Ausgabe 
19.12.1930
 
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Die neuen Richtlinien für KommimMedile

Severing spricht im preußischen Landtag

fragen wir, ob sie nicht schamrot der Bundesgenossenschast mit einer unter nationalsozialistischer Finna idee untergräbt und anarchistischen digt. (Unruhe und Zuruse rechts.)

werden bei Partei, die die «Staats* Ideen hui-

Abg. Ebersbach (Dn.) erklärt, die preußische Regierung habe keinen Grund zum Stolz daraus, daß sie die Reichsregierung in ihren Maßnah­men unterstützt hat. Der in der Notverordnung bestimmte Gehältsabbau der Beamten sei nicht zu rechtfertigen: auch nicht mit dem Hinweis auf die Gehaltskürzung in Italien.

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Obwohl Zentraleuropa im Bereich sehr hohen Druckes liegt, so haben trotzdem Randstörungen des ausgedehnten nördlichen Liess ihve Warin- lüft bis nadb Rord- und Mitteldeutschland vor­geschoben. Namentlich im westlichen Teil des Reiches und im Rordseekustengebiel sind infolge­dessen die Morgentempera.uven bis 3 Grad über Rull angestiegen und Riederschläge traten als Regen auf. Mit dem weiteren Herantransport ozeanischer Luft wird sich der hohe Druck zu­nächst abschwächen und in ihrer Begleitung stei­gen die Lempera.uren an, wobei zeitweise Nieoer- schtäge auftreten.

Aussichten für Samstag: Neblig-trübe, mild. Temperaturen nachts um Null, zeitweise Niederschläge.

Lufttemperaturen am 18. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends1,5 Grad: am 19. Dezember: morgens0,1 Grad. Maximum 3,1 Grad, Mini­mum 1,9 Grad. Erdtempcraturen in 10 cm Tiefe am 18. Dezember: abends 0,8 Grad: am 19. De­zember: morgens 0,6 Grad Celsius.

Amtliche Dinlersporlnachrichlen.

Vogelsberg: Nebel, 4 Grad Celsius, 10 cm Schnee, verharscht; Sportmöglichkeit vorhanden.

Sauerland, Winterberg: Leichter Schnee­fall. 3 Grad Celsius, 24 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln gut.

Schwarzwald, Feldberg: Klar, 6 Grad Celsius, 25 cm Pulverschnee; Ski und Rodeln sehr gut

gen über die Kürzung der Gehälter der Reichsangestellten statt. Die Reichsrcgie- rung wollte auf Grund des 8 5 der Rotverord­nung vom 1. Dezember 1933 auch sämtlichen Reichsangestellten die Gehälter um 6 Prozent genau so wie den Beamten türwu Die Gewerk­schaften haben diesen Gehaltsabbau im Hinblick auf die hohe Belastung der Angestellten durch die Eoziatvcrsicherungsb.i^r.'ge diese betragen rund 13 Prozent des Gehalts abgelehnt. Das Reichssinanzministerium hat daraus auch im Auf-

Beileidskundgebungen zum Tode Rauschers.

Berlin 18.Dez. (WTB.) Der Herr Reichs­präsident hat der Gattin deS verstorbenen deutschen Gesandten in Warschau, Frau Rau- scher, telegraphisch seine Teilnahme aus- geiprochen. _ _

Der Reichskanzler hat an Frau Rau­scher nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: Mit aufrichtiger Trauer habe ich die Nachricht von dem H.nscheiden Ihres Herrn Gemahls er­halten. Zu dem schweren Verlust, der Sie be­troffen hat, spreche ich Ihnen, zugleich im Namen der Reichsregierung, innige Teilnahme aus. Der Verstorbene hat bis zu seinem Tode in verschie­denen hoben Staatsstellungen mit seiner ganzen Kraft und seinem reichen Wissen und Können dem Daterlande erfolgreiche Dienste geleistet. Der Tod hat seinem Wirken viel zu früh ein Ziel gesetzt. Die Rcichsregierung wird dem Ver­storbenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren."

Reichsininister des Auswärtigen Dr. Curtius iiat der Gattin des Verstorbenen sein Beileid in olgendem Telegramm zum Ausdruck gebracht:Ties ewegt durch die erschütternde Nachricht von dem Ableben Ihres verehrten Herrn Gemahls, der sich im Dienste um unser Vaterland aufgerieben hat, möchte ich Ihnen zugleich im Namen des Auswär­tigen Amtes zu dem schweren Verlust meine herz- lichste Anteilnahme aussprechen. Das Auswärtige Amt wird dem Verstorbeneii in dankbarer Erinne­rung an seine wertvolle Mitarbeit stets ein ehren­des Gedenken bewahren."

Ferner hat der preußische Ministerpräsident Dr. Braun der Gattin des Verstorbenen ein herzliches Beileidsschreiben zugchen lassen.

Das Hinscheidcn des langjährigen deutschen Ge­sandten Rauscher hat in der deutschen Kolonie in Warschau tiefe Bewegung und Teilnahme hervor- gerufen, doch auch in polnischen Kreisen wird der Tod des Gesandten allgemein bedauert.

Oer Preisabbau bei der Post.

Berlin. 18.Dez. (WTB.) Der Arbeitsaus­schuß des Verwaltung 3rats der Deiitschen Reichs- Post beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit d-er Vorlage des RZchßpostministeriums über die Senkung verschiedenerGebühren- sähe. Die Verhandlungen werden morgen vor­mittag fortgesetzt.

Die Vorlage, die sich im Rahmen des finanziell Möglichen halten und im (Sindang mit dem Preis­abbau stehen mußte, gebt davon aus, daß die Wirtschastsdepres।ion bei der Deu scheu Reichspost bis zum 31. März 1931 einen Einnahmeausfall von etwa 120 Millionen Mark bewirken dürfte und daß die bei Kürzung der Beamtengehälter eingesparten «Summen in vollem Umfang der Reichska se überwiesen werden müßten. Infolge­dessen bleibe für die Gebührensenlung nur em Betrag von rund 40 Millionen Mark übrig. 3m einzelnen entnehmen wir der Vorlage:

Das Deichspostministerium hat sich in erster Linie von dem Gedanken leiten lassen, daß die Werbetätigkeit der Industrie und des Handels verbilligt werden muh. Die Einführung einer 20 - G r a m m st u s e f ür Drucksachen und eines Vierpsennig- tarises für die Drucksachen bis 20 Gramm bildet demnach das Hauptftück der Vor­lage. Die Gebühren für Postwurssendun- gen sollen auf zwei Pfennig ermäßigt, und bei den Paketen von mehr als 10 Kilogramm Gewicht die Kilogrammzuschläge für die zweite bis fünfte Zone um 5 bis 10 Pf. herabgesetzt wer- »den. Die Gebühren für ein Paket von 20 Kilo­gramm würden sich also in der 2. Zone um 50 Pf., 7in den weiteren Zonen um je 1 Mk. ermäßigen. Bei telegraphischen Postanweisun­gen soll die Mindestgebühr auf 2,53 Mk. her- untergesetzt und die Staffelung von 53 zu 50 Pf. bis zur 1000-Mk.°Grenze durchgesührt werden. Bezüglich der telegrapf.isckon Aufträge im Post- scheckverkehr ist eine Ermäßigung um 50 Pf. für jeden Auftrag beabsichtigt. Für dringende Telegramme soll nid)t me r das Dreifache, sondern nur noch das Doppelte der^wöhn- lichen Telegradhengebühr erhoben, der Mindest­satz sür ein Brieftelegramm von 1,50 Mk. auf 1 Mk. herabgesetzt werden.

Die Fernsprechordnung soll sich insofern ändern, a's künftig die Grundgebühr von 8 Mk. für Ortsnetze gelten soll, die bis zu 400 000 Hauptanschlüsse haben. Vis jetzt lag die Grenze bei 300 000 Hauptanschlüssen. Die monatlichen Pauscha'gcbübrcn für Ausnahme-Querverbindun­gen, die Gebühren für Anschlußdosen und deren Leitungeii, die Gebühren für Ferngespräche bei einer Entfernung von 25 bis 50 Kilometer sollen teilweise ermäßigt, und für dringende Fernge­spräche soll nicht mehr daS Dreifache, sondern nur noch das Doppelte der Einfachgebühr in Rechnung gestellt werden.

Oie Rcichsregierung kündigt den Angestetttentarif.

Eigener Drahtbericht desGieß. Anz."

Berlin. 19. Dez. Die Richtlinien, die die Gemeinden und Gemeindewesen, sowie die Länder bei der Kreditaufnahme einzuhalten haben, ind jetzt veröffentlicht. Die allgemeinen Bestim­mungen sehen vor, daß

Anleihen und Darlehen von Gemeinden nur zur Deckung außerordentlichen Bedarfs und im allgemeinen nur für werbende Zwecke aufgenommen werden dürfen. Vorbedingung Ht in cdern Falle, daß ihre Rückzahlung b e i F ä l ° ligkeitgesichert ist. Die Regierungen der Lan­der sollen den Gemeinden die Verpflichtung auf- erlegcu, den Erlös aus Anleihen und Darlehen nur zu dem bei der Genehm igung an­gegebenen Zweck zu verwenden und m den außerordentlichen Haushalt einzustellen. Gemeinden sollen zur Sicherung eigener Anleihen und sonstiger Kredite grundsätzlich keine Spezialver­pfändung gewähren. Auch die öffentlich-recht­lichen Anstalten werden bei der Gewährung von Anleihen und Darlehen an die Gemeinden weder Spezialoerpfändungen, noch Bürgschaften anderer Gemeinden verlangen. Kassenkredite lind ähnliche Geschäfte unterliegen nickst der Genehmiguna durch die Landesregierung, es sei denn, daß es sich um die Aufnahme von Auslandskrcditen handelt. Kom­munale Kreditinstitute werden, soweit sie für den öffentlichen Markt bestimmte Anleihen aufnehmen, den Gemeinden gleichgesetzt, haben sich also auch nach diesen Bestimmungen zu richten. Was

die Schuldenaufnahme Im Jnlande anbelangt, so werden die Regierungen der Länder zustimmende Entscheidungen nicht treffen, wenn Die Kreditaufnahme der pfleglichen Behandlung des Geld- und Kapitalmarktes widerspricht. Vor der Genehmigung der Landesregierung ist ein ent­sprechendes Gutachten des zentralen Kreditausschusses bet dem kommunalen Spitzen verband oder Fachverband, dem die betet-

Aus aller Wett.

Vulkanausbruch auf Java.15 Tote.

Batavia (Java), 19. Dez. (WTB. Funksoruch.) Der Vulkan Merapi im Mittelpunkt Javas, der seit 10 Wochen Zeichen wachsender Tätigkeit ge­geben hat, befindet sich jetzt in vollem Aus­bruch. 15 Todesopfer sind bereits zu beklagen. Ein Strom glühender Lava fließt aus dem Krater in die benachbarten Täler. Unterirdisches Grollen und dichter Aschenregen erfüllte die Dorfbevölkerung in der Gegend des Vulkans in letzter Zeit mit gro-

Wenn ich sie verbieten will,, dann genügt dazu ein Entschluß! (Rufe:Der starke Mann!") Ich habe Verständnis für Studenten und es berührt mich nicht, wenn Berliner Studenten singen:Alle Ringe rollen, bloß der Severing nicht!" (Heiterkeit.) Wenn aber ein Mann wie Geheimrat B a u m g a r- t e n in der übelsten Weife als Landesverräter be- schimpft wird, wenn junge Studenten gewaltsam bestimmte Professoren an ihren Vorlesungen hindern wollen, dann ist es die Ausgabe der Polizei, rück­sichtslos gegen die Ordnungsstörer einzuschreiten.

Hinsichtlich der Notlage der Gemeinden verwies der Minister auf seine Ausführungen auf dem Landgemeindetag und im Staatsrat. Preußen halte es für notwendig, Mittel der Krisenfürsorge auch zum Teil für die Wohlfahrtserwerbslosen zur Verfügung zu stellen. Der Obcrpräsident Haas, dessen Abberufung die Deutschnationalen fordern, habe sich lediglich an Versammlungen beteiligt, die der Abwehr der faschistischen Gefahr dienten. Wer in dieser Heit der aUgemeinen Panikstimmung den Weg zur ruhigen Besinnung zeige, werde nicht ge­rüffelt. Er gehöre vielmehr zu den besten Beamten.

Oie Parteiredner.

Abg. Bord (Dn.) erklärte, seine Fraktion habe die Begründung des Mihtrauensantrags gegen 3n- nenminifter Severing auf Grund feiner Ausführun­gen etwas geändert, ziehe ihn aber nicht zurück, da der Minister den Film einhohes Lied der Ka- meradsck)aft und Tapferkeit" genannt habe.

Abg. Kube (Rats.) erklärte: Der verstorbene sozialdemokratische Parteivorsitzende und Reichsprä­sident Ebert hat es als einen Grundsatz der neuen Republik verkündet, daß niemand wegen seiner politischen Ueberzeugung aus dem Amte entfernt werden soll. Ich achte den Minister Severing als einen absolut anständigen und ehrenhaften Men- fchen und Politiker und frage ihn deshalb, ob er Den Grundsatz Eberts nicht auch auf Nationalsozia­listen anwenden will. Wenden müssen wir uns gegen die Rundfunkrede des Ministerpräsidenten Braun, der im Gegensatz zu Severing nur der Pro­totyp seiner Partei ist, während Severing das Recht auf die eigene Persönlichkeit behauptet. (Rufe der Komm.:Kube und Severing Arm in Arm!") Nein, aber wir sind zu unseren gefährlichsten Geg­nern am ritterlichsten!

Abg. Lindner (Christl.-so^. Volksdienst) er­klärte, eine gesetzliche Arbeitsdienstpflicht sei nicht durchführbar, wohl aber könne durch eine frei­willige Arbeitsdienstpflicht viel Gutes geschaffen werden. Unbedingt notwendig sei eine Be­kämpfung der gefährlichen Landflucht durch Schaf­fung gesunder Lebensverhältnisse auf dem Land« und durch strikte Fernhaltung polnischer Land­arbeiter. Der Redner spricht die Erwartung aus, daß der Vertrag mit der evangelischen Kirche recht bald zustande komme.

Abg. Dr. Hamburger (Soz.) erklärte, der Terror in Polen sei im höchsten Maße verab­scheuungswürdig; er richte sich aber nicht allein gegen die Deutschen, sondern ebenso gegen die polnischen Sozialisten. Die Deulschnalionalen be­finden sich den Nationalsozialisten gegenüber im Zustand der Hörigkeit. Diejenigen Deutschnatio­nalen aber, die als alte Konservative ein Leben lang einer respektablen Slaatsidee gedient haben,

ligte Gemeinde oder das beteiligte kommunale Kre­ditinstitut angehört, herbei§uführen. An den Be» ratungen des Kreditausschusses nehmen je ein Vertreter des Reichsfinanzministers, deS Reichs- wirtschastsministers, des Reichsbankdirektoriums und der zuständigen Landesregierung teil, wobei dem Vertreter des Reichsfinanzministers ein Veto­recht zusteht. Für

Kredite im Auslande

gelten die Richtlinien vom 21. Oktober 1927 mit einigen Aenderungen weiter. Diese bestehen vor allem darin, daß die Beratungsstelle für Ausland- anleihen im Reichsfinanzministerium von der Prü­fung des Verwendungszweckes der aufzu­nehmenden Auslandanlcihen absehen wird, wenn die das Gutachten einholende Landesregie­rung erklärt, daß der Verwendungszweck den An- forderungen der Richtlinien entspricht. Der Be­ratungsstelle treten für die Beratung von Anleihe­fragen der Gemeinden usw. als stimmberechtigte Mitglieder zwei kommunale Finanzsachverständige bei. Der Antrag auf Befürwortung eines Anleihe­oder Kreditvorhabens gilt als abgelehnt, wenn drei Mitglieder gegen ihn stimmen.

Es folgen bann eine Reibe abschließender Bestim­mungen, so u. a. darüber, daß

die Regierungen der Länder auf ble Hypo­thekenbanken einwirken, daß sie den Ausland­verkauf geschloffener posten von Kommunal­obligationen dann nickst vornehmen, wenn die Beratungsstelle für Auslandanleihen einen sol­chen verkauf nicht befürwortet.

Ferner sollen sie bei der Ausgabe von Kommunal­obligationen im Inlands die Empfehlungen des Reichsfinanzministers hinsichtlich Zinsfuß und Aus­gabekurs beachten. Diese Bestimmung hat also den Zweck, die Hypothekenbanken an eine einheitliche Zinspolitik zu halten. Die neuen Richtlinien gelten bis zum 1. A p r i I 1 9 3 3.

Berlin, 19. Dcz. (ERB. Eigene Meldung.) Zwischen Mm Reichs'inanzministcrium und den am Tarifvertrag der Reichsangestellten beteilig­ten Organisationen fanden gestern Derhandlun- ? ü ra u n g der Gehälter der stellten statt. Die Reichsrcgie-

Der Preußische Landtag setzte gestern die allgemeine Aussprache zur ersten Beratung deS Haushalts für 1931 fort.

Innenminister Severing,

der sogleich das Wort nahm, wurde von den Na­tionalsozialisten mit dem Zuruf:Der Gummi- knüppeldittatvr!" empfangen. Der Minister führte zunächst die Gründe an, aus denen er sich nicht an der Aussprache über den ersten gegen ihn ge­richteten Mitztrauensantrag beteiligt habe. 'Ich bin", so erklärte der Minister,dn Anhänger des parlamentarischen Systems. Gerade darum aber wende ich mich gegen das Zerrbild des Parlamen­tarismus, das in der Häufung von Mißtrauens­anträgen zum Ausdruck kommt. Die Mini­ster sollten, es grundsätzlich ablehnen, sol­chen Verzerrungen des Parlamentarismus noch eine besondere Folie durch ihre rednerische Beteiligung zu geben. (Beifall bei den Regie­rungsparteien.) Der Mißtrauensantrag gegen mich wird jetzt damit begründet, daß ich mich über die Vorführung der amerikanischen Fassung des Remarque-Filmes lobend geäußert hätte. Tatsächlich habe ich mich über diese Vorführung überhaupt nicht geäußert. (Hört! Hört!) Es ist nicht wahr, daß die Vorführung des Remarque- Films sofort die Empörung der nationalgesinn­ten Kreise hervorgerusen habe. Bei der ersten und bei der zweiten Vorsührung zeigte sich kei­nerlei Empörung und die bei der dritten kann nicht natürlich gewesen sein. (Heftiger Wider­sprach rechts.) Wer sich von dem Gefühl Innerer Empörung über einen Film leiten läßt, der bringt nicht vorher weihe Mäu'e und Blindschleichen mit. (Sehr gut! bei den Regierungsparteien.) Ganz unabhängig von der Beurteilung des Fil­mes hat d'.e Polizei dafür zu sorgen, daß Haus­friedensbrecher aus den Theatern entfernt wer­den. Hätte die Polizei die Demonstrationen ge­gen den Remarque-Film zuge.'assen, dann würde oemonftriert werden gegen ein Schillerdrama, das pazifistische Stellen enthält. Die Demonstranten gegen den Film scheinen ihn oder den Krieg nicht zu kennen. Dieser Film ist ein hohes Lied auf deutsche Kameradschaft und Tapferkeit! (Lärm und Widerspruch rechts.) Wenn die National­sozialisten rufen, Hitler stehe vor den Toren Berlins, so meine ich, er soll ruhig eintreten, er bekommt sonst kalte Füße. (Heiterkeit.) Von den Deutschnationalen ist gegen, das Deinon - strationsverbot protestiert worden, das der Regierungspräsident in Oppeln erlassen hat. Dieses Vcroot ist erlaßen worden nach dem vor­herigen Einverständnis aller örtlichen Parteien, von den Nationalsozialisten bis zu den Kommuni­sten. (Abg. Kasper (Korn.): Das ist gelogen, die Kommunisten waren nicht damit einverstanden! Der Zurufer erhielt einen Ordnungsruf.) Wenn behauptet wird, es sei an eine Heranziehung des Reichsbanners zur Unterstützung der Po­lizei gedacht, so ist das vollkommen falsch. Der «Schuh der staatlichen Einrichtungen ist Sache der staatlichen Organe. An diesem Grundsatz wird In Preußen nichts geändert. Wir brauchen weder auf das Reichsbanner, noch auf Irgenbetiie antere Or­ganisation zurückzugreifen. Was wäre ich für ein elender Stümper als Polizeiminister, wenn ich er­klären müßte, daß die «Schutzpolizei zur Erfüllung ihrer Ausgabe nicht ausreiche. Die preußische Po­lizei ist ihrer Abgabe gewachsen und ihr Ausbau soll auch in diesem Winter nicht geändert werden. Die kommunistisch: Anfrage, ob mir bekannt sei, daß eine nationalsozialistische Stelle im Berlin Po- lizeiersah nach Thüringen vermittle und daß ein Abkommen zwischen den Führern der national- sozialistischen Sturmabteilung und dem Ministe­rialdirektor Klausner vom Innenministerium be­stehe, kann ich nur mitNein" beantworten.

9m Preußischen Innenministerium entscheidet nicht der Ministerialdirektor, sondern der Minister. Es ist auch nicht wahr, daß wir aufprivateOrgani- Nationen für den Grenzschutz zurückgreifen müßten. Dazu reichen die staatlichen Organe aus. Unser Dank gebührt der Polizei für das, was sie in den letzten schweren Monaten geleistet hat. Auch das Offizierkorps der Polizei ist st a a t a t r e u und wird in jeder Situation seine vaterländische und republikanische Pflicht erfüllen. Um dem Dank an die Polizei auch einen sichtbaren Ausdruck zu geben, wollen wir vom 1. Februar 1931 ab ben Exekutivbeamten wenigstens einen Teil des Gehaltsabzugs wieder ersetzen. (Beifall.) Die Natio­nalsozialisten irren, wenn sie meinen, daß ich Ma- 1 terial für das Verbot ihrer Organisation sammele.

her Besorgnis. Der L a o a st r o m ist ungefähr 200 Meter breit und über 20 Meter h o ch. Er hat eine Strecke von fast acht Kilometer zurückgelegt. Die 15 Menschen, die er überraschte, verrichteten in der Nähe eines Dorfes Feldarbeiten. Sie wurden von dem glühenden Strom so schnell eingeschlossen, daß sie ihm nicht mehr enL rinnen konnten. Weite Flächen fruchtbaren Landes sind in eine Wüste verwandelt worden. Die Bevölke­rung in den benachbarten Dörfern ist aufgefordert worden, sich zur Flucht bereitzuhalten. VieleDör- fer wurden bereits geräumt.

Wirbelsturm über Algerien.

Paris, 19. Dez. (WTB. Funkspruch.) Gestern ging über Algerien nach monatelanger Dürre ein Wirbelsturm nieder, wie man ihn feit 1898 nicht mehr erlebt hat. Sämtliche Verbindun­gen von dex Küste zum Landesrirnern sind unter­brochen. Man rechnet mit einem gewaltigen Schaden. Allein im Hafen von Algier wird der durch das Unwetter angerichceie Schaden auf 30 Millionen geschützt. Es steht noch nicht fest, ob Personen ums Leben gekommen sind.

Petroleum-Tankschiff auf der Donau in Flammen.

Auf einem großen Petroleum k s ch i f f auf der Donau ist gestern früh ein Brand ausge­brochen. Der Schleppdampfer hatte drei Petroleum- tanks nach Budapest zu schleppen und war in der Nähe von Pancsova vor Anker gegangen. Durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Laterne wurde die Ladung des einen Schiffes in Brand gefetzt. Der Kapitän fand den Tod in den Flammen. Ein Matrose wurde schwer verletzt. Die beiden anderen Tankschiffe wurden sofort auf das andere Ufer der Donau gebracht.

Soubfoffe Ende.

Alexander Soubkof f, der in Luxemburg als Tellerwäscher tätig ist, soll in letzter Zeit Zeichen von Geistesstörung gezeigt haben. Da seine Heilung wenig wahrscheinlich ist, spricht man davon, ihn zu internieren. Man hat die Zu­stimmung feiner Familie dazu erlangt. Seine in Bonn wohnende Mutter soll vor einigen Tagen in Luxemburg eingetroffen fein, um sich über das Be­finden ihres Sohnes zu unterrichten. Soubkoff ist bekanntlich der geschiedene Mann der verstorbenen Prinzessin Viktoria von Preußen, Schwester des ehe­maligen Kaisers.

Reicher Kindersegen.

Dem Ehepaar Weißhaar in UeberloSheim (m Hunsrück wurde dieser Tatze das 19. Kind ge­boren. Die Mutter ist heute 36 Jahre alt. Das älteste Kind ist 19 Jahre alt, 11 Kinder leben noch. Die Familie wohnte jahrelang in einem dürftigen Wohnwagen: das Wohlfahrtsamt hat den Kinderreichen ein neues Haus erbaut Detz Mann ist augenblicklich arbeitslos.

.Berliner Börte.

Berlin, 19. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der heu­tige Frühverkehr lag geschäftslos und abwartend, die Spekulation zeigte naturgemäß nach den Vorgängen an der gestrigen Börse Zurückhaltung. Falls keine weiteren Verkaufsaufträge an die Märkte gelangen, dürfte allerdings auf dem niedrigen Niveau eher mit einigen Deckungen zu rechnen fein. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,60 London gegen Mailand 92,74, London gegen Spanien 45,35, London gegen Kabel 4,8571, London gegen Berlin 20,3613, Kabel gegen Berlin 4,1920.

Oie Wetterlage.

trag der Deutschen Reichsbahngesel.schäft und der Reichsbanl das Gehaltsabkommen zum Reichsangestelltentarif zum 31. Ja­nuar 19 31 gekündigt. Die Vertre­ter Preußens erklärten, daß Preußen sich diesem Vorgehen anschliehen werde. Die Gewerkschaften fordern, daß die der Arbeitslosenversicherung unterliegenden Angestellten von der Gehalts­kürzung ausgenommen werden.

Wettere Besserung im Befinden poincarss.

Pari-, 18.Dez. (WTB.) Nach einer Unter­suchung hat der Hausarzt PoincareS in einem um 10 Uhr au-gcgcbcncn Krankheitsbericht ausdrücklich bestätigt, daß die Besserung im Besinden des Kranken anhält. Vor der Untersuchung, die morgen vormittag unter Hinzuziehung des Professors Guillain stattfindet, wird kein weiterer Bericht ausgegeben.