SJ.-fpori
Lin Protest des Mer Kememderals
Nachdruck verboten
4. Fortsetzung.
3.
Eva Hirtberg wohnte Familie an der Plaza machte ihr immer wieder Ion ihres Zimmers aus
bei einer sehr netten Urquinaona, und es Freude, von dem Dal- das lebhafte Treiben beobachten. Sie hatte
D Lich, 15. Rov. Der Gemeinderat unserer Sta^t trat zu einer dringlich einberufenen Sitzung zusammen. Bürge ^meister Geil gab dabei bekannt, daß
die Reichspost in einem Teil der zum Poslbestell- bezirk Lich gehörigen Gemeinden Erhebungen darüber anstelle, ob Interesse für eine von Butzbach ausgehende Landposloerkraslung bestehe.
Er nahm gegen das Projekt einge-end Stellung und fand einmütige Zustimmung. Linier einstimmiger Verwahrung ge.en diese Ablicht wurde eine Entschließung a.igcuom- men und der Bürgermeister beauftragt, ail’ geeigneten Schritte gegen die Abtrennung der zum Postbestellbezirk Lich ge- hörigenOrtezu unternehmen und nach Mog- lichkeit auf eine vonLichausgehendeDer- k r a f t u n g hinzuwirken.
(5m übrigen beschäftigte man sich mit folgenden Angelegenheiten: Aeuwahl der Schätzer in Ausführung des Reichsv.e)!euchengefctzes. Für die nächste Amtszeit wurden gewühlt als Schützer Luüwig Heller und Christian Alb ohn, a.s . Stelldert.etec Friedrich Menges VI. und Hermann Philipp Dietz. Ferner stimmte der ~ Gemeinderat den von der landwirtschaftlichen Kommission beschlossenen Maßnahmen zur De- kampfung der Feldmäuse zu und stellte den für Beschaffung üeS Siftwe'.zeTrs ersorderlichen Kredit zur Verfügung. ____
Hierauf befaßte man sich mit einer Anregung des Kreisamtes Gießen (Bezirkssürsorgcstolle) über die Volksbildung der Erwerbslosem Der Verband Ahein-Mainischer Volkshochschulen, der Richtlinien für die Volksbildung der Erwerbslosen ausgearbeitet hat. w.ll für diesen Zweck entsprechende Filme gegen eine mäßige Leihgebühr zur Verfügung stellen. Der Gemeinderat vertrat einstimmig die Auffassung, daß dre Anregung für hiesige Verhältnisse nicht in Betracht kommen könne, und er beschloß, von einer Beteiligung der Stadt Lich abzusehem
Sodann wurde der Aufnahme eines zinsverbilligten Darlehens in Höh« von 15 0C0 Ml, das der Stadt Lich für die Ausführung von Aotstandsarbeiten durch Wohlfahrtserwerbslose bewilligt worden ist, zugestimmt. Geldgeberin ist die Dezirks- sparkasse Gießem
Weiterhin wurde ein Gesuch der hiesigen Standesherrschaft zur Führung einer privaten Wasserleitung in dem unteren Teil des alten Gardenteicher Wegs in widerruflicher Weise genehmigt. ’
Wegen der Verwertung der im Stadtwald zum Anfall kommenden Christ bäume (zirka 100 bis 150 Stück) beschloß der Gemeinderat, die Bäume in eigener Regie verkaufen zu lassen.
Die Lieferung von zirka 150 Kubikmeter Strahenunterhaltungssteine wurde dem Karl Friedrich Eise zu Lich zu seinem Angebot von 6.50 Mark je Kubikmeter Übertragern
des schönen Platzes zu ____
vorhin ihren Morgenkaffee getrunken und blickte nun interessiert vom Balkon auf das gewohnte und doch stets wechselnde Bild zu ihren Füßen
In unserem Orte wurden durch die Schulkinder für die Studentenhilfe in Gießen 67 Körbe voll Kartoffeln gesammelt.
Kreis Wetzlar.
cZ Krofdorf, 16. Nov. Die für den Volks» bunb Deutsche K r i e g s g r ä b e r f u r s o r g e veranstaltete Sammlung hat in den Gemeinden
Oer Dreizehnte.
(Roman von Anny von panhuyö
Copyright 1929 by Verlag Vechthold Braunschweig
zur deutschen Freiheit, zur Lösung der Versailler Fesseln und der Weg zur deutschen Einigkeit gefunden. Erst dann, so fuhr der Redner fort, wenn der neue Staat die Schlacken einer abgelosten Epoche über Bord geworfen habe, sei ein ehrenvolles und würdiges Leben unter dem Danner Echwarz-Rot- Gold, den Farben des alten Darbarossa, möglich.
Die Zuhörer nahmen den Vortrag mit lebhaftem Beifall auf. Die Versammlung verlief ruhig.
Kreis Friedberg.
2$. Bad-Rauheim, 16. Rov. Der hiesige Verkehrsverein war bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a. 211. um Vermehrung der von hier ausgegebenen Sonntagsfahrkarten eingekommen, vor allem war an Orte an den von Gießen ausgehenden Anschlußstrecken gedacht. Die Reichsbahndirektion konnte jedoch dem Wunsche nicht entsprechen, da nach ihrer Auffassung es für den Reisenden keine besondere Zumutung sei, sich beim Umsteigen in Gießen eine weitere, von dort gültige Sonntagskarte zu lösen, zumal für jeden Anschluß in Gießen genügend Zeit zum Rachlösen sei.
/ As senhe im, 14. Rov. Als heute nachmittag der Maurermeister Hch. Müller IV. aus Gedern auf seinem Motorrad in unser Dorf einfahren wollte, geriet das Rad ins Rutschen. Seine Frau, die auf dem Soziussitz saß, wurde heruntergeschleudert und erlitt einen schweren Schädelbruch. Die Tedauerns- werte wurde dem Krankenhaus in Gedern zuge- führt.
Oberbeff en.
Landkreis (ließen»
X Klein»Linden, 16. Nov. Der Altveteran und Eisenbahnschaffner i. R. August Steger, Frankfurter Straße 75, feierte vor einigen Tagen in geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen zuteil.
=.= Watzenborn-Steinberg, 15. Nov. Unser Mitbürger JohannesHäuser XL, Bahnhofstraße 29, beging heute bei körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 8 9. Geburtstag.
is. Steinbach, 16. Rov. Unsere Gemeinde- Hebamme Elisabeth Dender Wwe. trat jetzt im Alter von 65 Jahren in den R u h e - st a n d. Seit dem Jahre 1894 hat sie 36 Jahre hindurch in treuer Pflichterfüllung und bester Zu- friedeicheit ihren Dienst versehen und wähvendi dieser Zeit 711 Geburtshilfen geleistet. Ihre Rachfolgerin ist Frau Helene Müller. — Zum Holzhauen im hiesigen Gemeindewald waren 42 Anmeldungen eingegangen. Unter Berücksichtigung der heutigen Verhältnisse konnten nur Erwerbslose und Ausgesteuerte eingestellt werden.
! Inheiden, 16. Nov. Bei der in unserem Feld abgehaltenen Treibjagd wurden 63 Hasen, zwei Füchse, vier Fasanenhähne und drei Rebhühner zur Strecke gebracht.
! Langd, 16. Nov. Dieser Tage konnte der Vater unseres Bürgermeisters Fritz, der Zweitälteste Einwohner unseres Dorfes, bei bester körperlicher und geistiger Gesundheit seinen 8 5. Geburtstag feiern.
Duero unmöglich der Mörder sein. Denn ich kann «s mit hundert heiligen Eiden beschwöreru, er hat sich von dem Augenblick an, wo er den Wagen um ein halb nach drei mit uns anbern vor dem Geschäft bestiegen, bis um acht Uhcr, als wir heimkamen, nicht eine einzige Minute aus unserer Gesellschaft entfernt. Und wenigstens ein paar der andern, die diese Fahrt afö Clowns auf dem Reklamewagen mitmachten, müssen es genau wie ich beschwören können. 2Öie wäre es da also möglich, daß er seinen Dover um fünf Uhr erschossen hätte?"
„Wahrhastig? Madre mia, können Sie das beschwören?" javste Donna Maria. „O, das wäre ja ein großes Glück für den jungen Duero."
Eva Hirtberg achtete gar nicht aus das, waS die Frau noch weiter sprach, sie schlüpfte in ihren dunkelblauen Mantel, drückte, das weiße, vorn aufgeschlagene Filzhütchen tief in den KoPf, und, der Frau zuwinkend, eilte sie davon.
Aber wie so ganz anders trat sie heute den Gang ins Geschäft an als sonst an anderen Mor- gen. Sonst schritt sie froh und unbekümmert dir Via Layatana hinunter und freute sich über alles, was sie umgab. Die hohen neuen Häuser interessierten sie und sie warf manchen . Blick ür die alten Gassen, die hier noch überall abzw^g- ten. Immer wieder erfreute sie sich an dem Bild der ragenden Kathedrale über einem 23iectel alter Häuser, aber heute sah sie nichts von allem. Sie dachte: wie konnte es nur geschehen, daß Primo Duero als Mörder seines Vaters verhaftet wurde, wo es doch so leicht für ihn war, seine Unschuld zu beweisen.
Sie bemerkte schon von weitem eine Ansammlung von vielen Menschen vor dem Hause in der Calle Fernando, und als sie näher kam, konnte sie überhaupt nicht mehr vorwärts. Sie sah Polizisten vor der Haustür stehen. Energisch schob sie sich durch.
„Lassen Sie mich doch weiter", bat sie, „ich muß doch in das Haus."
Ein Sicherheitsbeamter in seinem leuchtend roten Uniformrock tief: „Weitergehen all«, die nicht in das Haus gehören!"
Eva sah, die Läden vor den Schaufenstern und der Ladentür waren fest geschlossen und alles bewies ihr, das Schreckliche, was sie heute gehört und was sie immer noch ein wenig angezweifelt, war grausige Wahrheit. Sie schob sich weiter, gelangte bis zu dem Beamten, sagte hastig: „Ich bin eine Angestellte des Geschäfts.'
Er nickte: „Treten Sie ein, Ihre Kollegen stnv schon drinnen."
Eva war es, als wehe ihr eine dumpfe Luft auf dem Hausgang entgegen. Ihre Rerven waren so angespannt, daß ihre Phantasie zu arbeiten begann und sie einen eklen Dlutgeschmack auf der Zunge spürte.
(Fortsetzung folgt.)
Gedanken verfallen, es handle sich um ihren Ches.
Wenn der Ermordete von dem eigenen Sohn getötet wurde, brauchte sie wirklich nicht an Jose Duero denken, denn Primo Duero war ein grün bautet, anständiger Mensch, der würde sicher niemals die Hand gegen seinen Vater erheben.
Sie holte tief Atem, damit der Druck, der ihr auf der Brust lag, Weggehen sollte. Aber es gelang ihr nicht ganz, wenn sie sich auch ein Wenig freier fühlte.
Ihre Wirtin klopfte. Sie hatte einen zotteligen Bubikopf, in dem ein paar Lockenwickel wie kleine Spieße steckten, und ihr gelblicher, interessanter Teint war durch schneeweißen Puder verunstaltet.
„Madre mia", tief sie ein tretend, „wissen ©te es schon, Sennvrita, weil Sie aussehen wie aus Porzellan? Madre mia, Sie können es ja noch nicht wissen!"
Eva Hirtberg hatte schon daheim spanisch gelernt und durch das Jahr praktischen Umgangs volle Sicherheit gewonnen.
Sie war aufgesprungen und stieß erregt hervor: „Ich hörte die Zeitungsverkäufer schreien, es wäre in der Calle Fernando ein Juwelier ermordet worden von seinem Sohn. Ich erschrak, weil ich doch in der Straße —"
Sie konnte nicht weiterreden. Ihr sah ein entsetzlich würgender Knäuel im Halse.
Die Wirtin vollendete: „Natura Elemente! Weil Sie in der Calle Fernando in einem Juwelengeschäst in Stellung sind. Und leider ist Ihr Schreck nicht grundlos, der Juwelier Jose Duero ist ermordet worden und sein eigener Sohn wurde als Täter verhaftet."
Eva Hirtberg packte die Frau an den Schultern und, blaß bis auf die Lippen, fragte sie erregt: „Wann ist denn der Mord geschehen und was wissen Sie davon?"
Die Frau machte ein einfältiges Gesicht und lächelte dann: „Ich verstehe doch Ihre Sprache nicht, Sennvrita!"
Eva Hirtberg' ward sich erst jetzt dessen bewußt, sie hatte in der Aufregung deutsch gesprochen.
Sie fragte nun auf spanisch: „Wann ift der Mord geschehen und was wissen Sie davon?"
Sie ließ die Schultern der Frau los, murmelte eine Entschuldigung.
Die gute Donna Mana suhlte sich durch Die etwas grobe Berührung nicht gekränkt. Sie ward sehr beredt und erzählte, was sie eben in der „Danguardia", ihrem Morgenblatt, gelesen.
Eva hört« aufmerksam zu, blickte dabei ab und zu auf die Uhr, und dann sagte sie plötzlich, den weiteren Redestrom der Frau zurück- dämmend: „Ich muß für alle Fälle pünktlich wie immer ins Geschäft gehen. Weiteres werde ich ja dort hören. Im übrigen kann Primo
nieder.
Die Wogen des Verkehrs brandeten noch nicht so hoch wie zur Mittagszeit, aber sie waren schon stark in schaukelnd rhythmischer Bewegung. Autos hatten es eilig, ihre Herren in die Geschäfte zu bringen. Ein Tram nach dem anderen zog vorbei, es ward eine fast ununterbrochene Kette, und die hohen Aufbauomnibusse zogen zwischendurch wie fahrende rote Häuser, in dessen ersten Stockwerk sich die Menschen genau so drängten w.e im Erdgeschoß. Die Zeitungsverkäu- fer schrien wild und lärmend durcheinander. Wie das Kriegsgeschrei indianerspielender Jungen klang es, dachte Eva, und über ihr rosiges, zartes Gesicht glitt ein Lächeln. So ähnlich hatte es geklungen, wenn ihr Bruder mit seinen Freunden in dem kleinen Fichtenwald des märkischen Heimatstädtchens die Gestalten der Mayschen Ro- mane hatte lebendig werden lassen. So ähnlich schrie die kleine, von Jugend und Abenteuerlust wie toll gewordene Bande, wenn Old Fire- hand seine Getreuen um sich versammelte, um Feinden den Kampf bis aufs Messer zu erklären. Mit rollenden Augen, allerlei Federwerk und Papierfehen ins Haar gesteckt, spielten sie Indianer. Eva Hirtoerg lächelte noch immer. Wie fern war das alles, woran sie nun die Rufe der Zeitungsverkäufer erinnerten, wie fern und weit.
Der kleine Fichtenwald, in dem einst lustige Dubenstimmen ihre Lebensfreude hinausbrüll- ten, lag wohl jetzt in Schnee eingebettet und die Februarsonne zauberte Glitzern und Funkeln aus dem blendenden Weih.
Hier auf dem Platz bestrahlte die Sonne stolze Palmen und bunten Blumenschmuck, der leuchtend grünen Rasen begrenzte. Eva Hirtberg stand versunken in ihre Gedanken.
Heimat! Sie sehnte sich plötzlich dorthin mit starker, elementarer Sehnsucht. Eigentlich zum erstenmal seit dem Jahre, das sie schon hier verbracht, empfand sie so ein starkes, fast überwältigendes Sehnen nach der Heimat. Rach der engen
Kreis S Itcn.
Laubach, 16. Noo. Auf das Anwesen des hiesigen, in Konkurs befindlichen Zigarrenfabrikanten Adolf Repp wurde bei der Versteigeruna als Höchstgebot 1 3250 RM. abgegeben, obwohl der Wert des Wohnhauses und Fabrikgebäudes ein wesentlich größerer ist.
Krcls s;
+ Schadenbach, 16. Nov. Der Kartoffel» sammlung der Gießener Studentenhilfe war hier ein voller Erfolg beschieden. Sämtliche Landwirte ohne Ausnahme, stellten einen Korb voll zur Verfügung, so daß 21 Körbe voll zusammen kamen.
chNieder-Ge münden, 16. Nov. In unserem Dorfe wurde ein Geflügelzüchterverein gegründet, der den Romen „Geflügelzuchtverein Rieder-Gemünden und Umgebung" tragen soll. Zum Vorsitzenden wurde Schneidermeister Wit- t i ch, zum Schriftführer Herr L. O 11 e t b e i n, beide aus Rieder-Gemünden, und zum Rechner Herr K. Kehl aus Burg-Gemünden gewählt. —
kleinen Heimat, aus der sie doch herausgästrebt, um ein Stückchen von der großen Herrgottserbe kennenzulernen.
Ihren Bruder Erich hatte dieses Fernenweh, das auch sie empfunden, noch weiter fortgetrieben. Dis hinüber über das Weltmeer. Er lebte in Rio be Janeiro als Dankangestellter. Sie hatten ja auch in bem kleinen Heimafstädtchen niemanb, Der ihnen besonders nahestand, außer einer alten Großtante, die immer mürrisch war und nur auf die heutige Jugend schimpfte, die verlottert und unmoralisch wäre, und die Elterngräber. Eva seufzte unbewußt. Cs war dennoch etwas Eigenes um die Heimat. Mochte man noch so weit gehen, man mußte doch zurückschauen, und wenn es der einfachste Erbenwinkel war. Dort, wo man die Kinberspiele gespielt, war heiliger Doben, dort lag baS Paradies.
Sie schreckte zusammen unb strich sich mit der Hand über bas leicht gewellte, einfach gescheitelte Dlonbhaar, bas im Racken flach aufgesteckt, fast ben Anschein eines Pagenkopses erweckte. Aber Eva Hirtberg hatte sich nicht, wie es bie Mobe immer herrischer gebot, von ihrem langen Haar trennen mögen.
Sie war erschreckt zusammengefahren, weil sich ber eine Zeitungsverkäufer jetzt wie rasend gebärdete, unb nun verstaub sie auch, was er immer toieber förmlich hinaustrompetete: „Morb in ber Calle Fernando, ein Juwelier ermordet von dem eigenen Sohn!"
Eva Hirtberg horchte noch einmal angestrengt auf das, was ber mit mächtigen Stimmbänbern Gesegnete schrie. Sie vernahm genau basselbe wie vorher.
Ihre Heimatsehnsucht war so jäh verflogen, wie sie gekommen. Sie sah nicht mehr bie breit» tronigen Palmen bort brüben über bem grünen Rasen, bie sie ft> liebte, sie sah nicht mehr bas emsige Durcheinanber unten auf bem Platze, unb der Himmel war nicht mehr so türkisblau, was sie immer toieber betounberte. Er war zu einer grauen Decke geworben, bie sich in bleierner Stumpfheit auf sie niebcrsenken wollte. Sie trat in ihr Zimmer zurück, bie Schreie ber Zeitungsverkäufer verursachten ihr Kopfschmerz.
Sie blickte auf bie kleine Weckeruhr ihres Rachttisches. Sie hatte noch reichlich eine Viertelstun be Zeit, ehe sie ins Geschäft zu gehen brauchte.
Sie brückte sich tief in bie Ecke bes kleinen grünen Tuchsofas unb saun mit pochenden Schläfen, wie kam sie nur auf die schreckliche Idee, mit dem ermordeten Juwelier in ber Calle Fernando könne Josö Duero gemeint sein? Es gab ja gerade in ber Straße viele Juweliergeschäfte. Sehr viele. Weshalb hatte sie sich nur gleich fo maßlos erregt?
Sie fühlte bas starke Zittern ihrer Glieder. Du lieber Himmel, wie burfte sie nur auf ben
«bekanntlich kürzlich in Eisenach tagten, an bat Verhanblungstisch setzt. Man broht mit bat schönsten Strafen, Disqualifikation unb Ausschluß. Es bürste jedoch in der nächsten Zeit fahr wahrscheinlich zu einer Aussprache kommen. Es ist sehr leicht möglich, bah bei ber am 29. unb 30.Rovember in Erfurt ftattfinbenben Sihrvrg bes geschäftsführenden Bundes-Ausschusses c®e eingehende Besprechung über ben derzeitigen Stand unb die Entwicklung des deutschen Professionalismus zustande kommt. Es"tst-allerdinäs bei der Mentalität der Bundesführer noch nicht ohne weiteres vorauszusehen, ob die Grohvereme mit ihren Wünschen auf Gegenliebe stoßen werde«. Tenniskampf Deutschland - Schwede«
Die Schweden bleiben mit 4:1 erfolgreich.
Der dritte Hallentenniskampf Deutschland gegen Schweden, der am Sonntag in der neuen Mannheimer Tennishalle zum Abschluß gebracht wurde, endete mit einem erwarteten Siege der Gäste. Die Nordländer blieben mit 4:1 erfolgreich. Der Schwede Oesterberg fertigte im Herreneinzel Dr. Buß-Mannheim leicyt 6:4, 6:1, 6:1 ab. Dr. Dessart holle anschließend den einzigen Punkt für Deutschland durch einen 6:4, 9:7, 6:0°Sieg über Romberg. Im Doppelspiel mußte sich das Paar Dr. Buß-Oppenheimer nach einer anfänglichen Ueberlegenheit den Schweden Oestberg-Henning mit 3:6, 4:6, 6:1, 6:4, 10:8 beugen.
Tagung des Deutschen Motorrad- fahrer-Verbanbes.
Am Sonntag hielt der Deutsche Motorrad^ fahrer-Berband in Frankfurt a. M. seine Generalversammlung ab, ayf ber wichtige Be» schlüsse gefaßt wurden. Sv würben zwei Anträge, eine Steuerermäßigung für berufstätige Fahrzeuge bei der zuständigen Behörde zu erreichen unb einen Stellennachweis ähnlich dem beim! ADAC, einzurichten, angenommen. Der Haushaltsplan fanb Genehmigung. Die bekannten Fahrer Zünborf, Winkler und Pätzolb würben für ihre Verdienste. mit bem goldenen Sportabzeichen ausgezeichnet. Man wlll nun auch im DMV. eine reinliche Scheidung zwischen den Amateuren unb Berufsfahrern anstreben unb eine . Klaffe Fahrer schaffen, bei beten Erfolgen mrc die Ramen der Fahrer und des Klubs, nicht die der Maschinen genannt werden sollen Das gesamte alte Präsidium wurde wiedergewählt» für ben ausscheibenben Herrn Löckeritz, Berlin, fanb man in Dr. Wettstädt, Berlin, einen würdigen Rachfolger.
Reichsverband der Lustfahrzeughalter.
Unter Mitwirkung ber Deutschen Lufthansa, bar Süddeutschen Luftverkehrs AG., ber Rord- bayrischen Verkehrsflug AG., der Deutschen Vev- kehrsfliegerschule, der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, des Deutschen Lustfahrb- verbandes, der Luftdienst GmbH, unb ber 'Seub- schen Luftfahrt GmbH, würbe mit bem Sitz ia Berlin (Flugverbanbshaus) ber „ReichsverbcmL» ber Deutschen Luftfahrzeughalter e. V." gegründet. Zweck bieses Verbandes, in bem alle namr- haften beutschen Flugzeughalter sich zur Wahrung ihrer Interessen zusammengeschlossen haben, rft laut Satzung: Forderung ber Haltung von Sufi»
des Amtes Atzbach unb Launsbach 447,60 Mk. ergeben. Der Betrag verteilt sich auf die einzelnen Gemeinden wie folgt: Atzbach 39,85 Mk., Dorlar 69,40 Mk., Dutenhofen 94,60 Mk., Garbenhsim 42 Mk., Kinzenbach 20,70 Mk., Krofdorf-Gleiberg 64,10 Mk., Vetzberg 16,80 Mk., Launsbach —, Odenhausen 28,10 Mk., Salzböden —, Wißmar 72,05 Mark.
Fußball der Gießener Mannschaften.
Am Sonntag stellte bie Spielvereinigung 1900 fünf Mannschaften ins Feld. Die Liga trug ein Gesellschaftsspiel gegen den VfB. Weidenau (Siegen) aus unb verlor nach sehr interessantem Verlauf 3:0. 1900 IV. Mannschaft stand Doubringens II. gegenüber unb gewann 4:1. Die I. Jugend hatte bie 1. Jugend von Germania Marburg zum Gegner, gewann ebenfalls, und zwar mit 2:1. Die II. Jugend überfuhr bie II. Jugend von VfB. Gießen überraschend mit 6:0. Die I.Handball- mannschaft ber Spielvereinigung kämpfte gegen Tv. Wiesecks I. und konnte das Spiel mit 9:2 für sich entscheiden.
Fußball in Hessen-Hannover.
FC. Ockershausen würbe auf eigenem Platze von „Germania" Fulba 1:3 besiegt: VfB. Gießen wurde in Kassel von der Spielvereinigung Kassel geschlagen und verlor hoch 7:3: Sport Kassel brachte Hessen 09 mit 5:0 eine hohe Riederlage bei. Kurhessen Kassel gewann gegen Großalmerode 5:2 und SC. Kassel schlug Rvrtheim ebenfalls mit hohem Ergebnis. Das Spiel endete 8:2 für SC. Kassel.
punffefämpfe in der Gruppe Main.
Eintracht Frankfurt vor dem Ziel.
Die Spiele vom 16. Rovember haben die Situation in der Gruppe Main etwas geklärt. Für die Besetzung der drei ersten Tabellenplätze kommen nur noch vier Mannschaften in Frage: Eintracht, Kickers Offenbach, Union Riederrad und Rot-Weiß Frankfurt. Der FSB. Frankfurt, ber seit langen Jahren wenigstens auf einem „Platz"- zu finben war, ist zum ersten Male ausgeschaltet. Die Eintracht braucht nach ihrem 2:0 (1:0) Sieg über ben FSD. nur noch einen Punkt, um Meister zu sein. Dieser eine Punkt wird allerdings nicht ganz leicht zu holen (ein, ba bie beiben noch ausstehenden Spiele in Offenbach und in Bieber stattfinden. Hart wird noch ber Kampf um bie beiben Plätze werben. Rot-Weiß sicherte sich seine Chance burch einen 3:1 (2:0) Sieg über Kickers Offenbach, Union Rieberrad schlug Hanau 93 5:3 (2:2). Fechenheim, bereits zum Abstieg verurteilt, schlug Germania Bieber 3:1 (1:1) unb kam bamit zu seinem ersten Sieg.
Oie Punktekämpfe in Hessen.
Bei ben Punktkämpfen ber Gruppe Hessen gab es am Sonntag bie größte Sensation der Saison, als SD. Dann stabt 93 Alemannia Worms auf beten Platz mit 2:0 schlug. Die Wormser Wor- maten konnten burch ein 2:2 gegen Mainz 05 ben einen noch notwendigen Punkt für ihre vierte, Hessenmeisterschaft holen. Der 1. FC. Langen fertigte ben DfL. Reu-Isenburg mit 2:0 ab, SV. Wiesbaden schlug den Reuling Urberach 3:0 unb rückt dadurch an die zweite Stolle der Tabelle. Isenburg unb Alemannia Worms teilen sich mit je 13 Punkten ben britten Platz.
Vor einer Sitzung?
Großvereine und Bundesvorstand.
Die Lanbesvetbände des Deutschen Fußball- Bundes protestieren heftig dagegen, baß sich der Bunbesvorstanb mit ben 17 Großvereinen, bie


