Turnen, Sport und Spies.
AOT. Südwestdeuischer Turnverband.
Lahn-Tiinsbeig'Gau.
Einen schönen Verlauf nahm das am Sonntag in Waldgirmes zum Austrag gebrachte Gau-Serätewetturnen des Lahn- Dünsberg-Gaues. Der Turnverein Waldgirmes hatte gleichzeitig mit der Veranstaltung seine Winterfestlichreit verbunden, und in turnerischer. als auch gesellschaftlicher Hinsicht einen vollen Erfolz zu verzeich ;n. D.S Wetti r e , das morgens mit dem Turnen der Unter- uno ühütel- stufe seinen Anfang nahm, wickelte sich unter Leitung der beiden Turnwarte, Keller (Rod- heim) und Wagner (Lollar), reibungslos ab und war bereits um 12 Uhr beendet. Mit den Leistungen kann man voll und ganz zufrieden sein; während in der Unterstufe Deibel (Lollar) klar mit 6 Punkten vor dem zweiten siegte, brachte das Turnen in der Mittelstufe einen scharfen Kampf zwischen Zecher (Mainzlar). K a r b e r und S p e i e r (Odenhausen), der erst mit der letzten Hebung mit einem Punkt zugunsten Zechers entschieden wurde. Dor überfülltem Saal trat am Rachmittaz die Oberstufe zu ihrem Siebenkampf an. Leider fehlte hier Hofmann (Lollar), der durch einen Trauerfall verhindert war. Was hier an schwierigen und ejaft ausgeführten Hebungen gerzigt wurde, ist als sehr gut zu bezeichnen. Der 1. Sieg wäre hier Ferber (Waldgirmes) wohl n:i>t zu nehmen gewesen, wenn ihm nicht eine Reckübung mißlungen wäre. So kam H e 11 ch e (Lollar) zum 1. Sieg, dem dichtauf Vie rau (Lollar). Schmidt und Ferber (Waldgirmes) folgten. Der turnerische Teil fand durch eine Ansprache des Herrn Daupert jr. (Wieseck). eingeleitet mit der Preisverteilung, seinen Abschluß. Rach- stehend die Ergebnisse:
Oberstufe: 1. Ludwig Hettche, Lollar. 119 P. 2. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes und Walter Dierau. Lollar, je 117 P. 3. Wilhelm Ferber, Waldgirmes. 116 P. 4. Albert Drescher, Lollar. 114 P. 5. Heinrich Römer, Wieseck. 113 P. 6. Ludwig Lepper. Waldgirmes. 112 P. 7. Herrn. Röhl. Wieseck, 107 P. 8. Otto Dender, Rodheim, 106 P. 9. Gg. Bernhardt, Waldgirmes, 99 P. 10. Heinr. Größer, Steinbach. 98 P. 11. Karl Agel, Lollar, 97 P. 12. Otto Reh. Wieseck. 90 P.
Mittelstufe: 1. Ludwig Zecher, Mainzlar, 119 P. 2. Wilhelm Karber, Odenhausen, 118 P. 3. Wilhelm Epeier, Odenhausen, 115 P. 4. H. Weller. Ahbach, 111 P. 5. Otto Agel. Ahbach. 107 P. 6. Otto Völzing, Ahbach, 105 P. 7. Otto Schlierbach, Rodheim, und Heinrich Velte, Ahbach, je 104 P. 8. Wilhelm Räuber, Waldgirmes. 103 P. 9. Karl Schwarz, Ruttershausen, 102 P. 10. Wilhelm Lepper. Waldgirmes, 101 P. 11. Wilhelm Schmidt, Waldgirmes, 9) P. 12. Wilh. Brück, Dorlar, Ludwig Knorh, Ahbach, und Otto Feiling. Ahbach, ie 97 P. 13. Wilhelm Decker, Waldgirmes, 96 P. 14. Ernst Jung, Lollar und Arthur Löhr. Lollar, je 93 P. 15. Wilh. Krauskopf, Rodheim, und Wilh. Müller, Wieseck, je 89 P. 16. Ludwig Walther, Daubringen, 87 P. 17. Richard Drpler, Kinzenbach, 84 P.
Hn t erst ufe: 1. Ernst Deibel, Lo lar. 128P. 2. Fritz Geißler. Lollar. 122 P. 3. Karl Schwarz, Lollar, und S. Dodenbender, Ruttershausen, je 117 P. 4. Erich Vogel, Mainzlar. 116 P. 5. Alb. Schmidt, Waldgirmes, und Werner Schmulbach. Mainzlar, je 114 P. 6. K. Reinstädtler. Dorlar, 112 P. 7. L. Reinschmidt, Steinbach, 110 P. 8. Manfr. Rathan, Mainzlar. 107 P. 9. Heinrich Muskat, Ahbach. Albert Best. Waldgirmes und Anton Roth, Steinbach, je 106 P. 10. K. Bern
hardt, Waldgirmes. 105 P. 11. Karl Mank, Wieseck. 104 P. 12. Karl Oestreich, Dorlar, und Alb. Schlierbach, Rodheim, je 101 P. 13. Wilh. Diddendorf, Mainzlar, Gust. Räuber, Waldgirmes und Heinr. Schmidt, Kesselbach, je 99 P. 14. Heinr. Weide, Mainzlar und Willi Werner, Wieseck. je 98 P. 15. Karl Vogel, Mainzlar, 97 P. 16. H. Reinhardt, Odenhausen. 96 P. 17. Arth. Schmelz, Wieseck und W. Seh-neider, Odenhausen. 95 P. 18. Erich Schäfer. Kesselbach. 94 P. 19. Ernst Reif. Daubringen, Th. Mühlich, Waldgirmes und L. Fuchs, Mainzlar, je 93 P. 20. Ewald Leib. Kinzenbach und Walter Rimtsch, Wieseck. je 92 P.
Handball im Männeriurnverem (D.T).
To. Alsfeld I — Mlv. Gießen I 2:9 (1:6).
Für den vergangenen Sonntag hatte die 1. Mannschaft des Gießener Männerturnvereins die gleich« des Turnvereins Alsfeld zu einem Handball-Freundschaftsspiel nach hier verpflichtet. Trotz der schlechten Wetteroerhältnisse war der Platz in guter Verfassung. Spielverlauf: Gleich nach dem Anwurf leg- ten die Gastgeber ein flottes Tempo vor und konnten schon in der zweiten und fünften Minute die beiden ersten Treffer buchen. Auch im weiteren Verlauf des Spieles waren di« Männerturner stets stark überlegen und konnten bis zur Halbzeit das Resultat auf 6:1 stellen. 9n der zweiten Halbzeit hatten zwar die Einheimischen dos Spiel jederzeit in der Hand, doch ließ ihr« Ueberlegenhcit durch leichtsinnige Spielweise etwas nach, sie konnten aber trotzdem noch drei weitere Erfolge buchen, denen die Gaste nur einen einzigen Treffer entgegensetzen konnten. Das Endresultat von 9:2 für Mto. Gießen entspricht vollauf dem Spielverlauf. Während der Alsfelder Mannschaft noch die nötige Durchschlagskraft und Spielerfahrung fehlt, führte der Gießener Sturm wieder einmal ein schönes Flügelspiel vor, auch zeigte sich die Hintermannschaft jederzeit ihrer Aufgabe gewachsen.
Handba 1imTv.Tre 6 a.b.Lda. (O.T.)
l. Jgd. To. Vehlar — I. Treis 2:5 (1:3).
Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich am Sonntag in Treis die 1. Iugendmannschaft des Tv. Wetzlar mit der 1. Mannschaft des Tv. „Gut Heil" Treis. Gleich nach Anpfiff entwickelte sich ein sehr schönes technisches Spiel, wobei man eine leichte Ueberlegen« he t der Inifer Mannschaft sah. die auch das Halbzeitergebnis 1:3 zeigte. Rach Seitenwechsel konnte Treis durch den überaus großen Eifer der gesamten Mannschaft und durch flotte Ballbehandlung noch zweimal einsenden, demgegenüber Wetzlar nur noch einmal erfolgreich fein konnte. Das Spiel wurde sehr korrekt geleitet und auch fair gespielt.
Handball der Sp.-Dg. 1900.
Tv. Mendorf a.d. Lda.I — 1900 I 3:5 (2:2).
Tv. Mendorf 1. Jugend — 1900 1. Jugend 0:8 (0:2).
Die 1900er, die am Sonntag bei bem A. D.-T.- Verein Allendorf zu Gast weilten, konnten sich dort von der besten Seite zeigen. Rach hartem, aber jederzeit fairem Kampfe wurden zwei einwandfreie Siege herausgeholt. Daß derjenige der Jugend entsprechend deutlicher ausfiel, entspricht den Erwartungen. Allerdings muß man der aktiven Elf zugute galten, daß sie fünf Leute, darunter vier Stürmer, ersetzen mußte. Die eingestellten, jungen Ersatzleute zeigten sich jedoch der Lage gewachsen und hätten das Resultat auch noch verbessert, wenn nicht verschiedentlich die Latte hinderlich im Wege gewesen wäre. Dabei darf aber nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Läuferreihe sehr gut auf dem Damm war und durch ihre guten Vorlagen am gegnerischen Wurfkreis immer gefährliche Situationen heroorrief. Besonders lobend ist der Gießener Mittelläufer zu erwähnen, der gleichzeitig der beste Mann auf dem
Sie blonde Sklavin.
Vornan von Hermann Weick.
9 Fortsetzung. Nachdruck verboten
Sie erwartet« Felix zum Abendessen. Seit einer Woche war er nicht mehr bei ihr gewesen. Sie hatte ihn mehrmals gebeten, zu ihr zu kommen, aber er hatte sich jedesmal mit Arbeitsüberlastung entschuldigt.
Sie glaubte nicht recht an den Grund dieser Absagen. Ihr schien vielmehr, als sei e: in seinem Verhältnis zu ihr anders geworden als früher ..., kühler, gleichgültig ...
31)r Stolz hatte sich gegen diesen Gedanken aufgelehnt. Sie war es nicht anders gewöhnt, als Daß die Männer ihr zu Füßen lagen, und auch Felix Schulhofs hatte sie bis vor kurzem völlig beherrscht.
Hnd dies sollte sich geändert haben? ...
Ein kaltes Lächeln kam ihr ins Gesicht. Die trat nochmals vor den Spiegel. Das Bewußtsein ihrer Macht, der Macht ihrer stolzen Schönheit, durchströmte sie. Run konnte Felix kommen! Sie war ihrer Dache sicher.
Klavierklänge ließen sie aufhorchen.
Lus Lippen verzogen sich spöttisch.
Sie kannte den Spieler. Es war ein junger Russe, der in der gleichen Pension wie sie wohnte. Sie hatte sich einige Male mit ihm unterhalten; er war ein kluger, etwas sentimentaler Mensch. Dor einigen Tagen hatte er ihr aus „Tristan und Isolde" vorgespielt, meisterhaft, wie sie zugeben mußte; nach den letzten Klängen aber war er vor ihr nieder gesunken und hatte ihr seine Liebe erklärt.
Lachend hatte sie ihn abgewiesen; zu komisch war er ihr mit seinen Liebesbeteuerungen erschienen. Dettdem mied er sie, aber immer wieder drangen aus dem Musiksalon die Tristan-Weisen an ihr Ohr. Da saß er und klagte seine Liebe hinaus ...
Dummer Kerl! dachte Lu und griff nach einer illustrierten Zeitschrift, die auf dem Tische lag. Sie enthielt Aufnahmen vom jüngsten Tennis- furnier in Nizza. Eine der Photographien zeigte Lu Horwitz, an ihrer Seite Felix Schulhofs.
Mit finsterem Gesicht sah Lu auf das Bild.
Gleich darauf meldet« die Zofe Herrn Schulhofs.
Lächelnd ging Lu ihm entgegen.
Sia bot ihm ihre Lippen zum Kusse, die er aber nur flüchtig berührte. Lu hatte es wohl gefühlt; sie trat von ihm zurück und sagte:
„Du warst lange nicht mehr bei mir, Felix!" „Ich hatte immer unheimlich viel zu tun.“ „Das alte Lied! ... Hoffentlich findest du von jetzt ab doch etwas mehr Zeit für mich!"
»Ich denke schon..."
Während sie speisten, schleppte sich das Gespräch nur mühsam hin. Lu gab sich Mühe, es zu beleben, aber Schulhofs blieb einsilbig.
Immer wieder betrachtete Lu ihn forschend. In seinem scharf geschnittenen Gesicht, das wie eine Maske nur hin und wieder ein teilnahmsloses Lächeln zeigte, war heute ein fremder Ausdruck, ein Zug von Entschlossenheit.
3a, Felix Schulhofs war entschlossen..., zur entscheidenden Aussprache mit Lu entschlossen. Mit dieser bestimmten Absicht war er gekommen. Schon mehrmals hatte er mit Luh sich ausein- andersetzen wollen; aber nie hatte sich die rechte Gelegenheit dazu gegeben.
Heute sollte die Sache zum Austrag kommen. Es widerstrebte ihm, noch länger Gefühle heucheln zu müssen, die er nun einmal nicht mehr hegte.
Seine Empfindungen und Wünsche gingen jetzt ganz andere Wege...
„Warum so in Gedanken?" fragte Lu plötzlich. Schulhofs suhr zusammen.
„Derzeihe, Lu!... Meine Arbeit will mir auch jetzt nia)t aus dem Kopse gehen!"
„Das ist nicht sehr schmeichelhaft für mich!" erwiderte sie und konnte ihre zornige Enttäuschung nicht verbergen.
Was sollte das heißen?... Sie saß ihm gegenüber, sie war schön, begehrenswert, andere Männer umwarben sie stürmisch, der junge Russe da drüben, der noch Immer spielte, ßäAe vielleicht, ohne mit der Wimper zu zucken, sein Leben für sie hingegeben... und Felix dachte in ihrer Gegenwart an seine Arbeit!
Entsprang seine Teilnahmlosigkeit ihr gegenüber, diese verletzende Kält«, einer augenblicklichen Laune?... ober... liebte et sie nicht mehr?...
Dieser letzte Gedanke schuf ihr Hnruße. Sie fühlte, wie ihr Herz rascher schlug, und in einer jähen Angst, die sie selbst nicht begriff, betrachtete sie ihren Verlobten.
Was mochte hinter seiner hoben Stirne vor- ?;eßen?... Warum sprach er nicht mehr so zärt- ich zu ihr wie früher?
Eine bisher nicht gekannte sehnsüchtige Regung stieg in ihr auf, der Wunsch, daß Felix sie In seine Arme nehme und küsse...
Das Mahl war zu Ende.
Lu Horwitz legte sich auf den Divan, Felix fetzte sich ihr gegenüber.
Die Zofe servierte den Kaffee. Schulhoff zündete Lu die Zigarette an.
„Danke!" sagte sie und lächelte weich.
Eie bot ein wundersames Bild, wie sie nun in ihrer schlanken Schönheit auf dem Divan ruhte, den rassigen Kopf etwas zurückgelegt, und den Wölkchen ihrer Zigarette nachblickte, die spielerisch zur Höhe strebten.
Schulhoff aber b ieb bei ihrem Anblick ruhig. Wie eine Fremde betrachtete er sie. Ietzt war eS
Platz war. Die Vllendorfer hatten ihre besten Kraft« in der Hintermannschaft. — Das Spiel der Jugend- mannschasten war zunächst offen. Dann kamen de 1900er jedoch immer mehr auf, so daß der Gegner fast vollständig in seine Hälfte zurückgedrängt werden konnte. Der gut aufgelegte Mittelstürmer bracht« sechs Io re, sein rechter Nebenmann deren zwei zustande. Die Mannschaft des Siegers hatte kaum schwache Punkte und dürste, relativ gesehen, das handballerisch Beste darstellen, was die Spieloereini- gung 1900 zur Zeit aufzuweisen hat.
Handball in Hartenrod.
Zum fälligen Derbandsspiel standen sich am Sonntag in Hartenrod die Spitzenmannschaften der ersten Vorrunde Hartenrod l und Fronhausen I gegenüber. Rach flottem Kampf stand das Spiel bei Halbzeit auf 2:1 für Fronhausen. Rach dem Seitenwechsel nahm der Wettkampf wenig schöne Formen an; das Schlußresultat stellte sich unentschieden auf 4:4.
V. f. B.
Di« Ligamannschaft hatte sich die Liga der ..Sportfreunde" S i e g e n zu einem Gesellschaftsspiel eingeladen und vermochte diese nach hartem Kamps mit 2:1 zu schlagen. Wenn die Tordifferenz auch nur sehr knapp ist, so ist der Sieg der D.f.D.-Elf insofern doch recht erfreulich, als er gegen eine Mannschaft errungen wurde, di« der höheren Spielklasse (1. Dezirks» ligaklass«) angehört. Man hatte sich von den Gästen vielleicht etwas mehr versprochen. Allerdings muß man bei der Bewertung der Leistungen den aufgeweichten und glatten Boden berücksichtigen, der den Spielern schwer zu schaffen machte und sie an der Entfaltung ihres Könnens behinderte. Hierunter litt naturgemäß in gleicher Weise auch das Spiel der Plahelf. Sofort nach dem Anstoß kommt D.f.D. vor das Tor der Gäste, vergibt aber di« sich chm bietend« klare Torgelegenheit. Wenig später dasselbe auf der anderen Seite. Der Gastgeber verschärft das Tempo und kommt in exakt vorgetragenen Kombinationsangriffen mehrmals gut vor, ohne zum Erfolg zu kommen. Di« „Sportfreunde“ antworten mit schnellen Gegenangriffen, können diese aber auch nicht nach Wunsch abschließen. Bei verteiltem Spiel vergeht die erste Halbzeit, ohne daß die eine oder ander« Partei eine der sich ihr bietenden Chancen verwerten kann. Mit 0:0 werden die Seiten gewechselt. Rach Wiederbeginn kommt Siegen langsam mehr und mehr auf und gestaltet das Spiel überlegen. Seine Spielwelse wird im gleichen Maße besser, in dem Gießen nachläßt. Die „Sportfreunde" drängen einige Zelt und versuchen mit Macht, die Führung zu übernehmen, was chnen auch trotz aufopfernder Abwehr der Gießener Hintermannschaft gelingt Damit scheint sie aber ihr Pulver verschossen zu haben. D.f.D. rafft sich auf und spielt nun seinerseits stark offensiv. Die Siegener Elf kommt ins Hintertreffen und muß sich bald den Ausgleich gefallen lassen. Der Gastgeber ist auch weiterhin im Dorteil und vermag nach einiger Zelt zum zweitenmal einzusenden, somit das Resultat auf 2:1 zu seinen Gunsten stellend, an dem trotz beiderseitigem Bemühen nichts meßt geändert wird. Schiedsrichter Spurk, Butzbach, leitete sehr gut. Jedenfalls hat die V.f.B.-Elf bewiesen, daß sie auch gegen Mannschaften der 1. Dezirksligaklas.'e mit Erfolg bestehen kann.
Die zweite Mannschaft hatte ein Gesellschaftsspiel mit ber er ft en Nauborns abgeschlossen, das auf hiesigem Platz ausgetreten wurde. Nauborn überraschte durch seine verhältnismäßig gute Spielweise. Trotzdem es schon ziemlich früh infolge Verletzung eines Spielers zahlenmäßig geschwächt war, gelang es ihm, das Spiel mit 2:2 zu beenden. D.f.B. hatte allerdings Pech und hätte auf Grund seiner technischen Ueberlegenheit einen Sieg verdient gehabt.
an der Zeit für Ihn, zu reden, schon wollt« er beginnen, da hob Lu den Kopf.
„Papa hat gestern geschrieben. Er kommt im nächsten Monat für einige Wochen mit Mama hierher."
„So ... Wie geht es ihnen?" fragte Schulhoff darauf ohne sonderliches Interesse.
Er sah wieder Lus Eltern vor sich: den ober- schlesischen Industriemagnaten, eine hochgewachsene, imposant« Erscheinung mit stolzen, hochmütigen Zügen, und Lus Mutter, die in ihrem bescheidenen und stillen Wesen neben ihrem Gatten beinahe verschwand.
Zur Verlobung waren damals die Beiden nach Berlin gekommen, wo Lu, um sich ganz dem Tennissport widmen zu können, seit einem Iahre lebte.
Wie weit lag das zurück!...
„Danke, «s geht ihnen gut!“ antwortete Lu auf Schulhoffs Frage. „Sie freuen sich, dich wiederzusehen!"
In Schulhofs straffte sich ein Entschluß.
„Ich habe dir etwas zu sagen, Lu!"
Sie vernahm das Fremde, Förmlich« in seiner Stimme und sah chn überrascht an.
„Ditte! Ich höre."
Er zögerte. Es war doch nicht so leicht, zu sprechen, wie er es sich gedacht hatte. Hnter Lus fragenden Dlicken, die ihn zu durchdringen schienen, wurde es ihm etwas ungemütlich.
Dann aber dachte er an Eva Witte. Da verstummten all« Dedenken. Run war er ganz rußig.
„Schon längst wollte ich mit dir darüber sprechen, Lu..., ich meine über unser Verhältnis zueinander. Du wirst selbst bemerkt haben, daß es nicht so ist, wie es fein sollte!"
Sie wußte nicht, wohin er mit seinen Worten zielte, und zuckte mit den Schultern.
„Es Ist nicht meine Schuld!" sagte sie vorwurfsvoll. „Du hast dich neuestens sehr zu deinem Rachteil verändert. Wenn jemand Hrsache hat, sich zu beklagen, so bin ich eS, weil du mich vernachlässigt hast!"
Er streifte gelassen die Asch« von seiner Zigarette ab.
„Ich gebe bas zu, Lu! E? liegt mir auch ferne, dir einen Vorwurf zu machen. Die Dinge haben sich eben entwickelt, wie sie sich entwickeln mußten. Der Fehler lag von vornherein darin, daß wir uns gegenseitig nicht recht erkannt haben.“
Lu richtete sich etwas auf. Ihre Augen zogen sich zusammen. In hochmütigem Tone fragte sie-
„Wie soll ich das verstehen?... Du mußt dich schon klarer ausdrücken!"
Sine schwere Spannung lag In der Luft.
„Du wirst zugeben, Lu. daß eigentlich von De- ginn unserer Verlobungszeit an Meinungsverschiedenheiten zwischen uns an der Tagesordnung waren. Wir haben zu verschiedenartige Interessengebiete: du deinen Tennissportich mel»
Mit 2:1 gewann bk dritte Mannschaft in L i ch gegen die dortige erste. Das Resultat entspricht in keiner Weise dem Spielverlauf, nach dem e» wesentlich höher hätte lauten müssen. Gießen erzielte außerdem noch mehrere Tore, die von dem Schiedsrichter zu Unrecht nicht anerkannt wurden.
Auf eigenem Platz sollte die vierte Mannschaft das fällige Derbandsspiel gegen die zweite Daubringens austragen. Da der Gegner nicht antrat, fielen der V.f.B.-Elf die Punkte kampflos zu.
Die Alte- Herren-Mannschaft mußte bei ihrem diesjährigen ersten Auftreten gleich eine hohe Niederlage «instkcken. Allerdings muß man hierbei in Betracht ziehen, daß V f B. zwei Spieler weniger zur Stelle hatte als fein Gegner, de Fußballmannschaft des Gießner Ruderklubs Haffia, der denn auch nach überlegenem Spiel mit 9:1 gewann. Hoffentlich sieht das Rückspiel beide Mannschaften komplett.
Eine prächtige Leistung bot die erste Iugendmannschaft. Sie machte die Im Vorspiel erlittene 0:3-Niederlag« aufs beste wieder wett, indem sie die gleiche von Nieder- Girmes nach überlegen durchgeführtem Spiel mit 4:1 abfertigte. Der Sieg der V f.B.er war verdient; sie zeigten die besi fere Ballbehandlung und vor allem das genauere Zuspiel. Bei etwas weniger Pech hätte das Resultat noch höher lauten können. In Anbetracht der bekannten Spielstärke des Gegners ist das 4:1 ein anzuerkennender Erfolg der VfB.-Mannschaft.
Die zweite Jugend war im Pflichtspiel Gegner der ersten Jugend Grünbergs und mußte fich eine l:3°Niederlage gefallen lassen. Zu berück- ichtigen ist allerdings, daß V.f.B. durch Verletzung eines Sp'elers geschwächt war und auch durch andere Umstände benachteiligt war.
Einen hohen Sieg errang die dritte Jugend- ma nnschaft im Pflichtspiel gegen die erste von Hermann ft ein. D.f.B. zeigte die größere Wettspielerfahrung und führte ein gutes Spiel vor. Her- mannftein konnte trotz lobenswertem Eifer nicht verhindern, daß Gießen mit 7:1 gewann.
Während die erste S ch ü l e r m a n n f ch a f t gegen die zweite der S p i e l v e r e i n i g u n g auf deren Platz 0:0 spielte, hatte die zweite Schäle reif im Pflichtspiel auf eigenem Matz die erste der Spielvereinigung zum Gegner. D.fB. zeigte sich den Blauweißen überlegen und führte bis kurz vor Schluß 1:0, um sich dann noch den Ausgleich gefallen zu lassen.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
Das einzige Fußballspiel der Senioren trug dk« 4. CIf am Sonntag in Steinbach gegen die dor- tige 2. Mannschaft aus. Das Treffen wurde beim Stande von 4:1 vom Schiedsrichter vorzeitig be- endet, da der Platz vollständig spielunfähig war und die Sicherheit der Spieler darunter ganz bedenklich litt. Es muß also an einem anderen Sonntag wiederholt werden.
1. Jugend: Diese trug ihr Pflichtspiel in Heuchelheim gegen die dortige 1. Jugend aus und gewann es, wie erwartet, nach überlegenem Spiel 4:0 (Halbzeit 2:0). Wenn der Platz auch nicht in bester Verfassung war, so sah man doch öfters schöne Spiclmomente, andererseits wurde aber der oft angebrachte Flankenwechsel vergessen, dadurch klebte der Ball immer auf einer Seite und viel Zeit wurde durch unnötige Ausbälle vergeben.
2. Jugend: Auf eigenem Platz setzte sie ihren Siegeszug fort, indem sie die 1. Jugend von Njede r - W e i s e l mit 2:1 bezwang. Die Tore fielen sämtlich in der ersten Halbzeit, in der 1900 stark überlegen war. Die zweite Halbzeit brachte ein ausgeglichenes Spiel, mehrere Torchancen konnte kein« der Parteien ausnutzen.
1. Schüler: Das Pflichtspiel führte sie mit der 2. Schülermannschaft von V. f. B. zusammen. Mit 8 Mann traten sie dem Gegner entgegen und vergaben damit den Sieg. Das Spiel endete 1:1. — 2. Schüler: Diese warteten mit einer guten Leistung auf,' indem sie gegen die 1. Schüler von
neu 'Beruf! Ieder hält fein Betätigungsfeld für das wichtigste. Dei gutem Willen hätte sich vielleicht ein Weg finden lassen, damit jeder von unS zu seinem Recht gekommen wäre. Aber daran hat es gefehlt!"
„Wem?... Dir oder mir?" unterbrach 2u ihn scharf.
„Vielleicht uns beiden! Du mußt aber zugeben, daß bei aller Dewunderung für dein Tennisspiel für mich meine Arbeit doch wichtiger ist. Ich hatte auch gehofft, daß du daran Anteil nehmen, in meinem Schaffen mit mit leben würdest.... statt dessen war dir meine Arbett lästig hast du dich immer wieder beklagt, daß sie mich hindere, für dich da zu fein, wenn du es wünschest. Daß dies, wenigstens für mich, ein ganz unmöglicher Zustand ist, wirst du begreifenr
Lu hatte sich wieder zurückgelegt. Aerger stieg In ihr auf; sie hatte Felix doch nicht für diesen Abend eingeladen, um nun derartige überflüssige Auseinandersetzungen zu führen. Immer noch glaubte sie, daß seine Klagen einer vorübergehenden Verstimmung entsprängen; da war es am besten, ihn reden zu lassen.
Sie machte eine abweisend« Gest« mit ber Hand.
„Ich kann mich nicht ändern! Ich bin nun ehv mal, wie ich bin!“
Schulhoff nickte.
„Gerade darum sprech« ich mit dir, Lu! Weil ich weiß, daß dieser für mich unerträglich« Zustand niemals anders werden kann. Denn wir passen nicht zueinander, wenigstens nicht für eine Ehe! Deshalb bin ich dafür, daß wir uns trennen, eße es zu spät ist!"
Lu fuhr in die Höhe.
Fassungslos faß sie Schulhoff an.
Ein wilder, heißer Schmerz durchzuckte sie. Aber er verstummte vor der maßlosen Empörung, die sie empfand.
Wie Peitschenhiebe hatten feine Wort« sie getroffen.
Das wagte er, ihr zu sagen..., ihr, Lu Horwitz!... Den Abschied gab er ißt...
Sßr Stolz bäumte sich auf. Ihr Antlitz war tobe "Maß geworden. Hochaufgerichtet stand sie vor ihm.
Hatz lohte in ihren Augen.
„Ich denke, unsere Hnterredung ist hiermit zu Ende!" stieß sie hervor.
Auch Felix Schulhofs hatte sich erhoben. Er fühlte, was in Lu vorging, und eine mitleidige Regung stieg in ihm auf.
„Wenn du rußig über meine Worte nachdenkst, wirst du mir recht geben...“
Eie schnitt ihm das Wort ab und wies mit ber Hand zur Tür.
„Spare dir weiter« Erklärungen!" sagte sie kalt. „Du kannst gehen! Ich halt« dich nicht!"
(Fortsetzung folgt.)


