Ausgabe 
14.11.1930
 
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Oie Wetterlage.

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Generalvertretung: J. Meyer-Höckell, Frankfurt a. M Staufenstraße 2, Tel. 73884

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e Idee

und Marxismus d i e

O wolkenlos Oheiter. Q halb bedeckt, q wolkig. bedeckt eRege^

Warum hat die makedon - ziga- . RETTE IN KURZER ZEIT EINE SOLCHE VERBREITUNG GEFUNDEN?

Das ideale Will Ab führ-Konfekt

durchzusetzen hat. Auf der Grundlage dieser Idee und der gemeinsamen Ideale ruht die Freundschaft zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalen Deutschland. Die gleichen Ideale und das gleiche Schicksal werden in Zukunft die Entwikklung beider Völker gleich­laufend führen müssen. Dr. Heinke überreichte dem Ministerpräsidenten das Abzeichen des Stahlhelms. Mussolini antwortete in deutscher Sprache in Dankesworten und betonte zum Schluß seine Sympathie für die Stahlhelmbewegung.

f ibium Erfurt ein Kriminalkommissar August Feil befindet. Die wiederholten, bisher unwider­sprochen gebliebenen Behauptungen nationalsozia­listischer Blätter, daß preußische Regie­rungsstellen mit der Bespitzelung Thüringen - beauftragt worden sind, ge­winnen daher an Deutlichkeit. Wir können nur wiederholen, daß sich Methoden, wie sie hier ein- Sschlagen worden sind, allein schon durch ihre

nmoral richten.

Oer Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie.

Protest des Allgemeinen Deutschen Gewcrtfchafisbnndcs.

Berlin, 13. Rov. (DU.) Der Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen (AewerkschaftsbundeS erklärt zu dem neuen Schiedsspruch für die Ber­liner Metallindustrie, der Spruch sei das Er­gebnis der falschen und in ihrer praktischen Form verderblichen Auffassung, daß die Senkung der Löhne einen Weg zur Ueberwindung der Wirt­schaftskrise und zur Eindämmung der Arbeits­losigkeit darstelle. 3m Gegensatz zu dieser Auf­fassung hätten die Gewerkschaften stets die Mei­nung vertreten, daß eine Lohnkürzung die Kauf­kraft weiter Schichten schwächt und so den'Absatz vermindern, die Krise verschärfen und die Ar­beitslosigkeit vermehren müsse. Diesen Stand­punkt halte der Bundesvorstand aufrecht. Er erhebe entschieden Protest gegen die Wie­derherstellung dieses von der Berliner Metallarbeiterschaft bekämpften und von der ge­samten Gewerkschaftsbewegung und einem großen Teil der öffentlichen Meinung abgelehnten Schiedsspruches und gegen die Entscheidung des Schiedsgerichts vom 8. Äovember. Gegen das Schiedsgericht richte der Bundesvorstand den Dorwurf, daß es die Interessen der Arbeiter­schaft, die Forderungen der Gewerkschaften und die Stimmen der öffentlichen Meinung un­beachtet gelassen und bei seiner Entscheidung einseitig dem Einfluß der Unternehmerinteressen nachgegeben habe. Der Dorstand könne auch nicht anerkennen, daß die den Berliner Metallarbei­tern auferlegte Lohnkürzung eine Rechtfertigung in der von der Reichsregierung begonnenen Preissenkungsaktion finde. Der Schiedsspruch habe die nachteiligsten Folgen für die Tätigkeit der Schlichtungsbehörden bei künftigen Arbeits­konflikten. Er erhöhe das Mißtrauen der Ar­beiter gegen den unparteiischen Charakter des Schlichtungswesens.

OieGiahlhelmabordnungbeiMuffoiini

Rom. 13. Nov. (TU.) Mussolini hat am Donnerstag die auf einer Studienreise in Rom weilenden Stahlhelmer empfangen. Dr. Heinke, der Führer der Gruppe, richtete eine Ansprache an Mussolini, in der er u. a erklärte: Der Stahlhelm ist dankbar, daß Euer Exzellenz die Bedeutung des faschistischen Gedankens als Welt­anschauung heroorgehoben haben. Der Stahlhelm weiß, daß er in seinem Kampf gegen Liberalismus

berliner Lorie

Berlin, 14. Roo. (WTB. Funkspruch.) Ohne daß das Geschäft als lebhafter zu bezeichnen war oder sonst Anregungen vorlagen, konnte die Stimmung des heutigen Frühoerkehrs sich allgemein etwas bessern. Außer der festeren Neuyorker Börse fand vor allem das Anziehen der Kupferpreise Beachtung. Olavi zogen auf 37 Mark an, Farben wurden 139,5 eher Geld taxiert. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,66, London gegen Mailand 92,78, London gegen Spanien 42, London gegen Kabel 4,8569, London gegen Berlin 20,3850 und Kobel gegen Berlin 4,1973.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 14. Rovember 1930.

3m vierten Stockwerk unseres Körpers Don Dr meb. Gurt ttayser.

Unser Körper, das HauS des Lebens, besitzt in seinem Innern ganz moderne Einrichtungen Da gibt es z. B. Fenster und Türen da gibt es Kanalisation und Wasierleitung, und nicht zuletzt verfügt jeder von uns über eine eigene Zentral­heizung. Ihren Heizkessel stellt das Herz dar, von dem die Heizröhren in Gestalt zah re Her Blutgefäße das ganze menschliche Haus ourch- ziehen. Sommer und Winter ist beim gesunden Menschen diese Heizung gleichmäßig im Gange und hält, dank besonders feiner, technischer Ein- richtungcrt, die Temperatur allenthalben stets auf gleicher Höhe.

Sobald indessen diese ausgezeichneten Anlagen unserer inneren Zentralheizung in irgendeinem Teile unzureichend, krankhaft verändert oder durch mangelhafte Pflege gestört sind, dann leidet, genau wie im Wohnhause, vor allem die vierte, die oberste Etage. Sie wird dargestellt von den­jenigen Teilen des Körpers, die vom Herzen am weitesten entfernt sind, d. h. von Händen unb Füßen, und so sind kalte Hände und Füße die unausbleiblichen Folgen mangelhafter Zen­tralheizung. Ihre Ursachen finden sie in einer Störung des Dlutumlaufs, die zunächst bedingt sein kann durch ein zu kleines oder krankes Herz. Letzteres pumpt dann nicht genügend oder mit zu schwachem Druck Blut in unsere Blut­gefäße, so daß es nur in ungenügender Menge bis in die äußersten Körperpartien gelangen kann.

Weiterhin können die Röhren, die Blut­gefäße. durch krankhafte Einlagerungen ver­engt oder verstopft sein, so daß die Menge des durchströmcnden Blutes vermindert, oder sein Zufluß in bestimmten Bezirken gehemmt ist. Da aber unsere Blutgefäße nicht starre, tote, sondern lebendige, elastische Röhren sind, können Störun­gen dieser besonderen Lebensfunktionen gleich­falls zu kalten Händen und Füßen führen. Ein gesundes Dlutgefäßshstem besitzt die Fähigkeit, sich bei Kältereizen zusammenzuziehen, bei Wärmereizen sich zu erweitern und so, wenigstens zu einem wesentlichen Teile, für die nötige Wärmeregulierung zu sorgen. Schon Freude oder Scham auf der einen und Furcht oder Schreck auf der anderen Seite vermögen in Gestalt von Erröten unb Erblassen dieses Spiel der Blut­gefäße Hervorzurusen. Ist aber diese Tätigkeit der Blutgefäße durch irgendwelche Hmftänbe ge­stört oder gar aufgehoben, so kommt es, zumal im Winier. leicht zu kalten Händen und Füßen, zu Frostbeulen und dergleichen mehr.

Was können wir dagegen tun? Zunächst sucht der Mensch sich gegen die Kälteeinflüsse der Außen­welt zu schützen durch zweckmäßige, wär­mende Kleidung: Handschuhe, Strümpfe unb Schuhe. Diese müssen natürlich sobeschaffen sein,daß sie zwar eng der Körperhaut anliegen, aber doch Hand und Fuß genügend Bewegungsfreiheit lassen und niemals durch zu knappen Sih den Blutum­lauf etwa absperren. Liegt der Fehler in man­gelnder Leistungsfähigkeit der Blutgefäße, so muß man sie eben ein wenig trainieren. Körper­liche Bewegung, gymnastische Hebungen aller Art, kalte und warme Wechselbäder eignen sich hierfür besonders Selbstverständlich üben Lust und Licht auf die Durchblutung der Haut gleichfalls einen ausgezeichneten, fördernden Ein­fluß aus.

In manchen Fällen werden vernünftig pbge- stufte Leibesübungen und die Anwendung besonderer Arten von Bädern auch auf die Leistungsfähigkeit des Herzens günstig einwirken, doch befrage man, um Anheil zu verhüten, in solchen Fällen stets vorher den Arzt. Er allein wird auch zu beurteilen vermögen, ob etwa eine andere, meditamentöse, elektrische, diätetische oder sonstige Behandlung in diesem oder jenem Falle am Platze ist.

Borrrotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadttheater:Kabale und Liebe", 19,30 bis 22.30 Ahr. Die Christengemeinschaft> Oeffentlicher Dortrag, 20.15 Ahr, Hörsaal 44 (Aniversität). Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule:Familienabend", 20 Ahr, im Iohannes- saal. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Komm zu mir zum Rendezvous". Aftoria-Lichtspiele. Der tolle Reiter" undDeutsche Herzen am deutschen Rhein".

AuS dem Stadttheat«rdureau wird unS geschrieben. . Heute. 19.30 Ahr. unter der Spielleitung von Waller Bäuerle in gänz­lich neuer Inszenierung Erstaufführung von Schillers bürgerlichem Trauerspiel:Kabale und Liebe". Mitwirkende. Damen: Doering, Jahn, Koch, Schubert-Jüngling: Herren: Bäuerle. Hub, Druck, Linkmann, Schelcher, Zingel. Am Sonn­tag als erstem Tag des KammerspielzykluS: zu­sammen mit dem Goethebund von IuliuS Dlaria DeckerDer Brückengeist" unter der Spielleitung des Intendanten Dr. P rasch. 18 Ahr, als Zremdenvorstellung:Reidhardt von Gneisenau" von Wolfgang Goetz. Die technischen Aenderun- gen, die bei der zweiten Aufführung erstmalig vorgenommen wurden, haben zu einer Kürzung der Spieldauer von einer Stunde geführt, so daß die Dorstellung sich innerhalb drei Stunden ab- wickelt.

Kirchenkonzert. Man schreibt unS: Der Demeindeverein der Lukasgemeinde veranstaltet am nächsten Sonntag, 20 Ahr. in der Iohannes- kilche ein Kirchenkonzert. Mitwirkende sind Fräu­lein von der Heydt (Sopran). Musiklehrer Rebeling als Organist, sowie der Bläserchor des .Vereins für christliche Musik'. Da all­gemein über die geistige Rot der Erwerbslosen geklagt wird, so erhalten alle, die ihre Erwerbs­losigkeit nachweisen, sowie ihre Angehörigen freien Eintritt. (Siehe heutige Anzeige.)

Pläne HugenbergS in bezug auf die Kräftigung der deutschen Wirtschaft und die Behebung der Erwerbslosennot auf dem Wege der Arocits- dienstpflicht. 'Die Dvrtragende, die in klarer und eindrucksvoller Form zu sprechen verstand, fand den lebhaften Beifall der Dersammlung.

" 6 in e Ausstellung rumänischer Stickereien veranstaltete gestern die Orts­gruppe Gießen des Dcreins für Deutsche Frauen­kleidung und Frauenkultur im Cafö Amend. Di« Deranstaltung fand viel und verdientes Interesse. Es wurden ganz hervorragende Handarbeiten, an- gefertigt von Deutschrumäninnen, zur Schau ge­stellt. Daneben wurden die graphischen Arbeiten einer Künstlerin unserer engeren Heimat, Fräulein Krantz, Butzbach, gezeigt, die alle Beachtung verdienten Reben einer Reihe von Blumenstücken, die mit großer zeichnerischer Sorgfalt ausgeführt waren, erregten besonders einige Linolschnitte die Aufmerksamkeit der Besucherinnen. In klarer, straffer Manier wußte die Künstlerin die Schön­heiten unserer engeren Heimat zu fassen. Exil- bris-Sntwürfe, sehr kultiviert geschriebene Schrift­arbeiten (die Künstlerin ist Schülerin von Prof. Koch. Offenbach) gefielen ebenfalls außerordent­lich.

Weil MAKEDON die einzige Firma ist, die den ge samten Werdegang der Zigarette, von der Aussaat des Tabaksamens bis zur fertigen Zigarette, in einer Hand vereinigt. Dadurch ist jeder Zwischenhandel beseitigt, und der MAKEDON-Raucher erhält sein Geld 1OO prozentig zurück.

D e anncr Bre 1II Don einem Landarzt in Oberhessen wird uns folgendes hübsche und wahre Erlebnis mitgeteilt: In ein Wirtshaus an der Landstraße kehrt ein Arzt ein, um sich bei einem Gläschen Apfelwein von seinen Stra­pazen zu erholen. Bei dieser Gelegenheit glaubt der Gastwirt eine Konsultation schinden zu kön­nen, wie dies früher schon mehrfach gelungen war, um die Honorierung einer solchen im Hause des Arztes zu umgehen. Zwecks genauer Besich­tigung des kranken Körperteiles wechselt der altersfernsichtige Arzt sein« Drille und setzt die Lesebrille aus. Später schickt er, um dem Wirte endlich das Konsultationsschinden abzugewöhnen, eine Rechnung. Gelegentlich eines späteren dor­tigen Aufenthaltes wird der Arzt von der gan­zen Familie, sogar in Gegenwart eines Gastes, zur Rede gestellt. Man hätte eine Rechnung er­halten, aber wissentlich keinen Arzt gebraucht. Der Arzt klärt die Leute auf. Erst großes, schein­bares Aeberlegen, in Wirklichkeit wußten sie ge­nau Bescheid. Dann bricht die älteste Tochter in die Worte aus:Aich huh gleich gesaht, er Hot de anner Breil offgesaht, es kost doch ebbes."

Großer Schuhdiebstahl. In der letzten Rächt statteten Einbrecher einem Schuh­geschäft in Butzbach einen unerwünschten Be­such ab. Die Diebe stahlen aus den Geschäfts­räumen etwa 30 bis 40 Paar Herrenschuhe und -stiefel. Heute früh wurde der Dorfall entdeckt unb sofort die Polizei verständigt. Die Landes­kriminalpolizeistelle Gießen nahm alsbald im Zu­sammenwirken mit der Ortspolizei die erforder­lichen Rachforschungen auf.

* Deutschnational« Dersammlung. Aeber das Thema:Warum bekämpfen wir das gegenwärtige Regierungssystem?" sprach in einer öffentlichen Dersammlung der Deutschnationalen Dolkspartei am Mittwochabend im ..Postkeller" Frau Reichstagsabgeordnete Annagrete Leh­mann. Die Rednerin knüpfte in ihren Ausfüh­rungen an die letzte Reichstagswahl an, beleuch­tete die Arsachen des Anwachsens der Rativnal- fozialisten, ihren Einfluß auf das Gepräge des Reichstages, des Landes und die Auswirkungen auf die Außenpolitik. Sie befaßte sich weiter mit dem Kabinett Brüning, mit den Amständen, die das Bleiben des Kabinetts unter zweifelhaften Kompromisfen ermöglichte unb sprach schließlich längere Zeit über ihre Eindrücke bei der ersten Reichstagssihung nach der Wahl. Sodann schil­derte die Rednerin das Auftreten der deutsch- nationalen Abgeordneten Oberfohren und des greisen Oldenburg -Ianuschau. die dem Kabi­nett so energisch entgegentraten unb ein Mitglied der Regierung zu dem Aus pruch hinrissen:Die Republik hat eine Schlacht verloren." Außerdem streifte sie die Dorgänge in Leipzig, die ErwerbS- lofenkrise. die Rüstungspolitik der Franzosen im Westen, die Maßnahmen der Polen im Osten unb den Voungplan in Verbindung mit der Weltwirt­schaftskrise. Schließlich ging sie noch auf das Trei­ben der Kommunisten, wie es sich in Berlin immer wieder äußert, ein und entwickelte zum Schluß die

Die Piene fliegen mit dem Winde. Die baden Stationen stehenden Zah­len geben die Temperatur an. Ole Linien verbinden Orte mit gleiche^ su* Meeresniveau umoerechneten Luftdruck

Wettervoraussage

Der Kern des Hochdruckgebiets ist wohl feit gestern zusammengeschrumpst, hat aber seine Lage wenig verändert. In Süddeutschland und Frankreich ist in seinem Bereich F r o st ausgetreten. Don München werden heute morgen 2 Grad gemeldet, au» Frankreich sogar stellenweise4 Grad. Dagegen herrscht über Norddeutschland mildes Wetter mit Morgentemperaturen bis zu 9 Grad. Eine wesentliche Umgestaltung der Weltertage tritt vorerst nicht ein. denn Anzeichen von raschem, stärkerem Luftdruckfall sind noch nicht vorhanden. Die Möglichkeit zu ver- breiteten Nachtfrösten ist für unser Gebiet nicht ge­geben, wenn auch bei Lichtung der Nebel, unb Wolkendecke die Temperaturen nachts den Gefrier­punkt erreichen.

Aussichten für Samstag: Neblig.wolkig, dabei auch Aufklaren, Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt, meist trocken.

Lufttemperaturen am 13. November: mittags 8 Grad Celsius, abends 7,4 Grad: am 14. November: morgens 6,7 Grad. Maximum 8,4 Grad, Minimum 5,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. November: abends 5,8 Grad; am 14. November: morgens 6 Grad Celsius.

Koruna:

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