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Oberheffen.

Gemeinderai in Grünberg.

+ Grünberg. 17. Sept. Zu seiner jüngsten Sitzung war der Gemeinderat vollzählig versammelt.

Am 16.3uli hatte der Gemeinderat den frei­händigen Verkauf des Färbgrabens an die Firma H. Schmidt«. und Schlossermei­ster Schäfer beschlossen, nachdem durch Vermitt­lung des Kreisamts zwischen den beiden Inter­essenten eine Vereinbarung getroffen worden war. Da sich die beiden Parteien über die Aus­legung dieser Vereinbarung nicht einigen konn­ten, unterblieb der Verkauf. Mittlerweile ist noch ein neues Gesuch um Lieberlassung eines Teiles dieses Geländes eingegangen, so dah nun drei Bewerbungen vorliegen. Vach längerer Aussprache wurde ein Antrag des Gemeinde­rates Repp, das Gelände öffentlich zu ver­steigern, mit 8 gegen 5 Stimmen abgelehnt.

Für die Kanalisation der Meyersgasse, des vorderen Teiles der Alsfelder Straße, der Schlotzgasse und der Rosengasse liegt ein Vor­anschlag vom Kulturbauamt Gießen vor, der für diese Arbeit einen Kostenaufwand von 13 500 Mark vorsieht. In der Aussprache wurde dar­auf hingewiesen, dah man, um auch weiterhin Arbeit für die Ausgesteuerten (rund 20 Mann) zu beschaffen, Wohl oder übel die Arbeit t>or* nehmen müsse. Auch die Dedürfnisfrage sei ein wichtiger Grund, denn den immer wiederkeh­renden Beschwerden über Wasser in den Kellern der Anlieger trage man dadurch Rechnung: außerdem zeige die von früher bestehende Kana­lisation an einzelnen Stellen, wo die Rohre nur knapp einen halben Meter tief liegen, Be­schädigungen. die durch den starken Lastverkehr entstanden seien. Der Gemeinderat beschloß da­her einstimmig die Vornahme dieser Arbeit. Du die Arbeit von einer leistungsfähigen und im Tiefbau erfahrenen Firma durchgeführt wer­den müsse, denn stellenweise sei ein Erdaushub von über 4 Meter auf teilweise aufgefülltem Grund (Drandschutt) vorzunehmen, der viel Ab­sprießungen benötige, wurde sie der hiesigen Firma K. B o d zu denselben Einheitspreisen und

Bedingungen übertragen, unter denen die Firma gegenwärtig die Kanalisation der Gießener Straße ausführt.

Ein Gesuch der Gallmarktkommission wegen Aufstellung von Masten für die Beleuch­tung des Gallmarktplatzes wurde zu­rückgestellt. Man ist der Meinung, daß die Beleuchtungsfrage in richtiger Weise zu regeln sei, dies aber aus Mitteln des jetzigen Vor­anschlags nicht möglich werde. Im nächsten Vor­anschlag soll der Sache näheraetreten werden.

Gemeinderat H. S ch m i d t 11. teilte mit, daß er die K a p i t a l a u s n a h m e bei der Hessi­schen Girozentrale, die in der llrlaubszeit des Beigeordneten in einer von ihm geleiteten' Sitzung beschlossen wurde, später rückgängig ge­macht habe, da zu derselben Zeit die hiesige Bezirks-Sparkasse, sowie andere Kassen den Zinsfuß für Gemeindedarlehen von 8,75 auf 8,25 Prozent ermäßigt hätten und daher ein besonderer Vorteil entfallen sei: auch sei von der Bezirks-Sparkasse die Hergabe eines größe­ren Darlehens in sicher» Aussicht gestellt worden.

Die beiden Grünberger Amerikaner, Karl Schröder und Otto Ries, haben zwei Erinnerungen an unseren verstorbe­nen Landsmann Theo Koch, Grünberg, für das st ä d t i s ch e Archiv gestiftet, ersterer eine photographische Ausnahme des Begräbnisses von Koch, letzterer ein Wert über seine Forschungs­reisen in Südamerika. Der Beigeordnete über­nahm die beiden Geschenke, indem er den Spen­dern im Vamen der Stadt dankte.

Landkreis (£ici;ch. -

r. Lang-Göns. 17. Sept. Da der Weg nach dem preußischen Vachbardvrf Dornholzhau­sen bei schlechtem Wetter für schwer beladene Fuhrwerke kaum zu benutzen ist, beschlossen vor einigen Iahren die Gemeindevertretungen von Lang-Göns und Dornholzhausen, den Feldweg zu einer Straße umzubauen. Während Dorn­holzhausen seinen Anteil schon fertiggestellt hat, wird zur Zeit in der Lang-Gönser Gemarkung ein neues Stück der Straße gebaut. Die ziemlich steile Anfahrt vor dem Wald, wird beseitigt und nach dem Dorf zu ein Damm aufgeführt. Durch diese umfangreichen Arbeiten, die von dem Bau­unternehmer Hch. Schaub, Lang-Göns, ausge­

führt werben, haben zahlreiche ausgesteuerte Ar­beitslose neuen Verdienst gefunden. Der Gesamt- aufwand für den Straßenbau wird immerhin 15 000 bis 17 000 Mk. für den Lang-Gönser An­teil betragen. In Anbetracht der guten Bezte- Hungen, die zwischen beiden Gemeinden herrschen, wird diese Summe aber sicher gute Zinsen bringen. Da es in diesem Iahre in unserer Gemarkung fast gar kein Obst gibt, haben die Landwirte schon vor etwa acht Tagen mit dem Ernten derKartoffeln begonnen. Durch die Vieder- schläge der letzten Wochen ist das Erdreich ge­nügend feucht, damit auch die zahlreichen Kar­toffelauswerfmaschinen tadellos arbeiten können. Der Ertrag ist sehr gut, besonders der der SorteHassia". Hier und da haben die Mäuse einigen Schaden verursacht. Wenn das gute Wetter anhält, dürften bis Ende der Woche die meisten Kartoffeln im Keller sein. So früh­zeitig ist die Kartoffelernte in den letzten zwanzig Iahren wohl noch nicht beendet worden.

* Steinheim, 17. Sept. In dieser Woche verläßt Lehrer Beppler unsere Gemeinde, um nach seinem neuen Wirkungskreis Wieseck über­zusiedeln. Er hat 20 Iahre an unsrer Schule ge­wirkt. Vorbildliche Arbeit hat er u. a. auch in der Fortbildungsschule geleistet, in der er den Ganzjahres-Ilnterricht einführte. Auf einem von ihm eingerichteten Schulversuchsfeld wurden auf­schlußreiche Düngungs- und Sortenanbauversuche durchgeführt, Ilm den Schülern auch praktische Unterweisung im Obstbau zu geben, wurden unter seiner Leitung größere Obstpflanzungen für die Gemeinde durch die Fortbildungsschüler neu angelegt und unterhalten. Lehrer Beppler war ferner Vorsitzender des Volksbil­dungsvereins und Leiter der Volks­bücherei. Fast zwei Iahrzehnte war er Diri­gent des GesangvereinsFrohsinn". Diel verdankt ihm auch der von ihm ins Leben ge­rufene Obstbauverein, dessen rühriger Lei- ter er war. Von großem Wert sirr spätere Ge- chlechter ist die von ihm mit Gründlichkeit ge- ührte Orts- und Schulchronik. Eine Abschieds­eier größeren Stils lehnte der Scheidende ab, o daß nur im Kreise der Ortsvorstände eine olche stattfand. Für die Schule sprach Lehrer Wieder, während Bürgermeister S ch mi d t

besonders die vielseitigen Verdienste deS Schel-» denden um die Gemeinde würdigte. Lehrer Beppler dankte herzlich für die Abschieds- Worte, Unsere Gemeinde sieht in ihm einen ver­dienstvollen Erzieher ihrer Iugend und stets hilfsbereiten Berater der Alten scheiden, ihre besten Wünsche begleiten ihn nach seiner neuen Wirkungsstätte.

ch M ü n st e r, 18. Sept. Polizeidiener Heß vollendet morgen in voller geistiger und körper­licher Frische sein 8 0. Lebensjahr. Den Po­lizeidienst in unserer Gemeinde versieht er nun sieben Iahre.

Kreis Büdingen.

* Michelnau, 17. Sept. Dieser Tage voll­endete der älteste Mann unserer Ge­meinde, der Landwirt Iohannes Konrad Schmidt IL, sein 90. Leb ensjahr. Seine Frau starb vor vier Iahren, nachdem sie mit ihrem Manne 1925 die diamantene Hochzeit ge­feiert und 61 Iahre mit ihm in glücklicher Ehe gelebt hatte. Ioh. Krd. Schmidt ist noch rüstig und geistig frisch. Er interessiert sich noch für die Angelegenheiten der Gemeinde und war bei­nahe 40 Iahre Beigeordneter. Auch wgr er viele Iahre Mitglied der Kirchengemeindev^ttretung des Kirchspiels Vidda. An seinem Geburtstage überreichte ihm Pfarrer Laut ein Glückwunsch­schreiben des Landeskirchenamts und des Deka­nats Vidda. Zahlreich« Glückwünsche und Ge­schenke wurden ihm persönlich und brieflich über­bracht. Unter den Gratulanten war auch der Freund und Altersgenosse des Iubilars. Sta­tionsvorsteher i. R. W. Hammel aus Vidda, erschienen, der am 2. d. M. sein 90. Lebensjahr vollendet hat.

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Die Ziegelstein Verkaufsstelle Gießen G. m. b. D. in Gießen ist gemäß Beschluß der Gesellschafter vom 6.6.1930 ausgelöst. Die Gläubiger wollen stch bei dem unter- zeichneten Liquidator melden. 05760 o. ,. , Ad. Steinmetz, Liquidator der Ztegelstetn-NerkaufSstelle

Gießen G. m. b.£> Westanlage 39.

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Sämtliche Gegenstände kommen bestimmt zur Versteigerung.

Ludwig Hartmetz

Auktionator und Taxator

Neuenweg 28 Telephon 3414

Bekanntmachung.

Am Freitag, dem 19. September 1930, nachmittags 3 Uhr, werden im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 6, die nach, stehenden Gegenstände öffentlich meistbie- tend gegen Barzahlung versteigert:

ein Wanderer-Motorrad, zwei Schreib- tische, ein Schreibtisch, ein Vertiko, ein ovaler Spiegel, ein Spiegelschrank und 38 Büchsen eingemachter Früchte.

Gießen, 17. September 1930. 6314C

Der Oberbürgermeister.

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