Ausgabe 
19.7.1930
 
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Das Gießener Viehhofprojekt als Arbeitsbeschaffungsprogramm.

ihren Mitarbeitern für die wohlvorbereitete Füh­rung. Es sei ihm eine große Freude, daß die Gründung des Provinzialverbandes und damit der Zusammenschluß der ehemaligen Schüler aller oberhessischen landwirtschaftlichen Schulen ge­lungen sei. Der Zusammenschluhgedanke fei dank der Vorarbeiten von Landwirtschafts-Assessor Dr. Döcher (Grünberg), dem Geschäftsführer des Verbandes, und dank der Mitarbeit der Beamten der Landwirtschaftsämter zur Verwirk­lichung gebracht worden. 3m Hinblick auf die Bedeutung der Gießener Landwirtschaftlichen In­stitute für unsere engere Heimat habe man als erste Veranstaltung des Verbandes die Besich­tigung der Institute gewählt. Daß man damit nicht fehlgegangen sei, hätten die sehr inter­essanten Aufschlüsse, die jedem eine Lehre gegeben hätten, gezeigt.

Mit den Abendzügen kehrten die Teilnehmer, befriedigt über die wohlgelungene Tagung, in ihre Hermatsorte zurück.

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 10 bis 15; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; Spinat 30 bis 35; Rörnifchkohl 8 bis 10; grüne Bohnen 20 bis 25; gelbe Bohnen 25 bis 30; Erbsen 15 bis 20; Tomaten 30 bis 60; Zwiebeln 10 bis 15; Pilze 30 bis 35; alte Kartoffeln 4,5 bis 5; neue Kartoffeln 6 bis 7; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 20 bis 40; Heidelbeeren 40 bis 45; Johannisbeeren 15 bis 20; Erdbeeren 60 bis 80; Pflaumen 30 bis 35; Mirabellen 45 bis 50; Reineklauden 50 bis 60; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 120; Rüsse 60 bis 70; Himbeeren 40 bis 45; Aprikosen 50 bis 55; Pfirsiche 60 bis 90; daS Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 11 bis 12' Blumenkohl. 30 bis 70; Salat 10 bis 20; Salat- gurken 20 bis 40; Einmachgurken 3 bis 6; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Rettich 10 bis 15: das Bund: Radreschen 10 bis 15; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10 Pfennig.

bei diesem Dau nicht nur Gießener Erwerbslose, sondern auch beschäftigungslose Arbeiter aus den benachbarten Dörfern wieder in Tätigkeit gesetzt werden. Der Strom der Wirtschaftsbelebung würde also über die Stadt Gießen hinausgreifen und sich auch auf dem Lande günstig auswirken.

Die baldige Errichtung des Viehhofes ist aber nicht nur aus Gründen der Arbeitsbeschaffung zu fordern. Für die beschleunigte Durchführung des schon lange im Entwurf fertiggestellten Dau- projektes sprechen auch starke sachliche Erfor­dernisse. In Gießen selbst bezweifelt heute nie­mand mehr die unbedingte Rotwendigkeit dieser Einrichtung, für deren Verwirklichung man sich nun schon seit etwa zwei Jahren unablässig be­müht, ohne bisher zu dem auch von den Vieh­händlern dringend gewünschten Erfolg zu kom­men. Lediglich zur Aufklärung der für die jetzige Finanzierungsmöglichkeit maßgebenden Stellen sei hier noch einmal betont, daß die Schaffung der Viehhofsanlage immer mehr zu einem Lebens- erfordernis für den ständig auf­wärts st redenden Gießener Rutz- viehmarkt der heute schon den zweitgröß­ten Rutzviehmarkt in ganz Deutschland darstellt und während der meisten Monate sogar die Auf­triebsziffern des größten deutschen Rutzviehmark- tes Leer übertrifft geworden ist. Auch der Diehhandel ist an dem Fortbestehen und dem weiteren Ausbau des verkehrsgeographisch außerordentlich günstig gelegenen Gießener Dieh- marktes stark interessiert. Richt minder bedeu­tungsvoll ist diese Markteinrichtung für die Vieh­zucht in ganz Hessen und in Mitteldeutschland. Aus diesen Erwägungen heraus haben sich bisher auch die Viehhändlerorganisationen und die Hessische Landwirtschaftskammer in dankenswer­ter Weise nachdrücklich für die Schaffung eines Viehhofes in Gießen eingesetzt, um dadurch dem hiesigen Markt die unabweisbar notwendige wei­tere Entwicklungsmöglichkeit zu verschaffen, ilnö letzten Endes ist natürlich auch die Stadt Gießen wirtschaftlich und steuerlich an dem Ausbau des Marktes durch Einrichtung eines Viehhofes sehr stark interessiert, heute sogar mehr denn je zuvor angesichts des schlechten Geschäfts­ganges in der Industrie und im Gewerbe. Trotz ihres großen wirtschaftlichen Interesses konnte die Stadt bei den sinkenden Steuererträgnissen und den bisherigen Schwierigkeiten der Kapital­beschaffung den Dau des Viehhofes nicht ver­wirklichen, und auch die eifrigen Bemühungen des Viehhandels und der Landwirtschaftskammer Darmstadt konnten die großen finanziellen Schwierigkeiten, die diesem Dau bisher ent­gegenstanden, nicht überwinden.

Run endlich bietet sich durch die Reichshilfe für wertschaffende Arbeitslosenfürsorge eine zinsder- billigende und darum für die Wirtschaftlichkeit des geplanten Daues günstige und annehmbare Finanzierungsmöglichkeit. Die hessische Regie­rung, bestimmter bezeichnet das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, hat es in der Hand, ob es durch verständnisvolle Förderung dieser 'Rotwendigkeit für Gießen und weite Teile des Hessenlandes unserer Stadt die Möglichkeit geben will, eine wirtschaftlich dringend erforderliche und zukunftsreiche Einrichtung zum Rutzen der Bür­gergesamtheit und damit auch zum Besten der Steuereingänge weiter zu entwickeln oder nicht. Dringliche Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für diele Erwerbslose, starke wirtschaftliche Inter­essen der Hauptstadt Oberhessens, des Diehhandels und der Landwirtschaft Hessens erfordern z w i n g e n d die Bewilligung eines k e i st u n g s- kräftigen z i n s v e r b i l l i g e n de n Dau- darlehens für das GießenerDiehhof- Projekt durch das zur Entscheidung berufene hessische Wirtschaftsministerium! Möge man sich in Darmstadt in dieser Angelegenheit rasch und bejahend entschließen und dadurch der Gie­ßener Wirtschaft eine Förderung zuteil werden lassen, die dringlich ist und nicht etwa erst kom­men muß, wenn noch mehr Schädigungen als bisher entstanden sind! Die Stadt Gießen, insbe­sondere auch die erwerbslosen und für den Viehhofbaü in Betracht kommenden Arbeiter warten mit Spannung auf die Entschei­dung des Wirtschaftsmini st eru ms über das Daudarlehensgesuch der Gießener Stadtverwaltung für das Diehhofprojekt!

Wie überall im Reiche, ist in diesem Jahre auch in Gießen der Arbeitsmarkt ein Gegenstand ernstester Sorge der Behörden und aller ver­antwortungsbewußten Mitarbeiter an den öffent­lichen Aufgaben. Während in den Sommer­monaten der bisherigen Jahre stets eine erheb­liche Entlastung des Arbeitsmarktes und damit eine bedeutsame Besserung der Wirtschaftslage eintrat, die ihre günstigen Auswirkungen auch noch auf die folgenden Wintermonate erstreckte, ist diesmal die Arbeitsmarktlage gegenüber dem letzten Winter unverändert angespannt geblieben, ja für den Gießener Wohlfahrtsctat hat sie sogar noch eine erhebliche Verschlechterung ge­bracht. In der Stadt Gießen waren- in diesem Jahre bisher an Arbeitslosen vorhanden: am 1. Januar 701, am 1. Februar 754, am 1. März 763, am 1. April 677, am 1. Mai 735, am 1. Juni 603 und am 1. Juli 649 Personen. Die Zahlen der ausgesteuerten Erwerbslosen, die für den Gießener Wohlfahrtsetat als Woblfahrts- erwerbslose zur Unterstützung aus öffentlichen Mitteln in Betracht kommen, entwickelten sich in diesem Jahre bisher wie folgt: 1. Januar 74 Hauptunterstühungsempfänger und 161 Zuschlogs- empfängcr, 1. Februar 82 bzw. 187, am 1. Marx 94 bzw. 219, am 1. April 86 bzw. 178, am 1. Mm 138 bzw. 277. am 1. Juni 143 bzw. 313, am 1. Juli 150 bzw. 324 Personen. Das Wohlfahrtsamt mußte für diese unterstützungsbedürftigen Mit­bürger seit Beginn dieses Jahres allmonatlich rund 20 000 Mark aufwenden, in den letzten Monaten hat sich diese Summe sogar noch weiter nach oben entwickelt. Angesichts dieser Lage ist es nur natürlich, daß man nach Mitteln und Wegen zur Besserung der Arbeitsmarktverhält­nisse und zur wirtschaftlichen Kräftigung der er­werbslosen Mitbürger durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit Ausschau hält. Dabei richtet sich in Gießen der Blick in erster Linie auf die Möglichkeiten, die greifbar nahe liegen und die zugleich auch wirtschaftlichen Rotwendig­keiten gerecht werden. Es sind dies das Viehhofs­projekt, die Fertigstellung des Schulhausbaues in den Eichgärten, das Strahenbauprogramm und die städtischen Wohnhausbauten. Im Rahmen unserer heutigen Betrachtung möchten wir uns aber nur mit der Frage der Arbeitsmarkt­belebung durch baldige Inangriff­nahme des Viehhofprojektes be­schäftigen.

Bekanntlich hat das Reich ansehnliche Mittel zur Unterstützung von Arbeitsbeschaffungsplänen der Länder und Gemeinden durch Zinsverbilli­gung bereitgestellt. Davon entfallen auf das Land Hessen unseres Wissens 15 Millionen Mark; hiervon sollen etwa 8 Millionen für den Woh­nungsbau und 7 Millionen für andere produk­tive Arbeiten verwendet werden. Erfreulicher­weise hat sich die Gießener Stadtverwaltung nach der offiziellen Mitteilung über die Bereitstellung der Reichsmittel sofort an die hessische Regie­rung gewandt mit der Bitte, im Interesse dev Arbeitsmarktbelebung in Gießen und damit zum Besten der Arbeitslosen, aber auch angesichts der sachlichen und dringlichen Rotwendigkeit eines Viehhofes in Gießen zinsverbilligende Geld­mittel aus dem Fonds des Reiches für wert­schaffende Arbeitslosenfürsorge zur Beschäfti­gung von Wohlfahrtserwerbslosen zur Inangriff­nahme des Gießener Viehhofprojektes zur Ver­fügung zu stellen. Bei dem Bauvorhaben können, wenn die hessische Regierung das er­betene zinsverbilligende Daudarlehen für diese werbende Anlage in verständnisvoller Weise bald gewährt, mehrere hundert Erwerbslose für längere Zeit Arbeit und Verdienst finden und damit von dem Wohlfahrtsetat abgcseht werden. Bei dem Viehhofbau wird an Arbeitsleistung mit über 75 000 Tagewerken gerechnet, wovon 19 300 auf die Erdarbeiten, 22 600 auf die Hochbauten und 33 200 auf die Herstellung des Bahnanschlusses mit den Rampenanlagen ent­fallen. Durch die Inangriffnahme dieses Daues würde man nicht nur die beschäftigungslosen Ar­beiter von der vielfach sehr bitter empfundenen erzwungenen Untätigkeit befreien, man würde ihnen ferner durch die Lohneinnahme eine wirt­schaftliche Stärkung zuteil werden lassen, die natürlich auch eine Belebung des gesamten Ge­schäftsganges zur Folge hätte. llebngens könnten

Aus öer Provmzialhauptstadt.

Gießen, den 19. Juli 1930.

Llnser neuer Roman.

Rachdem in der heutigen Ausgabe des Gieße­ner Anzeigers der allenthalben mit großer An­teilnahme verfolgte RomanDie Sünde der Renate Mercandin" von Fred Relius einen glücklichen und, wie wir hoffen, allseits befrie­digenden Abschluß gefunden hat, werden wir am Montag mit der Veröffentlichung eines neuen Romans beginnen. Dieser, ein Gesellschafts- und Liebesroman aus unserer Zeit, leitet mit einem ganz verblüffenden Auftakt eine wirklich amü­sante, lebendige und fesselnde Handlung ein, die überdies den gerade jetzt, im Sommer und zur Reisezeit, sicher geschätzten Vorzug aufweist, den Leser in fremde Länder zu führen, die mit großer Phantasie und Anschaulichkeit geschildert werden. Der Leser braucht bloß in aller Bequemlichkeit dem Auto zu folgen, das mit der schönen Heldin und ihrem ritterlichen Entführer der italienischen Grenze entgegenjagt.

Wirble ins Leben!"

Von Anna Fink,

so heißt dtzk neue Roman. Er ist nach be­rühmtem Muster von A bis Z auf Liebe ein­gestellt, auf wirbelndes Tempo, lleberraschung und Spannung. Die Verfasserin versteht es, das Publikum in Atem zu halten, ihm Rätsel aufzugeben und es teilnehmen zu lassen an dem Schicksal der Heldin, die am Steuer ihres Wa­gens ins Leben hineinftürmt, das mit bunten Abenteuern vor ihr ausgebreitet liegt und in lockender Ferne auf sie wartet.

Das ist ein Roman, bei dem Sie sich keinen Augenblick langweilen werden, den Sie mit wach­sender Spannung verfolgen und an den Sie sich gerne erinnern werden. Ein echter Zeitungs­roman, mit dessen Veröffentlichung wir, wie wir zuversichtlich hoffen, unseren Leserinnen und Le­sern Freude bereiten werden.

Circus Barum in Gießen.

Gestern abend eröffnete auf Oswaldsgarten der Zirkus Barum sein auf mehrere Tage berech­netes Gießener Gastspiel. Trotz des anhaltenden Regenwetters und ter Kühle der Witterung hatte sich eine mehrtausendköpfige Menschenmenge ein- gefunden, die den Zuschauerraum des Riesenzeltes fast vollständig füllte. Die Menge sah sich um das vorweg zu sagen in ihren Erwartungen durch die zirzensischen Leistungen des Unternehmens nicht enttäuscht. Durchweg standen die Darbietungen auf einer hohen Stufe der Zirkuskunst, und die Ab- Wicklung sämtlicher Programmnummern erfolgte in flottem Tempo, so daß die Aufmerksamkeit der Be­sucher ständig rege gefesselt war. Erfreulicherweise wickelten sich die Darbietungen in einer Manege ab, so daß man sein Augenmerk nicht zu zersplittern brauchte und einen vollen Genuß des Gebotenen hatte.

Es kann in diesem Zusammenhänge natürlich nicht auf Einzelheiten eingegangen werden, da dies bet der Fülle der Darbietungen zu weit führen würde. Als Gesamtwerturteil ist aber festzustellen, daß sich das darstellende Personal des Zirkus Barum mit seinem zirzensischen Können in hervorragender Weise sehen lassen kann und nach unserem Dafürhalten jeden Wettbewerb auszuhalten vermag, lieber die bedeutsamsten Einzelheiten berichtend ist mitzuteilen, daß die Dressurarbeit mit dem vortrefflichen Tier­material, insbesondere auch mit dem großen und sehr schönen Pferdebestand, außerordentlich vollendet ist und dem Beobachter sehr viel Freude bereitet. Die artistische Arbeit einer indischen Truppe in dem Prunkfest am Hofe des Maharadschas" war ein glänzendes Kabinettstück, das der größten Anerken- rrting wert ist. Das gleiche ist von den fliegenden Menschen an den Trapezen in der Kuppel der Zirkushalle und von den artistischen Darbietungen einer japanischen Truppe zu sagen. Von allen Dar­bietungen, die verdientermaßen mit lebhaftem Bei­fall ausgenommen wurden, ernteten diese Programm­nummern die stärkste Anerkennung des Publikums. Die Vorführung der Löwengruppe offenbarte gleich­falls starkes Können des Dompteurs und der Domp­teuse, die für ihre Arbeit mit den widerspenstigen Bestien alle Anerkennung verdienen. Eine große Gruppe von Clowns sorgt zwischen den einzelnen Programmnummern und auch in selbständigem Auf. treten für sehr viel Heiterkeit der Besucher, wobei gestern abend wiederholt recht spaßige Dinge zum Besten gegeben wurden. Vortreffliche Reitkunst der Jockeys verdient gleichfalls hier mit Anerkennung heroorgehoben zu werden. Zwei Musikkapellen sor- gen abwechselnd für flotte Musik und Stimmung.

Alles in ollem darf man sagen, daß der Besuch in diesem Zirkusunternehmen in der Tat sehr loh- nend ist und unseren Mitbürgern in Stadt und Land angelegentlich empfohlen werden kann.

Landwirtschaftliche Tagung in Gießen.

Dieser Tage fcmd in Gießen die erste gemein­same Tagung des neu gegründeten Provin- z c a l ve r da n d e s der ehemaligen hes- Nschen Landwirtschaftsschüler statt. Annähernd 200 Personen hatten sich eingefunden, darunter die Vertreter der oderhessischen Land- Wirtschaftsämter.

, begab man sich nach den Landwirt­

schaftlichen älniversitätsinstituten in der Sencken- bergstraße. Rach einer kurzenDegrüßungSanfprache durch den Direktor der Institute, Prof. Dr. S e s - s o uS, wurden die Institute in der Senckenberg- straße, sowie das Agrikulturchemische Institut »r t Draugasse unter Leitung von Prof. Dr. Kleberger besichtigt. Sehr interessant war dann auch die Besichtigung der Versuchsfelder. Sortenanbauversuche, Bodenbearbeitungs-, Dün- gungs-, Saat-, Saatmengenversuche usw. zu den verschiedensten Früchten legten beredtes Zeugnis von der für die Praxis bedeutungsvollen Tätig­keit der landwirtschaftlichen Institute ab. Beson­ders lehrreich waren die Kartoffelversuche Die folgende öührung auf dem Unteren Hardthofe burd) Dr. P f a f f, dem Vertreter der Betriebs- lehre an. dem Landwirtschaftlichen Institut, bot hinsichtlich der Milchgewinnung manche wertvolle Anregung, ebenso war die Besichtigung des unter Leitung von Prof. Dr. K r a e m e r stehenden Tier- zuchtinstitutes auf dem Oberen Hardthof äußerst interessant.

m^mMW^stisch auf der Hardtterrasse gab Prof. Dr. Sessous seiner Freude über den Besuch und die glatte Abwicklung des Vor­mittagsprogramms Ausdruck. Prof. Dr. Kle­beroer teilte einige für die Praktiker wertvolle Erfahrungen aus seinem Institute mit. Hierauf ergriff der Vorsitzende des Verbandes, Land­tagsabgeordneter Fenchel (Ober-Hörgern), das Wort. Er dankte vor allem den tBrnfefforen und

** Entwendete Fahrräder. Bei der Gießener Polizei sind folgende, gestohlene Fahrräder sichergestellt: Herrenrad, MarkeTriumph", Fabrik­nummer 378 908, schwarzer Rahmen, schwarze Fel­gen, neue Bereifung und gewöhnliche Lenkstange; Herrenrad, MarkeGöricke", Fabriknummer 788 417, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit grünen Streifen, neue graue Bereifung und gewöhnliche Lenkstange; Herrenrad, MarkeKuxmann", Fadrik- nummer B. 1798, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, gewöhnliche Lenkstange und gelber Sattel mit Sak- teltasche; Herrenrad, Marke und Fabriknummer un­bekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, ge­wöhnliche Lenkstange, an der Hintergabel kleine Be­schädigung, Schleifstelle an der Kette; Herrenrad, MarkeOpel", schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, schwarze Schutzbleche, gewöhnliche Lenkstange und neuer Sattel.

" Fünfzigervereinigung 1880 bis 1 93 0. Am vorigen Montag begingen die dies- iLhrigen Fünfziger in schöner Weise ihr Sommer- und Iahresfest. Am frühen Rachmittag mar­schierte man unter Vorantritt der Kapelle Topp in festlichem Zuge vom Ludwigsplatz aus durch die Kaiserallee an der Volkshalle vorbei nach dem Philosophenwald, wo der in reichem Fahnen­schmuck prangende Saal eine würdige Stätte für die Fünfzigerfeier war. An den mit Blumen geschmückten und festlich gedeckten Tischen fand zunächst eine gemeinsame Kaffeetafel statt, in deren Verlauf der erste Vorsitzende, Heinrich Marx, in einer schwungvollen Festrede zu den etwa 600 Teilnehmern sprach. Er begrüßte dabei alle Fünfzigerkameraden, insbesondere eine Anzahl jetzt auswärts lebender geborener Gießener, denen er für die treue An­hänglichkeit an die Vaterstadt herzlich dankte. Weiter verwies er auf die Hoffnungen, die die jetzigen Fünfziger auf die Heranwachsende Jugend sehen, ermahnte zur Einigkeit im kleinen, wie im großen und gedachte auch der verstorbenen Alterskameraden. Gastwirt Schmitz dankte den Damen der Fünfzigervereinigung für ihre Mühe­waltung bei der Herrichtung der Feier; Fräulein Schmitz brachte einen Prolog wirkungsvoll zum

Vortrag. 3m weiteven Verlaufe des Festes freuten die Kapelle Topp mit schneidigen In- strumentaldardietungen und einige Mitglieder deS Bauerschen Gesangvereins durch schöne GesangS- vorträge. Den Abschluß der schönen und denk­würdigen Veranstaltung bildete ein frvhgestimm- tes Tanzvergnügen.

Oberheffen.

Zuchtviehversteigerung in Lich.

Die Auswahl und Körung der am Mi t t-i woch, 2 3. Juli, in Li ch zur Versteige­rung kommenden Schafböcke hat nunmehr stattgefunden. Das Körgeschäft liegt in den Hän­den des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für die Provinz Oberhessen, als Vertreter der prak­tischen Züchter wirken hierbei Bürgermeister Fendt. Hungen, und Phil. Wirth, Wetter­feld, der Vorsitzende des oberhessischen Schäfer­vereins, mit. Rach einstimmigem Urteil der Kör- kommission sind die in diesem Jahre zum Verkauf kommenden Böcke noch besser, wüchsiger und aus­geglichener als die vorjährigen, die bereits Zeug­nis ablegten von dem in kurzer Zelt ^reichten: hohen Stand der Zucht des deutschen s ch w a rz pf ig en Fleischschafes in der Provinz Oberhessen. Raturgtzmäh sind die Hoch- zuchtherden Lich, Mittel-Gründau und Selgenhof auch in diesem Jahre mit Zucht­tieren am stärksten vertreten. Lich bringt zwölf Lammböcke, Mittel-Gründau vier ILHrlingsböcke und elf Lammböcke, der Selgenhof fünf Iähr- lingsböcke und zwei dreijährige Böcke zum '33er- kauf. Die Gemeindeschäfereien Lang-Göns und Hungen sind mit zusammen sieben Lammböcken vertreten. Das deutsche schwarzköpfige Fleisch­schaf, das, von Westfalen ausgehend, neuerdings immer mehr in den benachbarten preußischen Kreisen Eingang findet, das sogar infolge der niedrigen Wollpreise und seiner hervorragenden Geeignetheit als Fleischschaf in solchen Gebieten eingekreuzt wird, die seither vorzugsweise auf die Erzeugung einer feinen Wolle hinarbeiteten, ist auch das Schaf, das für unsere Verhältnisse das geeignetste Wirtschaftsschaf ist. Es verträgt die Pferchhaltung sehr gut und hat sich in jeder Beziehung unseren Verhältnissen angepaßt. Die zur Versteigerung kommenden Böcke sind nicht übermastet, an den Aufenthalt im Freien und an Märsche gewöhnt, so daß-sie den liebergang in die Gemeindeherden leicht überstehen werden. Man kann daher den Ankauf von Zuchtböcken auf, der Versteigerung in Lich nur bestens empfehlen.

Im Anschluß an die Schafbockversteigerung kommen sieben Eber des veredelten Land­schweins und 16 Fleckv iehbullen zum Verkauf.

Kataloge können gegen Einsendung von 55 Pfennig vom Landwirtschastshammer--Ausschuß für die Provinz Oberhessen, Gießen, Friedrich­straße 6, bezogen werden, auch sind solche auf dem DersteigerungSplatze erhältlich. Die Versteigerung findet auf dem Marktplatz der Stadt Lich, an dem OrtSauSgang nach Rieder-Bessingen gelegen, statt und beginnt pünktlich um 10 Uhr. Man beachte die heutige Anzeige.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 18.Juli. Am Mittwoch trug man hier den langjährigen Gärtner des Ver­eins für chemische Industrie Heinrich Eiffert zu Grabe. Rasch und unerwartet hat ihn der Tod hinweggerafft. Am Montag vollendete er sein 8 0. Lebensjahr. Der GesangvereinSänger­bund", dem er 41 Jahre lang als außerordentlich eifriges Mitglied angehörte, wollte ihm am Abend eine besondere Ehrung bar bringen. Statt dessen er­klangen heute an seinem Grabe die Sterbelieder. Der Entschlafene hatte sich am Montagvormittag, also an seinem Geburtstag, mit einem 5jährigen Enkel nach Laubach begeben, um für das Grab feiner ihm vor einigen Jahren im Tode voraus­gegangenen Frau einen Blumenstock zu holen. Auf dem Heimwege traf ihn ein schwerer Schlag­anfall. In stark gelähmtem und bewußtlosem Zu­stand fanden ihn Laubacher Passanten auf. Dr. M a f f iin g brachte ihn sofort im Auto nach Hause, wo er jedoch einige Stunden später verschied.

(Sfabfraf May geht nach Rußland.

WER. Frankfurt a.M, 18. Juli. Stadtrat May hat von der russischen Regierung einen Ruf als technischer Organisator und tech­nisch-verantwortlicher Leiter für das Städte­bau- und Wohnungswesen der Union der bereinigten russischen Sowjet-Republiken er­halten. Er beabsichtigt, diesem Ruf Folge zu leisten.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Von Sonntag, 20. bis Montag. 28. Juli, von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Gastspiel der Berliner Rotterbühnen: Frühlingsmädel.

Schauspielhaus. Don Sonntag, 20. bis Freitag, 25. Juli, von 20 bis gegen 22 Uhr: CharleyS Tante. Samstag, 26. Juli, von 20 bis gegen 22 Uhr: Anna Christie. Sonntag, 27. Juli, von 20 bis gegen 22 Uhr: CharleyS Tante. Mon­tag. 28. Juli, von 20 bis gegen 22 Uhr: Anna Christie.

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