Nr. 65 Erstes Blatt
Dienstag, 18. März 1950
180. Zahrgang
Aach derRalWerung des Noungplans muß die Räumung folgen
13.11
bringt,
den der des das
einmütig ab. Sollte, wie cs den Anschein hat, Frankreich durch unberechtigte Forderungen den Abbruch der Verhandlungen verursachen, so fordert die Bevölkerung des Saargebietes, dah der Völkerbund seine Pflicht erfüllt und für alsbaldige Veseitigung des Unrechts an der Saar Sorge trägt. In ihrer Treue zum deutschen Vaterland wird die Bevölkerung an der Saar niemals wankend werden.
Kraft getreten, die die Rechtslage entscheidend verändert haben. Seit 1923 ist Dort der Botfdjafter- konferenz feftgelegt, dah, wenn Anlagen zu zerstören sind, die Botschafterkonserenz vom Augenblick des Absendens der Rote ab es uns überläht, das zerstörte Material zu verwenden, dah sie also daraus verzichtet, den Erlös für das zerstörte Material für sich in Anspruch zu nehmen. Die Forderung wäre also schon deshalb hinfällig geworden. Es kommt aber hinzu, dah eine weitgehende Vereinbarung getroffen worden ist, über die Regelung der Frage der Verwendung militärifcher Gebäude für ganz Deutschland, also auch für das befehle Gebiet. Die jetzt noch bestehenden Anlagen sollen zunächst von uns einer zivilen Verwendung Zuge f ü h r t werden. Erst wenn dies bis Ende 1 9 3 2 nicht gelungen ist, würde eine Zerstörung in Frage kommen können. 3n dem Moment der Freigabe gehen die Anlagen in den Besitz des Reichsfinanzmlnisieriums über, das dann die nöligen Mahnahmen zu ergreifen Hal, über die Gebäude in dem Sinne zu verfügen, dah es sie der zivilen Verwendung zuführl. Menn in einem Blatt die Rechtslage so geschildert wird, als ob die Franzosen nur Anlagen, die sie während der Besahungs- zeit für sich gebaut hätten, meinen, so ist das nicht richtig. Zwischen den Anlagen, die vorher bestanden, und denen, die während der Besahungszeil errichtet worden sind, bestehl kein Unterschied. Auch bei den während der Besahungszeil errichteten Anlagen stehl den deutschen Behörden das Recht der Verwertung zu.
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Chefredakteur
Dr Friedl Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma; Filier, sämtlich in (Biegen.
Berlin, 17. März. (ERB.) Die Frage der Rückgliederung des Eaargebietes bildete den Gegenstand eines heute im ehemaligen Herrenhaus in Gemeinschaft mit dem BundderSaarvereine von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen L ndsmannschasten in Berlin veranstalteten Vortragsabends. Das Referat über „Rückgliederung des Saargebiets und der Saarwirtschaft" wurde von dem Stadtverordneten und Gewerkschaftssekretär P i ck 'Saarbrücken) gehalten Seine Ausführungen gipfelten in der Erklärung: Ohne die Saarrückgliederung ist die Befriedung Europas nicht denkbar. Deshalb ist es die Pflicht aller am Frieden arbeitenden Mächte, das Saar- Unrecht sofort zu beseitigen.
Eine von Verwaltungsdirektor Vogel verlesene Entschließung, die einstimmig angenommen wurde, lautet: Entgegen dem einmütigen Willen der Bevölkerung an der Säar wurde das Saar- gebiet 1919 einer autokratischenFremd- Herrschaft unterstellt. Seine Kohlengruben wurden dem französischen Staat übereignet. Die Industrie wurde unter politischem Druck überfremdet. Die Bevölkerung des Saargebietes verlangt die sofortige Wiedergutmachung dieses ihr zugefügten und in der Weltgeschichte einzig dastehenden schreienden Anrechts. Seit Monaten verhandelt man in Paris über die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland, b i s jetzt ohne jedes positive Ergebnis. Der sich in dieser Verschleppung gegen die bereits verspätete Wiedergutmachung eines begangenen Anrechts zeigende
n t d i e Saarbevölkerung
Widerstand Frankreichs erregt nicht nur Anwillen der Saarbevölkerung, sondern ganzen Welt, die im Interesse einer Politik Friedens und der Versöhnung verlangt, daß
eine Ungerechtigkeit und widerspricht dem Geist einer Verbrauchssteuer, von einem durch diese Steuer sowieso schon sehr bedrängten und unter der allgemeinen Kapitalnot besonders schwer- leidenden Gewerbe zu verlangen, daß es nicht nur a l s Steuereinnehmer für den Staat fungiert, sondern sogar d i e Steuer noch finanziert, nämlich sie früher absührt, als sie vom Verbraucher bezahlt ist, zumal das Gewerbe dem Staat gegenüber auch noch der Bürge für die Steuer ist. Die Wirkung ist ganz besonders schlimm für die Mittelund Kleinindustrie, da diese noch weniger Kreditmöglichkeiten hat als die größeren Firmen. Die geplante Mühnahme würde in der Zigarrenindustrie, einer bekanntlich noch heute absolut mittelständ'.erischen Industrie mit Tausenden von selbständigen kleinen Fabrikanten, besonders mittelstandsseindlich wirken.
Die Steuerläger wurden geschaffen, um einen steuerfreien Zwischenhandel zu ermöglichen. Wir schätzen die Vorräte, die in den Zigarrensteuerlägern vorhanden sind, auf gut 1 Milliarde Zigarren. Diese hätten einen Steuerwert von etwa 30 Millionen Mark. Dah die Steuerlagerinhaber diese 30 Millionen außer ihren laufenden Verpflichtungen aufbringen können, ist eine vollkommene Anmöglichkeit' Auch der bestfundierte Händler wäre nicht in der Lage, den auf ihn entfallenden Betrag zu zahlen. Es würde sofort eine enorme Absatzstockung bei der Industrie und damit entsprechend erhöhte Arbeitslosigkeit eintreten, da die Steuerlagerinhaber gerade in der Zeit der schlimmsten allgemeinen Krise gezwungen würden, solange keine Bestellungen zu geben, bis die nunmehr versteuerten Läger abgebaut wären. Die Aufhebung der Steuerläger würde für die Zigarrenindustrie bedeuten, dah sie nicht allein 90 Millionen Mark
Anrecht und der Gefahrenherd an der Saar alsbald restlos beseitigt werden. Eine Befriedung Europas kann nur dann eintreten, wenn die Lösung der Saarfrage im Sinne des Willens der Bevölkerung und der Empfehlung der ersten Haager Konferenz, alle Kriegsfragen zu liquidieren, erfolgt. Die restlose Beseitigung jedes fremden Einflusses auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiete ist eine zwangsläufige Notwendigkeit. Eine den wirtschaftlichen Interessen aller Beteiligten gerecht werdende Lösung der Frage des Austausches der Güter muß sich bei gutem Willen Frankreichs leicht finden lassen. Eine Regelung, die nicht auf dieser Grundlage fußt oder die neue Belastungen des deutschen Volkes mit sich
um so mehr müssen wir Wert daraus legen, daß wenigstens am 30. Iuni die Stunde der Befreiung für das besetzte Gebiet endlich geschlagen hat.
Unberechtigte Forderungen GuiNauinats.
Zerstörung von Flugßafenanlagen in der Pfalz.
Berlin, 17. März. (OB.) Zwei Berliner Sonntagsblätter bringen die Meldung, daß der Oberkommandierende der französischen Besahungs- truppen an die zuständigen deutschen Stellen die Forderung gerichtet habe, die Anlagen auf gewissen Flughäfen in der Pfalz zu ; e r ft ö r e n. Mil Recht weisen die Blätter darauf hin, daß diese Zerstörung mit dem Poungplan i in Widerspruch flehen würde. Es ist aber, wie wir von z u st ä n d i g e r Seite erfahren, gar nicht einmal notwendig, im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit auf den Poungplan zu verweifen. Wir hätten auch ohne den Zoungplan einen klaren Rechtsanspruch auf E r - Haltung der Anlagen. In dem Schreiben des franzüfifchen Oberkommandierenden wird gesagt, daß die Flughäfen zu zerstören und der Erlös aus dem dabei gewonnenen Material dem französischen Schatzamt zu überweisen fei. General Guillau- mal beruft sich dabei auf die Bestimmungen der Rheinlandkommission aus dem Jahre 1920. Inzwischen sind aber neue Vereinbarungen in
An der Bahre des toten Diktators.
Die Ucbcrführunq der Leiche Primo de yiiveras nach Lpanicn.
Paris, 17 März. (TU.) Den ganzen Sonntag üler und auch in den Morgenstunden des Montag heben sich in dem kleinen Hotel im Zentrum der Stabt, in dem Primo be Rivera am Sonntagvor-
Die Rückgliederung des Saargedieis
Eine Kundgebung des Bundes der Gaarvereine in Berlin.
Cr|d)eim lügttch.avtzei Sonntags und Feiertags
Beilagen:
Die Illustriert«
Meßenet Familienblättet Heimat im Bild
Die Scholle
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Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251 Inschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eiehen.
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mittag gestorben ist, zahlreiche französische unb spanische Persönlichkeiten eintragen lassen. Am Montag- M morgen fanb im Totenzimmer eine kurze
Messe statt, an ber nur die Verwanbten des s*.‘ Generals unb einige engere Freunbe teilnahmen.
den späten Abendstunden des Sonntags erschien : * hri Totenzimmer die ehemalige Verlobte Primo de dl ineras, Mercedes Eastellanos Sie wurde von den Kübern des Generals empfangen und weilte einige Minuten kniend neben der Bahre Im Gebet. Mer- 4 cedes Gaftelhmos, die Tochter der Gräfin San ' Helix, war, wie erinnerlich, vor zwei Jahren mit dem Diktator verlobt, die Verlobung wurde jedoch : ;■ einige Monate später aufgehoben.
Am Montagnachmittag wurde die Leiche des ■’ Oencrate im Hotel aufgebahrt und, nachdem 1 ter Geistliche ein Gebet gesprochen hatte, zum T5a hnhos übergeführt. An den nach Spanien gehenden Rachtzug wurde ein besonderer Wagen angehängt, der den Toten befördert.
1 Bordeaux ist bereits General S a n j u r g o mit seinem Sohn und zwei Ordonnanzoffizieren clngetroffen, um die sterblichen Aeberreste des Generals in Empfang zu nehmen. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden der Leiche des Generals Primo de Rivera die militärischen Ghren erwiesen. Der Präsident der Re-
>p u 6 I i t hatte sich durch den Chef des Protokolls iicrtrcten lassen. Kriegsminister Maginot war als Vertreter der französischen Regierung er- 'dbienen.
Die Sanierung der Arbeitslosenversicherung.
Noch keine Einigung der Parteien.
Berlin, 18. März. (D. D. Z.) Die Finanzsachverständigen der Regierungsparteien setzten am Montagvormittag im Reichstag ihre Besprechungen über das Finanzprogramm und die Sanierung der Arbeitslosenversicherung fort. Bisher zeigt sich wenig Aussicht auf einen Ausgleich der zwischen den Fraktionen in dieser Frage bestehenden Gegensätze. Es wird auch bezweifelt, daß vor dem Parteitag der Deutschen Volkspartei eine Einigungsformel gefunden werden könnte. Die Verhandlungen drehten sich am Rachmittag hauptsächlich um die Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Dafür liegen aus den einzelnen Parteien verschiedene Vorschläge vor. Gegenwärtig wird besonders ein Vorschlag erörtert, der das Problem etwa in folgender Weise lösen will: Die Verpflichtung des Reiches zur Hergabe von Darlehen zur Deckung von Fehlbeträgen bei der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung wird a u f g e h o » b e n. Das Reich leistet vielmehr einen bestimmten etat «mäßigen Zuschuß. Ent- steht trotzdem ein Defizit, so soll die Reichsanstalt selbst die Sanierung versuchen durch Ersparnisse in der Verwaltung und andere Maßnahmen, aber innerhalb der Beitragsgrenze von 3 x'2 P rozent. Hält die Reichsanstalt eine Beitragserhöhung oder einen weitergehenden Reichszuschuß für nottoen- big, so müßte sie mit ihrem Antrag sich an Reichskabinett und Reichstag wenden. - Der Widerstand anderer Parteien richtet sich bei
GietzeimAiiMger
General-Anzeiger für Oberhessen
Onitf unb Verlag: vrLhl'lche UntDerfitäls.Bnd). und StelnOnidcrei B. Lange In Sieben. Schriftlettnng und Seschäftsltelle: SchnIIttahe 1.
Die Flottenkonserenz in der Sackgasse.
Italien und Frankreich gelangen nicht zu einer Einigung.
London, 18 März. (WTB- Funklpruch.) ,.Ti- ines" meldet: Gegenwärtig können diefranzö- s schen Zahlen als die wichtigste Frage betontet werden, die der Konferenz vorliegt. Es UÄrd zugegeben, dah in den Besprechungen zwischen Großbritannien und Amerika, zwischen Amerika und Japan und zwischen Großbritannien iLib Iapan beträchtliche Fortschritte errzielt worden sind. Formelle Vereinbarungen süich dagegen nicht zustande gekommen und sind iruch nicht zu erwarten, bevor es sich zeigt, ob Isiü Gegenstand eines Fünfmächteabkommens bilden können oder nicht. Der Patient, der schon im Sterben zu liegen schien, hat sich etwas erholt. Ob aber Aussicht auf völlige (Sendung besteht, ist fraglich. Während Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Japan eine Anzahl ihrer ursprünglichen Pläne aufgegeben anb Opfer gebracht haben, stehen die beiden lateinischen Länder sich noch ebenso ?«genüber wie am Anfang. Italien beharrt nach axe vor auf Parität mit Frankreich. Eine all- gemeine Parität würde aber für Frankreich Unterlegenheit im Mittelmeer bedeuten. Frankreich sicht sich vor dieser Gefahr zu schützen, indem ee ein Programm von solcher Gröhe and stellt, dah es Italien aus finanziellen Dründen unmöglich wäre, Schritt zu Hal- len, besonders angesichts des Vorsprunges, den Frankreich bereits hat. Wenn beide Länder von ihrem Standpunkt nicht abgehen, besteht wenig Hoffnung auf ein Abkommen, das alle fünf Mächte einschlieht.
diesem Vorschlag in der Hauptsache gegen d i e vorgesehene Höchstgrenze für den Beitrag. Man erwägt, der Reichsanstalt einen gewissen Spielraum für vorübergehende Beitragserhöhungen zu gewähren.
Die Tabaksteuervorlage.
Zu der Vorlage über Zahlungsfristenverkürzung für Tabaksteuerzeichen (mit Ausnahme der Zeichen für Zigaretten) und über Aufhebung der Zigarren st euer- lager, die im Reichsrat am Samstag angenommen wurde und nun dem Reichstag vorliegt. hat der Reichsverband deutscher Zigarrenhersteller den Abgeordneten eine Denkschrift überreicht. in der es u. a. heiht:
Eine Verringerung der Zahlungsfrist für Zigarrensteuerzeichen unter den jetzigen Stand würde bedeuten, dah die Zigarrenindustrie die Tabaksteuer früher zahlen mühte, als sie vom Verbraucher hereinkommt. Das liegt einmal da- xan, daß Zigarren, im Gegensatz zu Zigaretten, die frisch verkauft werden müssen, monatelang ablagern müßen, damit sie verbrauchsreif sind. Weiter ist das darin begründet, dah die Zigarrenindustrie ihre Gelder vom Handel erst nach 3 bis 31. o Monaten hereinbekommt. Demgegenüber vorzuschlagen, die Zigarrenindustrie solle für eine Verkürzung dieser Frist sorgen, wäre graue Theorie, denn der Handel zahlt aus dem einen einzigen Grunde nicht früher, weil er es nicht kann. Es ist ein verhängnisvoller Irrtum, an- zunehmen, dah, nachdem das Reich kein Geld hat, das beim Zigarrengewerbe nicht ebenfalls zutreffe. Wir behaupten, dah das Zigarrengewerbe nicht in der Lage ist, bei den geschilderten Umständen die vorgesehene Zahlungsfristverkürzung zu finanzieren. Es ist auch
Kein Grund für Verzögerungen.
Mit der Unterzeichnung der Vounggesehe durch den Reichspräsidenten hat Deutschland die wichtigsten Vorbedingungen für das Laufen des Reuen Planes erfüllt, was noch übrigbleibt, ind Formalitäten. Die unterzeichneten Verträge müssen noch in Paris deponiert werden. Das kann aber erst geschehen, wenn auch die anderen Staaten ratifiziert Haben. Für den ganzen Plan ist dazu notwendig die Annahme der Verträge durch die Parlamente von England, Italien und Frankreich — auf Japan ist wegen der zeitlichen und räumlichen Umständlichkeiten verzichtet worden. Dazu käme dann noch die „Ingangsetzung" der Internationalen Bank, die aber kaum vor dem l.Mai erfolgen kann, nachdem die Schwierigkeiten in der Wahl des leitenden Präsidenten sich bisher nicht haben überwinden lassen.
In einem Punkte allerdings, der für uns ja in unserer Stellung zu dem Reuen Plan ausschlaggebend gewesen ist, in der Räumung, bedarf es der Mitarbeit der anderen Staaten nicht, dazu genügt die Annahme des (Soung- plans durch das französische Parlament. Leider ist hier durch die wiederholten Ministerkrisen eine Verzögerung eingetreten, die vielleicht den Franzosen nicht einmal unbequem war, weil sie dadurch dem Deutschen Reichstag den Vortritt lassen konnten. Jetzt aber soll die Kammer die Beratung der Haager Abkommen in der letzten Märzwoche beginnen, und Tardieu hofft, in der zweiten Aprilwoche den ganzen parlamentarischen Kampf ausgefochten zu haben. Dann könnte auch die Ratifizierung durch Frankreich erfolgen, der ursprünglich ins Auge gefaßte Termin wäre damit nicht innegehalten. Immerhin erfolgt der Abschluß noch früh genug, um die im Haag vorgesehenen Räumungsfristen zu wahren.
Die französischen Rationalisten machen plötzlich Schwierigkeiten und verlangen auch dies Unterschriften Englands und Italiens, die zwar für die Gültigkeit des QJoung- planes selbst erforderlich sind, nicht aber für den Beginn der Räumung. Herr Tardieu hat im Haag dem deutschen Außenminister bestimmt zugesagt, dah hierfür nur die Unterschrift Deutschlands und Frankreichs notwendig sei. Wenn also Mitte April die Unterzeichnung durch Frankreich erfolgt, stehen bis zum 30. Iuni noch zweieinhalb Monate zur Verfügung. mehr als hinreichend Zeit, um die Räumung glatt durchführen zu können, zumal da ja die Franzosen jetzt bereits alle Vorbereitungen treffen und die erforderlichen Rückmarschpläne ausarbeiten können.
Der verstorbene Reichsauhenminister Dr. Stresemann hat Herrn Briand schon früher einmal gesagt, es hieße, dem französischen Generalstab ein schlechtes Zeugnis ausstellen, wenn man ihm nachsagen wolle, daß er für die Bewegung einer — an den großen Kriegsheeren gemessen — kleinen Zahl von Truppen monatelange Vorbereitungen brauchen. Das hat die Franzosen schwer geärgert, eben weil es den Ragel auf den Kops traf. Sie hätten hier einmal Gelegenheit zu zeigen, dah sie sich nicht an den Buchstaben klammem, sondern auch den Sinn der Verträge erfüllen wollen. Dann würden sie sich mit der Räumung beeilen, die praktisch in zwei b i s drei Wochen durchzuführen wäre, so daß schon vor dem l.Iuni kein feindlicher Soldat mehr aus deutschem Boden zu stehen braucht Aber damit werden wir nicht rechnen dürfen. |
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