Ausgabe 
15.1.1930
 
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selbstverständlich einen Wechselverkehr mit Sen­den und Empfangen einrichten Dor allen Dingen ist es natürlich wichtig, daß das Flugzeug Wet­termeldungen und mit Hilfe der Bildtelegraphie auch Wetterkarten empfangen kann, ebenso an­dere Meldungen, die für fernen Flug von Wich­tigkeit sind. Zu solchen Mitteilungen gehört 2 B die wenn ein Flughafen vernebelt ist, denn im Nebel kann man nicht landen. Das Flugzeug wird also dann einen nebelfreien Flugplatz aus­suchen.

Wirtschaft.

Der Aktienindex. Der vorn Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex U924 192b alcich 100) stellt sich für die Woche vom b bis 11. Januar auf 117,8 gegenüber 115,5 der Dorwoche, und zwar in der Grwppe Bergbau und Schwerindustrie auf 116 7 (114.U), Gruppe verarbeitende Industrie auf kvo.8 (104^4) und Gruppe Handel und Derkehr auf 132,8 (133,5).

Zinshcrabsehung der Deutschen R e n t e n b o n k - Kreditanstalt. Die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt (Landwirt­schaftlich« Zentralbank) hat aus Anlast der Herabsetzung des Reichsbankdiskontsahes den Zinssatz für die von ihr ausgegebenen kurz- sristiaen Personalkreditc mit Wirkung vom 14. Januar ob gleichfalls um 0,5 d. Sy herab­gesetzt. Der Höchstzinssatz, den der einzelne Land­wirt nunmehr für die aus Mitteln der Renten- bonk-Kreditanstalt über die mit ihr m direktem Geschäftsverkehr stehenden Personalkredit,nstltule erhaltenen Kredite zu zahlen hat. darf nicht mehr als 8,75 v. H. betragen. In diesem Hochst- -inssatz sind alle Provisionen enthalten mit Aus­nahme des Wechselstempels, der besonders be­lastet werden darf.

' Don der Internationalen Roh- st a h l g e m e i n s ch a f t. Gestern sand in Brussel eine Besprechung von Dertretern der verschiede­nen Ländergruppen in kleinem Kreise statt, um die Frage der Bildung von Derkoufsverbänden für d,c hauptsächlichsten Walzwerksfabrikate wei­ter zu erörtern. Man glaubt nunmehr die Grund­lage gefunden zu haben, um die Zusammenschluh- orbciten zunächst für ein Provisorium von sechs Monaten zu Ende bringen zu können. Lieber die Frage, wie die Derkäufe zukünftig gehandhabt werden sollen, wird eine kleine Kommission schon in den nächsten Tagen beraten, um einheitliche Richtlinien aufzustellen, so dast man hofft, schon von Anfang nächsten Monats ab i,ach diesen Richtlinien arbeiten zu können. Den Maststab für die Beteiligungen an den Ausfuhrgeschäften hat man durch Ermittlung der Exporte der ein­zelnen Ländergruppen aus einer längeren Pe­riode gesunden. Gewisse Verschiebungen nach oben oder unten treten ein, je nachdem der In- landobsah der in Frage kommenden Ländergruppe sich hebt oder senkt. Für den Monat Februar werden wahrscheinlich dieselben Produktions­regeln gelten wie für den Ianuar, d. h. 10 Pro­zent Einschränkung der Oktober-Erzeugung.

* Metallgesells-chaft A.-G, Frank- f u r t a. M. Die Generalversammlung geneh­migte den bekannten Abschluß für 1928 29 mit wieder 9v. H. Dividende auf die Stammaktien.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M.. 15. Ian. Tendenz freund­lich. Nachdem die Beteiligung der Reichsbank an der Internationalen Zahlungsbank durch das Eingreifen der deutschen Delegation gesichert War, machte sich an der gestrigen Abendbörse bei starten Kurs st eigerungen eine er­neute Haussebewegung bemerkbar. Im heutigen Frühverkehr trat jedoch eine ge­wisse Reaktion ein, und die Kurse wurden allgemein etwas niedriger gesprochen. Trotz der Beilegung des Zwischenfalles im Haag war die Börse noch etwas unsicher! man befürchtete einen Rückschlag. Die Grundtendenz zeigte jedoch eine starke Widerstandsfähigkeit, so dast auch heute kurz vor Beginn der offiziellen Börse ein Tendcnzumschwung eintrat. Die Situation in, Haag wird als sehr günstig beur­teilt. und die Kulisse schritt wieder zu Rück­deckungen, zumal wieder Aufträge in größerem Amsange eingetrosfen waren. Auch das Aus­land zeigte unverändertes Interesse für deutsche Werte. Das Geschäft nahm einen lebhaften Cha­rakter an. und die Spitzenwerte holten ihre vor­börslichen Dcrluste wieder auf. konnten teilweise noch erhebliche Gewinne erzielen. Im Dordergrunde standen am Kunstseidemarkt Aku,

die 6 Proz. höher eröffnen tonnten. Karstadt lagen 6.5 Prozent fester. Am Elektromarkt waren die Gewinne bei den Hauptwerken etwas geringer. Rur Siemens konnten 2 Prozent an- zieheu AEG. und Schuckert lagen unverändert Gesfürel zogen 2,5 Prozent an. Felten Licht und Kraft und Lahmeyer gewannen biü 1 Prozent. Am Chemiemarkt waren Farben nur wenig. Der» ändert, dagegen traten Goldschmidt und Deutsche Erdöl mit je plus 1,5 Prozent etwas mehr hervor. Don Montanwerten standen Rheinische Braunkohlen mit plus 3 Prozent und Rheinstahl mit plus 1,5 Prozent im Dordergrunde. Die übrigen Werte dieses Marktes zogen bis 1.5 Prozent an. Banken und Schiffahrtswerte ge­wannen bis 1.5 Prozent. A.-G. für Derkehrs- wesen konnten erneut um 3 Prozent anziehen. Kali Aschersleben gewannen 4 Prozent, wahrend Westeregeln auf den hohen Stand der gestrigen Abendbörse unverändert blieben. Im Verlause blieb die Stimmung freundlich, und es traten bei. den bevorzugten Werten erneute Besserungen bis 1.5 Prozent gegen Anfang em. Am Geld­markt war Togesgeld mit 7 Prozent etwas ge- suchter. Am Devisenmarkt war die Mark wieder etwas fester. Spanien lag mit 37,10 wieder schwächer. Sonst nannte man Mark gegen Dollar 4.1840. gegen Pfund 20,376, gegen Paris 123,92, London gegen Kabel 4,8690, gegen Mailand 92,99, gegen Schweiz 25,1525, gegen Amster­dam 12,1025.

Berliner Börse.

Berlin, 15. Ion. Die immer noch sehr v o r° sichtige und mißtrauische Spekulation hatte im heutigen Dormittagsverkehr geglaubt, nach den gestrigen stürmischen Kurssteigerungen zu Gewinnmitohmen greifen zu müssen, uno hatte vormittags und vorbörslich realisiert, was zu ein- bis zweiprozentigen Rückgängen gegenüber den gestrigen Höchstkursen führte. Die­ses kurzfristige Operieren der Kulisse ist aber gerade das gesunde an der augenblicklichen Be­wegung. Als dann zu den ersten offiziellen Kur­sen entgegen den Erwartungen umfangreiche Kauf- orders der Provinzkundschaft und des Aus­landes Vorlagen, die noch dazu auf material- leere Märkte stießen, wurde die Tendenz ausgesprochen f e st, und es herrschte auf fast allen Märkten H a u s s e st i m m u n g. Die Mak- lertafeln wiesen verschiedentlich das beliebte Plus- Plus-Zeichen auf, und gegen gestern mittag (die Frankfurter Abendbörse hatte bereits Gewinne bis zu 4 v. H. gebracht) betrugen die Kurs­steigerungen nicht selten 5 bis 6 v. H.; bei Spezialpapieren, wie Lorenz. Schubert & Sal­zer, Bei ger, Wiking, Chndeaktien, Polyphon, Sie­mens, Aku, Temberg und Aschersleben bis zu 12 v. H. Bei letzteren regte die Rachricht Über den befriedigenden Geschäftsumfang bei der Kunstseideindustrie, besonders bei den amerika­nischen Beteiligungen, cn. Deutsche Anleihe ' e en falls fest. Ausländer ruhig. Psandvriesmarkt bei kleinem Geschäft etwa gehalten. Der Geldmarkt zeigte am heutigen Medio unveränderte Sähe. Tagesgeld wurde mit 5,75 v. H. bis 7,75 v. H., Monatsgeld mit 7,5 bis 9 b. Sy genannt. Man verwies auf die wohl ebenfalls durch den Medio beeinflußten Geldsätze in Reuyork, die jedoch für die nächste Zeit eine Diskontsenkung kaum er­warten lassen, so daß auf eine Diskontsenkungs­maßnahme seitens der Bonk von England morgen wenig Hoffnung bestehen darf. Auch im «Verlaufe blieb die Stimmung allgemein freund­lich, durch Gewinn mitnahmen der Spekulation wurden ober verschiedentlich Kursschwankungen hervorgerufen. Trotzdem bewegten sich besonders bei den Rebenwerten die Kurse etwa 1 bis 2 v. Sy über dem Anfangsniveau.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 15. Ian. Am Produkten­markt war das Geschäft auch heute wieder ruhig. Anregungen fehlten. Die zumeist etwas höheren Auslandnotierungen machten gar keinen Eindruck. Die Anternehmungslust beschränkte sich auf ein Minimum. Die Forderungen lauteten bet gerin­gem Angebot seitens der Provinz unverändert und etwas schwächer. Gedrückt lag Mais für Futterzwecke, dagegen konnte Weizen für nied­rigere Qualitäten leicht an^ieben. Hafer war bis zu 0,25 Mark billiger. Es wurden notiert: Wei­zen 26,75; Roggen 18,50; Sommergerste für Brau­zwecke 20; inl. Hafer 17,50; Mais 17,25; Weizen­mehl. dd. Spezial 0. 39.25 bis 40; Roggen mehl 26,50 bis 27,75; Weizenkleie 8,75 bis 8,90; Rog­genkleie 9,25 bis 9,50. Tendenz: ruhig.

Einer Pr 5duktcnbö.sr.

Berlin, 14. Ian. Die schwachen Meldungen von den Auslandmärkten blieben zwar an der

hiesigen Produktenbörse fast völlig ohne Eindruck, jedoch bewegte sich das Geschäft m engsten Gren­zen. Das Angebot von Inlandbrotgetretde aus der ersten Hand bleibt verhältnismäßig gering, für Weizen zur prompten Derladung wurden von den Mühlen etwa gestrige Preise bewilligt, wah­rend die Gebote für Roggen etwa eine Mark niedriger lauteten. Der Lieferungsmarkt folgte in den Märzsichten dieser Preisbewegung. Mai- weizen setzte 0,75. Mairoggen 2,50 Mk. niedriger ein Mehl hat bei unveränderten Mühlenofferten kleinstes Bedarssgeschäft, die Mühlen klagen über unbefriedigende Abrufe aus alten Schlüssen. Hafer liegt bei ausreichendem Angebot gleichfalls sehr ruhig. Gersten vernachlässigt. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer. 246 bis 249 (matter), März 267 bis 265,50. Mai 273 bis 277 (Brief); Roggen, märkischer, 160 bis 162 (matt), März 182 bis 180, Mai 193 bis 190,50; Brau- gerate 182 bis 197 (matt); Futtergerste 163 bis 171; Hafer, märkischer. 139 bis 148 (matt), März 155 50 bis 153,75, Mai 164 bis 162; Mais, La Plata 173; Mais, Mix. 155 (still).

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 11. Ian. In einer Wirtschaft eines Rachbarortes kam es im Iuli v. I. gegen Mitter­nacht aus Anlaß des Feierabendbietens zu wüsten Ausschreitungen einiger Gäste gegen den seines Amtes vorschriftsmäßig waltenden Polizeibeam­ten. der von dem Rachtwächter zu seiner Anter- stühung herbeigeholt worden war, als die Gäste der Aufforderung, das Lokal zu verlassen, nicht folgten. Auch nach dem Erscheinen des Polizei­beamten gelang nicht die Räumung der Wirt­schaft. Die Streitigkeiten arteten schließlich zu Tätlichkeiten aus, an denen sich zwei der Gäste hervorragend beteiligten. Deshalb standen sie beide vor Gericht; sie hatten sich wegen Wider­standes gegen die Staatsgewalt und wegen ge­meinschaftlicher, auch mittels eines gefährlichen Werkzeugs begangenen Körperverletzung, der eine von ihnen auch wegen Beamtenbeleidigung zu verantworten, denn dieser nannte u. a. den Polizeibeamten einen feigen Hund, den er tot­schießen werde. Der nämliche Qlngeflagte schlug ihm auch mit einem Bierglas auf den Kopf, so daß eine blutende Wunde entstand, nachdem beide Angeklagten schon vorher gemeinschaftlich mit Fäusten auf ihn eingeschlagen und ihn zu Fall gebracht hatten. Zu seiner Verteidigung gebrauchte schließlich der Polizeibeamte seinen Gummiknüp­pel und, als dieser nicht half, seinen Revolver. Er schoß aber wegen des in der Wirtschaft herr­schenden Tumultes nicht, sondern teilte damit nur Schläge aus. Da es galt, die bei derartigen Vorfällen besonders gefährdete Autorität der Polizeibeamten zu schützen, erhielten die beiden Angeklagten trotz ihrer seitherigen Anbestraftheit Gefängnisstrafen von sechs bzw. drei Wochen, sowie wegen ilebertretung der Polizei­stunde je 20 Mark Geldstrafe.

2m Mai v. I. war ein Frankfurter Motorllub auf der Rückfahrt begriffen; er hatte gerade den Viadukt zwischen Klein-Linden und Gießen auf der rechten Seite passiert, als ein Fahrer plötz­lich, indem er an einer Telegraphenstange dicht vorbei und über einen Haufen dort lagernde Steine fuhr, ohne sichtlichen Grund der linken Seite zustrcbte und dort einen Fußgänger streifte, so daß dieser zu Fall kam und einen Knöchel­bruch erlitt. Der Führer wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt, aber frei ge­sprochen, die ihm auf Grund der Beweisauf­nahme, zu der ein Sachverständiger zugezogen war, ein. Verschulden nicht nachgewiesen werden konnte. Der Anfall war auf einen plötzlich ein­getretenen Defekt, für dessen Folgen der Ange­klagte nicht verantwortlich gemacht werden konnte, zurückzuführcn.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gedanken eines alten Mannes.

Es ist besser, daß ein verfehltes Abkommen leidet als daß die Bevölkerung einer ganzen Stadt leidet. Es ist besser, daß der, welcher einen Fehler gemacht und durch mehrfaches Zurück­weichen anerkannt hat, ihn aufgibt, als daß viele durch diesen Fehler gesundheitlich und finanziell geschädigt werden. Seit Oktober 1028 haben wir die guten neuen Müll wagen und sind nuferer Stadt dafür dankbar. Die teuren, allzu schweren Müll eintet sind seitdem durch Empfehlung, Dar­bietung, Verordnung der Bevölkerung aufge­drängt worden. Richt aus Eigensinn, sondern

aus Rot hat ein beträchtlicher Teil der Bevölke­rung sie dennoch abgelehnt und die Gründe gegen sie geltend gemacht. Diese Gründe sind:

Die empfohlenen Eimer sind für jeden, der nicht die volle Kraft eines gesunden Erwachsenen hat. gefüllt überhaupt nicht, leer nur mit Gefahr für die Gesundheit, aus höheren Stockwerken und zurück zu transportieren. Wird in solchem Fall neben dem kaum transportierbaren der Besitz eines transportabeln Mülleimers für den Innen­gebrauch des Hauses gefordert, so ist das ein- m a I eine unverantwortliche finanzielle Belastung in schwerer Zeit; und bann wird die Behaup­tung einer Fürsorge für die öffentliche Gesund­heit zur Posse, da so den Hausbewohnern zu- gemutet wird, jedesmal beim Ilmfüllen aus dem tragbaren in den untragbaren die aufwirbelnden Krankheitskeime einzuatmen.

In vielen Haushaltungen gibt es Ausnahme» tage, an denen der gewöhnliche Mülleimer nicht ausreicht. Ein Morgengang durch Gießen zeigt, daß auch neben den empfohlenen Mülleimern noch sehr häufig nicht erfreuliche Hilfseimer stehen, die mit häßlichem, weit geöffnetem und dabei bis zum Rand gefülltem Schlund um Abfuhr ihres Inhaltes bitten. Cs ist eine Härte, für solchen Fall noch den Besitz eines zweiten der teuren empfohlenen Eimer zu fordern, da doch auch für Ausnahmetage genügend für städtische Müll­abfuhr gezahlt wird.

Fünf Vierteljahre haben gezeigt, daß die neuen Müllwagen recht wohl auch für sonstige, hygie­nisch und ästhetisch einwandfreie gedeckte Mülleimer brauchbar sind.

Die Stadt wird ihre Einwohner als Verbün­dete finden, wenn fie ungedeckte Mülleimer ver­bietet. Den Zwang zur Anschaffung untranspor­tabler und deshalb hygienisch schädlicher, dazu sehr teurer Mülleimer kann sie am 1. Februar 1930 und an jedem späteren Termin ebensowenig verantworten, wie schon am 1. Februar oder 1. September 1929, wo fie gut getan hat, ihre Drohung nicht wahr zu machen.

Professor Dr. Oscar Holtzmann.

Das verfchlofsene Friedhofslor.

Die unter dieser Aeberschrift in dem gestrigen Eingesandt kundgegebene Anschauung kann nicht unwidersprochen bleiben, da sie für unsere Zeit typisch zu sein scheint. Dorn weg sei dem Ein­sender gesagt, daß es nicht Mangel an Rück­sicht war. der die Schließung der Tore veran­laßte, sondern es geschah aus Rücksicht auf die Vortragenden und die andächtig lauschenden Zu­hörer. Als Rücksichtslosigkeit must es bezeichnet werden, zwanzig Minuten nach Beginn einer Veranstaltung noch zu dieser zu erscheinen und' Vortragende und Zuhörer dadurch zu stören.

Die gleichen Rücksichtslosigkeiten konnte man am letzten Sonntag beim Vortrag von Professor Bücker im physiologischen Institut und am Frei­tag voriger Woche beim familienkundlichen Abend von Geheimrat Sommer beobachten.

Haben diese Spätlinge gar kein Gefühl dafür, wie störend es für den Vortragenden ist, in der ersten halben Stunde seines Vortrages immer wieder mitten im .Satze einzuhalten, um den Anpünktlichen zu ermöglichen, ohne allzu großen Lärm Plätze zu bekommen; haben diese Anpünkt­lichen nie empfunden, wie widerwillig ihnen von den Hörern noch Platz eingeräumt wird? Fast muß man annehmen, daß sie niemals pünktlich als Hörer anwesend waren und aus eigener Er­fahrung wissen, was es für eine Qual ist, durch Rachzügler in feiner Sammlung und Andacht ge­stört zu werden! Zu einer privaten Einladung werden die Betreffenden nie mit solcher Ver­spätung erscheinen, noch viel weniger aber der nicht wartenden Gesellschaft Rücksichtslosigkeit vor­werfen. Doch bei öffentlichen Veranstaltungen glaubt man sich das leisten zu können. Hier Wandel zu schaffen, ist höchste Zeit, und dazu gibt es nur ein Mittel: Der Vortragende läßt nach Beginn sofort die Türen abschließen. Es ist doch schon genug Rücksichtnahme auf die An­pünktlichen. wenn erst eine Viertelstunde nach angekündigtem Beginn angefangen wird; auch d i e Pünktlichen verdienen Rücksicht­nahme.

Dienstliche Verhinderung entschuldigt keine Ver­spätung von 20 Minuten. Kann man nicht pünkt­lich zu einer Veranstaltung erscheinen, dann finde man sich damit ab, dast man ihr ganz fern­bleibt. Es kommt doch nicht darauf an. dast man erzählen kann, man war auch dort, aber durch Fehlen am Anfang oft die Mitte und den Schluß des Vortrags oder Konzertes nicht verstand. Auch noch heute gilt das Wort: Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige? Sch.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H.

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Maschinenbau A.-G. .

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Banknoten.

Berlin, 14- Januar

(Held

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Amerikanische Noten . . .

4,169

4,189

Belgische Noten ......

58,08

58,32

Dänische Noten .......

111,63

112,07

Englische Noten . .......

20,34

20,42

16,43

16,49

167,96

168,64

Italienische Noten........

21,90

21,98

Norwegische Noten.......

111,50

111,94

Deurich. Oesterreich, 6 1OO Schilling

18,68

58,92

Numäniiche Noten ......

2,47

2.49

Schwedische Noten ......

112,10

112,54

Schwei-,er Noten .......

81,12

81.44

Spanische Noten . ......

55.31

55,53

T'chechojlowakische Noten.....

12.33

12,39

Ungarilche Noten .....

73,00

73-30

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

14 Januar

15 Januar

Amtliche Nonetung

Amtliche Notierung

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-Neid

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168,23

168.57

168,16

168.50

Bum--Aires

1 680

1.684

1,675

1 679

Brsi-Antw

58,29

58,41

58,25

58.37

Kbriftiania.

111,82

112.04

111.76

111.98

floveiibnqni

111.92

112.14

111.88

112.10

Stockholm

112,33

112.55

112,25

112.47

Hclstnmors

10,51

10.53

10 502

10,522

Italien. . .

21.905

21,945

21.89

21.93

London. . .

20,363

20,403

20.359

20 399

0-eunork . .

4,1840

4.1920

4.1815

4,1895

Paris. . .

Skbwest . .

16.435

16,475

16,43

16,47

80,97

81.13

80.94

81,10

Spanien -

55,64

55,76

55.34

55,46

Japan . . .

-Mio de Jan Wien fn D--

2,060

2,064

2.057

2.061

0.471

0,473

0,458

0.460

Ctfl. abgesk

58.83

58,95

58.80

58.92

Prag . Belirad

12,378

12.398

12.372

12.392

7.40o

7.414

7.390

7 404

Budapest.

73,15

73-29

73,15

73.29

Bnl arten

3.027

3,031

3.037

3.043

Lissabon

18,79

18.83

18.79

18.83

Danzig. . .<?onft .ntin.

81.39

81,55

81.36

81.52

1.978

1.982

1.978

1,982

Athen. .

5.43

5.44

5.44

5.45

Kanada

4,140

4,148

4,138

4.146

Uru uat)

3.866

3.874

3,856

3.864

Latro . -

20-80

20,92

20.88

20.92