Ausgabe 
14.11.1930
 
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Anders liege es

wundet wurden.

Bei and, Frankreich habe Polen stets zur Seite gestanden und stets sei das geschehen, was ge­schehen muhte.

Nach einer Auseinandersetzung Briands mit Jrantlin-Bouidon über das alle und neue Bündnissystem und nach einer kurzen Rede paul-Boncours, schrill die Kammer zu der Abstimmung über eine von der radikalen Linken eingebrachten, von der Regierung ge­billigten Tagesordnung, die folgenden Wort­laut hat: Die Kammer vertraut der Regierung, dah sie weiterhin die Achtung der Der- trage, die Sicherheit des Landes und die Organisierung des Friedens gewährleistet, und lehnt jeden melieren Zusatz ab. Die Tagesordnung wurde mit 3 23 ge­gen 2 7 0 Stimmen angenommen, damit ist der Regierung das Bertrauen ausgesprochen. Die Sitzung wurde um 4 Ahr nachts fron- zösischer Zeit aufgehoben.

Attentat auf den japanischen Premierminister.

der Abrüstung nicht ersaht würden. Nur eine allgemeine direkte Herabsetzung des Kriegsmate­rials könne zum Ziele führen. Ohne eine G l e i ch- stellung der Rüstungen sämtlicher Länder sei jedes Abrüstungsabkommen teert» l o s. Die deutsche Abordnung widersetze sich jedem Versuch, eine neue Tagung des Abrüstungs­ausschusses einzuberufen unter dem Vorwand von Sachverständigenarbeiten. Sie verlange den Zusammentritt der Abrüstungskonferenz, damit Deutschland endlich Klarheit habe, ob die übrigen Mächte überhaup t die Abrüstung vornehmen wollten. 3n der weiteren Aussprache trat die Mehrheit der Ausschuhmitglieder für den französisch-belgischen Vorschlag ein, der die direkte Herabsetzung des Kriegsmaterials a b l e h n t. Lediglich der Vertreter Italiens brachte einen schriftlichen Antrag ein, in dem die direkte Verminderung des Kriegsmaterials sowie Herabsetzung der Heeresausgaben gefordert werden.

Tokio. 14.7100. (WTB. Funkspruch.) Auf den japauischeu Premierminister h a m a g u ch i wurde hier heule früh um 8.55 Uhr am Bahnhof e i n Schußabgefeuert. Die kugel drang dem Pre­mierminister in den Unterleib. Der Täter, ein junger Mann, wurde verhaftet, bevor er Zeit hatte, einen zweiten Schuh abzufeuern. Nach einer ersten Untersuchung des verletzten im Bureau des Bahnhofsvorstehers erklärte der Arzt, dah die Aus­sichten auf Wiederherstellung des Premierministers, «>ei£b5Hnan3proqramm gut feien. Der Premierminister wollte sich zur Zeit ^lchJ ^9 * &

Preußen und das Sanierungsprogramm des Kabinetts Brüning.

Höpker-Aschoff stimmt im allgemeinen zu. - Bedenken gegen Neuregelung der WohnungSwirtschast und gegen die Bealsteuersenkung.

Das geplante S te uervereinheitli- chungsgeseh verdiene allgemeine Billigung, weil es einheitliche Grundlagen für die gesamte Realbesteuerung bringe. Bedenken seien da­gegen zu erheben hinsichtlich der Neurege­lung der Wohnungswirtschaft und derReal st «Versenkung Preußen würden danach im nächsten Iahre nur 120 Millionen Mk. Hauszinssteuermittel für die Neubautätigkeit zur Vertilgung stehen, ein Betrag, der in keinem Ver­hältnis zum Bedarf stehe. Deshalb habe die preu­ßische Regierung vorgeschlagen, die Hauszins­steuermittel für die Neubautätigkeit nicht um die Hälfte, sondern um ein Drittel zu kürzen. Die Senkung der Real st euer könne nach Ansicht der Staatsregierung nur an solchen Orten erfolgen, wo die Realsteuersähe überspannt seien, d. h. in Gemeinden, in denen die Zuschlagsätze über dem Landesdurch­schnitt lägen.

Wenn man auf einen Zusammenhang zwischen dem Finanzplan der Reichsregierung und den Reparationslasten Hinweise und der An­sicht Ausdruck gebe, dah die Politik der Reichs­regierung zu dem Verlust der Freiheit führen, werde, dann scheine man vergessen zu haben, dah das Rheinland geräumt worden und wir von den fremden Kontrollen befreit worden seien. Wir wollen, so erklärte der Minister, an die Revision der Reparationslasten Herangehen und die Stimmung des Protestes gegen das Versailler Diktat wachholten und dagegen ankämpsen. Das werde mit um so größerem Erfolg geschehen, ie einiger und geschlossener das deutsche Volk im Innern sei.

Nach längerer Debatte wurde die Steuervor­lage über die Durchführungsbestimmungen zur Gemeinde-Bier-, Getränke- und Bürgersteuer in namentlicher Schluhabstimmung mit 251 gegen 146 Stimmen angenommen.

Die Beschränkung des Heeresmaterials.

Scharfe Angriffe Bernstorffs gegen die ab­lehnende Haltung der Mehrheit.

Genf, 13. Nov. (TA.) Der Abrüstungsaus­schuß konnte im Hinblick aus die völlig verwor­rene Geschäftsordnungsaussprache am Donners­tag noch zu. keinem Schluß kommen und begnügte sich mit der Annahme eines englischen Antrages, in dem Austausch der Wit- I teilungen über die Heeresausgaben I vorgeschlagen wird. Rach der Aussprache sah der Präsident, dessen Geschäftsführung von allen Sci- I ten auf das schärfste kritisiert worden war, keinen I anderen Ausweg mehr, als die weitere Derhand- I lung und Abstimmung auf Freitag zu v e r t a - I gen. Die Abstimmung wurde jedoch von neuem I durch eine auffallend lange Erklärung Lit - I winows verzögert, der eingehend die sowjet­russische Forderung auf direkte Dermin- I derung des gesamten Kriegsmateri- I a (8 begründet. Dem Verbuch einer eindeutigen 4 Entscheidung über die Forderung Deutschlands

Schulgesetze in den Ländern gegeben werden.

Abg. Schwarzhaupt (D.V.) führte u. a. aus, daß bei der ungeheueren Notlage die Er­richtung von neuen pädagogischen Akadem «nun* ver stündlich sei. Der Redner protestierte da­gegen, daß in dem zu vier Fünfteln evangelischen Berlin lediglich eine weltliche und eine katholische Akademie errichtet werden sollten, während die evangelische Akademie zurückgestellt

Die Lusiiz im Kampfe gegen das Deutschtum in Polen Sechs Monate Gefängnis für Graebe.

Berlin, 13.Nov. Die Terrorakte gegenüber dem Deutschtum in Polen nehmen von Tag zu I Tag zu. Aus Pommerellen, aus Posen und aus Oberschlesien reihen die Klagen überhaupt nicht mehr ab. Behörden und Nationalisten wetteifern in dem Feldzug gegen die deutschsprechenden Be­völkerungsteile. Auch die Iuftiz trägt das ihrige zu diesem Vernichtungskampf bei. Leicht ist es ihr allerdings nicht, die verhafteten Deutsch­tumsführer in die ZuchMuser zu bringen und für alle Zeiten unmöglich zu machen. Wo ausreichen- ] des Material zur Stützung der Anklagen nicht vorliegt, da wird mit willkürlichen Behauptungen operiert. Das hat der Prozeß gegen den früheren Leiter des Deutschtumbun­des Graebe, der 1923 durch einen Willkürakt aufgelöst wurde, gezeigt. Am liebsten hätte man Graebe auf lange Iahre unter der Bezichtigung der Vorbereitung zum Hochverrat in einer Ge­fängniszelle verschwinden lassen. Das ist nicht gelungen, immerhin hat man es für richtig ge­halten, in dem Urteil festzustellen, daß die An­klage des Hochverrats aus Mangel an Be­weisen fallengelassen worden ist. Der Makel soll also an Graebe haften bleiben. Zu einem Freispruch vermochte sich aber das Gericht nicht aufzuraffen, das wäre ja auch verwunder­lich gewesen. Graebe ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, well er die Durchführung behördlicher Verordnungen ver­hindert hat. Man hat ihm also daraus einen Strick gedreht, daß er mit Erfolg versucht hat, die deutschen Kinder mehrerer Dörfer zusammen­zufassen und die Bildung von Minder­heitsschulen durchzudrüc^n. Würden wir in Deutschland mit den polnischen Führern genau so verfahren, dann würden die Prozesse nach dem Bromberger Vorbild überhaupt nicht mehr ab- reißen, da die Polen bei uns alle Mittel an­wenden, um das Polen tum diesseits der Grenze zu erhalten.

werde. , , ,

Kultusminister Grimme hob hervor, dah die Regierung keinen Augenblick daran ge­dacht habe, die Staatsbürger, die sich zum evan­gelischen Glauben bekennen, gegenüber anderen Gruppen zu benachteiligen. Von den 15 päda­gogischen Akademien, die Preußen bisher habe, seien zwei katholisch, eine simultan und nicht weni­ger als zwölf rein evangelisch. In der Pro­vinz-Umgebung Berlins beständen be­reits zwei evangelische Akademien in Kottbus und Frankfurt a. O. . zwei weitere lägen in Stettin und Halle. Katholische Iunglehrer könnten bisher nur ganz im Osten, in Beuthen, und ganz im Westen, in Bonn, ungebildet werden. Sein Wunsch sei gewesen, in Berlin oder Potsdam je eine evan­gelische und eine katholische Akademie und eine dritte für 1931 zu errichten, die eine konfessionell

nicht gebundene Erziehung vorbereiten sollte. Die Ostbevolkerung müsse jedoch die Möglichkeit haben, ihren Bedarf an jungen Lehrern außer in Elbing auch noch in Königsberg zu decken. Da nun die Finanzverwaltung bei der angespannten Lage nicht über die Zahl von drei Akademien für 1931 hinausgehen wollte, sei es dann zu dem Beschluß gekommen, die Berliner evangelische Akademie vorläufig zugunsten der Königsberger zurückzustellen. Nachdem nun die Stadt Berlin sich bereiterklärt habe, sich an der Finanzierung nicht nur einer, sondern zweier Akademien zu beteiligen, sei die Staats- regierung bereit, Ostern 1931 in Groß-Berlin drei Akademien zu errichten, darüber hinaus aber Königsberg durch Einsehen der ersten Bau­rate ebenfalls zu sichern. Mit de>.. Appell an die Parität vertrage es sich allerdings nicht, wenn beanstandet werde, daß die Regierung endlich in Berlin eine pädagogische Akademie errichten wolle, die weder evangelischen noch ka­tholischen Charakter trage. Der Staat habe doch die Pflicht zur Toleranz und Objektivität.

Abg. König (Soz.) warf der Volkspartei vor, daß bei ihr keine Spur mehr von liberaler Auf­fassung zu finden wäre. Zur Begründung der weltlichen Akademie verwies er u. a. auf die Be­stimmung der Reichsverfassung, wonach jedes Kind vom Religionsunterricht abgemeldet wer­den könne. Dringend zu empfehlen sei die Schaf­fung einer Simultanakademie, zu der jeder Zu­tritt haben solle, gleichviel ob er katholisch, evan­gelisch oder Dissident sei. Die Sozialdemokratie fei bereit, den Evangelischen und den Katholiken in Berlin eine Akademie zu geben, verlange aber Parität auch durch Errichtung einer weltlichen Akademie.

Abg. Dr. Brockmann (Ztr.) erklärte, der kathousche Dolksteil habe an sich den ihm zu- stehenden Anteil an der Einrichtung pädagogi­scher Akademien im Vergleich zu dem evangeli­schen Volksteil noch lang« nicht erreicht. Der be­rechtigte Anspruch des evangelischen Volksteils auf eine evangelische Akademie in Berlin werde vom Zentrum durchaus anerkannt, wenn es über­haupt zur Neugründung von pädagogischen Aka­demien in Groß-Berlin kommen sollte. Die Zen- trumsfraktiop sei der Ansicht, dah von der Grün­dung weiterer Akademien einstweilen Abstand genommen werden müsse.

Abg. Dr. Rhode (WP.) erklärte, daß seine Freunde unter gar keinen Umständen der Errichtung neuer pädagogischer Akademien zustimmen würden. Darauf gingen die Anträge an den Hauptausschuh.

und Italiens aus dem Wege zu gehen, wurde durch Graf Bernstorff mit dem Antrag entgegen­getreten, durch namentliche Abstim­mung fest zu stellen, welche Mächte sich für eine direkte Herabsetzung des gesamten Kriegsmaterials er­klärten. Nachdem die Vertreter von Spa­nien und Griechenland sich für den fran- zösischen Vorschlag einer Beschränkung ledig­lich der Heeresausgaben eingesetzt hat­ten, erklärte Graf Bernstorfs, dah heute nicht mehr die Entwaffnung Deutschlands, sondern d i e Abrüstung der übrigen Staaten zur Verhandlung stehe. Die bisherigen Aussprachen hätten ihn aufs t i e f st e enttäuscht. Er be­dauere außerordentlich, dah lediglich technische Gesichtspunkte vorgebracht würden und keiner die Abrüstungsfrage vom moralischen, po­litischen und historischen Gesichts­punkt behandelt habe. Die heutige Lage Euro­pas beruhe in erster Linie auf der gegenwärtigen älnsicherheit der Rüstungen. Die Regierungen hätten sich der ganzen Welt gegenüber feier­lich st zur Abrüstung verpflichtet. Der Mann auf der Straße werde niemals begreifen, warum die schweren Geschütze und Tanks von

Der Kabinettsausschuß für Arbetts- und Preisfragen.

Berlin, 13. Nov. (WTB. Amtlich.) Der vor einigen Tagen gebildete Kabinettsaus- schuh für Arbeits- und Preisfragen trat heute in der Reichskanzlei unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning erstmalig zusam­men. Cs nahmen u. a. teil: Rcichsbankpräsident Dr. Luther, die Reichsminister Dietrich, Dr. Stegerwald und Schiele, der preußi­sche Handelsminister Dr. Schreiber und der Leiter des Reichswirtschaftsministeriums Dr. Trendelenburg. In der heutigen Sitzung wurde vor allem eine systematische Auftei­lung des ganzen Arbeitsgebietes vorgenommen, um durch organische Zusammen­arbeit die auf Preissenkung gerichteten Tenden­zen mit aller Macht zu stärken. Man hat die einzelnen Arbeitsgebiete in der Form auf di«! Mitglieder des Ausschusses verteilt, dah das zu­ständige Ministerium jetzt z. D. die Frage prü­fen wird, wie die Zinssätze gesenkt werden^ können. Ein anderes Mitglied des Ausschusses wird das Problem der Preissenkung für Markenartikel übernehmen usw. Durch die­ses systematische Vorgehen hofft man, die ganze Aktion zu beschleunigen. Die nächste Sitzung des Ausschusses wird Anfang nächster Woche statt­finden, und bis dahin soll bereits für eine ReillL von Fragen das erforderliche Material bearbeitet sein, damit der Ausschuß dann über weiters Maßnahmen beschließen kann.

Die Arbeiten des Reichsrats.

Berlin, 13. Nov. (VDZ.) Die vereinigten Ausschüsse des Reichsrats setzten am Donnerstag die gestern abend abgebrochene zweite Beratung des Gesetzes zur SenkungderRealsteuern fort. Die Einzelberatung dieser Vorlage war des­halb so umsangreich, weil jedes Land erklärte, bei ihm lägen besondere Verhältnisse vor, denen die Formulierung des Regierungsentwurss nicht gerecht werde. Es handelte sich jedoch bei den verlangten Aenderungen nur um redalt'wnelle Aenderungen. Rach Erledigung des Gesetzent­wurfs begann die zweite Lesung des A u s g a - benbegrenzungsgesetzes, das bestimmt, daß die Ausgaben in den Iahren 1932 und 1933 nicht höher sein dürfen a's 1931. Strittig ist hier bekanntlich besonders die Stellung der G e m e i n- den, die darauf Hinweisen, daß eine solche Be­grenzung der Haushaltsausgaben durch den dauernden Zugang von Wohlsahr sUnterstützungs­empfängern außerordentlich erschwert werden.

Das Tabak st euergesetz bereitet noch Schwierigkeiten. Man hofft jedoch, bis zum Sams­tag ein Kompromiß zu finden, so dah an diesem Tage die zweite Lesung auch dieser Vorlage in den Reichsratsausschüssen beendet werden könnte. Damit würden dann alle bisher vorliegenden Deckungsgesetze von den Reichsratsausschüssen erledigt sein, so dah sie am 20. November vom Reichsratsplenum verabschie­det werden könnten. Die weiter angekündigten zum Finanzplan gehörenden Vorlagen sind dem Reichsrat bisher noch nicht zugegangen. Auch in der gestrigen Sitzung des Re i chs k.a bi ne t t s, die gemeinsam mit dem Preuhen- k a b i n e t t stattfand, wurde keine weitere Dek- kungsvorlage verabschiedet, sondern das von Preußen ausgestellte Arbeitsbeschaf­fungsprogramm beraten. Die Zwischenzeit benutzen die Reichsratsausschüsse, um ihre Ar­beiten am Reichshaushalt für 1931 zu fördern.

Der polizeikonW mit Thüringen

Das Weimarer Staatsministerium erklärt.

Weimar, 13. Nov. (END.) Das thürin­gische Staatsministerium teilt mit: Die im Disziplinarverfahren gegen den Verwaltungs­obersekretär Müller bei der Wirtschaftsstelle der Polizei in Sondershausen angeordneten Untersuchungen und Beschlagnahmungen gegen mehrere Angehörige der thüringischen Polizei und in den Geschäftsräumen des Gaues Thüringen des Reichsbanners sowie in den Privaträumen des Geschäftsführers des Reichsbanners Dr. Dietzel in Weimar haben, soweit es überhaupt noch notwendig war, weitere erdrückende Beweise für das Bestehen einerSpihelzentrale bei der thüringischen Polizei erbracht. Sie hat offenbar die Aufgabe gehabt, dem Reichs­minister des Innern Material für das Verfahren vor dem Staatsgerichtshof wegen der Polizei­kostenzuschüsse zu liefern. Das beschlagnahmte Material ist derartig belastend für mehrere Poli­zeibeamte, dah das Ministerium des Innern sich veranlaßt gesehen hat, sofort gegen einige Beamte einzuschreiten. Sie haben in gröblichster Weise ihre Amtsverschwiegenheit ver­letzt, durch Erstattung von noch dazu durchaus unrichtigen Berichten über Vorkommnisse bei der Polizei dem Lande Thüringen, dessen Beamte sie waren, schwersten Schaden zugefügt und damit den von ihnen geleisteten Beamteneid gebrochen, mit dem sie dem Lande Thüringen Treue ge­schworen hatten.

Die Beamten haben das Material an den Leiter des Gaues VI des Reichsbanners in Gotha abgegeben. Dieser hat es an den Gau Thüringen des Reichsbanners in Weimar weüe.g.leitet. Auf­fallend ist, daß der Gau Thüringen des Reichs­banners sein Material nicht unmittelbar an das Reichsministerium des Innern gesandt hat, in dessen Schriftsätzen die gleichen Behauptungen als 1 Beweisthemen teils wörtlich wiederkehren, son- dcrn an einen Herrn August F c i l in Erfurt. Wir haben festgestellt, dah sich beimPolizeiprä-

Berlin, 13. Nov. (VDZ.) Im preußischen Land- tag äußerte sich Finanzminister Dr. Höpker-Aschoss über das Reichsfinanzprogramm. Zur geplanten Besoldungskürzung erklärte er, daß diese in Preußen ohne verfassungsänderndes Reichsgesetz durchgeführt werden könne, da die Besoldungs­ordnung von 1927 die Bestimmung enthalte, daß ...... m ein einfaches Gesetz genüge.

bei dem Pensionskürzung s- g e s e tz und dem Besoldungssperrgesetz. Es könne kein Zweifel darüber bestehen, daß beide Gesetze verfassungsändernd seien. Bei dein Desol- dungssperrgesetz habe die preußische Regierung Be­denken nicht etwa gegen eine Angleichung der Bezüge an diejenigen im Reich, sondern deshalb, weil entsprechende Maßnahmen von ihr bereits durchgesührt seien und sie Bedenken gegen eine nochmalige Durchführung habe Sie werde daher eine Aenderung des Gesetzes dahin beantra­gen, daß eine Wiederholung des durchgeführten Verfahrens nicht stattzufinden brauche. Der Mini- ster richtete an die Beamtenschaft den Appell, die Gehaltskürzungsmaßnahmen verständnisvoll zu er­tragen, da sich am 1. April vielleicht ergeben werde, daß die Gehälter nicht herabgesetzt, sondern dem gesunkenen Preis st and angegli­chen worden seien. Die Reichsregierung habe den festen Willen, die Preissenkung weiterhin energisch zu betreiben und durchzuführen. Gegen die im ~ " _______i vorgesehene Mitwir °

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des Attentats gerade nach Okayama begeben, um den Länderhaushalte habe er keine Bedenken, dort heute beginnenden großen INanöoern beizu- vielmehr begrüße er sie, da bann auch das Reich die wohnen. Die Aerzte, die den Premierminister be- Ueberzeugung gewinnen werde, daß die Ersparnis- Handeln haben sich veranlaßt gesehen, eine Blut- Möglichkeit innerhalb des preußischen Haushalts t r a n » f u f i o n vorzunehmen. Der zweite Sohn des die Grenze erreicht hatten.

Premierministers 2w°ne hnmnguchi h°. fid,

Aerzten zur Blutentnahme zur Verfügung gestellt. ^rfoIgC gehen auf preußisch« Anregung zurück. -- Ein entsprechender Gesetzentwurf würde für Preu­ßen eine jährliche Ersparung von sechsMillionen bringen.

Unruhen in Peru.

Sie Mimischen Akademien in prevßen.

Kultusminister Grimme vertritt die SründungSpläne für Berlin. - Starke

gemeine Arbeiterverband von der Regierung auf* Bedenken btV Rechten UNd deS Zentrums,

gelöst. Alle, die zum Streik ausfordern, werden 1

ausgewiesen. Bei einer Kundgebung der Arbeiter Berlin, 13.Nov. Im Preußischen Landtag des Kupferbergwerks M a l p a f o gegen die aus- üyurI>en peutschnationale und deutschvolkspartei­ländischen Bergwerksbesitzer, bie hauptsächlich eng- Anträge über die Errichtung vonpä- li scher und amerikanischer Rationa» j>aqOflifCRCn Akademien beraten. Ein lität sind, erfolgte ein Zusammenstoß zwischen heuttchnationaler Antrag verlangt, dah vor Zu­einer Abteilung Polizei und den Manifestanten. Iarcunq Don Dissidenten zum Besuch einer päda- 15 Personen, darunter zwei Amerikaner und ein go^schen Akademie eine höchstgerichtliche Ent- Oesterreicher, wurden dabei getötet, 25 Per- sch^dung über die Zulässigkeit der Anstellung fonen verletzt. Da sich die Bewegung stark auszu- vissidentischer Akademien an den dehnen droht, wurden 200 Mann Militär m das preußischen Volksschulen herbeigeführt Bergwerksgebiet entsandt. Die Regierung ordnete ^den solle. In den Etat für 1931 sollen Mittel an, daß alle Bergwerke des Bezirks g e - Errichtung einer pädagogischen Akademie f u r schlossen und alle Ausländer nach evangelische Lehrer in Groß-Berlin ein- Lima gebracht werden sollen. Ein Zug mit gestellt werden. Der deutschvolksparteiliche Ma- 350 amerikanischen Bürgern wird heute abend in vemieantrag wendet sich gegen den Plan Lima erwartet. Die Angestellten der Zen- der Errichtung einer weltlichen Ak a- tralb ahn haben sich entschieden, den General- Bernie in Berlin und wünscht, dah eine streik, der für heute abend beschlossen worden katholische Akademieinder Reichshaupt- ift, zu unterstützen. Die Schuld an den Un- kaJ)t nur eichtet werde, wenn gleichzeitig

'ruhen im Kupferdistrikt (Terra de Pasco schreiben evangelische Akademie zustande-

die Behörden kommuni st ischen Agitato- fornmt. Diese Forderungen können nur gelten für r e n zu Der Straßenbahn-, Eisenbahn- und Auto» daß die volksparteiliche Forderung ab-

busverkehr in Lima war heute lahmgelegt, g[^t wird, wonach neue pädagogisch« Made- La der allgemeine Arbeiteroerband in Verfolg der p i s a u f we i te res ü b e rh a u p t n i ch t gestrigen Unruhen den Generalstreik verkündet hatte. I errichtet werden foltert

Ein aus drei Waggons bestehender Eisenbahnzug Abg. Oelze (Dnt.) erklärte angesichts der traf mit 3 00 ausländischen Flüchtlrn- Aussichtslosigkeit der Iunglehrer sei die gen aus b e m Minengebiet ein. Der Loko- Errichtung neuer Akademien an sich völl i g un« motivführer bes Flüchtlingszuges berichtete über angebracht. Durch Schaffung eines Reichs- die Unruhen, die lokale Polizei habe auf der Brücke schulgesetzes soUte endlich eine Grundlage für die nach Oroya Wachtposten ausgestellt, um zu ver- - * *" c 4 **

hindern, daß sich die streikenden Arbeiter aus Mal- paso mit denen von La Oroya vereinigten. Es ent­stand eine regelrechte Schlacht, in deren Verlauf zwölf Arbeiter getötet und etwa 25 ver-