Ausgabe 
15.3.1930
 
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Oie Ratifizierung des ffoung- plans in Frankreich.

Frankreich roiU zu seinem Geld kommen

Parts. 15. März. (MTV. Funkfpruch.) Die Re­gierung wird dem Kammerausfchuß für auswärtige Angelegenheiten und dem Finanzausschuß am kommenden Dienstag die Texte der Haager Abkommen übermitteln. Ls ist der Wunsch der Re­gierung. daß das Plenum der Kammer sich am 25. Mär; mit der Ratifizierung beschäftigt und daß diese am 28. März spätestens aber in den letzten Tagen des Monats März, voll­zogen ist. Die nationalen und internationalen 3n- teressen erforderten, so wird halbamtlich erklärt, daß die Internationale Zahlungsbank, die den hauplorganismus des Doungplanes bildet, u n - verzügltch In Tätigkeit trete, da die groben Kommerzialisierungs- und Anleiheopera­tionen, die für Lnde April vorgesehen gewesen seien, unumgänglich noch im Frühjahr vorgenommen werden mühten, und zwar deshalb, damit Frank­reich die Gewähr habe, dah die Mobilisie­rung der ersten Tranche, die ihm zukomme, vor der für den 30. Juni vorgesehenen Räumung des Rheinlandes erfolge.

Oie Bank für internationalen Zahlungsausgleich.

Berlin, 14. März. (MTB.) Die Reichs- bank teilt mit: Heber die Berfchiebu n g des Erösfnungsdatums der Bank für internationalen Zahlungsausgleich gehen wieder ausländische irreführende Rachrichten durch dre deutsche Presse. Tatsächlich liegt folgendes vor: Auf der Ende Februar dieses Jahres abgehal- tenen Konferenz der Äotenbankler- ter in Rom kam bereits zum Ausdruck, dah die Bank ihre Pforten am 1. April 1930 nicht öffnen könne, wenn die Ratifizie­rung des Haager Protokolls nicht von Belgien. Frankreich, England, Italien und Den schland bis zum 5. März 1 930 durch­geführt fei. Da schon auf der Tagung in Rom fefti-unb, dah dieser Termin nicht eingehal­ten werden könne, so wurde schon in Rom die Eröffnung der Bank erst für den 1. Mai 1930 in Aussicht genommen.

Hugevbergs Programm.

Rach der Unterzeichnung des Boungvlans.

Berlin, 14. März. (TU.) Zu der Unterzeichnung der Pounggesetze durch den Reichspräsidenten nimmt der deuhchiiationale Parteiführer Dr. Hugenberg in programmatischen Ausführungen Stellung, in denen es u. a. heißt:

Unbeschadet der persönlichen Einstellung eines jeden einzelnen zu dem einst von uns aus den Schild erhobenen Reichspräsidenten können wir nach seiner gestrigen Erklärung nicht unausgespro­chen lassen, daß wir den darin eingeschla- genen politischen Weg zu gehen, nicht in der Lage sind. Wir können es schon der Verantwortung wegen nicht. Daß der Reichsprä­sident nicht unseren Ratschlägen folgt, sondern den andersgerichteten Ratschlägen seiner näheren Um­gebung, ist bereits während des Volksbegehrens zu- tagegetreten. Wir konnten und durften uns dadurch 'in der Vertretung dessen nicht beirren lassen, was nach unserer Ueberzeugung zur Rettung unseres schwer gefährdeten Landes und Volkes notwendig ist. Die Gefahr war und ist die doppelte. Zeitlich im Vordergründe steht das unmittelbare liebel des Poungplanes Wir waren und sind verpflichtet, die­ses liebel in seiner ungeschminkten Furchtbarkeit allen denjenigen in Deutschland und darüber hinaus klar und begreiflich zu machen, die nicht durch ihr Ruhebedürfnis und ihre Abneigung störende Wahr­heiten zu hören, dazu verurteilt sind, sich von den Einflüssen des Auslandes und seiner deutschen Mit­läufer einlullen zu lassen. Die zweite noch viel grö­ßere Gefahr ist die, daß der deutsche Geist in Deutschland erstickt wird, der preußisch-deutsche Be- freiungsgeist, der im geraden Gegensatz zu dem händlerischen Voungplangeist steht Aus der sieg­reichen Kraft dieses preußisch-deutschen Befreiungs­geistes heraus kann schließlich jedes Olmutz, jedes Jena, jede Wallensteinzeit und jeder Poungplan überwunden werden. Volksbegehren und Volksent­scheid haben gezeigt, daß unser Weckruf zur Abwehr dieser Gefahr von einer wachsenden Minderheit ge­hört und befolgt wird. Wir müssen und können die machtlose Minderheit in eine Mehrheit, in eine rettende Macht verwandeln. Alle Bedrückungen, alle Betörungen, alle Täuschungen und alle Treulosig­keiten werden das nicht verhindern. Sie werden vielmehr nur die Kraft der Bewegung stärken. Wir sind keine politischen Kinder, weder die Alten unter uns noch die Jungen, die am kommenden Sonntag ihr Trutzlied singen wollen. Wir sind uns völlig klar über den Weg, den wir zu gehen haben.

Ein Gleichnis: Könige pflegen verloren zu sein, wenn sie sich ihre Ratschläge bei den Feinden des Königtums holen. Des Königs treue Mannen aber sind verpflichtet, auch in solchen Zeiten gegen die Feinde und falschen Freunde des Königs zu kämpfen. So darf auch uns, so darf auch den­jenigen, vor deren Augen das kommende neue Reich steht, nichts von dem klaren Marschziele ablenken. Auch nicht die Enttäuschung darüber, daß derjenige andere Wege wandelt, unter dessen Fahnen gekämpst werden sollte. In aller Ehr­furcht vor dem Alter und vor den Taten des Feldherrn müssen wir sagen: Das Wort von der Einigkeit der Deutschen schafft die Tatsache nicht aus der Welt, dah Deutschland nur im Kamps gegen die durch die eigenen Reihen schleichenden Mächte, gegen marxistische Vaterlandslosigkeit, gegen bürgerliche Feigheit, gegen Willenlosigkeit uno Ruhebedürfnis, gegen Unehrlichkeit, Zer­setzung und Seelenlosigkeit wieder gesund und stark werden kann. Der Weg zur Gesundung der Wirtschaft, den auch wir gehen wollen, der Weg aufwärts und heraus aus den Abgründen, der Weg zur Rettung oller einzelnen ist der Weg des Kampses und des Willens."

Treugelöbnis der Dolkslonservativen für Hindenburg.

Berlin, 13. März. (TU.) Der Reichstags- abgeordnetc Treviranus hat namens der Bolkskonservativen Dereini- g u v g an den Reichspräsidenten von Hinden­burg einen Dries gerichtet, in dem die Bereini­gung dem Präsidenten ihre unveränderte Treue und Ergebenheit zum Ausdruck bringt Auch die chri st l i ch.sozia len Ab­geordneten des Reichstages und Landtages haben dem Reichspräsidenten telegraphisch einen Huldigungsgruh geschickt

Mister Meirich wünscht ein Lrmächtignngsgesetz für die Regelung der Selreidezöste.

Berlin, 14.März. (Prio.-Tel.) Die außer­ordentlich starken und schnellen Veränderungen auf den Getreidemärkten, die von den Vorgängen des Auslandes im hohen Maße abhängig sind, haben jetzt den neuen Vorschlag auskommen lassen, dem Reichsernährungsmini st er auf gesetz­licher Grundlage im Rahmen bestimm- ter Grenzen, vor allem hinsichtlich der Getreidezölle, für die Zukunft die Entscheidungsfreiheit zu geben. Allem Anschein nach hat dieser Gedanke auch im Reichs- ernährungsministerium eine günstige Aufnahme ge­funden, da man mit diesem beweglichen System besser den Veränderungen auf den Ge­treidemärkten zum Schutz der deutschen Produktion folgen kann, als mit einer in allen Einzelheiten ge- sctzlich feftgekgten Zollpolitik auf längere Zeit Die Ermächtigung für Zollfestsetzungen durch den Mi­nister in Frage kommt Weizen, Roggen und Futtergerste würde nach unten und oben abgegrenzt werden und von der Zustimmung durch einen Ausschuß abhängia gemacht sein. Die Parteisachveiständigen sollen noch vor Beginn der kommenden Woche dem Min fter ihre Stellung­nahme übermitteln Auf sozialpolitischem Gebiet sind, wenn auch für weniger wichtige Fälle als sie die Getreidezölle darstellen, solche Elmächtigunyen in bestimmten Grenzen für den Minister bereits bei verschiedenen Gesetzen vorgesehen. Auch die kürzl'.ch erfo'gte Zollerhöhung bei Kaffee und Tee beruhte aus eine Ermächt gung, die ein älteres Gesetz dem Reichsfinanzminister grg:ben hatte. Der Reichser­nährungsminister, der am Donnerstag den land­wirtschaftlichen Sachverständigen im Reichstage seinneuesAgrarprogramm mündlich dar- gelegt und die Meinung der Parteien dazu tennen­gelernt hatte, ist gegenwärtig mit der s christ­lichen Formulierung feines Programms be­schäftigt. Er wird am Samstag sein Programm den Vertretern der Parteien schriftlich vorlegen.

Schon am Freitag be^chäf t gte sich e i n e F r a k° tionssihung der Demokraten mit die­sem Programm, das in seinen Grundzügen bereits bekannt ist. Die beiden Hauptstreitpunkte bilden die Getreidezölle und das Mais Han­delsmonopol. Minister Dietrich wünscht, wie oben schon gesagt, ein Ermächtigungsgesetz, das ihm in sehr weitem Rahmen die Heraufset­zung der Zölle, namentlich auch der Weizenzölle, ermöglicht, ohne den Reichs­tag neuerlich zu befragen. Die demokratische Fraktion erklärte sich damit auch einverstan- den. Bei den anderen Parteien bestehen

jedoch lebhafte Bedenken gegen ein so weitgehendes Ermächtigungsgesetz. Schon bisher kann allerdings die Regierung von sich aus beispielsweise die Weizenzölle in einem Rahmen von 3 bis 9 Mark regulieren. Eine Ausweitung dieses Rahmens in dem Maße, dah die Zölle gegen die Weizeneinfuhr geradezu prohibitiv wirken würden, lehnen jedoch die Sozial­demokraten unbedingt ab. Anderseits begegnet der Vorschlag, die Maiseinfuhr zentral zu regeln, dem Widerstand eines großen Teiles der demokratischen Fraktion, die im Interesse des Handels keine Zwangswirtschaft wünscht. Gerade die­sen Vorschlag aber halten die Sozialdemokraten für wertvoll. Ausschlaggebend dürfte schließlich die Haltung des Zentrums fein. Eine Er­klärung dieser Partei erwartet man in der Be­sprechung am Samstag.

WirksameRoggenpiopaganda

Berlin, 14. März (Priv.-Tel.) Die seit eini­gen Wochen mit Energie durchgeführte Propa­ganda im Interesse der deutschen Landwirtschaft zur Hebung des Verbrauchs von Roggen hat nach den bisherigen Feststellungen der Veranstalter bereits einen recht guten Erfolg zu ver­zeichnen. Der rührigen Tätigkeit des Reichsernäh- rungs-ninisteriums, der HauZfrauenverbände, der Gesundheitsbeborden und der Presse ist es zu verdanken, dah der Konsum in den leb * en Wochen bereits um 10 bi s 1 5 Prozent zugenommen hat. Richt zuletzt haben auch die großen Organisationen des Däckergewerbes einen Anteil an diesem Eriolg und es ist erfreu­lich, festzustellen, dah gerade dieses Gewerbe, das durch die erhöhte Propaganda eine Einbuße seines wirtschaftlichen Ruhefsektes fürch ete, keine Gelegenheit zu irgendwelchen Klagen hat. Es kann nämlich auf Grund von eingehenden Um­fragen festgestellt werden, daß sich bei der He­bung des Roggenmehlkonsums keine Beeinträch­tigung, insbesondere des Kondito engewerbes ein­gestellt hat. Die Rachfrage nach Kuchenge^äck und Konditorwaren hat sich kaum wesentlich geändert. Angespornt durch diesen Erfolg wird daher, wie wir hören, in Kürze eine neue großzügige Werbeaktion für den deutschen Rog­ge n in die Wege geleitet werden, um noch ein­mal, und hoffentlich mit noch größerem Erfolg, die Bevölkerung sowohl auf die volkswirtschaft­lichen wie gesundheitlichen Vorteile eines ver­größerten Roggenkonsums hinzuweisen.

Emigllns zwischen Amerika und Japan in London

London, 15. März. (WTB. Funkspruch.) wie I Times" meldet, haben sich diejapanifche und die amerikanische Delegation b a r ü b er I geeinigt, dah die Tonnage der mit achtzölligen Geschützen bewaffneten Kriegsschiffe Japans auf 108 400 Tonnen beschränkt werden soll, während die Bereinigten Staaten 180 000 Tonnen haben werden. Dafür soll Japan ein beträchtlich stärkeres Kontingent an Zerstörern und U-Booten gewährt werden. Die Tonnage der amerikanischen mit achtzolligen Geschützen be­waffneten Kreuzer (18 Fahrzeuge zu je 10 000 Ton­nen) entspricht demnach der zwischen Macdonald und Stimfon erreichten Vereinbarung, wonach ©rob­bt i t a n n i e n 15 Schiffe dieses Typs erhält. Japan würde im Jahre 1936 8 Kreuzer von je 10 000 Ton­nen und 4 Kreuzer von je 7100 Tonnen besitzen. Dagegen würde, wie verlautet, die japanische Stärke an Zerstörern und U-Booten zwischen 75 und 80 Prozent der ame­rikanischen Stärke ausmachen. Es dürfte eine Woche vergehen, bevor eine. Antwort aus Tokio eintrifft. Die amerikanisch-japanischen Ver­handlungen sind nicht durch ein formales Beharren auf einer starren Verhältniszahl bekanntlich hatte Japan zunächst das Verhältnis 7:10 verlangt eingeengt worden und es wird erklärt, dah man die Z u st i m m u n g der beteiligten Regierungen zu dem jetzigen Ergebnis zuversichtlich erwarten könne.

Und de Rückwirkung aus Europa?

Frankreich und Italien kommen zu keiner Emigung.

London, 15. März. (ERD. Funkspruch.) Die heute von derTimes" gemeldete amerikanisch- japanische Einigung bedeutet den ersten Erfolg der Bemühungen, die sich, seitdem eine merkliche

Abrüstung auf der Flottenkonfetenz nicht mehr in Frage kommt, auf die Ausschaltung des Wettrüstens bis xum Jahre 1 936 rich­ten. Wenn die japanische Regierung den Verzicht ihrer Delegation auf die von ihr stets geforderten 70 Prozent der englischen und amerikanischen Tonnage billigt, ist im Rahmen der Konferenz wenigstens der Abschluß eines, wenn auch be­scheidenen und wegen der starken Betonung der O-Bootwaffe nicht sehr verheißungsvollen D r e i - Mächte-Abkommens gesichert.

Sollen inzwischen Italien und Frank­reich, in besondere das letztere, ihre Flotten ohne Beschränkung au:bauen können? Die hierin liegendeGe,ahr veranlaßtMacdonald, nachdem die Verhandlungen mit Brian b an dessen Sicherheitsforderungen gescheitert sind, zu einem verstärkten Einwirken auf G r a n d i zur Bekanntgabe der italienischen Flottenbedürfnisse" und zur Einigung mit Frankreich. In seinen noch nicht abgeschlos­senen Unterredungen mit Grandi erneuert Briand selbstverständlich den Versuch, politische Ga­rantien zu e rhalten. Die Italiener verlangen aber nach wie vor, dah die Regelung aller unerledigten französisch - italieni­schen Meinungsverschiedenheiten er­folgen muß, bevor ein französisch italienischer Vertrag abgesch'ossen werden kann. Sie zeigen in diesem Punkt, der sehr komplizierte Pro­bleme berührt, die gleiche Festigkeit wie in der Frage der Parität. Die Tatsache, daß in der Bemerkung der französischen Denkschrift über Mächte, mit denen ein Krieg undenkbar sei, Italien nicht genannt wurde, hat anscheinend a b k ü h l e n d auf die anfangs ent­gegenkommende Stimmung der italienischen De­legation gewirkt. Macdonald und die amerika­nischen Delegierten würden Zugeständnisse von italienischer Seite zwar sehr begrüßen, wagen aber nicht, einen starken Druck au^uüben, der indirekt die allgemein als übertrieben er- kannten Ansprüche Frankreichs begünstigen würde.

Oas Republikschuhgeseh

In zweiter Lesung vom Reichstag angenommen.

Berlin, 14. März. (WTB.) Im Gegensatz zu den stürmischen Szenen am Donnerstag ver­lies der Abschluß der zweiten Beratung desRe Publikschuhgesetzes in der heu­tigen Reichstagssitzung verhältnismäßig fried­lich. Das Gesetz wurde mit etwa 110 Stimmen Mehrheit in der Ausschuhfassung angenommen. Die Ausschußbeschlüsse sind nur insofern geän­dert worden, als nicht nur die Reichs^ und Lan- dessarben, sondern die Farben oder Flaggen des Reichs oder eines Landes gegen Beschimpfung geschützt werden sollen. Mit dieser von der Deutschen Dolkspartei beantragten Aen- derung fallen auch d i e schwarz-weih­rote Kriegs- und Handelsflagge des Reiches unter den Schuh des Republikschuhgesehes. Eine weitere Aenderung gegenüber der Ausschuhfassung liegt darin, dah nach den heutigen Reich, tagsveschlüssen das Re- publikschuhgeseh spätestens am 31. De­zember 19 32 außer Kraft tritt Bisher war nur vorgesehen, dah es mit dem Inkraft­treten des neuen Strafgesetzbuches seine Geltung verliert Die dritte Lesung des Republikschutz- gesehes soll am Samstag, 10 Uhr vormittags, beginnen. Die Schluhabstimmung wird erst in der Dienstagsihung erfolgen, da der Montag voraussichtlich sihungsfrei bleiben wird.

In der heutigen Sitzung wurde auch daS

Brotgesetz in erster Beratung dem Volks­wirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Es will, wie Reichsernährungsminister Dietrich kurz aus­führte, den Verbrauch deutschen Rog­gens fördern u. a. durch die Einführung eines gewissen Kennzeichnungszwanges für Brot und durch die Vorschrift, daß nur noch 5 v. H. Weizen­mehlzusah beim Roggenbrot zulässig fein soll. Das Gesetz werde die Arbeit in den Bäckereien erleichtern: denn es sehe vor, dah Roggenbrot, Weizenbrot und Mtchorot künftig nur noch nach festem Gewicht bei gleitendem Preise verkauft werden darf. Die Regie­rung stehe auf dem Standpunkt, dah es belfer sei, deutschen Roggen zu konsumieren, als bei der schlechten Finanzlage ausländischen Wei- zen in riesigen Mengen zu importieren. Wir haben grohe Mengen Roggen zu Schleuderpreisen nach Skandinavien verkaufen müssen, weil er in Deutschland nicht abzusetzen war. Wit Polen haben wir uns in der Preisfrage verständigt jetzt unterbietet uns aber Sowjetruhland.

Oer Volksentscheid für gültig erklärt.

Berlin, 14. März. (WTD.) Das Wahl- Prüfungsgericht beim Reichstag hat in feiner heutigen Sitzung in Sachen Prüfung des zweiten Volksentscheides folgende Entscheidung getroffen:Die Abstimmung bei dem Volks­entscheid Dom 22. Dezember 1929 ist gültig. An der Abstimmung hat sich nicht die Mehrheit der Stimmberechtigten be­teiligt."

Ein Ermächtigungsgesetz in Thüringen.

Zur Durchführung von Sparmaßnahmen.

Weimar, 14. März. (T.-H.) AIS erster Schritt zu einer grundlegenden Einsparung inner­halb der thüringischen Staats, inanzen ist dem Landtag soeben der Gesetzentwurf eine« Ermächtigungsgesetzes zugegangen, des­sen Beratung bereits in der kommenden Woche beginnen wird. Das Ermächtigungsgesetz sieht eine Uebertragung der gesetzgebe­rischen Befugnisse des Landtages auf die Regierung vor, soweit es sich darum handelt. Behörden auszuheben, zusammenzulegen, Zuständigkeiten auf dieGemeindenbzw. aus das Reich zu übertragen und staatliche Poli­zeibehörden an Stelle kommunaler unter gleichzeitiger Beitragslei­stung der Gemeinden und.Kommu­nen einzurichten. Außerdem sieht das Gesetz weitgehende Pensionserleichterungen für die Staatsbeamten vor, die sowohl auf ihren eige­nen Antrag als auch durch Versetzung in den Ruhestand bereits pensioniert werden können, wenn sie bis zum 31. Dezember 1933 das 60. bzw. bei einer ruhegehaltsfähigen Dienstzeit von 40 Jahren das 53. Lebenswahr erreicht haben. In der Begründung wird bemerkt, dah jeder Be­amte. der freiwillig in den Ruhe­stand tritt, den Deamtenabbau er­leichtert und die Staatsregierung der Rot­wendigkeit enthebe, ihn zwangsweise in den Wartestand zu versetzen.

Abstimmungsfeiern in Oer Nordmark.

Hamburg, 14. März. (Tel.-Un.) Am heutigen Freitag, dem Tage der zehnjährigen Wiedertehr des Abstimmungssieges in der zweiten Zone, finden in der Nordmark zahlreiche Gedenkfeiern statt. Flensburg hatte bereits am Vorabend reichen Flaggensa-.nuck a nge^egt. Rach einem Fackelzug fand ein Degrüßungsabend statt. Al- Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden waren u. a. Oberpräsident Kürbis, Regierungspräsident Dr. Abegg, Vizepräsident Dr. Thom und Landes­hauptmann Pahlke erschienen. Oberbürgermeister Dr. Todsen (Flensburg) gedachte des verstorbenen ehemaligen Abstimmungskommi sars Dr. Adolf K o st e r.

In Sch leswig hatte sich eine große Men­schenmenge auf der Schühenkoppel eingefunden, wo ein großes Freudenseuer angeAÜnbet worden war. Die führenden Blätter der Rordmark wid­men dem 14. März an hervorragender Stelle aus­führliche Artikel, in denen die Bedeutung de- Abstimmungssieges vor zehn Jahren bargelegt wird. Ministerpräsident Braun hat an den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein ein Degrüßungstelegramm gerichtet, in dem er der Bevölkerung der zweiten Abstimmungszons für ihre Treue zum deutschen Daterlande dankt.

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Wettervoraussage.

Nachdem bereits in den gestrigen Rachmittag- stunden die Kaltluft des Hollandwirbels wieder Temperaturrückgang brachte, sowie zur Durch­brechung der Wolkendecke und Aufheiterung führte, hat heute Warmluft der neuen Störung wieder Eintrübung mit Riederich ägen gebracht. Die neue westliche Störung hat weitere Aus­dehnung gewonnen und rückt mit ihrem Kem dem Festland näher. Unter ihrem Einfluß steht die Wetterlage, so daß bei anfänglicher leichterer Abkühlung weitere Riederschläge auf treten. Die Wcch elha.tigkeit und die Temperaturfchwankun- gen bleiben bestehen, fo daß mit Temperatur­anstieg wieder Rückgang mit Durchbrechung der Wolkendecke folgt

Wettervor aus! age für Sonntag. Weiterhin wechselhaftes Wetter mit Riederschlä­gen, anfänglich milder, dann Abkühlung.

W i 11 e r u n g s a u s s i ch t e n für Mon­tag. Kühles, teils aufheiterndes, teils wolkiges Wetter mit vereinzelten Schauem.

Amtliche Dinterfportnachrlchten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Starker Schneefall, 0 Grad, 12 an Schnee, etwas Papp­schnee: Sportmöglichkeit vorhanden. Herchen - Hainer Höhe: Starker Schneefall, 0 Grad, 20 an Schnee, etwas Pappschnee: Ski- und Rodel­möglichkeit gut.

Sauerland. Winterberg: Nebel,1 Grad, 22 an Schnee, Pappschnee: Ski- und Rodel­möglichkeit gut.

Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, ± 1 Grad, 50 an Pappschnee: nur Skilauf möglich.