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Veschleumgung der Saarverhandlungen

an der Nordwestküste Spaniens.

Ernste llnruhen in Kalkutta

heit vor dem Feinde und Desertion a b g e s ch a f f t wird.

Kein Wohnungswechsel Hitlers.

München. 15. April. (WTB.) Zu den Ber­liner Blättermeldungen, die von einer Heber- Nedlung Adolf Hitlers und desVölkischen Beobachters" nach Berlin sprechen, erfährt her Landesdienst des Süddeutschen Korrespondenz- bureaus von der Leitung der Nationalsozialisti­schen Arbeiterpartei, das) diese Meldungen voll­ständig unrichtig seien und ein Wohnungs­wechsel Hitlers keineswegs geplant fei. Lediglich dn Nedaltionsbureau würde im Oktober in -Berlin errichtet werden.

der Zollausschuh, in eine Erörterung eintreten, für die nunmehr ein bestimmtes Arbeits- Programm aufgestellt worden ist.

Der Grubenausschuß soll beispielsweise erörtern, ob und unter welchen Bedingungen die be­kannten Pachtverträge (Warndt-Verträge) von Deutschland übernommen werden können, wei­tere Probleme betreffen die Besichtigung der Bergwerke, die Feststellung des Ankaufspreises und die Festlegung der Zahlungsbedingungen. Der Zoll- und Wirtschaftsausschuß hat vor allem die Frage zu prüfen, ob und inwieweit eine Aufrechterhaltung der bisherigen Wirt- fchoftvbezichungen zu Frankreich bis 1935 zu- gestanden werden kann und welche etwaige Ucbergangsregelung nach 1935 zu treffen sein wird.

Die neue Phase der Verhandlungen läßt sich dahin kennzeichnen, daß man zunächst die Aus­tragung der grundsätzlichen Meinungsverschie­denheiten über den künftigen Besitz der Kohlen­gruben, sowie über die sofortige Beseitigung des französischen Zollregimes zurückgestellt hat (wobei es überflüssig ist, nochmals zu betonen, das) für Deutschland eine französis che Be­teiligung nicht in Frage kommen kann), ohne daß dies iedo-b irqenbei'' materielle Kon­zession der beiden Dertragsunterhändler bed'u- tei. Es soll oa dit nur vezwe^. werden, daß die beiden Ausschüsse von den grundsätzlichen Aus­einandersetzungen befreit werden und zunächst einmal versuchen, zu praktischer Arbeit zu ge­langen.

London, 16. April (TU. Funkfpruch.) 3m Caufe des vom Indischen Rationalkon- g r e h wegen der Verurteilung von Pandit N e h r u und des Bürgermeisters von Kalkutta an­geordneten I r a u e r t a g e s ist es wie in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe schon kurz gemel- del. D. Red.) in Kalkutta zu sehr ernsten Unruhen gekommen. Die Menge versuchte in ver­schiedenen Teilen der Stadt den Verkehr zu unter­binden und setzte sich gegen die Polizei mit Stein- würfen zur wehr. Die Slrahenbahnlei- t u n g e n wurden durchschnitten, zwei w a - gen in Brand gesteckt und drei weitere zerstört. Feuerwehrleute, die das Feuer löschen wollten, wurden mit S k e i n w ü r f e n empfangen. Ein Polizist, der einem bedrohten Kameraden zu Hilfe eilen wollte, feuerte auf die Menge. Line Eng­länderin, die sich trotz der polizeilichen Warnungen aus einem Motorrade den weg durch die Menge er­zwingen wollte, wurde heruntergerissen und mit SIcinwürfen derart zugerichtet, daß sie ins Kran­kenhaus gebrach« werden muhte. Ihr Motorrad wurde völlig zerstört. 13 Personen, darunter jmei verwundete, sind verhaftet worden. Meh- rcre Aufständische sollen gelötet wor­den sein Jlad) Wiederherstellung der Ruhe blieb *Mta L"efe an den gefährdeten

Stellen. Panzerkroftwagen fahren durch dle 5 tragen.

nn3n ® rourb< infolge der Verurteilung

von Pandit Rehru die Börse für zwei wri

men. Das Oberhaus hat beschlossen, wegen dec hierdurch notwendigen Rückverweisung der Borlage an das Unterhaus am Donnerstag wieder zusam- menzutreten, anstatt, wie bereits beabsichtigt war, in die Osterferien zu gehen.

Annahme des französischen Budgets.

Friedrichshafen, 16. 2lpril. (WTB. Funkspruch.) DaS LuftschiffGraf Zeppc- Itn" erreichte heute früh 4 Llhr Kap Or le­gal an der Nordwestküste Spaniens.

Die Wormser llnruhen vor Gericht.

Plädoyer des Staatsanwalts und Strafanträge.

lere Tage geschloffen. In Ahmedabad hat der Gerichtshof am Dienstag nicht a in - tiert. Die Gemeindeschule, sowie die Geschäfte der Hindus waren geschlossen. Die Baumwollspinnereien muhten wegen Fernbleibens der Arbeiter gesperrt werden. Als Protest gegen die Verweigerung der Anerkennung des auf indischen Universitäten erwor­benen Doktorgrade» haben die Drogisten und Apo­theker in Kalkutta einen Boykott briklscher Heilmittel beschlossen.

Vas nach dem Unruhegebiet entsandte Mitglied der indischen Regierung ist nach Bombay zurück- gekehrt, was in britisch-indischen Kreisen dahin aus- gelegt wird, dahkeineunmittelbarenMah- nahmen gegen Gandhi beabsichtigt sind.

Versammlungsverbot in Kalkutta

Verurteilung von Studenten.

Kalkutta, 15. April. (WTD.) Unmittelbar nad> her Verurteilung des Bürgermeisters Sen n $ 5 ? «ad der Polizeikommissar bekannt, daß alle os f enHichenVersammlungen, Um­züge und Menschenansammlungen in der Stadt und in den Vorstädten ohne vorherige Erlaubnis verboten sind. Daraufhin wurden nachmittags , üon der Polizei drei Versammlungen

9.c 1 ®st- Eine Nationalflagge aufrührerische ,un& mit gesetzwidrig hor - gestellt em Salz wurden beschlagnahmt. Fünf gestern verhaftete S t u de n t e n sind toenen Auf- ruhrS und Verschwörung zu je sechs Kto na-

lchwereu Kerker» verurteilt worden 1

Paris, 16. April. (WTD. Funkfpruch.) Kammer und Senat haben im Laufe der Nacht nach viermaligem Hin und Her das Bud­get bis auf zwei nebensächliche Fragen erle­digt. Die Hauptschwierigkeit, die in der Er­höhung der Beamtenpensionen lag, war in der Kammer, nachdem Ministerpräsident T a r d i e u die Vertrauensfrage gestellt hatte, behoben wor­den. Tardieu hatte keine Schwierigkei­ten, den Kompromihvorschlag auch im Senat

Englisch-amerikanisches Geheimabkommen?

Das Schlußprotokolk der Londoner Flot­tenkonferenz wird am 22. April in London unterzeichnet. Wir werden dann erfahren, wie in Wirklichkeit die Ergebnisse dieser Mächte­konferenz aussehen und in welcher Form man fubüber die Auslegung des Artikels 16 des Volkerbundspaktes geeinigt hat. Ob darüber hin­aus noch weitere Vereinbarungen zwischen den einzelnen Negierungen getroffen worden sind, durfte allerdings der Oeffenllichkeit nicht mit- gcteilt werden. Wir haben aber guten Grund ^u der Annahme, daß doch noch irgendwelche Verträge, geschlossen worden sind, die sich min­destens auf England und Amerika be­ziehen und vielleicht so gehalten sind, das) Eng­land jederzeit auf die Hnterstühung der Ver­einigten Staaten rechnen kann, falls es Frank­reich einfallen sollte, eines Tages seine Flotte gegen das englische Infelreich in Bewegung zu Jctjcn. Zu dieser Vermutung gibt uns ein Passus Veranlassung, der sich in der Rede des ameri­kanischen Präsidenten Hoover vor einer Wa- mtngtoncr patriotischen Vereinigung befindet. Danach hat der Präsident gesagt, Amerika wäre zu der Ansicht gekommen, das) sein Beitrag für die Umsetzung des Weltfriedensgedankens in die Praxis am besten durch eine Kombination bei der unter Umständen auch eine «PI- Anwendung von Gewalt bestände. Bisher haben sich die Vereinigten Staa- ten nun aber hartnackig geweigert, irgendwelche Abmachungen zu unterzeichnen, die sie in einen mr?ffVf$cr Mächte verwickeln könnten. Da die Politik Frankreichs wirklich nicht geeignet ift, Öen gricöen zu erhalten, darf man wohl aus enefer Redewendung schlichen, daß doch Ver- abredllngen getroffen worden sind, die sich r na t »a6r.englisch . amerika,iische rn k6 Drehen, die aber auch einem Kurswechsel der Politik Washingtons gleichkom- fctt Kriegsende darauf be-

Ä^rJÄÄ3 eUl'Ot>äitoCn ^gelegen-

Besprechung zwischen Siimson und Alexander.

April (WTD.) Staatssekretär 01 ®Jftc Cort> der Admiralität

f h beute nachmittag eine Be-

fprechung die, tote man glaubt, die 6 i - hnfr?AltR?/atUfCx Dreimächte-

p al t e s betraf und zu einer grundsätz- Ildien <$ t n l g u ngeefüfrl Baben foIT

Englisches Oberhaus und Todesstrafe.

London. 16. Sprit. (TU. Funkfpruch., In ber Oberbausauelprad* über den faust für Ne Strmee unb Suf ftreliträft« bracht, Uorb 3 i hat I. einen Untrag ein, ber ble Streichung bet Klautet r, oertangt, durch die bie Tobeeft ruf e füt

erheblich abgelehnt bzw. ihr Inhalt als richtig unterstellt. Darauf folgt das Plädoyer des Oberstaatsanwalts Dr. May. Am Schlüsse seiner Ausführungen stellt der Anklage­vertreter folgende

Strafanträge:

Gegen den kommunistischen preußischen Land­tagsabgeordneten Oskar Müller 1 Iahr 4 Mo­nate, gegen die Wormser Stadträte Haas und Habermehl 9 bzw. 6 Monate, gegen Sara- schewski 1 Fahr, gegen Wilhelm Wiehler uno Lenz je 9 Monate, gegen Zimmerm ann und My l l je 6 Monate, gegen Veh off, 3 cd, Schneider, Fay, Bayersbach und Lein- h a s ie 7 Monate, gegen Gräf 4 Monate, gegen Den lugendlichen Kaiser 3 Monate und gegen Jieubauer 2 Monate. Die Tlntersuchungshaft soll in voller Höhe jeweils in Anrechnung ge­bracht werden. Die Angeklagten Fries, Rossi und Bernhard Wiehler sollen freigesprochen werden.

Bei der Festsetzung der Strafanträge brachen wieder drei Angeklagte unter Krämpfen zu­sammen, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Während der Pause beschimpfte der An­geklagte Fries die anwesenden Polizeibeamten: er erhielt dafür eine sofort anzutretende Ord­nungsstrafe von zwei Tagen Haft. Der kommu­nistische Stadtrat H a a S wurde auf eine Stunde aus dem Saal entfernt. Zum Schluß der Aus­führungen des Staatsanwalts waren von den 20 Angeklagten nur noch neun im Saal anwesend

Das Urteil dürfte erst für Mittwoch zu -cr- toarten sein.

Unruhen in Amritsar?

Conbon, 16. April. (WTB. Funkfpruch.)Daily Mail" meldet aus C a h o r e: Alle britischen Trup­pen werden hier in Bereitschaft gehalten infolge von Meldungen, daß sich In dem 65 Kilometer öst­lich gelegenen Amritsar Unruhen ereignet hätten. Dort hat gestern der Feldzug der Ver­weigerung des bürgerlichen Gehör- s a m s begonnen.

Gandhis privatfekretär verhaftet.

Bombay, 15. April. Der Privatsekre- tär Gandhis ist verhaftet worden.

Ein Glückwunsch Gandhis.

N a v s a r i, 15. April. WTB. (Reuter.) Pan­dit Motilal Nehm erhielt aus Anlaß der Verhaftung und Verurteilung feThcB*' Bruders, des Präsidenten des Allindischen Kongresses 3a- waharlar Nehm, folgendes Telegramm von Gandhi:Ich begrüße dich und deine Frau als glückliche Verwandte. Iawaharlar Nehm hat die Dornenkrone verdient. Wer wird sich zu seinem Nachfolger weihen?" Gandhin weiß demnach anscheinend noch nicht, daß Iawahar- lar Nehm ihn zum Präsidenten desAll- indischen Kongreßausschusses er­nannt hat.

WSN Darmstadt, 15. Avril. Am heutigen vierten Verhandlungstagc erklärte zunächst der Vorsitzende, daß er, um eine ruhige Durchführung bes Prozesses zu gewährleisten, mit allen zu­lässigen Mitteln durchgreifen werde. Polizeidirek- tor D i 11 m a r (Offenbach) erklärte als Sachver­ständiger über den BegriffDemonstration", daß er darunter auch Versammlungen unter freiem Himmel und jedes Zusammenströmen von Men­schen zu irgendwelchen Demonstrationszwecken ver­stehe. Die Frage des Verteidigers, unter welchen Umständen die Polizei mit blanken Waffen einschreitet, wird dahin beantwortet, daß im allgemeinen dem Gebrauch der Waffe Rufe wieHände hoch!",Stehen bleiben" oderAus­einandergehen I" vorauf gehen. Eine Ausnahme be­steht jedoch, wenn eine rechtswidrige Handlung bereite begonnen hat: dann beöütfe es keiner Warnung mehr.

Die Verteidigung nennt als Zeugen über den Gebrauch des Begriffes Demonstration Innen- mmister Leuschner, Minister a. D. Grze- sinski und verschiedene Abgeordnete. Das Ge­richt beschließt, Innenminister Leuschner her- beizumfen. Es ergibt sich jedoch, daß dieser dienstlich verreist ist. D«n Abschluß der Zeugen­vernehmung bildet die Vernehmung verschiede­ner von der Verteidigung benannter Ent­lastungszeugen. Auf Antrag der Staatsanwalt­schaft wird die Frage des Demonstrationsbe- griffes bis nach den Plädoyers zurückgestellt. Das Gericht legt dem kommunistischen Stadtrat Haas (Worms) das Original der von ihm be­strittenen Resolution vom 13. Ianuar mit eigener Unterschrift vor. Verschiedene weitere Anträge der Verteidigung werden. vom Gericht als un-

»Gras Zeppelin" zur (Spantenreife gestartet. Friedrichshafen, 15. April. (TU.) Dav CuftschissGras Zeppelin" ist heule 14.11 Uhr ZU feiner zwelkägigen Fahrt nach Spa­nien gestartet. An Bord befinden sich 16 Passa­giere, unter ihnen ein Vertreter des Reichswirt- fchaftsmlnisteriums, Ministerialrat Soltau und der Leibarzt des spanischen Königs, Dr. M e g i a s. Um 13.50 Uhr wurde das Cuftschisf ausgewogen und um 14 Uhr ertönte da; KommandoCuft- f d) I f f marf chi" Die Haltemannschaften mußten wegen des sehr starken Westwindes verstärkt wer­den. Um 14.10 Uhr wurde das Cuftschisf nochmals abgewogen und Wasser abgelassen. 14.11 Uhr feh­len die Motoren ein und das Schiff ging hoch, wie Kapikän C e h m a n n mitfeilt, kann die Fahrt­route bis Cyon nicht bestimmt werden, dagegen be- abfichtigt er, ab Cyon folgende Roule einzuschlagen: Golf von Biscaya, Kap Finiflerre und dann der westspanischen und portugiesischen Küste entlang über Gibraltar nach Sevilla.

Heber den bisherigen Fahrtverlauf liegen die nachstehenden Positionsmeldungen vor. die sich zeitlich wie folgt zusammenstellen lassen: Iß,30 115 r Belfort, Höhe 400 bis 500 Meter: 17,15 Uhr D e s anyon, geringe Höhe, wolkig: 17,50 Uhr Dijon, 300 Meter Höhe, Kurs nach Lyon und Bordeaux. Durch einen Funkspruch hat daS Luftschiff um 19 Uhr wissen lassen, daß an Dord alles Wohl ist. Nach den letzten, beim Luftschiffbau Zeppelin cingctroffenen Funk­sprüchen befand sichGraf Zeppelin" um 21,30 lltjr über Poitiers. Da das Luftschiff in gün­stigeres Wetter gekommen ist und seine Geschwin­digkeit erhöhen konnte, dürfte es etwa um Mitter­nacht über Do rdeaux gewesen sein.

Tcvilla in Erwartung.

Madrid, 15. April. (TU. Funkspruch.) Auf dem Zeppelin-Hafen bei Sevilla sind alle Vor­bereitungen zum Empfang des Luft­schiffes getroffen worden. Für das Landungs­manöver wurden 100 Mann Luftfahrttrup.en besonders ausgebildet. Für das spanische Königs­paar, das der Landung desGraf Zeppelin" bei­wohnen wird, ist eine eigene Tribüne errichtet worden.

Graf eppelin" an der spanischen Küste.

zum Ausdruck gebrachte Wunsch nach einer engen Zusammenarbeit zwischen Zen trum und Bayerischer Volkspar- t c i wird imBayerischen Kurier", dem Organ der Bayerischen Volkspartei, zustimmend be­sprochen. Das Blatt schreibt, es werde als außer­ordentlich erfreulich bezeichnet, daß in den letzten Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler und den Vertretern der Bayerischen Volkspartei im Reichstag das gute Einvernehmen w i e- derhergestellt wurde, als bedauerlicherweise in den heißen Kämpfen um den Boungplan Schaden gelitten habe. Zugleich habe die Partei durch ihre im Bewußtsein ihrer Verantwortung dem Kabinett Brüning gewährte Unterstützung bewiesen, daß sie bereit ist, auch Opfer zu bringen, wenn es gilt, in der praktischen Politik sich mit dem Zentrum zu ver­ständigen.

Thüringen und das Reich.

Aus dem Wege der Verständigung

Weimar, 15. April. (WTB.) Die thürin­gische Staatsregierung hielt heute eine ausgedehnte Kabinettssitzung ab. Sie be­faßte sich vor allem von neuem mit den Diffe­renzen, die noch immer zwischen dem Reich und dem Lande Thüringen bestehen. Minister Baum erstattete einen erschöpfenden Bericht über seinen Berliner Besuch, und die Kabinetts­mitglieder nahmen mit Genugtuung davon Kennt­nis, daß der Ausräumung der Schwie­rigkeiten nichts mehr im Wege steht. Nach ausführlicher Beratung legte die Regierung i eine neue Antwort fest, die morgen dem Reichs­innenminister Dr. Wirth übermittelt werden soll. Ihre Veröffentlichung ist erst für morgen zu erwarten, man kann jedoch annehmen, daß die Regierung nach wie vor den Standpunkt aufrechterhält, daß das Republikschuhgesetz keinen verfassungsändernden Charakter hat und daß sich die Regierung mit der Klärung dieser Frage vor dem Staatsgerichtshof einverstanden erklären wird.

Tieh und die Warenhaussteuer.

Berlin, 15. April. (Eigene CNB.-Meldung.) Zu der Nachricht, daß O s k a r T i e h, Inhaber des Hauses Hermann Tietz, wegen der Zustim­mung der demokratischen Partei zu der sogenann­ten Warenhaus steuer aus dieser Partei ausgeschieden fei, geht demB.T." von Georg Tietz, dem Ches deS Hauses, eine Erklä­rung zu, in der es heißt:Diese Nachricht ent­spricht nicht denTatsachen, da Herr Oskar Tietz bereits im Iahre 1923 verstorben ist. Auch eine Verwechslung mit seinem Sohn Georg kann nicht vorliegcn, da irgendwelche Schritte oder Entschließungen von diesem zur Zeit noch nicht gefaßt sind."

Paris, 15.April. (WTB.) Die Vorsitzende^ der deutschen und der franzöfifchen 5aar- belegalionen, Staatssekretär }. D. v. Sim- fon und Minister für öffentliche Arbeiten Per­not, haben in den letzten Tagen mehrere Be­sprechungen gehabt. Diese Besprechungen führ­ten heute zur Ausarbeitung eines Arbeitspro- g r a m m s, das dazu bestimmt ist, den Gang der Verhandlungen zu beschleunigen. Die Grubenkommission und die Zoll- und wirtschaft»' kommission werden unmittelbar nach der Osterpause zusammentreten, um über Fragen zu beraten, die die beiden Vorsitzenden im gegenseitigen Linoerständ- nis auf die Tagesordnung gesetzt haben.

Einzelheiten des Arbeüs- procramms.

Paris, 15. April. (Eigene CRB.-Meldung.) Wie das heute von der deutschen und der fran­zösischen Saardelegation ausgegebene Kommuni­que befagt, besteht die Absicht, nach Ostern die Verhandlungen in beschleunigtem Tempo weiter- Aufüprcn. Die Verzögerung, über die in gewissen deutschen Kreisen bis jetzt geklagt wurde, ist zum größten Teil auf Gründe zurückzuführen, die von den beiden Delegationen nicht abhängen: hauptsächlich ist sie auf die M i n i st e r k r i s e in Frankreich zurückzuführen, die selbstver­ständlich eine Unterbrechung der Verhandlungen nach sich gezogen hatte. Von Ostern ab sollen leooch nach der heutigen Aussprache die beiden bestehenden Ausschüsse, der Grubenausschuß und

Aus aller Wett.

Großer Grubenbrand.

WTD K a ttowitz, 15. April. Auf der Oheim- Grube bei Kattowitz brach ein Brand ?us, der so schnell um sich griff, daß die etwa 15 0 Mann starke Belegschaft unter ^age abgeschnitten wurde und durch Schließen der Sicherheitsklappen vor dem Ein­dringen von Rauch und Feuer geschützt werden mußte. Die Loscharbeit der zahlreich an die Brandstelle gerufenen Feuerwehren war dadurch erschwert, daß die Brandstelle völlig in Rauch gehüllt war. Nicht weniger als 13 Schl auch - genge wurden zur Bekämpfung des Brandes be­nutzt. Die Wasserwerke sperrten für einige Zeit die Lieferung an die Privathäuser, um Wasser zur Löschung zur Verfügung stellen zu können. Nach dreistündiger Tätigkeit konnten die Wehren unter Hinterlassung einer Brandwache abrüden Die unter Tage beschäftigte Belegschaft wurde durch andere Schachtausgänge zu Tage 6efördert Der bisher noch nicht zu üb£- sehende Schaden wird von der ©rubenbcrtoaltuna als sehr beträchtlich bezeichnet.

Gründung eines dculsch-brasilianischcn Kulturinstitutes.

Am 12. April wurde in Rio de Janeiro unter Vorsitz des brasilianischen Innenministers und unter Teilnahme hervorragender Vertreter der brasilianischen Wissenschaft, des deutschen und des österreichischen Gesandten das In- 8tituto Teuto-Brasileiro da Alta C u 11 u r a gegründet, welches sich der Pflege tot kulturellen Beziehungen zwischen Deutsch­land und Brasilien widmen will.

Großfeuer in Grünau.

Ja ®rünau bei Berlin brach am Dienstaa nH"ernacht in einem Bootshause aus noJJ n n&P? rr Ff ^rfad)tc 8 c u c r aus, das sich mit 6d>Wext auf zwei benachbarte Boots, s u^b^dehnte. Trotzdem fünf Löschzüge mit ft 6euer bekämpften, sind die drei 'N'"1 f lnsgesamt 180 Ru­derbooten völlig vernichtet worden.

Ungewöhnliche Trockenheit in Südafrika.

3" Einern großen Teil von Südaftika herrscht so bi<? Farmer ihre Viehherden

Wonnen. Ein Farmer hat nach flK nVfUö Kapstadt 1700 Tiere verloren, ttine anbere rtzolge der Trockenheit besteht darin.

Vomeii in den bewohnten Gebieten auftamh«^

Lord Salisbury sprach sich im Namen der Konservativen für den Antrag Fitzallan aus, ebenso Lord A11 e n b y im Namen der militärischen Sach° verständigen des Oberhauses. Lord Allenby betonte, daß die Absdiafsung der Todesstrafe eine ungünstige Wirkung auf die Disziplin Ijaben würde. Lord Tho m p s o n gab für die Regierung zu, daß man über die Zweckmäßigkeit der Abschaffung verschie­dener Msjlung sein könne. Das Oberhaus könne aber den Beschluß des Unterhauses zugunsten der Abschaffung der Todesstrafe nicht außer acht lassen. Die Annahme des Antrages von Lord Fitzallan würde nur zu einer neuen Bestäti- gung des früheren Beschlusses des Oberhauses und einer Rückverweisung der Vorlage an das Unter­haus führen. Lord P a r m o o r unterstützte diese Auffassung. Trotzdem mürbe der Antrag Fitzallans s zur Annahme zu bringen. Gr wurde ohne toet mit 45 gegen 12 stimmen a n g e,n o m - 1 teres gebilligt.

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