selbstverständlich einen Wechselverkehr mit Senden und Empfangen einrichten Dor allen Dingen ist es natürlich wichtig, daß das Flugzeug Wettermeldungen und mit Hilfe der Bildtelegraphie auch Wetterkarten empfangen kann, ebenso andere Meldungen, die für fernen Flug von Wichtigkeit sind. Zu solchen Mitteilungen gehört 2 B die wenn ein Flughafen vernebelt ist, denn im Nebel kann man nicht landen. Das Flugzeug wird also dann einen nebelfreien Flugplatz aussuchen.
Wirtschaft.
Der Aktienindex. Der vorn Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex U924 192b alcich 100) stellt sich für die Woche vom b bis 11. Januar auf 117,8 gegenüber 115,5 der Dorwoche, und zwar in der Grwppe Bergbau und Schwerindustrie auf 116 7 (114.U), Gruppe verarbeitende Industrie auf kvo.8 (104^4) und Gruppe Handel und Derkehr auf 132,8 (133,5).
Zinshcrabsehung der Deutschen R e n t e n b o n k - Kreditanstalt. Die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt (Landwirtschaftlich« Zentralbank) hat aus Anlast der Herabsetzung des Reichsbankdiskontsahes den Zinssatz für die von ihr ausgegebenen kurz- sristiaen Personalkreditc mit Wirkung vom 14. Januar ob gleichfalls um 0,5 d. Sy herabgesetzt. Der Höchstzinssatz, den der einzelne Landwirt nunmehr für die aus Mitteln der Renten- bonk-Kreditanstalt über die mit ihr m direktem Geschäftsverkehr stehenden Personalkredit,nstltule erhaltenen Kredite zu zahlen hat. darf nicht mehr als 8,75 v. H. betragen. In diesem Hochst- -inssatz sind alle Provisionen enthalten mit Ausnahme des Wechselstempels, der besonders belastet werden darf.
' Don der Internationalen Roh- st a h l g e m e i n s ch a f t. Gestern sand in Brussel eine Besprechung von Dertretern der verschiedenen Ländergruppen in kleinem Kreise statt, um die Frage der Bildung von Derkoufsverbänden für d,c hauptsächlichsten Walzwerksfabrikate weiter zu erörtern. Man glaubt nunmehr die Grundlage gefunden zu haben, um die Zusammenschluh- orbciten zunächst für ein Provisorium von sechs Monaten zu Ende bringen zu können. Lieber die Frage, wie die Derkäufe zukünftig gehandhabt werden sollen, wird eine kleine Kommission schon in den nächsten Tagen beraten, um einheitliche Richtlinien aufzustellen, so dast man hofft, schon von Anfang nächsten Monats ab i,ach diesen Richtlinien arbeiten zu können. Den Maststab für die Beteiligungen an den Ausfuhrgeschäften hat man durch Ermittlung der Exporte der einzelnen Ländergruppen aus einer längeren Periode gesunden. Gewisse Verschiebungen nach oben oder unten treten ein, je nachdem der In- landobsah der in Frage kommenden Ländergruppe sich hebt oder senkt. Für den Monat Februar werden wahrscheinlich dieselben Produktionsregeln gelten wie für den Ianuar, d. h. 10 Prozent Einschränkung der Oktober-Erzeugung.
* Metallgesells-chaft A.-G, Frank- f u r t a. M. Die Generalversammlung genehmigte den bekannten Abschluß für 1928 29 mit wieder 9v. H. Dividende auf die Stammaktien.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M.. 15. Ian. Tendenz freundlich. — Nachdem die Beteiligung der Reichsbank an der Internationalen Zahlungsbank durch das Eingreifen der deutschen Delegation gesichert War, machte sich an der gestrigen Abendbörse bei starten Kurs st eigerungen eine erneute Haussebewegung bemerkbar. Im heutigen Frühverkehr trat jedoch eine gewisse Reaktion ein, und die Kurse wurden allgemein etwas niedriger gesprochen. Trotz der Beilegung des Zwischenfalles im Haag war die Börse noch etwas unsicher! man befürchtete einen Rückschlag. Die Grundtendenz zeigte jedoch eine starke Widerstandsfähigkeit, so dast auch heute kurz vor Beginn der offiziellen Börse ein Tendcnzumschwung eintrat. Die Situation in, Haag wird als sehr günstig beurteilt. und die Kulisse schritt wieder zu Rückdeckungen, zumal wieder Aufträge in größerem Amsange eingetrosfen waren. Auch das Ausland zeigte unverändertes Interesse für deutsche Werte. Das Geschäft nahm einen lebhaften Charakter an. und die Spitzenwerte holten ihre vorbörslichen Dcrluste wieder auf. konnten teilweise noch erhebliche Gewinne erzielen. Im Dordergrunde standen am Kunstseidemarkt Aku,
die 6 Proz. höher eröffnen tonnten. Karstadt lagen 6.5 Prozent fester. Am Elektromarkt waren die Gewinne bei den Hauptwerken etwas geringer. Rur Siemens konnten 2 Prozent an- zieheu AEG. und Schuckert lagen unverändert Gesfürel zogen 2,5 Prozent an. Felten Licht und Kraft und Lahmeyer gewannen biü 1 Prozent. Am Chemiemarkt waren Farben nur wenig. Der» ändert, dagegen traten Goldschmidt und Deutsche Erdöl mit je plus 1,5 Prozent etwas mehr hervor. Don Montanwerten standen Rheinische Braunkohlen mit plus 3 Prozent und Rheinstahl mit plus 1,5 Prozent im Dordergrunde. Die übrigen Werte dieses Marktes zogen bis 1.5 Prozent an. Banken und Schiffahrtswerte gewannen bis 1.5 Prozent. A.-G. für Derkehrs- wesen konnten erneut um 3 Prozent anziehen. Kali Aschersleben gewannen 4 Prozent, wahrend Westeregeln auf den hohen Stand der gestrigen Abendbörse unverändert blieben. Im Verlause blieb die Stimmung freundlich, und es traten bei. den bevorzugten Werten erneute Besserungen bis 1.5 Prozent gegen Anfang em. Am Geldmarkt war Togesgeld mit 7 Prozent etwas ge- suchter. Am Devisenmarkt war die Mark wieder etwas fester. Spanien lag mit 37,10 wieder schwächer. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4.1840. gegen Pfund 20,376, gegen Paris 123,92, London gegen Kabel 4,8690, gegen Mailand 92,99, gegen Schweiz 25,1525, gegen Amsterdam 12,1025.
Berliner Börse.
Berlin, 15. Ion. Die immer noch sehr v o r° sichtige und mißtrauische Spekulation hatte im heutigen Dormittagsverkehr geglaubt, nach den gestrigen stürmischen Kurssteigerungen zu Gewinnmitohmen greifen zu müssen, uno hatte vormittags und vorbörslich realisiert, was zu ein- bis zweiprozentigen Rückgängen gegenüber den gestrigen Höchstkursen führte. Dieses kurzfristige Operieren der Kulisse ist aber gerade das gesunde an der augenblicklichen Bewegung. Als dann zu den ersten offiziellen Kursen entgegen den Erwartungen umfangreiche Kauf- orders der Provinzkundschaft und des Auslandes Vorlagen, die noch dazu auf material- leere Märkte stießen, wurde die Tendenz ausgesprochen f e st, und es herrschte auf fast allen Märkten H a u s s e st i m m u n g. Die Mak- lertafeln wiesen verschiedentlich das beliebte Plus- Plus-Zeichen auf, und gegen gestern mittag (die Frankfurter Abendbörse hatte bereits Gewinne bis zu 4 v. H. gebracht) betrugen die Kurssteigerungen nicht selten 5 bis 6 v. H.; bei Spezialpapieren, wie Lorenz. Schubert & Salzer, Bei ger, Wiking, Chndeaktien, Polyphon, Siemens, Aku, Temberg und Aschersleben bis zu 12 v. H. Bei letzteren regte die Rachricht Über den befriedigenden Geschäftsumfang bei der Kunstseideindustrie, besonders bei den amerikanischen Beteiligungen, cn. Deutsche Anleihe ' e en falls fest. Ausländer ruhig. Psandvriesmarkt bei kleinem Geschäft etwa gehalten. Der Geldmarkt zeigte am heutigen Medio unveränderte Sähe. Tagesgeld wurde mit 5,75 v. H. bis 7,75 v. H., Monatsgeld mit 7,5 bis 9 b. Sy genannt. Man verwies auf die wohl ebenfalls durch den Medio beeinflußten Geldsätze in Reuyork, die jedoch für die nächste Zeit eine Diskontsenkung kaum erwarten lassen, so daß auf eine Diskontsenkungsmaßnahme seitens der Bonk von England morgen wenig Hoffnung bestehen darf. Auch im «Verlaufe blieb die Stimmung allgemein freundlich, durch Gewinn mitnahmen der Spekulation wurden ober verschiedentlich Kursschwankungen hervorgerufen. Trotzdem bewegten sich besonders bei den Rebenwerten die Kurse etwa 1 bis 2 v. Sy über dem Anfangsniveau.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 15. Ian. Am Produktenmarkt war das Geschäft auch heute wieder ruhig. Anregungen fehlten. Die zumeist etwas höheren Auslandnotierungen machten gar keinen Eindruck. Die Anternehmungslust beschränkte sich auf ein Minimum. Die Forderungen lauteten bet geringem Angebot seitens der Provinz unverändert und etwas schwächer. Gedrückt lag Mais für Futterzwecke, dagegen konnte Weizen für niedrigere Qualitäten leicht an^ieben. Hafer war bis zu 0,25 Mark billiger. Es wurden notiert: Weizen 26,75; Roggen 18,50; Sommergerste für Brauzwecke 20; inl. Hafer 17,50; Mais 17,25; Weizenmehl. sü dd. Spezial 0. 39.25 bis 40; Roggen mehl 26,50 bis 27,75; Weizenkleie 8,75 bis 8,90; Roggenkleie 9,25 bis 9,50. Tendenz: ruhig.
Einer Pr 5duktcnbö.sr.
Berlin, 14. Ian. Die schwachen Meldungen von den Auslandmärkten blieben zwar an der
hiesigen Produktenbörse fast völlig ohne Eindruck, jedoch bewegte sich das Geschäft m engsten Grenzen. Das Angebot von Inlandbrotgetretde aus der ersten Hand bleibt verhältnismäßig gering, für Weizen zur prompten Derladung wurden von den Mühlen etwa gestrige Preise bewilligt, wahrend die Gebote für Roggen etwa eine Mark niedriger lauteten. Der Lieferungsmarkt folgte in den Märzsichten dieser Preisbewegung. Mai- weizen setzte 0,75. Mairoggen 2,50 Mk. niedriger ein Mehl hat bei unveränderten Mühlenofferten kleinstes Bedarssgeschäft, die Mühlen klagen über unbefriedigende Abrufe aus alten Schlüssen. Hafer liegt bei ausreichendem Angebot gleichfalls sehr ruhig. Gersten vernachlässigt. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer. 246 bis 249 (matter), März 267 bis 265,50. Mai 273 bis 277 (Brief); Roggen, märkischer, 160 bis 162 (matt), März 182 bis 180, Mai 193 bis 190,50; Brau- gerate 182 bis 197 (matt); Futtergerste 163 bis 171; Hafer, märkischer. 139 bis 148 (matt), März 155 50 bis 153,75, Mai 164 bis 162; Mais, La Plata 173; Mais, Mix. 155 (still).
Amtsgericht Gießen.
* Gießen, 11. Ian. In einer Wirtschaft eines Rachbarortes kam es im Iuli v. I. gegen Mitternacht aus Anlaß des Feierabendbietens zu wüsten Ausschreitungen einiger Gäste gegen den seines Amtes vorschriftsmäßig waltenden Polizeibeamten. der von dem Rachtwächter zu seiner Anter- stühung herbeigeholt worden war, als die Gäste der Aufforderung, das Lokal zu verlassen, nicht folgten. Auch nach dem Erscheinen des Polizeibeamten gelang nicht die Räumung der Wirtschaft. Die Streitigkeiten arteten schließlich zu Tätlichkeiten aus, an denen sich zwei der Gäste hervorragend beteiligten. Deshalb standen sie beide vor Gericht; sie hatten sich wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen gemeinschaftlicher, auch mittels eines gefährlichen Werkzeugs begangenen Körperverletzung, der eine von ihnen auch wegen Beamtenbeleidigung zu verantworten, denn dieser nannte u. a. den Polizeibeamten einen feigen Hund, den er totschießen werde. Der nämliche Qlngeflagte schlug ihm auch mit einem Bierglas auf den Kopf, so daß eine blutende Wunde entstand, nachdem beide Angeklagten schon vorher gemeinschaftlich mit Fäusten auf ihn eingeschlagen und ihn zu Fall gebracht hatten. Zu seiner Verteidigung gebrauchte schließlich der Polizeibeamte seinen Gummiknüppel und, als dieser nicht half, seinen Revolver. Er schoß aber wegen des in der Wirtschaft herrschenden Tumultes nicht, sondern teilte damit nur Schläge aus. Da es galt, die bei derartigen Vorfällen besonders gefährdete Autorität der Polizeibeamten zu schützen, erhielten die beiden Angeklagten trotz ihrer seitherigen Anbestraftheit Gefängnisstrafen von sechs bzw. drei Wochen, sowie wegen ilebertretung der Polizeistunde je 20 Mark Geldstrafe.
2m Mai v. I. war ein Frankfurter Motorllub auf der Rückfahrt begriffen; er hatte gerade den Viadukt zwischen Klein-Linden und Gießen auf der rechten Seite passiert, als ein Fahrer plötzlich, indem er an einer Telegraphenstange dicht vorbei und über einen Haufen dort lagernde Steine fuhr, ohne sichtlichen Grund der linken Seite zustrcbte und dort einen Fußgänger streifte, so daß dieser zu Fall kam und einen Knöchelbruch erlitt. Der Führer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt, aber frei gesprochen, die ihm auf Grund der Beweisaufnahme, zu der ein Sachverständiger zugezogen war, ein. Verschulden nicht nachgewiesen werden konnte. Der Anfall war auf einen plötzlich eingetretenen Defekt, für dessen Folgen der Angeklagte nicht verantwortlich gemacht werden konnte, zurückzuführcn.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gedanken eines alten Mannes.
Es ist besser, daß ein verfehltes Abkommen leidet als daß die Bevölkerung einer ganzen Stadt leidet. Es ist besser, daß der, welcher einen Fehler gemacht und durch mehrfaches Zurückweichen anerkannt hat, ihn aufgibt, als daß viele durch diesen Fehler gesundheitlich und finanziell geschädigt werden. Seit Oktober 1028 haben wir die guten neuen Müll wagen und sind nuferer Stadt dafür dankbar. Die teuren, allzu schweren Müll eintet sind seitdem durch Empfehlung, Darbietung, Verordnung der Bevölkerung aufgedrängt worden. Richt aus Eigensinn, sondern
aus Rot hat ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung sie dennoch abgelehnt und die Gründe gegen sie geltend gemacht. Diese Gründe sind:
Die empfohlenen Eimer sind für jeden, der nicht die volle Kraft eines gesunden Erwachsenen hat. gefüllt überhaupt nicht, leer nur mit Gefahr für die Gesundheit, aus höheren Stockwerken und zurück zu transportieren. Wird in solchem Fall neben dem kaum transportierbaren der Besitz eines transportabeln Mülleimers für den Innengebrauch des Hauses gefordert, so ist das ein- m a I eine unverantwortliche finanzielle Belastung in schwerer Zeit; und bann wird die Behauptung einer Fürsorge für die öffentliche Gesundheit zur Posse, da so den Hausbewohnern zu- gemutet wird, jedesmal beim Ilmfüllen aus dem tragbaren in den untragbaren die aufwirbelnden Krankheitskeime einzuatmen.
In vielen Haushaltungen gibt es Ausnahme» tage, an denen der gewöhnliche Mülleimer nicht ausreicht. Ein Morgengang durch Gießen zeigt, daß auch neben den empfohlenen Mülleimern noch sehr häufig nicht erfreuliche Hilfseimer stehen, die mit häßlichem, weit geöffnetem und dabei bis zum Rand gefülltem Schlund um Abfuhr ihres Inhaltes bitten. Cs ist eine Härte, für solchen Fall noch den Besitz eines zweiten der teuren empfohlenen Eimer zu fordern, da doch auch für Ausnahmetage genügend für städtische Müllabfuhr gezahlt wird.
Fünf Vierteljahre haben gezeigt, daß die neuen Müllwagen recht wohl auch für sonstige, hygienisch und ästhetisch einwandfreie gedeckte Mülleimer brauchbar sind.
Die Stadt wird ihre Einwohner als Verbündete finden, wenn fie ungedeckte Mülleimer verbietet. Den Zwang zur Anschaffung untransportabler und deshalb hygienisch schädlicher, dazu sehr teurer Mülleimer kann sie am 1. Februar 1930 und an jedem späteren Termin ebensowenig verantworten, wie schon am 1. Februar oder 1. September 1929, wo fie gut getan hat, ihre Drohung nicht wahr zu machen.
Professor Dr. Oscar Holtzmann.
Das verfchlofsene Friedhofslor.
Die unter dieser Aeberschrift in dem gestrigen Eingesandt kundgegebene Anschauung kann nicht unwidersprochen bleiben, da sie für unsere Zeit typisch zu sein scheint. Dorn weg sei dem Einsender gesagt, daß es nicht Mangel an Rücksicht war. der die Schließung der Tore veranlaßte, sondern es geschah aus Rücksicht auf die Vortragenden und die andächtig lauschenden Zuhörer. Als Rücksichtslosigkeit must es bezeichnet werden, zwanzig Minuten nach Beginn einer Veranstaltung noch zu dieser zu erscheinen und' Vortragende und Zuhörer dadurch zu stören.
Die gleichen Rücksichtslosigkeiten konnte man am letzten Sonntag beim Vortrag von Professor Bücker im physiologischen Institut und am Freitag voriger Woche beim familienkundlichen Abend von Geheimrat Sommer beobachten.
Haben diese Spätlinge gar kein Gefühl dafür, wie störend es für den Vortragenden ist, in der ersten halben Stunde seines Vortrages immer wieder mitten im .Satze einzuhalten, um den Anpünktlichen zu ermöglichen, ohne allzu großen Lärm Plätze zu bekommen; haben diese Anpünktlichen nie empfunden, wie widerwillig ihnen von den Hörern noch Platz eingeräumt wird? Fast muß man annehmen, daß sie niemals pünktlich als Hörer anwesend waren und aus eigener Erfahrung wissen, was es für eine Qual ist, durch Rachzügler in feiner Sammlung und Andacht gestört zu werden! Zu einer privaten Einladung werden die Betreffenden nie mit solcher Verspätung erscheinen, noch viel weniger aber der nicht wartenden Gesellschaft Rücksichtslosigkeit vorwerfen. Doch bei öffentlichen Veranstaltungen glaubt man sich das leisten zu können. Hier Wandel zu schaffen, ist höchste Zeit, und dazu gibt es nur ein Mittel: Der Vortragende läßt nach Beginn sofort die Türen abschließen. Es ist doch schon genug Rücksichtnahme auf die Anpünktlichen. wenn erst eine Viertelstunde nach angekündigtem Beginn angefangen wird; auch d i e Pünktlichen verdienen Rücksichtnahme.
Dienstliche Verhinderung entschuldigt keine Verspätung von 20 Minuten. Kann man nicht pünktlich zu einer Veranstaltung erscheinen, dann finde man sich damit ab, dast man ihr ganz fernbleibt. Es kommt doch nicht darauf an. dast man erzählen kann, man war auch dort, aber durch Fehlen am Anfang oft die Mitte und den Schluß des Vortrags oder Konzertes nicht verstand. Auch noch heute gilt das Wort: Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige? Sch.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H.
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Banknoten.
Berlin, 14- Januar
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Amerikanische Noten . . .
4,169
4,189
Belgische Noten ......
58,08
58,32
Dänische Noten .......
111,63
112,07
Englische Noten . .......
20,34
20,42
16,43
16,49
167,96
168,64
Italienische Noten........
21,90
21,98
Norwegische Noten.......
111,50
111,94
Deurich. Oesterreich, 6 1OO Schilling
18,68
58,92
Numäniiche Noten ......
2,47
2.49
Schwedische Noten ......
112,10
112,54
Schwei-,er Noten .......
81,12
81.44
Spanische Noten . ......
55.31
55,53
T'chechojlowakische Noten.....
12.33
12,39
Ungarilche Noten .....
73,00
73-30
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
14 Januar
15 Januar
Amtliche Nonetung
Amtliche Notierung
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168,23
168.57
168,16
168.50
Bum--Aires
1 680
1.684
1,675
1 679
Brsi-Antw
58,29
58,41
58,25
58.37
Kbriftiania.
111,82
112.04
111.76
111.98
floveiibnqni
111.92
112.14
111.88
112.10
Stockholm
112,33
112.55
112,25
112.47
Hclstnmors
10,51
10.53
10 502
10,522
Italien. . .
21.905
21,945
21.89
21.93
London. . .
20,363
20,403
20.359
20 399
0-eunork . .
4,1840
4.1920
4.1815
4,1895
Paris. . .
Skbwest . .
16.435
16,475
16,43
16,47
80,97
81.13
80.94
81,10
Spanien -
55,64
55,76
55.34
55,46
Japan . . .
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2,060
2,064
2.057
2.061
0.471
0,473
0,458
0.460
Ctfl. abgesk
58.83
58,95
58.80
58.92
Prag . Belirad
12,378
12.398
12.372
12.392
7.40o
7.414
7.390
7 404
Budapest.
73,15
73-29
73,15
73.29
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3.027
3,031
3.037
3.043
Lissabon
18,79
18.83
18.79
18.83
Danzig. . .<?onft .ntin.
81.39
81,55
81.36
81.52
1.978
1.982
1.978
1,982
Athen. .
5.43
5.44
5.44
5.45
Kanada
4,140
4,148
4,138
4.146
Uru uat)
3.866
3.874
3,856
3.864
Latro . -
20-80
20,92
20.88
20.92


