mcmberat, tote schon kurz berichtet, in seine« jüngsten Sitzung zu befassen. Nach diesem Gutachten erscheint eine Entfernung der Treppen aus städtebaulichen Gründen nicht geraten. Der Gemeinderat konnte sich hiermit nicht zufrieden geben und beschloß, die nächsthöhere Instanz,
die Vrcvinzialdirektion. um ihr Eingreifen zu ersuchen, da die Bevölkerung für die geäußerte Stellungnahme kein Verständnis hat, und eine Beseitigung der bestehenden Mißstände im Interesse der Verkehrssicherheit dringend geboten erscheint.
Tumen, Sport und Spiel.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
Große Erfolge in allen Klaffen.
5 erste, 8 zweite und 10 dritte Siege.
ö. Die von der Spieloereinigung am Sonntag beschickten Nationalen Wettkämpfe des Sport- Vereins „Hessen" Frankenberg, hatten eine überraschend starke Besetzung erhalten. Durch die zahlenmäßia sehr stark vertretenen Vereine aus Kassel und die Beteiligung der Marburger Universität stand das sportliche Niveau der Veranstaltung auf einer sehr hohen Stufe, wenn auch die Bahnverhältnisse die Ergebnisse ungünstig beeinflußten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände kann man mit den Leistungen der jüngeren Aktiven zufrieden «in. Die Jugend dagegen war trotz der starken Kon- ürrenz auf der ganzen Linie überlegen und zeigte ich von der besten Seite. Nach fleißigem Training werden jetzt die Leistungen ständig besser und berechtigen zu den besten Hoffnungen. Bon den nicht placierten Athleten wäre noch G. Koch zu erwähnen, der über 3000 Meter Klasse I auf dem 4. Platz ein- kam und sich wieder stark verbessert zeigte.
Leistungsklasse I: Dreikampf: 1. Schrader, Universität Marburg, 1954,75 Punkte; 2. Vesper, Minden, 1724,20 P.; 3. Seipp, 1900 Gießen, 1672 P. Durch seine gute Wurfübung siegt Schrader überlegen.
W«itsprung: 1. Schwerdlich, Universität Marburg, 6,40 Meter; 2. Schrader, Univ. Marburg, 5,95 Meter; 3. Seipp, 1900 Gießen, 5,90 Meter. Seipp läuft in der Entscheidung zu großer Form auf und springt zweimal 6,20 Meter, jedoch knapp übergetreten.
Speerwerfen: 1. Schrader, Univ. Marburg, 49,55 Meter; 2. Vogt, 1900 Gießen, 45,10 Meter; 3. Hopfenmüller, 1900 Gießen, 44,42 Meter. Eine Wiederholung der Bezirksmeisterschaft, bei der Bogt feinen Klubkameraden Klös und Hopfenmüller das Nachsehen gibt.
Leistungsklasse II. 2 0 0 - M e te r-L a u f: 1. Rueff, Univ. Marburg, 24,8 Sek.; 2. Silber, Shir- Hessen Kassel, 25,3 Sek.; 3. Linsemann, 1900 Gießen, 25,4 Sekunden. Der bekannte Kurhesie kann den gut laufenden 1900er erst im Ziel abfangen. 15 0 0 Meter: 1. Uhlot, Kurhessen Kassel, 4:40,4 Min.; 2. Wagner, Corbach, 4:41,3 Min.; 3. Peters I, 1900 Gießen, 4:41,4. Peters, der nicht ganz auf der Höhe ist, schont sich für die noch zu laufende Staffel.
Leistungskiaffe III. 40 0-M e t e r°L aus: 1. Lyongrün, Kurhessen Kastel, 57 Sek.; 2. Glagow, 1900 Gießen, 58,2 Sek.; 3. Stephan, Tura Kassel, 29 Sekunden. Glagow läuft flott und flüssig und belegt einen schönen Platz. Weitsprung: 1. Vesper, Minden, 5,70 Meter; 2. Hopfenmüller, 1900 Gießen, 5,65 Meter; 3. Krämer, 1900 Gießen, 5,45 Meter. Hopfenmüller versucht erstmalig das Weitspringen, was ihm bester liegen müßte, als der Hochsprung. Krämer ist noch zu unbeständig, kann aber bei hartem Training viel erreichen. Kugelstoßen: 1. Vesper, Minden, 10,81 Meter; 2. Dietrich, Frankenberg, 9,95 Meter; 3. Seipp, 1900 Gießen, 9,87 Meter. Seipp kommt auf dem weichen Boden nie in Schwung.
Jugend Klasse A. 200-Meter-Laus: 1. Guthardt, 1900 Gießen, 24 8 Sek.; 2. Bauer, Tura Kastel, 25 Sek.; 3. Schickedanz, 1900 Gießen, 25,1 Sekunden. Schickedanz kommt im Endlauf, mit den Kurven nicht zurecht. Guthardt läuft in feiner Manier einen glatten Sieg heraus. Speerwerfen: 1. Kleedehm, Univ. Marburg, 46.72 Meter; 2. Gräf, 1900 Gießen, 46,12 Meter; 3. Grebe, Cor-
Die Sünde
der Renate Mercandin.
Roman von Fred Reims.
20 Fortletzung Nachdruck verboten
Plötzlich hielt sie inne.
Laute Männerschritte hallten von dem Vestibül. Die Tür wurde aufgerissen. Der Diener trat ins Zimmer. Er hatte schlaffe Züge und erschrockene Augen.
n-3toei Herren, gnädige Frau--“
Er kam nicht weiter. Einer von den beiden Männern drängte sich an ihm vorbei. Zu Renate trat er. Sekunden später hatte er den Mantel geöffnet ... am Revers gehoben.
Es genügte.
Wie durch einen Schleier sah Renate die Gesichter dieser beiden Männer. Sie waren völlig ausdruckslos, fast stumpf, nicht freundlich und nicht feindlich. Dennoch meinte sie zu spüren, wir die Augen dieser Männer gleichsam an den ihren klebten, wie sie jede Bewegung ihres Körpers überwachten und verfolgten.
^Biite...?“ fragte sie. Dann sah sie ein Papier mit Llnterschrift und Stempel vor ihren Augen. Einer von den beiden Mannern sagte: „Ich habe den Befehl, Sie zu verhaften, Frau Mercandin."
Dann entstand eine Stille, während der der Atem und der Pulsschlag stockte.
Renate hatte sich erhoben. Sie wollte sprechen und öffnete den Mund. Trotzdem kam kein Ton von ihren Lippen. Ihre Augen liefen von den beiden Männern zu dem Diener, von dem Diener wieder zu den beiden Männern. Plötzlich bäumte sich ihr Stolz. Wieder trat der Ausdruck des Stolzes in die bleichen Züge.
-Das ist ein Irrtum, meine Herren", sagte sie. „Immerhin — ich habe mich zu fügen Lassen Sie mir fünf Minuten Zeit, mich anzuziehen. Ich werde nach der Iungfer klingeln, daß sie mir die Sachen herbringt —
*
Der Herbst hatte seinen letzten Seufzer ausgehaucht.
Die Bäume waren kahl. Kalte Feuchte kroch inS Haus, beschlug die Fenster und begrub die Menschenträume unter dem Leichentuch der Ro- vembernebel.
Die Hauptverhandlung gegen Frau Renate Mercandin, geborene Gräfin Armansperg vor dem Schwurgericht in Moabit begann am 17. Rovember.
Gattenmord — pikante Einzelheiten aus dem Eheleben eines stadtbekannten Arztes... Lie- beSverirrungen einer österreichischen Komtesse.
bad), 41,40 Meter. Der Sieger bringt einen lieber« raschungswurf, während Gräf zweimal über 46 Me- ter wirft.
Jugend K l ass e B. 100-Meter-Lauf: 1. Felsing, 1900 Gießen, 12 Sek.; 2. Bergmann, Corbach, 12,2 Sek.; 3. Koch II, 1900 Gießen, 12,4 Sekunden. Felsing gewinnt in sehr gutem Stil sicher. Koch hat eine schlechte Bahn und fällt zurück. Weitsprung: 1. Gräf, 1900 Gießen, 6,10(1) Meter; 2. Felsing, 1900 Gießen, 5,90 Meter; 3. Drescher, Kurhessen Kassel, 5,75 Meter. Hier dominiert 1900, denn auch der Kasseler ist ein ehemaliger 1900er. Gräf bietet relativ die beste Tagesleistung. Kugelstoßen: 1. Grebe, Corbach, 12,01 Meter; 2. Felsing, 1900 Gießen, 11,08 Meter; 3. Brück- mann, Kurhessen Kastel, 11,07 Meter. Felsing bietet auch hier «ine Ueberraschung, die Technik muß aber noch besser werden.
Staffeln. 4X100-Meter: 1. Universität Marburg, 47,2 Sek.; 2. Kurhessen Kassel, 47,2 Sek.; 3. 1900 Gießen. 48,2 Sekunden. Die Mannschaft Krämer, Bogt, Seipp, Hopfenmüller ist durch die vor- aufgegangene Olympische Staffel ermüdet. Scharfer Kampf zwischen den beiden Ersten. 4X400°Met«r: 1. Kurhessen Kastel, 4:05,2 Min.; 2. 1900 Gießen, 4:14,2 Min.; 3. Sp.B. Minden, 4:26,4 Minuten. Die Leute der 2. Rennmannschaft Glagow, Linsemann, Koch I und Schmidt laufen sehr tapfer und können mit dem guten zweiten Sieg zufrieden sein. Olym- pische Staffel: 1. Universität Marburg, 4,00 Min.; 2. 1900 Gießen, 4,05 Min.; 3. Kurhessen Kassel, 4,08 Minuten. Für Marburg entscheidet der 800- Meter-Mann das Rennen. Bogt, als Schlußmann, kann für die Spielvereinigung den zweiten Sieg durch scharfen Antritt sicherstellen. 4X100-Meter Jugendstaffel: 1. Spieloereinigung 1900 Gießen, 48,8 Sek.; 2. Kurhessen Kastel, 49,3 Sek.; 3. Tura Kassel, 51 Sekunden. 1900 in der Aufstellung Koch II, Felsing, Guthardt, Schickedanz ist durch seine Gegner keinen Moment gefährdet, trotzdem war der Rennverlauf recht interessant.
V. f. 23. Leichtathletik.
v. f- B. 3ugcnb — v. f. L. Wetzlar Jugend 119:85 Punkte.
B. s. B. Frauen — V. f. £. Wetzlar Frauen 72:91 Punkte.
Die Iugendabteilung des VfB. stand zum drittenmal der Iugend des VfL. Wetzlar im Klubkampf gegenüber. Während sie die beiden Begegnungen des Vorjahres nod> mit recht hohem Punktunterschied verlor, konnte sie diesmal ihren Gegner überlegen mit 119:85 Punkten (fünfzehn Siege) schlagen. Dies zeigt deutlich den glänzenden Aufstieg der jungen VfB.-Abteilung, deren Abschneiden um so höher zu bewerten ist, als die VfL.-Iugend bis dahin noch keinen Klubkampf verloren hatte. Beiderseits wurden durchweg gute, teilweise sogar vorzügliche' Leistungen geboten, die eine starke Formverbesserung, besonders beim Plahverein, erkennen lassen.
Auch die Frauenabteilungen lieferten sich spannende Kämpfe. VfB. muht« sich mit 19 Punkten Unterschied knapp geschlagen bekennen. Die Mädchenklasse A, sonst die Stärke des Platzvereins, versagte diesmal wider Erwarten und verschenkte den Sieg. Immerhin ist dieses Ergebnis für die Frauenabteilung ein Beweis für ihr fortgeschrittenes Können, wie überhaupt die ganze, gut aufgezogene Veranstaltung ein voller Erfolg für den Plahverein war.
Man hatte recht, gespannt zu fein, und versprach sich ein paar hübsche Sensationen.
Es waren Einlaßkarten ausgegeben worden. Die Absperrung des großen Schwurgerichtssaales wurde durch ein Schuhmannsaufgebot bewirkt. Als sich das Portal geöffnet hatte, wälzte sich die Menge wie ein Strom, der feine Ufer übersteigt und alle Dämme niederreißt, über Treppen und die Gänge in den großen Saal. Dann chaotisches Getöse: Schimpfen, Spöttereien, schwirrende Gespräche, unterdrücktes Lachen. Knistern von Papieren. Scharren ungeduldiger Füße.
Eine halbe Stunde später herrschte Kirchen- stille. Der Gerichtshof hatte Platz genommen: am Richtertisch der Präsident mit abgenommenem Barett zwischen den Geschworenen... seitwärts rechts von ihm der Staatsanwalt... gegenüber die Verteidiger... vor ihnen, auf der Anklagebank: Frau Renate Mercandin... im schwarzen Kleide, ätherisch blaß und zart, überirdisch schön, einer Heiligen gleich.
Rach dem Eroffnungsbeschluh war Professor Doktor Mercandin von seiner Ehefrau im Verlaufe eines ehelichen Streites erschossen worden.
Die Anklage fußte auf Indizien, wie sie schwerer kaum zu denken waren. Die Angeklagte hatte sich zur Zeit der Tat allein mit ihrem Mann im Zimmer aufgehalten.
Der erste, der den Hergang der Tragödie von dem Ausgang bis zu ihren letzten Konsequenzen kennen mußte, war die Angeklagte selbst.
Der zweite — dieses lag nach Ansicht des Gerichts in dem Bereiche der Wahrscheinlichkeit — war Doktor Gottfried Griebenow.
Als Renate Mercandin sich zum Verhör erhoben hatte, konnte man das „3a“, mit dem sie auf die ersten Fragen Antwort gab, nur aus dem Zucken ihrer schmalen Lippen entnehmen. Man hörte kaum den Klang der Stimme. Man erfuhr, daß sie den Vater schon im zehnten Lebensjahr verloren hatte. Er war Rittmeister im Dragonerregiment Graf Paar. Die Mutter, eine Gräfin Trautmannsdorf, früher Sternkreuz- dame und k. u. k. Palastdame, lebte mit Renate, bis der Amsturz kam. in Wien. Dort lernte sie Professor Mercandin kennen, der damals auf ber Wieden eine Nervenklinik hatte, verlobte sich mit ihm und wurde feine Frau.
Mercandin war Witwer. Er hatte seine erste Frau, eine dollarschwere Erbin aus den Der- ernigten Staaten, auf unheilvolle Art verloren. Man fand sie eines Morgens an dem Nagel eines großen Oelgemäldes aufgehängt.
Als der Präsident verlangte, daß die Angeklagte über chre Ehe Aufschluß gebe, schwieg Renate.
Der Ton des Präsidenten wurde strenger.
„Wir werden später Zeugen über diesen Punkt vernehmen. Er ist wichtig. Wahrscheinlich liegt in ihm der Schlüssel zu den älnglücksdingen, die
Die Ergebnisse:
Iugend, Klass« A: 100 Meter: 1. Marx, V. f. L. Wetzlar, 12 Sek.; 2. Kilo, Wetzlar. 12,2 Sek.; 3. Kirchheimer, V. f. 03.08, 12,3 Sek.; 4. Sigmund. V. f. D. 08. 12,5 Sek. 20 0 Meter: 1. Marx. Wetzlar. 24,8 Sek.; 2. Säger, V. f. D. 08. 25 Sek.; 3. Iakob, Wetzlar, 25,5 Sek.; 4. Höpfner. V. f.D.08, 25,8 Sek. 400 Meter: 1. Säger, V. f. D.. 57 Sek.; 2. Kilo. Wetzlar, 1,07 Min.; 3. Aschenbach, Wetzlar; 4. Sigmund, V. f. D. 08. 4X100-Meter-Staffel: 1. Wetzlar 48,2 Sek.; 2. D. f. D.08 50,2 Sek. Weitsprung: 1. Marx, Wetzlar, 5,60 Meter; 2. Kilo. Wetzlar. 5.50 Meter; 3. Luh, V. f.B.08, 5,44 Meter; 4. Sigmund, V. f. B. 08. 4,63 Meter. Diskus: 1. Kilo, Wetzlar, 40,88 Meter; 2. Luh. V. f. D. 08. 36,88 Meter; 3. Marx, Wetzlar, 31,75 Meter; 4. Sigmund, V. s.D.08, 28,72 Meter. Kugel: 1. Kilo, Wetzlar, 13,68 Meter; 2. Luh, V. f. D. 08, 13,35 Meter; 3. Sakob, Wetzlar, 12 Meter; 4. Sigmund. V. f. D. 08. 10,55 Meter.
3ugend, Klasse B: 50 Meter: 1.Schäfer, V. f. B. 08, 6,2 Sek.; 2. Stroh, V. f. B. 08. 6.3 Sek.; 3. Dornschlägel, Wetzlar, 6,8 (Set.; 4. Ludwig. Wetzlar. 6.9 Sek. 100 Meter: 1. Schäfer, V. f. D. 08, 12,1 (Set; 2. Paulus, V. f. B. 08, 12,3 Sek.; 3. Bornschlägel, Wetzlar, 12,6 Sek.; 4. Ludwig, Wetzlar, 12,7 Sek. 800 Meter: 1. Schäfer, V. f. D. 08, 2,20 Minuten; 2. Wallbott, V. f. D. 08, 2,29,5 Min.; 3. Ludwig, Wetzlar; 4.Marx, Wetzlar. 4X100-Meter»Staf fel: 1. V. f. B. 08 50 Sek.; 2. Wetzlar 55 Sek. Kugel: 1. Mattern. V. f. B. 08. 9,80 Meter; 2. Rühl, V. f.D.08, 9,66 Meter; 3. Ludwig, Wetzlar. 9,65 Meter; 4. Weimer. Wetzlar. 9,21 Meter. Hochsprung: 1. Dornschlägel. Wetzlar. 1,40 Meter; 2. Radon, V. f. B. 08. 1,35 Meter; 3- Mattern, V.f. D. 08. 1,32 Meter; 4. Ludwig, Wetzlar, 1,30 Meter.
3 ugend , Kl.Q: 50 Meter: 1. Happ, VfB. 08, 7 Sek.; 2. Walter Paulus, VfB. 08, 7,2 Sek.; 3. Müller, Wetzlar, 7,6 Sek.; 4. Schmidt, Wetzlar, 7,8 Sek. — 10 0 Meter: 1. Walter Paulus, VfB. 08, 14 Sek.; 2. Happ, VfB. 08, 14,1 Sek.; 3. Müller, Wetzlar, 14,4 ©cf.; 4. Schmidt, Wetzlar, 14,5 Sek. — 4X50Me ter- Staffel: 1. VfB. 08 31 Sek.; 2. Wetzlar 32 Sekunden. — Kugel: 1. Müller, Wetzlar, 6,98 Meter; 2. W. Paulus, VfB. 08, 6,45 Met.; 3. Schreiner, VfB. 08, 5,98 Meter; 4. Schmidt, Wetzlar, 5,95 Meter. — Weitsprung: 1. Happ, VfB. 08, 4,30 Meter; 2. Müller, Wetzlar, 3,80 Meter; 3. W. Paulus, VfB. 08, 3,75 Meter; 4. Oberländer, Wetzlar, 3,19 Meter.
3u g en b , K l. D: 50 Meter : 1. Hörder, VfB. 08, 7,9 Sek.; 2. Fischer. VfB.08. 8 Set; 3. Gruse, Wetzlar, 8,1 Set; 4. Oberländer, Wetzlar, 8,2 Sek. — 7 5 M e t e r : 1. Hörder, VfB. 08, 11,8 Sek.; 2. Baum, VfB. 08, 11,9 Set; 3. Gruse. Wetzlar, 12 Sek.; 4. Oberländer, Wetzlar, 12,1 Sek. — 4X50-Meter-Staffel: 1. VfB. 08 33 Sek.; 2. Wetzlar 33,9 S k. — Weitsprung aus dem Stand: 1. Hörder, VfB. 08, 2,04 Meter; 2. Fischer, VfB. 08, 1,93 Meter; 3. Ober- länder, Wetzlar, 1,90 Meter; 4. Gräser, Wetzlar, 1,76 Meter. — Kugel: 1. Baum, VfB. 08, 6,55 Meter; 2. Hörder, VfB. 08, 6,26 Meter; 3. Gräser, Wetzlar, 5,70 Meter; 4. Oberländer, Wetzlar 5,47 Meter.
Frauen: 50 Meter: 1. Schneider, Wetzlar, 7,7 Sek.; 2. Frey, Wetzlar, 7,8 S:k.; 3. Luh, VfB. 08, 7,9 Sek.; 4. E. Müller, VfB. 08, 8,1 Sek. — 10 0 Meter: 1. Schneider. Wetzlar, 14 Sek.; 2. Frey, Wetzlar, 16 Sek.; 3. Luh, VfB. 08, 16,1 Sek.; 4. E. Müller, VfB. 08, 16,2 Sek. — 800 Meter: 1. Ehelmüller, VfB. 08, 3,34,4 Min.; 2. Frieda Müller. VfB. 08, 3,35,4 Minuten. — 4xl00-Meter-Staffel: 1. Wetzlar, 60,1 Sek.; 2. VfB. 08 67 Sek. — ©roße (Staffel . 1. VfB. 08 5,4 Min.; 2. Wetzlar 6 Min. — Dis« kus: 1. Luh, VfB. 08, 23,10 Meter; 2. Frey, Wetzlar, 20,83 Meter; 3. Schneider, Wetzlar, 19,72 Meter; 4. Frau Fischer, VfB. 03, 17,83 M. — Kugel: 1. Schneider, Wetzlar, 9,65 Met.; 2. Frey Wetzlar, 9,31 Meter; 3. Luh, VfB. 08,
sich später zugetragen haben. Sch frage jetzt die Angeklagte nach der schicksalschweren Abendstunde in dem Arbeitszimmer ihres Mannes. Wollen Sie uns Auskunft geben, Frau Renate Mer- candin?"
Renate hob den Kopf. »Sa!"
„Wir hören."
„Sch war am Mittag erst aus Drückenberg zurückgekommen. Gegen fünf Uhr ließ sich die Fürstin Tschaidse bei mir melden. Sch empfing sie. Sm Verlaufe unserer Unter, ebung machte fie mir Mitteilungen, die mich tief erschüttert haben. Sch versprach ihr meine Unterstützung. Eine Viertelstunde später ging ich in das Arbeitszimmer meines Mannes--—"
„Verzeihung," unterbrach der Präsident. „Wollen Sie uns sagen, welcher Art die Mitteilungen der Fürstin Tschaidse waren?"
„Rein."
„So, so."
„Mein Mann saß bei der Arbeit an dem großen Diplomatenschreibtisch. Er fühlte sich durch mich gestört und wies mich aus dem Zimmer. Sch blieb trotzdem. Sch erzählte ihm von meiner Unterredung mit der Fürstin Tschaidse. Mein Mann erregte sich darüber. Es gab schwere Differenzen--—“
„Halt!" — Der Landgerichtsdirektor hob die Hand. „Wurden diese Differenzen — tätlich?"
Renate überhörte die an sie gestellte Frage. „Sch ging rückwärts nach der Tür zurück. Mein Mann — — —" Sie stockte. Grenzenlose Scham und Pein verkrampften sich in ihren Zügen. Nun fuhr sie fort... schnell, mit hastig hin- geworfenen Worten, so, als ob sie sich von einem Druck erlösen wolle.
„Plötzlich fiel ein Schuh. Sekunden später stand Doktor Griebenow im Zimmer. Es bleibt mir rätselhaft, wer auf meinen Mann geschossen hat. --Das ist alles, was ich sagen kann.-- Sch weiß nichts weiter."
Der Prozeß...
Sn bunter Reih« wechseln Sachverständige und Zeugen... färben Gunst und Ungunst, Urteil und Geschehen.
Was war objektive Wahrheit... subjektiver Srrtum ... oder Lüge?
Als erster Zeuge wurde Doktor Griebenow vernommen.
Er sprach knapp, klar, scharf, trotz des hohen Gremiums, das vor ihm saß, von einer überlegenen Warte.
„Sch wollte den Professor sprechen... war in seine Wohnung hinbestellt... mußte warten. hörte aus dem Arbeitszimmer Frauenschreie... riß die Tür aus... sah, wie der Professor seine Frau bedrohte, auf sie einschlug. Ich stürzte mich dazwischen... kam mit Mercandin ins Handgemenge ... der Professor würgte mich... da
8,30 Meter; 4. Euler, VfB. 08, 7,32 Meter. — Weitsprung: 1. Schneider, Wetzlar, 4,49 Meter; 2. Frey, Wetzlar, 4,41 Meter; 3. E. Müller, VfB. 08, 3,44 Meter; 4. Euler, VfB. 08, 3,38 Meter.
Mädchen Kl. A; 50 Meter: 1. Daudt, Wetzlar, 7,6 Sek.; 2. Kühn, Wetzlar, 7,8 Sek.; 3. Friedel Fischer, VfB. 08, 8 Sek.; 4. Frieda Müller, VfB. 08, 8,2 Sek. — 10 0 Meter: 1. Kühn, Wetzlar, 14,9 Sek.; 2. Daudt, Wetzlar, 15 Sek.; 3. Krause, VfB. 08, 15,2 Sek.; 4. Marie Müller, VfB. 08, 15,3 Sek. — 4X1 0 0 - M e t e r - S ta f- fei: 1. Wetzlar, 60,3 ©et.; 2. VfB. 08, 62 ©et.—
Hochsprung: 1. Friedel Fischer, VfB. 08, 1,15 Meter; 2. Kühn, Wetzlar, 1,10 Meter; 3. Frieda Müller, VfB. 08, 1,10 Meter; 4. Daudt, Wetzlar, 1,05 Meter. — Diskus: 1. Metschke, Wetzlar, 20,85 Meter; 2. Friedel Fischer, VfB. 08, 18,55 Meter; 3. Frieda Müller, VfB?08, 16,75 Meter; 4. Kühn, Wetzlar, 15,74 Meter. — Kugel: 1. Kühn, Wetzlar, 8,77 Meter; 2. Friedel Fischer, VfB. 08, 7,46 Meter; 3. Hollmann, Wetzlar, 7,43 Meter; 4. Frieda Müller, DsB. 08, 6,08 Meter.
Mädchen Kl. B; 50 Meter: 1. Knortz, Wetzlar, 7,6 Sek.; 2. Metschke, Wetzlar, 8 ©et; 3. Emmy Müller, VfB. 08, 8,3 ©et.; 4. ©chomber, VfB.08, 8,3 ©et. — 75 Meter: 1. Emmy Müller, VfB. 08, 12,1 Sek.; 2. ©chomber, VfB. 08, 12,2 Sek.; 3. Ditschke, Wetzlar, 12,3 Sek.; 4. Metschke, Wetzlar, 12,14 Sek. — 4x5 0««Mete r««S t a f f e l: 1. Wetzlar, 32,5 Sek.; 2. VfB. 08, Stab verloren. — Kugel: 1. Metschke, Wetzlar, 7,70 Meter; 2. Knortz, Wetzlar, 6,83 Meter; 3. Emmy Müller, VfB. 08, 6,67 Meter; 4. Schorn» 6er, VfB. 08, 5,55 Meter. — Weitsprung: 1. Emmy Müller, VfB. 08, 3,81 Meter; 2. Metschke, Wetzlar, 3,50 Meter; 3. Schomber, VfB. 08, 3,49 Meter; 4. Ditsche, Wetzlar, 3,45 Meter.
T. V. 1846 Gießen.
Zu den Erfolgen der Gießener Turner bei dem Gauturnfest in Kirchhain ist noch zu erwähnen, daß in den Wettkämpfen der Musterriegen die 311 tersr iege des Tv. vvn l 8 4 6 den 2. Rang mit der Rote sehr gut erhielt, die aktive Riege den 3. R a n g gleichfalls mit der Rote sehr gut
Städteweiikampf
Znedberg—Bad-Rauheim O. T.
Die Bab-Nauheimer Turnerschafl wirb Sieger.
— B ad-Rauheim, 14. Süll Sn Verbindung mit dem altherkömmlichen Waldfest der Dad-Rauheimer Turner wurde gestern hier erstmals ein Städte we t tkampf zwischenT gm. Friedberg und Turnerschaft Bad- Nauheim (Tv. 1860 und Mtv.) ausgetragen. Es war ein gemischter Kampf, bestehend aus einem volkstümlichen Vierkampf. unb einem Ge- räte-Vierkampf. Für jeden Kampf stellten beide Städte je fünf Mann. Als Kampfrichter waren die bekannten Turner Schüler (Wetzlar), K. Reuter (Gießen) und Röder (Butzbach) tätig. Sm volkstümlichen Vierkampf zeigte sich die Bad-Nauheimer Turnerschaft in fast allen Tlebungen überlegen. Sm Kugelstoßen war sie I6l Punkte vor Friedberg voraus und entschied damit schon das Treffen für sich. Die besten Ein- Slleistnngen wiesen auf im Kugelstoßen:
oth (Bad-Nauheim) mit 12,03 Meter; im Weitsprung: Willig (Bad-Nauheim) mit 6,18 Meter; im Hochsprung: Kegel (Friedberg) mit 1,53 Meter; im 100-Meter-Lauf: Hartmann (Friedberg). Entschieden wurde der volkstümliche Kampf mit dem Verhältnis 72:38 für Bad-Nauheim.
In dem ausgeglicheneren Geräte - Vierkampf war Friedberg insofern im Nachteil, als es mit derselben Mannschaft antrat, die auch den Volksturnkampf bestritten hatte, während Bad-Nauheim mit neuen Leuten antrat. Sv kam es, daß Bad-Nauheim auch hier den Kampf mit dem Stand 66:44 für sich entscheiden
zog ich sinnlos vor Erregung die Pistole aus Der Tasche... schoß.
Ich habe den Professor Mercandin erschossen — nicht seine Frau."
Der Präsident: „Wir werden nachher von den Sachverständigen hören, daß die Schilderung des Zeugen keinen Anspruch darauf machen darf, als wahr zu gelten. Nun gut Ich frage Sie, Herr Zeuge: Welcher Art war Ihr Verhältnis zu der Angeklagten?"
„Wie das einer armen Erdenkreatur zu einer Heiligen."
„So, so. Auch in dieser Hinsicht werden wir noch Zeugen hören, die das Gegenteil bekunden wollen."
„Diese Zeugen werden lügen und womöglich einen Meineid schwören. Seber, ber Frau Mer- canbin ber Sünde zeihen wollte — irgend einer Sünde gegen ihren OKann, gegen die Moral, gegen chre Frauenehre---“
„Halt! Nicht weiter!"
Man klatscht im ©aale Beifall, trampelt.
Der Vorsitzende fährt auf. Er droht mit Räumung.
Der Zeuge Griebenow bleibt unvereidigt.
Als er dann den Zeugenstand verlieh, suchten seine Augen die Renates mit dem Widerschein ber Qual.
Renate hob sekunbenlang die Augenllder mit den langen Wimpern. Die Blicke beider trafen sich Renate zuckte hilflos und nervös zusammen. Dann sah sie weg.
Da war ein Mädchen unter all den Zeugen — ein Mädchen ohne Rang unb Stand. Sie war als Iungfer in dem Dienst ber Frau Mercanbin und gab weinend Zeugnis über das eheliche Martyrium ihrer Herrin. Der Professor habe eine unheilvolle Suggestivkraft ausgeübt. Gewalt und Wille ihres Mannes habe auf Frau Mercandin manchmal so gewirkt, daß von einem Ausschluß jedes Eigenwillens und von einer absoluten Hörigkeit gesprochen werden konnte. Es war Hypnose... Teufelei... grenzenlose Vertiertheit des Professors. Frau Mercandin, ihr Stolz, ihr Hochmut litten schwer unter diesem Zustande.
Ein alter, schon entlassener Diener äußert die Vermutung, der Professor habe ihn nicht leiden mögen, weil er seiner Frau ergeben war. Der Professor litt nur Bediente oder Angestellte um sich, die ihm blindlings und bedingungslos gehorchten. Einmal war er Zeuge, wie Professor Mercandin die Qlngefiagte schlug. Er fand fle später halb bewußtlos auf dem Teppich liegend. Der Diener habe telephonisch einen Arzt gerufen. Der Professor kam hinzu, drohte, ihn hinauszuwerfen, und telephonierte dem Arzt, sein Kommen sei nicht nötig. — —
(Fortsetzung folgt.)


