statt, in der 516 Stimmen vertreten waren. Einstimmie Annahme sand zunächst der nachstehende
Geschäftsbericht über das Jahr 1929:
Die Dollshalle sand im abgelaufenen Jahre wieder für alle möglichen Arten von Deranstal- hingen Verwendung. GS wurden abgc-halten:
11. Mai ein Iohann-Srrauß-Konzert,
12. Mai eine Tagung der Kirchen-Gesangvereine Hessens.
1. bis 16. Sunt eine Hygiene-AuSstellung,
23. Juni ein Wohltätigkeitsfest der Studen- tenhilse,
1. Juli bas Universitäts-Stiftungsfest.
6. bis 14. Juli daS Verbands-Schützenfest,
11. August die VersassungSfeier,
12. Sept, die Jahresfeier der Giehener Schulen, IS: Sept, eine AutomobilauSstellung der Firma Jäger,
15. Sept, eine Geschicklichkeitsfahrt deS ADAC. (Platz).
29. Sept, ein Konzert deS Dessauer KinderchorS, 13. Oktober ein Gauwettkampf im Kunstturnen. Ferner wurde die Dolkshalle während des ganzen Jahre- zu Radfahrerübungen und im Winter zu Tennis- und leichtathletischen Tlebun- gen benutzt.
Die Hygiene-AuSstellung »Der Mensch in gesunden und kranken Tagen" wurde vom Dolks- haNederein in Gemeinschaft mit dem Deutschen Hygiene-Museum in Dresden durchgcführt. Die AuSstelluna war sehr gut besucht und brachte dem DolkShalleverein einen Heberschuh von über 1700 Mk. Die von der Stadt dem Hygiene- Museum gegenüber bereitgcstellte Garantie brauchte nicht in Anspruch genommen zu werden.
Die größte Festlichkeit im Jahre 1929 war das Derbandsschützcnscst. daS in der Halle und auf dem Platz veranstaltet wurde und dem Vernehmen nach auch dem festgebenden Verein einen Lleberschuh erbracht haben soll.
Der Platz wurde gegen eine geringe Abgabe als Schafweide freigegeben, wodurch eine Stärkung der Grasnarbe erreicht wurde.
Bauliche Veränderungen wurden im Geschäftsjahr 1929 an der Halle nicht vorgenommen. ES macht sich jedoch das Fehlen jeglicher Garderobe immer mehr in unangenehmster Weise bemerkbar. Der Einbau einer solchen ist ein unbedingte- Erfordernis und dürste sich auch zweifellos durch die eingehenden Garderobc- gelder bezahlt machen. Sine Benutzung der Volks- Halle im Winter für Veranstaltungen, mit Ausnahme der sportlichen Hebungen, ist im Hinblick auf das Fehlen einer Heizungsanlage unmöglich. Hierdurch entsteht ein beträchtlicher Einnahmeausfoll, ferner auch dadurch, daß die Halle nicht abteilbar ist, damit auch weniger große Veranstaltungen zur Durchführung kommen können.
Da- Inventar wurde durch Reubeschaffung von 1000 Stühlen vermehrt. Den Vorschriften der Feuerpolizei entsprechend wurden die erforderlichen Derbmdungseisen zur Verbindung der Stuhlreihen bei Stuhlkonzerten und dergleichen beschafft und sämtliche Stühle mit
Ringöfen und die Stühle selbst mit fortlaufenden Hummern versehen.
Auch für da« neue Defchäst-jahr liegen eine Reihe Anmeldungen für die Benutzung der Halle und deS Platze- vor. ZirkuS Sarasfani hat den Platz für da- erste Halbjahr zur Abhaltung eine« Gastspiel- gepachtet und einen Betrag von 1000 Mk. durch eine Bankbürgschaft hinterlegt. Ferner ist die Halle vorgesehen für folgende Veranstaltungen:
19. Mai Wohltätigkeit-fest deS FrauenverelnS vom Roten Kreuz für Deutsche über See,
am 29. Mai findet ein Iohann-Strauß-Gast- spiel statt,
1. Juni eine Veranstaltung der Studentenhilfe, 11. August VersassungSfeier,
31. August Posaunenfest,
7. und 8. September Feuerwehrfest,
6. und 7. Dezember eine Lande-- und Provin- zial-Geflügelschau.
Hierbei mutz bemerkt werden, daß die für Mar gelegentlich der Tagung des Rhein-Main- gau - Gastwirteverbandes vorgesehene K o ch - kunstauSstcllung infolge der Anstrengungen der Stadt Mainz nicht in Dietzen, sondern dort stattsindet. Das gleiche trifft für den für diese- Jahr in Gießen vorgesehenen Sängertag des Hessischen Sängerbundes za, der mit Rücksicht auf die geplanten Befreiungsfeiern, zu denen sämtliche Sänger eingeladen sind, und ferner auch im Hinblick auf das große Deutsche Sängerfest, das im nächsten oder übernächsten Jahre in Frankfurt stattfindet, abgesagt worden ist.
Gs ist auch bei dieser Gelegenheit wieder den einzelnen Vereinen nahezulegen, immer und überall dafür einzutreten, daß Versammlungen, Kongresse und Festlichkeiten in Gießen zur Durchführung kommen, wodurch die wirtschaftlichen Verhältnisse und die ©teuertraft gehoben werden und die Volk-Halle noch mehr als seither ihrer Bestimmung zugeführt wird.
Die angeführte vielseitige Verwendungsmöglichkeit der Dolkshalle beweist immer mehr deren Notwendigkeit für eine Stadt wie Gießen. Wenn auch, wie Im vergangenen Jahre, infolge der Zinsverpflichtungen seitens der Stadt Zuschüsse geleistet werden müssen, so ergibt sich doch bei Berücksichtigung der Der» kehrSwerbenden Eigenschaft der Volkshalle, der starken Benutzung der Straßenbahn, den Eingang von Vergnügungssteuern usw., daß diese Zuschüsse direkt und indirekt der Stadt und ihren Einwohnern wieder zugute kommen.
Der Rechnungsabschluß für 1929.
Gegen den Rechenschaftsbericht, der in der D e - triebsrechnung mit einer Einnahme von 33134,04 Mk., einer Angabe von 25 132,77 Mk., mithin mit einem Rest von 8001,27 Mk., in der Der Mögensrechnung mit einer Einnahme von 5058,03 Mk. und einer Ausgabe von 4818,40 Mk.; mithin mit einem Vorrat von 239,63 Mk. ab- schließt, wurden Einwendungen nicht erhoben. Zu Rechnungsprüfern wurden für das Geschäftsjahr 1930 die Herren Beckmann und S ch w i e d e r bestimmt.
Die Auslosung von Anteilscheinen.
Bei der Auslosung der Anteilscheine wurden folge nbe Nummern gezogen: 1947, 406, 1847, 558, 63, 1539, 1983, 1920, 1892, 398, 625, 622, 46, 1753, 106, 246, 1981, 1783, 349, 569, 704, 519, 447, 642, 766, 640, 686, 746, 1556, 1555, 1819, 1580, 1836, 49, 1765, 174, 1524, 1536, 1532, 792, 1545, 1992, 1763, 202, 1574, 124, 1852, 1551, 76, 78.
Der Vorstand
besteht nach dem (Ergebnis der Neuwahl aus folgenden Herren: Beigeordneter Dr. Hamm, den -stadtralsmitgliedern Leop. Mayer, Schwie- der, Nicolaus. Mann, Beckncann, ferner Rentier 2ß i n n, Direktor Mattern und Direktor Erle.
Tonfilm röer unsterbliche Lump".
Trotz dem ungeheuren technischen Fortschritt bleibt auch für den tönenden Film ein Generalproblem seines klanglosen Vorläufers bestehen und wird immer auss neue gelöst werden müssen: das Problem nämlich, einen filmisch brauchbaren Stoss zu finden und zu gestalten; und dieses Problem wird um so wichtiger und entscheidender werden für den Erfolg, je weniger der Tonfilm eine neue «ache ist, deren technische Errungenschaften das Publikum fassungs- los bestaunt. Man gewöhnt sich, wie man am Rundfunk und anderen modernen Dingen gesehen hat, in unserer Zeit das Staunen schnell ab, sozusagen von heute auf morgen; ... und je weniger die Technik als solche mit „Nochnledagewcscncm" triumphieren kann, um so entschiedener wird der Nachdruck auf den inneren Wert, den stofflichen und künst- lerischen Gehalt eines Werkes gelegt werden müssen. Eine Forderung für die allernächste Zukunft; man wird zu verfolgen haben, wie die neueste Produktion sich mit dem Problem auseinandersetzt. Noch ist der Tonfilm technische Sensation genug, daß er da und dort mit einem vorhandenen Operettenklischee auszukommen vermag, wie es der Film alten Stils oft genug (zu seinem Schaden) getan hat. „D e r unsterbliche Lump", Ufafonfilm, beruht auf einem Manuskript von Robert Liebmann und Karl Hartl nach der gleichnamigen Operette von Felix Doermann und Edmund Eysler. Seine Fabel — Kabale und Liebe auf dem Dorfe in Steiermark — schildert, wie ein sehr begabter junger Musiker an der kleinen und menschlich minderwertigen Gesinnung seiner bäurischen Umwelt innerlich zugrunde geht und als Landstreicher verkommt, während sein Werk mit einem gewaltigen Erfolg seinen Namen berühmt macht. Die Handlung gipfelt in der Szene, wie er, verlumpt und unerkannt heimkehrend, der Weihe feines Denkmals beiwohnt, das die „dankbare Gemeinde" ihrem großen, längst totgeglaubten Sohn festlich enthüllt. Die Bearbeiter, die auch sonst nicht allenthalben eine glückliche Hand bewiesen haben, finden nur mit Mühe zu einem (anscheinend unvermeidlichen) happy end, das die Liebenden doch noch vereint. Am besten gelangen der Regie (Gustav Ucicky) die derb-volkstümlichen, heiteren Partien des Buches, die allerlei gutbewegte Tonbildaufnahme ergaben. In den Hauptrollen Liane Haid und Gustav Fröhlich, daneben Hans Adalbert S ch l e 11 o w, Earl Gerhardt, 5 alten ft ein, Henckels, Hörbiger, Weiß- Ferdl und andere. — Der Film läuft feit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses.
--T—
Bornotizen.
— TageskalenderfürDienstag. Stadt- theater: „Meine liebe dumme Mama", 20 bis 22.15 Uhr. — Volksnationale Reichsoereinigung, Ortsgruppe Gießen: Staatsbürgerabend, 20.30 Uhr, Hotel Köhler. — Oeffentlicher Vortrag über „Die wunderbaren Heilerfolge mit Hochfrequenz", 20 Uhr, Hotel „Bayerischer Hof". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Sprech, und Tonfilm „Der unsterbliche
— Aus dem D t a d t t he a t er b u re au wird uns zu der Vornotiz vom vorigen Samstag berichtigend mitgeterlt: . Am Samstag,
17. Mal, stand irrtümlicher Weise in der Vor- Notiz, daß die Vorstellung vom 23. Mai im Mittwochabonnement sei. Die Vorstellung vom Freitag, dem 23. Mai. findet im 5 r c i • tagabonnement statt. Dagegen findet die DorsteUung vom 22. Mai (DonnerStag) im Mtttwochabonnement statt. — Beginn der heutigen Premiere (Abschiedsvorstellung Onge Scherer und Hans Tannert) um 20 Uhr. Letzte Vorstellung im DienStagabonnement.
•
"Don der Feuerwehr. Bei der gestrigen älebung der Feuerwehr wurde dem KreiS- feuerwehrinspettor August Dickorö durch Drandirektor Braubach mit Worten der An- 'crkennung für seine jahrzehntelange Dienstzeit bei der ZreiwiUigen Feuerwehr das vom Deutschen Feuerwehr-Derband verliehene Deutsche Feuer» Wehr-Ehrenkreuz überreicht
•• Oeffentlidje Hand und Bautätigkeit. Zu diesem Bericht in unserer vorigen Samstagausgabe wird uns von der Stadtverwaltung mit- geteilt, daß die in jener Zusammenstellung der Stadtverwaltung angegebenen Geldmittel für die Bauarbeiten tn den Zähren 1928 und 1929 nicht nur für den Wohnungsbau, sondern für den gesamten Baumarkt aufgewandt wurden.
" Maienblasen. Bet dem am morgiges Mittwoch 19 Uhr vom Turme der Johanne-^ kirche stattfindenden Maienblasen bringt der 23er» ein für christliche Musik folgende Stücke zum Dortrag: 1. Choral: .Run danket alle Gott", von I. Krüger, 1641. 2. .Die Rächt", von Abt. 3. .Abschied vom Walde", von P. Mendelssohn» Dartholdy, 1809—1847.
•• Fliegerbesuch im Gießener Flughafen. Don der Luftfahrt Ueberwachungsftell« Gießen wird mitgeteilt, daß der Flugzeugführer Gauß, der im vorigen Jahre mit seiner roten Maschine vorübergehend in Gießen weilte, gestern mittag, von Krefeld kommend mit einer neuen Maschine auf dem Flugplatz in Gießen zu einem Mehrtägigen Aufenthalt eingetroffen ist.
• Ein kleines Schadenfeuer entstand gestern gegen 18.40 Ahr im Laboratorium deS Chemischen Instituts. Dort war in einem Abzugkanal ein Balkenbrand entstanden, der zum Glück noch rechtzeitig bemerkt wurde Die sofort her- ,beigeeilte Feuerwache entfernte den brennenden Balken und beseitigte damit jede Gefahr. Um 20.07 Uhr rückte die Wache im Depot wieder ein.
•• (Ein Militär-Großkonzert findet am kommenden Sonntagnachmittag im Schloßpark- theater zu Marburg statt. Dort werden vier Musikkorps des Jnf.-Regls. 15 unter Leitung des Heeresmusikinspizienten Major Schmidt ('.Berlin) konzertieren. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Berliner Börse.
Berlin, 20. Mai. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühoerkehr war eine zuverlässige Tendenz infolge großer Geschäftsstille noch nicht zu erkennen. Die Stimmung für Effekten scheint aber weiter freundlich zu sein, wirklich Interesse ist aber wohl nur für festverzinsliche Werte vorhanden. Kurse wurden noch nicht genannt._______________________
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Gestern wurde unsere Annelore geboren!
3n dankbarer Freude
Otto Stumpf und Frau 3rma, geb. Weisel
Garbenteich, den 20. Mai 1930
(z. Z. Gießen, Et.-Iosephs-KrankenhauS)
3869 D
Gesundes Mädel angekommen!
Dr. Gonter und Frau Hilde, geb. Feiger
Gießen, den 17. Mai 1930
03357
Der Voranschlag der Gemeinde äesiel- bach für Rj. 1930 liegt vom Mittwoch, dem 21. Mai, ab eine Woche lang, bis einschl. Dienstag, den 27. Mal 1930, zur Einsicht auf hiesiger Bürgermeisterei offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beb zutragen haben. 3870D
Hessische Sürgermeifterei Kesselbach. Weber.
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DaS richtige oberb- Landbrot «Diensiagu. Freitag) KrauterdauS Schulstratze.
Schloßpark-Theater
Marburg
Sonntag, den 25. Mai 1930, nachmittags 4 Uhr:
Militär-Großkonzert
ausgeführt von den vereinigten Musikkorps des I. (Hess. Grenadier-) Ball Gießen, des II. (Thür.) Batl. Eisenach, des III. (Jäger-) Batl. Kassel und des Ausbild.- (Hess.) Batl. Marburg des 15. Infanterie-Regiments, unter Mitwirkung des Spielmannszuges des Ausblldungs-Batl.
Leitung: Heeresmusikinspizient Major Schmidt, Berlin
Sitzplätze: 1. Platz Mk. 200 - 2 Platz Mk. 1.50, - Stehplatz Mk. 0.75.
Vorverkauf: Elwertsche Buchhandlung, Reitgasse, ab Montag, den
19. Mai, 10-13 und 15-18 Uhr. 3861D
Dr. Meyerhof!
verreist am 23, Mai 1930
Vertreter die Herren:
Dr. Geyer Dr. Pioch Dr. Steinreich Dr. Stuhl
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tn Holz und Peddigrohr [03378
jnl öenlel, 5ohä 14 b.18
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