Oie Sünde -er Senate Mercan-in.
Vornan von Fred Tleliuö.
(Schluß.)
Der galonierte Diener riß die Türen aus.
Mit einem Schlag verstärkte sich das Chaos der Geräusche. Das Summen vieler Stimmen schwoll -u einem ungeheuren Strom, der sich mit dem wilden, kakopyoncn Tosen einer grellen und erotischen Musik vermischte. Eben waren die Zf geuncr von den Regern, die in roten Fräcken staken abgclöst. 3n der Mitte auf der TanK- ellipse Menschen... Menschen. Auf schmalem Raum gepreßte Paare in dem feierlichen Zere- monialschritt der modernen Tänze. Coricrndoli- schlangen in der Luft, auf den Frauenschultern, auf der Hemdbrust und dem Frack.
Dettschart hatte einen Tisch in einer Rische reservieren lassen.
Griebenow war an das Telephon gerufen worden und kam etwas später. Die andern sahen. Renate sprach mit Grupenberg. Sie sah an Griebenow vorbei. Auf der andern Seite neben ihr sah Dettschart. Die Daronin winkte.
.Kommen Sie zu mir, mein Bester, Renate ist bereits beseht. Oder sind Sie ängstlich, dah ich Sie verschlingen werde. Keine Sorge. Rach dem Essen bin ich ungefährlich."
.Dcknke, schöne Kobra. Zum Kaninchen bin ich auch zu groß geraten." Er fetzte sich. Lächelnd sah er der Baronin Dettschart in die Augen. .Wissen Sie, dah man auch Schlangen zähmen kann. Daronin?"
Die Musik brach ab. DaS Licht der hohen Girandolen, schon durch unsichtbare Schalter ab- gedümpst, verebbte langsam. Jemand tankte. Man sagte, es sei eine Fürstin Galitzin. Eine schöne Frau... groß, schlank. Dunkle Haare sielen glattgestrichen vom Madonnenscheitel, sie waren an den Ohren wie zwei schwarze Chrysanthemen eingerollt. Ein Kleid... ein Hciuch... ein RichtS. Wundervolle Deine glitten... wirbelten im stilisierten Tanz. Scheinwerfer flammten auf... rosa ... grün ... violett... purpurrot..
Der Tanz erstarrte plötzlich. Das Licht der Girandolen zuckte auf. Wieder tanzte daS Parkett.
Die Zigeuner spielten. Geigen sangen den Dreivierteltakt des Walzers. Die Tanzellipse füllte sich.
Grupenberg stand auf. Unnachahmlich ritterlich und lässig neigte er den Oberkörper vor Renate. Wie in Oesterreich üblich, gab er ihr den Titel ihrer Mädchcnzcit. .Es ist ein Wiener Walzer," sagte er. »Darf ich um die Ehre bitten, Gräfin."
Sic schüttelte den Kopf. »Ich tanze nicht. Graf Grupenberg."
Run erst fielen seine Blicke auf das schwarze, weih verbrämte Schleierkleid Renates. »Tausendmal Verzeihung," sagte er. Dann ging er um den Tisch herum zu der Daronin Dettschart. Die sah ihn an... böse und mit unheilvollem Glimmen in den Augen.
»Aushilse — nicht wahr? Danke sehr, mein Lieber."
»Ditte, bitte, wieder gut sein." Grupenberg bat wie ein Kind.
Da erhob sie sich.
Die beiden tanzten.
Der Daron von Dettschart war mit einem Male verschwunden.
Run waren sie allein — Renate und Griebenow.
Sie hatte eine Zigarette, die ihr Dettschart eben angeboten hatte, zwischen ihren Fingern. Unschlüssig drehte sie sie hin und her. Ihr Kopf war abgewendet. Sie blickte zu den Tanzenden hinüber in den Saal.
Dennoch wußte sie: jetzt umspinnen seine Augen dich. Alle« schrie in ihr danach, sich umzudrehen, seinen Blick zurückzuaeben. Aber keine Muskel an ihr zuckte. Rur ihr Herz ging schneller. Bis in alle Fingerspitzen sühlte sie den Schlag. 11 nb ein leiser Stolz war in ihr... der Triumph der Frau: ich bin schön... schöner als die andere.
Dann geschah es plötzlich, daß sie ihn an ihrer Seite sühlte. Sie vernahm die Stimme Griebe- nows. Gr sagte: „Darf ich Ihnen Feuer geben?"
Da drehte sie ganz langsam ihren Kopf zu ihm herum. .Rein."
»Aber — Wollten Sie nicht rauchen, gnädige Frau?"
An Stelle einer Antwort legte sie die Zigarette auf den Tisch. Sie sah über ihn hinweg und schüttelte den Kopf.
Run beugte er sich vor.
»Renate," sagte er. »Warum quälen Sie uns so. Uns beide. 3a, auch Sie. Ich weiß, dah Sie sich quälen. Wenn Sie eS auch leugnen wollen. ES hat doch keinen Zweck. Alles ist Bestimmung. Unsere Schicksalswege münden unentrinnbar ineinander. Der gleiche Herzstrom eint uns. Renate ;---"
Er griff nach ihrer Hand. Die Hand blieb liegen. Da zog er sie an seine Lippen.
»Renate... Dul — — Hörst du — — Du! Du bist mein. Sträube dich nicht länger. Sei doch nicht so unentschlossen. Wie mit deiner Zigarette ist das, du möchtest rauchen und du schüttelst mit dem Kopf. Das alles ist doch Spiegelfechterei mit deinem Schicksal. Du entrinnst ihm nicht. Willst du---"
Er brach ab. Der letzte Geigenstrich verhauchte.
Renate drehte langsam ihren Kopf zu ihm herum.
»Ruhe," sagte sie. .Ditte, Ruhe."
Griebenow griff nach dem Feuerzeug. Ein Druck. Die Flamme zuckte auf — Renate nahm die Zigarette. DaS Licht der kleinen Flamme huschte über ihre Züge.
Für Sekunden lagen beider Blicke ineinander. Sie versanken.
»Siehst du!" sagte Griebenow. .Ich danke dir, Renate. Run ist alle- gut."
Sie zuckte mit den Schultern, sog den Zigarettenrauch ein. Plötzlich stand sie auf, warf die Zigarette wieder in die Aschenschale und sagte: »Kommen Sie. Ich muh Sie sprechen"
Sie ging voran. Er folgte.
Dann stand sie vor ihm. ES war still um sie her geworden. Riemand anders war in ihrer Rähe. Sie lächelte, hilflos, rührend. In süßer, mädchenhafter Scheu.
.Run werden sie un6 suchen", sagte sie.
»3a, Renate. Mögen sie. Fragst du danach?"
Da lachte sie. »Rein, nicht mehr."
»Entsinnst du dich noch darauf, wa- ich dir das erstemal beim Tee in deiner Wohnung sagte?"
Run nickte sie.
»Du bist mein Schicksal... ich daS deine. Sträube dich nicht länger."
»Rein, nein. Doch wir wollen gcbcrx. Der Page soll mir nur den Abendmantel holen. Dann — ich möchte Ihnen gern etwas sagen. Rein, nicht hier. Draußen, wo unS niemand hört. Ganz allein. Ist es recht?"
»Renate", sagte er und sahte ihr Gesicht mit beiden Händen. Ganz nahe war ihr Mund, waren ihre Augen vor den feinen.
Da preßte sie den Mund auf seine Lippen.
.Du... du... du..." e
Die warme Mondnacht zog herauf... zart und silbern. Duft von Blumen hing zum Schöpfen allenthalben. Bon ferne klang gedämpfter Lärm heran. Dom Klub die Jazzmusik, manchmal höher slackernd, dann verebbend.
Langsam schritt Renate neben Griebenow. Das Gesicht gehoben und dem Abend hingegeben. In dem Licht des MondeS glänzte ihre Haut mit sanftem, bleichem Schimmer.
Griebenow blieb stehen. Unter süßem Schauer fühlte er, wie ihre Finger seinen Arm umklam- mert hatten.
»Hier sind wir ungestört. Riemand sieht und hört uns. Run sprrch: was wolltest du mir sagen?"
Sie neigte ihren Mund zu seinem rechten Ohr. »Ich HÄ»' kstch lieb. Ich hab' dich lieb."
Da ging ein Lächeln über feine Lippen., r staunend und doch wissend, von unendlichem Bo» glück tsein.
.Sage mir, seit wann, Renate?"
»Seit--— ich weiß das nicht." Ihre Arm«
wuchsen aus wie blühend weiße Listen, ihm ent» gegen. »Diclleicht — seit Schmiedeberg."
Er schüttelte den Kopf. »Rein. Wohl länge- schon. Rur, du weißt daS nicht genau."
Sie nickte, lächelte ihr süße-, webeS Lächeln. »Das mag sein. Ich halte immer eine große und geheime Sehnsucht nach dir. Rur, ich war zu stolz, dir diese Sehnsucht zu bekennen. Und nun bin ich bei dir und halte deine Hand. Gleichwohl ist die Sehnsucht immer noch sticht ruhig. Sic ist beruhigter, als wüßte fie nichts mehr von Zielen. Aber sie ist immer wach und singt. Woher kommt das? Weiht du das?"
Er schüttelte den Kopf. »Ich toiU gar nicht-", sagte er. „Hub ich will auch gar nicht- wissen. Wenn du nur bei mir bist. Wie eine Tür in blaue unendliche Fernen sind deine Augen. Meine Sehnsucht nach dir geht durch diese Augen in die traumhaft süßen Weiten. Es sind deine Augen, die das Blut in mir zu grenzenloser Se^rfucht peitschen. Aber wa- ist das, dahinter diesen Augen ist? Oh, ich weiß. Da- bist du. Immer du. Richts als du..."
Aus ihren Wangen glühten rote Rosen. Sie reichte ihm den Mund.
Dann gingen sie.
Der Mond stand schräg vor ihnen. Er entströmte eine sanfte, silbergrüne Helligkeit. In seiner Rähe war der Himmel sternenlos, doch den Horizont umschloß ein Gürtel blasser Sterne. Die Erde, von bizarren Schatten wie von Flecken übersät, verströmte die WÄrme der versunkenen Sonne. In einer Woge, die von keinem Windstoß hergctragen wurde, floß der süße Dust von Blumen um die beiden.
Langsam... fest umschlungen schritten sie dahin ... Renate... Griebenow. Bebend drückte er Renate an sich. Die Ströme ihre- Herzblut- schlugen ineinander.
In dem zauberhaften Licht de- Mondes erschien Renates Schönheit tief erschütternd, dem Irdischen entrückt.
Sie lächelte ihn an.
Er nickte nur.
Er staunte nicht. Richt- war ihm Wunder. Er hatte ja gewartet. Er wußte, daß sie kommen mußte. Run gehörten sie einander.
Die Rächt war ohne Finsternis für ihn. Renate schritt an feiner Seite. Ihre Augen standen dicht vor seinen. Mit diesen Augen war sie schon sein eigen... ganz und ewig.
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